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Nr. 277 Drittes Blati

Kletzen« Anzeiger (General-Anzeiger für <Dbert)efien)

Mittwoch, 27. November 1935

Aus dem Reiche der Krau

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

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teile ist resedagrüne blanke Seide.

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Zitrone oder Likören gewürzt.

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Zwei große goldene Zierknöpfe schließen Jacke am Halse und in der Taille.

Aus Tast und Samt sind die beiden Abend­kleider, von denen das kleinere (links) aus b l e u - gold changierendem Taft und das größere, festlichere Kleid rechts aus resedagrünem Samt ist.

Der Rock des Taftkleides ist für sich in vier Bahnen von der Taille an glockig fallend geschnitten. Die Bluse in Jackenform mit dem nach hinten etwas glockig im Bogen verlängerten Schoß hat zwei große Revers angeschnitten. Den Revers entspre­chend zeigt der Aermel Aufschläge gleicher Form.

gibt eine ganze Menge praktischer Weihnachts­handarbeiten, die man halbfertig für die Kinder kaufen kann, aber diese regen die Phantasie der Kleinen nicht an und machen ihnen oft die Weih­nachtsarbeiten zur Qual. Wenn auch die Bastunter­sätze und die selbstgemachten Handarbeitskästen, die geklebten Aschenbecher aus Briefmarken und die Bilderrahmen aus Zigarrenkisten nicht schön sind für unsere Kinder sind sie Wunderwerke, ihre Phantasie hat sie erdacht und bedeckt liebevoll alle Mängel. Und jede Mutter sieht auch in einem etwas mißglückten Gebilde die Liebe ihres Kindes, und es prangt mit Recht auf dem Ehrenplatz unter dem Weibnachtsbaum!

m der besten Stube Fäden herumliegen sieht und auf dem besten Ueberzug plötzlich ein klebriger und vorwitziger Leimtropfen haftet. Aber diese Schöpfer­freude der Kinder ist ja beinahe das Schönste am ganzen Weihnachtsfest.

Manchmal kommt es vor, daß so ein kleines Menschlein, im Rausch des Schaffen^, sein Geheim­nis nicht mehr für sich behalten kann:Mutti, ich will dir mal ein ganz kleines Stückchen von meiner Weihnachtsarbeit zeigen aber bis Weihnachten mußt du es wieder vergessen, was ich dir schenken will!" Und dann kommen die Schätze zutage, die sich das Kindergemüt ausgedacht hat.

Die Freude am eigenen Schaffen darf dem Kind nicht genommen werden. Sicherlich, es

Das Samtkleid für besonders festliche Gelegen­heiten ist sehr einfach in schräger, das Material bestens zur Geltung bringender Schnittform ge­arbeitet. Die Hauptweite des Rockes ist nach hinten verlegt: dem Blusenvorderteil sind, hoch am Halse, leicht gezogen, zwei breite Schalenden angeschnitten, die nacj) hinten fallend den großen viereckigen Rückenausschnitt freilassen. Das Futter der Schal-

ungssach- Don Der« > t e r b e» chht mit der Der- itlich zwei en Eltern oben und ober beide ahren ge­inten mit jsfer ganz trug rund - auf den langlebi' üst ein

Unfere Kinder machen Weihnachtsarbeiten.

Von Brigitte Lühr.

Nickt Hinsehen, Mutti, nicht Hinsehen!" Ein Zetergeschrei erhebt sich, wenn Mutter in der Ad­ventszeit unerwartet ins Kinderzimmer kommt, und siicher werden irgendwelche geheimnisvollen Dinge jchnell versteckt.

Mutti, du bekommst von mir etwas Feines zu Weihnachten, natürlich was Selbstgemachtes! Rat mal, was das ist: es ist rot und grün und hat Ecken!"

