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Itr.122 Drittes Matt

Lietzener Anzeiger iLeneral-Anzeiger für Sberhetzen)

monfcg, 27. Mai 1955

Blick auf das Jungoolklager bei Grünberg.

as Mutter und fühlt nur dieses. Das Haus war größer^

der Baum war mächtiger, das Bild stärker und ich

ist doch Fortschritt.

91h ich erinnere mich der Freude, die mir eine Nährt auf dem Vorderperron der Linie 7 bedeutet! Den Vera hinunter, und vor allem bei Regen­wetter. Möglichst dicht beim Schaffner. Diese Fahrten waren damals für mich der Superlativ oller Geschwindigkeit. Ich sehe sie wieder, die alte, gelbe Linie 7, heute 9. Ach Himmel, dieser langsam heranlärmende Wagen diese vorsichtig berg°bru'° schende Tram ist das Sturmgefahrt meiner Jugend?

Welt blieb stets stärker und entscheidender als fremde Einflüsse oder gar gewisseRichtungen". Rohlfs war gesellschaftsfremd, akademiefern und überlieferungsfeindlich; er hat die vielumstrittene neue Sehweise in Deutschland bestimmt nicht herauf­geführt; sein Malstil blieb unnachahmlich, aber auch nicht fortführbar: die Formensprache seiner Bilder ist ohne Nachfolge geblieben.Als Aufgabe galt: die Malerei leuchtender, leidenschaftlicher, innerlicher zu machen, das eigene Erleben, Fühlen, Empfinden mehr an ihr teilnehmen zu lassen..Es wurden im Folgenden 'auch die inneren Beweggründe zum Schaffen bei Rohlfs, die besondere seelische Lage seines malerischen Erlebens gekennzeichnet, und es wurde dann auf jene für seine Malerei so bezeich­nende Entstofflichung hingewiesen, von der wir in unserem ersten Bericht bereits sprachen und wofür die aegenwärtige Ausstellung so überaus charakte- ristische Beispiele gibt. Rohlfs' Malerei wirkt weder grüblerisch noch literarisch, doch läßt ihn ein gewisser Lyrismus, ein Hauch von Abstraktion im guten wie im begrenzenden Sinne, seinen dichterischen Lands­leuten Groth und Storm verwandt erscheinen. Es wurde ferner angedeutet die naive Erlebnisfreudig­keit, die männliche Besonnenheit, die Liebe für architektonische Gebilde, die in seiner Malerei zu empfinden sind; nur flüchtig behandelt dagegen die Farbe bei Rohlfs, die sich in seinen Bildern am stärksten und unmittelbarsten selbst ausspricht und vorträgt. Die Gewinnung eines einzigen, beherr­schenden, aber ungemein starken und reinen Farb­tons das ist es, worauf es ihm in den letzten Iah­zehnten seines Lebens in erster Linie ankommt. ',So lenkt er in den besten seiner Stücke wie ein Schöpfer die selbsttätige und gesetzgebundene Natur der Farben zu einem neuen Gebilde dinglicher Art, einem Kunstwerk, das ein Stück undinglicher gött­licher Natur, eine Erscheinung von Licht, Gefühl, Entzückung und Rausch spiegelt und wie ein Symbol bannt."

ist im Laufe der vergangenen Woche em Zelt­lager des Jungbannes 116 aufgebaut worden. U. a. enthält es zehn Mannschaftszelte, ferner ein Zelt für den Lagerleiter sowie Sanitäts­und Wachzelt, außerdem ist eine Holzbaracke er-

(Aufnahmen: Photo-Pfaff)

Einmarsch in das Lager

richtet worden, in der zwei große Kessel für die Bereitung des Essens vorhanden sind. Von der am Schwimmbad endenden städtischen Wasserleitung hat die Stadt die Leitung 'die kurze Strecke bis zum Lager legen lassen, so daß das nötige Wasser ür Wasch- und Kochgelegenheit vorhanden ist.

