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1900: Nationale leichtathletische Wettkämpfe 1935.
Am Sonntag, IS. Mal.
Mit der Durchführung einer nationalen Bahnveranstaltung bleibt die Spielvereinigung 1900 Gießen auch in diesem Jahre ihrer Tradition treu. Die Wettkämpsr finden am Sonntag, 19. Mai, statt. Man hofft, daß sie auch im Jahre des 35jährigen Jubiläums des Vereins wieder ein sportliches Ereignis ersten Ranges bilden werden. Die Ausschreibung sieht drei Klassen vor: eine Klasse I, welche die gebräuchlichsten Hebungen des olympischen Programms enthält, eine Klasse II, in der sich jüngere Kräfte bzw. noch nicht sehr weit Fort- aeschrittene betätigen können, und schließlich eine Klasse für Landvereine und Vereinslose.
Spielvereinigung 1900 Gießen.
1900 I — Sportfreunde Frankfurt.
kommt im Gau Nordhessen die letzte Zwischenrunde um den Dereinspokal des Deutschen Fuhballbundes zum Austrag. In der Gruppe Gießen stehen Dillenburg und Frohnhausen (Dill) gegenüber, während die Spielvereinigung 1900 das Freilos gezogen hat und im nächsten Gang mit der Gauliga Nordhessens gepaart wird. Interessante Begegnungen stehen den Blauweißen deshalb bevor. Um die Elf auf diese Großkämpfe vorzubereiten, hat der Spielausschuß für den kommenden Sonntag wieder einen namhaften Gegner nach hier verpflichtet, der im Frankfurter Sportleben einen guten Ruf genießt. Die „Sportfreunde" Frankfurt gehörten bis zur Neueinteilung im Deutschen Fußballbund 1933/34 dessen oberster Spielklasse an, kamen aber dann, infolge deren Reduzierung in die Bezirksklasse, in der sie eine führende Stellung einnehmen. Unter den alten Könnern dieser Elf ragen hervor Cäsar und Krott (früher Fußballsportoerein Frankfurt a. M.). Von den Jungen seien Großer und der Mittelläufer Dietsch an erster Stelle genannt. Die Gießener müssen nun leider in dieser Begegnung auf den Verteidiger Lippert verzichten, der als Ersatzmann mit der deutschen Nationalelf nach Brüssel reist. Man hat deshalb folgende Aufstellung gewählt: Schmidt; Zetter, Kaps; Mank, Mettmann, Hembach; Wilhelm!, Hammer, Birken- bihl, Schmelz, Horz. Die Hintermannschaft ist solid, man hofft, daß sie ihren Mann stellen wird. Den Angriff hält man in dieser Aufstellung wesentlich verstärkt, vor allem wird er schneller in seinen Handlungen und schußkräftiger sein.
1900 II — Turnverein 1846 Gießen komb.
Die erste Begegnung zwischen beiden Vereinen im Fußball! Von der Turnermannschaft hat man bis jetzt nur gutes gehört. Die Waffen sind ziemlich gleichmäßig verteilt. Die Mannschaft des Turnvereins ist eine reine Soldatenelf. Ein wohldifzi-. plinitrtes Spiel sollte deshalb zu Stande kommen.
Hanau 93 Jungliga — 1900 I. Jugend.
Die Gießener wollen den Hanauern für die im Vorspiel in Gießen kürzlich erlittene 3:1-Niederlage Revanche geben und das sollte den Gastgebern zu Hause vor großem Publikum auch gelingen. Das Spiel findet vor dem Treffen um die Deutsche Meisterschaft Hanau 93 — 1. SpV. Jena in Hanau statt.
VfB.-Neichsbahn Gießen.
Friedberg-Fauerbach auf dem Waldsportplah.
