Hreitag, 27. September 1955
1h 226 Erster Blatt
185. Zahrgang
Gietzener Anzeiger
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posthim des deutschen Volkes, weil er nicht zu den
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Oer beuffdfe Bauer beteiligt sich am 6. Oktober am Erntedanktag auf dem Bückeberg bei Hameln.
1 Aus diesem soldatischen Gefühl heraus resul- it iiber auch sein Verantwortungsgefühl und sein cgirnut, der ihn den Weg ber Reformen in
den letzten Wahlkampf. DerErfolg war überraschend. Gömbös' Einheitspartei hat im ungarischen Parlament die Mehrheit, die notwendig ist, um ihm für die Führung der Regierung freie Hand zu lassen.
Einmal ist Gömbös die Ueberwindungdes Parlamentarismus gelungen, dadurch, daß er die anderen Parteien so dezimierte, daß sie im politischen Leben Ungarns keine Rolle mehr spielen. Das war schon eine Tat, auf die die zweite nun folgt: die Bodenreform. Allmählich und vorsichtig will Gömbös die großen Latifundien, den für deutsche Begriffe unvorstellbar großen Großgrundbesitz, verkleinern und er will zum erstenmal in Ungarn eine wirkliche Siedlungspolitik treiben Gesprochen worden ist davon in diesem Nachfolgestaat der k.u. k. Monarchie schon viel. Getan worden ist aber wenig. Gömbös war es vorbehalten, hier die erste Bresche zu legen.
Und ebenso wie innerpolitisch Gömbös zum anerkannten Führer geworden ist, ebenso folgt ihm ganz Ungarn auch auf seinem außenpollti- s ch e n W e g e, an dessen Endziel die friedliche R e- vision desFriedensdiktats steht. Ungarn hat durch das Diktat von Trianon unendlich viel verloren an Landbesitz verhältnismäßig am meisten von allen Mittelmächten. Und so ist es verständlich, daß das Hochziel ungarischer Außenpolitik die Wiedergutmachung eines Teiles btefes Verlustes fein muß Gömbös will bas aber nicht auf bem Wege ber Gewalt erreichen, er will vielmehr, auch
Es paßt vortrefflich zu bem Bild bes litauischen Zwergstaates, daß gerade am Vorabend ber rnernel- länbischen Wahlen eine Revolte ber Bauern burch- gebrochen ist und daß litauisches Militär sich geweigert hat, das Blut der streikenden Brüder zu vergießen. Seit dem Staatsstreich Smentonas am 17. Dezember 1926 gärt es in dem kleinen Ländchen, das sich anmaßt, das deutsche Memelgebiet zu seiner Kolonie zu machen.
Es mag daran liegen, daß die Rechtszustände der litauischen Republik so verworren sind wie nur eben möglich. Seit der Gründung des Staates, die am 11. Dezember 1917 erfolgte, und die unter dem Schutze der deutschen Bajonette überhaupt erst möglich wurde, hätte sich wahrlich Zeit genug gefunden, um eine einheitliche juristische Basis für das Rechtsleben zu finden. Heute ist es so, daß im ehemaligen Gouvernement S u w a l k i das Bürgerliche Gesetzbuch für das Königreich Polen aus dem Jahre 1825 gilt, das im großen und ganzen nichts anderes ist, als eine Ueberfetzung des französischen Code civil. In denjenigen Teilen des Landes die früher zu Rußland gehörten, gilt das frühere russische Privatrecht-, in den ehemals zum Gouvernement. K u r l a n d gehörigen Landesteilen ist das baltische Privat- recht in Kraft. Im Memelgebiet schließlich.
