Wie ein Strumpf entsteht.
2.
3. Vom Kunstseidenfaden zum Kleid.
W.
Die öcutfdie flrbcitofront n.9.=6tmtinf<haft ..Kraft iurth freu6c"
Die findet
Allgem. Männer: Dammstraße
Reiten:
Briefkasten am Wiesecker Weg Nr. 44 ist durch einen großen ersetzt worden. In die Ortsleerung einbezogen sind die Briefkasten am Wiesecker Weg Nr. 44, an der Gailschen Fabrik und teilweise auch derjenige an der Heil- und Pflegeanstalt. Der kleine Briefkasten an der Grünberger Straße Nr. 48 ist entfernt worden. Seinen bisherigen Benutzern steht nunmehr der Kasten an der Ärtilleriekaserne zur Verfügung.
Beamte, Handwerksmeister, Gesellen und Lehrlinge die von den Edelsteinschleifern in Idar-Oberstein her- gestellte Anstecknadel der opferbereiten Bevölkerung anbieten.
So wollen durch ihre Gemeinschaftsarbeit Handwerksmeister und Gesellen mit den Beamten die Einsatzbereitschaft für die Idee der Volksgemeinschaft zeigen und die Solidarität mit jenen bekunden, die leider immer noch ohne Arbeit und auf die Fürsorge des nationalsozialistischen Staates angewiesen sind.
Wir erwarten zuversichtlich, daß die Bevölkerung unseres Gaues auch an diesem Sammeltag durch reichliche Spenden ihre sozialistische Gesinnung eindrucksvoll beweist.
Der Gaubetriebsgemeinschaftswalter Handwerk.
Der Landeshandwerksmeister Hessen.
Der Gauamtsleiter des Amtes für Beamte des Reichsbundes der Deutschen Beamten Gau Hessen-Rassau.
heute folgende Kurse:
Körperschule, Frauen und Don 20.30 bis 21.30 Uhr, Lyzeum, 26.
Von 16 bis 17 Uhr; von 20 bis
haben.
Die Handspindel hat sich noch bis ins vorige Jahrhundert erhalten. Diel bedeutsamer aber wurde unter Verdrängung des mittelalterlichen Handspinnrades der Kreuzzugszeit das Trittspinnrad, eine Erfindung des braunschweigischen Bildschnitzers Johann Jürges aus dem Jahre 1530. Dieses Trittspinnrad ist die Urform der heute noch benutzten Spindel geworden. Die Spinnstube, in der die Rocken und Kunkeln durch viele Jahrhunderte an langen Abenden schnurrten und tanzten, sind ein urechtes Sinnbild der dörflichen Volksgemeinschaft geworden. In der „Lichtstube", in der „Rockenstube" erhielten auch zahllose Volkslieder und Märchen, die das Stadtoolk schon längst vergessen hatte, die aber von Männern wie den Gebrüdern Grimm, Clemens Brentano und Achim von Arnim, Annette von Droste und Philipp Otto Runge dem Volksmunde abgelauscht wurden. Ohne die Spinnabende wäre ein guter Teil dieses poetischen Volksgutes verlorengegangen. Ja, zumal das Märchen bewahrt die Erinnerung an die hohe Wertschätzung auf, deren sich die schöne weibliche Kunst des Spinnens beim deutschen Volke erfreute. Die Nornen der Sage spinnen und verweben das Geschick der Menschen. Ein alter Dichter singt:
„Ihr Nornen, die ihr uns den Lebensfaden spinnet, wie kömpt's, daß jenem Gold von eurem Rocken rinnet,
daß ihr dem Silber dreht, dem andern Stahl und Blei?"
Und da ist das neugierige Dornröschen, das, vom Stiche der Spindel getroffen, in den langen Zauberschlaf sinkt. Im Monde sitzt die Spinnfrau. Sie hat oft in ihrer Jugend die Spindel in die Ecke gestellt, um zu Tanze zu gehen, nun spinnt sie tagaus und nachtein Marienfäden und Sommerseide, die im Herbst alljährlich als Altweibersommer durch die Lust ziehen. Und die Frau Königin verlangt, daß die zukünftige Schwiegertochter spinnen könne! Kann das Mädel eine ganze Flachskammer in einer Nacht bewältigen, so darf man des Sohnes Wahl gutheißen! Ja, da ist ein Mann, der will sich beim König in ein gutes Licht setzen. Er prahlt: „Meine Tochter kann aus Stroh Gold spinnen!" Das will der gestrenge Herrscher nun auch wahr haben. Er sperrt das verzagte Mädel in eine Scheune — und gottlob kommt das Rumpelstilzchen, der dies Kunststück für das ganz verweinte Jungferlein fertig bringt, so daß der König voller Freude die Hand des klugen Mädchens in die des Thronfolgers legen kann!