Zum Rückspiel treten die Fauerbacher in Gießen an. In diesem Spiele haben die Hiesiaen zu beweisen, daß die Niederlage des Vorspiels in erster Linie auf die damals gegebenen Platzverhältnisse zurückzuführen ist. Die Gäste haben sich von ihrer Verbandsspielkrise wieder vollkommen erholt und stellen eine Mannschaft von beachtlicher Spielstärke ins Feld. Körperlich haben die Gäste gegenüber den Hiesigen ein Plus zu verzeichnen. Vor einer guten Hintermannschaft steht ein Sturm, der sich nicht in nutzlosen Tändeleien verliert, sondern dessen Spielweise auf Erfolg eingestellt ist. Die Gießener, die in diesem Spiele sich auf ihre bewährte Mannschaft stützen, dürsten im Sturme durch die Einstellung von Sczponick eine wesentliche Verstärkung erfahren. Dem neuen Manne, der schon mehrmals in der Dortmunder Stadtmannschaft erfolgreich mitwirkte, sollte es gelingen, die Durchschlagskraft des Gießener Sturmes zu erhöhen.
VfB.-Reichsbahn II b — Werdorf I.
Die erste Mannschaft von Werdorf dürfte in Gießen gegen die Grün-Weißen zu keinem Erfolge kommen. Die Stärke der Gießener Mannschaft liegt in ihrer Gleichmäßigkeit und im nötigen Erfolgswillen. Ein schöner Kamps ist zu erwarten.
VfB.-Reichsbahn 2. Jugend — Werdorf 1. Jugend.
Die zweite Jugend hat sich mit diesem Spiel au viel vorgenommen. Ein Erfolg des Gastgebers würoe eine Heberraschung bedeuten, zumal die 1. Jugend der Hiesigen in Werdorf nur einen knappen Sieg erringen konnte.
, FC.Teutonia" Watzenborn-Steinberg Watzenborn-Steinberg I — Ober-Widdersheim I. Für kommenden Sonntag hat sich die erste Mannschaft der Teutonen die gleiche Mannschaft des Turn- und Sportvereins Ober - Widdersheim auf eigenen Platz verpflichtet. Ober-Widdersheim hat bis dahin noch nie in Watzenborn-Steinberg gastiert. Man ist daher auch nicht über ihre Spielweise und -stärke genau orientiert. Die Gästemannschaft konnte aber in ihren beiden Osterspielen gegen spielstarke Gegner eindrucksvolle Siege erringen. Am Ostersonntag wurde Hanau 60/94 mit 3:2 Toren und am 2. Dfterfeiertag „Olympia" Frankfurt a. M. sogar mit 5:2 Toren überfahren. Diese Resultate dürften annehmliches Können der Gästemannschaft verraten. Die Einheimischen haben allen Grund, eine spielstarke Mannschaft ins Feld zu stellen und das Spiel nicht auf die leichte Schulter zu nehmen.
Kreisklaffenspiele des Sonntags.
A u f ft i e g f p i e l e: Tgde. Wetzlar — Langenaubach (Küster, Berghausen); Heuchelheim — Albs- ha^en (Miller, Wetzlar).
Gesellschaftsspiele: Kinzenbach — 2ll- lendvrs (Post, Wieseck); Frankenbach — Erda (Sack, Heuchelheim); Fellingshausen — Steinback) (Offenbacher, Gießen); Wißmar — Garbenteich
(Seitz, Heuchelheim); VfB. 2. B — Werdorf komb. (Wißemann, Lollar); Krofdorf — Spfr. Wetzlar (Schneider, Gießen); 1900 2. — Tv. 1846 Gießen (Rüspeler, Gießen); Gr.-Linden — Altenbuseck (Zitzer, Gießen); Daubringen — Geilshausen (Bücher, Gießen); VfB. Jugend — Werdorf Ingen (Hofmann, Wieseck). Der Meister der 1. Kreisklasse Gruppe Dill stellt sich am Sonntag in Wetzlar-Niedergirmes vor. Man zweifelt nicht an einen Sieg der Wetzlarer. Heuchelheim erwartet Albshausen.
