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Ur. 226 Zweites Blatt

Giehener Anzeiger (General-Anzelger für Oderhessen)

Zreitag,2r. September 1955

DeiWe Bomber schirmen die Heimat

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Musi ker in anderen Berufen.

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Aber wir finden Musiker auch ßen der Erde. Friedrich der G

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war einige Jahre Rechtsanwalt, Hans d. Bülow begann als Student der Rechte, und Rudolf Sie- g e l, früher Generalmusikdirektor in Krefeld, brachte es bis zum Doctor Juris.

Unser Bild zeigt deutsche Bombenflugzeuge über einer deutschen Landschaft.

____________________(Presse-Illustration Hoffmann-M.)

seid den Heldentot starb, errang als Klaoierspieler sogar den Beifall Beethovens und war ein genialer Komponist. Auch in anderen deutschen Fürstenhäu­sern trifft man immer wieder auf Persönlichkeiten,

Musiker unter den gekrönten Häuptern.

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, roße, der nicht nur als Flötenspieler, sondern auch als Komponist Beachtliches leistete, steht nicht allein da. Sein Neffe Louis Ferdinand, der 1806 bei Saal-

$n der hier aufgestellten, keineswegs vollständiaen uns Persönlichkeiten in vielerlei Berufs­gestalt begegnet, die es vermochten, sich der Musik neben oder nach anderer Berufsarbeit bedeutsam zu widmen. Es sind aber stets Auserwählte, Aus- nahmen der Natur gewesen, denen es gelang, auf mehreren Gebieten Großes zu leisten. Auch hier hat M der Satz Geltung:In der Beschränkung zeigt sich erst der Mei ter." H 0 H

Sinft fpieüe auf einem Hoffeste die Musik das uäV1" Cm ?reuße..." Der Herzog von Anhalt-Kothen meinte dabei zu Friedrich Wil- Helm IV :Wie beneide ich die Preußen um diese Nationalhymne!" Worauf der König prompt er- widerte:Das '.st durchaus nicht nötig; singen Ew Hoheit doch: Ich bin ein K ö t h e r, kennt ihr meine Farben...! E

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öenen die Musik mehr als eine vornehme Lieb- Oberer war. Da ist unter den hessischen ßanbes- Ersten manch tüchtiger Instrumentalist, Dirigent und Komponlst und auch aus dem reußischen Fürsten- geschlecht sind vortreffliche Musiker hervorgegangen.

Dom deutschen Schullehrer hat man zu allen Zei­ten verlangt, daß er auch ein guter Musikus fei, und so ist denn die Zahl der aus dem Lehrerberu herkommenden Tonkünstler sehr groß. Es genüge, an Schubert, Bruckner, Robert Dolk^ man n und Josef Haas zu erinnern. Franz Wüllner, der große Sänger und Schauspieler, war zuerst Germanist; seinen Doktortitel erwarb er mit einer sprachwissenschaftlichen Arbeit. Karl Muck, der bekannte Wagnerdirigent, be­gann als Altphilologe.

Zelter, der Freund Goethes und Begründer des deutschen Liedertafelwesens, hat sein Baumeister- Handwerk erst verhältnismäßig spät aufgegeben. Hans Sommer, einst bekannt als Lieder- und Opernkomponist, stieg bis zum Direktor der Braun­schweiger Technischen Hochschule auf. Der schwe­dische Komponist K. M. A t t e r b e r g war Inge- nieur. Noch häufiger hat man Sänger aus irgend­einem bürgerlichen Beruf herausentdeckt". Un­sere Großmütter waren entzückt von dem hohen C eines Heinrich Bötel, der ursprünglich Hambur­ger Droschkenkutscher war. Feodor I. Schaljapin, der große Bassist, hat sich in jungen Jahren Lastträger, Jäger und Straßenkehrer durchs ben geschlagen.

Warnemünde, Ende September.

Die strategische Lage.

