Ausgabe 
27.5.1935
 
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der medizinischen Wissenschaft und die noch (eben- den Schüler des Verstorbenen beiwohnten. Don den Hinterbliebenen Robert Kochs waren seine Witwe und seine Tochter, Frau Professor Pfuhl, anwesend. Als Vertreter der Reichsregierung wohnte der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick der Feier bei. Unter den Anwesenden be­fand sich auch der japanische Botschafter M u s h a - kost. Die Vegrüßungsworte sprach der Präsident des Reichsgesundheitsamtes Professor Dr. Hans Reiter.

Der Reichs- und preuhische Innen­minister Dr. Sritf

nahm darauf das Wort zu folgender Ansprache:

Es ist ein Zeichen der Lebenskraft eines rassisch gesunden und unverbrauchten Volkes, wenn immer wieder aus seinen unbekannten Söhnen die Tüch­tigsten aufsteigen und Leistungen vollbringen, die über die Grenzen des eigenen Landes hinaus die Anerkennung der ganzen Welt auf sich lenken. Zu diesen weltberühmten Söhnen Deutschlands gehört Robert Koch. Als Sohn eines Bergmanns ip Clausthal am Harz, der 13 Kinder als sein eigen zählte, gelang es ihm, sich vom einfachen Landarzt und Kreisphysikus zum Begründer der Bakteriologie und damit der modernen Seuchenbekämpfung em­porzuarbeiten. Wenn die Cholera und andere gemeingefährliche Krankheiten aus Deutschland praktisch verschwunden sind, wenn wir heute gegen den Starrkrampf, die Diphtherie, den Typhus praktische Schutzmittel besitzen, und wenn die Bekämpfung der Tuberkulose, dieser furchtbaren Volkskrankheit, mit Erfolg ausgenom­men, worden ist, so verdanken wir dies nicht zuletzt der unermüdlichen Arbeit Robert Kochs und seiner Schüler. Der großen Bedeutung und des praktischen Wertes der auf der Arbeit von Robert Koch be­ruhenden Seuchenbekämpfung sind wir uns insbe­sondere während des Weltkrieges bewußt geworden. Koch war ein echter Deutscher. Er war zäh, unerbittlich, fleißig und anspruchslos. Er war zugleich ein großer Arzt, der seine vom Schick­sal ihm gegebenen Anlagen und seine Fähigkeiten in den Dienst des Volkes stellte und der in un­ermüdlicher Arbeit die gewonnenen wissenschaftlichen Erkenntnisse in praktische Heil- und Bekämpfungs­verfahren umsetzte. Auch das Ausland wurde bald auf ihn aufmerksam und bat um seine Mitwirkung bei der Bekämpfung der Infektionskrankheiten. Die Erfolge, die er hier ebenso wie in unseren Ko­lonien zu verzeichnen hatte, wo er oft unter Einsetzung seines eigenen Lebens seine wissenschaftlichen Untersuchungen ausführte,, trugen zur Mehrung des Ansehens bei, das er im In­land und Ausland als großer Gelehrter genoß.

Im Jahre 1908 wurde von der damaligen kaiser­lichen Regierung die Robert-Koch-Stiftung zur Bekämpfung der Tuberkulose er­richtet. Ihr wurden namhafte Summen aus allen Teilen des In- und Auslandes zugeführt. Die Stif­tung sollte der Förderung wissenschaftlicher Arbeit und damit auch praktischen Aufgaben zur Bekämp­fung der Tuberkulose dienen. Mit ihr wurden die letzten großen Tuberkulosearbeiten von .Robert K o ch und seinen Schülern durchgeführt. Das Ka­pital dieser Stiftung ist leider der Inflation verfallen und damit eine wichtige materielle Quelle für die Seuchenforschung versiegt. Wenn auch durch die Tätigkeit Robert Kochs und der von seinen Ideen geleiteten Aerzte die Tuberkulosebekämpfung erfolgreich gestaltet und die volkspolitischen Gefahren der Tuberkulose durch planmäßige Arbeit und Kran­kenfürsorge stark zurückgedrängt werden konnten, so ist damit die Tuberkulosenfrage doch nicht end­gültig getöst.

