Ausgabe 
27.6.1935
 
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C-en wird heute erneut in Paris erwartet

Erörte-

Zerfetzung im

von vornher-

n.

angebeutet.

ost-Abessimen auszubeuten und abessinischen Außenpolitik. Der Schaufigur auf seinem Throne

Am 22. Oktober 1929 gibt der damalige Drganb fationsteiter II in der Führung der NSDAP., Konstantin Hier!, ein Rundschreiben heraus, in dem sich folgender Satz findet:Wenn einmal die morsche Hülle des heutigen Staates zusammen­bricht, bann müssen die Fundamente des national­sozialistischen Staates fertig fein." Hier! hält, was er verspricht. Schon im Jahre 1930, als noch nie­mand in Deutschland an den Freiwilligen Arbeits- dienst denkt, entwickelt er dem Führer in einem Dortrag den Plan einer Arbeitsdienst­pflicht, deren Grundsätze noch heute in Gültig­keit sind. Adolf Hitler stimmt zu. Hier! beginnt mit der weiteren Ausarbeitung und Propaganda seiner Pläne. Inzwischen hat das Weimarer System, um sich zu wehren, für die nun überall auftauchenden Gruppen des Freiwilligen Arbeits- dienstes eine gesetzliche Regelung ge­troffen, die aber völlig unzulänglich ist und eine D e r f ä l s chu n g und Entwertung der Idee der Arbeitsdienstpflicht bedeutet. Den Parteigenos­sen wird daher die Teilnahme an diesem Arbeits­dienst verboten und erst wieder gestattet, nachdem die gesetzlichen Bestimmungen im Jahre 1932 ent­sprechend geändert sind. Anfang 1933 ist der Arbeitsdienst hinreichend von getarnten national­sozialistischen Dienstträgern durchsetzt. Ende 1932 war durch Hier! schon die theoretische Vorarbeit für den Aufbau einer Arbeitsdienstpslicht-Organisation im wesentlichen beendet.

Nach der Machtergreifung wird Oberst Hier! zum Staatsfeketär für ben Arbeitsdienst und da eine einheitliche und verantwortliche Leitung notwendig ist, alsbald zum Reichsarbeits- führe r ernannt. In zwei Jahren entsteht eine starke, festgefügte Organisation, eine politische Füh- rertruppe, die befähigt ist, die ihr nunmehr von Adolf Hitler übertragene Aufgabe der Schulung der gesamten jungen Mannschaft unseres Volkes zu übernehmen. Das Lebenswerk Konstantin Hierls geht seiner Vollendung entgegen. Vor uns steht der Arbeitsdienst als das, was er nach dem Wort des Führers werden sollte:Ein Eckpfeiler im Wieder- aufbau unseres Reiches und Volkes!"

nach außen hin, Entsittlichung und Innern.

Der Nationalsozialismus erkannte ein, daß es zur Wiederherstellung

in die Nacht, um das tägliche Brot zu haben. Diese müssen Ihnen zum Beispiel dienen. Ich werde für ben nächsten Kursus strengere Auslese­gesetze in Anwendung bringen, und ich kann Sie auf das Bestimmteste versichern, daß ein Journa­list, der nicht über ein gewisses Maß von Wissen und Charakter verfügt, in die Presseliste einfach nicht aufgenommen wird. Er kann bann alles andere werden, aber nicht Schriftleiter. Daß die Presse auf ein schlechtes Bildungsniveau heruntersinkt, lasse ich um so weniger zu, als dann Journalisten solcher Art später die Freiheit der Meinung für sich rekla­mieren.

Der sich an Arbeit vorbeibrückt in der An­nahme, baß es in Deutschlanb nur m i l Ge­sinnung getan wäre, ber befindet sich auf einem sehr verhängnisvollen Holz­wege. Der neue Staat wirb einmal bie rechte Gesinnung als etwas felbstverständ- liches vorausfehen müssen. Cs sollen hinzu- kommen: Wissen unb können, Fleiß unb Beständigkeit, Charakter unb Aufrichtigkeit. 3m Leben wirb man,

rund gekommen. Frankreich wünsche, nicht weniger dringend als England, eine befriedigende Lösung des Streites. Allerdings scheine noch kein genauer französischer Plan zu bestehen. In Paris habe man es vielleicht besser begriffen als in London, daß Mussolini jetzt entschlossen sei, auf einer umfas­senden und dauernden Regelung der Meinungsverschiedenheiten mit Addis Abeba zu bestehen. Französisch« Anregungen würden also höchst wahrscheinlich hinzielen auf eine für Italien annehmbare Regelung in moralischer, materieller und wirtschaftlicher Art.

