Ausgabe 
27.2.1935
 
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Mittwoch. 27. gebruar 1935

185. Jahrgang

Nr.^y Erstes Blatt

Druck und Verlag: Brühl',che Univerfitäls-Vuch- und SteindruSerei «.Lange in Si-h-n. Schristleitung und Geschäftsstelle: Schulftrahe 7

dies zeigen.

I.

Frankreich, so

machungen handeln kann, sondern nur um eine Klärung und Säuberung des pol ltl - schen Vorfeldes. Blinder Eifer schadet nur. Gerade die nationalsozialistische Regierung hat von jeher betont, daß man die großen internationalen Probleme der Revision, der Sicherheit, der Ab­rüstung usw. nur Schritt für Schritt der Lösung näher bringen könne und daß man sich nicht in so wirklichkeitsfremden Illusionen verlieren dürfe, wie sie beispielsweise den Vätern des Ver­sailler Diktates vorgeschwebt hätten.

Auch der nüchterne Sinn des großen englischen Handelsoolkes wird es begreiflich finden, daß wir nicht den harten Boden der Tatsachen unter den Füßen verlieren und uns nicht in Systeme pressen lassen wollen, die gleich einer Fata Morgan« am fernen Wüstenhimmel hängen. Auch der Brite ver­liert sich nicht gern in den Welten des sowietrussi- schen Reiches, dessen außenpolitischen Absichten er ebensowenig traut wie er die inneren Verhältnis^ der Räte-Diktatur genau kennt. So wird er auch begreifen, daß Deutschland sich nicht in em gefähr­liches Spiel einlassen will, dessen Verlauf und des- en Ende nicht klar vorausgesehen-werden kann. So war es von vornherein selbstverständlich, daß ein so umfassendes Programm wie das durch die Pakte von Rom und durch die Besprechungen von London geschaffene zunächst an dem Punkt ungefaßt werden mußte, in dem sich die Mei­nungen der Beteiligten am weitesten a n g e n a - hert hatten. Das war der Vorschlag des Lust-

London, 26. Fedr. Der Umstand, daß die in­dischen Für st en überraschend mit der Forde­rung nach einer Aenderung der indischen Verfassungsvorlage hervorgetreten sind, hat offenbar auch in Regierungskreisen großen Ein­druck gemacht. Davon zeugte eine Erklärung des Staatssekretärs für Indien, Sir Samuel Hoare in der Ausschußberatung des Unterhauses. Hoare bekannte, daß die Entschließung ihn außerordent­lich ü b e r r a s ch t hat. Er bestritt, daß sich die eng­lische Regierung bei der Abfassung der Vorlage nicht an die Abmachungen mit den Vertretern der indischen Fürsten gehalten habe. Geradezu sensa­tionell muß es wirken, daß Hoare m diesem Zu­sammenhang wörtlich erklärte:Ich 9 l a. u b-e nicht, daß' die Meinungsverschiedenheiten zwischen den indischen Fürsten und der britischen Regierung . u r r. rp h a r finh Anfffe es sich aber her»

war es 1917 im bolschewistischen Rußland, so war es 1918, allerdings nicht allein aus eigenem Wll-

ab kommens. m ... ,,

Die Tatsache, daß sich der englische Botschafter in Moskau, ebenso wie sein französischer Kollege, nach dem Dorliegen der deutschen Antwort mit der sowjetrussischen Reaierung in Verbin­dung setzten, sind Beweise dafür, daß man m London der Schwere und der Größe der Aufgabe klar ins

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1933 hat und das ist von jedem guten Deutschen zu begrüßen an dem inneren Gefüge der deut­schen Wehrmacht nichts zu ändern brau­chen.