Es hat bisher in Deutschland noch keine rnili- Mschen Hebungen gegeben, die sich über ein Ge­riet erstreckten, das nahezu die Größe des halben . Reiches umfaßt. Die Herb st Übungen der £ uftroa ffe in der letzten Septemberwoche waren lie ersten Hebungen in großem Rahmen, an der Äe Teile der Luftwaffe und der Luftabwehr teil- "ahmen, also die Verbände der schweren Kampf- ! >eger, der Aufklärungsflieger, der Jagdflieger, der lakartillerie und des zivilen Luftmeldedienstes. Die lniftkampfe sogen sich in Vorbereitung und Aus­artung über die größten Teile Nord- teutschlands hin, um sich im Raum von Varnemünde zu konzentrieren und um hier die (mtscheidung und den Abschluß zu finden.

Dies war ganz kurz die Lage: Die Rote Ar- ree eines Weststaates war überraschend in einen Maat eingebrochen, der von der Blauen Armee r-rteibigt wurde. Dem Roten Gegner war es ge- Lngen, durch Bombenabwürfe den Hafen von ' Stettin zu zerstören und ihn für längere Zeit un- i auchbar zu machen. Es war deshalb notig ge­raden, den Nachschub für die Blaue Armee um- xileiten, und zwar für den Seeverkehr über Warne- riündeRostock. Dies Gebiet war daher für die 8Iaue Kampfführung zu einem überaus wichtigen Gebiet geworden, das mit allen Mitteln der Luft- toffe verteidigt werden mußte. Dem Führer der luststreitkräfte in dem bedrohten Gebiet unterftan- i n deshalb neben den Jagdfliegern, den Auf- körungsfliegern und dem z i v U e n F l u g m e l d e- k e n ft auch zwei Flakabteilungen, die in einem ti ppelten Gürtel eingesetzt waren, um das bedrohte (-biet zu schützen. Die einheitliche Führung war r twendig, um feine reibungslose Zusammenarbeit hr Abwehr durchzuführen. Dem Blauen Führer r.terftanben außerdem noch Kampfgruppen in Ammern, die zu gegebener Zeit eingesetzt werden tunten.

Mecklenburg wird verdunkelt.

Dieser Septembertag würde das wußte man - schwere und bedeutungsvolle Luft- k m p f e bringen. Die Bevölkerung war rechtzeitig drauf vorbereitet. Ganz Mecklenburg würde kommenden Abend verdunkelt sein und in 9'stock sahen wir schon am frühen Morgen Ent- g: f uin. g s t r u p p s ihre Vorbereitungen treffen, o* zivilen Helfer des Flugmeldedienstes waren auf ili'en Posten, um schnellste Meldung zu erstatten. Ise Kampfübungen hatten naturgemäß auch das Nteresse der fremden LuftattachLs gefunden, die irter der Führung von Vertretern des Reichsluft- icirtminifteriums an der Hebung ieilnahmen. Selbstverständlich waren auch Vertreter des Hee- n erschienen und von Kiel aus waren die Offi- Me der Kriegsmarine auf dem Luftwege gekom- mm, um zu lernen, was es zu lernen gab. Auch rann nach der Annahme Angriffe von See her nlht zu erwarten waren, so war es doch von Wert, zi erfahren, wie ein wichtiger Seehafen verteidigt lorden konnte.

Den Führern der Blauen und Roten Verbände di Luftwaffe war die Lage nur in den großen ll'iriffen bekannt. Es gab nur einen, der alles Mte, was vorging, das war der Leiter der Ge- limtübung, Oberst Sperr!. Er empfing von fei­ne i Schiedsrichtern, die auf schnellen Flugzeugen di einzelnen Verbände begleiteten, die Nachrichten iihr die Entscheidungen der Führer und den 23er- la.ff der Kämpfe. Die Schiedsrichter waren auch mserrichtet über die Stellungen der Flakabteilun- $l. Sie konnten nach ihren Karten beurteilen, ob ie Angriff der Roten Flieger von Erfolg be-

Geschichten um Friedrich Wilhelm IV.

Äönig Friedrich Wilhelm IV. war kein öreunö langer Reden, besonders nicht, wenn es sich um den Empfang in einer Stadt handelte. So war er eines Tages bereits mehrere Stunden unterwegs und traf um die Mittagszeit vor dem Tore einer kleinen Stadt ziemlich müde und hungrig ein. Hier rourbe er von den Ratsherren empfangen und der Bürgermeister wollte mit einer langatmigen Rede beginnen:Allerdurchlauchtigster, großmächtiger- mg, Allergnadigster König und Herr! Als Hannibal vor den Toren Karthagos stand..."hatte er wahrscheinlich eben solchen Hunger wie ich", rief der König kurz dazwischen.Kommen Sie, lieber Bür- germeister, steigen Sie in meinen Wagen und feien Sie mein Gast!"

