Ausgabe 
27.5.1935
 
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Noch fünf Tage bis zum diesjährigen Gautag!

Ev ist vielfach die Meinung geäußert worden, daß das kleine D a r m ft a d t nicht in der Lage fei, den Ansturm der Teilnehmer am Gautag am 1. und 2. Juni zu bewältigen, denn außer den 100 000, die an diesen Tagen zu den Sondertagungen und dem großen Appell eilen, werden noch weitere Zehn- tausende als Gäste und Zuschauer erwartet.

Auch hier ist Vorsorge getroffen. Die Gastwirte Darmstadts find in der Lage, allen Ansprüchen gerecht zu werden.

Um den Riesenverkehr in Darmstadt zu erleichtern, lst ein Programmheft für die beiden Tage zufammengestellt worden, das für den geringen Preis von 10 Pfennig überall in Darmstadt erhält­lich ist. In diesem heft find u. a. alle für die Be­sucher in Frage kommenden G a st st ä t t e n straßen­weise geordnet. Die Straßen sind wiederum alpha­betisch geordnet, so daß jeder Besucher, gleich in welchem Teil von Darmstadt er sich aufhält, sofort ein passendes Lokal finden kann.

Das genaue Programm des Gautages wird ab Dienstag, 28.Mai, in der gefamten preffe veröffentlicht.

Hast Du schon das Gautag-Abzeichen?

Gedenkstunde in der Golzheimer Heide.

Düsseldorf, 27. Mai. (DNB.) Eine gewal­tige Kundgebung veranstaltete am Vorabend des Todestages Albert Leo Schlageters die Hitler­jugend vor dem Nationaldenkmal in der Golz- Heimer Heide. Zehntausende von Angehörigen der Hitlerjugend, des BdM. und des Jungvolkes, Ehren­abordnungen der Partei, der SS. und SA. waren mit ihren Fahnen aufmarschiert. Obergebietssührer Hartmann-Lauterbacher begab sich in Stellvertretung des Reichsjugendführers zur Gruft der Helden und legte an der Gedenktafel einen gro­ßen Rosenstrauß nieder. Staatsrat Gauleiter F l o- r i a n hielt eine Ansprache, in der er der Jugend das Leben und Sterben Albert Leo Schlageters nahebrachte und sie auf die heilige Verpflichtung hinwies, die aus seinem Tode dem lebenden Ge­schlecht, insbesondere der Jugend, erwachsen ist.

Im Morgengrauen zur selben Stunde, in der Schlageter vor 12 Jahren feinen Opfergang für Deutschland zur Richtstätte angetreten hatte, besuch­ten dann Gauleiter Florian, SS.-Obergruppen- sührer Polizeipräsident Weitzel, Gruppenführer Knick mann und andere Persönlichkeiten von Staat und Partei die Schlageter-Zelle im Derendorfer Gefängnis und begaben sich dann unter dumpfem Trommelwirbel auf dem glei­chen Weg zur Golzheimer Heide, den Schlageter ge­gangen war und auf dem SS. und SA. Spalier bildeten unter Mitführung zahlreicher Kränze und Vormarsch eines Ehrensturmes der SA. mit dem Feldzeichen der Standarte Schlageter 39 sowie sämt­licher mit Trauerflor versehenen Sturmfahnen. Am Dettkrnal gab eine Abteilung Schutzpolizei drei Ehrensalven ab. Unter den Klängen des Liedes vom guten Kameraden legten die Führer an der Gruft Kränze nieder.

Gchlageter-Ehrung derFront- foldaten und Kriegsopfer.

