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Ich krage täglich MM

Arbeiisfronlmühe,

und mit mir

am 1. Mai alle deutschen Arbeitskameraden!

Bezirk Hessen wird deine Beitrittserklärung an die für dich zuständige Gruppe weiterleiten.

Es ist Ehrenpflicht des ganzen deutschen Volkes, den würdigen Ausbau und die treue Pflege der deutschen Kriegergräber im Frontgebiet durch sein Scherflein zu ermöglichen. Darum gehört jeder deutsche Volksgenosse in den Volksbund Deutsche Kriegsgröberfürsorge.

(öiefeener Wochenmarktpreise.

* Gießen, 27. April. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,50 bis 1,55 Mark, Landbutker 1,42 Mark, Matte 25 Pf., Käse, das Stück 5 bis 10, Eier (inländische) 9, Wir­sing, das Pfund 15 bis 20, neuer 35, Weißkraut 12 bis 15, Rotkraut 28 bis 35, Gelbe Rüben 10 bis 15, Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 15 bis 20, Unterkohlrabi 8 bis 10, Feldsalat 90 Pf. bis 1 Mark, Tomaten 40 bis 50, Meerrettich 50 bis 60, Schwarz­wurzeln 25 bis 35, Rhabarber 20 bis 25, Kartoffeln 4 Pf., der Zentner 3,40 bis 3,50 Mark, Aepfel, das Pfund 35 bis 40 Pf., Honig 45 Pf. bis 1,10 Mark, Suppenhühner 80 bis 90 Pf., Tauben, das Stück 60, Blumenkohl 35 bis 80, Salat 10 bis 35, Salat­gurken 60 bis 80, Lauch 5 bis 10, Rettich, das Bündel 20 bis 45, Radieschen 10 bis 15, Sellerie, das Stück 10 bis 40 Pf. (Zwiebeln waren auf dem Markt nicht vorhanden.)

Vornottzen

Tageskalender f ü r Samstag: Stadttheater Gießen, 20 bis 22.30 Uhr:Der Vet­ter aus Dingsda" (Geschloffene Vorstellung der Deutschen Bühne"). Lichtspielhaus, Bahnhof­straße:Ihr größter Erfolg". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg:Die Schlacht am blauen Berge." Reichstreuebund: Monatsversammlung imAqua­rium".

Tageskalender f ü r Sonntag: Stadttheater, 19.30 bis 22.15 Uhr:Der Graf von Luxemburg" Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.Ihr größter Erfolg". Astoria-Lichtspiele, Seltersweg: Die Schlacht am blauen Berge."

Aus dem Stadttheaterbüro wird uns geschrieben: Sonntag, 28. April, außer Abon­nement die OperetteDer Graf von Luxemburg" von Franz Lehär; Leitung: Wrede, Cuje, von Rabenau. Spieldauer von 19.30 bis 22.15 Uhr. Dienstag, 30. April, bleibt das Theater wegen der großen Aufführung der 9. Symphonie in der Volkshalle geschloffen. Mittwoch, 1. Mai, bleibt das Theater geschlossen. Freitag, 3. Mai, Erst­aufführung des Schauspiels:Vertrag Um Karakat" von Fritz Peter Buch: Spielleitung: Kurt Lüpke. Dauer von 20 bis 22.30 Uhr. Samstag, 4. Mai,

ZtveiZahre Reichslustschuhbund.

Am 29. April d. I. kann der Reichsluft­schutzbund auf ein zweijähriges Beste­hen zurückschauen. Es wird heute wohl kaum noch einen Volksgenossen, ob jung oder alt, Frau oder Mann, geben, der nicht irgendwie oder irgendwann einmal mit den Problemen des Luftschutzes in Be­rührung gekommen ist oder über die Frage seines eigenen Schutzes im Falle eines Luftangriffes nach- gedacht hat.

Mit besonderem Stolz und Dankbarkeit wurde vom deutschen Volk die Einführung der allgemeinen Wehrpflicht ausgenommen, wodurch uns der Füh­rer die Wehrfreiheit wiedergegeben hat. Durch die Streichung des §198 des Versailler Diktates, der Deutschland jede aktive Luftabwehr verbot, haben die Arbeiten des Reichsluftschutzbundes die unbe­dingt erforderliche Ergänzung nach der militärischen Seite erhalten. Was vor einem Jahre noch nicht zu erhoffen war, ist heute Tatsache geworden. Reben der Flugwaffe und Abwehr steht unter ein­heitlicher Führung des Generals der Flieger, Luft­fahrtminister Hermann Göring, der Heimat­luftschutz als ein Teil der Landesverteidigung.