Die nationalsozialistische Regierung hat es da­her, zugleich bewegt von der Fürsorge für die Volksgesundheit, als eine Dankesschuld gegenüber dem großen Forscher empfunden, die Stiftung, die feinen Ramen trägt, neu ins Leben zu rufen und damit zur Fortsetzung feines Lebenswerkes beizutragen. Da die roiffen- fchaftliche Tätigkeit Robert Kochs sich nicht in der Tuberkulofenforschung erschöpfte, glaubt die Reichsregierung im Sinne des großen For­schers zu handeln, wenn sie den Rahmen der Robert-Koch-Stiftung weiter spannt und die Erträgnisse der Stiftung außer der Erfor­schung der Tuberkulose auch der Förderung an­derer wissenschaftlicher Arbeiten zur Bekämp­fung der Infektionskrankheiten nutzbar macht. Demgemäß erneuere ich hiermit die Robert-Koch-Stiftung im Gedenken an den vorbildlichen deutschen Arzt und Forscher, dessen Werk ein Eckpfeiler unserer Gesundheitspflege bildet. Ich ehre damit zugleich dankbar die hervorragenden Leistungen der deutschen ärzt­lichen Wissenschaft und gedenke oller jener Aerzte, die im Frieden und im Kriege ihr Leben bei der Seuchenbekämpfung eingesetzt und ge­opfert haben.

Nach dem Minister sprach der japanische Bot­schafter Exz. M u s h a k o j i. Er gedachte in Ehr­furcht und Dankbarkeit des Werkes des deutschen Gelehrten, sprach über die Beziehungen Kochs zu feinen ausländischen Schülern und Fachgenossen, besonders in Japan, und erinnerte dabei an die glänzende Aufnahme, die Robert Koch 1908 in Japan gefunden hatte. Deutschland könne stolz dar­auf sein, daß es so viele solcher Männer hervor­gebracht habe.

Die Festrede, die der vor zwei Wochen ver­storbene Schüler Robert Kochs, Geheimer Medizi­nalrat Professor Dr. K o l l e, Frankfurt a. M., ver­faßt hat, wurde von Professor Dr. H etsch-Frank­furt, verlesen. Oberregierungsrat Professor Dr. Möllers, ebenfalls ein Schüler Kochs, gab eine Schilderung der letzten Lebensjahre seines Lehrers. Robert-Koch - Gedächtnis - Anstellung.

Am Sonntag wurde in Berlin eine Robert- Koch-Gedächtnisaus ft ellung der Oeffent- lichkeit übergeben. Die Ausstellung soll die Bedeu­tung des großen Forschers für die allgemeine und öffentliche Hygiene darstcllen und den unermeßlichen Wert der Entdeckung des Tuberkel-Bazillus, des Cholera-Bazillus und der von seinen Schülern auf Grund seiner Methoden entdeckten Typhus- und Diphtherie-Bazillen usw. versinnbildlichen. In der Gedächtnisausstellung ist der Hauptwert nicht au Robert Koch als Persönlichkeit gelegt, sondern au fein PZerk, das ihn in großer Klarheit als einen der größten Helfer der Menschheit zeigt. Der Stammbaum Robert Kochs (der be­kanntlich aus einer kinderreichen Familie stammt) liefert einen höchst eindrucksvollen Beitrag zum Aufstieg des Begabten". Unter den zahlreichen per» sönlichen Erinnerungen find zu finden Bilder aus feiner Kinder- und Studentenzeit, Schulzeugnis und

Der Tag der deutschen Seefahrt

strahler hinweg übermittle. Sie sind die Glie­der unseres Volkes und sie sollen Künder unserer Nation sein. Sie können davon überzeugt bleiben: Niemals wird Deutschland un­tergehen, wenn es den Mut hat, stärker zu sein als die Not, die uns zu Boden geworfen hak. (Langanhaltender stürmischer Beifall.)

