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Wehrpflicht und MrWafl.

Von Dr. Paul Ruprecht, Hauptmann a O.

Mit vollem Recht wird die von unserer Regierung beschlossene Wiedereinführung der allgemeinen Wehrpflicht vom deutschen Volke mit Begeisterung begrüßt. Sie ist nämlich von ihm seit Jahren nicht nur vom Ehren st andpunkt aus heiß er­sehnt worden, sondern auch weil es sich in der ihm auferlegten Wehrlosigkeit im Kreise seiner hochge­rüsteten Nachbarn außerordentlich unsicher und bedroht gefühlt hat. Außerdem aber haben alle Volkskreise es schmerzlich empfunden, daß der männ­lichen Jugend die militärische Erziehung gefehlt hat, die nicht nur für sie selbst höchst heilsam gewesen ist, sondern auch unserem ganzen Volks­leben einen bestimmten Charakter gegeben hat. Er hat sich seit vielen Generationen in einer muster­gültigen Staatsverwaltung, in Ordnung und Pünkt­lichkeit im öffentlichen und wirtschaftlichen Leben sowie in einer willigen Unterordnung des einzelnen unter die von Gott gewollte Obrigkeit ausgedrückt. Niemand aber kann bestreiten, daß diese guten Eigenschaften des deutschen Volkes unter der Herr­schaft des Marxismus schweren Schaden genommen haben, und daß die militärische Erziehung der Ju­gend das beste Mittel ist, ihn wieder gutzumachen. Aus diesem Grunde erfüllt der Entschluß unserer Regierung, die allgemeine Wehrpflicht wiederher­zustellen, alle Bevölkerungskreise einschließlich der­jenigen der Wirtschaft mit frohen Hoffnungen für die Zukunft des gesamten Volkes.

Daran kann auch die Tatsache nichts ändern, daß er eine Kehrseite hat. Seine Durchführung kostet nämlich Geld, und zwar sogar viel Geld, das von der Wirtschaft verdient werden muß. Dieser Gesichtspunkt ist zunächst von den früheren Links­parteien, weil sie sich gescheut haben, ihren An- hänaern Steuern zuzumuten, in ganz ungebührlicher Weise in den Vordergrund gerückt worden, um ihre pazifistischen Ziele mit der Behauptung zu fördern, daß militärische Ausgaben die kulturelle und soziale Leistungsfähigkeit jedes Staates beeinträchtigten und deshalb im Interesse der Arbeiter abgelehnt werden müßten.

Wenn sich nun auch nicht bestreiten läßt, daß ein Staat, der für seine Wehrmacht viel Geld ausgibt, es dadurch anderen Zwecken entzieht, so sieht diese Betrachtungsweise doch jene Aufwendungen falsch. Die Wehrmacht ist nämlich in jedem Staate nicht nur ein Kriegsmittel, sondern auch ein unent­behrliches Werkzeug seiner fried­lichen Erwerbstätigkeit. In diser Rolle ist sie sogar weit bedeutungsvoller als in der anderen, denn als Kriegsmittel wirkt sie immer nur vorübergehend, als Schutz der Wirtschaft aber ununterbrochen lediglich durch ihr Vor­handensein. Um das zu erkennen, brauchen wir uns nur zu vergegenwärtigen, wie oft wir in der Zeit zwischen 1871 und 1914 vor einem Kriegsaus­bruch gestanden haben, und daß er jedesmal nur durch das Vorhandensein unserer st ar­ten Wehrmacht verhindert worden ist. Diese hat sich also im wahrsten Sinne des Wortes als eine st arte Friedensbürgschaft er­wiesen, als die sich nach dem Wunsche unserer Staatsführung auch unser jetziges Heer wieder er­weisen soll. Wenn man die Wehrmacht eines Volkes von dieser Seite sieht, dann erkennt man, daß es durchaus falsch ist, die Kosten ihrer Erhaltung in den Vordergrund zu stellen oder gar zu behaupten, daß sie die kulturelle und soziale Leistungsfähig­keit des Staates schädigten.