(Weltdilb-M.)
msljnialistische Deutschland bann noch vertieft wor- Mri isst. Dazu kommt ein weiterer Umftanb, ben DhtHjIanb Gömbös nicht vergessen wird. Im Jahre 1133oals das Ausland noch widerhallte von Greuel- mHungen über den Nationalsozialismus, als viele Siwsn von ihm Gefahr witterten und sich täglich betrugt fühlten, da war Julius Gömbös der erste Cxjccsmann Europas, der sich kurzerhand auf die Bich setzte, um A d o l f H i t l e r in Berlin einen B!efi ch zu machen.
lJv:us Gömbös hat aber deshalb auch die Sym-
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Der Dank des Bauern.
„Es gibt keinen Aufstieg, der nicht beginnt bei der Wurzel des nationalen, völkischen und wirtschaftlichen Lebens, beim Bauern. Von ihm führt der Weg zum Arbeiter und weiter endlich zur Intelligenz". Es war kennzeichnend für die innere Wahrhaftigkeit des Führers, daß er am ersten Tag der nationalen Arbeit, also vor einer Millionenoersammlung von großstädtischen Hand- und Kopfarbeitern, die überragende Bedeutung des Bauern in den Vordergrund stellte. Das war erst wenige Monate nach der Machtübernahme, wo der künstlich in die Gehirne gehämmerte Gegensatz zwischen Stadt und Land, zwischen Erzeuger und Verbraucher, zwischen Arbeiter und Bauer im Bewußtsein gerade der handarbeitenden Menschen noch sehr lebendig war. Inzwischen sind sich Arbeiter und Städter darüber klar geworden, daß die Sache des Bauern ihre eigene ist, sie feiern mit dem gleichen Gefühl des Dankes und mit dem selbstverständlichen Bewußtsein innigster volksgemeinschaftlicher Verbundenheit das dritte Erntedankfest im Dritten Reich, zu dem am 6. Oktober wieder die Hunderttausende am Bückeberg zusammenströmen werden. Wenn mir im Hinblick auf diesen nationalen Festtag den Weg verfolgen, den die Agrarpolitik seit der nationckl- sozialistischen Revolution eingeschlagen hat, so fallen die Tatsachen der Erbhofgesetzgebung, die Schaffung des Reichsnährstandes, die Marktordnung, das Fest Preisgesetz für Getreide und die E r z e u g u n g s s chl ach t besonders in die Augen. Das Reichserbhofgesetz ist recht eigentlich der Grund- und Eckpfeiler der NS.-Agrarpolitik. Es baut auf den Grundlagen altgermanischen Bodens auf und schafft so die Möglichkeit zu einer bodenoerwurzelten und blutsmäßigen Bauernpolitik. Liberalismus und Marxismus haben bäuerlichen Grund und Boden zu einer verkäuflichen Handelsware gemacht. Diese Begriffsverwirrungen haben erst die Voraussetzungen für die geplante Zerstörung deutschen Bauerntums geschaffen. Der Marxismus hat es offen zugegeben, daß der Bauer entrechtet werden müsse, um die Zersetzung des Volkes durchführen zu können. Die in den Nachkriegsjahren versteigerte Bodenfläche bäuerlichen Besitztums umfaßt etwa die Fläche, die so groß ist wie ganz Thüringen. Dadurch wurde die an sich schon sehr schmale Ernährungsgrundlage des deutschen Volkes um ein erhebliches geschmälert. Das Reichserbhofgesetz verhindert, daß ein vernünftig wirtschaftender Bauer gezwungen wird, von seinem Hof zu weichen. Es gibt ihm aber nicht nur eine größere Krisenfestigkeit, sondern gibt dem Bauernstand die Stellung im deutschen Volke wieder, die ihm gebührt.