Uraltes ehrwürdiges Sagengut rankt sich um die Svindel; kann man doch bei ihrer Bedienung alten Märchen lauschen, Lieder fingen oder seine eigene Gedanken „fortspinnen"! Ja, beim Spinnen ist gute
4. Die Herstellung der Agfa-Travis.
Wir laden hierzu ein. Teilnahme kostenlos.
Handwerker und Beamte sammeln am 1. Dezember in gemeinsamer Front
NSG. „Kruft durch Freude": 20.30 bis 21.30 Uhr allgemeine Körperschule im Lyzeum; 15 bis 16 Uhr Hallentennis für Frauen in der Volkshalle; 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs. — NSLB., Fachschaft Volksschule Gießen-Stadt: 16 Uhr Sitzung der Arbeitsgemeinschaft Deutsch in der
Zeit zum Sinnen!
Dornotiren
Tageskalender für Mittwoch.
der Oberrealschule statt.
Geschichtliche Arbeitsgemeinschaft.
Donnerstag, 28. Nov., 17 Uhr, Museum: Eisen- und fränkische Zeit.
Abteilung höhere Schute.
Fachschaft „Heuere Sprachen".
nächste Sitzung unserer Arbeitsgemeinschaft am Freitag, 29. November, um 16 Uhr, in
Minuten.
Anzeigenwerbung des Handwerks für Weihnachten.
Der Reichsstand des deutschen Handwerks teilt mit: ,
Einen wichtigen Teil der Weihnachtswerbung des Handwerks bilden die Anzeigen in Zeitungen. Auf Grund der Vereinbarungen, die zwischen dem Werberat der deutschen Wirtschaft, dem Reichsstand des deutschen Handwerks und den Reichsverbänden der Zeitungsoerleger, der Werbefachleute und dem der Anzeigenmittler getroffen worden sind, soll zum ersteü'mal am Sonntag, dem 8., und am Sonntag, dem 15. Dezember, eine großzügige und planmäßige Anzeigenwerbung des Handwerks durchgeführt werden. Der Reichsstand des deutschen Handwerks hat seine Kreishandwerkerschaften angewiesen, zusammen mit den Zeitungsverlegern und den Vertretern der Werbefachleute und Anzeigenmittler die Aufstellung von Anzeigenseiten in allen deutschen Tageszeitungen vorzubereiten und die Handwerksmeister über die Bedeutung dieser Anzeigenwerbung aufzuklären.
Es sind diesmal die Vorkehrungen dafür getroffen, daß die Weihnachtsanzeigen der Innungen und der einzelnen Handwerker ihre Wirkung tun und den Lesern zeigen, was das Handwerk an fertigen Erzeugnissen und Leistungen als Weih- nachtsgeschenke bieten kann und wie der Verbraucher den Weg zum Handwerker findet. Der Reichsstand des deutschen Handwerks erwartet, daß alle Innungen und alle Handwerker, für die irgend Weihnachtsumsätze in Betracht kommen, sich kräftig an der Anzeigenwerbung beteiligen, damit das Vorhaben ein voller Erfolg für die Arbeitsbeschaffung wird und das Handwerk sich auch hier als neuzeitlicher Wirtschaftszweig bewährt.
Winters Einzug.
heute vormittag gegen 9 Uhr hatten wir in Gießen die erste Botschaft des Winters zu verzeichnen. Es trat leichter Schneefall ein, der natürlich im Straßenbild noch keine Veränderung brachte, sondern im Handumdrehen zu Wasser wurde. Dagegen meldet uns auf Anfrage der hohe- rodskopf heute morgen 2 Zentimeter Schnee bei Rauhreif und Nebel und 6 Grad Kälte. Sportmöglichkeit ist natürlich auch auf dem hoherods- köpf noch nicht vorhanden.