Aufgabe des Reichsluftschutzbundes ist es, der gesamten Bevölkerung die Notwendigkeit ihres eige­nen Schutzes klarzumachen und Mittel und Wege zur Durchführung dieser Aufgaben zu finden. Sehr vieles ist in diesen knapp zwei Jahren schon von den Gliederungen des RLB. geleistet worden, große Aufgaben liegen noch vor uns.

Der Reichsluftschuhbund zählt heute 5 900 000

Mitglieder, hat 21 500 Untergliederungen (Landes-, Bezirks-, Orts- und Gemeindegrup­pen), 280 000 Amtsträger, 1 100 000 Luftschuh­hauswarte, 2200 Luftschuhschulen, 10 300 Luft­schuhlehrer. Ausgebildet wurden 2 200 000 Volksgenossen als Selbstschuhkräfte. Der Reichs­durchschnitt der Dachbödenentrümpelung be­trägt 60 v. h.

Diese großen Zahlen konnten nur durch die natio­nalsozialistische Idee der Volksverbundenheit und durch die Begeisterung, mit der ungezählte deutsche Volksgenossen sich dem Vaterlande zur ehrenamt­lichen Tätigkeit zur Verfügung stellten, erreicht werden.

Auch in unserer näheren Heimat hat der Reichs­luftschutzbund eine rührige Tätigkeit entwickelt.

Nachdem im Juni 1933 bereits die Ortsgruppe Gießen gegründet wurde, erfolgte der Aufbau der Bezirksgruppe Oberhessen im Oktober des gleichen Jahres. Im November 1934 wurde noch der Kreis Wetzlar der Bezirksgruppe Oberhessen angegliedert.

Die Mitgliederzahl der Vezirksgruppe Ober­hessen hat sich im letzten Jahre mehr als ver­dreifacht und beträgt heute in 50 Ortsgruppen und 462 Gemeindegruppen rund 35 000 Mit­glieder, das sind 8 v. h. der Bevölkerung. In den Städten sind durchweg über 10 v. h. der Einwohner Mitglied des Reichsluftschuhbundes. Gießen selbst zählt mit den Gemeindegruppen Dieseck, Klein-Linden, Heuchelheim, Annerod und Allendorf a. d. Lahn über 8000 Mitglieder, gleich 19 v. h.

Da der gesamte Aufbau, der heute in Oberhessen und dem Kreise Wetzlar bis in die kleinste Gemeinde durchgeführt ist, aus eigenen Mitteln bestritten wer­den mußte, war in erster Linie eine starke Mit­gliederwerbung notwendig. Gleichzeitig wurde in enger Fühlungnahme mit den Behörden und der PO. die Aufklärung der Bevölkerung in zahlreichen Vorträgen und Ausbildungskursen vorgenommen. In 15 Orten des Bezirkes bestehen Luftschutzschulen.

Die Luftschutzschule Gießen, in der bis heute 700 Volksgenossen geschult wurden, besteht seit Februar 1934. In ihr werden in Vier-Wochen-Kursen mit praktischen Uebungen Blockwarte, Hauswarte, An­gehörige von Behörden und Industrie für ihre ernste Tätigkeit vorbereitet.

Die Größe der Aufgaben wird veranschaulicht, wenn man bedenkt, daß allein im Bereich der Orts- grupve Gießen für mehr als 5000 Häuser je ein Luftschutzhauswart und Stellvertreter ausgebildet werden muß.

Da es sich bei all den Arbeiten des Reichslufl- schuhbundes um eine vaterländische Sache, die allein dem Volksganzen dient, und um den Schuh der Gesamtbevölkerung handelt, darf wohl erwartet werden, daß auch die heute noch abseits stehenden Volksgenossen die große Not­wendigkeit des Luftschutzes erkennen und durch ihre Mitarbeit die Bestrebungen des Reichsluft­schuhbundes zur Ehr und Wehr unseres deut­schen Vaterlandes nach allen Kräften unterstützen.

im Theater großer Bunter AbendGießener Aller­lei" unter der Leitung von Paul Nieren und Franz K e r z i s n i k, unter Mitwirkung von Mit­gliedern des Ensembles und des Orchesters sowie anderer Gäste; im Verlauf des Abends Rundfunk­sprecher-Wettbewerb mit Abstimmuna des Publi­kums. Dauer von 20 bis gegen 23 Uhr.

