Kührerappell der Motorgruppe Hessen.
NSKK., Motorgruppe Hessen läßt uns folgenden Bericht zur Veröffentlichung zugehen: Der Kraftfahrinspekteur West, NSKK.-Gruppenführer Seydel, Träger des Blutordens, hielt für die Führer und Referenten im Bereiche der Motor- gruppe Hessen am Montagabend in Frankfurt a. M. einen Appell ab. Seit dem ersten Führerappell zu Beginn dieses Fohres sind arbeitsreiche Monate für das Kraftfahrkorps vorübergegangen. Es hat sich viel gerührt und der Beobachter stellt eine stetige, systematische Aufwärtsentwicklung des Kraftfahrkorps fest. Der Weg, den das Korps genommen hat, wird durch drei Marksteine gekennzeichnet: 1. Die Zusammenfassung der alten Motor-SA. und des NSKK. zu einem straffen, von soldatischem Geist erfüllten Kraftfahrkorps, 2. das erste selbständige Auftreten des Korps als jüngste Gliederung der Partei auf dem Reichsparteitag der Freiheit in Nürnberg, 3. die kürzliche Führertagung in Koburg. Die Folgen des restlos disziplinierten Auftretens in Nürnberg haben sich sichtbar aller Oeffentlichkest gezeigt. Der größte und mit Dank verzeichnete Erfolg ist das persönliche Erscheinen des Führers auf dieser Führertagung gewesen und die Anerkennung, die der Führer dort für die gezeigten Leistungen dem Korps gezollt hat. Koburg — auch auf dem gestrigen Führerappell Leitgedanke für die weitere Entwicklung — ist nicht nur für das NSKK., sondern die gesamte deutsche Kraftfahrt von größter Bedeutung. Der Führer selbst hat in Koburg das Aufgabengebiet des Kraftfahrkorps herausgestellt und das hohe Ziel gesteckt, auf welches das Korps hinmarschiert.
Hauptaufgabe des Korps ist es, die deutsche Kraftfahrt in ihrer Gesamtheit mit nationalsozialistischem Geist und Wollen zu durchdringen. Es ist eine gewaltige Aufgabe, die hiermit dem Nationalsozialistischen Kraftfahrkorps gestellt ist. Sie bilden das Fundament für alle weiteren Motorisie- rungspläne in Deutschland. Das NSKK. ist der Banner- und Willensträger des
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Motorisierunasgedankens. Als dieser wirkt es weitgehend revolutionierend auf die g< famte Wirtschaft, das öffentliche Leben, Sport, Rechtsprechung ujw. Auf allen Gebieten dieser Art ist dem Korps vom Führer eine entscheidende Mitarbeit zugewiesen. Koburg ist oie Geburtsstunde des Ideengutes des nattonal|oziali- stischen Kraftsahrkorps. Dieses neue Gut gibt den Männern und Führern der Motorgruppe Hessen Antrieb und Kraft zu dem restlosen Einsatz sur diese Idee. Nicht ein Verein oder ähnliche Körperschaften können die hohen Ziele der allgemeinen Motorisierung verwirklichen. Nur indem die deutsche Kraftfahrt auf die Grundlage gestellt wird, die ihr diese Freiwilligen der Nation geben, laßt die Lösung der Gruppenaufgaben möglich weroen.
Aber die Motorisierung ist uns nicht allein ein technischer Begriff, sie ist uns Ausdruck eines unbeugsamen Lebenswillens der Nation. Das Kraftfahrkorps hat sich auf allen Gebieten seinen "C“/" Stil gebildet. Es ist der Stil, der a u s der SA. herausgewachsen, uns heute zur Tradition geworden ist und diese Ueberlieferung wird bei- behalten und besonders gepflegt. Unser Stil zeigt sich in der Frische und Lebhaftigkeit unserer Manner, dem elastischen Schwung, der Betätigung und dem unbeugsamen Willen zur Durchführung der gestellten Ausgaben. Dieser Schwung, der zähe Geist, und das Tempo, sind die Stärke des N-sKK. Der Geist des Korps, aus seiner Tradition geboren, ist der Geist der Kameradschaft, der Einsatzbereitschaft und einer -fest verschworenen Gemeinschaft. Nicht entscheidend soll die Leistung des Einzelnen sein, sondern der Einsatz für die Gemeinschaft, die alle verbindet, an der alle tragen und die in Treue, Hilfsbereitschaft und hingebender Unterstützung ihren höchsten Ausdruck findet. Die Marschrichtung ist festgelegt. In gleichem Schritt und Tritt marschieren Männer und Führer des Korps weiter in die Zukunft.
