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Aus aller Welt.

polnischer

Zerstörer-Besuch im Reichskriegshafen Kiel.

Die polnischen ZerstörerWieher" und Burza" trafen zum Besuch des Reichskriegshafens Kiel ein. An der Friedrichsorter Enge feuerten die Zerstörer einen Landesalut von 21 Schuß ab, der sogleich erwidert wurde. Nach dem Eintreffen im Kieler Hafen wurde der Salut für die Flagge des Stationschefs gefeuert, worauf die beiden Zer­störer, an deren Bord sich insgesamt 240 Mann befanden, an der Blücherbrücke dicht bei Kreuzer Königsberg" und dem SchulschiffGorch Fock" festmachten. An der Blücherbrücke begab sich der Verbindungsoffizier an Bord.

hiudeuburg-Zwei- und Fünf-Markstücke.

Auf Grund des Münzgesetzes vom 30. August 1924 werden Reichssilbermünzen im Betrage von zwei und fünf Reichsmark hergestellt werden, die aut der Schauseite in der Mitte den Kopf des verewigten Reichspräsidenten von Hindenburg im Profil tragen. Innerhalb des Randes stehen in Fraktur die WortePaul von Hindenbur g", die Jahreszahlen1847 1934" und das Münzzeichen. Die Wertseite der Mün­zen gleichen denen der Münzen mit der Potsdamer Garnisonkirche, jedoch tragen sie in der unteren Hälfte die WertbezeichnungReichs 2mark" oder Reichs Smart".

Ein vierjähriger Lebensretter.

In der französischen Stadt Nogent le Rotrou an der Huisne hat sich der seltene Fall ereignet, daß ein vierjähriges Kind sich als Lebens­retter auszeichnete. Der vierjährige Rens S e l - Her spielte dort am Flußufer mit seinem zwei­jährigen Brüderchen Raymond, als der Kleine plötz­lich über eine Baumwurzel stolperte und ins Wasser fiel. Rene sprang in das über einen Meter tiefe Wasser nach, konnte sein Brüderchen an einem Kleiderzipfel erfassen und laut um Hilfe rufen. Passanten eilten herbei und zogen die beiden Kinder vollends heraus, die in diesem Augenblick beide schon das Bewußtsein verloren hatten. Sie erholten sich beide jedoch sehr schnell unter den Händen des Arztes und sind heute wieder munter und wohlauf. Der Vierjährige ist übrigens selbst genau vor einem Jahre an der gleichen Stelle des Flußufers ins Wasser gefallen und von Gendarmen gerettet worden.

Vier Kinder beim Vaden in Spanien ertrunken.

Bei Zamora (Spanien) ereignete sich ein schweres Badeunglück, dem vier Kinder zum Opfer fielen. Eine Gruppe von sieben Kindern badete in dem sehr reißenden Fluß Tera. Plötzlich wurden die Kinder von der Strömung erfaßt und in di-e Mitte des Flusses abgetrieben. Während es gelang, drei der Kinder aus den Fluten zu retten, sind die übrigen vier ertrunken.

Explosionsunglück

in einem amerikanischen Kalksteinbruch.

Bei einer Sprengung in dem Kalksteinbruch einer Zementgesellschaft in Rio Grande ereignete sich ein schweres Explosionsunglück. Durch ein noch unaufgeklärtes Versehen kamen etwa 10 000 Kilo­gramm Dynamit vorzeitig zur Explosion und ver­schütteten eine Anzahl von Arbeitern unter den abgesprengten Kalksteinmassen. Bei dem Unglück wurden ein Arbeiter getötet und drei Personen schwer verletzt.

Das Todesurteil gegen den Eifenbahnattentäter Matufchka in zweiter Instanz bestätigt.

Die Königlich ungarische Tafel bestätigte in zwei­ter Instanz das am 20. November 1934 vom Straf­gerichtshof gegen den Eisenbahnattentäter Sylvester Matufchka ausgesprochene Todesurteil. Sie stellte sich in der Beurteilung des Attentats und der Bemessung des Strafausmaßes auf den Boden des erstinstanzlichen Urteils. Die Königliche Tafel hat insbesondere den Antrag der Verteidigung auf Fest­stellung der Unzurechnungsfähigkeit des Angeklagten Matufchka abgelehnt und die erstinstanzlichen Aus­sagen der Gerichtsärzte über die völlige Z u - rechnungsfähigkeit des Angeklagten gebil­ligt. lieber die Verurteilung Matuschkas wird nun­mehr noch die Königlich ungarische Kurie in drit­ter Instanz zu entscheiden haben, die jedoch das Gerichtsurteil nur vom formalen Standpunkt aus prüft. Die Vollstreckung des Todesurteils ist erst nach Ablauf der sechsjährigen Zuchthausstrafe möglich, zu der Sylvester Matufchka im Jahre 1932 vom österreichischen Kriegsgericht verurteilt wurde,