Am gestrigen Sonntagnachmittag fand die Ein­weihung des Zeltlagers in Anwesenheit von Ver­tretern der Partei und der Behörden statt. Trom­mel- und Fanfarenklang, dazu Lieder mit verbin­denden Worten durch Einzelsprecher und Sprech­chöre des Jungvolkes leiteten die Feier ein. Die Einweihungsansprache hielt Jungbannführer Taes- l e r (Gießen), der den Unterschied der heutigen Jugend gegenüber den früheren Jugendbünden be­tonte und Zweck und Aufgabe der Zeltlager er­läuterte: eine deutsche Jugend als Kämpfer für die Idee unseres Führers heranzubilden. Ferner hielten Ansprachen der Kreisamtsleiter der NS.- Volkswohlfahrt Pg. K l ö ß , durch dessen fördernde Hilfe das Lager in dieser Form ermöglicht wurde, -Oberstleutnant Schmidt (Gießen) für die Wehr­macht, Bürgermeister Pg. Wagner für die Stadt Grünberg. Unter Trommelwirbel fand dann die feierliche Flaggenhissung statt. Die Eröffnungsfeier schloß mit dem Sieg-Heil als Treuebekenntnis zum Führer und mit dem Lied der Jugend. Zahlreiche Zuschauer wohnten der Feier bei, die leider durch Regen etwas beeinträchtigt wurde.

Die erste Belegschaft in Stärke .von etwa 130 Jungen ist von dem Jungvolk Grünberg und Hun­gen. Nach achttägiger Dauer wechselt die Beleg­schaft des Lagers, das sich über den ganzen Som­mer erstrecken soll.

Vei der Gießener Hitlerjugend.

Am gestrigen Sonntag wurden in unserem Ge­biet zur gleichen Zeit 34 Zeltlager der Hitlerjugend eingeweiht. Die Gießener Hitlerjugend hat sich als Lagerort einen herrlichen Platz in einem Buchenwald unweit von Wetzlar hinter dem Forst haus Finsterloh ausgesucht. Um den in der Mitte des Lagers errichteten hohen La­gerturm haben die Jungens in den letzten Tagen zwölf runde Zelte aufgeschlagen. An dem mit einem Hakenkreuz aus Holz geschmückten Eingang befin­den sich das Führer- und Wachzelt, während die anderen Rundzelte im Schutz der Buchen aufge-

Heimkehr in die Lugend Don per Schwenzen.

Frankfurt, 26. Mai (LPD.) Am heutigen Sonntag hatten die HI. und das Jungvolk des Gebiets 13 Hessen-Nassau einen großen Tag: die 3 4 in den schönsten Gegenden unseres Gaues er­richteten Zeltlager sind in eindrucksvollen Feiern eröffnet worden. Zur großen Freude der Jung- aenossen und Pimpfe nahm der Reichsjugendführer Baldur von Schirach die Eröffnung persönlich vor. Schon in den frühen Morgenstunden des Sonn­tag strömten von allen Seiten her die Hitlerjungen und Jungvolkpimpfe in prächtiger Marschdisziplin den einzelnen Lagern zu, wo bald reges Leben und Treiben herrschte. Um 16.30 Uhr traf der Reichs­jugendführer im Lager des Bannes 80 der H I. im Rödelbachtal bei Bad Schmalbach ein. Nach einer Ansprache an die versammelte Lagerbesatzung gab er den Befehl zur Eröffnung der 34 Zeltlager, und an 34 Ma st en gingen die Lager sahnen hoch. Von Bad Schmalbach aus unternahm der Reichsjugendführer eine Besichtigungsfahrt durch die Lager der Jung­banne 81/186 auf der Billtalhöhe bei Königstein im Taunus und durch das Lager des Bannes 115 auf den Apfelbachwiesen bei Grafenhausen. Ueberall wurde der Reichsjugendführer mit Jubel begrüßt Die Besichtigungsfahrt, bei der sich Baldur von Schirach von der vortrefflichen Beschaffenheit der Lager überzeugen konnte, fand erst in den späten Abendstunden ihr Ende.

3m Iungvolk-Zeltlager bei Grünberg.

Im Osten der Stadt Grünberg verläuft, vom Waldschwimmbad aus beginnend, ein schmales Tal, das den Blick bis zu den fernen Höhen des Taunus freigibt. Unebenes Wiesengelände, ab und zu Fels­trümmer sowie ein Fichtenbestand sind das äußere Bild dieses Tales, das den NamenSpitzer Stein" trägt. Ein schlichter Felsblock, derTheo-Koch- Stein", erinnert an einen bedeutenden Sohn der Stadt Grünberg. Hier in diesem idyllischen Platze

Eröffnung der 34 Zeltlager der HL

Oer Keichsjugendführer in unserm Gau.