Bei der Einfahrt in eine kleine Stadt wollte ebenfalls der Bürgermeister den König mit einer Rede bearußen.5000 Bürger", begann er, fand ober m der Aufregung die Fortsetzung seiner Rede nicht.5000 Bur Bürger", stotterte er nochmals Erneute Pause.Grüßen Sie die 5000 Bürger recht herzlich von mir, aber jeden einzeln!" rief ihm Friedrich Wilhelm aus dem Wagen zu und fuhr weiter. 1 1

als Studiosi Juris begonnen. Schütz, Händel, Schumann, Sibelius gehören in diese Reihe' Karl Zeller, der Schöpfer der OperettenDer Vogelhändler" undDer Obersteiger", war Wiener Ministerialbeamter. Julius Bittner, bekannt durch eine Reihe von Volksopern, wirkte Jahre hindurch als Richter in Wien; Armin Knab, der bekannte Liederkomponist, war als Amtsrichter in Süddeutschland tätig. Auch unter den Dirigenten, Sängern und Kritikern gibt es viele ehemali. ~ riften. Robert Kothe, der bekannte Lauten'

Don unserem K. B.-Äerichierffaiier.

gleitet war oder ob sie in das Flakfeuer gerieten und mit ihrem Angriff scheiterten. Wenn von unten die Scheinwerfer der Flakbatterien aufleuchteten, konnte man von oben beurteilen, ob und mit welchen Wirkungen die Angreifer in das Abwehrfeuer gekommen waren. Durch den Abschuß roter Leuchtkugeln wurde den Kampffliegern mitgeteilt, ob sie noch aktionsfähig waren, außer­dem konnte es ihnen durch Funksprechver­bindung mitgeteilt werden, wenn sie auszuschei­den hatten. Sie gingen dann im Gleitflug in niedri­gere Höhen und verschwanden vom Kampffelde.

Der Angriff beginnt.

Nach den Nachrichten, die am frühen Morgen von den Blauen Kampfverbänden Vorlagen, war man darüber unterrichtet, daß Blau Agentenmel­dungen vorliegen hatte, wonach Rot mit zwei Kampfgruppen von Braunschweig und Hildesheim aus angreifen würde. In den beiden genannten Orten waren von der zurückgehenden Blauen Ar­mee die Flugzeughallen zerstört worden, aber Rot hatte die Flugplätze selbst behelfsmäßig wieder her- aerichtet und von hier aus konnte der S t a r t z u m Angriff erfolgen. Die Entfernung vom Start­platz zum Angriffsziel Warnemünde betrug rund 300 Kilometer und konnte von den Kampfmehr­sitzern in etwa anderthalb Stunden zurückgelegt werden.

Auf Agentenmeldungen allein kann man sich aber im Manöver und im Ernstfälle nicht verlassen, und so war für Blau der Einsatz einer Aufklä- rungsstaffel notwendig geworden, die in Rich­tung Neu-Ruppin die Fernaufklärung unternommen hatte, mit der besonderen Aufgabe festzustellen, ob sich die Roten Kampfverbände noch in Braunschweig und Hildesheim befanden. Auf Grund der Erkun­digungen konnten von Blau Angriffe auf die Roten Kampfgruppen angesetzt werden. Waren beim An­

griff der Blauen Flieger die Roten Flieger nicht mehr in ihren Ausgangsorten, so konnten Hier die Rollfelder zerstört werden, so daß die Roten Grup­pen in anderen Flughäfen bei ihrer Rückkehr zu landen gezwungen waren.

Als die Zuschauer auf dem Angriffsziel Warnemünde eintrafen, war der Kampf be­reits in vollem Gange. Das Flugwachmeldekom­mando Rostock hatte den Anflug einer schweren Kampfgruppe in Richtung Nordwest in einer Höhe von 3000 Metern gemeldet. Eine Minute vor zehn Uhr waren die Jagdstaffeln, die auf einem behelfs­mäßige^ Flugplatz zwischen Warnemünde und Ro­stock lagen, gestartet, um nun so schnell wie mög­lich von größerer Höhe aus die schweren Kampf­flieger anzugreifen und zu vernichten.

