Ausgabe 
27.12.1935
 
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Die weltwirtschaftliche Stellung Aegyptens

des

Das

amerikanischen Atlantikküste wurde während

inister

Ein

jäger Keiler Tieres

zur der

Paris, 27. Agentur Radio lichkeit Stalins

malige ten.

erst nach dem sechsten Schuß gelang, zur Strecke zu bringen. Das Gewicht betrug ausgenommen 220 Pfund.

Schwere Schneestürme in Amerika.

Gebiet von den Rocky Mountains bis

zuges stürzten über die Böschung hinab. Drei Personen wurden getötet, sieben schwer verletzt. Der Bahnverkehr war auf mehrere Stunden unterbrochen, obwohl ein Hilfszug sosort aus Futschau abging. Der Schuldverdacht richtet sich gegen den Führer des Schnellzuges, der zusammen mit dem Heizer geflohen ist.

Eisenbahnunglück in China.

von Tientsin kommender Schnellzug stieß Kilometer nordöstlich von Hsütschau in der

Weihnachtsfeiertage von schweren Schneestür- men heimgesucht. In vielen Staaten mußte der Flugzeug- und Kraftwagenverkehr völlig eingestellt werden. In Cbikago trafen die Eisenbahnzüge mit stundenlangen Verspätungen ein. Ueberall sind große Schneeverwehungen zu verzeichnen. Dreißig Menschen sind erfroren.

Vrandunglück

in einem amerikanischen Arbeitsdienstlager.

In einem Lager des amerikanischen freiwilligen Arbeitsdienstes in Waterbury (Vermont) brach ein Brand aus. Das Feuer entstand in einer Holz­baracke und griff so schnell um sich, daß sich meh­rere der Insassen nicht mehr in Sicherheit bringen konnten. Drei Offiziere verbrannten, drei weitere Offiziere wurden schwer verletzt. Der

Stalin.

Dezember. (DRB. Funkspruch.) Die meldet aus Moskau, die Volkstüm-

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

B u k a r e st, Dezember 1935. 1

Roch ist jene Völkerwanderung in frischer Erin- 1 n rung, die nach Beendigung des grie- ! kiisch.türkischen Krieges einsetzte und in i d-ren Verlauf viele Tausende von kleinasiatischen Riechen in ihre Urheimat zurückwandern mußten, noo sie dann als Bauern und Kolonisten angesiedelt 1 vmrden. War auch vielleicht vom nationalpolitischen ^Standpunkt aus diese Maßnahme verständlich, da ronmehr der Hauptanlaß für Streitigkeiten zwischen (Griechenland und der Türkei ein für allemal besei- tpt wurde, so ist doch anderseits nicht zu leugnen, biß jene erzwungene Völkerwanderung für die i iden beteiligten Staaten ungeheure Schwierig- fiten mit sich brachte. Griechenland mußte für die r uen Siedler Grund und Boden, dann aber auch mtürlich Barmittel zur Verfügung stellen, und die Zürkei wiederum, die nach den jahrelangen Krie­ge ohnehin stark entvölkert war, verlor nun mieberum Zehntausende von Bauern, die doch k immerhin von ihrer Hände Arbeit das Dolksver- rwgen vergrößert hatten.

In der letzten Zeit konnte man immer wieder beobachten, wie die türkische Regierung bestrebt ist, gnade der Bevölkerungspolitik ihre Aufmerksamkeit , widmen und dafür zu sorgen, daß die Lebens- bidingungen des türkischen Staatsbürgers immer i7Thr verbessert werden, um so die Volkskraft und gsichzeitig auch die Volkszabl nach Möglichkeit zu hlben. Im Rahmen dieser Bestrebung fördert nun

türkische Regierung neuerdings wieder eine k!-ine Völkerwanderung, die seit einigen Monaten irn Gange ist. Es handelt sich dab->i um die R ü ck - tranberung von rund 200000 Türken, b» seit altersher in den südlichen Gebieten 7 umäniens, besonders in der Dobrudscha, aisässig waren, und die nun aus mannigfachen kiründen ihre Heimat verlassen sollen, um sich im Hsiche Atatürks neu anzusiedeln.

