Ausgabe 
26.8.1935
 
Einzelbild herunterladen

*

Äl

wird

Musiker und Zuhörerschaft.

in der Einspruch gegen das eng

>me, ch e

anerkannt habe und daß es erft Halt rufen sollte, den sind. Sobald aber Abessinien für die sta wenn Italien irgendwelche britischen Inrecessen u« m *****

licnifchr Äefonifsfbn geöffnet worden ist, wer­den die kolonialen Bestrebungen Italiens rest-

Aerzte mischten sich unter die weiße Eine Entschließung fand Annas

England kann die Mltelmeerlinie nicht halten

Verzicht auf Sanktionen, oder Krieg auf der ganzen Linie.

Waffenausfuhrverbot erhoben wird, weil es eine ,chösartige Benachteiligung Abessiniens" be­deute.

Verstärkung der englischen Garnisonen in Malta und Aden.

London, 26. Aug. (DNB. Funtspruch.) Laut Preß Association" werden in den nächsten Tagen annähernd 1000 Mann zur Verstärkung der Garnisonen von Malta und Aden ab­gehen. Nach einer Mitteilung des englischen Kriegs­ministeriums will man die militärische Stärke von Malta und Aden ständig auf die im vorigen Jahr genehmigte Höhe bringen.

Spanische U-Boote werden nach Süd­spanien beordert.

Madrid, 26. Aug. (DNB.) Am Samstag sind sechs U-Boote der Klasse C von dem nord­spanischen Hafen El Ferrol nach Cadiz aufge- brachen.

Vorkehrungen desamenkanischen Admiralstabes.

W a s h i n g t o n, 26. August (DNB. Funkspruch). Wie aus zuverlässiger Quelle verlautet, hat der amerikanische Admiral st ab beschlosien, angesichts der Unsicherheit der weltpolitischen Lage das Aufklärungsgeschwader der Flotte nach Beendigung der Flottenmanöver des Jahres 1936 nach den Gewässern des Atlantischen Ozeans zu beordern. Die Schlachtflotte soll im Pazifik stationiert bleiben. Es ist beabsichtigt, beide Flottenemheiten in der Nähe des Panama- Kanals zu konzentrieren, um ihre Bereini­gung jederzeit gewährleisten zu können.

los erfüllt fein.

Die finanzielle Lage Italiens gibt Mussolini, wie er erklärte, keinen Anlaß zur U n r u h e. Das italienische Volk habe einen solchen Beweis von Selbstaufopferung gegeben, daß sein entschlossener Wille zu allen etwa notwendigen wei­teren finanziellen Opfern unzweifelhaft sei.

Die Frage, ob Italien durch seinen abessini­schen Feldzug nicht zur Aufgabe der Rolle ge­zwungen werde, die es bisher in Zentral- e u r o p a gespielt habe, beantwortete Mussolini mit einem Hinweis auf die 5 0 0 0 0 0 M a n n, die gegenwärtig bei Bozen Manöver aus­führen.

Mussolini sagte noch, wir können jetzt nicht

mehr zurück. Die 200 000 italieni­

schen Gewehre in Ostafrika würden von selber losgehen.

Der Korrespondent sagt, Mussolini habe den drin­genden persönlichen Wunsch geäußert, daß dieses Interview in derDaily Mail" als eine autori­tative Darstellung seiner Ansichten veröffent­licht werde.

London, 24. Aug. (DNB.) Nachträglich bekannt, daß an der gestrigen Ministerbespre- chung, die unter dem Vorsitz Macdonalds statt­fand, auch die Stabschefs der britischen Land-, See- und Luftstreitkräfte teil­

genommen haben, darunter auch der Chef des briti­schen Reichsgeneralstabes. Bemerkenswert ist auch, daß diejenigen Minister, die ihren durch die Kabinettssitzung unterbrochenen Urlaub nicht wieder angetreten haben, fast sämtlich dem britischen Reichs verteidigungsausschuß angehören.

Englische Arbeiteropposilion geht mit der Regierung.