Deulschland will sich nicht abkaMvon derWeli"

Der Stellvertreter des Führers über die Bedeutung der Seeschiffahrt als Mittler des lebendigen Warenaustausches der Völker.

Hamburg, 25. Mai. (DNB.) Hamburg sieht ganz im Zeichen des Tages der deutschen Seefahrt. Die Auslandsorganisation der NSDAP,. Abteilung Seefahrt, hat alle Vorberettun- gen getroffen, um einen würdigen Verlauf der Fest­tage zu gewährleisten. Der Hafen bietet im ^est- tagskleid ein überwältigendes Bild. Alle Schüfe haben über die Toppen geflaggt. Die Ueoer[ee- brücke bildet den Mittelpunkt des gesamten Hafen- Betriebes. Hier hat das Panzerfchlff Deutschland" festgemacht, um die Verbunden­heit der Kriegsflotte mit der Handelsflotte zum Ausdruck zu bringen. Unmittelbar neben öem Panzerschiff liegt der H a p a g d a m p f e rH a in» du r g" der den Vertretern der Nelchsregierung und den zahlreichen Ehrengästen als Wohnschiff

Das Fest wurde eingeleitet mit einer großen Kundgebung in der H a n s e a t e n h a l l e, Deutschlands größten Versammlungsraum. Nicht endenwollender Jubel erscholl, als Relchsinlni er Dr. Goebbels, begleitet von Reichsstatthalter Kaufmann, dem regierenden Bürgermeister Krogmann, Reichsstatthalter R i t ter v. C p P und weiteren führenden Männern des Staates uno der Bewegung erschien. Anwesend waren viele Vertreter der Wirtschaft, insbesondere der oee- schifsahrt und der DAF. Der Leiter der Abteilung Seefahrt, der Auslandsorganisation der NsDAP« Kle mp, führte als erster u. a. aus: Wenn wir den Tag der deutschen Seefahrt feiern, so werben wir um die Herzen des gesamten deutschen Volkes. Alle Volksgenossen sollen den deutschen Seemann kennen und verstehen lernen, um seme schwere Arbeit würdigen zu können. Der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., Gauleiter Bohle, betonte dann besonders, daß kein deut­scher Seemann es versuchen werden, Menschen anderer Nationen etwa zu Nationalsoziali­sten machen zu wollen. Der deutsche Seemann weiß vor allem auch aus den mehrfachen Erklärun­gen des Führers, daß der Nationalsozialismus eine deutsche Angelegenheit ist und das wir es bewußt ablehnen, unsere eigenen Ideen anderen offen oder heimlich aufzudrängen. Deshalb hält sich der deutsche Seemann wie auch jeder andere Deutsche im Auslande absolut fern von allen Bestrebungen, die als Einmischung in die inneren Angelegenheiten anderer Staaten äufgefaßt werden könnten. Auf allen Meeren gehen deutsche Schiffe, so schloß Bohle, ihrer friedlichen Mission nach und dienen dem gegenseitigen Güter- und Warenaustausch der Völker der Welt. Die Parole lautet weiter: Ver­trauen und Zusammenarbeit aller zum Wohle des ganzen und über allen der Wille Adolf Hitlers.