Es zeichnet sich aber auch immer deutlicher ab, daß der Bauer ebenso wenig wie ein anderer Stand um seiner selbst willen in der wirtschaftlichen Bedeutungsfolge in den Vordergrund gestellt wurde. Kein Stand steht im Mittelpunkt; jeder ist vielmehr Ausgangspunkt einer Linie, die zum Gemeinschafts- begriff, die zur Nation führt; jeder muß sich die ihm gegebene Bedeutung durch den Einsatz im Dienst an der Nation erhalten und immer wieder neu erringen. Es war selbstverständlich, daß die Maßnahmen zur Gesundung der deutschen Landwirtschaft, zur Behebung ihrer Notlage, die nationalsozialistische Agrarpolitik zunächst fast ausschließlich beherrschen mußten. Man konnte nicht einem kranken ©liebe ber Wirtschaft vermehrte Dienstverpflichtungen gegenüber ber Nation aufbürben. Inzwischen aber ist es in weiten Bereichen gelungen, diese Gesundungsmaßnahmen zum Erfolge zu führen. Wenn wir auf bie Bauernnot in so vielen europäischen Länbern schauen, so Heden sich die Erfolge der deutschen Agrarpolitik grell ab.
Darum konnte die Agrarpolitik in eine neue Richtung gelenkt werden, bie nicht mehr von bem Gesichtspunkt bes Dienstes am Bauern, sonbern von bem Dienst bes Bauern an ber N a ti o n ausgeht. Das spiegelt sich in neuen Parolen roieber: „Erzeuge mehr aus beinern Boben, verwerte bas Erzeugnis sparsam unb richtig, bann, deutscher Bauer, bienst bu beinern Volk! Es geht um Sein unb Nichtsein beines Volkes!" unb ferner: „Die Marktordnung bient bem Verbraucher!" Die Auswirkungen biefer agrarpolitischen Wendung haben bie Verbraucher inzwischen praktisch fühlbar erkannt. An ben Wirkungen haben sie es verspürt, baß bas große Vertrauen berechtigt war, baß bie Betonung ber Bedeutung, die dem Bauern zukommt, von nationalsozialistischen Grundsätzen bestimmt und > im Hinblick auf das Wohl und Wehe des Ganzen ausgerichtet war. Wir haben auch , aus den weltwirtschaftlichen Spannungen gelernt, i was es bedeutet, wenn ein Volk sich seine Nahrungsfreiheit auf dem eigenen Boden erringen kann. Weil wir auf dem Wege dahin in den letzten Jahren so glückhaft voranschreiten konnten, weil wir inzwischen die früheren Interessengegensätze in dem neuen Bewußtsein der Jnteressenverbindung zwischen Stadt und Land und der völkischen Gemeinschaft überwinden konnten, darum ist der Tag des Bauern heute ein Festtag der ganzen Nation. Darum sehen wir mit freudigem Hochgefühl dem dritten ; Erntedankfest am Bückeberg entgegen, bei dem der 1 deutsche Bauer dem Führer dankt für die Sicherung seines Hofes und darum in seiner Gefolgschaft ’ sich zum Staatsakt begibt um dem Führer aufs neue Treue und Einsatzbereitschaft zu geloben.
unter Zuhilfenahme bes Völkerdunbes, eine friebliche Revision erreichen, ebenso wie Ungarn alles baran gelegen ist, mit seinen Nachbarstaaten in gutem Einvernehmen zu stehen. Nichts spricht beutlicher für biese Politik als bie Beilegung bes Konfliktes zwischen Ungarn unb Sübslawien, als ber sübslawische König auf französischem Boben ben Mörberkugeln zum Opfer gefallen war.
Gömbös verkörpert in sich bas heutige Ungarn. Er, ber heute Mitte vierzig ist, ist ber politische Sol- bat, ben bie Frontgeneration Ungarn geschenkt fjat.
Der unaarische Ministerpräsident in der dominier Heide.
Insterburg, 26. Sept. (DNB.) Nach glattem Flug lanbete mit ber ihm von General Göring zur Verfügung gestellten Maschine „Manfred von Richthofen" Ministerpräsident Gömbös von Budapest kommend am Donnerstag auf dem Flugplatz Insterburg. Der Chefadjutant bes preußischen Ministerpräsidenten Oberstleutnant B o bensch a tz , ber sich bereits von Bubapest ab in der Gesellschaft bes ungarischen Ministerpräsibenten de- fanb, geleitete ihn zum alten preußischen fiskalischen Jagbrevker in ber Rominter Heibe, wo Ministerpräsibent General Göring ben Gast empfing. Der ungarische Ministerpräsident wird sich bis Samstag im Jagdrevier aufhalten unb sich bann nach Berlin begeben. Die Beglei -
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Bauernunruhen und Militärmeutereien in Litauen.