Das Programm der Gesellschaftsspiele ist gut. Kinzenbach hat Allendorf zu Gast, ein offenes Spiel ist zu erwarten. Frankenbach spielt gegen den Lokalpartner Erda. Man hält Erda für besser. Steinbach reift nach Fellingshausen, wo ein spannendes Spiel zu erwarten ist. Wißmar — Garbeiteich: Hier treffen zwei gleichwertige Mannschaften zusammen. Garbenteich hat die größere Erfahrung und sollte gewinnen. Spfr. Wetzlar fährt nach Krofdorf und wird sicherer Sieger wer- oen. Altenbuseck reift zum Rückspiel nach Großen- Linden und dürste den Vorsieg kaum wiederholen können. Saubringen und Geilshausen heißt die nächste Begegnung, beide Mannschaften sind neu ausgestellt. Ein Unentschieden dürste zu erwarten sein.
Sportverein 1920 Heuchelheim
Aufstiegspiel Heuchelheim I — Albshausen I.
Nachdem Albshausen s. Zt. nicht angetreten war, wurde das Aufstiegspiel in Heuchelheim noch einmal angesetzt. Der Kamps steigt morgen. Die Einheimischen müssen auch diesmal wieder mit Ersatz antreten. Trotzdem sollten die Gäste um eine Niederlage nicht herumkommen, da die Heuchelheimer bei den letzten Spielen sehr gute Leistungen zeigten. Wenn Heuchelheim die bei den letzten Treffen aufgebrachte Energie beibehält und mit etwas Glück kämpft, dürfte der Ausstieg in die Bezirksklasse Tatsache werden.
Fußballabteilung des Tv. Kinzenbach.
Zu einem Gesellschaftsspiel weilt am morgigen Sonntag die erste Mannschaft des Tv. Allendorf- Lahn in Kinzenbach zu Gast. Die Gästemannschast hat es in ihrer Gruppe der II. Kreisklasse, zusammen mit Steinbach, soweit gebracht, daß sie bei Beginn der nächsten Verbandsserie in der I. Kreis- klasse spielen kann. Die Mannschaft besitzt vor allem gutes technisches Können und hat schon einige Male mit den Einheimischen mit wechselndem Erfolg die Klingen gekreuzt. Man erwartet auch diesmal einen anregenden Kampf.
Vor diesem Spiel treffen sich die Jugendmannschaften der beiden Vereine. Auch hier ist mit einem knappen Ergebnis zu rechnen, das auf Grund des Platzvorteiles zugunsten der Einheimischen lauten durfte.
Fußball im Turnverein Großen-Linden
Großen-Linden I — Alten-Buseck I.
Großen-Linden empfängt am morgigen Sonntag Alten-Buseck zum fälligen Rückspiel. Das Vorspiel konnte Alten-Buseck für sich überlegen gewinnen. Der Gastgeber muß im bevorstehenden Kampf sehr aus sich herausgehen, wenn er ehrenvoll abschneiden will.
Vorher spielen die Jugendmannschaften beider Vereine.
HandballimKreisLahn-Dill(GauXU)
Die Aufstiegsspiele der 2. Kreisklasse nehmen am kommenden Sonntag mit folgenden Spielen ihren Fortgang:
TV. Katzenfurt— TV. Burg-Gemünden. MTV. G i e ß e n II — TV. H e r b o r n.
TV. Dorlar — TV. Garbenheim.
Diese Paarungen versprechen interessante Spiele. Burg-Gemünden hat sich wider Erwarten glänzend gehalten und steht ohne Verlustpunkte relativ am besten in der Gesamtwertung. Die Mannschaft, die auch das Spiel in Katzenfurt gewinnen sollte, dürste im Endkampf noch ein Wort mitsprechen. Offen ist das Spiel in Gießen. Wenn die Gießener Turner den Anschluß an die Spitze nicht verpassen wollen, wird es allmählich Zeit, aus sich herauszugehen. Das Spiel am Sonntag dürfte ihnen den 1. Sieg bringen. Vollständig offen ist das Treffen in Dorlar. Garbenheim hat es fertig gebracht, den sieggewohnten Gastgebern am vergangenen Sonntag zwei Punkte abzunehmen. Eine Wiederholung dieses Ergebnisses ist kaum anzunehmen.
