den Papierkorb zu wandern — — ich band damit ein kleines Häuflein Mahnbriefe und unbezahlter -Rechnungen zusammen und siehe!--ihre Häß
lichkeit war dahin! Auch das schöngemusterte Packpapier hob ich mir auf und legte es zu dem übri- gen, weil es sich dereinst als Tapete recht gut verwenden lassen wird. Dann besah ich mir die Rokoko- Damen und ihre Kavaliere und bedauerte nur, nicht auch dies entzückende Bild von der Kiste ablösen zu können--gerahmt hätte es sich in nichts von
jenen kleinen Meisterwerken der modernen Drucktechnik unterschieden, die man heute daheim von 3 Mark aufwärts in den „Fachgeschäften" ersteht. Ich beschränkte mich also darauf, nur die glitzernde Zellophan-Umhüllung zu lösen und öffnete dann vorsichtig mit der großen Papierschere das hölzerne Kistchen. Die Seitenwände waren aus Sperrholz zusammengeklebt --fünf dünne Schichten--
und sie maßen 30 und 20 Zentimeter in der Länge und Breite, ihre Höhe aber betrug deren 6. — Deckel und Boden waren aus solidem Zigarrenholz gearbeitet, aus jenem Holz, wie es sich für die Sonntags-^tachmittags-Ausgeh-Zigarren des alten Herrn gehört.
Beeindruckt ob sovieler Schönheit hob ich in weihevoller Stimmung das oberste Schutzpapier ab — — darunter lagen Pralinen, Pralinen — — lauter Pralinen! 3eber oder „jede" so lang und so dick wie ein halber Zeigefinger und gewickelt in die buntfarbigsten Papiere mit den Aufschriften „Whisky", „Peppermint", „Curacao", „Ananas", „Cherry Brandy" und unzählige anderen Namen, die man auf jeder wohlassortierten Likörkarte findet. Ich wählte zunächst einen „Curacao" und entfernte die bunte Hülle. Darunter kam eine zweite, weiße Papierhaut zum Vorschein--hatte man diese
beseitigt, stieß man auf ein Blatt Silberpapier, das wiederum eine Haut aus zartem Seidenpapier umschloß, in dem die eigentliche Frucht, der halb- fingerlange Schokoladenpralins mit seinem köstlichen Gläschen Likör im Leibe, verborgen war. Etwa 60 bis 60 dieser Pralinen enthielt--gebettet auf
weicher, bunter Konfetti-Unterlage--das Kist
chen, und sie wogen genau ein Kilogramm. Ihrer 20 hatte ich bereits in bunter Reihe gedankenver
loren gefchlürst, als mir plötzlich jemand leise von hinten auf die Schulter tippte. Es war die Likör- Muse, und sie sprach die „epea pteroenta"--
auch „geflügelte Worte" genannt: „Sie! Mann! Nun machen Sie aber mal einen Punkt! 20 Liköre ... schreiben Sie lieber mal was über die Kiste, damit andere Leute auch was davon haben!" — — „Sehr wohl, mein Fräulein!" ... aber ach! So sehr ich auch grübelte und so reichlich ich auch meinen Geist mit einer kombinierten Mischung von „Ananas" und „Bananes" begoß, desto unruhiger und verwirrter wurde er, bis endlich ein besonders dicker Cherry Brandy die Erlösung brachte. Er lag vereinsamt in der rechten Ecke und als ich ihn aufhob, da hatte ich zwar nicht eine „Geschichte , wohl aber eine „Poengte" gefunden. Denn unter dem dicken Burschen fand ich sauber am Boden aufgeklebt das Preisetikett: ein blauer Gummistempel mit
was zu Deutsch „ein Yen und 40 Sen" heißt, ein Betrag, der laut Kurszettel der Reichsbank genau dem Gegenwert von einer Reichsmark entspricht ... Aus!! *
... Nanu? ... Sie lachen ja gar nicht???? ... Sie haben wohl die Poengte nicht kapiert, die ich da eben mühselig aus der Likörkiste rausgeklaubt habe? Dann lesen Sie sich schleunigst diese „Geschichte von der nachdenklich stimmenden Likörschachtel" noch mal sorgfältig von Anfang an durch! Dann werden Sie vielleicht nicht nur die Poengte begreifen, sondern es wird Ihnen dann vielleicht auch ein Licht über d i e japanische Preispolitik überhaupt aufgehenk Und wenn das geschehen ist, bann bleibt Ihnen wohl nichts anderes übrig, als--sofern Sie Exportkaufmann
sind (womöglich aus der Schokoladen-Brangsche) --einen richtigen Schnaps zu trinken. Am besten wohl Magen-Bitter, denn „süß" sind diese japanischen Preise nur für den Konsumenten! Nur für den Konsumenten ... das habe ich eben wieder festgestellt und werde morgen von neuem die Probe aufs Exempel machen ...