und die er in dem österreichischen Zuchthaus Stein abzubüßen hat. Nach Ablauf der Frist im Jahre 1938 wird Matufchka den ungarischen Behörden ausgeliefert. Die Vollstreckung des Todesurteils hängt dann jedoch davon ab, ob die ungarischen Gerichtsbehörden die inzwischen in Oesterreich er­folgte Wiederherstellung der Todesstrafe als für öen Fall Matufchka gültig anerkennen, da Matufchka österreichischer Staatsangehöriger ist, zur Zeit der Begehung des Attentats in Oesterreich die Todes­strafe nicht bestand und nach internationaler Rechts­gepflogenheit die Todesstrafe nur dann vollstreckt werden kann, wenn in dem ersten das Urteil aus- sprechenden Lande die Todesstrafe gilt.

Drei Todesopfer der Fleischvergiftung in Bielefeld.

Wie unlängst berichtet, waren in Bielefeld und Brackwede 20 Personen nach dem Genuß von rohem Hackfleisch (Schabefleisch) erkrankt. Schon in der vergangenen Woche ist der Kraftfahrer V ö g e- d i n g an den Folgen der Vergiftung gestorben. Die Hoffnung, daß alle übrigen Kranken genasen würden, hat sich nicht erfüllt. Der 59jährige In­valide Fritz Dietrich aus Brackwede und der 25jährige Artur Nagel aus Bielefeld-Schildesche, die ebenfalls von dem Fleisch gegessen hatten, sind jetzt g e ft o r b e n. Damit stieg die Zahl der Opfer auf drei.

Grohseuer in einer nordfranzösischen Spinnerei.

Durch ein Großfeuer in einer Wollspinnerei in Tourcoing (Nordfrankreich) wurden 50 000 Kilo­gramm Wollgarne vernichtet. Der Schaden beträgt 1,25 Millionen Franks. Fünfzig Arbeiter sind für einen Monat brotlos geworden.

Wirbelsturm und Gewitter in Frankreich.

Ein heftiger Wirbelsturm hat in Mont-de- Marsan (Südwestfrankreich) erheblichen Schaden angerichtet. Häuser wurden abgedeckt, *Bäume ent­wurzelt, Mauern eingedrückt und die Keller zahl­reicher Häuser sind voll Wasser gelaufen. In der ganzen Umgebung ist die Ernte vernichtet. In Paris hat die drückende Hitze der letzten Tage zu einer Entladung geführt. Etwa eine Vier­telstunde fegten ein heftiger Gewitterregen und Hagelschauer über die Innenstadt ver­bunden mit starkem Sturm und einer merklichen Abkühlung der Temperatur.

Schwere Unwetter über den Vereinigten Staaten.

Die mittleren Weststaaten Amerikas, Iowa, Mis­souri und Kansas, wurden von starken Wolken­brüchen heimgesucht, die in weiten Gegenden Hochwasser zur Folge hatten. Großer Schaden ist vor allem an der Ernte angerichtet worden; aber auch sonst sind bedeutende Sachschäden zu verzeich­nen. Allein in der Stadt Council Bluffs (Iowa) wird der Schaden auf über 200 000 Dollar geschätzt. Drei Personen sind in den Fluten umgekom - men

Tumultszenen im pariser Konservatorium.

Im Pariser Konservatorium kam es zu T u - m u l t s z e n e n. Als das Preisgericht die Ergeb­nisse eines musikalischen Wettbewerbs bekanntgab, erstürmten etwa 100 Angehörigen von Musik­schülern die Bühne, um gegen die Art der Preis­oerteilung zu protestieren. Der Saal muhte ge­räumt werden. Auf der Straße kam es zu weiteren Demonstrationen, so daß die Polizei einschreiten und mehrere Verhaftungen vornehmen muhte.

Ausstieg

eines sowjetrussischen Stratosphärenballons.

Am Mittwoch früh kurz nach 6 Uhr MEZ. stieg der StratosphärenballonU. d. S. S. R. I in Moskau auf. Der Ballon, landete nach zwei Stunden bei Tula etwa 180 Kilometer südlich von Moskau. Einen neuen Höhenrekord hat er nicht aufgestellt; er war auch nicht beabsichtigt.

prozeh gegen die Mörder des sowjetrussischen Dichters Vikow.