Aus aller Welt.
Gegen die Butterhamsterer.
LPD. Frankfurt a. M., 26. Nov. Die Pressestelle der L a n d e s b a u e r n s ch a f t Hessen-Nassau teilt mit:
In Stuttgart wurde dieser Tage eine interessante Feststellung getroffen: Auch in der Hauptstadt Württembergs herrscht die bekannte Butter- knappheit. Nun veranstaltete dieser Tage die NSDAP, ei ne große Dolkskundgebung von 46 Versammlungen, und hier wurde mitgeteilt, daß in Stuttgart während der ganzen letzten Zeit genau so viel Butter angelie- f ert worden ist wie im Monat 21 u guft, in dem kein Mensch zu wenig Butter erhielt. Die jetzige Knappheit war in Stuttgart also ganz ausschließlich durch Hamsterei hervorgerufen worden! Man kann sich die Entrüstung Der zu Tausenden erschienenen Hausfrauen und sonstigen Volksgenossen vorstellen, als sie von dieser Tatsache Kenntnis erhielten. Das Stuttgarter Beispiel wird auch in anderen Städten und Landesteilen Deutschlands für manchen aufschlußreich sein, der über die Ursachen der Butterknappheit nachdenkt. Er wird sicherlich dem Stuttgarter Oberbürgermeister zustim- men, der in seiner Rede den Typ des Fetthamsterers als den „Staatsfeind Nr. 1" bezeichnete.
Ein ungewöhnlicher Bettugsfall.
Dor dem Mannheimer Schwurgericht begann ein Prozeß gegen die 34 Fahre alte Luise Barthel- m e s aus Gersfeld, die unter der Anklage des Betrugs und Meineids steht. Es wird ihr vorgeworfen, sich durch geschickte Manöver eine Entschädigungssumme von rund 66 000 Mark erschwindelt zu haben. 1925 mußte sich die Angeklagte einer Blinddarmoperation im Städtischen Krankenhaus Mannheim unterziehen. Die Heilung verlief nicht normal, so daß 1926 in Fulda eine weitere Operation erforderlich wurde. Hierbei wurden Fremdkörper — kleine Gazestückchen — aus der Wunde entfernt. Dieser Umstand bildete die
Grundlage für die folgenden Prozesse der Barthelmes, die zu ihren Gunsten ausgingen. An die zweite Operation schloß sich eine nahezu zwei Jahre dauernde Denen-Entzündung und das Auftreten zahlreicher Abzesse an. Bei einer Behandlung in der Universitätsklinik Gießen wurde die Kranke beobachtet und mehrfach dabei überrascht, als sie sich selbst durch Reiben und Schlagen Entzündungen bei brachte und in die Haut Eiter einspritzte, um die Abzesse herbeizuführen. Es bestand der Verdacht, daß die Angeklagte bereits bei der ersten Operation einer Heilung entgegengearbeitet und die Gazestückchen selbst in den Wundkanal eingeführt habe. Die Angeklagte gibt die späteren Handlungen zu, bestreitet aber entschieden, im Mannheimer Krankenhaus etwas unternommen zu haben.
Die Fliegerin Luise Hoffmann ihren Verletzungen erlegen.
Die einzige Werkpilotin Deutschlands, Luise Hoffmann, die auf dem Rückweg von ihrem Balkanflug am 2. November 1935 bei Starein in der Nähe von Horn bei Wien im Nebel abgestürzt war und dabei schwere Verbrennungen erlitten hatte, ist im Krankenhaus von Horn ihren Verletzungen erlegen.
Narrenkappe.
Einleuchtende Erklärung.
Man befragte einen Arzt über den Unterschied zwischen Rheumatismus und Podagra.
Der Mediziner antwortete: „Also, wenn man einen Finger in eine Zange steckt und die Zange so fest zudrückt, bis man's nicht mehr aushalten fann — das ist Rheumatismus. Drückt man aber noch fester, dann ist es Podagra."
Max Klinger als Einjähriger.
Der berühmte Maler und Radierer Max Klinger diente 1876 in Leipzig als Einjähriger. Während dieser Zeit ereignete sich eine hübsche Geschichte, die von den Kameraden des Künstlers gern
Arbeitsdienst und Wehrpflicht.