Der Reichskanzler hat auf der Stahlhelm­führertagung in Hannover auch der Reichswehr ge­dacht und dabei gesagt:Wir wollen an diesem Tage auch besonders unserer Armee gedenken; denn wir alle wissen genau, wenn das Heer in den Tagen der Revolution nicht an unserer Seite ge­standen hätte, dann ständen wir heute nicht hier. Wir können versichern, daß wir dies niemals vergessen werden, daß wir in ihnen die Trä­ger der Tradition unserer ruhmreichen alten Armee sehen und daß wir mit ganzem Herzen und mit allem, was wir vermögen, uns für den Geist dieser Armee einsetzen werden." Mit diesen Worten hatte der Führer die Herzen der deutschen Soldaten ganz gewinnen können, wenn sie ihm nicht schon vorher in engster soldatischer Verbundenheit entgegenge­schlagen hätten. Die Wehrmacht dankt dem deut­schen Reichskanzler diese Worte ganz besonders, weil sie der Stellung der Reichswehr tm höchsten Maße gerecht werden. Die Wehrmacht dankt aber auch dem Führer der nationalen Revolution, daß er sie befreit hat von der undankbaren in - nerpolitischen Rolle, in welche die Reichs­wehr in den letzten Jahren immer mehr durch die parteipolitischen Verhältnisse hineingetrieben wor­den ist. Der Soldat kann sich heute wieder voll kon- zentrieren auf seine vornehmste Pflicht, auf die Vorbereitung zum Schutze der Gren­zen unseres Vaterlandes nach außen. Doch mit der Abnahme dieser einen großen, alle Soldaten bedrückenden Last sind die eigentlichen Sorgen des deutschen Soldaten noch nicht beseitigt.

Seiten. . ,

Dieser Rückblick auf die Zeit vor der nationalen Revolution macht dem, der das Wesen beider Teile erfaßt hat, klar, daß in der nationalen Revolution die Haltung der Wehrmacht folge­richtig war. Es ist eine oft gehörte Klage-, auch in der Wehrmacht, daß die Reichswehr m der

Die Regierung sagt erneute Prüfung zu. Cm Bertagungsantrag Churchills abgelehnt

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Die Wehrmacht im neuen Staat.

Wenige Tage nach dem Beginn der nationalen Revolution hatte der eben ernannte Reichswehr­minister in Berlin die oberen Führer der Wehr­macht bis zu den Divisionskommandeuren herab zu einer militärischen Besprechung befohlen. Diese Ge­legenheit benutzte der Reichskanzler Adolf Hitler, um den versammelten Generälen und Admiralen selbst in ausführlicher Rede die Grundzüge der nationalfozialisti- schen Weltanffchauung zu entwickeln und vor ihnen die Ziele seiner Politik klarzulegen; ein Vor­gang, der seinerzeit, obwohl der Oeffentlichkeit be­kanntgegeben, wenig Beachtung fand und doch sym­bolisch erscheint für die Erkenntnis der Notwen­digkeit eng st er Verbundenheit zwi­schen der Führung desStaatesund der bewaffneten Macht. Darüber hinaus mußte diese Tatsache allen denen eindeutige Antwort geben, die zweifelnd oder in falscher Hoffnung nach der Stellung der Wehrmacht zur nationalen Revolution und zur nationalsozialistischen Bewegung fragten. Solcher Zweifel und falscher Hoffnungen gab es viel. Wer in der Machtergreifung am 30. Januar 1933 einen der vielen üblichen Kabinettswechsel sehen zu müssen glaubte, hatte vielleicht ein Recht dazu, | ebenso wer in das Wesen der Wehrmacht emzu- dringen sich nie bemüht hatte. Für den, der die Weltanschauung des Nationalsozialismus kannte und zugleich von dem Ringen des Soldaten um die Er­füllung seines Berufs wußte, lag die Antwort klar. Es wäre vermessen, heute solche Zweifler mit scha­denfrohem oder mitleidigem Lächeln abzutun; denn es war nicht so selbstverständlich und leicht, die ein­deutige Antwort zu geben, welche die Tatsachen seit der Umwälzung erteilt haben. Dazu hatte es zuviel Mißverständnisse gegeben, dazu waren die Wege und Methoden beider Partner zu verschieden gewesen; Wege und Methoden sind aber nicht die Ziele. Ein kurzer Rückblick mag

in Berlin Wert darauf legen wird, auch in Warschau und in Moskau zu sondieren. Die Form, die man hierfür wählen wird, braucht keineswegs von derjenigen abzuweichen, die durch die Einladung an den englischen Außenminister vor- qezeichnet ist. Es wird also zu erwarten sein, daß Englands Außenminister Einladungen aus Warschau und Moskau ebenfalls Folge leistet Gerade der Weg nach Moskau wird für die gesunde Forderung der zur Diskussion stehenden Fragen von besonderer Wichtigkeit sein, weil man sich dort in eine Er­regung hineingeredet hat, die für die ruhige Fort- seßunq der Verhandlungen wenig zweckdienlich er­scheint. Die Reden Moskauer Staatsmänner und Militärs über die Bedeutung und Schlagkraft der Roten Armee haben in England einen sehr pein­lichen Eindruck hervorgerufen, so daß auch, von diesem Gesichtspunkt aus, die Reise Sir John Simons nach Moskau eine große Bedeutung er-

Sir Lohn Simon will Ende nächster Woche in Berlin sein.

halten könnte.