Vor dem Militärkollegium des Obersten Gerichts­hofes in Nifchni Tagil (Ural) findet unter dem Vorsitz Matulewitschs gegenwärtig ein Pro­zeß gegen die Mörder des bekannten sowjetrus­sischen Dichters Bitow statt. Bikow wurde, wie erinnerlich, Anfang März ermordet aufgefunden. Auf der Anklagebank sollen ehemalige Kameraden des Ermordeten sitzen, darunter zwei Personen, die früher im Dienst der Roten Armee gestanden haben. Alle Angeklagten seien geständig, Bikow aus poli­tischen Beweggründen ermordet zu haben. Der Pro­zeß soll mehrere Tage dauern.

Es wird wieder mehr geraucht.

Wie die letzten statistischen Erhebungen ergeben haben, entfallen auf jeden Deutschen 555 Zigaret­ten und 114 Zigarren für das Rechnungsjahr 1934- 35. Danach hat der T a b a k v e r b r a u ch stark zugenommen. Vor dem Krieg wurden im Jahre knapp 13 Milliarden Zigaretten geraucht, im Wirtschaftsjahr 1934/35 waren es dagegen 36,1 Milliarden. Das ergibt auf den Kopf der Bevöl­kerung 555 Zigaretten, während vor dem Krieg auf einen Bewohner 193 Stück entfielen. Auch im Zigarrenabsatz ist eine Aufwärtsbe­wegung festzustellen. Im Jahre 1913 wurden in Deutschland 8,3 Milliarden Zigarren geraucht, d. h. 119 Zigarren pro Kopf im Jahr. Nach dem Kriege wurde der Absatz in Zigarren von Jahr zu Jahr kleiner. Jetzt ist der Jahresabsatz der Zigarre wieder auf 7,4 Milliarden Stück gestiegen. Nimmt man den Einzelverbrauch von 114 Zigarren im Jahr, so hat der Zigarrenabsatz fast wieder den Vorkriegsstand erreicht.

104 Jahre alt!

Der älteste Einwohner der Provinz Hannover, der aus Hecke bei Alfhausen (Kreis Bersenbrück) stammende und noch jetzt dort wohnende Georg vor dem Felde, der am 24. Dezember 1831 geboren und jetzt 104 Jahre alt ist. Trotz sei­nes gesegneten Alters ist er noch heute ein eifriger Erzähler und beschäftigt sich noch jeden Tag mit kleineren Arbeiten. Gern erzählt er von seiner Mi­litärzeit in Nienburg (Weser) und seiner Tätigkeit als Torfstreuer in Dänemark. Man möchte anneh­men, daß Georg vor dem Felde mit seinen 104 Jah­ren nicht nur der älteste Einwohner der Provinz, sondern wohl auch von Deutschland sein wird.

Das Flugzeugunglück in Kolumbien.

Am Montag ereignet sich, wie bereits kurz ge­meldet, auf dem Flugplatz von Medellin in Ko­lumbien ein schwerer Unfall. Ein dreimo­toriges Ford-Flugzeug der kolumbianischen Luft­verkehrsgesellschaft Saco stieß mit einem Ford- Flugzeug der Deutsch-kolumbianischen Gesellschaft Scadta zusammen. Nach den bisher vorliegenden Meldungen ist der Hergang des Unfalls noch nicht ganz klar. Beide Flugzeuge gerieten nach dem Zusammenstoß in B r a n d. In dem Scadta-Flug- zeug kamen die dreiköpfige Besatzung, der Pilot Thom, der Mechaniker Fürst und ein Luft­boy, sowie vier Fluggäste ums Leben. Be­satzung und Insassen des Flugzeuges der Saco, an dessen Steuer der Leiter und Gründer des Unter­nehmens Samper saß, wurden gleichfalls g e tötet.

^unsi und W ^enschasi.

Allgermanifches Dorf bei Perleberg entdeckt.