Bin ich selbst etwa schneller geworden? Schlug das Knabenherz nicht rascher, rannte man nicht hinter jedem Hunde drein, atmete man nicht den halben Tag mit aufgesperrtem Mund? Nein, wir sind langsamer geworden, wir sitzen in Auto und Flug­zeug, wir rasen bedächtigen Herzens hinter don­nernden Motoren durch die Welt, aber wir sind aus dem Rhythmus der Körpergeschwindigkeit ge­fallen und von Kindern und'Hunden durch eine weltanschauliche Kluft getrennt.

Ich ging den Berg zu Fuß hinab, ich verlor nicht viel Zeit dabei. Und sah die lieben Laden wieder, die Gummitorten der Frau Poligkeit, den dunklen Papierladen von Bunsendahl, wo wir die Oktav- Heftchen Stundenpläne und Abziehbilder erstanden. Hier um die Ecke wohnte der Sohn des reichen Holländers van Keerel. Er fuhr unvorsichtigerweise mit einem Ziegengespann durch unser Hoheits­gebiet, wurde vom Bock gehoben und mutzte im Hofe des Pabst Stecken zuschneiden, wahrend unser Generalkommando eine Spritztour unternahm

Dort oben hinter dem schmalen Fenster m Nr. 18 gründeten wir den VereinAtlantic Mit­glied konnte werden, wer ein selbstoer aßtes Ge­dicht überreichte und die 100 Meter unter 14 Se­kunden lief. Es war dies die physische und geistige Elite des Viertels und die erste saftige Schmokerei, mit der ich mich je geschmückt habe. Ich weiß daß mein GedichtDer Klabautermann hieß, und daß

Wie jung man einmal war und wie alt man I eigentlich ist, läßt sich nur in wenigen Augenblicken - der Erschütterung erleben. Zeit ist wie die Flache des Meeres, die jede Streckenschätzung des Auges täuscht. Nur hin und wieder, wenn ein Segel leuch­tet eine schreckliche Klippe starrt, ein Windstoß bunte Furchen zieht, ermessen mir Abstande. Mit­unter treffen wir einen Freund, den wir lange nicht iahen neugierig forschen wir in seinem Gesicht, Men Bekanntes, denken: Ah so siehst du jetzt aus und plötzlich, mit untrüglicher Sicherheit, spie­geln wir uns in seinen Augen und wissen es: So sehe ich jetzt aus ... Mitunter kommen wir viel­leicht in eine Stadt, die unsere Kindheit be­herbergte oder eine wichtige Station unseres Le­bens ward. Wir gehen verwundert durch d-eStra- fcerT die damals abenteuerlicher und ftei er waren. Der' Löwe vor dem Rathaus ist zusammenge­schrumpft, die Welt scheint kleiner geworden vom Kirchturm bis zur Badewanne, m die wir mit Mühe hineinkletterten, auf deren Wasserspiegel un­sere Flotte schwamm und die uns nun klein und reparaturbedürftig von unten anblickt. .

So empfing mich die Stadt, m der ich meine Kindheit und erste Schulzeit verlebt hatte. In mei­ner Erinnerung stand die kleine Stad। r tg

roio dir Burg der Burgundern alle Stoßen waren geheimnisvolle Kriegspfade gewesen, die Kartoffel­keller Versammlungsplätze des schwarzen Gerichtes in denen nichtsahnende Strebertugend zu martia sehen Strafen verurteilt mürbe.