Daily Telegraph" meldet, Mussolinis Forderun­gen gingen weit über bie britischen Anre­gungen hinaus. Italien werde sich mit nichts geringerem begnügen als mit einem militäri­schem Protektorat über Abessinien nach dem Vorbild des französischen Protektorats über Marroko. Italien verlange Räume für feine überschüssige Bevölkerung, die ungehinderte Möglich­keit, die angeblichen Erdschätze in Nord- und Nord-

waffnetes Volksheer zu schaffen, sondern es mußte jedem deutschen Manne auch die in­nere Waffe einer unverrückbar festen seelischen Haltung gegeben werden, wenn eine Wiederholung des Unglücks von 1918 für alle Zeiten ausgeschlos­sen sein sollte. Die Partei hat diesen Prozeß der politischen und weltanschaulichen Willensbildung vor 15 Jahren begonnen, in 13 Kampfjahren durch­geführt und in den zwei Jahren der Herrschaft fast vollendet. Der neue Staat aber sichert mit der Partei zusammen die Erhaltung und Fortdauer die­ses Werkes, indem er jeden deutschen Volksgenossen zur Teilnahme an der großen staatspolitischen und weltanschaulichen Erziehungsschule des Arbeitsdien- stes verpflichtet. Hier sieht und hört der junge Deutsche nicht nur den Schritt der neuen Zeit, nein, er marschiert selber mit, er erlebt selber im Geist und in der Tat den tiefsten Sinn der na­tionalsozialistischen Idee: die schaffende Volksgemein­schaft.

Neben den Soldaten der Wehrmacht tritt der Soldat der Arbeit. So werden Spaten und Gewehr zu den Symbolen der deutschen Freiheit. Arbeitsdienst und Waffendienst haben ganz verschie­dene Aufgaben zu erfüllen, aber zu ihrer Vollen­dung sind sie auseinander angewiesen. Denn aus nationaler Wehrkraft und sozialistischer Arbeits­kameradschaft wächst das Dritte Reich.

Die neue deutsche Wehrmacht hatte ein Vorbild,

glaube, daß, wenn es seine Ansprüche nicht jetzt durchsetze, andere, z. B. die Vereinigten Staaten und Japan die Gelegenheit benutzen würden. Ein Krieg im Herbst erscheine beinahe un­vermeidlich. Großbritanien werde in eine äußerst heikle Lage gebracht. Abessinien werde beftimmt den Völkerbund anrufen, wie China es getan habe. Die britische Regierung werde bann zu entscheiden haben, ob sie die Berufung unter­stütze und dadurch Italien aus dem Völkerbund treibe, ober sich taub stellen solle.

Englanbs Haltung sei völlig uneigennützig. Eng- lanbs einziges Interesse im Innern Abessiniens gelte ben Gewässern bes Tsana-See, aus bem ber Blaue Nil entspringe unb von bem bie Fruchtbar­keit bes Sudan abhänge. Die britische Regierung ' würde sogar dem Kaiser von Abessinien großmütig Entschädigungen anbieten, wenn er die italienischen Forderungen bewillige. Dies sei der beste Beweis für die Ehrlichkeit Großbritanniens. Ein langer Feldzug, der ständig große italienische Verstärkun­gen beanspruchen würde, würde wahrscheinlich ge­fährliche Rückwirkungen in Europa haben.

Anregungen anzunehmen, zur

Geringer Erfolg in Rom.

Keine Einigung in der Abessinien-Frage.

die Kontrolle der Kaiser könne als bleiben. Italien

Schule -er Nation.

1717 führte Friedrich Wilhelm I. in Preu­ßen bie allgemeine Schulpflicht ein, bie bann im 19. Jahrhunbert von Deutschlanb aus die ganze zivilisierte Welt eroberte. Das Notjahr 1813 ist das Geburtsjahr ber beutschen allgemeinen Wehrpflicht, bie König Friebrich Wil­helm III. in seinemAufruf an bas deutsche Volk" verkünben unb im folgenben Jahre für bauernb festlegen konnte, nachbem ber geniale Or­ganisator Scharnhorst in ben vorausgegange­nen Jahren die Grundlagen hierfür geschaffen hatte. Am 26. Juni 1935 schuf Adolf Hitler für Deutschland die allgemeine Arbeits- b i e n st p s l i ch t. Sein Scharnhorst heißt Konstan­tin Hier!.