Der Himmel war an diesem Morgen wechselnd bewölkt und der Wind hatte aufgefrischt. Das war für Blau und für Rot das richtige Wetter, um zu zeigen, was man gelernt hatte. Die Roten An­greifer waren vor keine leichte Lage gestellt. Ge­rade in den Minuten, als sich die Angreifer über ihrem Ziel Warnemünde befanden, verdeckten schwarze Wolken das Ziel und verhinderten jede Sicht. Nur von der Seeseite leuchtete das begehrte Himmelsblau, aber von dort aus durfte befehlsgemäß der Angriff nicht erfolgen.

Die Angreifer sahen ihr Ziel nicht und die Zu­schauer sahen ihrerseits die Roten Angreifer nicht, auch die Blauen Jagdstaffeln blieben den Blicken verborgen. Motorengedröhn, dunkel und hell getönt, ließ ahnen, daß dort oben über den Wolken keines­wegs ein Zustand holden Friedens herrschte. Was würden die Angreifer tun? Würden sie warten, bis sich die Wolken verzogen hatten, um dann zum An­griff überzugehen? Für die Zuschauer entstanden Minuten höchster Spannung. Immer nur hörten mir nur das Motorengedonner. Der Wolken­vorhang blieb zugezogen. Das Brummen der Mo­

toren war schon schwächer geworden, um dann lang­sam in der Ferne zu vertonen.

Luffkampf bei 20 Grad minus.

Was wirklich geschehen war, erfuhren wir am srühen Nachmittag, als wir der Jagdstaffel auf dem Feldflugplatz zwischen Rostock und Warnemünde einen Besuch abstatteten. Die rechtzeitig auf Grund rechtzeitiger Meldungen ge­startete Jagdstaffel hatte in kurzer Frist eine Hohe von 4000 Metern erklommen und von hier aus wiederholt die Roten Gegner mit Erfolg ange­griffen. Während dies berichtet wurde, waren aber schon neue Kämpfe im Gange. Wieder waren schwere Kampfflieger gemeldet worden und wieder war die schneidige Jagdstaffel aufgeftiegen, um die Gegner zu stellen, die nun in großer Hohe sichtbar wurden. Nun begann ein Luftkampf, der an Angreifer und Verteidiger die höchsten Anforderun­gen stellte. Im Sonnenschein strahlten die wendigen Jagdflugzeuge auf wie leuchtende Motten. Als bann die Jagdflieger zurückgekehrt waren, berichteten sie von ihren Erlebnissen. Hier unten wärmte noch ein­mal die letzte Sommersonne, aber oben während der Kämpfe hatte es 20 Grad Kälte ge­geben. Da brauchte es schon Nerven und Willens- kraft und vor allem war jagdfliegerisches Können nötig gewesen. Die Formationen, die geschlossen ge­startet waren, lösten sich oben auf, um den Gegner ZU suchen und anzupacken. Jagdflieger wird man nicht in drei Wochen, sondern hier ist sorgfältigste Arbeit in strengster Zucht vonnöten.

Diese Hebungen gaben auch Gelegenheit manö­vermäßig die Funksprechoerbindung zwi- schen den Flugzeugen der Jagdstaffel selbst und von der Erde aus zu erproben. Diesmal wurde auch versucht, die Flieger durch Sichtzeichen von der Erde aus über Flugrichtung und Hohe des Fein- des zu unterrichten. An sechs verschiedenen Stellen in einem Raum, der sich über hundert Kilometer erstreckte, hatten Sichtzeichentrupps auf Grund der Meldungen des Flugmeldenetzes große weiße leinene Pfeile ausgelegt, die die gegnerische Flugrichtung angaben. Dreiecke und Quadrate un­terrichteten die Verteidiger darüber, ob sich die An- greiser in Höhen unter oder über 3000 Metern be­fanden. So wirkte alles zusammen, um eine ein­heitliche und erfolgreiche Abwehr zu gestalten.

Einsatz her Zivilbevölkerung.