Äon Or. Helmut Paetzold.
Die ersten Rekruten des neuen deutschen Dolks- heeres der allgemeinen Wehrpflicht find unter der neuen Kriegsflagge auf den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler vereidigt worden. Dielen von ihnen wird aus ihrem freiwilligen Dienst in den Verbänden die soldatische Haltung schon zur Selbstverständlichkeit geworden sein. Aber wie bei allen Dingen im Leben genügt nicht ein rein äußerliches Erfassen — erst recht nicht für den Soldatenberuf. Soldat muß man mit Leib und Seele sein oder werden. Die meisten des gegenwärtigen Re- krutenjahraanges werden noch darum kämpfen müssen. Anders hingegen wird es um die kommenden Rekrutenjahrgänge der nächsten Jahre be- tellt sein.
Diese grundlegende Aenderung wird die A r - beitsdien st pflicht herbeiführen, die zwar in keiner Weise mit der Landesverteidigung etwas zu tun hat, sich statt dessen aber der soldatischen Zucht und Ordnung bedient. Die Schule des Arbeitsdienstes wird eine einzigartige Vorbereitung auf die militärische Dienstzeit der Wehrpflichtigen dar- tellen. Es wird in Zukunft nicht mehr der Fall ein, daß den Rekruten zuerst das „militärische Gehen und Stehen" beizubringen. Auch Ordnungsübungen aller Art bieten den zukünftigen neuen Soldaten keine Schwierigkeiten mehr. Dor allem wird es der Arbeitsdienst erreichen, daß die aur Wehrmacht eingezogenen jungen Deutschen ortan bereits mit Dorkenntnissen ihren Wehrdienst leginnen, der ihnen selbst und auch ihren Vorge- etzten den Anfang der militärischen Ausbildungszeit erheblich erleichtern wird. Es kann von nun an kein junger Deutscher mehr zum Wehrmachtsdienst herangezogen werden, ohne nicht schon eine gründliche körperliche und geistige Schulung erhalten zu haben, an die sich dann die militärische Ausbildung als eine organische Fortsetzung anschließen kann. Der Arbeitsdienst verhindert auf diese Weise nutzlose Opfer, die in der Stunde der Gefahr sonst noch einmal ähnlich wie 1914 von der Blüte der deutschen männlichen Jugend gefordert werden könnten. In seiner Ausbildung verschafft der Arbeitsdienst den jungen Männern die Tugenden des Soldaten, die in Selbstzucht, Disziplin, Treue, Kameradschaft, Selbstbeherrschung und Ausdauer gipfeln. So geht durch die Schule des Arbeitsdienstes die ganze Nation, die auch ihrerseits die Früchte ernten wird.
Um aber die Arbeitsdienstpflicht in vollem Umfange beurteilen zu können, ist es notwendig, sich mit ihrem inneren Betrieb vertraut zu machen. Der Arbeitsdienst untersteht dem Reichs- minister des Innern und nicht dem Reichs- kriegsminifterium. Als selbständiger Führer und Befehlshaber des Arbeitsdienstes ist der Reichs- arbeitsführer Staatssekretär Hier! eingesetzt. Eine Waffenausbildung gibt es im Arbeitsdienst natürlich nicht. Er ist lediglich eine Körperschaft von
soldatisch gestraffter Haltung, die berufen ist, tapfere und leistungsfähige Männer zu erziehen.
Der Arbeitstag beginnt nut dem Wecken um 5 Uhr früh. Danach wird sofort zum Frühsport in der Sporthose angetreten. Nach etwa 20 Minuten Laus, Atemübungen und Leichtgymnastlk werden die Stuben hergerichtet einschließlich .Bettenbau. Nach gründlichem Waschen folgt das Frühstück. Danach ist Flaggenparade und Befehlsausgabe. Die Arbeitsverteilung erfolgt an die einzelnen Trupps, die alsdann nach Empfang ihres Arbeitsgeräts zu den meist 30 bis 45 Minuten entfernt gelegenen Arbeitsstätten abmarschieren. Bei längeren Wegen wird geradelt. An- und Abmarsch werden stets ui geschlossener Ordnung vollzogen, wobei meistens gesungen wird.