Verbilligte Mittwochsfahrkarten der Reichsbahn zum Theaterbesuch. Auf Anregung des Intendanten des Stadttheaters Gießen gibt die Reichsbahn ab sofort bis auf weiteres Mittwochs Sonntagsrückfahrkarten nach Gießen zum Besuch des Stadttheaters von folgenden Bahnhöfen aus: Aßlar, Bad-Nauheim, Butzbach, Dillenburg, Dutenhofen (Kreis Wetzlar), Friedberg, Friedelhausen, Fronhausen (Lahn), Garbenteich, Göbelnrod, Großen-Buseck, Großen-Linden, Grünberg, Herborn, Hungen, Katzenfurt, Kirch- Göns, Lang-Göns, Langsdorf, Lich, Lollar, Mücke, Nidda, Niederscheld-Süd, Niederwalgern, Ober-Widdersheim, Ostheim bei Butzbach, Reiskirchen (Kreis Gießen), Rödgen, Saasen, Schiffenberg, Sinn, Trais-Horloff, Werdorf und Wetzlar.
Die Karten gelten Mittwochs von 12 Uhr an zur Hinfahrt, die Rückfahrt muß am gleichen Tage bis ; 24 Uhr angetreten sei; sie darf nicht unterbrochen ; werden. Die Karten sind zur Rückfahrt nur gültig, = wenn sie auf der Rückseite den Tagesstempel der ■ Theaterkasse tragen.
' Das Stadttheater Gießen gibt bei Vorzeigung der > Mittwochskarte 10 v.h. Ermäßigung auf die Kassen-
Zweiter Jahrestag der RSG. „Kraft durch Freude" am 27. November.
Am Mittwoch, 27. November, jährt es sich zum zweiten Male, daß die NSG. „Kraft durch Freude" ins Leben gerufen wurde. Aus diesem Anlaß findet in Berlin eine große Feier statt, deren erster Teil durch den Rundfunk übertragen wird.
19.30 Uhr: Das Berliner Landes-Symphonieorchester unter Leituna von Generalmusikdirektor P s i tz n e r spielt die Ouvertüre zu „Oberon" von Karl Maria von Weber.
19.40 Uhr: Es spricht Reichsminister Pg. Dr. Goebbels.
19.50 Uhr: Es spricht Reichsamtsleiter Pg. Dreßler-Andreß und verliest den Leistungsbericht.
20.05 Uhr: Lied der Werkscharen: „Flieg, deutsche Fahne, flieg!"
20.10 Uhr: Es spricht der Reichsorganisations- leiter der NSDAP, und Reichsleiter der DAF. Pg. Dr. Ley.
20.20 Uhr: Ansprache des Führers.
20.30 Uhr: heil auf den Führer durch Pg. Dr. Ley. Horst-Wesfel-Lied.
Sportamt „Kraft durch Freude".
Die Leerung der Briefkasten findet vom 2 8. November ab nach einem neuen Leerungsplan statt. Es ist nicht möglich, auf den Zeittafeln der neuen Briefkasten sowie deriemgen Briefkasten, deren Leerungszeiten aus Anlaß der Neueinteilung geändert werden müssen, sofort die künftig geltenden Zeitangaben zu machen Die Beschr.ftung der Zeittafeln wird erst geändert, wenn fes steht, daß sich die Neueinteilung bewährt hat. Der Unterschied zwischen den früheren und den neuen Leerungszeiten beträgt im allgemeinen nicht mehr rote 15
preise der guten Plätze.
Ferner werden zum Besuch der Städtischen Bühnen in Frankfurt a. M. — Opernhaus, Schauspielhaus und Neues Theater — Mittwochs Sonntags-
Aus der Provinzialhauptstadt.
Vom Spinnrädchen deutscher Bauernmädchen.