Da lagen nun die Heerstraßen unserer Knegs- züqe und sahen nach gemeinem Kopfpflaster aus da waren wieder die Stützpunkte unserer Verteidi­gungen, Vorgärten und Hausflure. Diesen Kanal- Heckel hatte ich selbst gegen dreifache Uebermacht ge­halten, und wie phantasielos scheint das heutealle wie die schlechte Kopie eines himmlischen Kunst wertes ... Ist diese Stadt eingeschrumpft? Pro­spekte und Artikel sagen, sie sei gewachsen. Telephon­zellen sind aus dem Pflaster geschossen, die drei alten Benzwagen, die seit Menschengedenken vor dem Bahnhof standen, haben Junge gekriegt, die Linie 7 der Straßenbahn heißt jetzt Linie 9. Das

schlagen sind. Dem Eingang gegenüber ist die Küche und eine kleine Schreibstube Das ganze Lager ist mit einem Holzgitter eingesäumt und schön aufgeteilt. Die Waschanlage befindet sich seit­lich des Lagers. So ist das Zeltlager des Bannes 116 in einer herrlichen und gesunden Gegend un­serer Heimat bis in alle Einzelheiten mustergültig ausgestattet.

Die letzten Vorbereitungen waren erledigt, da kamen gestern auch schon die ersten Lagerteilnehmer an. Gießener und Grünberger Hitler- jungen zogen mit klingendem Spiel ins Lager ein, das sie nun 8 Tage beherbergen soll. Nasch wurden die Zelte bezogen und sich zur Lagereröff­nung fertig gemacht. Leider verfinsterte sich der Himmel immer mehr, und kleine Regenschauer setzten ein. Aber wer da glaubt, daß die Hitler- jungens nun naß geworden und mit bösen Ge­sichtern ob des Wetters im Lager herumstehen würden, der hat sich schwer getäuscht. Einem Hit­lerjungen macht das nichts aus, regnet es, dann bleibt man einfach im warmen Zelt und vertreibt sich hier seine Zeit. So war es auch gestern, froher Sang und frohe Musik ertönte aus den Zelten.

Pünktlich 4.30 Uhr nachmittags trat das gesamte Lager vor dem Lagerturm an. Bannführer Schreiber begrüßte die erschienenen Gäste und betonte, daß das schlechte Wetter nicht den' frohen Mut der Hitlerjugend trüben könne. Mit dem Lied:Brüder in Zechen und Gruben" wurde die Einweihungsfeier eingeleitet. Dann folgte ein Gedicht und ein Sprechchor. Nach einem Marsch des Spielmannszugs kam wieder ein Sprechchor und ein Gedicht. Wirkungsvoll aus jungen Kehlen ertönten in der freien Natur die beiden Sprech­chöreWir Arbeiterjungen" undDie Walzen- straße".

Nach dem LiedSiehst du im Osten das Morgen­rot" sprach Kreisorganisationsleiter Pg. Horst zu den angetretenen Jungens. Ueberall im Ge­biet würden am heutigen Tage die Zeltlager her Hitlerjugend ihrer Bestimmung übergeben. Wenn die Hitlerjugend sich zu diesen Lagern versammle, dann solle sich die Jugend in der freien Natur tummeln und ihren Körper stählen. Mit dem ge­stählten Körper nehme die Jugend den Geist Adolf > Hitlers mit zur Arbeit und zur Schule. Diesen

Zeitschriften.

Die ZeitschriftDer öffentliche Ge­sundheitsdienst" erscheint, herausgegeben von Ministerialdirektor Dr. Gütt, Professor Reiter und Medizinalrat Dr. Schütt, im ersten Jahr- gang im Verlag Georg Thieme, Leipzig C 1. Aus den uns vorliegenden ersten vier Heften, die eine Fülle wertvollen, aufklärenden und allgemein inter­essierenden Stoffes enthalten, nennen wir nur di« Beiträge über Erb- und Rassenpflege bei den Ge­sundheitsämtern, über Wege und Ziele in der Be­kämpfung der Geschlechtskrankheiten, über die Aus­bildung oes ärzklichen Nachwuchses, über Reihen­durchleuchtungen von SA.-Männern, über Wirkung und Anwendung der Desinfektion und über da» Heufieber und feine Bekämpfung.