Eine wichtige vorgeschichtliche Ent­deckung wurde in unmittelbarer Nähe von Perle­berg in der Westpriegnitz gemacht. Hier konnten die Reste eines altgermanischen Dorfes ausgegraben werden, das aus der jüngeren Bronze­zeit, etwa um 800 v. Ehr. stammt. Die Ansiedlung zeigt die für den nordischen Kulturkreis kennzeich­nende Form des Haufendorfes und besitzt einen freien Platz, um den sich die Häuser etwa hufeisen­förmig gruppieren. Die Häuser selbst sind rechteckig und besitzen z. T. Vorhallen, Formen, die seit der jüngeren Steinzeit für den nordisch-indogermani­schen Kulturkreis bezeichnend sind, und die im grie­chischen Tempel und Landhaus genau so fortleben wie in den hier gefundenen germanischen Bauern­häusern. Ferner konnten Kellergruben, Herdstellen aus Lehm und die Arbeitsstelle eines Töpfers frei­gelegt werden, die auf die Entwicklung eines selb­ständigen Gewerbes hinweist. Zahlreiche Töpfer­ware, Feuersteinmesser und Tierknochenfunde, die auf eine reichhaltige Vieh- unt) besonders Pferde­zucht schließen lassen, runden bas Bild einer Sied­lung unserer germanischen Vorfahren ab.

Das berühmteBärbels von Straßburg" wieder aufgefunden. (Eine wertvolle Bereicherung des

Städel.

Eines der berühmtesten Werke der deutschen Plastik, dasBärbels von Straßburg", das seit der Beschießung Straßburgs im Jahre 1870 als zerstört galt, ist jetzt durch einen Zufall im Original wieder aufgetaucht. Es handelt sich hier um das Werk des bekannten Bildhauers Nikolaus Gerhardt, des größten Meisters feines Faches im 15. Jahrhundert, von dessen Hand nur noch wenige Werke vorhanden sind. Gerhardt war zuerst in Trier und Straß­burg tätig, schuf die große Figur des Gekreuzig- i ten in Baden-Baden und wurde dann vom Kaiser I nach Wien gerufen, wo das Grabmal Friedrichs III.

im Stephcmsdom von feiner Hand erstand. Das Bärbele" zierte ursprünglich das Portal des Kanzleigebäudes in Straßburg. Bei der Zerstö­rung dieses Gebäudes durch Ludwig XIV. wurde das Werk jedoch gerettet und in der Straßburger Bibliothek bis zu dem großen Brande aufbewahrt.

Vor kurzem fand man nun im Nachlaß einer pfälzischen Familie das Oberteil der Büste mit dem wundervoll erhaltenen Kopf, der sich durch einen einzigartigen Liebreiz und persönlichen Cha­rakter auszeichnet. Die Annahme, daß der in der Tat ganz porträthaft wirkende Kopf dasBär­bele" darstellt, war schon im 16. Jahrhundert in Straßbura sprichwörtlich. DasBärbele" war die Geliebte ves Grafen von Hanau-Lichtenberg, des kaiserlichen Administrators in Straßburg. Nach dem Tode des Grafen wurde sie, da sie wegen ihrer großen Verschwendungssucht im Volke sehr unbeliebt war, ins Gefängnis geworfen und hat sich hier anscheinend das Leben genommen.

Durch eine hochherzige Schenkung ist das Stä­be l f d) e Kunstinstitut in Frankfurt nun­mehr in den Besitz dieses bedeutenden Kunstwerkes gelangt.

Bücheriisch.

Ruth Andreas-Friedrich, Aber­glauben in der Liebe. Verlagsbuchhandlung I. I. Weber, Leipzig. Preis 0,90 Mark. (78) In der reizend ausgestatteten Weberschiffchen-Büche­rei erschien dies innige und allen Liebesleuten will­kommene Büchlein, das aus der Fülle eigenartiger Bräuche um Liebe, Brautstand, Hochzeit und Ehe einige köstliche Proben durch die Jahrhunderte deut­schen Volkslebens erhaltenen Aberglaubens zu Tage gefördert und im anmutigen, durch reizvolle Vignet­ten Hans. Wegeners geschmückten Gewände barge­boten hat.

Dino Buzzati Traverso : Die Männer vom Gravetal. Roman-Ausstat­tung von L. R. Weiß. Broschiert 3 Mark, Ganz­leinen 4 Mk. Propyläen-Verlag, Berlin.(201) Dieser Roman wirb getragen von einer starken landschaftlichen Atmospäre. Sein Grunbthema ist der Gegensatz zwischen den Menschen der Berge und denen des flachen Landes. Eine einfache Ge­schichte von dem Waldhüter Barnabo und seinen Gefährten, von ihren Patrouillen, Wachen und Kämpfen zwischen Wald und Hochgebirge. Das Buch des jungen Italieners hatte in seiner Heimat großen Erfolg und erhielt dort 1933 den Literatur­preis für Erstlingswerke.