Bis heute ist das Spinnen im Brauchtum lebendig geblieben. Garn, das ein Mädchen unter acht Jahren gesponnen hat, vererbt die Mutter dem Sohn, die Frau dem Mann zum Tuch. Das schützt ihn vor Reißen und Gicht, vor Wetter im Krieg und macht ihn hieb- und kugelsicher ... Aber auch zu den häufigsten Funden vorgeschichtlicher Zeit gehören in allen deutschen Gauen die sogenannten „Spinnwirtel", durchbohrte Scheiben, Knöpfe und Plättchen verschiedenen Materials vom Knochen bis zum Bernstein, die einen kleinen, aber wichtigen Teil der Handspindel bildete. Diele tausend Jahre vor Christus haben unsere germanischen Frauen und Mütter bereits gesponnen und gewebt, und zwar sehr unterschiedliche Stoffe; der berüchtigte „Rohpelz" der germanischen Bauern und Krieger ist also nur winterliche Schmuckbeigabe und wärmende Ergänzung aller der Linnen- und Wollstoffe, mit denen unsere Urahnen sich kleideten. Funde verschiedener Art zeigen sogar gewisse Schnitt- und Stoffarten als wiederkehrende „Moden", die sich feit der Stein- und Bronzezeit bis heute abwech- felten. Es waren völkische Moden, die dann in der Volkstracht sich zum Teil befestigt und erhalten
Schillerschule. — Stadttheater: 20 bis 22 Uhr 2. Symphonie-Konzert. — Gloria-Palast, Seltersweg: „Dariets". — Lichtspielhaus, Bahnhofitraße: „Der Außenseiter". — Evangelische Stadtmission: Frauen-Missionstag, Vorträge um 9,10 und 14 Uhr.
Stadtheater Gießen.
heute, von 20 bis 22 Uhr, 2. Symphonie-Konzert. Leitung: Prof. Dr. Stefan Temesvary. Solist: Prof. Alfred Hoehn (Klavier). Das verstärkte Städtische Orchester. 3. Abonnements-Konzert des Gießener Konzertvereins und 9. Mittwoch-Abonnement. — Freier Verkauf nur in der Musikalienhandlung Challier
Die Vorstellung „Peer Gynt", dramatisches Gedicht von Henrik Ibsen, mit der Musik von Edward Grieg, am Freitag, 29. November, ist die letzte Vorstellung dieses nordischen Dramas.
Es dürfte vielen Theaterfreunden noch unbekannt sein, daß für die Vorstellungen der NS.-Kultur- gemeinbe Ring Deutsche Bühne ein freier Kartenverkauf an der Abendkasse (eine halbe Stunde vor Beginn der Vorstellung) stattfindet. Mit dieser Regelung ist dieses Jahr erstmalig eine Neuerung getroffen worden, die vielfach geäußerten Wünschen entspricht. Gleichzeitig macht die Intendanz darauf aufmerksam, daß die Vorstellung „Komödie der Irrungen" am Samstag, 30. November, die letzte Ausführung dieser Komödie ist.
Die Sängervereinigung Liederkranz-Heiterkeit Gießen
veranstaltet am 30. November in der Aula des Gymnasiums, hindenburgwall, unter der Leitung von Musiklehrer W. Schüttler aus Anlaß des 75. Todesjahres des bekannten Volksliederkomponisten Friedrich Silcher ein Konzert. Das Schüttler- Quartett, das vor einiger Zeit im Frankfurter Rundfunk Kammermusik zum Vortrag gebracht bat, sowie das Mitglied des Vereins F e u ß e r mit Liedern für Tenor von Schubert, Schumann ufw., werden die Veranstaltung bereichern. (Siehe Anzeige vom vorigen Samstag.)
Deutsche Arbeitsfront.
Fachgruppe Hausgehilfinnen.
Am Mittwoch, 27. d. M., laufen um 20 Uhr im Hause der Deutschen Arbeitsfront, Schanzenstraße 18 (Saal), folgende Filme:
1. Die Herstellung der Wirkwaren.
21 Uhr, Reitschule Schömbs.
Hallentennis: muß heute ausfallen!