Im übrigen ist es eine durchaus verwerfliche De­magogie, die Kulturfeindlichkeit der Rüstungsaus­gaben eines Landes mit deren Höhe beweisen zu wollen. Die dafür ausgesetzten Beträge besagen in dieser Richtung nämlich überhaupt nichts, sondern erst dann, wenn sie zum Volksvermögen und zum Ertrage der Wirtschaft des Lan­des, um dessen Rüstung es sich handelt, in Beziehung gebracht werden. Die Ausgaben dafür sind nämlich den Versicherungsprämien, die jeder Wirtschaftsbetrieb für die in ihm steckenden Werte bezahlt und auf seine allgemeinen Unkosten ver­rechnet, an die Äeite zu stellen. Die Kosten der Wehrmacht eines Landes vergleicht man in diesem Zusammenhang am besten denen der Fabrikfeuer­wehr eines großen Werkes. Ebenso wenig wie man von ihnen sagen kann, ob sie hoch oder niedrig sind, wenn man nur ihren Betrag, jedoch nicht den Wert des Unternehmens und den seiner Erzeugung kennt, so kann man dies bei den Ausgaben eines Staates für Heer und Flotte tun. Man muß nämlich bei ihrer Beurteilung davon aus­gehen, daß sich jede Volkswirtschaft genau wie jeder einzelne Betrieb gegen gewisse Gefahren versichern und dafür jährlich einen bestimmten Teil ihres Er­trages aufwenden muß.

Da es nun für die Wirtschaften der Völker keine Versicherungsmöglichkeit gibt, so müssen sie sich i n sich s e l b st versichern. Das tun sie mit der Erhal­tung einer ihrem Sicherheitsbedürfnis entsprechen­den Wehrmacht. Das letztere ist allerdings nicht

etwa bei allen Staaten gleich, denn die zu deckenden Risiken ihrer Volkswirtschaften sind ebenso verschie­den wie bei deren einzelnen Betrieben. Wie z. B. ein Unternehmen, ohne daß es einen größeren Wert als ein anderes darstellt, wegen erhöhter Feuers­gefahr eine höhere Prämie als andere zahlen muß, so muß auch ein Staat, der im Kriegsfälle an ver­schiedenen Fronten kämpfen muß oder schlecht ge­schützte Grenzen hat, für seine Sicherheit größere Aufwendungen machen als ein anderer, der nur eine einzige gefährdete Grenze besitzt. Dem ersteren diese Folgerung aus seiner Lage zum Vorwurf zu machen, ist gänzlich verfehlt, denn wenn die Wirt­schaft eines Landes nicht durch eine ihrer Gefähr­dung entsprechende Wehrmacht gesichert ist, dann kann sie nicht gedeihen, weil sich dann das Kapital von ihr zurückzieht und auch die Unternehmungs­lust gelähmt wird.

Die deutsche Wirtschaft hat also, abgesehen davon, daß ihr die Errichtung einer ihrem Werte entspre­chenden Wehrmacht und deren Erhaltung erhebliche Aufträge verspricht, auch noch aus den angeführten Gründen ein großes Interesse an der Wiederein­führung der allgemeinen Wehrpflicht. Es wäre da­her ganz falsch, wenn sie sich die Freude daran durch den Gedanken an die dadurch entstehenden Kosten verkümmern ließe. Wie verfehlt übrigens dieser Standpunkt ist, hat uns der Weltkrieg durch den Ausgang der Marneschlacht gezeigt. Wenn uns da­

mals die beiden s. Z. vorn Reichstag aus falscher Sparsamkeit abgelehnten Armeekorps auf unserem rechten Flügel zur Verfügung gestanden hätten, dann hätte der ganze Krieg wahrscheinlich einen anderen Verlauf genommen. Unserem Volke und seiner Wirtschaft wären aber in diesem Falle sicher­lich so große Verluste erspart worden, daß wir heute eine weit ausgedehntere Kultur- und Sozialpolitik treiben könnten als es uns möglich ist.