*

** Die Bürger st euer der Lohn- und Gehaltsempfänger. Unter Hinweis auf die gestrige Bekanntmachung über die Bürgersteuer der Lohn- und Gehaltsempfänger betont die Stadtver­waltung, daß der Arbeitgeber für die Einbehaltung und Abführung der Bürgersteuer seiner Arbeitneh­mer haftet. Falls er seiner Verpslichtuna nicht nach­kommt, wird die Steuer von ihm durch Haftungs­bescheid angefordert und nötigenfalls im Verwal­tungszwangsverfahren beigetrieben.

** Gottesdienst für Schulanfänger, Eltern und Lehrer. Seit einigen Jahren hat man innerhalb der evangelischen Kirche besondere Gottesdienste für die Schulanfänger, deren Eltern, Verwandte und Lehrer eingeführt. Diese Einrich­tung hat großen Anklang gefunden. Am nächsten Montag, 29. April, vormittags 9.30 Uhr, sollen diese Gottesdienste hier stattfmden, und zwar für die Knaben in der Stadtkirche, für die Mädchen in der Johanneskirche.

** Eine öffentliche Mahnung zur Zahlung rückständiger Steuern veröf­fentlicht die Stadtkasse in unserem heutigen Anzei­genteil. Interessenten seien besonders darauf hin­gewiesen.

** Sie Wochenmärkte beginnen vom kom­menden Donnerstag ab um 7 Uhr und enden um 13 Uhr.

* Rindvieh-(Nutzvieh--Markt findet am kommenden Dienstag in Gießen statt. Siehe heutige Bekanntmachung.

** Achtung ! 30. April A u s s ch l u ß f r i st für preußische Sparkassenaufwer­tung. Vom Sparerbund, Ortsgruppe Gießen, wird uns geschrieben: Die Frist zur Beantragung einer höheren Auswertung im Falle der Ueberweisung eines Sparbetrages von dem einen Konto auf ein anderes bei der gleichen Sparkasse läuft mit dem 30. April 1935 ab. Nach diesem Tage ist der erfor­derliche Antrag nicht mehr zulässig.

** Kurzschriftlehraänae der Deut- scheu Stenographenschaft. In der alten Pestalozzischule, Wernerwall, eröffnet die Deutsche Stenobraphenschaft wieder einen Anfänger-Lehr­gang in Deutscher Kurzschrift. Am gleichen Abend beginnen noch acht weitere Lehrgänge zur Fort­bildung bis zu einer Geschwindigkeit von 300 Sil­ben. Man beachte die heutige Anzeige.

** Verkehrsunfall. Gestern ereignete sich an der Ecke Ludwigstraße-Bismarckstraße ein Zu- sammenstoß zwischen einem Lastwagen und einem Personenkraftwagen. Bei dem Zusammenstoß wurde der Personenwagen schwer beschädigt. Der Fahrer desselben, der Kaufmann Wilhelm Block aus Stock­heim, zog sich Schnittwunden an der rechten Hand 3U, ebenso wurde seine im Wagen sitzende Ehefrau durch Schnittwunden verletzt. Durch die Freiwillige Sanitätskolonne wurden die Verletzten der Chirur­gischen Klinik zugeführt, aus der sie nach An- legung von Notverbänden wieder entlassen werden konnten.

** Wiedersehensfeier des Regi­ments Alexander in Berlin. Alle alten Kameraden des ehemaligen Kaifer-Alexander-Garde- Grenadier-Regiments Nr. 1 treffen sich zu Pfing­

sten 1935 in ihrer alten Garnison Berlin, um d!e vor 120 Jahren erfolgte Gründung des Regiments festlich zu begehen. Verbilligte Unterkunft in Ber­lin und Eisenbahnfahrt ab Frankfurt a. M. wird sichergestellt. Auch Kameraden, die dem Regiment nicht angehörten, deren Familienmitglieder, Be­kannte und sonstige Interessenten können an der stark verbilligten Fqhrt teilnehmen. Nähere Aus­kunft auf schriftliche Anfrage mit Rückporto erteilt die Ortsgruppe Frankfurt a. M. durch den Schrift­führer Bachmann, Kelsterbacher Straße 83.

Amtsgericht Gießen.