MehrBnefkästen-NeuerLeerungsplan
Vom Postamt Gießen wird uns mitgeteilt: Die Vergrößerung der Stadt Gießen, der Bau der neuen Kasernen, die Dermehruna der Garnison sowie Anträge aus den Kreisen der Bevölkerung haben es nötig gemacht, die Zahl der Straßenbriefkasten um zunächst sechs Stück zu vermehren, kleine Kasten gegen größere auszuwechseln und mehrere Kasten der Außenbezirke, die bisher nur eine zweimalige Leerung hatten, in die fünfmalige Ortsleerung einzubeziehen. Neue Briefkasten sind an- aebracht worden an der Margaretenhütte, Frankfurter Straße Nr. 134, Liebigftraße Nr. 96, an der neuen Waldkaserne, an der Memeler Straße Nr. 7 und an der neuen Artilleriekaserne. Der kleine
Die nächste Sfrafeenfammlung für das Mnterhilfs- werk wird am 1. Dezember gemeinsam von Handwerkern und Beamten durchgeführt. Der Einsatz zweier großer Berufsgruppen wird damit die Volksverbundenheit aller Stande unter Beweis stellen. In engster Zusammenarbeit mit dem örtlich zuständigen Beauftragten des Winterhilfswerkes haben die kreis- walter des Reichsbundes der Deutschen Beamten zusammen mit den kreishandwerksmelstern und kreis- betriebsgemeinschaftswaltern bereits die nötigen Vorbereitungen getroffen, um nach den von der Gauamtsleitung für Hessen-Rassau feffgelegten Grundzügen die Sammlung im Gaugebiet vom kleinsten Dorf bis zur größten Stadt wirkungsvoll durchzuführen. Das Strahenbild wird an diesem Sammeltag beherrscht sein von großen, gemeinsamen Aufmärschen der Handwerker und Beamten. Alte Hand- werksbrüuche werden öffentlich gezeigt, die TNusik- kapellen der Beamtenschaft geben Platzkonzerte, verschiedentlich werben Ehöre der Handwerker und Beamten für das Winterhilfswerk, und vereint werden
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Bezug d. d. Fachhandel
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Vornan von Frank $. Braun.
20 Fortsetzung. Nachdruck verboten!
Kaurn war er im Hause verschwunden, als zwei Kriminalbeamte auftauchten, wie wenn der Boden sie ausgespien habe. Sie schlichen vor das Haus und warteten. Plötzlich flammte im ersten Stock, wo Reußing wohnte, das Licht auf.
Da gaben sie sich einen Ruck. Eine Pfeife schrillte. Zwei Wachtmeister in Uniform, die in der Nähe gewartet hatten, kamen auf Rädern herangejagt. Die Beamten in Zivil liefen zum Haustor, gewillt, den Mann, der sich jetzt in der Wohnung des Oberinspektors befand, festzunehmen, aber das Haustor war verschlossen. Kostbare Minuten vergingen. Das Schloß ließ sich auch nicht ganz geräuschlos öffnen.
Als sie im ersten Stock anlangten, hatte Jolly schon Wind bekommen. Als sie klingelten, stürmisch Einlaß begehrten, dachte er nicht daran, zu öffnen. Im Gegenteil, er legte noch die Sperrkette vor.
In der Wohnung erlosch jedes Licht. Aber Ilia, an das Dunkel gewöhnt, sah, wie sich schattenhaft die Gestalt vom Balkonfenster abhob. Lautlos öffnete sich die Balkontür. Jolly trat auf den Vorbau heraus. Gegen Sicht von unten war er gedeckt; der wilde Wein bot ihm Schutz. Er wartete. Ilia richtete sich auf. Was würde geschehen, wie mochte er versuchen, zu entkommen?
Sie brauchte nicht lange zu warten. Noch war Basilius nicht in Aktion getreten. Jetzt geschah es. Am Ende der stillen Straße krachte unerwartet ein Schuß; eine Männerstimme schrie. Deutlich vernahm man die Rufe, „hallo! Polizei hierher! Wachtmeister, wo stecken Sie!"
Die beiden Beamten meinten zu begreifen. / Sie Einbrecher waren durch die Gärten ein paar Häuser weit entkommen.
Als der eine Beamte sich in Bewegung setzte, dem Ruf zu folgen, kam atemlos ein Mann herangelaufen. „Herr Wachtmeister," keuchte er, „dort wird gekämpft, man ruft um Hilfe."
„Wo ist es?"
„Dort im Vorgartens
Da gaben die Beamten sich einen Stoß und lieben zu der bezeichneten Stelle.
Basilms blieb vor dem Hause Nummer 7 stehen. Er sah nur ein einziges Mal in den ersten Stock hinauf, da befand sich Jolly schon an der Außenseite des Balkons, bereit, sich herabfallen zu lassen, — als ein schriller weiblicher Ruf erscholl.