Freundschaftsspiele.
TV. Allendorf (Lahn) I — TV. Wißmar I. Die Platzbesitzer treten erstmalig mit ihrer alten Mannschaft an und sollten unter diesen Umständen, wenn ihnen auch das Training fehlt, einen starken Gegner abgeben.
TV. Dutenhofen — TV. Dornholzhau- s e n. Die Einheimischen werden auf der Hut sein müssen, wenn sie das Ergebnis des Vorspiels revidieren wollen. Der eigene Platz und eine komplette Mannschaft dürften ihnen vielleicht dazu verhelfen.
TV. Hochelheim — TV. Münchholzhausen. Dieses Spiel wird Hochelheim sicher gewinnen, zumal die Gäste, wie verlautet, mit Ersatz antreten müssen.
TV. Holzheim — TV. G a m b a ch. Die Holzheimer sollten bei etwas Glück und bei einer einigermaßen guten Mannschaftsleistung dieses Spiel für sich entscheiden können.
TV. Hausen — TV. A tz b a ch. Nach dem Ausgang des Vorspiels zu urteilen, wird Haufen auf eigenem Platz zu einem Sieg kommen.
TV. Roth — TV. Lollar. Lollar ist in Roth zu Gast und wird um eine Niederlage kaum her- umfommen.
Kreismeisterschaft der Jugendklasse.
Wlv. Gießen Jgd. — Wehlar-Riedergirmes Jgd.
Auf dem Platz des Tv. Allendorf a. d. Lahn kommt das schon verschiedentlich angesetzte Spiel um die Kreismeisterschaft am kommenden Sonntag zum Austrag. Bei der Spielstärke der beiden Mannschaften und bei den in den Vorspielen gezeigten Leistungen wird es einen interessanten Kampf geben, bei dem der Sieger bleiben wird, der das größere Stehvermögen sein eigen nennt. Beide Mannschaften werden natürlich alles hergeben um Kreisjugendmeister zu werden. Der Ausgang ist vollkommen offen.
Mannfchastsgerätekampfin Gr.-Linden.
Lollar — Wieseck — Großen-Linden.
Am Sonntag, 5. Mai, findet in Großen-Linden ein Mannschafts - Gerätewettkampf zwischen den Turnvereinen Lollar, Wieseck und Großen- Linden statt. Alle drei Vereine verfügen über ausgezeichnete Geräteturner. Es befinden sich unter ihnen Turner, die in ihren Leistungen zu den Besten des Gaues Nordhessen gehören.
Turnkreis Wetterau-Dogelsberg.
Die volkstümlichen Wettkämpfe beim Kreisturnfest.
Für das 1. Kreisturnfest des neuen Turnkreises We11erau - Vogelsberg (im Gau Nordhessen), das am 6. und 7. Juli d. I. auf dem neuen Sport- und Festplatz in Bad-Nauheim zur Durchführung kommt, sind nun auch die volkstüm - liehen Wettkämpfe ausgeschrieben worden. Sie bestehen für die Turner-Oberstufe, Turner-Unterstufe, Jugendturner A (16 und 17 Jahre) und Jugendturner B (14 und 15 Jahre) in entsprechender Leistunasabstufung aus 100-Meter-Lauf, Weitsprung mit Anlauf, Kugelstoßen (7‘A kg für Turner, 5 kg für Jugendturner). Die Altersturner bestreiten in den Klassen A (30 bis 40 Jahre) und B (über 40 Jahre) einen Dreikampf, bestehend aus 75-Meter- Lauf, Weitsprung aus dem Stand und Steinstoßen mit Naturstein aus dem Stand. Der Dreikampf der Turnerinnen setzt sich in Klasse A (über 18 Jahre) aus 100-Meter-Lauf, Hochspruna mit Anlauf und Kugelstoßen (73/4 Pfund), in Klasse B (bis 18 Jahre einschließlich) aus 75-Meter-Lauf, Hochsprung mit Anlauf und Vollballweitwurf zusammen.