'Es ist interessant, den eigentlichen Hintergründen richzugehen, bte zu dieser neuen Völkerwanderung qiführt haben. Da zeigt sich nämlich, daß diese Auswanderung türkischer Bauern aus der Dobru- bcha durchaus nicht so freiwillig erfolgt, wie die rumänische Regierung es glauben machen möchte, kskanntlich ist die Dobrudscha volkspolitisch durch­aus kein einheitliches Gebiet. Richt mit Unrecht er- b,!bt immer wieder Bulgarien einen Anspruch auf die südliche Dobrudscha, da dort zweifellos in bn* Hauptsache Bulgaren wohnen. Das übrige Do- buudscha-Gebiet ist aber außerdem von Türken bisiedelt, teilweise auch von Deutschen, ferner oi n Rumänen und seit einigen Jahren auch oin sogenannten Mazedo-Rumänen, Aromunen genannt. Vor ungefähr acht Jahren leitete die ru- irnnische Regierung eine Rückwanderungsaktion der bimals in Südserbien wohnenden Mazedo-Rumä- nm ein Es bandelte sich hauvtsächlich um die Ge­bote in der Nähe des Ochrida- und des Presba- &»es. Aber auch aus Griechisch-Mazedonien und i S einigen ostalbanischen Gebieten wurden Mazedo- Rumänen nach Rumänien zurückgeholt. Insgesamt t'b damals etwa 30 40 000 solcher Mazedo- Rumänen oder Aromunen nach Rumänien ein- ;«Wandert, wo sie im Gebiete der Dobrudscha an- j.lieMt wurden, und 'war bannt^ächlich in der

Am 7. November habe man in f a st allen Un­tergrundbahn st ationen die Bilder Stalins und die des Volkskommissars für Ver­kehrswesen, Kaganowitsch zerrissen. Im Park von Saratow habe man wenige Tater später eine Büste Stalins gefunden, die durch Schläge mit einem harten Gegenstand v o l l st ä n d i g zertrümmert worden war. In Swerdlowsk seien 18 Studenten verhaftet worden, weil sie be­leidigende Druckschriften gegen Sta- l t n verteilt hätten. Aehnliche Zwischenfälle hätten sich unter den Arbeitern in den Bergen von Iwa­nowo ereignet.

Die kommunistische Wühlarbeit in Braki^en

Rio de Janeiro, 27. Dez. (DNB.) In R i o de Janeiro wurden bei polizeilichen Nachfor­schungen in einem Wohnhaus aus Anlaß einer Explosion umfangreiche VorrätevonSpreng- st offen und Bomben gefunden. Ein Mieter des Hauses gab nach längerem Verhör zu, daß er die Bomben und das Svrenamaterial im Auf­trag der Kommunistischen Partei auf­bewahre. Es wurde festgestellt, daß die Kom­munisten in der Stadt mehrere geheime Werkstätten unterhielten, in denen Bomben bergestellt wurden. Es bestand der Plan, zu gleicher Zeit auf alle Kasernen der Hauptstadt Spreng st offanschläge zu verüben.

Aufklärung eines Sabotageaktes ans dem Jahre 1933.

Stuttgart, 24. Dez. (DNB.) Das württem- bergische Politische Landespolizeiamt teilt mit:

Dem württembergischen Politischen Landespolizei­amt gelang es in den letzten Tagen, einen kom - m u n i ft i f d) e n Sabotageakt aufzuklären, h<w seinerzeit großes Aufsehen erregt hat. Als der Führer am 15. Februar 1933 zum ersten Male n^ch feiner Ernennung zum Reichskanzler i n Stuttgart in der Stadthalle sprach, wurde d i e Rundfunkübertragung dieser Rede be­kanntlich unterbrochen. Die Untersuchung er- aab, daß das Uebertragungskabel in der Werder- Straße mit einem Holzbeil durchschla­gen worden war. Es war mit Sicherheit anzuneh­men, daß die Täter Kommunisten waren, die hier zum letzten Male versuchten, die Aufklärung des deutschen Volkes über die verbrecherischen Ziele und Methoden der Moskau-Jünger gewaltsam zu ver­hindern. Als Täter wurden nunmehr ermittelt: Alfred D ä u b l e , Hermann Medinger, Wil­helm Bräuninger, Eduard Weinzierl; Ur­heber des Sabotageaktes ist der 23jährige Kurt Hager, während der Ingenieur Rudolf Fut - ter'knecht als technischer Berater mitwirkte. Die Beschuldigten sehen ihrer gerechten Bestrafung ent­gegen. ________________________________

wenige .. , ... .