Berlin, 26. Mai. (DNB.) Zum 12. Todes­tag Albert Leo Schlageters hatte der Bezirk Groß- Berlin der NSKOV. zu einem Frontsoldaten- und Kriegsopferehrentag aufgerufen. Rund 30 000 Menschen füllten das Neu-Köllner Stadion. Das Reichsheer, die NSKL>V. darunter viele Kriegerhinterbliebene, fast sämtliche Gliederun­gen der Partei, NSDFB (Stahlhelm), Luftsport­verband, Reichsluftschutzbund, Kyffhäuserbund, Reichstreuebund, Baltikum-Verband, Feldjäger­korps und Arbeitsdienst waren vertreten. General­major v. Küchler überbrachte die Grüße des Reichskriegsministers, Ministerialdirektor S i e l e r die des Reichsarbeitsministers. Der Staat sei be­müht, auch in diesem Jahre in der Dersorgungs- frage wieder einen Schritt vorwärts zu kommen. Der Reichsarbeitsminister treffe sich mit dem Kriegs- opferführer in dem Bestreben, den Kriegsopfern eine gerechte Versorgung zu geben, wie es dem Willen des Führers und Reichskanzlers entspreche. Brigadeführer S ch m i tz g a e b e l hielt die Gedächt­nisrede für Schlageter. Reichstagsabgeordneter Liebel stellte fest, daß die Kriegsopfer heute beim Reichsarbeitsminister und beim Reichsfinanzminister vollstes Verständnis finden und auch der Unter- stützung durch den Reichskriegsminister sicher sein dürften. Die Bestrebungen des Reichskriegsovfer- führers zielten auf den allmählichen Abbau der Drüningschen Notverordnungen hm. Arb ei t3 - beschaffung und Siedlung seien dringliche Aufgabengebiete der NSKOV.

Auflösung des Druiden-Ordens.

Für Orden und Logen kein Platz mehr im Dritten Reich.

Berlin, 25. Mai. (DNB.) Am 19. Mai 1935 fand in Berlin eine außerordentliche General­versammlung des Reichsbundes der ^Bereinigung deutscher Druiden statt, in welcher folgender Beschluß einstimmig angenom­men wurde: Aus der Erkenntnis heraus, daß der Staat die Zusammenfassung a Ile r Kräfte für einen einheitlichen machtvollen Ausbau gebraucht und verlangen muß, und in der Er­wägung, daß eine Zersplitterung in kleine Gruppen der Durchführung dieser Forderung hinderlich ist, erklärt der Reichsbund der Ver­einigung deutscher Druiden sich selbst und die ge­samte Organisation für aufgelöst. Die Auflösung wird wirksam am I.Juli 1935.

Dazu schreibt das Deutsche Nachrichtenbüro: Diese Nachricht ist erfreulich. Der Reichsbund der Ver­einigung deutscher Druiden ist die erste Organisa­tion, die aus sich heraus erklärt hat, daß für Orden und Logen und sonstige Bünde

Hitler zeigt Europa den Weg."

Oer ehemalige britische Gchatzkanzler Snowden fordert sofortige Einberufung einer inter­nationalen Konferenz und enge deutsch-britische Zusammenarbeit.

London, 26. Mai. (DNB.) Unter der lieber- chriftHitler zeigt Europa den Weg" veröffent­licht der ehemalige sozialistische Schatzkanzler Lord Snowden in derSunday Dispatch" einen aus» ührlichen Artikel, in dem es u. a. heißt: Hitlers große Rede hat die europäische Lage u m g e w a n d e l t. Die Politik, Sicherheit durch Bündnisse und Pakte zu suchen, die das Ziel einer. Einkreisung Deutschlands durch schwerbewaffnete Nationen verfolgen, kann jetzt nicht mehr verteidigt werden. Deutschlands Aufkündigung der Versailler Derbotsklaufeln und die Bekanntgabe seines Ent- chlusses, sich selbst die Rüstungsgleichheit zu geben, wird sich, falls die anderen Mächte auf Hitlers Rede eingehen, wahrscheinlich als der größte Bei­trag erweisen, der seit dem Kriege im Interesse der europäischen Sicherheit und des Friedens geleistet worden ist. Es ist unvor­teilhaft, daß sich die Staatsmänner Europas so lange eingebildet haben, daß das größte Land Mit­teleuropas für alle Zeiten eine Stellung ernied­rigender Inferiorität erdulden werde.

Deutschland war solange eine Drohung für den europäischen Frieden, wie es unter den ihm auf­gezwungenen Ungerechtigkeiten litt. Ein freies und gleichberechtigtes Deutschland hat keine Ursache, zu den Waffen zu greifen. Die Erkenntnis dieser Tatsache ist die Sicherheit, die Deutschland seinen Rachbarn geben kann. Hat Deutschland die Gleichberech­tigung im Rat der Rationen, dann gibt es in Europa kein Land, das mehr am Frieden in­teressiert ist, als Deutschland.