Aeichsminister Dr. Goebbels ergriff als letzter das Wort: Wenn der Diplomat der Gesandte seines Reiches ist, dann könnte man den Seemann gewissermaßen den Gesandten eines Volkes nennen. Er ist dazu erzogen, immer an sein Volk zu denken und sich vor Augen zu halten, daß sein Volk gemeint ist, wenn man ihn im Ausland beurteilt. Mit stolzer Freude fei er sich der Tatsache bewußt, daß in feinem Rücken heute wieder eine einige Nationvon 6 6 Millionen stehe. Dieses Deutschland hat nicht darauf gewartet, daß die Welt ihm fein Recht wie- dergebe, sondern es hat sich fein Recht und eine Ehre aus eigener Kraft geschaf - e n (stürmischer Beifall). Wir sind nicht gesonnen, unseren friedlichen Ausbau von mißgünstigen Fein­den stören zu lassen. Wir haben hinter die Ar­mee, die den Spaten schulterte, eine Armee gestellt, die das Gewehr schultert. Diese Armee ist nicht dazu da, den Frieden zu tören, sondern um den Frieden zu be­schützen. Viel ist auch in Zukunft zu tun; aber wir lassen den Mut nicht sinken. Wie haben 4^2 Mil­lionen Menschen wieder in Arbeit gebracht und wer­den auch den übrigen Beschäftigung geben. Ange­sichts der Größe des Erreichten und des noch Be­vorstehenden darf es keiner wagen, Kritik zu üben. Wir haben die Revolution nicht gemacht, um sie nach einigen Jahren von ein paar Kritikastern zer­reden zu lassen, sondern sie soll Jahrhunderte über­dauern.

Dr. Goebbels bei der Besatzung des General Osorio".

Reichsminister Dr. Goebbels besuchte den im Freihafen liegenden Dampfer,, General O s a r i o", auf dem während desTages der deutschen See­fahrt" die Vertreter der in- und ausländischen Presse untergebracht waren. Ein großer Teil der Besatzung konnte die Feiern an Land nicht mit» machen, sondern mußte auch an ihrem Festtage schwer arbeiten. Dr. Goebbels bereitete ihnen aus diesem Grunde die Freude seines Besuches und rich­tete eine Ansprache an die Mitglieder der Besatzung. Der Leiter der Abteilung Seefahrt der Auslands­organisation der NSDAP. Pg. Klemm und der Kapitän desGeneral Osorio" Pg. Christian­sen dankten dem Minister im Namen der Be­satzung für sein Kommen und brachten auf ihn ein dreifaches Sieg-Heil aus.

Dr. Goebbels erläuterte dann die Notwendlgreit, die Nationalsozialistische Parte: auch nach der Zer trümmerung aller anderen Parteien . J rechtzuerhalten. Sie ist der Grundpfeiler des na- tüinalsozialistischen Staates. Doll Befriedigung könne man das Echo der Rede des Fuy- rers im Auslande verzeichnen Wenn einige Zeitungen dagegen Hetzen, dann sind'sie v>o n I e = ner Rüstungsindustrie gekauft die feinen Frieden will, mell sie am Kriege verdient. Aber die Völker wollen den Frieden Sie haben allmählich emgesehen, daß das Unglück eines Volkes nicht das Glück der an­deren Völker ausmacht. Wir stehen heute vor einem Berg voll ungelöster Probleme. Sie können nur gemeistert werden, wenn Volk und Füh­rung einig find und alle Stände an der Lö­sung mitarbeiten. Jeder an feinem Platz hat ein Stück Deutschland zu behaupten und ein Stück Deutschland zu vertreten, und so glaube ich, daß ich diese Feierstunde mit 30 000 Menschen in Hamburg aus der Seefahrt und ihren verwandten Betrieben mit Millionen Menschen, die in dieser Stunde jetzt über die Aetherwellen hinweg mit uns verbunden sind, nicht besser beschließen, als wenn ich allen Seeleuten draußen auf dem Meere,, in anderen Ländern und anderen Erdteilen den Gruß und den Dank des deutschen Volkes über die Rück-

Den Höhepunkt des Sonntags bildete eine Kundgebung auf der Moorweide, auf welcher der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß sprach. Mit klingendem Spiel und wehenden Fahnen marschierten die Marine-SA. und Marine-HI. so­wie die Angehörigen von Schiffsbesatzungen aus allen deutschen Seehäfen auf. 70 000 Angehörige der nationalsozialistischen Formationen füllten das weite Feld. 25 000 Mann der Deutschen Arbeitsfront aus den der Seefahrt verwandten Betrieben ergänzten das geschloffene Bild des gewaltigen Aufmarsches aller an der Seefahrt beteiligten und mit ihr zusam­menhängenden Kreise.