Vor den Schranken des Gerichts hatte sich der 31jährige A. H. aus Wißmar wegen schweren Ein­bruchsdiebstahls zu verantworten. Der Angeklagte entwendete in der Nacht vom 25. zum 26. März mittels Einsteigens und Erbrechens von Behältnissen im Landwirtschaftlichen Institut in Gießen einen Betrag von ca. 20 Mark. Ferner begab er sich in derselben Nacht an das Kaufhaus Karzentra, stieg an dem Weißbindergerüst hoch und gelangte auf diese Weise in das Innere des Hauses. Er entwen­dete hier eine Tüte Bonbons und eine Kassette, so­wie einige Schlüssel, nachdem er vorher die Räume durchwühlt hatte. Das Gericht verurteilte den Ange­klagten zu einer Gesamtgefängnis strafe von vier Monaten.

Sodann befaßte sich das Gericht mit dem 23jäh- rigen Hans Hohl aus Gießen. Der Angeklagte be­fand sich wegen einer ansteckenden Krankheit in besonderer Verwahrung in der hiesigen Hautklinik. Während ihm ein Wärter den Kaffee brachte, schloß er diesen ein und entfernte sich aus der Klinik. Um seine Tat zu verheimlichen, beschädigte er die Klingelleitung. Der Polizei gelang es, den Ange­klagten am Tage darauf festzunehmen. Am 12. No­vember 1934 erschien der Angeklagte gegen 9.30 Uhr auf dem hiesigen Wohlfahrtsamt und verlangte Unterstützung. Nachdem man ihm dort erklärte, daß ihm wegen Nichtleistung der Pflichtarbeit 2 Mark in Abzug gebracht worden seien, wurde der Ange­klagte rabiat, beschimpfte mit den gemeinsten Aus­drücken die Beamten des Wohlfahrtsamtes und brachte einem von diesem mit einem harten Gegen­stand eine blutende Wunde am Kopfe bei. Das Gericht erkannte gegen den Angeklagten auf eine Gesamtstrafe von a ch t Monaten Gefängnis unter Anrechnung der Untersuchungshaft, in der sich der Angeklagte seit dem 23. März 1935 be­findet.

Oberhessen.

Gemeinderat in Grünberg.

+ Grünberg, 26. April. Die Steuersätze für b i e Gemeindeumlagen, die mit 53 100 Mark veranschlagt sind, wurden in der heutigen Sitzung des Gemeinderats wie folgt festgesetzt: für je 100 Mark Steuerwerk kommen zur Erhebung: a) Grundsteuer von Gebäuden und Bauplätzen 33,9 Pf.; b) Grundsteuer von land- und forst­wirtschaftlich genutzten Grundstücken 65,7 Pf.; c) Gewerbesteuer vom Gewerbekapital 74,3 Pf.-, d) Gewerbesteuer vom Gewerbeertrag 333,6 Pf. Der Ausschlag für die Sondergebäudesteuer beträgt bei einem Steuerwert bis 7000 Mark 45,75 v. H., bei einem höheren Steuerwerk 39,93 v. H. des staat­lichen Steuersatzes. Es gelangen damit die gleichen Steuersätze wie im Vorjahre zur Erhebung.

Bei dem Ausschlag städtischer Gefälle (Wassergeld u. a.) in städtischen Gebäuden sollen kinderreiche Familien Bevorzugung genießen, inso­fern das dritte und jedes weitere Kind bei der Berechnung frei bleiben.

Der Wasserbezugspreis wurde nach dem Entwurf des Bürgermeisters ab 1. April 1935 ge­ändert. Seither gelangte nach Feststellung des Jah­resverbrauches ein in vier Stufen gestaffelter Preis zur Erhebung: für den Kubikmeter 35 Pf. bei 250 Kubikmeter, 28 Pf. bei 500 Kubikmeter, 22 Pf. bei 1000 Kubikmeter und 17 Pf. bei über 1000 Kubik­meter Jahresverbrauch. Kleine Ueberfchreitungen der einzelnen Stufen ergaben dann eine wesent­lich günstigere Berechnung für den Wasserbezieher. Zukünftig soll nach Feststellung der vierteljährlich verbrauchten Menge der Kubikmeterpreis festgesetzt und in den einzelnen Stufen Mindestsätze einge­führt werden. Es ergibt sich dann folgende Berech­nung für den Kubikmeter: 35 Pf. bei 60 Kubik­meter, Mindestsatz 1,50 Mark, 28 Pf. bei 125 Kubik­meter, Mindestsatz 21 Mark, 22 Pf. bei 250 Kubik-

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