Wenn die Leistungen der Luftwaffe zur vollen Würdigung berechtigen, so tun bas nicht minber biefieiftungenbes zivilen Melbebien- ft es. Gerabe bei biefer Hebung haben die Rei­bungen bes Flugwachkommanbos bewiesen, welchen Wert bie Tätigkeit biefer freiwilligen unb ehrenamt­lichen Helfer hat, bie, von bestem Gemein­schaftssinn erfüllt, auch jetzt roieber ihre Pflicht getan haben. Da sitzen im Bereich bes Flugwach- fommanbos Rostock an 23 Stellen bie Flugwachen in ihren Horchgruben unb Unterftänben. Sie be­achten {eben bunflen Punkt am Himmel bei Tage unb hören auf jebes verbächtige Geräusch bei Nacht. Oft haben diese Männer in mühseliger Arbeit ihre Horchgrube ober ihren Unterftanb selbst ausge­baut. Da ist bei einer Flugwache ber eine Maurer, ber anbere Schmied und der dritte Stellmacher. Sie haben zusammen gearbeitet und zusammen ge­dacht, wie sie ihre Wachstelle am besten ausbauen konnten. Unb nun ist einer Beobachter, ber aroeite Horchposten unb ber brüte bebient ben Fernsprecher. Sie kennen ihre Weisungen ge­nau unb geben, was sie erfunben, knapp unb klar weiter.Wann, was, wohin?" Darauf kommt es an. Sie geben bie Flugrichtung nach ben Zahlen der Melderose an und vergessen auch nicht, die Hohe der ausaemachten Flugzeuge mitzuteilen. So kommen die Anrufe zu den Klappenschränken des Flugwachkommandos, die von hilfsbereiten jun- gen Mädchen bedient werben, so kommen sie zur Aufnahme unb an bie Stelle, wo sie gesichtet und zusammengefaßt werden. Hier werden auf einer Bewegungen der Roten und Blauen sichtbar und hier sehen wir auch auf der Karte, nms ßch an diesem Kampftage zugetragen hat.

z Pelz-Garn- n, Seal, Lin« in einfacher 26.- Mk- ' jnd höher

Lustkrieg über Norddeuischlaud.

Bomben auf Warnemünde und Braunschwe,g.-L)ie großen Herbstübungen der Lustwaffe.

heldenmütigsten unb gebildetsten Männer unserer Zeit. Er hat die Erkenntnis Bachs wissenschaftlich wesentlich gefördert, ist in Fragen des Orgelbaus Autorität und dabei selbst ein Orgelspieler von höchstem Rang. Nach ihm sei noch ber Chirurg C. L. Schlei ch genannt, ber sich als Philosoph, Dich­ter, Musiker, Maler ... und Schachspieler hervor­getan hat. Ein schönes Beispiel einer Erbver- wandtschaft zwischen musikalischer und mathemati­scher Begabung bietet die Schweizer Familie Ber- nouilli. Acht ihres Namens waren vielfach be­gabte Mathematiker, die sich daneben zur Musik hin- gezogen fühlten.

Musiker-Aerzte, Musiker-Juristen.

Außer Schweitzer und Schleich gibt es noch eine ganze Reihe von Musiker-Ärzten. Da ist Theodor Billroth, ber berühmte Wiener Chirurg. Er war eng befreundet mit Brahms, der ihm feine ersten Quartette widmete. Billroth war Geiger und ver­faßte außerdem bie sehr bekannt geworbene Schrift Wer ist musikalisch?" Walter C o u r v o i s i e r, ber vor einigen Jahren verstorbene Komponist aus bem Münchener Thuille-Kreis, war zunächst Chirurg, ehe er Schüler unb Schwiegersohn Thuilles würbe. Auch der Münchner und Bayreuther Heldentenor Alfred von Bary war zunächst Arzt und kehrte, als sein Augenlicht nachließ, wieder in den ärztlichen Beruf zurück. Auch Bogumil Z e p l e r, ber Schöpfer leicht beschwingter Operetten, war Doktor ber Mebi- zin. Bis zum Kaiserlich russischen Staatsrat brachte es Alexanber B o r o b i n, ber ursprünglich Militär­arzt war.