Von nun an hat der junge deutsche Mensch drei Pflichten zu erfüllen, die ihm der Staat auferlegt: Schulpflicht Arbeitsbien ft- pflicht Wehrpflicht. Dieser Dreiklang bildet ein harmonisches Ganzes, von dem jeder Teil gleich unentbehrlich ist, um das Bild des freien und edlen deutschen Mannes zu formen, um der Nation jene innere und äußere Größe zu ver­leihen, die die Sehnsucht des deutschen Volkes ist.

Daß diese Harmonie, diese Einheit von Wissen, Wille unb Kraft solange nicht vor- hanben war, als nur eine ober zwei staatliche Pflichten das Leben des Einzelnen an bie Ge­meinschaft banben, das hat mit grauenhafter Folge­richtigkeit die Geschichte der letzten Jahrzehnte be­wiesen. Weder konnte es die Schulpflicht noch die allgemeine Wehrpflicht der Vorkriegszeit verhin­dern, daß dem deutschen Volke nach einem beispiel­losen, siegreichen Waffengang der Wille fehlte, um den inneren Feind niederzuschlagen und damit die Schande des Versailler Diktats abzuwenden. Nach der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht aber fehlte es nicht nur an dem Willen, sondern auch an der Kraft, sich gegen bie Staatsfeinbe diesseits unb jenseits ber Grenzen burchzusetzen. Die Folgen waren: Wehrlosigkeit unb Schwäche

lichen Sicherheitspakt zu unterstützen. Hitler habe seine Bereitwilligkeit ausgesprochen, sich an einem System vielseitiger Nichtan­griffspakte in Osteuropa zu beteiligen, selbst wenn einige andere Teilnehmer Pakte gegenseitigen Beistandes abschließen sollten. Es sei jetzt an ben Regierungen, bie bie Schaffung biefes Systems wünschten, an Deutschlanb mit positi­ven Vorschlägen heranzutreten, unb an Deutschlanb sei es, zu zeigen, daß es auch in, dieser Sache zu seinem Worte stehe. Wiederum spiele die britische Regierung eine hilfreiche Rolle, aber immer mit der Erwägung die von Italien geteilt zu werden scheine, daß gute Gelegen­heiten an einem Punkte nicht versäumt werden sollten, weil der Fortschritt an einem an­deren Punkte langsam sei. Dies werde Eden heute zweifellos in Paris deutlich machen. Nach Ansicht der englischen Regierung und der britischen öffentlichen Meinung fei der aussichtsvollste und praktischste Vorschlag, der in dem englisch-franzö­sischen Kommunique vom Februar erwähnt war, der Luftpakt.

Lloyd Georges Gesundungsplan vom Kabinett verworfen.

London, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) Das Kabinett hat beschlossen, den von Lloyd George aus­gearbeiteten Plan finanzieller und wirt­schaftlicher Gefundungsmaßnahmen zu verwerfen. Die ablehnende Haltung des

In anderen punkten besseres Einvernehmen.

Das Flottenabkommen. Oonaupakt und östliche Sicherheitsverträge. Oie Dringlichkeit des Lustlocarno.

Dr. Goebbels

an den Gchristleiternachwuchs.

Reben der rechten Gesinnung bedarf es Wissen und Können, Fleiß und Be­ständigkeit, Charakter und Aufrichtigkeit, um im Leben etwas zu erreichen

, , einer einigen,

kraftvollen Nation nicht genügen könne, ein b e-

Nordische Wiedergeburt.

Alfred Rosenberg spricht auf der Lübecker Tagung der Nordischen Sesellschast.

London, 27. Juni. (DNB.-Funkspruch.)Ti­mes" berichtet aus Rom, bei der Besprechung zwi­schen Eden und dem französischen Botschafter sei der italienisch-abessinische Streit und die hart­näckige Weigerung Mussolinis, Edens

Es scheint, daß einige von Ihnen ihren Aufent­halt in Berlin als eine Art Erholungsurlaub an­sehen. In Berlin ist man etwas anderes gewohnt; I hier arbeiten Millionen vom frühesten Morgen bis I