Erwartungsvoll sieht der sechsjährige Peter zur lRutter auf und er ist sehr stolz darauf, daß Mutter es natürlich nicht raten kann, denn sie Irnnt die lebhafte Phantasie ihres Jungen. Im rvrigen Jahr brachte er am Weihnachtsabend ein undefinierbares braunes Etwas an, mühsam zu- srmmenklebt aus Brettchen einer Zigarrenkiste und mit Buntstiften bemalt. Als Mutter etwas zögernd fragte:Peterchen, was soll denn das sein? ta sah sie der Kleine tief enttäuscht an:Ein Näh­tasten, Mutti, selbstgemacht, siehst du denn das rnd)t?"

Ja, Eltern müssen Märchenaugen haben, wenn sie iie Weihnachtsgeschenke erkennen wollen, die chnen ivre Kinder schenken. Ich spreche nur von den s lbsterdachten Dingen, nicht etwa von vorgezeichne- i-n Nachttischdeckchen und ähnlichen Standard- v>aren, die weder Eltern noch den Kindern Freude machen.

Ich erinnere mich noch selbst an meine Kinder- 3 it vor Weihnachten. Fünf Geschwister waren wir, unb in der Adventszeit saßen wir mit hoch­roten Backen und strahlenden Augen im Kinder­zimmer und bastelten Geschenke. Die große Leim­flasche und die Bogen von Buntpapier spielten die iSpuptrolle. Ich fabrizierte einen für meinen Be­iss iss wunderbaren Bilderrahmen aus lila Samt nit gelben Margueriten bestickt. Meine Mutter l)--tte Mühe, dieses Untier später einmal geheim- nsvoll verschwinden zu lassen, ohne daß ich es irrrfte, damit ich mich nicht gekränkt fühlen sollte, l eine Schwester Gisela bastelte aus bunten Sei- iheiferen ein kunstvolles Gebilde, das selbst wir :^mber mit unserer blühenden Phantasie nicht ent- rctseln konnten.Was soll denn das werden?" frigte mein Bruder Pepp schließlich, denn Gisela rar sehr geheimnisvoll.Das wird eine Keramik für Mutter", war die prompte und stolze Ant- Dxrt, und wir anderen schwiegen ergriffen, denn or wußten nicht, was eine Keramik war. Spü­ler stellte es sich heraus, daß Gisela es auch nicht wußte. Sie hatte das Wort aber einmal gehört, M das hatte ihr so gut gefallen, daß sie Mutter ^bedingt so etwas zu Weihnachten schenken wollte. Vlit Hilfe des Kindermädchens wurde dann aus le- Keramik ein Taschentuchbehälter!

§s wird geklopft und gehämmert, geklebt und kschnitten, es wird dabei getuschelt und gelacht, itO Mutter muß beide Augen zudrücken, wenn sie

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Für die Weihnachtsbäckerei.

Von Krida Aisch, Bad-Nauheim.

Wiener Torte ohne Butter: 200 (bramm Zucker, 4 Eigelb, und 1 Vanillen-Pulver werden 10 Minuten lang tüchtig schaumig geschla­gen. Dann gibt man unter weiterem kräftigen Rüh. ren nach und nach 100 Gramm gesiebtes' Monba- uon einer halben Zitrone den Saft und zum Schluß den Schnee von den 4 Eiern dazu. In gut gefetteter Form bei mäßiger Hitze eine Stunde backen. Erkaltet schneidet man den Kuchen durch und füllt ihn mit jeder beliebigen Marmelade Kaffee, Schokolade- oder Vanillecreme.