„Wachtmeister, zurück! Man will Sie ablenken, der Verbrecher ist auf dem Balkon des Hauses Nummer sieben."
Die Beamten sahen sich um. Wer rief das? Woher kam die Stimme? Sie hatten keine Zeit, sich lange zu besinnen. Sofort bemerkten sie die Gestalt am Gesims des Balkons im ersten Stock.
Der Mann war im Begriff abzuspringen. „Keine Bewegung!" schrie der Vorderste, „keinen Fluchtversuch ober wir schießen!"
Mit schußbereiten Revolvern kamen sie heran. Sie achteten nicht auf den Passanten, der sich zurückgezogen hatte in den Schatten eines Baumes; sie hatten fast die weibliche Warnung vergessen. Jetzt hieß es zunächst, den Kerl dort auf dem Balkon festnehmen."
Basilius sah sich um. Er versuchte die Dunkelheit jenseits der Straße zu durchdringen. Wer hatte vorhin gerufen? Aber bann blieb ihm keine Zeit.
Jolly dort auf bem Balkon — hier bis Beamten. Er mußte an sich selber benfen. Gleich würbe man sich seiner erinnern. Einen Atemzug lang war er unschlüssig. Sein Plan war gestört. Aber bann begriff er seine große Chance. Jolly in ben hänben der Polizei und alles ging in die Brüche. Das durfte nicht sein. Gewohnt, das Aeußerste zu wagen, ganz ohne Herz, zögerte er nicht, als die Idee in ihn hineinfiel, sie auch auszuführen.
In der Sekunde, als Jolly verzweifelt — so oder so gefangen — sich fallen liefe, vom Balkon ab» sprang, in der Sekunde, als die Kriminalbeamten endlich in die Wohnung Reußings eindrangen und Licht ward, die Balkontür von innen geöffnet wurde — genau in dieser Sekunde krachte auf der Straße ein Schuß. Jolly sprang oder er fiel. Es war, als versuche er zu fliegen. Seine Arme breiteten sich aus. Dann geschah ein dumpfer Fall.
Die Polizisten auf der Straße überkletterten das Gartengitter und waren im Nu bei dem Einbrecher. Sie hätten sich nicht zu beeilen brauchen. Jean Jolly dachte an fein Entkommen mehr. Er hatte die aller
letzte große Flucht vollzogen, von der es kein Zurück mehr gibt.
Die Beamten sahen sich an. „hast du geschossen?" fragte der eine. Aus dem ersten Stock kamen die Kriminalbeamten herunter. „Wer hat geschossen?"
Niemand wußte es, außer zweien, Dem Mörder und Ilia Filimon, die den Vorgang beobachtet hatte.
Als Basilius sich entfernte, unoerfolgt in der Minute der Verwirrung, blieb sie ihm auf ben Fersen. Unb so oft er sich auch umschaute, ihm fiel bie schlanke, schwarze Gestalt nicht auf. Es half ihr seine Vorstellung, baß nur Männer, Beamte ihm auf ber Spur sein könnten. Da bas offensichtlich nicht der Fall war, mäßigte Basilius schon in der nächsten belebteren Straße sein Tempo.
Jabusch gefangen. Jolly tot. Sein Kinn schob sich eckig vor. Besser so. Immer sind Mitwisser lästig und unqebuem. Man konnte abergläubisch werden; heute morgen hatte auf seinem Kalender der Vers gestanden: Der Starke ist am mächtigsten allein. Gewiß, Jolly war ein guter Kerl gewesen, immer willig und unterwürfig. Aber was hätte es genützt, ihn zu schonen. Besser so.
Mit diesem Besser-so tat er alles ab, was da an Empfindungen herandrängte. Niemals bereuen. Das Leben geht auf jeden Fall weiter. Er lebte ja noch und war frei, sicherer denn je.
Sein klarer Verstand hatte alles überprüft und den Fehler gefunden. Diese Ueberraschung in der Eibenstraße hatte er sich selber zuzuschreiben. Sein voreiliges Telephongespräch war verräterisch geworden. Die Beamten hatten in Reußings Wohnung nach dem Rechten sehen wollen. Pech, mit ihnen zusammenzustoßen.
Aber was hatte es schließlich geschadet? Machte er nun mit Reußing Schluß und ging er dann daran, den Fall Bassenberg schleunigst zu Ende zu bringen. Dann konnte er sich hier empfehlen auf Nimmerwiedersehen.