Alte deutsche Bauernweisheit. Ge­sammelt und bebildert von Wans Wegener. Weber­schiffchen-Bücherei. 63 Seiten. Verlagsbuchhandlung I. I. Weber in Leipzig. (81.) Die gut ausge» stattete kleine Sammlung von Bauernsprichwörtern, die lebendiges altes Volksgut .in würdiger Form der Vergessenheit entzieht, kommt den Forderungen unserer Zeit entgegen. Die hübschen Zeichnungen passen sich dem Text vorzüglich an und illustrieren die bäuerlichen Kernsprüche über Arbeit und All» tag, über Liebe und Ehe, Glück und Unglück, Freunde und Nachbarn, Essen und Trinken und alles, was die bäuerliche Welt erfüllt und bewegt.

Wetterbericht

des Reichswetterbienstes. Ausgabeort Frankfurt.

Der gestrige Mittwoch brachte eine weitere Steige­rung der Hitze über Deutschland, so daß allgemein Temperaturen über 30 Grad im Schatten, teilweise sogar über 35 Grad erreicht wurden. Dadurch wurde wieder ein Vorstoß kühlerer Meeresluft ausgelöst, der in der vergangenen Nacht vielerorts Anlaß zu Gewitterregen gab. Die damit verbundene stärkere Bewölkung verhinderte dabei jedoch Ausstrahlung und merkliche Abkühlung. Da sich der Druckanstieg im Westen fortsetzt, dürste der Höhepunkt der Hitze­periode jetzt erreicht sein und die westliche Luftzufuhr allmählich abgleiten.

Aussichten für Freitag: Heiter bis wol­kig, Auftreten gewittriger Störungen, meist südliche bis westliche Winde, nicht mehr ganz so heiß.

Aussichten für Samstag: Etwas unbe­ständiger und nicht mehr so heiß, aber immer noch schwül.

Lufttemperaturen am 26. Juni: mittags 31 Grad Celsius, abends 23,1 Grad; am 27. Juni: morgens 22,9 Grad. Maximum 32,1 Grad, Minimum 17,9 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 26. Juni: abends 25,8 Grad; am 27. Juni: morgens 22,7 Grad. Sonnenfcheindauer 12 Stunden. Niederschläge 0,2 mm.

Am Sonntag, dem 23. Juni 1935, entschlief sanft, ver­sehen mit den hl. Sterbesakramenten, meine liebe Frau, unsere herzensgute, treusorgende Mutter, Schwieger­mutter, Großmutter, Schwester, Schwägerin und Tante

Therese Kobel, geb. Schäfer

im Alter von 56 Jahren.

Im Namen der trauernden Hinterbliebenen:

Karl Kobel.

Die Beerdigung fand auf Wunsch der Verstorbenen in der Stille statt

Von Beileidsbesuchen bittet man absehen zu wollen.

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Wir betrauern den Tod unserer lieben Philister

Direktor i. R. Theodor Weimar

(Gi. 85), gestorben am 15. Mai 1935 in Darmstadt

Pfarrer i. R. D. Johannes Fritsch

(Gi. 80), gestorben am 6. Juni 1935 in Laubach

Oberstudiendirektor L R. Ernst Hensing

(GL 86). gestorben am 19. Juni 1935 in Darmstadt

Der Gießener Wingolf

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Bekanntmachung.

Nachdem die Zustellung der Bescheide über die Kanal-, Straßenreinigungs- und Müllabfuhrgebüh­ren sowie über die kommunale Grundsteuer, Ge­werbesteuer und Sondergebäudesteuer für das Rech­nungsjahr 1935 an die Zahlungspflichtigen bzw. Empfangsberechtigten stattgefunden hat, werden als Tage, an denen die sämtlichen Bescheide als zu- gestellt zu gelten haben, hiermit festgesetzt:

1. für Kanal-, Straßenreinigungs- und Müll­abfuhrgebühren der 31. 2Tlat 1935;

2. für die Bescheide über die kommunale Grund­steuer, Gewerbesteuer und Sondergebäude­steuer der 26. Juni 1935.

Diejenigen Steuerpflichtigen, die bisher einen Be­scheid nicht erhalten haben, werden aufgefordert, dies alsbald beim Städtischen Rechnungsamt im Stadt­haus, Beraftraße, Zimmer Nr. 9, anzuzeigen.

Bei dieser Gelegenheit wird wiederholt darauf hingewiefen, daß nur in den allerdringendsten Fällen und nach eingehender Begründung Gesuchen um Stundung oder Erlaß entsprochen werden kann.

Gießen, den 25. Juni 1935. 3785C

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