Sanz Europa bedrohende Gefahr für immer zu bändigen. Wir hoffen, daß das Ringen um eine neue Grundlage des Lebens, das innerhalb aller Völkergemeinschaften heute ausge- kämpft wird, mit dem Siege der Volks­kräfte beendet werden wird. Von innen her­aus muß die Ueberwindung der kommunistischen Gedankenwelt vor sich gehen durch bie Förderung ber auffeimenben gefunben Kräfte, lieber ben nor­dischen Ostseeraum hinweg, so erklärte er, wissen wir uns eins a u ch m i t E n g l a n b , ber großen Macht in ber Norbfee, die seit Jahrhunderten in einem unbekümmerten Wikinoertum ein weltum­fassendes Imperium schuf, dessen Aufgabe es ist, den Schutz des weißen Menschen zu bil­den dort, wo die Lebensnotwendigkeiten Europas es erfordern. Das deutsch-englische Flottenabkom- men ist -in Beispiel einer wiMich aufbwnten

ber Arbeitsdienst nicht. Er ist ganz und gar eine Schöpfung aus nationalsozialistischem Geist, bas Werk eines Mannes, ber aus ber Bewegung her­aus den großen Gedanken faßte und in fünfjähri­ger rastloser Arbeit verwirklichte. Wenn heute diese junge Organisation gleichwertig, gleichberechtigt unb gleichdurchgebildet an die Seite der durch eine hun­dertjährige Entwicklung vervollkommneten staat­lichen Einrichtungen von Schule und Heer gestellt wird, so spiegelt sich schon darin die ungeheure Willens- und Leistungskraft der von Adolf Hitler geschaffenen Bewegung wieder. Die Vorgeschichte der Arbeitsbienstpflicht sei daher in kurzen Zügen

Berlin, 26. Juni (DNB.) Reichsminister Dr. Goebbels empfing die Teilnehmer des zweiten Lehrganges der Reichspreffe- schule, um ihnen die sich bem Schriftleiterberuf zuwenben möchten, angesichts betrüblicher Erfah­rungen in aller Offenheit seine Meinung über bie unerläßliche Notwendigkeit zu sagen, mit Fleiß und Strebsamkeit an sich selbst zu arbeiten und die Chancen zur Weiterbildung auch tatsächlich auszunutzen.

Wenn mir mitgeteilt wirb", so betonte ber Minister,baß sich die allgemeinen Bil­dung s - unb Wissensverhältnisse in Zhrem Kreise auf einem wenig erfreulichen Niveau befinben, so können Sie sich benken, daß ich einem solchen Zustand vielleicht zwei Monate zuschauen kann, aber nicht länger. Es ist keine Entschuldigung, wenn man sagt, bie Schuljahre hätten nicht genug Wissen geboten. Sie können auch nicht sagen: wir kommen aus kleinen Verhältnissen unb haben nicht bie Möglichkeit gehabt, uns weiter- zubilben.

(öerabe hier In Berlin wirb Ihnen wie sonst nirgendswo Gelegenheit in hülle und Fülle geboten, das allgemeine Wissen zu ergänzen und zu ver­tiefen. Die Männer, die heule Deutschland regieren, kommen fast alle aus kleinen Verhält­nissen. Sie sind auch nicht in Palästen geboren und haben sich emporgearbeitet durch eigenen Fleiß und durch eigene

Kraft.

L üb eck 26. Juni. (DNB., Di- Reichstagung der Nordischen Gesellschaft erreichte ihren Höhe- punkt mit einer großen nordischen Kundgebung, auf ber Reichsleiter Alfreb Rosenberg sprach. Unser Handeln, erklärte er u. a., muß von den Notwendig­keiten unserer Zeit aus bestimmt werden. Wir wissen heute, daß bas Licht nicht aus dem Osten kommt, daß die Völker Europas nicht aus Asien eingeroanbert sind, fonbern daß bie Wiege ber europäischen Kulturen unb ber Kulturen Indiens, Irans, Griechenlands und Roms im Norden stand. Der bolschewistische Osten droht mit seiner Verneinung gerade die besten Urkräfte der europäischen Völker zu vernichten, aus denen heraus Seele und Kultur der Völker Europas ent­standen sind. Wir sind der Hefen Ueberzeugung, daß die nationalsozialistische Bewegung die ür Deutschland angemessene Form ist, um hier die

Kabinetts sei in ber Weife zum Ausbruck gekom­men, baß ber abfällige Bericht eines Unterausschusses über Lloyb George Vor­schläge gebilligt worben sei. Die Regierung werbe eine Erklärung ausarbeiten, in ber bie Grünbe ihrer Haltung bargelegt würben.