Wirtschaft.
Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
993: Zusätzliche deutsche und tschechoslowakische Kontingente für Abschlüsse auf der Leipziger Herbstmesse.
994: Ursorungsbezeichnungszwang für Frauen- und Mädchenkleider in Großbritannien.
7!eue 4 ^“/oige Reichsbahn- und Reichspostschahanweisungen.
Fwd. Unter Mitwirkung des Reichsanleihekonsortiums werden 150 Millionen Mark neue 4,Sprozen- tige Reichsbahnschatzanweisungen ausgegeben. Diese dienen in erster Linie zum Umtausch der am 1. September dieses Jahres fälligen öprozentigen Schatzanweisungen der Deutschen Reichsbahngesellschaft von 1930. Den Umtauschenden wird eine Barvergütung von 1,75 Prozent des Kapitals ausgezahlt und außerdem ein Bonus von 0,13 Prozent aewöhrt werden. Die neuen 4Lprozentigen Reichs- vähnfcbatzanweifungen haben eine Laufzeit von sechs Jahren und werden zur öffentlichen Zeichnung im Rahmen der genannten 150 Millionen Mark zum Kurse von 98,25 aufgelegt werden, ferner werden die am 1. Oktober dieses Jahres fällig werdenden 150 Millionen Mark öprozentige Reichspoftschatzanweisungen von 1933 bis zu einem Betrage von 125 Millionen Mark unter Mitwirkung des Reichsanleihekonsortiums in 4,5prozentige Reichspostschatzanweifunqen mit fünfjähriger Laufzeit umgetauscht. Die Barvergütung an die Umtauschenden wird 1,5 Prozent betragen, wozu auch hier ein Bonus von 0,13 Prozent tritt. Die neuen vom Konsortium übernommenen 125 Millionen Mark 4,5prozentige Reichspostschatzanweisunaen werden gleichzeitig zum Kurse von 98,50 zur Zeichnung aufgelegt werden. Die Umtausch- und Zeichnungsfrist läuft für die Reichsbahnschatzanweisungen vom 8. dis 20. August, für die Reichspostschatzanweisunaen vom 4. bis 16. September dieses Jahres. Die näheren Bestimmungen für den Umtausch und die Zeichnung werden später bekanntgemacht wer- den. Die neuen 4,öprozentigen Reichsbahn- und Reichspostschatzanweisungen werden mündelsicher und bet der Reichsbank lombardfähig sein.
Leipziger Textilmeffe künftig -Textil- und BekleidungSmeffe^.
FWD. Im Zusammenhang mit weitgreifenden Maßnahmen, die sich eine wirklich umfassende Be- teiligung der deutschen Textilwirtschaft an der Leip-
Ziger Messe zum Ziel setzen, hat das Leipziger Meßamt auf Anregung des Leiters der Reichsbetriebsgemeinschaft Bekleidung und der Wirtschaftsgruppe Bekleidungsindustrie den Namen der Leipziger Textilmesse umgeändert in „Leipziger Textilund Bekleidungsmesse". Die Namensänderung tritt bereits für die bevorstehende Leipziger Herbstmesse 1935 ein, in deren Rahmen die Textil- und Be- kleidungsmesse vom 25. bis 28. August durchgeführt wird. An ihr werden sich bereits eine Anzahl von Gruppen der Bekleidungsindustrie beteiligen, die die Messe bisher nur teilweise beschickt haben, und auch das Handwerk wird stark vertreten sein. U. a. ist bereits eine Gemeinschaftsausstellung des deutschen Kürschnerhandwerks gesichert. Man rechnet im übrigen auch mit einer erstmaligen Beteiligung der Pelzkonfektion.