Da alle Kuchen, die kein Fett enthalten, schnell alt werden, so ist es ratsam, sie so spät wie möglich zu backen. Muß man dies mehrere Tage vorher tun, überzieht man sie mit Zuckerguß, der die Feuchtigkeit zusammenhält. Wird er frisch ge­gessen, genügt das Bestreuen mit Zucker auch. Ein vergnügter Ausputz auf rosa Zuckerguß sind kleine Mäuschen. Wir setzen den Rand entlang in ent­sprechendem Abstand längliche Schokoladenpralines. Aus 1 Eiweiß, ein paar Tropfen Zitronensaft rul)rt man mit 2 bis 3 Löffeln Puderzucker einen dfcken Zuckerguß, der glatt und blank sein muß. Man füllt ihn in eine spitze Pergamenttüte, schnei- det die Spitze ganz wenig ab, und spritzt damit den Pralinen Mauseöhrchen und Schwänze an, alle in derselben Richtung.

Nuß-Schäumchen: 300 Gramm Zucker und 3 Eiweiß schlägt man tüchtig 20 Minuten. Auf ein Blech setzt man kleine runde Oblaten, gibt daraus löffelweise den Schaum, oben auf je eine Haselnuß. In nicht zu heißem Ofen zart gelblich backen.

Honigkeks: 2 ganze (Eier, 1 Löffel heller Honig, 175 Gramm Zucker werden schaumig geschla­gen. 1 Prise Salz, 1 Vanillenpuloer oder etwas Zitronenschale und soviel Mehl, daß sich der weiche Teig gut ausrollen läßt, dazu gegeben. Davon sticht man kleine Figuren aus wenn sie an den Christ­baum gehängt werden sollen, bekommen sie ein Loch die man mit buntem Zucker, gehackten Mandeln, Schokoladenkrümel oder einer ganzen Kürbis- manbel belegt, und zart lichtbraun bäckt.

Gibt man in diesen Teig etwas weniger Mehl und dafür einen Eßlöffel geriebenen Zwiefach, dann kann man Unterlagen für kleine Obsttörtchen davon machen. Ohne Zwiebackmehl würde der Kuchen zu Probe. Sie sind etwa eine Stunde vor Gebrauch zu belegen.

Mutters Weihnachtskaffe.

Von Lore Thograf.

Im November wird sie hervorgeholt. Sie sieht verschieden aus: mal ist sie pompös und gewichtig, fast wie der Safe eines Bankgewaltigen, mal ist sie' aber auch nur ein altes, abgegriffenes Portemon­naie oder ein Taffenkopf, eine Zigarettenschachtel ober ein Beutelchen aber auf jeben Fall ist sie von größter Wichtigkeit: Mutters Weihnachtskasse!

Im November wirb sie hervoraeholt, unb Mutter betrachtet sie mit ihrem lieben Lächeln.Alle Jahre roieber..." wie ein Freubenrus zieht es burch chr Herz. Jeben Tag wirb etwas zurückckklegt: mal sinb es Groschen, mal ein Markstück, oft, sehr oft aber sinb es auch nur Pfennige. Doch bie Weih- nachtskasse muß voll werben.

Daß sich Mutter in ben Wochen vor Weihnach­ten jeben persönlichen Wunsch versagt, bas ist schon fo zur Selbstverstanblichkeit geworben, baß niemanb wehr baruber spricht. Mütter haben auch nur 9an3Je?!en ei9ene Wünsche! Aber bas allein füllt die Wechnachtskasse noch nicht. Mutter wirb zum Rechenkünstler, zum Zahlenakrobaten. Vom Mit­tagessen wirb ber Nachtisch weggestrichen.

"Zhr müßt nun vor Weihnachten zufrieben sein, wenn's nichts hinterher gibt!" sagt sie, unb alle wissen, baß bie ersparten Groschen in bie Weih- nachskasse roanbern. Hier sollen sie sich bann in viele bunte Dinge verwanbeln.

Mutter macht Pläne, jeben Tag neue. Ach, was rann ein Mutterherz sich alles ausbenken! Das Schönste, bas Beste ist noch lange nicht gut genug! Auf keinen Fall sollen nurpraktische" Dinge am geschafft werben, nein, nein, so etwas richtig Schönes, was sich alle nur im Geheimen erträu- jnen, soll Weihnachten auf bem Tisch liegen. Unb deshalb muß bie Weihnachtskasse recht voll werben.