An volkstümlichen Sonderkämpfen sind ausgeschrieben: 4 mal 100-Meter-Staffel für Turner, 4 mal 100-Meter-Staffel für Turnerinnen, Mannschaftssteinstoßen für Altersturner und Mannschaftstauziehen für Altersturner. Die Wettkämpfe für Altersturner sind auch offen für SA.-Reserve.
Belgiens Fußballführer zum Länderspiel.
Aus Anlaß des Länderspiels Deutschland gegen Belgien am morgigen Sonntag'in Brüssel hat der Präsident des Belgischen Fußballverbandes Seel- drayers folgende Zeilen zur Verfügung gestellt:
„Die deutschen Fußballspieler genießen in Belgien einen außerordentlichen Ruf. Die westdeutschen Mannschaften haben sowohl in Belgien wie in Köln aufsehenerregende Siege über die „Diables Rouges" errungen, und die Niederlage von Duisburg, wo die deutsche Nationalmannschaft die belgische Nationalmannschaft einfach überrannt hat, wird noch lange im Gedächtnis der belgischen Sportsleute haften bleiben. Glücklicherweise hat uns die gute Haltung der belgischen Mannschaft in der ersten Halbzeit des Spiels gegen die deutsche Mannschaft in der Weltmeisterschaft wieder einigermaßen getröstet.
Aber mehr noch als durch die erzielten Resultate, haben die deuttchen Spieler sich die Bewunderung der belgischen Sportsleute errungen durch ihre beachtliche körperliche Verfassung, ihr spielerisches Können und ihre sportliche Fairneß. In allen diesen Begegnungen hat das vollendetste „fair play" vorgeherrscht. So werden die deutschen Fußballspieler auch in Brüssel ein Publikum antreffen, das bereit ist, ihren Taten Beifall zu zollen.
Wir wissen, daß wir am Sonntag gegen eine der stärksten, wenn nicht — in ihrer augenblicklichen Form — d i e stärkste Mannschaft des Kontinents spielen werden. Andererseits ist unsere Mannschaft nicht mehr das, was sie im letzten Jahre war. Dank einer sorgfältigen und systematischen Vorbereitung ist sie in besserer Verfassung als in den vorhergehenden Jahren. Die Spiele gegen die guten Mannschaften von Holland und Frankreich sind ein Beweis für ihrs Fortschritte. Auf dem Papier ist sie mit der deutschen Mannschaft nicht zu vergleichen, aber auf dem Rasen besitzt sie den Glauben,
LPD. F r a n k f u r t a. M., 26. April. Der Reichs- sportführer von Tschammer und Osten eröffnete heute vormittag die im Anschluß an den Kynologischen Weltkongreß in den Tagen vom 26. bis 28. April stattfindende Erste Welthunde- a u s st e 11 u n g auf dem Ausstellungsgelände. Mit nahezu 3500 Hunden kann diese Ausstellung als die umfassendste Schau dieser Art bezeichnet werden.
Nach einem einleitenden Musikstück, gespielt von der Kavelle der Landespolizei, hielt der Präsident der Federation Cynologique Internationale, Glöckner (Deisenhofen bei München), eine Begrüßungsansprache in der Hauptsache an die zahlreichen ausländischen Züchter, die aus 18 verschiedenen Nationen nach Frankfurt gekommen sind, nicht zuletzt angelockt durch die außerordentlich große Zahl der ausgeschriebenen wertvollen Preise. Er dankte dann dem Reichsminister Dr. Frick und dem Reichs- sportsührer von Tschammer und Osten für das Interesse, das sie an der Ausstellung genommen haben, sowie dem Reichsstatthalter und Gauleiter Sprenger und Oberbürgermeister Dr. Krebs für die Gastfreundschaft und das Entgegenkommen.