Es ist natürlich leicht, die Erklärungen des deut­schen Kanzlers als unaufrichtig abzutun, aber die verbrecherischen Feinde des Friedens sind diejenigen, die jeder echten und aufrich­tigen Bemühung, zur Regelung der ernsten europäischen Schwierigkeiten beizutragen, m i t Argwohn gegenüberstehen. Was Hitler auch sonst sein mag, er ist nicht ein Mann, der sich diplo­matischer Ausflüchte bedient, um feine wahren Ab- sichten zu verbergen. Er ist ein einfacher, vom Idealismus inspirierter Mann, der durch feine Aufrichtigkeit seinen heutigen Einfluß auf das deutsche Volk gewonnen hat. Seine Rede mutz als eine freimütige und ehrliche Dar­legung der deutschen Politik angenom­men werden. Es würde für Europa ein verheeren­des Unglück fein, wollten die anderen Regierungen sie nicht als solche aufnehmen. Hitlers sehr entschie­dene Mitteilung über die deutsche Haltung zu den übrigen Teilen des Versailler Vertrages ist höchst bedeutsam und sollte d i e- jenigen Staaten beruhigen, die be­fürchtet hatten, daß ein mächtiges Deutschland seine Zuflucht zum Kriege nehmen würde, um die g e bietsmäßigen Bestimmungen des Vertra­ges zu ändern. Die deutschen Vorschläge enthalten nichts, wogegen irgendeine Macht Einwände er­heben könnte. Im Gegenteil sind die Mächte durch ihre in der Vergangenheit abgegebenen Erklärun­gen auf sie fest gelegt. Die Aufrichtigkeit der deutschen Vorschläge kann schnell auf die Probe g e st e l l t werden, und es sollte hierzu keine Zeit verloren werden.

Die sofortige Einberufung einer internationalen Konferenz zur Er­örterung der durch Hitlers Rede geschaffenen Lage ist unumgänglich. Sollten unglücklicher­weise die anderen Mächte ihre Mitarbeit ab­lehnen, dann muß Großbritannien allein handeln. Die Zusammenarbeit zwi­schen Großbritannien und einem mächtigen Deutschlands würden den ganzen Lauf der euro­päischen Diplomatie ändern. Eine solche Zu­sammenarbeit zwischen zwei großen Rationen verwandter Rasse und verwandten Blutes könnte keinen anderen Zweck als der fried­lichen Entwicklung Europas dienen. Aber übernimmt Großbritannien in der neuen Lage stark und entschlossen die Führung, dann werden die anderen Mächte folgen müssen.

Wer

hat die Führung übernommen.

Llohd George zur Rede des Führers.

Auch der frühere englische Ministerpräsident Lloyd George nimmt aus Anlaß der Führer­rede in derSunday Pictorial" zu der internatio­nalen Politik Stellung. Hitler habe nicht nur eine große Rede gehalten, sondern auch eine-mutige und eines (Staatsmannes würdige

Führung übernommen. In der Tat sei Hit­ler bereit, Großbritannien ganz oder auf halbem Wege in allen Fragen entgegenzukom­men, zu denen auch englischerseits bereits Stellung genommen worden sei. Die einzige augenscheinliche Ausnahme sei die Aufrechterhaltung der deutschen Forderung nach einer Armee von 550 000 Mann, aber, was festgestellt werden müsse', auf der Grund­lage einer einjährigen Dienstzeit im Gegensatz zur zwei - ober anderthalbjährigen Dienstzeit in Frankreich, Italien und den meisten übrigen festländischen Großstaaten.

Die gegen Deutschland im Osten, Süden und Westen abgeschlossenen Bündnisse rechtfertigten diese Zahl. Wie viele englische Staatsmänner und Politiker, so tritt auch Lloyd George für eine sofortige Verhandlung über den w e st- europäischen Luftpakt auf der von Hitler vorgeschlagenenvernünftigen, moralischen und materiellen Basis" ein. Was er, Lloyd George, am meisten an der Rede Hitlers schätze, sei jene Stelle, in der es heiße, daß kein Volk jemals einen Krieg wünsche, solange es nicht von seinen Führern hierzu ermutigt werde.

Me Plattform für neue Besprechungen.