Minbestens zweimal am Tage macht Mutter Kassensturz". Lustig klimpern bie Pfennige unb Groschen auf ben Tisch, bie Marktstücke sehen bei­nahe schon ein bißchen protzig aus. Wirb es rei­chen? Mutter weiß genau, es wirb nie reichen! Das schadet nichts, bann bleiben noch genug Wünsche übrig für das nächste Jahr!

Neben ber Weihnachtskasse stellt biesmal (wie auch schon im vorigen Jahr) bie Kasse für bas Winterhilfswerk. Auch sie füllt sich mit Groschen unb Silberstücken. Das ist heilige Pflicht, denn bliebe diese Kasse leer, während sich die Weih­nachtskasse füllt bas wäre keine Freube! Naürlich fällt es manchmal schwer, ba noch einen Groschen abzu^iehen unb hier sich ein Markstück vom Munbe abzusparen aber Opfer bringen heißt bas erste Gebot! Auch hier werben sich Pfennige unb Groschen in warme Kleiber verwanbeln, in einen Topf Suppe ober eine Kanne Kaffee. Hier ist bie Weih- nachtskasse für bie Volksgemeinschaft: sie muß Schritt halten mit ber Familienkasse.

Kinbheitserinnerungen bestimmen bas Leben. Wer eine glückliche Kinbheit gehabt hat, ber wirb »vohl auch meistens ein glücklicher Mensch. Wir lächeln heute nicht mehr spöttisch über bieTrabi- tion". Auch Mutters Weihnachtskasse ist in vielen deutschen Familien heute Trabitivn. Unb bie Kin­der, bie sich heute baran freuen, werben selber ein­mal Eltern, unb aus ben Möbels werben Mütter. Unb wenn für sie bann ber November herankommt, bann sammeln sie in bie Weihnachtskasse bie Pfen­nige, Groschen unb Markstücke ...

Hausmacher Pralinen: 4 Eßlöffel star­ker Kaffee werben mit einem halben Pfunb Pu­derzucker burchgekocht unb kalt gerührt. Löst sich die Masse leicht von der Schüssel, werden kleine Kugeln geformt. Im Wasserbad löst man bittere Deckschoko­lade langsam auf unb wälzt bie Bällchen in ber lauwarmen Masse. Auf geöltem Pergamentpapier trocknen lassen. Statt Kaffee auch mit Wasser mit

Eine Handtasche wird entrümpelt

Bon Zlse Mahl

Nichts scheint schwieriaer zu sein, als in der Handtasche, bie boch zu Den persönlichsten Dingen ber Frau gehört unb ftänbig bem kritischen Blick ber Mitmenschen ausgesetzt ist, mustergültige Orb- nung zu halten. Man barf ja nur einmal babei sein, wenn sich so ein ausgewachsenes Ding burch irgenbein Mißgeschick plötzlich entleert.

Da ist zunächst einmal ber bereits etwas schwärz­lich geworbene Brief mit zwei Bübchen von Tante Frieba aus ber Sommerfrische, zwei Ansichtspost­karten, die auch nicht erst von gestern sind, ein Katalog mit den neuesten Grammophonplatten, ein Kinoprogramm vom letzten Freitag, eine acht Wochen alte Theaterkarte, längst abgelaufene Ein­trittskarten fürs Familiendad, ein paar unansehn­lich gewordene Besuchskarten unb zerrupfte Stra­ßenbahnfahrscheine. Dann ist ba ein Notizblock ohne festen Deckel, ber bie schönsten Eselsohren bekom­men hat, loses Papier unb loses Gelb. Einige Schlüssel, Puberbosen, abgeschriebene Bleistifte, ein arg zerbrücktes Taschentüchlein mit Schokolaben- unb Kekskrümeln fallen heraus. Und bann bie Aus­weise! Der Strom will kein Ende nehmen.