Sodann eröffnete der Reichssportführer die Ausstellung, zugleich im Namen des Reichsinnenministers, als des Schirmherrn derselben. Er führte dabei u. a. aus, daß diese Ausstellung wieder einmal der beste Beweis dafür sei, daß eine friedliche Zusammenarbeit der Völker überall möglich ist, wenn die Parteien sich als freie Bürger die Hand geben. Der Hund sei deshalb der wirkliche Gefährte des Menschen geworden, weil er sieb durch seine Anstelligkeit und Treue dazu als roüroig erwiesen habe. Auch der Führer des deutschen Volkes, Adolf Hitler, sei ein großer Hundefreund, der in feinen Mußestunden deutsche Schäferhunde züchte. Und soeben sei aus Berlin von der Reichskanzlei des Führers noch die Nachricht eingetroffen, daß der Führer für den absolut besten Hund der Ausstellung einen Preis gestiftet habe. Nachdem der 3. Kynologifche Weltkongreß gestern nach großen Erfolgen seinen Abschluß gefunden habe, könne man mit vollem Recht erwarten, daß auch die Hundeausstellung, die er hiermit die Ehre habe zu eröffnen, einen guten Verlauf nehme.
An die offizielle Eröffnung schloß sich ein Rund- gang durch die Ausstellung an, der einen nachhaltigen Eindruck hinterließ. In ihren sauber hergerichteten Boxen liegen die prachtvollen und wert-
ber Berge versetzt. Dieses Wunder wünschen wir uns, aber mir wünschen vor allem, daß der Bessere gewinnen möge. Ich übermittle unseren Gegnern den herzlichen Gruß der Union Royale Beige de Football. gez. R. W. S e e l d r a y e r s."
Deutschlands Meldung zum „preis der Nationen" in Nizza. Für den Preis der Nationen, der am heutigen Samstag beim Internationalen Reitturnier in Nizza abgewickelt wird, hat Deutschland folgende Mannschaft gemeldet: Dblt. Brandt auf Tora, Oblt. K. Hasse auf Olaf, Dblt. Schlickum auf Wange und Rittm. M o m m auf Baccarat oder Bianca.
Am Freitag wurde in Nizza der „Preis der Kavallcrieschule Hannover" ausgetragen. Sieger wurde Capt. Aherne (Irland) auf Blarney Castle mit 8 Fehlern und 45 Sekunden vor Oberleutnant Sch 1 ickum (Deutschland) auf Dedo (8 Fehler, 46,4 Sekunden). Von 77 Pferden kamen nur fünf fehlerlos über den schweren Kurs. Die Rangfolge wurde dann zwischen diesen fünf Pferden im Stechen entschieden.
Oie Nuderer im Jahre 1935.
Der Terminkalender der deutschen Ruderer mußte aus verschiedenen Gründen geändert werden, und das Bild der deutschen Ruderregatten hat ein anderes Aussehen dadurch bekommen. Die acht Hauptregatten, die Starts der deutschen Ruderer im Auslande und die Europa-Meisterschaften in Berlin werden die härtesten Prüfungen im vorolympischen Jahr sein. Die wichtigsten Veranstaltungen:
Mai: 26. Saarbrücken. Juni: 2. Köln, Karlsruhe; 9. Trier; 16. Berlin - Grünau, Stuttgart, Kassel, Bad Ems, Offenbach; 23. Hengsteysee, Hanau, Konstanz, Passau; 30. Leipzig, Mannheim, Koblenz, Limburg, Bamberg. Juli: 7. Hamburg, Heilbronn, Gießen, Würzburg; 14. Frankfurt a. M.; 21. Mainz; 28. Essen (Meisterschaftsregatta), Heidelberg. August: 16. bis 18: Europa-Meisterschaften in Grünau.
Auch Island kommt 1936 nach Berlin.
Die Olympische Idee macht auf ihrem Siegeszug durch die Welt auch vor dem hohen Norden nicht halt, Island hat vor kurzem ein Olympisches Komitee gebildet und dieses vomJnternationalenOlympi- schenKomitee anerkennen lassen, um an denSpielen der XI. Osympiade Berlin 1936 teilnehmen zu können. Das neue Komitee hat die daraufhin ergangene deutsche Einladung angenommen und mitgeteilt, daß es nicht für einige Wettbewerbe eine Vertretung zu entsenden, sondern auch eine Besuchsreise von etwa -100 Köpfen auf die Beine zu bringen hoffe.