Diese nicht zu bestreitende Feststellung ist jedoch gleichzeitig wieder ein Beweis dafür, daß man der Wehrmacht eines Landes nicht gerecht wird, wenn man in ihr ausschließlich das Kriegswerkzeug er­blickt und ihre Bedeutung für die Siche­rung des Friedens völlig übersieht. Ebenso gut kann man die Ausgaben für die Feuerwehr mißbilligen und darin eine Schädigung anderer öf­fentlicher Aufgaben erblicken, weil sie bei ihren Löscharbeiten sehr häufig die unteren Geschosse der brennenden Häuser und deren Inhalt durch Wasser zerstört. Die Menschen, die in der Wehrmacht allein das Kriegswerkzeug sehen, sind also denen zu ver­gleichen, die in der Feuerwehr nur die Ursache von Wasserschäden erblicken und damit einen, jedem klar Denkenden widersprechenden Standpunkt ein­nehmen. Die Wirtschaft hat jedenfalls alle Ursache, sich gegen solche einseitige Betrachtung der Wehr­macht zu wenden und die Wiedereinführung der all­gemeinen Wehrpflicht freudig zu begrüßen.

Geschichten aus aller Welt.

Der Störenfried

Dr. D. Neuyork.

In einer Neuyorker Arena finden regelmäßig Boxvorführungen statt, die gut besucht sind und viel Beifall finden. Noch niemand hatte die Fair­neß der Kämpfer und der Ringrichter angezweifelt, und so erregte es denn großes Erstaunen und Aer- gernis, als ein Besucher eines Abends mit den Vor­führungen gar nicht zufrieden war. Fast in jeder Runde meckerte er dazwischen, griff bald die Boxer und bald den Ringrichter an und machte sowohl Veranstalter wie Publikum furchtbar nervös. Schon wollte ein Boxer, an dessen Können der Unbekannte besonders viel auszusetzen hatte, wutentbrannt über die Seile springen und den Unzufriedenen knock out schlagen, als sich der Boxkommissar eines Besseren besann, den Störenfried höchst eigenhändig am Kra­gen packte und ihn zur Kasse schleifte, wo der Mann sein Eintrittsgeld zurückbekam und dann auf die Straße gesetzt wurde.

Merkwürdigerweise hatte er gegen diese Maß­nahme nichts einzuwenden, und er wußte wohl, warum. Kaum war er verschwunden und die Kämpfe hatten ihren Fortgang genommen, da merkte der Mann an der Kasse, daß die Eintritts­karte ein Freibillett gewesen war und man dem Querulanten auch noch zwei Dollar und fünfzig Cents für seine unsportlichen Zwischenrufe geschenkt hatte!

Der genasführte Stadtrat.

() London.

Einen heftigen Reinfall hat der Stadtrat von Nelson auf Neu-Seeland erlebt. Nach langen Ver­handlungen mit einem Vertreter der neuseeländischen Rundfunkgesellschaft war es den Herren Stadtvätern endlich gelungen, jene zu bewegen, einmal eine Sitzung ihrer Körperschaft durch den Rundfunk zu verbreiten, um so den braven Bürgern von Nelson überzeugend vor Ohren zu führen, wie emsig und hingebend ihre Stadträte um das Wohl der Stadt besorgt seien. An dem für diese Uebertragung fest­gesetzten Tage wurden im großen Sitzungssaals des Rathauses Mikrophone und Lautsprecher aufgebaut, zur Feier des Tages erschienen die Herren Stadträte in festlicher Kleidung und wohlbewehrt mit sorg­fältig vorbereiteten Manuskripten.

Und dann fing die historische Sitzung an. Die wichtigsten Tagesfragen der Gemeinde waren auf die Tagesordnung gesetzt worden, und es war eine Freude, zu beobachten, mit welcher Begeisterung die Redner sich für das Wohl der Bürger ins Zeug legten, und vor allem auch: wie einig sie sich, ganz im Gegensatz zu sonst, waren, in ihren Beratungen das Wohlergehen der Gemeinde über alle anderen Erwägungen zu stellen. Mit einem schwungvollen Schlußworte des Herrn Bürgermeisters endete die denkwürdige Sitzung ...