Vrovinz Setschuan mit einem Giit-nzug in voller Fahrt zusammen. Durch die Wucht des Aufein­anderprallens wurde die Güterzuglokomotive voll­kommen zertrümmert. Mehrere Wagen des Schnell-

größte Teil der Mannschaften befand sich glücklicher­weise in Urlaub. In dem Lager befinden sich ehe- Frontkämpfer, die an Dammbauten arbei-

Türken wandern in die Heimat

Rückstrom türkischer Siedler aus Rumänien.

Von unserem <5. S.-Korrespondenten.

und seines Generalstabes befinde sich auf st a r k ab ft eigenber Linie. In zahl­reichen Provinzen Sowjetrußlands hätten sich in letzter Zeit Zwischenfälle ereignet, die bezeichnend für die feindliche Einstellung der Bevölkerung seien.

An Festtagen besonders wichtig! Bulfrich-Scilz

lebensgefährliche Jagd, bei der es einem Berufs- den

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Werkschule Fritzlar mitwirkten.

Flugzeugunfall bei Breslau.

Beim Kurven über den Platz verunglückte ein Verkehrsflugzeug auf dem Flughafen Breslau. Die Insassen, Flugzeugführer Hannappel, Ma­schinist und Funker Pätzold sowie ein Herr Scholz aus Gleiwitz kamen dabei ums Leben.

Flugzeug zerschmettert. Besatzung unverletzt!

Während eines Geschwaderfluges, das von neun portugiesischen Flugzeugen in die Kolonien durch­geführt wird, ereignete sich ein Unfall, der aber glücklicherweise kein Menschenleben gefordert hat. Wegen eines noch nicht festgestellten Maschinen­defekts mußte das Führerflugzeug in Portugiesisch- Guinea eine Notlandung vornehmen. Dabei wurde das Flugzeug vollkommen zerschmettert. Von der Besatzung wurde niemand verletzt. Die übrigen acht Maschinen setzen ihren Rundflug fort. Man vermutet, daß das verunglückte Führerflug­zeug wegen Bruches der Brennstoffzufuhrleitung die Notlandung ausführen mußte.

Aufregende Saujagb.

Zu einem aufregenden Kampf mit einem schweren Keiler, wie er auf dem Gebiete der Jagd sehr selten zu verzeichnen ist, kam es dieser Tage gelegentlich eines Treibens auf Schwarzwild bei" Reifferscheid (Eifel). Zwei Treiber nahmen die Wundfährte eines bei der Jagd angeschossenen Kei­lers auf. In einer Kieferndickung stießen sie auf das weidwunde Tier. Sofort ging der schwere Kei­ler zum Angriff auf seine Verfolger über, die sich jedoch vor den gefährlichen Hauern des wütenden Tieres durch die Flucht retten konnten. Am andern Morgen wurde die Fährte nochmals ausgenommen. Ein Hund stöberte den Schwarzkittel auf, der sich auch diesmal trotz seiner schweren Verwundung zum Kampf stellte. Es entwickelte sich nun eine

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Wirtschaft heute hat. In der ersten Hälfte des Jah­res 1935 hat sich der deutsche Export nach Aegypten gegenüber dem gleichen Zeitraum des Vorjahres beträchtlich erhöht. Andererseits hat Aegypten auch einige Bedeutung für die Versorgung Deutschlands mit Rohstoffen, namentlich mit Baumwolle. Außer dieser erzeugt Aegypten noch Weizen, Mais, Reis, Zuckerrohr, Zwiebeln, Petroleum, Naturphosphat, Manganerz und Ziga­retten. Nur wenige dieser Erzeugnisse werden frei­lich in größeren Mengen ausgeführt. Die welt­wirtschaftliche Stellung des Landes beruht fast aus­schließlich auf seiner Baumwollausfuhr. Diese ein­seitige Entwicklung seiner Wirtschaft ist es in erster Linie, die dem Lande die Gewinnung der erstrebten Unabhängigkeit erschwert.