Island was bisher an den Olympischen Spielen von London 1908 und Stockholm 1912 beteiligt und hat dort seinen Nationalsport „Glima" vorgeführt, ein auf altgermanischer Tradition beruhendes Ringen, das wohl am ehesten dem Schweizer „Schwingen" verglichen werden kann. Die Kämpfer tragen dazu eine Art Ledergeschirr um Hüfte und Oberschenkel, an denen sie sich fest fassen können. Das kalte Klima des Jnfellandes und der harte Kampf des nur etwa 100 000 Kopfe zählenden isländischen Volkes um sein tägliches Brot lassen natürlich die Bedingungen für die Pflege de* verschiedenen modernen Sportarten nicht sonderlich günstig erscheinen; jedoch sind in den letzten Jahren die warmen vulkanischen Quellen immer mehr zur Anlage von Schwimmbädern ausgenutzt worden, und auch der Wintersport ist mehr und mehr in Aufnahme gekommen, so daß man wohl von einem allgemeinen Wiedererwachen jener Sportfreude in Island sprechen kann, die auch in der isländischen Dichtung des frühen Mittelalters lebt. Unter jenen kühnen Wikingerfamilien galt am meisten, wer zugleich ein versgewandter Dichter und Athlet war, Meister des Speeres und des Wurfsteins, Ringer und Bogenschütze.
vollen Tiere aller Rassen und harren des Schiedsspruchs, der über ihre Klassifizierung entscheiden soll. Das Ausland ist sehr stark und wohlgerüstet vertreten, besonders fallen französische Bulldoggen auf und englische Greyhounds, denen man die edle Abstammung auf den ersten Blick ansieht. Einen ausgezeichneten Eindruck macht auch eine große Gruppe Weimarer Vorstehhunde.
Der Besuch setzte gleich nach der Eröffnung sehr stark ein und bewies das allgemeine Interesse, das den Hunden aus allen Schichten des Volkes entgegengebracht wird.
Krankenhausneubau des Alice-Frauenvereins in Darmstadt.
LPD.D ar mst ad t, 26. April. In Anwesenheit zahlreicher geladener Gäste fand die Grundsteinlegung des neuen modernen Krankenhauses des Hessischen A l i c e - F r a nenne r e i n s in der Dieburger Straße statt. Der Neubau wird eine Länge von 62 Meter bei 1075 Quadratmeter umbauter Fläche einnehmen. Die Krankenzimmer liegen alle nach Süden, nach dem Garten zu, mit anschließender Liegeterrasse in jedem Stockwerk. Insgesamt können bis zu 100 Kranke Aufnahme finden, die von ihren Aerzten behandelt werden können. Gleichzeitig wird das neue Krankenhaus als Ausbildungsstätte der Schwestern des Alice-Frauenvereins dienen. Die Neubaukosten sind auf 750 000 Mark veranschlagt. Umrahmt von den Fahnen des Dritten Reiches und des Roten Kreuzes hatten die Gäste um den Grundstein Aufstellung genommen. Nach einem Chor der Schwestern hielt Pfarrer Vogel die Ansprache, die mit Gebet und Segen schloß. Der geschäftsführende stellvertretende Landesvorsitzende, Ministerialrat Kratz, gab dann einen Rückblick auf die Geschichte des Alice-Frauen- öereins und des Alice-Hospitals. Am Geburtstag der Gründerin des Hessischen Alice-Frauenvereins, der verewigten Großherzogin Alice, erfolge die Grundsteinlegung des neuen Krankenhauses. Nach der Einmauerung der Urkunden folgten drei Hammerschläge durch den ehemaligen Großherzog Ernst Ludwig von Hessen, die ehemalige Großherzogin Eleonore, durch Ministerialrat Ära tz, Bürgermeister Haug und Vertreter der Aerzteschast, des Roten Kreuzes, der Schwesternschaft und der Arbeiterschaft. Die Feier schloß mit dem Chor „Lobe den Herrn".
Erste Welthundeausstellung in Frankfurt.