Schon auf dem Treppenaufgang des Rathauses mußten die Herren bestürzt vernehmen, daß zur Zeit der Sitzung der Rundfunk etwas ganz anderes, nämlich ein Tanzkonzert nach Schallplatten, über­tragen hatte! Es stellte sich heraus, daß die Stadt- väter einem falschenRundfunkoertreter" ins Garn gegangen waren, der natürlich nicht verabsäumt hatte, sich vorher von der Stadtkasse seineAus lagen und Bemühungen", ein hübsches rundes Sümmchen, auszahlen zu lassen. Wenig später wurde von einem physikalischen Laboratorium der Stadt eine Rechnung über geliehenes Rundfunkgerät, wie

Mikrophon und Lautsprecher, und über Montage­arbeiten vorgelegt...

Der Schäferhund im Bett

(z) Paris.

Ein Scheidungsprozeß mit einem mehr als merk­würdigen Hintergrund rollte dieser Tage vor dem Zivilgericht in Versailles ab: Die Frau des Kauf­mannes M. hatte auf sofortige Scheidung von ihrem Manne geklagte, weil er ihr zugemutet habe, seit Beginn der Ehe, Nacht für Nacht, im Ehebett zwischen sich und ihm einen großen ausgewachsenen Schäferhund zu dulden. Das Tier lag mit unter der Steppdecke, den Kopf auf ein weiches Kissen ge­bettet, und schlief den Schlaf des Gerechten.

Der Ehemann erwiderte vor Gericht auf die Vor­haltungen des Vorsitzenden, er habe diese Ab­machung mit seiner Frau schon vor der Ehe getrof­fen, und diese sei auch damit einverstanden gewe­sen. Er könne sich Tag und Nacht nicht von diesem Tiere trennen, weil es ihm in seinem Leben mehr Treue und Anhänglichkeit bewiesen habe als irgend ein Mensch. Der Hundeliebhaber wurde mit dem Hinweis verurteilt, er habe ja, wenn ihm die Liebe und Treue des Vierbeiners über alles gehe, nicht zu heiraten brauchen ...

Die Dame in Schwarz

Z. Marseille.

Da hatten sie kürzlich den jungen Chinesen Hong Sa verhaftet, als er mit seinem Korb voll Porzellan von Haus zu Haus zog und sich weder durch einen Gewerbeschein noch durch einen echten Paß aus­weisen konnte. Man steckte ihn ins Gefängnis und stellte ihm, wie das üblich ist, einen Offizial­verteidiger. Das war in seinem Falle zufällig eine Rechtsanwältin, zwar jung an Jahren, aber reich an Erfahrung. Als die Rechtsanwältin in ihrer schwarzen Robe die Zelle des Chinesen betrat, um mit ihm über seinen Fall zu sprechen, erhob der ein furchtbares Geschrei und versuchte seinen Schädel an der Wand einzurennen. Man holte einen Dol­metscher herbei und erfuhr, daß bei ihm zu Hause Frauen als Scharfrichter wirken und ein schwarzes Kleid tragen. Er meinte deshalb, nun sei es schon um ihn geschehen, als er die junge Dame in Schwarz in seine Zelle kommen sah.

Man hat ihm einen anderen Offizialverteidiger stellen müssen, denn jedesmal, wenn Hong Sa die Rechtsanwältin erblickte, verfiel er in Krämpfe...

Die Schönste und die Tüchtigste

R. D. Bern.

In einem kleinen Ort in der Nähe von Bern hatte der GeselligkeitsvereinLiebetreu 1899" be­schlossen, eine Schönheitskönigin zu wählen Die Veranstaltung war, soweit es den biederen Schwei­zern überhaupt gelingen konnte, ein getreuer Ab­klatsch des amerikanischen Rummels, so daß sich die Mitglieder des GeselligkeitsvereinsRedlich und fest 1876" naserümpfend abwandten und ihrerseits eine Generalversammlung einberiefen, in der sie eine Gegenaktion vorbereiteten. Es ging doch nicht an, daß diese Unsitte in ihrem Heimatstädtchen ein­riß und die Jugend verdarb. Nicht die schönste, son­dern die tüchtigste Frau verdiente es, aus dem Dunkel ihres bisherigen Daseins herausgezogen und auf den Schild gehoben zu werden, und alle Welt, zumindest aber die Bewohner des Ortes mitsamt den Mitgliedern des Geselligkeitsvereins .Liebs­treu 1899" sollten ihr huldigen. Der Geselligkeits-

Der Maler der Tiroler (Sesckickte.