Der Wert der deutsch-englischen 21 u s - sprache, der in England auch in denjenigen Krei­sen erkannt wird, die sich in den letzten Jahren nur schwer zu einer objektiven Beurteilung des neuen Deutschlands entschließen konnten, liegt in der Mög­lichkeit, die großen Probleme der internationalen Politik zwischen dem Sachwalter der briti chen außenpolitischen Interessen und den deutschen Staatsmännern in personlicher VerHand­lung klären zu können. So werden in Deutschland Sir John Simon und seine Begleiter nicht nur mit der selbstverständlichen Höflichkeit begrüßt werden die den Vertretern des großen britischen Reiches zukommt, sondern auch in der

Stimmung, daß das Ergebnis der deutsch-englischen Aussprache dem durch den Mund des Führers so oft und so überzeugend zum Ausdruck gekommenen Wunsch des deutschen Volkes entsprechen wird, für

S 0 n b o n , 26. Febr. (DNB.)Preß Association" b-richtet, daß der Zeitpunkt für ben Besuch Sir . John Simons in Berlin noch nicht endgültig sest- qelegt sei, daß dieser Besuch aber wahrschein­lich etwa Ende der nächsten Woche statt­finden werde. Im Unterhaus erklärte der Lord­siegelbewahrer Eden, er könne nicht sagen, ob beabsichtigt sei, den Staatssekretär des Aeußeren bei seinem Berliner Besuch durch einen werte­ren Mini st er begleiten zu lassen.

I Die Sowjetregierung soll eine s o r - melle Einladung für den Besuch eines bri­tischen Ministers in Moskau haben ergehen lassen, eine ähnliche Anregung wird von der polni­schen und der tschechoslowakischen Re­gierung erwartet.Daily Telegraph" bemerkt, im großen und ganzen sei das britische Kabinett der Meinung, daß diese direkten Besprechungen mit den Regierungshäuptern Wert haben konnten. Zweifellos würden Vorkehrungen für ministerielle Besuche in jeder dieser Hauptstädte ge­troffen werden. Bei seinem Berliner Besuche werde Simon wahrscheinlich von Eden und mindestens einem Beamte n des Foreign Office begleitet werden. Eden werde dann möglicherweise direkt nach Mos­kau Weiterreisen. Simon werde zu kur­zem Aufenthalt nachLondonzurückkeh r e n, um Bericht zu erstatten, und dann nach O ft - e u r o p a reisen. Am Donnerstag werde Simon mit Laval frühstücken.Daily Herald pricht von der Möglichkeit, daß Simon und Eden zusammen nach Berlin kommen und dann getrennt Weiterreisen wurden. Si­mon werde nach Beendigung der Berliner Bespre­chungen nach Moskau fahren, während Eden sich nach Warschau und Prag begeben werde. In Prag werde er wahrscheinlich nicht nur mit dem tschechoslowakischen Außenminister Dr.Benesch, son­dern auch mit dem rumänischen Außenminister T i t u l e s c u und dem südslawischen Außen­minister I e f t i t s ch zusammentreffen.

Sie hat.gekämpft gegen die immer wieder von Den Gegnern der Wehrmacht erstrebte Durchsetzung des Soldatentums mit parteiischem Geist unö sie > hat in diesem harten und oft widerlichen Ringen den Sieg davongetragen. Sie hat den Zustand un­antastbarer Autorität m lhrem inneren Gefüge für ich erhalten und sie hat erreicht daß der Ge­danke einer Leitung der Wehrmacht durch emen Parteimann aus den Köpfen ernstzuAhmender Po­litiker verfchmanÄ. Sie hat auch in sich den Gedan­ken einer V o l k s g e m e i n s ch a f ^körpert, wenn auch naturgemäß nur in i

men: sie hat das eroige nationale Gedankengut n der Erziehung ihres Nachwuchses gepflegt und hat in den ausscheidenden Soldaten der vffent.ch Verwaltung pflichttreue und unantastbare Die le des Staates geschenkt wie zu allen Zeiten. Sie hat | vor allem trotz aller Bedrückungen von außen uns innen in ihrer militärischen Berufsausbildung Höchstleistungen erzielt, die tragisch0^ ange­sichts der fehlenden Auswirkungsmöglichkeiten. ri.e Wehrmacht war die Klammer des Re i a) e s in den schwersten Jahren seit 1918 und der e r - bittertste Feind aller bolschewisti­schen Umtriebe. Die Wehrmacht war nut einem Wort ein Fremdkörper im Wei m a - rer Staat. Ueberflüssig, daran zu erinnern, daß diese Begriffe, die dem Kampf der Wehrmacht das | Gepräge gaben: autoritäres Führertum, Opfergeist, l Leistungsprinzip, Volksgemeinschaft und reines nationales Denken die Grundpfeiler waren uno sind, welche die nationalsozialistische Bewegung tru­gen und zum Sieg führten.