Gegen 7 Uhr sind die Trupps a n der Arbeitsstätte angelangt. Hier beginnt sogleich die Arbeit mit Spaten, Hacke oder Beil, die mit Unterbrechung von 15 Minuten Frühstückspause bis 13 Uhr dauert. Nach dem Rückmarsch ins Lager und anschließender Gerätereinigung und -abgabe folgt die eigene Säuberung. Das danach stattfindende Mittagessen wird von allen Arbeitsmännern mit ihren Führern gemeinsam genommen. Nach dem Essen und dem Reinigen des Eßgeschirrs erfolgt pflichtmäßige einstündige Bettruhe, während der weder gesprochen noch gelesen, geschrieben oder geraucht werden darf. In dieser Stunde sollen sich die Arbeitsmänner von ihrer schweren Arbeit erholen, um für den um 16 Uhr beginnenden Nachmittagsdienst mit Leibesübungen und ftaatspoli- tischen Unterricht wieder frisch zu sein. Um 19 Uhr folgt dann das Abendbrot und um 22 Uhr der Zapfenstreich.
Auf die A u s g e st a l t u n g des Feierabends, den die Führer meist im Kreise ihrer Arbeitsmänner verbringen, wird besonderer Wert gelegt. Da die meisten Arbeitslager zwischen 10 und 20 Kilometer von größeren Ortschaften entfernt liegen, sind die Lagerbewohner auf sich angewiesen. Diese Abende bringen ein gut Teil der Kameradschaft zustande, deren sich der Arbeitsdienst rühmen kann. Hier werden aber auch künstlerische Gaben und Neigungen der jungen Männer geweckt oder entwickelt, wozu ihnen das bürgerliche Leben oft wenig Zeit läßt. Die Ausgestaltung der Heime sowie in den Arbeitsdienst- museen ausgestellten Erzeugnisse legen hierfür ein wirklich erfreuliches Zeugnis ab.
Wenn die Männer des Arbeitsdienstes entlassen werden, sind tüchtige, kräftige Menschen aus ihnen geworden, die mit Stolz auf die von ihnen geleistete Arbeit für die Volksgemeinschaft zurückblicken können. Sie bilden für die Wehrmacht einen Ersatz, wie ihn weder die alte deutsche Wehrmacht in Friedenszeiten noch die Reichswehr je erhalten hat.
erzählt wurde. Bei einer Musterung entging es den scharfblickenden Augen des Herrn Sergeanten nicht, daß die Patronentasche des Einjährigen Klinger der vorschriftsmäßigen Blankheit entbehrte. Grollend ließ er feine Blicke mehrmals von der Patronentasche bis zur Helmspitze und dann wieder zurück wandern, bis er seiner Erbitterung endlich in den verächtlichen Worten Luft machte: „Und das nennt sich Malermeesterl"
Wetterbericht
des Reichswetterdiensles. Ausgabeort Frankfurt.
Mit dem Aufbau eines Hochdruckgebietes bei den Azoren und lebhafter Wirbeltätigkeit über Nordeuropa hat sich jetzt wieder eine normale Druckoerteilung hergestellt. In den nördlichen Gebieten Westdeutschlands hat eine Zufuhr milder Meeresluft Temperaturenanstieg und vielfach auch schon Niederschläge gebracht, während nach Süden sich in zunehmendem Maße noch Hochdruckeinfluß bemerkbar macht. Dementsprechend ist es in Deutschland vielfach noch zu Nachtfrösten gekommen. Für die nächsten Tage kann mit wechselnder Einflußnahme von Tiefdruckausläufern auf unsere Witterung gerechnet werden.
Aussichten für Donnerstag: Kalte und vielfach nebelige Nacht, bewölkt und auch Auftreten vereinzelter Niederschläge, südliche bis westliche Winde.
Aussichten für Freitag: Veränderlich bewölkt, doch zu einzelnen Niederschlägen geneigtes Wetter, bei lebhaften westlichen Winden mild.
Lufttemperaturen am 26. November: mittags 2,8 Grad Celsius, abends 1,4 Grad; am 27. November: morgens 0,8 Grad. Maximum 3 Grad, Minimum 0 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. November: abends 3,3 Grad; am 27. November: morgens 3 Grad Celsius.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für den übrigen Teil: Emst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. D. A. X. 35: 10 000. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
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Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.
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Oeffenitiche Mahnung.
Die am 25. d. M. fällig gewesene 4. Rate der Gemeindesteuern einschließlich der nachträglich veranlagten Posten ist umgehend an die Stadtkasse zu zahlen. Andernfalls muß ein Säumniszuschlag berechnet und die Beitreibung eingeleitet werden.