London, 26. Aug. (DNB.) In einer Unter­redung mit demSunday Referee" äußerte sich der Führer der Arbeiterpartei L a n s b u r y zu der Haltung der wichtig st en britischen Oppo­sitionspartei in der Frage des italienisch- abessinischen Konfliktes. Danach vertritt die offi­zielle Arbeiterpartei vorbehaltlos den in Der letzten Kabinettssitzung zum Ausdruck gekom­menen außenpolitischen Standpunkt der britischen Regierung. Die Arbeiter­partei stehe auf dem Boden der Völkerbunds- s a tz u n g e n mit allen sich daraus ergebenden Fol­gen. Sie sei Gegner jedes unabhängigen und alleinigen britischen Vorgehens. Wie er hinzufügen möchte, billige die Partei aus diesem Grunoe auch nicht den kürzlichen Abschluß des F l o t t e n a b - kommens mit Deutschland. Zweifellos, so fuhr Lansbury fort, werde die Arbeiterpartei die Regierung unterstützen, wenn sie. zu Sanktio­nen auffordere, um den italienischen Angriffen

Französische Bauern drohen mit Selbsthilfe.

Paris, 26. Aua^ (DNB. Funkspruch.) Im Aus- tellungspark von Rouen fand am Sonntag eine große Kundgebung der Bauernfront tatt, einer rechtsgerichteten Organisation zur Der- teidigung der Interessen der französischen Landwirt­schaft, an deren Spitze der Bauernführer Henry Dorgöres steht. An der Kundgebung nahmen etwa 25 000 Mitglieder aus allen Provinzen Frank- reichs teil. In einer unter großem Beifall einstim­mig angenommenen Entschließung heißt es, die Bauern würden zur Selbsthilfe schreiten, wenn die Regierung bis zum 15. September keine Maßnahmen zur Erhöhung der Preise für landwirtschaftliche Erzeugnisse getrof­fen haben sollte. Insbesondere komme hierfür die Schließung der Grenzen in Frage. Geplant sei u. a. die Schaffung von Bauerntrupps, die die Aufgabe hätten, sich der Einfuhr landwirt- schaftlicher Erzeugnisse aus dem Auslande zu wi­der s e tz e n. Alle Volksvertreter, die von der land­wirtschaftlichen Bevölkerung in die Stadt- oder Ge­meinderäte oder ins Parlament gewählt worden seien und sich den Anweisungen der Bauernfront widersetzen sollten, werden boykotiert werden.

bedrohe.

lieber Italiens frühere O st a f r i k a p o l i- jik sagt Mussolini: 13 Jahre lang hat Italien sich Abessinien gegenüber fortdauernd freundschaftlich gezeigt. Wir haben den Abessiniern nach der Unter­zeichnung des Vertrages von 1928 sogar eine große Menge moderner Waffen geschenkt. Einige der Waffen, die jetzt gegen unsere Soldaten in Aftika Verwendung finden werden, werden italienischer Herkunft fein. Es handelt sich um Mausergewehre, Maschinengewehre und eine Million Patronen, die ich Abessinien als Geschenk gesandt habe. Würde ich dies getan haben, wenn ich feindselige Absichten gegen Abessinien gehabt hätte?

Dann verbreitete sich Mussolini über die bekann­ten Gründe seiner Politik, die Uebervölke- rung Italiens, die Unergiebigkeit L i - b i e n s und die Vorzüge Abessiniens. Er sagte: Die Erschließung der Reichtümer Abessiniens **rirb Italien und der ganzen Welt zugute kommen.

Die Zeil ist vielleicht gekommen, die Frage der Kolonien mit all ihren Zusam­menhängen aufzuwerfen. Dies würde allen zivilisierten Staaken zum Vorteil gereichen und besonders denen, die ungerechterweise ihres Anteils an den Schätzen der Welt beraubt roor-

aegen Abessinien ein Ende zu bereiten. Lansbury fügte hinzu, daß er die Lage für ernst, aber nicht für hoffnungslos halte.

In diesem Zusammenhang verdient die Tatsache Beachtung, daß der stellvertretende Vorsitzende der Arbeiterpartei Major A t t l e e in den letzten Tagen in Paris eine vertrauliche Aussprache mit dem französischen Sozialistenführer Löon Blum über die abessinische Krise hatte, lieber den Ausgang dieser Besprechung weißReynolds News" zu melden, daß die Regierungen auf beiden Seiten des Kanals mit der Unterstützung der Oppo­sition rechnen könnten, wenn die Völker­bundssatzungen anoewandt werden sollten, um eine italienische Angriffshandlung zu verhindern.