Oie Kownoer Regierung ist am Vorabend der Memelwahl nicht einmal imstande, im eigenen Lande Ordnung zu halten.
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soweit bort überhaupt noch eine Rechtsprechung existiert, besteht bie b e u t s ch e Gerichtsverfassung unb bas beutsche Recht. Wesentliche neuere Gesetze, bie bas ganze Hoheitsgebiet umfassen, gibt es kaum; es sei benn, baß bas berüchtigte Gesetz zum Schutz von Volk unb Staat vom 10. Februar 1934 als ein solcher Sonberfall gelten kann, obwohl sich besten Tenbenzen ausschließlich gegen bas Memeldeutschtum richten.
Unv bie Bedeutung ber Unruhe unter ber litauischen Bauernbevölkerung in ihrer ganzen Tragweite ermessen zu können, muß man bebenken, baß 79 Prozent bes litauischen Volkes bem Bauertum angehören, währenb 6,1 Prozent in ber Jnbustrie unb 2,4 Prozent im Hanbel beschäftigt finb. Das gering entwickelte Verkehrswesen wirb von 0,9 Prozent ber Bevölkerung glatt bewältigt. Das auf seine Stärke poch en be Länbchen umfaßt insgesamt nicht mehr als 52 882 Quabratkilometer Bodenfläche bei einer Gesamtbevölkerung von 2 220 000 Köpfen: bas ist bie ganze Machtfülle", bie bem Staatspräfibenten Smentona zur Verfügung steht und auf bie sich ber litauische Außenminister bei seinen geschäftigen Verhanblungen in Genf zu stützen vermag. Die Wehrmacht bes Landes besteht aus 1645 Offizieren unb 17 870 Mannschaften.
Man tut gut baran, sich ber realen Tatsachen zu erinnern. Bis vor einiger Zeit war es so, baß ber litauische Bauer vom Absatz in Deutschlanb lebte. Der beutsche Markt ist ihm jeboch bank ber Memelpolitik ber Kownoer Regierung nicht mehr zugänglich. Die Erzeugnisse ber litauischen Land- wirtschaft belasten infolgedessen ben litauischen Markt, bas Überangebot brückt auf die Preise unb hat eine allgemeine Verelenbung bes Bauern st anbes hervorgerufen. Aber diese Ursachen will Kowno nicht wahr haben. Geradezu grotesk mutet es an, wenn man in den Pressebetrachtungen zum BauernkonflUt liest, daß die Bauern fremden (bolschewistischen) Einflüssen erlegen wären, gleichzeitig aber hört, baß sich bie ohnehin schon dem großen sowjetrussischen Nachbarn treu ergebene litauische Regierung um ben Abschluß eines Paktes mit Moskau entsprechen!) bem tschechisch-russischen Militärvertrag bemüht. Man ist also mit seinem Latein zu Enbe unb flüchtet nun enbgültig in bie Arme ber Bolschewisten, zumal von Warschau her ben Litauern auseinandergesetzt worben ist, daß sie, die vorerst Deutschland gegen Polen ausspielen wollten, jetzt, nachdem sie sich gründlich hineingeritten haben, von Polen nichts mehr erwarten können.