London, 27. Mai. (DNB. Funkspruch.)Daily Telegraph" meldet, daß die Rede Hitlers vor­aussichtlich als Weißbuch in England ver­öffentlicht werden wird. Englische Abgeordnete, die den vollen Text der Rede prüfen, seien der An­sicht, daß sie auf amtlichem Wege im Parlament in Umlauf gesetzt werden müsse. Die englischen Mini­ster beschäftigten sich mit den Möglichkeiten für neue Besprechungen zwischen den Regie­rungen. England habe den Wunsch, daß die Ver­handlungen für einen we st europäischen ßuftpaft sofort eröffnet werden. Man fei der Ansicht, daß der Abschluß der russisch-fran­zösischen und russisch-tschechoslowakischen Unter­stützungspakte die früheren Einwendungen gegen eine Abtrennung des Luftpaktes von den anderen Teilen des Londoner Protokolls h i n f ä l - lig gemacht habe. Italien habe seine Zu­stimmung zu diesem Kurs in Aussicht gestellt. Frankreich sei ebenfalls dazu aufgeforbert worden.

Observer" schreibt, man sei in London bemüht, von vornherein Mißverständnisse, die später Unheil anrichten könnten, zu vermeiden. In erster Linie werde die britische Regierung daher festzustellen versuchen, inwieweit die deutsche Regie- rung zur Wiederaufnahme von Ver- Handlungen über d i e Verminderung und Begrenzung der Rüftungen bereit fei. Hitler habe einerseits erklärt, daß die deutsche Regierung unter keinen Umständen von ihrem fetzigen Programm über die Mi- litärstärken abweichen werde. Anderer­seits habe sich Hitler erboten, jeder Begren­zung der deutschen Rüstungen zuzustimmen, fofern andere Mächte in gleicher Weise ihre Rüstungen begrenzen. Hitler habe erklärt, daß Deutschland weder die Absicht noch den Willen habe,

sich in die inneren Angelegenheiten Oesterreichs einzumischen. Da die österreichische Unabhängigkeit in London als eine der europäischen Kardinalfragen angesehen werde, fei es notwendig, die deutsche Politik in diesem Punkte kennenzuler­nen. Zum Schluß fragt der Korrespondent, ob die unter Punkt 12 geforderte Maßnahme, nämlich der Vergiftung der öffentlichen Meinung durch unverantwortliche Elemente entgegenzutreten, eine Bedingung für die Zustimmung Deutschlands zu einem System der Sicherheit seien. Das würde wahrscheinlich zu einer endlosen Debatte führen.

Ein neuer englischer Dreadnought-Typ geplant.

London, 27. Mai (DNB.-Funkspruch.)Daily Telegraph" meldet, daß zur Zeit die Pläne für einen neuen englischen Dreadnought-Typ vorberei­tet werden. Das Schiff werde auf den Namen König Georg V." getauft werden. Der Grund für die Ausarbeitung dieser Pläne sei darin zu sehen, daß das Flottenfeierjahr für den Schlachtschiffbau am 31. Dezember 1936 zu Ende gehe und daß England zu Beginn des Jahre 1937 zwei neue Schlachtschiffe auf Kiel leigen müsse, falls keine unvorhergesehenen Entwicklungen eintre­ten. Angesichts der vielen großen und mächtigen Schlachtschiffe, die im Auslande gebaut oder ge­plant würden, würde es nicht möglich fein, die neuen englischen Schiffe auf den ursprünglich von der Admiralität ins Auge gefaßten Standard von 25 000 Tonnen festzusetzen, vielmehr würden sie den größten ausländischen Schiffen, wie den französi­schen SchlachtschiffenDunkerque" urtbStras­bourg" und den italienischen SchlachtschiffenVit- torio-Veneto" undLittorio" (35 000 Tonnen) gleichkommen.

Mffolim nimmt zur Mrerrede Stellung.