Hierzu kommt freilich noch ein zweites Moment, das gerade gegenwärtig von großer aktueller Bedeu­tung ist. Das ist die Abhängigkeit Aegyptens von der Bewässerung seines Kulturlandes durch den Nil. Seine ungeheuer große Fruchtbarkeit verdankt dieses Land ganz allein dem Nil sch lamm. Die riesigen Stauwerke, durch die Aegypten nicht nur vor verheerenden Ueberschwemmungen geschützt wird, sondern die auch den Nilschlamm auf ägypti­schem Boden sich senken und so zur Quelle unge­wöhnlicher Fruchtbarkeit werden lassen, sind von den Engländern in der ihnen und Aegypten gemein­sam gehörenden Sudan-Kolonie gebaut wor­den. Das Wasser aber, von dessen geregeltem Zu­strom dieser ganze Segen stammt, kommt zu einem großen Teil aus dem abessinischen G e - birge. England ergebt auf diesen westlichen Teil Abessiniens, das Gebiet des Tana-Sees, alte, festbegründete Ansprüche, die bisher auch von ita­lienischer Seite nicht ernstlich bestritten worden sind.

So beruhen die wirtschaftlichen Abhängigkeiten Aegyptens auf den verschiedensten Ursachen. Sie liegen erstens in den Absatzmöglichkeiten der ägyptischen Baumwolle und zweitens in der Sicherung der Ernährung des Lan­des, das infolge des Uebrwiegens der Baumwoll­kultur auf Einfuhr von Nahrungsmitteln angewie­sen ist. Drittens aber sind es die großen eng­lischen Stauwerke im Sudan, die den Nil regulieren und daher allein die hohe Fruchtbar­keit Aegyptens gewährleisten. Und viertens liegt auch die Quelle der Wasferzufuhr des Nils im englischen Interessengebiet, nämlich i m Westen Abessiniens. Endlich können selbst die Nationalisten Aegyptens die Tatsache nicht außer acht lassen, daß England das sonst wehrlose Aegypten durch sein im Lande stehendes Heer gegen äußere Feinde schützt. Ohne diesen Schutz würde dieses Land wohl früher oder später das Opfer von Eroberern werden, da es sich selbst infolge der geringen Wehrfähigkeit feiner Bevöl­kerung nicht genügend zu schützen vermag. So ist Englands politische Vormachtstellung in Aegypten trotz aller Versuche, sie zu erschüttern, politisch und wirtschaftlich gleich tief verwurzelt.

An die Moiorgruppe Hessen.

NSKK. - Männer! Ein arbeitsreiches Jahr ist zu Ende gegangen, ein Jahr, das in der Geschichte des NS.-Kraftfahrkorps von großer Be- deutung sein wird. Hierdurch ist uns allen aber die große Verpflichtung erwachsen, im neuen Jahre sofort mit Einsatz aller Kräfte ans Werk zu gehen.

Friedlich und arbeitssam steht unser deutsches Vaterland mitten in einer unruhigen, ja kriegeri­schen Welt, einer Lage, die wir der Tatkraft, der Umsicht und dem klaren Willen unseres Füh­rers verdanken. So wie des Führers Leben nur dem Vaterlands und dem deutschen Volkes gewid­met ist, so gilt unser Leben nur i h m allein als seine getreuen Gefolgsmannen. Es lebe der Führer, es lebe Deutschland!

Heil Hitler!

NSKK. Motorgruppe Hessen. Richard Prinz von Hessen, Brigadeführer.

Aus aller Wett.

Ein Geschenk für den Förderer der TUoforifierung Deutschlands.

Zu Weihnachten überbrachten dem Führer zwei Lehrlinge des Werkes Untertürkheim der Daimler-Benz-Werke ein naturge- treues Modell des Mercedes-Renn- w a g e n s , das sie mit vier anderen Lehrlingen der gleichen Werke in 1% Monaten neben ihrer Arbeits­zeit erbaut haben. Das Modell, das im Verhältnis 1:7 ausgeführt ist, ist bis in die kleinsten Feinheiten hinein naturgetreu nachgebildet und wirklich e i n Meisterwerk deutscher Präzisions­arbeit. Mit einem herzlichen Dank des Führers und reich beschenkt kehrten die Lehrlinge in ihr Werk zurück.