Ferner werden zur umgehenden Zahlung gemahnt: 6793C
3. Ziel Kanal-, Müllabfuhr- und Straßenreinigungsgebühr 1935 einschließlich der Mieteranteile,
4. Rate Bürgersteuer 1935. *
Gießen, den 26. November 1935. ________________Stadtkasse Gießen.________________
Bekanntmachung.
Delr.: Fahrplan der Straßenbahn.
Der Fahrplan der Straßenbahn für das Winterhalbjahr 1935/36 hat eine Aenderung durch Einsetzen eines weiteren Kurswagens erfahren:
Bahnhof ab: 22.15 Uhr;
Marktplatz ab: 22.22 Uhr;
Volkshalle ab: 22.35 Uhr.
Des ferneren ändert sich: 6795D
Der Wagen ab Bahnhof 22.30 Uhr verkehrt jetzt: ab Bahnhof um: 22.37 Uhr;
alsdann ab Marktplatz: 22.45 Uhr;
ab Dolkshalle: 22.57 Uhr.
Der Verkehr nach dem Jleuen Friedhof wird,
falls die Rentabilität gegeben ist, bis auf weiteres regelmäßig durchgeführt.
Gießen, den 25. November 1935.
______Direktion der Städtischen Straßenbahn._____
Bekanntmachung.
Betr.: Reichszuschüsse für die Teilung von Wohnungen und den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen.
Der Reichs- und Preußische Arbeitsminister hat zur Schaffung neuer Wohnungen infolge Umbau
sonstiger Räume zu Wohnungen oder Teilung von Wohnungen dem Lande Hessen neben der Belassung der noch verfügbaren Restmittel einen weiteren Zuschußbetrag in geringer Höhe zur Verfügung gestellt, jedoch mit der Maßgabe, daß Ainsvergütungs- scheine hierfür nicht mehr gewährt werden. Für die Gewährung dieser Reichszuschüsse gelten die Bestimmungen des Reichs- und Preußischen Arbeits- Ministers vom 9. Oktober 1933, insbesondere Teil A, Absatz b „Umbauten" Ziffer 5, 6 und 7 sowie die von mir hierzu erlassenen Sonderbestimmungen vom 18. Oktober 1933. Für Jnstandsehungsarbeiten dürfen aus diesen Mitteln Reichszuschüsse nicht bewilligt werden. Die Arbeiten müssen sofort begonnen und bis spätestens 31. März 1936 beendet fein.
Mit Rücksicht auf die beschränkte Höhe der Mittel und um zu vermeiden, daß bei einzelnen Bewilli- aungsbehörden, bei denen ein Bedürfnis für Teilung oder Umbau von Wohnungen nicht besteht, Beträge festliegen, werden die von mir erlassenen Sonderbestimmungen vom 18. Oktober 1933 — Darmstädter Zeitung vom 20. Oktober 1933, Nummer 246 — insofern geändert, als den einzelnen Bewilligungsbehörden Kredite nicht zur Verfügung gestellt werden. Die erforderlichen Mittel sind auf Grund der von Ihnen geprüften Anträge vor Erteilung der Vorbescheide umaehend bei mir halb- wöchenllich in doppelter Ausfertigung anzufordern, wobei die Anforderungen in zwei Spalten nach Ziffer 5 und 6 zu trennen sind. Die Anforderungen nach Ziffer 6 sind unter Angabe der Wohnverhältnisse des Antragstellers besonders zu erläutern. Die Bereitstellung der erforderlichen Zuschußbeträge erfolgt umgehend im Rahmen der bei mir verfügbaren Mittel. Sämtliche Anträge sind mit tunlichster Beschleunigung zu bearbeiten. 67990
I.A.: gez.: Linkenheld.
Für die Stadt Gießen sind die Anttäge auf Zuschuß zur Teilung von Wohnungen oder den Umbau sonstiger Räume zu Wohnungen beim Städtischen Hoch- und Tiefbauamt unter Beifügung von Plänen und ausführlichen Kostenvoranschlägen sowie den weiteren Unterlagen wie seither einzureichen. Die Arbeiten sind sofort nach Erteilung des Vorbescheids in Angriff zu nehmen und beschleunigt durchzuführen. Der festgesetzte Fertigstellungstermin ist genau einzuhalten.
Gießen, den 26. November 1935.
Bürgermeisterei Gießen: Dr. Hamm.