MWM

Scherl-Bildmaterndienst

Vor 100 Jahren, am 30. April 1835, wurde der berühmte Tiroler Maler Franz von Defreg­ger in Stronach (Tirol) geboren. Sein Schaffen wird im nächsten Familienblatt gewürdigt werden.

vereinRedlich und fest 1876" schritt also ebenfalls zur Wahl.

Es stellte sich bald heraus, daß Fräulein Anna Maria Bluntschli bei einem Wettstricken als erste ihren Strumpf fehlerlos beendet hatte: daß sie weit und breit als vorzügliche Köchin bekannt war und obendrein einen guten Ruf als Klavierlehrerin genoß. Kurz, Fräulein Anna Maria Bluntschli war die gesuchteKönigin des Erfolges", die Kapelle des GeselligkeitsvereinsRedlich und fest 1876" spielte einen Tusch, und der Dereinsvorstand überreichte der hold errötende Dame fünf vergoldete Strick­nadeln.

Der Ruhm derMiß Liebetreu 1899" schien mit einem Schlage verblaßt, obwohl eben' noch ihr Konterfei im Ortsanzeiger gelächelt und sicher seine Verehrer gefunden hatte. Aber die Mitglieder des VereinsLiebetreu 1899" wollten das Feld nicht räumen, ohne derKönigin des Erfolges" einen Streich gespielt zu haben. Es sah zwar zunächst so aus, als sollte die Berühmtheit der erfolgreichen Dame noch größer werden, denn eines Tages er­schien ein Photograph bei ihr, sie mußte sich in Positur stellen und durfte ihr Bild in der nächsten Sonntagsnummer des Lokalblattes erwarten Es erschien tatsächlich wohlgelungen und als Begleittext konnte man lesen:Miß Erfolg 19 35".

Der wohlfeile Hühnerbraten.

(1) Sofia.

Es darf im allgemeinen als ein idealer Zustand bezeichnet werden, wenn jeder Mann am Sonn­tag sein Huhn im Topfe hat. Noch schöner und idealer ist es indessen, wenn man Gelegenheit hat, auch wochentags ein junges Huhn am Spieße bra­ten zu können. Solche Glücksritter waren etliche Eisenbahnangestellte eines südosteuropäischen Staates, die die Funktion hatten, durchrollende Transporte von Lebensgeflügel aus Bulgarien mit Futter zu versorgen. Mit zunehmender Verärge­rung hatten die meisten bulgarischen Ausfuhrfirmen nun bald feststellen müssen, daß ihre Geflugelsen- dungen nach Italien und Deutschland außerordent­lich starke Verluste aufzuweisen hatten, die einiach unerklärlich waren. Erst langsam kam man da­hinter, daß es mit diesenAbgängen" seine be­sondere Bewandtnis hatte: Zahlreiche Eisenbahn­angestellte des Durchgangslandes, die auf das Wohl der Sendungen bedacht sein sollten, hatten nämlich dabei auch das eigene nicht vergessen: aus jedem Transport griffen sie einige besonders aute und fette Exemvlare heraus, um lle nm Spieße zu braten und bei einem Glase feurigen Landweines zu vertilgen

Um diesem Unwesen zu steuern, sahen sich die Behörden schließlich gezwunaen, gelegentlich des Abschlusses eines Veterinärabkommens eine eigene Klausel aufzunehmen, die dahin geht, daß jedes Huhn oder Hühnchen, das auf dem Transporte stirbt, dem Zugführer zu übergeben und im Heiz- kessel der Lokomotive zu verbrennen ist. Nach dieser diplomatischen Vereinbarung über die Feuer­bestattung der verendeten Hühner hat sich tatsäch­lich deren Sterblichkeitsziffer auf ein Minimum verringert . . . Zur großen Freude der bulgari­schen Ausfuhrfirmen und tiefen Betrübnis jener Eisenbahnangestellten, für die es nunmehr mit den Fleischtöpfen Aegyptens ein Ende hat.

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