50 SOO Mark-Spende für Siedlungen.

Die Stadt Kirchheimbolanden (Pfalz) hat von der Witwe des Geheimrats Dr. Muchel aus dessen Nachlaß vor einigen Wochen eine Spende von 50 000 Mark bekommen. Die Spende wird wie folgt verwendet werden: 40 000 Mark werden zu Siedlungszwecken verwendet, 10 000 Mark kön­nen für allgemeine Zwecke, jedoch ebenfalls beim Siedlungsbau mit Verwendung finden.

Dreizehn neue Erbhöfe eingeweiht.

Die durch Aufteilung der Domäne Jesberg (Bez. Kassel) entstandenen 13 neue Erbhöfe wurden in einer schlichten Feierstunde ihrer Bestimmung übergeben. Zahlreiche Gäste beteiligten sich an der Besichtigung dieser neuen Siedlung. Dabei wur­den Ansprachen von Kreisbauernführer Wester­mann, von Hauptabteilungsleiter I Sinning und Landesobmann Patry gehalten. Am Abend fand in zwei Sälen je ein Dorfabenb statt, an dem Die Bauernhochschule Landau und die Bäuerliche

Die gegenroärtigen Kämpfe um die Unabhängig- Irit und Die Verfassung Aegyptens lenken die Auf- nerffamteit auf dieses Land und auf feine melb rirtschaftlichen Verknüpfungen. Formell ist Aegyp- in seit dem Jahre 1922 ein selbständiger Staat. $n Wirklichkeit ist es noch heute ein Tei Ides englischen Imperiums, und die entschei­dende Macht liegt bei dem britischen Reswenten und l?r britischen Besatzungsarmee, die sich angeblich friur zur Verteidigung des Suezkanals im Lande i'find-t. Di- Verfassung des Jahres 1923 um bie s lange und erbittert g-kampst warben ist, besteht laute zwar wieder zu Recht, da sie van dem Kamge hrd) ein Reskript wieb-rh-rgestellt wurde. Aber lngland hält diese Verfassung nach wie vor für mvereinbar mit seinen L-bensinteressen, di- mit r-r Beherrschung des Seeweges nach Indien und l's Landweges KapstadtKairo untrennbar ver- lütrben sind. Denn Aegypten nimmt nun einmal (urf Grund seiner geographischen Lage eine be» fnbere Stellung ein, die nicht nur weltpolitisch, j nbern auch weltwirtschaftlich begrün» iet ist.

Aegypten ist ein Land, das zwar doppelt so groß rie Deutschland ist, aber wenig mehr als 14 Mil­anen Einwohner zählt. Nur etwa drei Prozent tes Landes bestehen aus kulturfähigem Boden. Lieser aber, nämlich das eigentliche, nur 22 Kilo­meter breite Ni11al, gehört zu den fruchtbarsten Cirecken der Erde. Dreimal im Jahre wird in Überschwemmungsgebiet des Nils geerntet, Lub zwar in der Hauptsache Weizen, Baum­rolle und Mais. Weltwirtschaftlich am be» t> utungsoollften ist der Baumwollanbau. 26er gerade dieser macht Aegypten von E n g - lind abhängig. Denn die englische Baumwoll- iidustrie ist der Hauptabnehmer der ägyp- tchen Baumwolle, die sich durch ihre besonders jo h e Qualität auszeichnet. Andererseits hat fc'T umfangreiche Baumwollanbau zur Folge, daß trs fruchtbare Aegypten nicht genug Nah- rungs mittel für feine eigene Bevölkerung er­zogt und daher von der Belieferung durch Eng- tob abhängig ist. Die Ausfuhr Aegyptens reprä- jmtierte im Jahre 1933 einen Gesamtwert von 2,8 Millionen ägyptischer Pfunb. Haupt kunbe tnr unb ist noch heute England. Aber die eng» lKf)e Ausfuhr nach Aegypten bleibt sehr erheblich teiter der Einfuhr ägyptischer Erzeugnisse nach faglanb zurück. Aegypten verwendet also einen i trächtlichen Teil der Erläse seiner Ausfuhr nach Kglanö zum Ankauf nichtenglifcher Maren. Der c glische Einfluß in Aegypten ist, so übermächtig pefitifd) er auch fein mag, auf wirtschaftlichem Ge­izet nicht stark genug, um die Stellung Englands in Lande auch wirtschaftlich fest zu untermauern.