Durch denTag der deutschen Seefahrt" soll, so führte der Stellvertreter des Führers aus, g e - rabe auch der Binnendeutsche daran er­innert werden, welche Mission die See­fahrt für Deutschland erfüllt. Sie stellt die lebendige Verbindung zwischen der Heimat und den Deutschen draußen sowie zwischen Deutschland und den Völkern der Welt jenseits der Meere dar. Alle Maßnahmen des Führers zur Stärkung des Reiches und zum Erhalt der neugewonnenen Kraft kommen auf die Dauer der deutschen Wirt­schaft und damit dem einzelnen von euch deutschen Seefahrern zugute. Als eines der stärksten Bindeglieder der deutschen Wirtschaft mit den Wirtschaften anderer Völker dient die Seefahrt dem Warenaustausch, von dessen Ordnung und Regelmäßigkeit der Wohlstand der Völker und jedes einzelnen ihrer Glieder wesentlich abhängig ist.

Es ist nicht Deutschlands Wille, in wirtschaftlicher Autarkie zu leben. Der Deutsche will sich nicht abkapseln von der Welt. Und nur unter Druck von außen, durch Boykott und andere Zwangsmaßnahmen, die durch politischen haß diktiert waren und hie und da noch diktiert sind, muß sich Deutsch­land mit dem Problem der wirtschaftlichen Selbsterhaltung befaßen. Ich betone, daß es eine Deutschland von außen her a u f g e - zwungene Rotwendigkeit ist, nicht aber sein freier Wille, wenn es alle die INög- llchkeilen prüft, unabhängig von außen seine wirtschaftlichen Pflichten gegenüber dem Volk zu erfüllen. Wir hoffen, daß die von uns er­wünschte Entgiftung der po'. ititchen

Atmosphäre, von der wir glauben, daß sie gerade in den letzten Tagen durch die große Rede des Führers Fortschritte gemacht hat, auch wirtschaftliche Folgen haben wird, von denen durch erhöhten Warenaus­tausch, nicht nur die deutsche, sondern auch die Seeschiffahrt anderer Völker Ruhen haben können.

Rudolf Heß wandte sich dann an diejenigen feiner Volksgenossen und Kameraden, die bald a l s Waffenträger des deutschen Volkes ihren Dienst im Heere leisten werden. Ich weiß, daß ihr in jeder Uniform bleibt, was ihr wart und bleiben werdet: Soldaten Adolf Hitlers. Ich weiß, ihr werdet als Soldaten des nationalsozialistischen Volksheeres ebenso eure Pflicht tun für Deutschland, wie ihr es bisher in euren Formationen getan habt. Und ich weiß auch, ihr alle freut euch auf diese Zeit. Partei und Heer sind nach dem Willen des Führers die Säulen des nationalsozialistischen Reiches. Jeder, der den Rock der soldatischen Ehre in Grau und Blau wieder tragen darf, vergesse niemals, daß erst die nationalsozialistische Be­wegung unter ihrem Führer es ermöglicht hat, wieder eine Wehrmacht aufzubauen, die Deutsch­lands Freiheit und Ehre sichert. Offiziere und Soldaten der alten Reichswehr haben durch die Jahre des Verfalls hindurch die militä­rische Tradition der deutschen Armee erhalten. Daß dies nicht vergeblich war, daß aus der kleinen Reichswehr ein starkes Volksheer entstehen konnte, verdankt Deutschland Adolf Hitler und den Hunderttausenden braver Mitkämpfer der Zeit des Ringens um die Macht, verdankt Deutschland ihrer unverbrüchlichen Treue zu Deutschland, ihrer uner­müdlichen Arbeit, ihrem Opfern und ihrer Hin­gabe."

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Marine-SA. und Marine-HI. marschierten im Anschluß an die Kundgebung durch die von vielen Zehntausenden umsäumten Straßen der Stadt zu den St. - Pauli-Landungsbrücken, wo der Stellvertreter des Führers den Vorbei­marsch der Formationen abnahm. Den Abschluß desTages der deutschen Seefahrt" bildete am Abend ein Riesenfeuerwerk auf der Außen­alster, dem Hunderttausende von Zuschauern bei­wohnten.