Rom, 25. Mai. (DNB.) In der italienischen Kammer führte Mussolini u. a. aus: Die französisch- englische Aussprache in London habe bei den Op­timisten wie üblich die Hoffnung auf eine normale Entwicklung der europäischen Lage erweckt. Mit dem 16. März und der einseitigen deutschen Kündigung der Wehrbestimmungen des Versailler Vertrages sei jedoch dieser Optimis­mus zunichte geworden. Heute sehe jedermann zu, daß mit dem Vorgehen Deutschlands eine vollzogene Tatsache geschaffen worden sei, die nicht mehr widerrufen werden kann. Mit der in Stresa geschaffenen Solidarität könnten verschiedene Hin­dernisse, die sich dem friedlichen Zusammenleben Europas in den Weg stellen, leicht überwunden werden. Die Donaukonferenz werde nicht im Juni und werde überhaupt nur dann zusammen­treten, wenn sie gut vorbereitet sei. Die österreichischen und ungarischen Forderungen seien nicht derart, daß die Donaukonferenz dadurch be­hindert würde. Die 13 Punkte Hitlers könn­ten en bloc weder angenommen, noch abgelehnt werden. Die Methode, sie zu klären (und sie zu vertiefen), sei vorzuziehen. Die Diplomatie werde sich dieser Aufgabe in den nächsten Wochen unter­ziehen. Die deutsch-italienischen Bezie­hungen seien durch eine einzige Frage belastet, durch die österreichische Frage. Diese Frage sei indessen von grundlegender Bedeutung. Es sei nicht unzweckmäßig, jenen einige Worte zu «widmen, die Italien wie versteinert am Brenner sehen möch­ten, um es in jeder Richtung in seiner Bewegungs­freiheit zu behindern. Es müsse ein für allemal in der bestimmtesten Weise erklärt werden, daß das Problem der österreichischen Unabhängigkeit ein österreichisches und ein europäisches Pro­blem sei und als europäisches Problem wiederum ganz besonders aber nicht ausschließlich ein ita­lienisches Problem. Das faschistische Italien habe nicht hie Ansicht, feine geschichtliche Mission

auf ein einziges politisches Problem zu beschranken, auf einen einzigen militärischen Abschnitt, wie der der Verteidiger der wichtigen Grenze am Brenner. Alle Grenzen Italiens, ob auf dem Kon­tinent oder in den Kolonien, feien ohne Unter­schied heilig und müßten gegen jedwede auch nur in Erwägung zu ziehende Bedrohung b e wacht und verteidigt werden.

Mussolini wies weiter darauf hin, daß Deutsch­land im Januar 1935 bereit war, die Rüstungs­gleichberechtigung in einem unendlich viel b e - schränkterem Umfang zu verwiklichen, d. h. mit einem Heer von 300 000 Mann und einem wenigstens für eine Reihe von Jahren nur auf Derteidigungszwecke eingestellten und überdies kon­trollierten Rüstungsstand. Was aber nicht Tatsache geworden sei, könne auch nicht Stoff für die Ge­schichte sein. Zwecklos wäre es daher, jetzt nach den Schuldigen zu suchen, wie es auch nutzlos fei, noch weiter von Abrü­stung zu sprechen. Nach seiner Auffassung sei es schon sehr gewagt, von der Möglichkeit einer Beschränkung der Rüstungen zu sprechen oder vom Verbot einiger Kriegsmethoden. Immerhin, wenn etwas Konkretes gemacht werden sollte, so werde man nicht von italienischer Seite aus Schwierig­keiten erleben.

Die in Stresa erreichte Solidarität sei eine beständige und auf allen Gebieten wirksame Soli­darität. Mit ihr sei eine politische Aktion großen Stils möglich, durch die die Haupthindernisse gegen ein friedliches Zusammenleben in Europa über­wunden werden können, eine Notwendigkeit, die sich für den Bestand und die Zukunft des europä­ischen Kontinents als immer dringlicher erweise. Italien habe die Absicht, Deutschland zur Donau-Konferenz einzuladen und es über die einzelnen Phasen der Vorbereitung auf dem Laufenden zu halten.

ähnlicher Art kein Raum mehr ist. So begrüßenswert die Tat des Druiden-Ordens ist, um so bedauerlicher ist die Feststellung, daß auch heute noch eine ganze Reihe von Organisationen ihr Da­sein fristet, deren Mitglieder sich nur aus bestimm­ten Gesellschaftsschichten zufammensetzen, deren Ge­sellschaftsform in mystischer Geheimniskrämerei be­stehen und die den Geist der neuen Zeit immer noch nicht erkannt haben, vielmehr glauben, daß ohne sie kein Staat möglich sei. Der national- sozialistische Staat erwartet jedoch, daß auch diese Organisationen baldigst von sich aus zur Einsicht kommen, um nicht gezwungen oorgehen zu müssen.

Reichstagung Oer deutschen Bottsheilbewegung.