Bei ber Bebeutung, bie bie Rechtswissenschaft im öffentlichen Leben spielte, ist es nicht verwunberlich, baß gerabe unter ben Juristen bie Zahl ber Mu­siker beträchtlich ist. Viele haben als Musiker an­gefangen; anbere finb später in hohe Beamten­stellungen gerückt. Agostino S t e f f a n i, noch heute geschätzt wegen seiner Kammerbuette, brachte es zum Bischof von Spiga unb (1709) zum apostoli­schen Vikar von Norbbeutschlanb. Abalbert G y r o - wetz, Zeitgenosse ber Wiener Klassiker, war kaiser­licher ßegationsfefretär an mehreren beutschen Hö­fen, bis er Dirigent ber Wiener Hofoper würbe. Paberewski, ber polnische Pianist unb Kom­ponist, war ein Jahr lang Präsibent ber polnischen Republik, unb Herriot, ber französische Minister- präfibent von 1926, tat sich als Beethovenforscher hervor. Gelernter Jurist war G. Th. Telemann, ber erstaunlich fruchtbare Zeitgenosse Bachs. Er schlug bas Thomaskantorat aus, bas Kuhnau, feines Zeichens selbst zunächst Abvokat, innegehabt hatte. Unüberfehbar aroß hie Zahl ber Musiker, die

Musiker und was noch?

Don Or. Erwin Kroll.

il'bschon Musik, mag man ihr schaffend oder nach- Ihffsend dienen, den ganzen Menschen verlangt, ist tmod) bie Zahl der Männer, denen eine gütige Ekniur neben der musikalischen noch eine andere Be- phung in die Wiege gelegt hat, nicht klein. Jene iginaty Vielseitigkeit der Renaissance haben freilich in wenige Künstler wieder erreicht. Unter ihnen ist n allen E. T. A H o s f m a n n zu nennen, ber am iEimng bes vorigen Jahrhunberts als Dichter, Mu- §!c., Maler und dazu noch Jurist sein höchst roman- fes Erdenbasein lebte. Ihm ist (mit gebührenbem £b tanbe) ber Gras Pocci, Dichter, Zeichner, Rmponift unb schließlich Münchener Hofmusikinten- bin in einer Person, anzureiben. Meist pflegt bem Bi ifantentum nur eine Begabung beigesellt zu fein, ml einige von solchen Musikern im Doppel- ober te!*nberuf seien im Folgenben aufgezählt.

9k usiker-Dichter, Musiker-Maler.

Srran ben Minne- und Meistersingern führt bie Cpir 3u Luther und zu Goethe. Ihre geniale Sn seitigkeit ist bekannt. Wesentlich beschränkter sind «^Talente des Dichters Grillparzer gewesen, dr fich auch als Komponist betätigt hat. Bei Peter Cct n e I i u s , Wagner und Schumann war dr ! dichterische Begabung mehr eine Beigabe ber ni: kalischen. Verhältnismäßig selten trifft man Lis: Musiker, die malen. Immerhin kennen wir lu* . rfl Zeichnungen von Johann Strauß, bem Wal- jrüönig; wir wissen, baß auch Caruso, ber große ßiwr, ben Stift bes Karikaturisten gewandt hand- hlbse, unb es gibt Leute, bie Arnold Schoen- bi i g s, bes Atonalikers, Bilder ebenso schätzen wie fdn: Musik.

Musiker-Philosophen, Musiker- Mathematiker.

handelt es sich bisher um künstlerische Doppelbe- gbnngen, so ist die Zahl ber Fälle noch größer, bei : Wit sich mit ber musikalischen Begabung eine > aßirkünstlerische paart. So kennen wir seit I. I. Igomf f e a.u ben komponierenden Philosophen. Ni tzsche hat Wagners Kunst als einer ber ersten I Mount unb selbst ernstlich um ben Lorbeer bes Rnponiften gerungen. Unter ben fiebenben ist vor Qiin E. Matthiesens zu gebenfen. Er hat fif als Religionsphilosoph unb Parapsychologe e oi Namen gemacht unb nebenbei wertvolle Lie- I In iunb Ballaben geschrieben. Albert Schweitzer 1 erlich, Theologe, Philosoph, Tropenarzt, Musikfor- ||tfi unb Organist in einer Person, ist einer ber

Wilhelm L Friedrich $ 5 Thyriot; fj in. Anzeige en Inhalt V. IH. 35: W Is-Buch- unb! itlid) in W mfchließlichj rten 15 Pf. Samstags! Pf. mehr. I.Juni 1935;