Frankreichs politische Linie.

Die Möglichkeit einer deutsch-französischen Aussprache. Paris, 27. Juni. (DNB.) Vor ben Senatsaus­schüssen für auswärtige Angelegenheiten unb für bie Kriegsmarine erklärte Ministerpräfibent Laval, bie französische Regierung sei stärker benn je An­hänger mehrseitiger Pakte unb bie Ge- samtverhanblungen ber Mächte über ben Frieben in Europa. Der Völkerbunb bleibe für bie franzö­sische Regierung der notwendige Rahmen für diesen Frieden. Die Kritik, daß ber französisch-sowjetrus­sische Beistanbspakt nicht mit bem fiocarnooertrag übereinstimme, sei gegenftanbslos. Laval beteuerte, daß nach ber Programmrebe bes Führers unb Reichskanzlers, ber am 21. Mai aufs neue Frank­reich ben Frieben unb bie Freunbschaft Deuts chlanbs unter Ausschaltung jeber Ge- bietsforberung angeboten habe, zwischen Deutschland und Frankreich die Aussprache offenge­blieben sei und, daß, wenn diese Gelegenheit zu einer deutsch-französischen Regelung (Arrangement) in der Achtung der Unversehrtheit aller Mächte wirklich in die Nähe gerückt sei, der Chef der fran­zösischen Regierung nicht zögern würde, das zu tun, was er als feine Pflicht zugunsten des allgemeinen Friedens und ber Wieberherstellung Europas anfehen würbe.

Senator Verenger beglückwünschte ben Regie­rungschef zu ber rein realistischen Orientierung, bie er ber trabitionellen Politik Frankreichs, bie von feinen Vorgängern stets befolgt worben fei, zugun­sten einer Annäherung aller Mächte für ben Wieber- aufbau Europas unter ber Schirmherrschaft bes Dölkerbunbes zu geben gewußt gäbe.

Locarno und französisch-sowjeirussischer patt. Paris, 25. Juni (DNB.) Ministerpräfibent unb Außenminister Laval hat ben beutschen Geschäfts­träger, Botschaftsrat Forster, bie französische Ant­wortnote auf bie deutsche Note überreicht, die sich mit dem französisch-sowjetrussischen Beistandspakt und seine Rückwirkungen auf den Locarno-Vertrag befaßte. In der neuen französischen Note wird in der Hauptsache ausgeführt, daß nach übereinstimmender Auffassung auch der enylischen und der italienischen Regierung der französisch-sowjetrussische Pakt nicht im Widerspruch zu dem Locarno-Vertrag stehe.

Spannung im Fernen Osten.

Moskau, 27.Juni. (DNB.) Wie aus Chaba- rowsk gemeldet wird, haben die sowjetrussi- chen Behörden von Wladiwostok eini­gen Japanern, die dort seit längerer Zeit an« äffig sind, bie Aufenthaltsgenehmi­gung entzogen, unb sie aus ber Sowjetunion ausgewiesen. Der Protestschritt bes japanischen Kon­uks in Wlabiwostok ist russischerseits unbeantwor­tet geblieben. Auf Veranlassung ber Marine- behorben ist japanischen Schiffen das Anlaufen einiger russischer Häfen im Fernen Osten, darunter auch der Bucht der hei­ligen Olga, verboten worben,

Times" erklärt, in anberen Punkten scheine (Ebene Besuch in Rom zu einem besseren Einver­nehmen geführt zu haben. Eben habe wahrschein­lich bie Italiener bavon überzeugt, daß Großbri­tannien nicht beabsichtige, sich von Frankreich und Italien zu trennen und sich in die Arme Deutsch­lands zu werfen. Das Flottenabkommen habe Deutschlands Seestärke auf eine maßvolle Höhe festgelegt. Es sei die erste praktische Maßnahme einer Begrenzung, ber Deutschlanb freiwillig zugeftimmt habe unb durch die es sich selbst gebunden fühle. Eine weitere Quelle der Befriedigung sei es, daß Deutschland sich bereit erklärt habe, die Regelung des Londoner Vertrages über ben Gebrauch von U - Boo - t e n als für sich selbst verbinblich zu betrachte:..