Der Reichsverband der Naturärzte hatte zu einer wissenschaftlichen Tagung nach Nürnb erg gerufen. Auf dieser wurde eine Entschließung bekanntgegeben, die die biologischen Aerzteverbände zur Gründung der Reichsarbeitsgemein­schaft für eine neue deutsche Heil­kunde gefaßt haben. Der Reichsärzteführer Dr. Wagner sprach über die Entwicklung, die zur Einigung in der biologischen Heilweise führte. Es sei selbstverständlich für ihn, daß man das Gros der Aerzte nicht umstellen könne. Da nur die Praxis von dem Wert des Naturheilens überzeugen könne, wolle man mit Aerztekursen am Rudolf- Heß-Krankenhaus, bald auch in München und anderen Städten beginnen. Aufgabe der Natur­

ärzte müsse sein, unter den Aerzten, bei den Patien­ten und jn den Laienbünden für ihre Gedanken zu arbeiten. Weiter sprach Prof. tschau (Jena), der vom Reichsärzteführer mit der Führung der Reichsarbeitsgemeinschaft betraut worden ist, ferner Dr. Brauchte vom Rudolf-Heß-Krankenhaus in Dresden und Prof. Lange (München).

Auf einer Kundgebung des Hauptamtes für Volksgesundheit der NSDAP, sprach der Sonder­beauftragte des Reichsärzteführers Dr. Strock über die Raffenfrage im Dritten Reich. Die Rassen­frage ist für uns gleichbedeutend mit der Juden­frage. Es sei heute die Stunde gekommen, in der wir den Führer bitten, dem deutschen Volke nach dem Gesetz gegen den erbkranken Nachwuchs auch ein Gesetz zum Schutze des deutschen Blutes zu schenken. Der Frankenführer Julius Streicher erklärte dann, es werde einst eine Zeit kommen, in der man nicht begreifen werde, daß es einst Aerzte gab, die zu Feinden wurden, wenn man ihnen sagte?Wir wollen Euch, aber wir bitten Euch: Geht mit der Natur!" Wir wollen nicht einen Berus vernichten, sondern ihn erhalten und ver­bessern. Der Beruf des Arztes ist der höchste Beruf, der nur vom Volke vergeben werden kann und nicht von irgendeiner Fakultät. Wenn man den Grad der Derjudung unseres Volkes feststellen wolle, so brauche man nur hineinzusehen in den Aerztestand. Der Arzt müsse wirtschaftlich so gestellt werden, daß er ohne Sorge seinen Beruf ausüben könne. Ebenso wichtig sei eine strenge Auslese. Man werde einst nicht begreifen, daß Laien aufstehen mußten, um einen Umbruch m der Heilkunde herbeizufuhren.

Göring in Sofia.

Sofia, 26. Mai. (DNB.) Ministerpräsident Gene­ral der Flieger Göring, Reichsminister Kerrl und Begleitung trafen am Sonntagnachmittag in Sofia ein. Zur Begrüßung der Gäste hatten sich Verkehrs­minister Kojucharoff, Kultusminister Radeff, General Boitscheff, der Oberbürgermeister von Sofia, der Chef des Protokolls und mit dem deutschen Ge­sandten Rümelin die deutsche Kolonie, die NSDAP.-Ortsgruvpe Sofia und zahlreiche Mit­glieder der NSDAP.-Landesgruppe aus der Pro­vinz eingefunden. Ministerpräsident Göring wurde vom König in Audienz empfangen, die eineinhalb Stunden dauerte. Beim Verlassen des Palais wurde er von einer großen Menschenmenge mit Hochrufen begrüßt. Vorher hatte sich General Göring auf den bulgarischen Soldaten- f r i e d h o f begeben, um am Grabe des Unbekannten Soldaten einen Lorbeerkranz niederzulegen. Die Kranzschleifen in den Farben des neuen Deutsch­land trugen die InschriftGeneral Göring in alter Waffenkameradschaft". Am Grabe wurde General Göring von der gesamten Generalität der Sofioter Garnison und des General- stades mit dem Kriegsminister empfangen.

Kleine politische Nachrichten.

In Blankenburg am Harz fand die erste Vereidigung von Soldaten im neuen Reichsheer e nach Erlaß der neuen Wehrverfas- fung statt. Es wurde der Achtwochenlehrgang des Ergänzungsbataillons Blankenburg unter Führung von Major Matthäi vereidigt. Es handelt sich um