Handzeichnungen, Briefe an Verwandte und Mit­arbeiter, Rezepte und Rechnungen aus seiner Tätig­keit als Kreisphysikus, sein Notizbuch, seine Briefe, das Mikroskop, mit dem er den Tuberkel-Bazillus Entdeckte, und vieles andere. Die ihm zuteil ge­wordenen Auszeichnungen aus allen zivilisierten Staaten, Diplome und Ehrenbürgerbriefe, haben nur zu einem Teil untergebracht werden können. Eine große goldene Medaille erinnert daran, daß ihm die höchste wissenschaftliche Auszeichnung, der Nobelpreis, zuerkannt wurde. Ausgestellt sind ferner ein Teil der Veröffentlichungen, photo - graphische Aufnahmen von den großen Forschungs­reisen zur Erforschung der Cholera, der Malaria, der Rinderpest, der Schlafkrankheit und des Küsten- siebers. Der besondere Anziehungspunkt der Aus­stellung ist eine Nachbildung des Labo­ratoriums in Wollstein. Aus diesem dürftig ein­gerichteten und außerordentlich beschränkten Raum sind die größten medizinischen Entdeckungen des vorigen Jahrhunderts hervorgegangen.

Rudolf Heß weiht die erste Weltjugendherberge.

Hagen (Westfalen), 25. Mai. (DNB.) Der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, übergab in Altena das vor 25 Jahren auf der 800jährigen Stammburg der Grafen von der Mark geschaffene Mutterhaus der deut­schen Jugendherbergen, die erste Jugend­herberge in Deutschland und in der Welt, seiner Bestimmung als erste deutsche W e l t j u g e n d - Herberge. Zu dem Weiheakt im unteren Burg­hof waren auch die Vertreter der Jugendherbergs­verbände von Danzig, Holland, Siebenbürgen, Bel­gien, Frankreich, der Tschechoslowakei, der Schweiz, Polen, England, Luxemburg uni) Amerika erschie­nen. Die Jugendherbergsverbände der anderen Staaten hatten Grüße und Wimpel übersandt. Nach einem Weihespiel der Hitler-Jugend und des BDM. hieß der Herbergsvater derBura Altena" und Begründer des deutschen Jugendherbergswerkes, Richard S ch i r r m a n n , der auch Ehrenvorsitzen­der des Reichsverbandes für deutsche Jugendherber­gen und erster Präsident der Internationalen Ar­beitsgemeinschaft ist, den Stellvertreter des Füh­rers willkommen. Reichsjugendführer Baldur von Schi rach feierte die Erfolge des Jugendherberas- gedankens. Bisher feien rund 2000 Jugend­

herbergen entstanden, die die Jugend dem ver­giftenden Einfluß der Großstadt entzögen und ihr die Heimat lieb machten. Dank gebühre auch den Leitern des Jugendyerbergswefens in der Ver­gangenheit, besonders Richard Schirrmann. Erft als Adolf Hitler auch das junge Deutschland zusammen­geschweißt habe, seien die Voraussetzungen gegeben worden, den Jugendherbergsgedanken zu neuer Höhe emporzuführen.

Der Stellvertreter des Führers er­klärte dann, daß sich auf dieser Burg di e Jugend vieler Nationen kennen und so hoffe er achten lernen werde. Wie es selbst im Kriege ein Verstehen zwischen den einzelnen gab, so auch heute, wenn die Angehörigen verschiedener Nationen sich von Mensch zu Mensch gegenüberstehen. Es sei gut für dieses Verstehen, wenn Teile der Jugend, die später einmal Teile ihrer Völker werden, in Berührung miteinander kommen und sich wirk­lich näher kennenlernen.Vielleicht geht durch diese Jugendherberge einmal der eine oder der andere Junge, der später einmal zu den Maßgebenden seines Volkes gehört. Und vielleicht entsinnt er sich als Mann in ernsten Stunden, die den Frieden zwischen den Völkern bedrohen mögen, einstiger sorglos froher Tage des Zusammenseins in diesem Heim mit jungen Kameraden anderer Nationen Vielleicht vermag er dann dank dessen, daß er hier das Wesen dieser anderer Nationen verstehen und achten lernte, ein schweres Unglück für die betroffe­nen Länder ja für die Menschheit zu ver­hindern. Dann hat diese Burg unendlichen Segen gebracht.