Der Donaupakt sei für Italien befonbers wichtig, bie Schwierigkeiten seien unerwartet groß; es sei bisher kein Datum für bie Konferenz in Rom festgesetzt worben. Großbritannien sei mehr ein wohlwollenber Zuschauer aks ein Teil­nehmer unb wünsche nach wie vor lebhaft, ben Plan zu förbern. In ähnlicher Weife sei es be­reit, bie Verhanblungen über ben geplanten ö st-

wenn man nicht gerade ein ganz großes Genie ist, nur etwas durch Fleiß erreichen. Selbst ganz große Männer haben es zur letzten Voll­endung auch nur durch Fleiß gebracht.

Ich spreche aus freundschaftlichen Gefühlen zu Ihnen. Uns hat es das Leben auch nicht leicht ge­macht, und es kann uns keiner vorwerfen, daß wir vom grünen Tisch dekretieren, und von oben herab über Probleme reden. Wir kennen bie Dinge aus ber Praxis! Ich habe zu viele Existenzen scheitern ---------- o, sehen, und ich weiß, wohin man gerät, wenn man

Millionen vom frühesten Morgen bis bas Leben zu leicht nimmt."

Paris, 27. Juni. (DNB. Funkspruch.) Die Aufmerksamkeit der Pariser Presse richtet sich auf die Fortsetzung der Besprechungen zwischen Laval und Eden.Echo de Paris" meint, bie Antwort ber britischen Regie­rung auf bie von Laval über Eben nach Lonbon gerichteten Anfragen, werbe nicht befriebi- genb ausfallen. Weber Balbwin noch Sir Samuel Hoare hätten ihre Auffassung über bas beutsch-eng- lische Flottenabkommen im Grunbe geändert. La­val habe trotz ber Lehre vom 18. Juni bisher ge­zögert, seine Hanblungsfreiheit wieder zu nehmen. Wenn die aus London vorliegenden Informationen zuträfen, bleibe ihm aber keine an­dere Wahl. Im besten Falle könne es auch in Zu­kunft eine gewisse Annäherung zwischen Frankreich unb England geben, aber es sei nutzlos, von Zu­sammenarbeit zu sprechen.Oeuvre" schreibt, Baldwin habe zwar die Unteilbarkeit der in der Londoner Erklärung vom Februar angeführten unb in Stresa bestätigten Punkte anerkannt, aber trotzbem klar ben Wunsch seiner Regierung zum Ausbruck gebracht, sich für bie Zukunft bas Recht zu sichern, keine Unterhaltung über eine juristische ober praktische Frage abzulehnen, bie zur Aufrich­tung bes Friebens in Europa beitragen fönnv Die Folgen eines berartigen Entschlusses seien von außerorbentlicher Tragweite.Petit Parisen" sieht die Hauptschwierigkeit' bei der neuen Unterhaltung zwischen Eden und Laval darin, wie man über den ßuftpaft unbeschadet der übrigen Pro­grammpunkte verhandeln könnte.

Mit einem leisen Unterton der Befriedigung glaubt die Pariser Morgenpresse feststellen zu können, daß Edens Verhandlungen in Rom nicht nach seinem Wunsch ausgefallen seien. Eden sei ohne Sieaeslorbeeren aus Rom abgereift, schreibt Oeuvre". Mussolini habe die Schaffung eines abessinischen Hafens in Britisch - So­maliland abgelehnt. Auf Edens Einwand, daß Italien nach Annahme des englischen Abessinien- Slanes in Europa ftärfer dastehen würde, habe lussolini erwidert, daß Italien sehr wohl im Stande sei, sich am Brenner zu verteidigen. Ita­lien sei also nach Ansicht Mussolinis in der Lage, Zwei Kriege auf einmal führen zu können. Eden werde nunmehr in Paris versuchen, Frank­reich für ein Eingreifen der Groß­mächte in Addis Abeba zu gewinnen, da­mit also die gleiche Methode anzuwenden, wie im Chaco-Streit. Die Schwierigkeit bestehe aber darin, daß weder Italien noch Abessinien bisher im ge­ringsten den Wunsch geäußert haben, baß Frank­reich sich einmischen möge. Außerdem wolle Frank­reich sich nicht gerade jetzt in Gegensatz zu Italien setzen, wo man eine gewisse Entspannung zwischen Rom unb Paris feststellen könne unb militari» s ch e Besprechungen hätten ausgenommen werben können. Immerhin glaube man, baß roeber Frankreiech noch Englanb bis zum 25. August un­tätig bleiben werden. Man würde eine Lösung zu finden versuchen, die sich an die französische Methode ber Durchbringung Marok - k o 5 anlehne. Auf jeben Fall werde Frankreich mit äußerster Vorsicht porgehen.