Daß die Wege und K a m p f m e t h o d e n trotz gleicher Ziele verschieden waren, liegt m der verschiedenen Natur der Wehrmacht und der nationalsozialistischen Bewegung. Hier eine in äußeren Fesseln lebende Organisation, deren vornehmste Aufgabe Schutz der Grenzen ist und die deshalb um eines innerpolitischen Zieles

.Staat im Staate!" Dies Wort gehörte zu dem unvermeidlichen Sprachsatz Der Leitartikler die über die politische Stellung der Wehrmacht im Wei­marer Staat abhandelten. Meist klang es vorwurfs­voll und anklagend, oft bedauernd, und doch hätte es eine Feststellung fein können, in der Aner­kennung und Hoffnung lagen. Nicht ohne Grund erregte die Wehrmacht den Zorn der Par­teien, den Haß der Linken und die Freude der Kreise, tye erkannt hatten, daß Versailles nicht nur Wehrkraft und Wehrmacht gefesselt hielt, sondern auch Entfaltung, ja Entwicklung jeder echten Staatsautorität unmöglich machte, solange die Inhaber einer echten Staatsautorität dieses Ver­sailles als unabänderlich hinnahmen. Die Wehr­macht wußte von diesen Fesseln. Sie sah nicht nur sich selbst geknebelt, sondern das ganze Volk und alle seine staatlichen Ausdrucksfor­men. Sie hat gegen dieses Versailles in seinen Nahen und weiten Auswirkungen mit einer Energie und Selbstlosigkeit gekämpft, welche die Väter Dieses Schanddiktats erschreckten. Sie hat gekämpft gegen den in Versailles gepflanzten, im Versailler | Deutschland geduldeten und sogar gezüchteten Pazi-> fismus mit allen Mitteln, die ihr zu Gebote stan- Den. Sie hat gekämpft gegen die Verwirklichung eines Staatsbegriffs, der Diesen Namen nicht ver- Diente, und hatte sich einen eignen Staats- begriff aufgestellt, der sich mit dem der Weima­rer Parteien nie deckte. Deshalb die viel ver­leumdete, auch heute noch so oft mißverstandene Konstruktion der U e b e r p a r t e i l i ch k e i t der Wehrmacht, die kein Ausweichen war, sondern Abwehrkampf.

willen nicht die Sicherheit des Volkes nach außen aufs Spiel fetzen konnte und der die ihr aus der Unzulänglichkeit der staatlichen Führung ausge- zwungene innerpolitische Rolle immer wesensfremd bleiben muhte; dort eine auf i n n e r p o l i t l s ch e Machtergreifung gerichtete Bewegung die mit der Erreichung dieses innerpolitischen Zieles ihre erste Aufgabe erfüllt sehen konnte. Hier trotz aller inneren Freiheit Führer, die von den bestehen­den Zuständen und von der höchsten Staatsleitung sich nie ganz unabhängig machen konnten, dort em Führer, frei in seinen Entschlüssen, gebunden nur an die Verantwortung gegen sich selbst und gegen feine Gefolgschaft. Hier ein in sich geschlossener aus den alten soldatischen Grundsätzen des Gehorsams und der Disziplin aufgebauter Organismus, dort eine je nach der Lage immer wieder nach neuen Gesichtspunkten zusammenschließende und trotz aller leitenden Gedanken in ihrer Zusammensetzung doch wechselnde Massenbewegung. Es bedarf kaum mehr als dieser knappen Hinweise, um zu verstehen, daß die Wege nicht die gleichen s er n ko n ri­te n , daß sie sich zu kreuzen drohten und daß Miß­verständnisse nicht ausbleiben konnten auf beiden

Lch?sicht° Ä ^»Ämenarbeit bet Nationen einen

wenn man englischerseits nach den Besprechungen I festen Boden zu schaffen.