m Immer tiefer mit jedem Schritt auf diesem Pflaster der Erinnerung gehe ich in meine Jugend hinein und wundere mich, daß ich mich «n alles so haar­klein erinnere, und daß ich eigentlich nicht mehr ergriffen bin. Viele meiner damaligen Freunde sind tot Viele habe ich wiedergetroffen Manche sind Mt unverändert, bis auf Ausmaße und Bartwuchs, manche haben sich gänzlich von ihrer Jugend g - löst und sind weich oder grob verschwemmt pralle Kindergesichter zu präzis gezeichneten Köpfen ge- worden. Ich traf sie in Berlin in Hamburg, im Ausland wieder. Ich versuche, den Schicksalslimen meiner Freunde in Gedanken zu folgen und komme immer, wie auf Seitenwegen, die eine Heerstraße umflechten, zu mir und meinem eigenen Weg 3U£ifr stehe ich, Stirn gegen Stirn mit meiner Jugend. Ich stehe wie in einem Zentrum und blicke auf mein Leben, das wie ein tonender farben­mischender Kinderkreisel um meinen Kopf summt. Das Summen wird leiser und leiser. Lärm und Scheingewinn des täglichen Lebens fallen ms Wesen­lose. Die wahren, die echten, die Forderungen und Ziele der Jugend stehen auf aus der Erde auf der sie geträumt und beschworen wurden, und fragen: Wie weit kamst du? Und langsam geht man weiter und steht auf einmal vor einem Raum im Garten, vor einem alten Haus, vor dem Bild einer

Bei der Besichtigung des Jungvolklagers bei ©runberg.

Rechts: Kreisamtswalter der NSV. Klos, daneben Oberstleutnant Schmiß

bin älter...

Und geht die Treppe hinan. Das Treppenhaus ist frisch gemalt. Der Pinsel ging über die gekreuzten Schwerter hinweg, die Wilhelm und ich in die Wand kratzten, als wir an meinem zwölften Geburtstag unser Blut zu unverbrüchlicher Treue mischten. Drei Jahre darauf stahl Wilhelm meine Skier und schrieb mir später aus Afrika, er habe sie verkauft, um den ersten Zehrpfennig für ein Abenteuerleben zu be­schaffen; er habe genug in Büchern gelesen. Ich habet hm verziehen und ihn beneidet. Später hat mir eine Dame, die aus dieser Kleinstadt nach Alessandria heiratete, erzählt, daß sie ihn elend in Kairo wiedergetroffen habe.

Ich öffne den alten Bücherschrank. Da hat die gute Mutter alle Hefte und Bücher, Dokumente und Waffen meiner Jugend verstaut. Da liegt der Zund- plättchenrevolver, mit dem ich gefangengenommene Missionare erschoß und den Startschuß zum Pru- fungs-Sprint für die Kandidaten desAtlantic" gab. Da liegen die Uebungshefte, Ringkampf mit der Hydra der Wissenschaften, begonen im sechsten Jahre meines Erdenwallens, Ausgang ungewiß. Der Storch hat lange Beine; damit geht er im Salat. Und Frösche er ißt sie" Liebe ungelenke Zeilen, dreißig Jahre und mehr vergingen, aber jetzt tut ihr den nie gehofften Weg in die Öffent­lichkeit. Da liegen die Versdramen des Tertianers, die Liebesbriefe des Sekundaners, da liegen die tausendjährigen Familienphotographien, Mutter und Vater. Das Aufgebot der Tanten und Onkel in greisenhaft wirkenden Röcken und Hüten, Bärten und Tournüren, mit lieben, jungen Gesichtern. Eine Botanisiertrommel ist da. Ich öffne sie. Ein Schmet­terling. Ich blase ihn an, und er zerweht zu Staub.

Lieber den Maler Christian Rohlfs

Im Oberhessischen Kun st verein sollte gestern vormittag Professor Thormaehlen vom Landesmuseum in Kassel einen einführenden Vor­trag zur gegenwärtigen Ausstellung von Aqua­rellen, Holzschnitten und Zeichnungen von Christian Rohlfs halten; da Professor Thormaehlen aber durch Krankheit am Erscheinen verhindert war, las Stadtbaurat G r a v e r t einiges aus dem Katalog, den Thormaehlen vor zehn Jahren zur großen Jubiläumsausstellung der Berliner Nationalgalerie geschrieben hat: zunächst einen Umriß des äußeren Lebens von Rohlfs, her am 22. Dezember 1849 in Mendorf bei Leezen in Holstein als Bauernsohn geboren wurde. Er hat es nicht leicht gehabt, und er ist, einer der ältesten sogenannten Modernen in der deutschen Malerei, zeitlebens nicht sehr bekannt ober gar populär geworden. Die eigene Persönlich­keit und die Empfänglichkeit für die ihn umgebende

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