Deutschland nimmt in der Ein- wie in der Ausfuhr Aegnpfens den dritten Platz unter Im großen internationalen Handelsmächten ein. !ns zeigt schon, eine wie erhebliche Bedeutung der fondelsaustausch mit Aegypten für die deutsche

Süd-Dobrudscha, deren bulgarischer Charakter da­durch beseitigt werden sollte.

Die wichtigste Aufgabe für die rumänische Regie­rung war nun natürlich, für die eingewanderten Aromunen Siedlungsraum zu schaffen. Diese Auf- aabe wurde auf eine höchst einfache, freilich auch sehr brutale Weise gelöst: Im Zuge einer soge­nannten Bodenreform beschlagnahmte man einfach den in der Dobrudscha wohnenden Türken und Bulgaren einen Teil ihres Bodens, der dann kurzerhand an die neuzugewanderten Aromu­nen verteilt wurde. Man kann sich vorstellen, mit welchen Gefühlen die rechtmäßigen Grundbesitzer in der Dobrudscha die Neuankömmlinge empfingen. Aber mit jener Maßnahme der rumänischen Regie­rung war auch nur ein Teilproblem gelöst. Die neuen aromunischen Siedler brauchten ja schließlich auch Unterkünfte. Geld hatte natürlich die Buka­rester Regierung nicht, und so griff man zu dem geradezu unwahrscheinlich anmutenden Mittel, die aromunischen Einwanderer den türkischen und bul­garischen Bauern einfach in die Höfe zu setzen und die Bauern zu zwingen, die aromunischen Zu- wanderer bei sich aufzunehmen. Jahrelang wohnten so die eingewanderten Mazedo-Rumänen auf den fremden Höfen, wo sie sich sehr bald nicht mehr als Gäste, sondern als die Herren benahmen, wobei sie von den rumänischen Behörden auch noch unter­stützt wurden. Die rechtmäßigen Eigentümer der Bauernhöfe wurden allmählich völlig ausgeschaltet und konnten nur ein kümmerliches Dasein fristen.

Kein Wunder, daß es angesichts dieser Verhält­nisse an allen Ecken und Enden zu Zank und Streit und bei dem Temperament der bulgarischen Bauern nicht sehr verwunderlich auch zu Blut­vergießen. kam. Die Folge solcher Auseinander­setzungen waren dann häufige Ueberfälle bulga­rischer Komitadschis, die nachts über die Grenze kamen, auf aromunifche Bauernhöfe. Besonders die Türken wurden von den zugewanderten Aromu­nen schikaniert und bedrückt, so daß bei vielen von ihnen der Wunsch laut wurde, dieses Land zu ver­lassen und in ihre anatolische Heimat zurückzu- kehren. Durch Vermittlung des türkischen Gesandten in Bukarest wurden dann Verhandlungen geführt, hie auf Schwierigkeiten stießen, weil die türkische Regierung nicht in der Lage war. sofort die nöHnen Mittel für die Umsiedlung jener Bauern nach Ana­tolien bereitiufteüen, und andererseits, weil die rumänische Regierung es anfangs ablehnte, den Auswanderern "zu aeftatten, den Erlös für den von ihnen verkauften Grund und Boden mitzunehmen. Nun wurde vereinbart, daß die rumänische Regie- rung den Grund für den türkischen Kolonisten kauft und zum Teil in bar, zum Teil aber in rumäni­schen Waren zahlt. Natürlich hat die rumänische Regierung ein großes Interesse daran, diese fremd- nationalpn Bauern loszuwerden. Deshalb hat man sich in Bukarest damit einverstanden erklärt, den Auswanderern ihre rückständigen Steuern zu schen­ken und diejenigen von ihnen, die gerade im Heer dienen sofort zu entlassen. Außerdem dürfen die Auswanderer das Geld, das sie für ihre bewegliche Habe bekommen, ohne weiteres aus Rumänien herausnehmen. In den letzten Monaten haben nun auf mehreren Schrffen ungefähr 60 000 türkische , Bauern das unaastliche Rumänien verlassen und sind in ihre einstige Heimat 3urüdaemanbert. Ob in absehbarer Zeit auch die übrigen Siedler rück-

manbem können, ist eine Frage, die davon abhängt, ob es der türkischen Regierung gelingt, die nötigen Mittel für eine solche Umsiedlung bereitzustellen.