Wer ist nun schuld an dem malerischen Durch­einander, die Tasche oder wir? Vielleicht beide. Denn wir wollen es als Entschuldigung gelten lassen, baß sich erst in letzter Zeit mit bem An­wachsen ber Hanbtaschen auch ihre Inneneinrich­tung verbessert und bie Aufteilung in einige be­queme Fächer mehr unb mehr burchgesetzt hat, was bas Orbnunghalten wesentlich erleichtert.

Was trug eigentlich eine Frau früher mit sich herum? Höchstens ein Taschentuch, einen Gelbbeutel unb einen Hausschlüssel. Unb heute? Die berufs­tätige Frau, bie oft ben ganzen Tag von zu Hause fort ifc kommt damit nicht mehr aus. Es ist ver-

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stündlich, daß sie z. B. auch Nühzeug ober Nagel- deu9 mit sich führt. Wer aber schon einen ganzen Haushalt in der Tasche hat, ber muß auch bafür sargen, baß keine Rumpelkammer baraus wirb. Am besten ist es, jeben Abend Inventur zu machen und alles, was man im Laufe des Tages in bie Tasche gestopft hat, weil man keine Gelegenheit hatte, es irgenbwo anbers abzulaben, auszuscheiben.

Alle Papiere, Ausweise, Briefe unb Visitenkarten lege man in ein festes Lebermäppchen ober in ein besonderes Fach ber Tasche, wo sie nicht unansehn­lich werben unb wo sonst nichts anberes hinein­kommt. Natürlich immer so, baß man sie auch rasch zur Hanb hat. Wenn für ben Schlüsselbund kein besonberes Fach vorhanden ist, stecke man ihn in ein ledernes Schlüsseltäschchen. Man wirb sich bann nicht mehr ben Kopf zerbrechen müssen, warum alle Taschentücher Rostflecken bekommen. Das Gelb lasse man nie lose in ber Tasche herumschwimmen, benn herausfallendes Kleingeld ist in vielen Fällen ver­loren. Zur Erfrischung wähle man für bie Hcmb- tasche nur ein festes Parfum. Es nimmt wenig Platz weg, verbunstet nicht und verursacht keine Ueberschwemmungen. Für den Puder die kleine, kombinierte Dose. Die Kämme ohne Hülle sind in ber Hanbtasche unästhetisch. (Es wäre nett, wenn man für biefe Toilettesachen auch ein besonberes Fach übrig hätte. Brauchen wir ein Notizbuch, fo wählen wir eines mit festem Deckel, an bem viel­leicht auch bereits ein brauchbarer Bleistift ange­bracht ist. Auch ein kleines unzerbrechliches Döschen für Süßigkeiten kann man gut gebrauchen. Es muß ja nicht gleich aus Silber fein.

Wir können uns viele biefer Kleinigkeiten auch zu Weihnachten wünschen. Unsere lieben Nächsten haben ein besonberes Interesse an ber Entrümpe­lung unserer Hanbtasche unb sind froh, wenn man ihnen in Zukunft den Anblick dieses malerischen Durcheinanders erspart.

Liegnitzer Bombe: 300 Gramm Honig, 250 Gramm Zucker, 2 Eßlöffel Gänseschmalz ober Pflanzenbutter, 1 Eßlöffel Johannisbeergelee wer­ben mitemanber gekocht. 500 Gramm gesiebtes Wei­zenmehl mischt man mit 125 Gramm gewürfeltem Zitronat, 1 Eßlöffel Drangat, 75 Gramm Korinthen ober Rosinen, 50 Gramm geriebenen Manbeln, 2 Eßlöffel Kakao, einer halben geriebenen Zitronen- chale, 2 Gramm Kardamon, 6 Gramm Zimt, 3 Gramm Nelken. Dann brüht man ben heißen Honigzucker barüber. Etwas abgekühlt gibt man 18 Gramm in 3 Eßlöffeln Wasser aufgelöste Pott­asche bazu. Noch handwarm knetet man 3 große ober 4 kleine Eier bazu unb bäckt in einer Spring- form etwa eine Stunde. Man kann auch in Papier» ränbern mehrere kleine Bomben backen. Doch ist zu einer großen mehr zu raten, weil sie saftiger bleibt. Aus em viertel Pfunb Puberzucker, 100 Gramm ge­riebener Schokolabe unb 3 Eßlöffeln Wasser rührt man im Wasserbab einen bickflüssigen Guß, mit bem man Oberfläche unb Raub bestreicht. 1 bis 2 Minuten im Ofen nachtrocknen.