Kein Wunder, daß die Wut ves Volkes sich gegen die Machthaber richtet, die die geringen Kräfte des Landes daran verschwenden, mit Polen und Deutschland Konflikte zu suchen und eine Expansionspolitik zu betreiben, die allem Rechtsempfinden ins Gesicht schlägt, und darauf aus ist, wohlgeordnete Landstriche aus dem Körper benachbarter Länder herauszureißen, obwohl die litauische Landesverwaltüng nicht imstande ist, im eigenen Hause Ordnung zu schaffen. Wenn sich die Signatarmächte des Memel- statuts, darüber Rechenschaft ablegten, an welch unwürdiges Objekt sie ihre Zuneigung verschleudern, so wäre ber Memelstreit mit einem Schlage zu bereinigen. Daß es nicht geschieht, beruht nicht auf ber Ehrbarkeit ber Usurpatoren im Länbchen Litauen, sonbern nur barauf, baß man mit Absicht einen Unruheherb an ber beutschen unb an ber polnischen Grenze erhalten möchte, ber eines Tages einmal ben bolschewistischen Rotarmisten Gelegenheit geben soll, sich in bie ungeschützte Flanke Deutschland zu verbeißen. Das hat auch Polen längst erkannt; unb barauf basiert auch bie soeben erfolgte halbamtliche Erklärung aus Warschau, bie feststellte, baß für Polen keinerlei Grunb vorliegt, litauische Interessen im Memellanb zu verteibigen.
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a Qttemännern gehört, bie glauben, ben politischen I Wagin in ben ausgefahrenen Gleisen ber Vorkriegs- ! di pknatie weitersteuern zu können. Gömbös' Poli-
Gömbös, M torpotififer undGoldat sfaS* tigerns Ministerpräsident weist als Gast G e - «s ^Znii.ril Görings auf deutschem Boden. s'S'gl'?nn sicher fein, daß er hier mit allen Sympa- “’JgZthier begrüßt wird, die das deutsche Volk einem — schm en Staatsmann entgegenbringen kann, zumal
* 'einer solchen, der im Kriege mit Deutsch- , = l kn)i Schulter an Schulter gefochten ; hick. Das allein ist es aber nicht, was das deutsche i0,& so freut, daß Gömbös bei ihm zu Gaste ist, A8^Zsst-Mdrn es ist auch die Tatsache, daß durch seinen
<2 W sich auch nach außenhin dokumentiert wird, wie «82^ IirILie Bande sind, die Ungarn undDeutsch- ü.3 lii aneinander fesseln. Sowohl gefühlsmäßig, wie : o-®?3 Jaiud) aus wirtschaftlichen Vernunftgründen heraus, »ch eine Zusammenarbeit zwischen Deutschland i 0Ungarn schnell angebahnt, die durch das natio-
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»eit 3 Jago 8. ’3® an ig!*1 6 Sss.6* ras? »Bt-eso
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iraiffurt am Main 11686 Druck und Verlag: Vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderci R. tauge in Gietzen. 5christ!ettung und Geschäftsstelle: Zchulstrahe 7 Mengenabschlüsse Staffel 8
E y d t k u h ne n. 26. Sept. (DNB.) Die Bauernunruhen in Litauen nehmen immer ernstere Formen an. Es ist erneut im Süden und in dem Gebiet um kowno herum zu schweren Zusammen- tößen gekommen. Man beobachtet im Streikgebiet zahlreiche Brände, die als Vergel- lungsmahuahmev von Streikenden gegen Streikbrecher angesehen werden. Verschiedentlich hat die lolizei, die in Kraftwagen auf das Land geschafft wurde, Verhaftungen vorgenommen, woraus die Bauern die Verhafteten gewaltsam bereiten. Bei den Zusammenstößen wurde wiederholt auf beiden Seiten von der Schußwaffe Gebrauch gemacht; es soll Tote und Verletzte gegeben haben. Die Bauern sind zum größten leit mit Gewehren ausgerüstet. An einzelnen Stellen weigert sich die Polizei, gegen die Bauern vorzugehen. Ve- onders das Militär lehnt es ab. in den Kamps einzugreifen. Ein Bataillon aus Mariampol befolgte einen aus Kowno ergangenen Befehl, gegen die Bauern zu marschieren, nicht. Acht Offiziere wurden daraus verhaftet. Auch zwei Kownoer Truppenteile haben gemeutert. Die Bauern fordern erneut auf, die Molkereien an der Belieferung der Stäbte mit Milch zu hindern.