Daily Herald" meldet, die Arbeiterpar­teien Großbritanniens und Frank- reichs arbeiteten zusammen, um eine fried­liche Beile gung des italienisch-abessinischen Streites zu sichern. Der stellvertretende Führer Der parlamentarischen Arbeiterpartei Major A11 l e e habe mit dem französischen Sozialistenführer eine Politik der Treue zu den Grundsätzen des Völkerbundes vereinbart. Sie würden anregen, daß Litwinow in seiner Eigenschaft als Präsident des Dölkerbundsrates eine äußerste Anstrengung unternehmen sollte, um eine schieds­gerichtliche Regelung zu ermöglichen.

Farbige Protestredner in London.

London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Auf dem Trafalgar-Square wurde am Sonntagnachmit­tag eine Protest Versammlung gegen die Abessinienpolitik Italiens abgehalten. Die Redner, die von der Plattform der Nelsonsäule aus sprachen, waren ausschließlich Farbige. Die drei jungen Söhne des abessinischen Gesandten Dr. Martin, sowie farbige Seeleute, Schauspieler,

London, 26. August. (DNB.) In einer sehr ausführlichen Betrachtung zur Lage erklärt Gar - v i n imObserve r", daß man zwischen zwei Dingen zu wählen habe: dem Verzicht auf Sanktionen oder dem Krieg auf der ganzen Linie.

Nach Ansicht des Verfassers würde es nie zur abessinischen Krise gekommen sein, hätte nicht Großbritannien in den letzten Jahren seine Rüstungen vernachlässigt. Solange diese Unter­lassungssünde nicht berichttgt würde, werde nichts aus Erden Großbritannien von den schlimmsten Gefahren bewahren.

Glücklicherweise hüten die kaltblütigeren Mitglieder der britischen Regierung dafür gesorgt, Maßnahmen zu verhindern, die Großbritannien in einen unnö­tigen und verheerenden Krieg führen würden. Im­merhin dürfe man sich keinen Illusionen über die noch bevorstehenden Ereignisse hingeben. Es brauche nicht bedauert zu werden, daß die Regie­rung es für ratsam gehalten habe, einen klugen Rückzug mit einer Kanonade von Dementis zu decken. Die Italiener würden einen schweren Feh­ler begehen, wenn sie die Bedeutung dieser Vor­sichtsmaßnahmen auf die leichte Schulter nähmen.

Garvin bezweifelt weiterhin, daß etwa §r a n k r e i ch sich bereitfinden würde, irgendwelche anktionsforderungen zu unterstützen. Im Anschluß daran wiederholt er seine Kritik an den Völkerbundssatzungen. Das Völkerbundsstatut sei ursprünglich in der Erwartung einer Beteiligung der Vereinigten Staaten von Nordamerika entwor­fen worden.

Schwächliche Sankttonsmahnahmen",so schreibt Garvin,bedeuten nichts, nachdrückliche Sank­tionen bedeuten Krieg. Das britische Volk wird nicht durch eigenmächtiges Vorgehen einen Krieg heraufbeschwören, der das bestehende po- littsche System in Großbritannien von oben bis

unten in Unordnung bringen würde."

Im übrigen kommt Garvin bei einem Vergleich der militärischen Stärke Großbritanniens und Ita­liens im Mittelmeer zu dem Ergebnis, daß

Großbritannien die lebenswichtige Vlittelmeer- linle des Britischen Reiche» gegen ein feind­seliges Italien zurzeit nicht halten könne.

Die geroaltige Vermehrung der italienischen Luft­streitkräfte im Mittelmeer dauere auch heute noch an. Trotzdem habe der größte Teil des britischen Kabinetts, nachdem die theoretische Treue zu unbe« stimmten Verpflichtungen bestätigt worden sei, die unterbrochenen Ferien wieder angetreten.

Zum Schluß forderte Garvin die frühere Einberufung des Parlaments, dem unverzüglich zwei große Wehrgesehe vorgelegl werden müßten, dessen eines die äußerste Beschleunigung für die Herstellung der Luftgleichheit sichern mühte, während das andere die notwendigen Maßnahmen für die Wiederher st ellung der britischen Seegeltung vorsehen soll.

Als Zeitraum für die Durchführung dieses Pro­gramms schlägt Garvin drei Jahre vor. Die Mittel möchte er auf dem Anleiheweg beschafft wissen.

Auch die Stabschefs waren anwesend.

Amerikanischer Protest in Moskau.

Gegen die Einmischung der Komintern in inneramerikanische Angelegenheiten.