* Der Roheisenmarkt im Juli. Im Verlaufe des Juli hat auf dem Roheisenmarkt der Auftragseingang aus dem Auslande eine weitere Erhöhung erfahren, die in erster Linie auf den Mehreinsatz von Stahleisen bei den reinen Stahlwerken zurückzuführen ist. Die Einfuhr hielt sich in den engsten Grenzen. — Die Nachfrage aus dem Auslande war infolge saisonmäßig bedingter Gründe ruhig.
* Die Erdölgewinnung Preußens im Juni. Wie der amtliche Pressedienst mitteilt, betrug die Erdölgewinnung Preußens im Juni nach den vorläufigen Ergebnissen der amtlichen Statistik 35 767 Tonnen, gegen 39 821 Tonnen im Vormonat und 27 071 Tonnen im Monatsdurchschnitt 1934. Auf das Gebiet von Haenigsen-Obershagen-Nien- hagen entfallen 27 700 Tonnen, auf Wietze-Stein- förde 4230 Tonnen und auf den Bezirk Eddese-Oel- Heim-Oberg 3393 Tonnen. Die Zahl der angelegten Arbeiter betrug am Ende des Monats 2679 gegen 2630 am Ende des Vormonats. — Die Erdölgewinnung in Thüringen betrug im Juni 55 Tonnen bei 11 Mann Belegschaft, in Baden 17 Tonnen bei 72 Mann Belegschaft.
Rbein-Mainische Börse.
IHUfagsbörfe uneinheitlich.
Frankfurt a. M., 25. Juli. An der stillen Haltung der letzten Tage hat sich auch heute nichts geändert. Das Publikum gibt nur kleinste Aufträge, anderseits liegt aber auch kein nennenswertes Angebot vor. Infolgedessen erfährt das Kursniveau kaum eine Veränderung. Besondere Anregungen lagen nicht vor. Die Festsetzung der ersten Kurse vollzog sich nur langsam und brachte kein einheitliches Bild. Indes waren die Abweichungen nach beiden Seiten sehr klein.
Am Aktienmarkt erhielt sich etwas Interesie für IG. Farben zu 156 bis 156,25 (156); die übri- Sen Chemiewerte lagen meist unverändert, nur eutsche Erdöl gaben 0,65 v. H. nach. Elektrowerte veränderten sich nur wenig. Eine Ausnahme machten Lechwerke Augsburg mit 106 (104,25), ferner lagen Schuckert 0,50 v. H. höher, andererseits büßten Licht und Kraft 1 v. H. ein. AEG. lagen mit 41,50 gut behauptet. Montanwerte fanden teilweise etwas Nachfrage, so Stahlverein, Mannesmann, Harpener und Ilse Genuß bei Erhöhungen von 0,40 bis 0,75 v. H., Rheinstahl, Klöckner und Hoesch gaben bis 0,50 v. H. nach. Von sonstigen Werten zogen Conti Gummi 1,65 v. H., Feinmechanik Setter 0,75 o. H., Deutscher Eisenhandel 0,50 v. H. an, während Metallgesellschaft 1 v. H., Deutsche Linoleum, Kunstseide AKU., Daimler-Motoren und Moenus-Maschinen bis 0,65 v. H. niedriger eröffneten. Schiffahrtsaktien lagen nicht ganz einheitlich. Hapag etwa 17,25 (17,50), Norddeutscher- Lloyd 18,65 bis 19 (18,50).