Makronen: 100 Gramm Manbeln unb 100 Gramm Haselnüsse abgebrüht unb abgezogen, bie Manbeln geschnitzelt, bie Haselnüsse gehackt unb mit 40 Gramm Zucker hell geröstet. Ein Kuchenblech wird mit kleinen runden Oblaten belegt. Dann erst : schlägt man 2 Eiweiß steif, vermischt sie mit einem viertel Pfund Puderzucker, mengt Mandeln , unb Nüsse barunter unb setzt schnell löffelweise bie Masse auf bie Oblaten. Bei mäßiger Hitze etwa 30 Minuten hellgelb backen.

Großer Honigkuchen: IV- Pfund gesieb­tes Mehl wird vermischt mit 2 Gramm Kardamom, 1 Eßlöffel Zimt, 2 feingeschnittenen eingeweichten Pomeranzenschalen, ein viertel Pfund kleinge­schnittenen Backpflaumen, ein viertel Pfund Zitro- nat, ein halbes Pfund Zucker und ein halbes Pfund Honig, 1 Eßlöffel Gänseschmalz ober Kokosfett wer­den zusammen erhitzt und das Mehl hineingeknetet. Zum Schluß knetet man 2 Backpulver darunter. Der Teig wird fingerdick auf ein gut gewachstes Blech gestrichen, mit Mandeln unb Zitronat ver­ziert, 1 Stunde braun gebacken. Ist er fertig, be» Reichen wir ihn schnell mit einem Hauch Wasser, chieben ihn noch ein paar Minuten in ben Ofen, bamit er blank wird.

Kleine Pfefferkuchen: 1 Pfund Honig unb 1 Pfunb Zucker mit einanber kochen unb über 2 Pfunb Mehl brühen, in bas man ein viertel Sfunb süße unb 20 Gramm bittere geriebene Manbeln, die abgeriebene Schale einer halben Zi­trone, 5 Gramm Nelken unb 1 Teelöffel Backpulver gemischt hat. Auf 1 Pfund Honig gibt man zum Schluß 1 Eßlöffel Rum. Gut durchkneten, einen halben Zentimeter dick ausrollen, auf gut gewach­stem Blech kleine Figuren oder runde Plätzchen backen.

Kleine bunte Kuchen: (Ein viertel Pfund Margarine ober Butter, ein halbes Pfunb Zucker und zwei (Eier werden tüchtig zusammen gerührt, mit Zitronenschale, Vanille ober Annis gewürzt und ungefähr 1 Liter Mehl, bas mit 1 Backpulver ge­mischt unb gesiebt ist, verknetet. Der Teig muß sich gut ausrollen lassen, runbe Kuchen ausstechen, mit geklopftem Ei bestreichen, mit buntem Zucker be­streuen unb bei Mittelhitze lichtgelb backen.

Schokolabenplätzchen: Ein halbes Pfunb Zucker, 1 Vanillenpulver, 1 Teelöffel Fett unb ein Ei werben schaumig gerührt. Ein halbes Pfund Mehl und 3 Teelöffel Kakao gibt man nach und nach mit etwa einer halben Tasse Milch dazu. Zum Schluß ein Backpulver. Teelösselgroße Häuf- chcn auf em gut gefettetes Blech etzen unb bei Mittelhitze backen.