London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Reuter meldet aus W a s h i n t o n : Der amerikanische Bot­schafter B u l l i 11 in Moskau hat gestern dem stell­vertretenden Sowjetkommissar des Aeußeren eine Note überreicht, in der nachdrücklich dagegen Pro­test erhoben wird, daß sich bei dem 7. Kongreß d e r kommunistischen Internationale auf sowjetrussischem Gebiet Vorkommnisse abgespielt hätten, die eine Einmischung in d i e inne­ren Angelegenheiten der Vereinigten Staaten bedeuteten.

Die Note erhebtden aller nachdrücklichsten Protest gegen diese flagrante Ver­letzung des Versprechens, das am 16. November 1933 von der Regierung der USSR. hinsichtlich der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten der Vereinigten Staa­ten gegeben worden ist".

Der damalige Brief Litwinows an den Prä­sidenten Roosevelt wird in ungekürztem Wort­laut wiedergegeben. Die Note verweist besonders auf das Versprechen Litwinows, nicht zuzulassen, daß sich auf dem Gebiet der Sowjetunion irgend­eine Gruppe bilde, aufhalte oder betätige, deren Ziel der Umsturz oder die gewaltsame Aenderung der politischen oder sozialen Ordnung in dem Ge­samtgebiet der Vereinigten Staaten oder einem Teil davon bilde. Die Note sagt: Da der Sowjet­regierung die Ziele der kommunistischen Interna­tionale nicht unbekannt sein könnten, scheine es un­nötig, die Verhandlungen auf dem letzten Kongreß anzuführen, oder eine Namenliste der dort anwesen­den Mitglieder der amerikanischen kommunistischen Organisation zu geben, deren Zulassung in die Sow­jetunion der Sowjetregierung natürlich bekannt ge­wesen sei. Dann heißt es in der Note:

Das amerikanische Volk nimmt die Einmi­schung fremder Länder in feine inneren Ange­legenheiten auherordenttich übel auf. Die ame­rikanische Regierung erachtet die sorgfältige Er­füllung des Versprechens der Nichteinmischung als wesentliche Vorbedingung für die Aufrecht­erhaltung normaler freundschaftlicher Beziehun­gen zwischen den Vereinigten Staaten von Ame­rika und der Union der Sozialistischen Sowjets. Den Vereinigten Staaten würde es an Offenheit mangeln, wenn sie nicht freimütig erklärten, sie sähen die ernstesten Folgen voraus, wenn die Sowjetunion nicht willens oder außerstande sei, geeignete Maßnahmen zu ergreifen, um weitere Handlungen zu verhindern, die im Widerspruch stehen zu dem feierlichen Versprechen, das den

Vereinigten Staaten gegeben worden ist."

Die Note schließt mit der Warnung, die Fortdauer der Einmischung in die inneren Angelegenheiten des amerikanischen Volkes durch die Sowjetunion würde die Entwicklung freundschaftlicher Beziehungen zwi­schen den Völkern der beiden Länder unvermeidlich verhindern.

9er diskrete Seitenblick der Sowjets.

N e u y o r k, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Mit großen Schlagzeilen bringen die Morgenblätter Den Protest der amerikanischen Regierung gegen d i e Sowjetpropaganda, wobei sie auf die Folgen Hinweisen, die sich aus einer Fortsetzung der kommunistischen Machenschaften in den Ver­einigten Staaten ergeben könnten.

In einem Leitartikel führtN e u y o r k T i m e s" aus, daß das Staatsdepartement in förmlichster und feierlichster Weise bei den Sowjetsgewalt-

Habern dagegen protestiert habe, daß sich ihre Versprechungen, auf Grund deren sie die Anerkennung der Vereinigten Staaten erreichten, als trügerisch erwiesen hätten. Es sei offenkun­dig, daß bei dem letzten Kongreß der kommunisti- scheu Internationale in Moskau die Sowjet­regierung diskret zur Seite geblickt habe, während Pläne und Komplotte für eine offene oder geheime Einmischung in amerikanische Ange­legenheiten von russischen Staatsangehörigen vorge­schlagen und gebilligt wurden. Angesichts der zur Zeit in Amerika herrschenden Empfindlichkeit gegen­über der roten Propaganda und Verschwörung könne die Regierung sicher fein, daß ihre feste Haltung gegenüber Moskau allge­meine Unterstützung finden werde.

Das Echo in London.

London, 26. Aug. (DNB. Funkspruch.) Die Londoner Morgenpresse beschäftigt sich eingehend mit der Protestnote, die die amerikanische Regierung an die Sowjetunion gerichtet hat. Die entschie­dene Stellungnahme der ^Bereinigten Staa­ten findet ebenso wie der scharfe Ton größte Beachtung.