Hitlerjugend, Elternhaus und Schule.

Eine Rede oes Reichserziehungsministers.

Dresden, 25. Mai. (DNB.) Auf einem Ju­gendtreffen sprach Reichserziehungsminister Rust überHitlerjugend, Elternhaus und Schule". Im Gegensatz zur älteren Generation habe die Juaend schneller zu Adolf Hitler gefunden. Das liege z. T. daran, daß die Jugend den Lebenskampf, den Kampf des einzelnen um feine Existenz noch nicht kennt. Es kommt aber für jeden die Stunde, wo er ins Leben hinaustrete. Dann werde der eine auf die Akademie und der andere ins Bergwerk gehen, soziale Unterschiede würden hervortreten und der Kampf um den Arbeitsplatz beginnen. Das [et ein

ewiges Gesetz und nicht zu hindern. Wie auch der tapferste Soldat mit in die Flucht gerissen werde, wenn die Armee nicht standhalte, so fei b e r einzelne im Leben eines Volkes andasGlück und Unglück der Gesamtheit gebun­den. Das große Problem sei, daß man dem ein­zelnen den Lebenskampf nicht verbieten könne und doch verlangen müsse, daß sich alle zusammen- f a n d e n. Die Schicksalsfrage eines Volkes fei, ob die politische Führung einen einheitlichen politischen und völkischen Willen ^r.en Kampf des einzelnen stelle und das fei Adolf Hitlers große politische Tat. Die frühere Aufgabe der Schule war, das Kind zu lchulen für feinen Lebenskampf. Das neue Deutsch- lanb fefce neben den einzelnen d a s V o l k und sehe die Aufgabe der Schule darin, so zu arbeiten, daß oos Volk in seiner Gesamtheit dahin ge­schult werde, seinen Lebenskampf zu bestehen. Es Aelte, die Kinder dahin zu bringen, wo das Leben der Gemeinschaft wirksam werde, das heißt in die Hitlerjugend. Jedes Volk müsse den Kampf um feine Existenz führen. Für Deutschland fei bei [einer zentralen Lage und bei dem Fehlen jeglicher natürlichen Grenzen dieser Kampf besonders schwer. Deutschland könne daher diesen Kampf nur dann bestehen, wenn es durch den einheitlichen Willen deo ganzen Volkes unüberwindbare Mauern aus Menschen um sich bauen könne.

. Nachdem der erste große Kampf gegen den Mar- rtsmus gewonnen sei, drohten jetzt gewisse neue Schwierigkeiten infolge kirchlicher Gegensätze. Die Eltern dürften diese Gegensätze auf keinen Fall in die Herzen der Ju- ? * " b tragen Er werde nicht dulden, daß zer- stört werde, wofür Millionen von Volksgenossen geblutet hätten und gestorben wären. Die !deutsche Einigung konnte nicht von oben her dekretiert werden Sie müsse von unten her aus der Familie wachsen, bis sie eines Taaes das ganze deutsche Volk umfasse. Auch in Zukunft EnG huschen hinter dem Schraubstock

DasWeÄntti^-bie Akademien gehen, m n h in1? ? doh i.eder dahin gehe, 'Rufunft mprh<? x ° deutsche Schule der

A" tun ft werde die Schule der Auslese fein ftunasHWH der höchsten Lei-

niebt blirrh 9 P h1 2)ie^e Schule werde man m?n MH^n0C£ f-d)affen' Indern, indem

mache, richtigen Manner zu Lehrern