Der neue Kampf um die indische Verfassung. Eine Abordnung der indischen Fürsten nach London eingeladen.

lutionen kennt, weiß, daß es keine stärkere Stellung der Heere, aber auch und das ist hier das Ent­scheidende keine stärkere Stutze der neuen Macht geben kann, als die Stellung der Wehrmacht mitGewehr bei Fuß", wenn sicher ist, daß die großen gedanklichen Ziele der revolutionären Bewegung und der Wehrmacht d i e gleichen sind. Es würde dem tief geschichtlichen Empfinden des Führers der nationalen Revolution durchaus entsprechen, wenn man sich vorstellt, daß ihm der Gedanke an diese intakte, von höchstem nationalen Wollen erfaßte Wehrmacht Ruhe und Kraft zur Durchführung der R e v o - l u t i o n gegeben hat, nicht minder als das Wissen um die Opferfreudigkeit und Hingabe und um die bewundernswürdige Energie feiner Gefolgschaft, vor allem der SA. Es ist ruhmvoll, eine nationale Revolution durch den eigenen E in s a tz zum Ziel zu führen, und es ist menschlich erhebender, als Sieger einer solchen Revolution gefeiert zu werden. Historisch ebenso wertvoll erscheint es, zum Gelingen einer solchen Revolution beigetragen zu haben durch die vom Führer gewünschte Reserve. Auch in der Schlacht tragen die Bataillone zum Siege bei, die der Feldherr nicht mehr in den Kampf zu werfen braucht. v £ _

Die nationale Revolution ist beendet. Die ge­schichtliche Tatsache, daß am Ende fast aller Revo­lutionen eine Armee stand, hat sich 1933 in Deutschland glücklicherweise nicht wiederholt. Aber auch die geschichtliche Tatsache hat sich nicht wieder-

ausstellen, daß dies tatsächlich der Fall ist, so Der- spreche ich im Namen der Regierung, daß die Ge­samtlage einer neuen Prüfung unterzogen wird.". Sir Austen Chamberlain bemühte sich, die Regierung zu unterstützen. Dagegen be- nutzte Churchill die Erklärung der Fürsten zu einem Vorstoß gegen die Vorlage, als deren grim­miger Gegner er ja bekannt ist. Der Plan einer in- dischen Föderation sei damit tot. Er beantrage deshalb, die Weiterberatung der Vorlage zu ver­tag e n. Dieser Antrag wurde jedoch nach der Rede des Staatssekretärs mit 283 gegen 89 Stimmen abgelebt.

Me Fürsten um ihre Unabhängigkeit besorgt.

Der Korrespondent von Reuter in Bombay hatte eine Unterredung mit einem hochgestellten Vertreter der indischen Fürstenkammer, der sich über die Gründe äußerte, von denen die indischen Fürsten zu ihrer plötzlichen Stellungnahme gegen die indische Versassungsvorlage bewogen worden sind. Dabei wies er besonders auf die Bestimmung

Sir John Simon hat in seiner offiziellen An­kündigung des Besuches in Berlin vor dem Unter­haus die deutsche Einladung zu unmittelbaren deutsch-englischen Besprechungeneine nützliche Anregung" genannt. Damit ist zugleich dem Gerede ein Ende bereitet, als ob die deutsche Ein­ladung an England nichts anderes sei als der Ver­such, zwischen Frankreich und England Unfrieden zu stiften. Die Tatsache, daß die französische und italienische Regierung in ihrer Eigenschaft als Part­ner der Besprechungen von Rom und London uno vor allem als Hauptbeteiligte des Locarnopaktes Frankreich als Interessent, Italien als Garant demvorgeschlagenen Gang des Verfahrens ausdrücklich zugestimmt haben beweist, daß es nicht gelungen ist, eine deutsch-englische Aus­sprache zu hintertreiben.

Der Besuch eines maßgebenden englischen Staats­mannes in der Reichshauptstadt würde ja auch durchaus in der Richtung liegen, die das Londoner Programm vom 3. Februar dieses Jahres einge- schlagen hat und der die Regierung Adolf Hitlers ihre Zustimmung gegeben hat. In London hat man sich grunbsatzlich entschlossen, ber beusichen An- reounq solgenb. in eine birekte Aussprache nut ber Reichsregierung einzutreten. Der nächste Schritt war eine neue englische Fühlungnahme in Berlin, um den Umfang der geplanten Besprechungen abzustecken. Nach Lage der Dinge durfte es wohl sr SS »........

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General-Anzeiger für Oberheffen