In letzter Zeit hat sich auch unter den in Bes- : sarabien lebenden Türken, den sogenannten G a g a u s e n , eine Bewegung entwickelt, die dar­auf abzielt, diese seit Urzeiten hier wohnenden tür­kischen Bauern ebenfalls nach Anatolien zurück^u- führen. Es handelt sich bei den Gagausen die Nachkommen der türkischen Kumanen sind, aber nicht dem mohammedanischen Glauben angehören, sondern der orthodoxen Kirche um etwa 60 000 Menschen, die nach der Türkei gebracht werden wollen. Die Auswanderungsbereitschaft so vieler Tausender wird nun allerdings in letzter Zeit von den rumänischen Behörden dahin ausgenutzt, um ein Sinken d e r B o d e n p r e i s e zu er­zwingen. Die Auswanderer, die Rumänien ver­lassen, bekommen einfach keine Gelegenheit, ihren Acker zu verkaufen, da sich die verschiedenen Instan­zen, wie die Komitatspräfekten usw., als nicht zu­ständig erklären. Die Auswanderer sind daher viel­fach gezwungen, ihre Felder weit unter Preis zu verschleudern, und zwar an Bodenmakler, die dann mit ungeheuren Zwischengewinnen den Grund und Boden an Interessenten weiterveräußern. So wer­den jene türkischen Bauern noch vor Verlassen Rumäniens empfindlich geschädigt, was natürlich nicht gerade dazu beiträgt, die rumänienfreundlichen Empfindungen dieser künftigen türkischen Staats­bürger zu erhöhen. So vollziehen sich fast täglich hier im fernen Südosten Tragödien, bei denen Existenzen vernichtet und Tausende von Menschen in Schwierigkeiten und Not gebracht werden.

Eine Nem'ahrsboischast Baldwins.

Gegen den Marxismus der Arbeiterpartei.

London, 26. Dez. (DNB.) Ministerpräsident Baldwin hat an die Heimat und das Britische Reich eine Neujahrsbotschaft gerichtet. Baldwin sagt hier, daß er noch immer von der Stärke der Sache der nationalen Regierung überzeugt sei. Der mar- ri st i s ch e Sozialismus fei diesmal bei den Wahlen geschlagen worden, er sei aber trotz seiner Niederlage noch st a r f geblieben. Die Aufgabe der nationalen Regierung sei es, dafür zu sorgen, daß er das nächste Mal noch ent­scheidender geschlagen werde. Die nächste Wahl müsse ein verfassungsmäßiges Re- gime sicher st eilen, damit Friede und Sicher­heit nach Außen und Festigung und Fortschritt nach Innen herrschten. Die Demokratie müsse sich gegen alle Formen des Radikalismus verteidigen. Die einzig wirksame Antwort, die man der Arbeiter- ; Partei geben könne, sei eine Abwehrpropaganda, die sich auf Tatsachen gründe. Eine der Hauptaufgaben der Propaganda werde es sein, darzulegen, daß die Arbeiterpartei die Vertreterin ; eines gefährlichen Radikalsozialismus sei. Hierüber versuchte die Arbeiterpartei die Wähler zu täuschen, 1 indem sie ihre wahren Ziele verhülle und ihre revolutionäre schweigen lasse. Die jetzige Arbeiter­partei sei das geblieben, was sie während der letz­ten vier Jahre gewesen sei: Eine Partei, die nach der Uebernahme der Macht das soziale Problem nicht zu meistern in der Lage sei, die Verfassung zerstöre und durch Rücksichtslosigkeit das Land in ein Chaos stürzen werde.

Giarke MiMimmung gegen