Der Korrespondent derMorning Post" in Washington sagt, sogar Leute in enger Fühlung mit der Lage seien überrascht über etwas, was sie als eine unmittelbare Drohung betrachte­ten, die durch diplomatische Redewendungen nur leicht verhüllt sei. In dem Bericht des Korrespon­denten derTime»" heißt es, im Augenblick brauche die Note nicht als Ultimatum bezeichnet zu werden, aber es bestehe jeder Grund für die An­nahme, daß ein schneller und völliger Abbruch der diplomatischen Beziehun­gen der Vereinigten Staaten mit Sowjetrußland eine Möglichkeit der Zukunft ist.

polnische Klagen gegen die Sowjets.

Warschau, 26. August. (DNB. Funkspruch.) Der regierungsfreundlicheExpreß Poranny" nimmt zur Ausweisung des Moskauer Bericht­erstatters der© a 3 e 11 a P o l s k a" Stellung. Das Blatt bemerkt, dieser Vorgang sei lediglich ein Signal, das den neuen Kurs der sowjet- russischen Außenpolitik andeute, den der letzte Kongreß der Komintern bestimmt habe.

Entgegen den bisherigen amtlichen Zusicherun­gen habe die Komintern keineswegs auf den Bürgerkrieg und die innere Zersetzung der nlchtkommunistlschen Staaten verzichtet, und das zu einer Zeit, in der der Außenkommissar Litwinow den Vorsitz des Völkerbunds­rates in Genf inne habe. Der Komintern- Kongreß habe endlich die falsche Vorstellung zerstört, daß Sowjetregierung und Komintern zwei verschiedene Dinge seien.

DieGazetta Polska" habe behauptet, die Poli­tik der Sowjetunion sei doppelzüngig und verlogen. Tatsächlich belügen sich viele europäische Staaten selbst über ihr Verhältnis zu der Sowjetunion. Sie schließen die Augen, um nicht die Wahrheit zu sehen. Was Polen betrifft, so habe sich in seinen Beziehungen zu Sowjetrußland vieles schon verschlechtert, obwohl die polnische Außenpolitik keinerlei Veränderungen aufweise. Polen werde den Nichtangriffspakt mit der Sowjetunion achten. Es werde aber auch feinen inneren Frieden vor einem nicht loyalen Nachbarn mit Mitteln schützen, die ihm am zweckmäßigsten erscheinen.

Die ersten Opfer der Berliner Einsturz­katastrophe geborgen.

Das Rettungswerk schreitet unter großen Schwierigkeiten fort.

Die ersten Drei....

Berlin, 24. August (DNB.) Amtlich wird ge­meldet: Nach schwersten Bergungsarbeiten sind heute um 17.30 Uhr an der Einsturzstelle der Ber­liner Nord-Süd-8-Bahn die ersten drei Toten fest gestellt worden. Die Toten wurden in dem sieben Meter breiten Sohlstollen in höhe der ur­sprünglichen Tunnelsohle aufgefunden. Die Ber­gungsarbeiten nahmen noch geraume Zeit in An­spruch. Um 19.10 Uhr wurde das erste Opfer in die benachbarten Ministergärten übergeführt. Gene­ralleutnant Daluege ordnete für die Zeit der Ueberführung der Toten eine Arbeits stille von fünf Minuten an der Unglücksstelle an. Nach

Freigabe durch den Staatsanwalt werden die Toten in das Leichenschauhaus übergeführt. Die Namen der Token werden nach Identifizierung durch den Rundfunk bekanntgegeben. Die Angehörigen werden im Leichenschauhaus zugelassen; das Betreten der Baustelle ist jedoch für sie aus technischen Gründen nicht möglich. Bis die letzten unglücklichen Opfer dieser Katastrophe geborgen sind, ist noch mit meh­reren Tagen zu rechnen. Unmittelbar nach dem Bekanntwerden der Bergung der ersten Opfer traf Reichsminister Dr. Goebbels an der Unglücks- stelle ein. Der erste Tote wurde inzwischen bereits identifiziert. Es handelt sich um den Linschaler Fritz Zippan, Berlin-Wilmersdorf, Uhlandstr. 70.

Unser Bild zeigt General Pouderoux (in der Mitte) mit General Dalueqe aus dem Wege zmt Unglücksstelle. (Scherl-Bilderdienst-M.)