Er wartete an der nächsten Autobus-Haltestelle. Seine Stimmung war nicht schlecht. Seine Tat machte ihm keine Sorgen; er war nicht mit dem belastet, was die Menschen Gewissen nennen.
Gelassen zündete er sich eine Zigarette an. Als das gelbe brausende Untier heranpreschte, warf er sie weg und stieg ein. Es war der kritische Augenblick, da Ilia Filimon an der Haltestelle anlangte. Sie war entschlossen, die Verfolgung nicht aufzu
geben und plante tollkühn, denselben Autobus zu benutzen. Sie würbe oben Platz suchen, wenn Basilius unten blieb; sonst umgekehrt.
Aber sie rechnete nicht mit ber Betriebsamkeit der Hamburger Fahrer. Ihr winkende Handbewegung entlockte dem Mann nicht einmal eine Ge- oärbe des Bedauerns. Er fuhr an und ohne sie davon. Ilia blieb zurück. Das Licht der Straßenlampe fiel voll auf ihre Gestalt, auf ihr Gesicht.
Im Autobus fiel ein Mann fast hintenüber. Er konnte das damit motivieren, daß der Wagen so ruckweise angefahren war.
In Wirklichkeit hatte Basilius zum ersten Male in seinem Leben ein Schreck stolpern gemacht. Er hatte Ilia Filimon erkannt.
„Ist Ihnen nicht gut zumute?" fragte ein Herr, der wahrscheinlich älter war als Basilius, und stand auf. „Setzen Sie sich, Sie sind ja kreideweiß/
„Danke", sagte Basilius, „danke, mein Herr."
Er war gewillt, zu erklären, mir sitzt der Teufel im Nacken; aber das hätte ja niemand verstanden. Das begriff nur er, der diese Ilia Filimon kannte. Er ahnte instinktiv: sie hat Jabusch der Polizei in bie Hänbe gespielt; sie hat uns die Falle in dec Eibenstraße gestellt. Sie muß es gewesen sein, die ben verhängnisvollen Alarmruf ausgestoßen hat. Er stellte eine gewagte Rechnung an: so kam auch Jollys Tod auf ihr Konto.
Er biß bie Zähne zusammen. Gut. Kampf also. Du meinst wohl, bu hast mich nun endlich gestellt, schöne Filimontochter. Aber man kreuzt mit Damen nicht die Klingen. Das Versteckschel ist das ®e* gebene zwischen uns. Es soll dabei bleiben. Sowie Lena ober ihr Mann gezahlt haben, verschwinde ich. Ich habe nicht ben Ehrgeiz, über dich triumphie» ren zu wollen.
Es war niemanb da, der ihm auf den Kopf zu« sagte, daß er in Wahrheit vor diesem Mädchen feige war. Sie war die einzige Person gewesen, die ihm schonungslos ihre Verachtung hatte spüren lassen, die bie Faust gegen ihn erhoben hatte. Sie ein Mädchen.
Das hatte sich in sein Blut gefressen wie ein Gift, bas er nicht wieder losgeworden war. Ek wäre zu einer gewissen Stunde über sie hergefallen wie ein wütender Wolf und hätte sie zerrissen; m einer anderen wieder wäre er vor ihr gekrochen, ein geduckter Hund. Es saß im Blut, nicht zu er» klären, unfaßlich ihm selber» (Fortsetzung folgte
ist 1
6in vortk Pon
<5 großen A Deien R rung "_n erster etwa IW zahlen.^, besitzen.
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Äersuch, Wilhelm 1 solche ®e Leben Z" mchte
3lei* Aufgabe ins* [eine Krieg- Lu-kner, Im» 6« sangs emge ,jch durch V N" we> begrüßen,! die es sich < Praxis tni Kapitän Ä neu, durch oolkslvirtjch IInteresse e einen Film lich gestalte statt und 1 Näheres w teil bekann
22:
I Die Frei Saar, Sitz tember 19c meraben 1 (Saar) au kmeraden, i sehensseier haben nun auf die Fe 1 lid) vorzub durch Freu, raden die ! ehen. Bei ms ein 6i ■ zahrtkosten ■ ileunkircher 'düngen übt Wiederseher It-lü.
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