Der halbamtliche „Lietuvos Aidas" schreibt il a.: Die örtliche Polizei sei zu schwach, um den Terror zu unterbinden. Der Kamps gegen die Terroristen ei sehr schwer, da die meisten den örtlichen Vewoh- tern unbekannt seien. Es gelinge ihnen unter ver- chiedenen Versprechungen, einen Teil der Landbevölkerung für ihre dunklen Umtriebe zu gewinnen, zumal sie über nicht geringe Geldmittel verfügten, womit sie ihren Agenten die her- tellung und Verbreitung von Flugblättern u. a. m. lezahlten. Die Untersuchung habe ergeben, daß es ich bei den Terroristen meist um besitzlose Elemente handele, denen sich insbesondere die verschuldeten Bauern anschliehen. Die Unruhe unter der Landbevölkerung nehme insbesondere dadurch zu, daß die Terroristen in letzter Zeit diejenigen Bauern, die sich der Streikbewegung nicht anschließen wollen, mit Brandstiftung und Erschießen bedrohen.
| iiai n gehen läßt.
Einbös' Leben ist zunächst das eines Soldaten I r? -n. Seine Jugend bringt er auf der Militär- itc in Fünfkirchen zu, dann kommt er in das ! .ÜTifanterie-Regiment in Agram und später auf Kriegsschule in Wien. Aber hier bricht bereits rpolitisches Gefühl durch. Er macht sich schon auf derkriegsschule seine eigenen Ideen über eine selb- ftlniiige ungarische Armee. Im Krieg wird er an bjici-ront verwundet und kommt ins Honved-Mini- fteirim, wo er wiederum den Gedanken der eigenen . ngarischen Armee vertritt. Gömbös ist U n - g ai'Mnd dieser Ungar bewährt sich, als alles zusam- ---H mieplibrechen droht. Die k. u. k. Monarchie ist nicht niiE’r Ungarn selbst droht in der roten Flut zu oer- 3* mjip. Da steht an der Seite des Admirals Horthy tS —$ leit: ÖS, der Soldat. Es ist mit sein Verdienst, daß 5 '^§5/ deiiüc olschewistenspuk so schnell zerstiebt, und £Siteleoan Seite mit Horthy kann er in das befreite % iücoeft einziehen.
3 0^5.5? 2chrend Horthy, der Admiral, Ungarns Reichs- vsW^er wird, zieht auch Gömbös die Uniform aus, 0 3$ ui irr. in als Politiker seinem Lande zu dienen.
« E r stngt in der damaligen Regierungspartei an mnki dauert nicht lange, da ist Äömbös nebst Gra ® etiile n der Führer der Partei. Als Bethlen dcm vom Ministerpräsidentenposten zurücktritt, * S’gsH üBbiinmmt an seiner Stelle Gömbös die Regie-
>0 nnlH^geschäfte. Das war im Jahre 1932. Vorher
। 3 wmi .-r bereits vom Hauptmann zum General be-
*1 ffifciftt worden und hatte im Kabinett Bethlen den
i'o1 des Heeresministers inne. Diejenigen, die
•;» Ö)ciin.:5 glaubten, daß der Ministerpräsident Gömbös 'p» *13^. ‘ abin;iie Politik Bethlens, des Parteiführers, weiter- 0 füih? würde, hoben sich getäuscht. In Gömbös er- rowst wieder kämpferisches Soldatentum, und aus ih: in ,.og er die Erkenntnis, daß Reformen für U:|ij:arn unbedingt notwendig sind, damit dieses U'.lnm zu einem wirklichen Volk zusammenge- sck^U werden könnte. Seine Ideen vertrugen sich niiti mit den Ansichten des damals allmächtig er- sckhinmden Bethlen. Gömbös warf der Hocharisto- friciejunb dem Großgrundbesitz den Fehdehandschuh fi-r brach mit Bethlen und zog gegen ihn in