Am Rentenmar kt war die Umsatztätigkeit ebenfalls klein. Altbesitzanleihe zogen 0,13 v. H. an, späte Reichsschuldbuchforderungen und Zinsvergü- tunasscheine blieben behauptet, während Kommunal- Umschuldung angeboten waren und 20 Pfennig verloren. Industrie-Obligationen tendierten bei kleinen Veränderungen uneinheitlich. Zertifizierte Gulden- Obligationen lagen im Hinblick auf die Gulden- schwäche weiter schwächer, man nannte Young-Anleihe, mit 86,25 (87), Eschweiler mit 90,25 (91) und Ruhrverband mit 87,50 (88). Don Auslandrenten gingen Ungarn bis 0,25 v. H. und 4prozentige Rumänen 0,40 v. H. zurück.
Der Verlauf war fast völlig geschäftslos und die Kurse bröckelten in den meisten Fällen um Bruchteile v. H. ab. JG.-Farben blieben zu 156,25 gut gehalten.
Auch am Rentenmarkt herrschte Geschäftsstille bei eher weichenden Kursen. Altbesitz ermäßigten sich auf 112,13 nach 112,25. Don Gulden-Obligationen waren besonders Young-Anleihe weiter schwach und auf 85 Brief nach 86,25 gedrückt, auch Eschweiler gaben auf 90 Brief (90,50) nach. Pfandbriefe und Stadtanleihen blieben bei kleinem Umsatz etwa behauptet. Don Umtausch-Obligationen ließen 4,5pro- zentige Stahlverein auf 92,65 (93) nach.
Tagesgeld unverändert 2,75 v. H.
Abendbörse sehr ruhig.
Da an der Abendbörse Aufträge nach der einen oder anderen Seite kaum Vorlagen, herrschte nahezu Stagnation. Trotzdem vermochten sich die Kurse gegen den etwas erhöhten Berliner Schluß ziemlich gut au behaupten, wenn auch verschiedentlich leichte Abbröckelungen eintraten. Gut gehalten waren u. a. IG. Farben mit 156,25, Montanaktien und Großbankwerte, während die Mehrzahl der Elektropapiere sowie Maschinenwerte bis 0,50 v. H. nachließen. Am Rentenmarkt blieben die Kurse bei gleichfalls geringsten Umsätzen behauptet. Etwas
Interesie erhielt sich für spate Reichsschuldbuchforde. rungen zu unverändert 97,40 o. H. Zertifiziert« Gulden-Obligationen waren knapp gehalten, so Younganleihe mit 84,75 (85).
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 112, 6 v. H. Stahlverein-Bonds 102, 4,50 v. H. Stadt Mainz von 1926 93, Adca 81,50 Commerzbank 90,40, DD.-Bank 91,25, Dresdner Bank 91,25, Harpener 114,25, Mannesmann 91,50, Mansmeld 111,50, Stahlverein 87,13, AKU. 62,75, AEG. 41,50 BMW. 129, Bekula 140, IG. Chemie volle 181, Conti Gummi 156, Dt. Eisenhandel 104,50, Dt. Erdöl 112,50, Scheideanstalt 236, Eßlingen Maschinen 84,25, IG. Farben 156,25, Gesfürel 127,50, Gold- schmidt 110, Iunahans 90,65, Moenus Maschinen 87,50, Rheag 139,50, RWE. 131, Schuckert 127, Schöfferhof-Binding 174, Nordd. Äoyd 19, Reichs- bayn^Dorzugsaktien 123,65.
granffurter Schlachtviehmarkt.
Frankfurt a. TI., 25. Juli. Auftrieb: Rinder 110 (gegen 155 am letzten Donnerstagsmarkt), darunter befanden sich 15 Ochsen, 15 Bullen, 45 Kühe und 35 Färsen. Zum Schlachthof direkt: 1 Ochse, 8 Bullen, 1 Kuh, 5 Färsen. Außerdem wurden 29 Rinder der Reichsstelle zugeführt. Kälber 654 (901), Schafe 59 (43), Schweine 470 (512). Notiert wurden pro 1 Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber a) 61 bis 63 (59 bis 60), b) 55 bis 60 (51 bis 58), c) 47 bis 54 (43 bis 50), d) 35 bis 46 (30 bis 42). Lämmer und Hämmel b2) Weidemafthämmel 37 bis 38 (36 bis 38), c) mittlere Mastlämmer 35 bis 36 (—). Schafe e) beste 34 bis 35 (—). Schweine al) 54 (—), a2) 54 (—), b) 54 (50 bis 53), c) 53 bis 54 (50 bis 53), d) 50 bis 54 (46 bis 52), e) 47 bis 50 (—). Der Preis- vergleich bezieht sich auf den Donnerstagsmarkt vom 18. Juli. Marktverlauf: Kälber, Hämmel und Schafe mittelinäßig, ausverkauft. Schweine flott, ausverkauft. Ueberftanb: 27 Rinder, davon 1 Ochse, 18 Kühe und 8 Färsen.
Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 647 Viertel Rindfleisch, 209^ ganze Kälber, 15 Hämmel, 443 halbe Schweine, 2 Kleinvieh. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Dullenfleisch b) 70 bis 78. Kuhfleisch b) 60 bis 68, c) 50 bis 60. Färsenfleisch b) 76 bis 80, c) 66 bis 74. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72. Hammelfleisch b) 75 bis 78. Schweinefleisch b) 72 bis 77. Fettwaren. Speck hiesiger Schlachtung, roh uner 7 Zentimeter 63 bis 68, Flomen 75 bis 80. Marktverlauf: lebhaft.
Sdjroeinetnartf in Butzbach.
♦ Butzbach, 25. Juli. Aus dem heutigen Schweinemarkt standen 242 Ferkel zum Verkauf. Es kosteten bis zu 6 Wochen alte Ferkel 20 bis 24 Mark, 6 bis 8 Wochen alte Tiere 24 bis 28 Mark. Der Handel war gut, der Markt wurde geräumt.
Der deutsche Außenhandel im ersten Halbjahr.
FWD. Das Institut für Konjunkturforschung befaßt sich in feinem neuesten Wochenbericht mit der Entwicklung des deutschen Außenhandels im ersten Halbjahr 1935. Die soeben veröffentlichten Ergebnisse zeigen die umfassenden Bemühungen der Reichsregierung, die Handelsbilanz auszugleichen, zugleich aber Einfuhr und Ausfuhr mit der Aufwärtsbewegung der Binnenkonjunktur in Übereinstimmung zu bringen. Don den beiden Wegen, die zu diesem Ziele führen — nämlich der Drosselung der Einfuhr, vor allem nicht lebensnotwendiger Güter, und der Steigerung der Ausfuhr —, hat die erste bisher die größeren Erfolge aufzuweisen.
Ausgehend von dem Grundsatz, daß Deutschland in erster Linie waren aus den Ländern beziehen soll, die ihm die Abtraaung seiner Schulden durch Aufnahme deutscher Waren erleichtern, ist der Warenverkehr weitgehend auf diese Länder umgeleitet worden. Das Handelsvolumen mit den europäischen Ländern ist geschrumpft und der Exportüberschuß gegenüber diesen Ländern ist kleiner geworden, an- derseits haben einige überseeische Länder, aus denen Deutschland mehr Waren bezogen hat, in verstärktem Umfange deutsche Exportwaren ausgenommen.
Im ersten Halbjahr 1935 betrug der Einfuhrüberschuß 165 Mill. Mark gegen 214 Mill. Mark in der gleichen Zeit des Vorjahres. In der Ausfuhr steht der starke Rückgang der Lebensmittelexporte in Zusammenhang mit den Bestrebungen zur Erreichung der Nahrungsmittelfreiheit. Die Bedeutung der Fertigwarenausfuhr für die Handelsbilanz hat unter diesen Umständen noch zugenommen. Prüft man, wo die schwachen und die starken Stellen in unserer Aus- fuhr liegen, so zeigt sich einmal, daß diejenigen Industriezweige, die sich bisher schon um eine
besondere Exportpflege bemühlt haben, Fortschritte auf den Auslandsmärkten erzielen konnten.
Dies dürfte einmal für die Kraftfahrzeugindustrie zutreffen und ferner — aus der Gruppe der Roh- und Grundstoffindustrien — für 'den Steinkohlen- Bergbau, die Zementindustrie und für die Thomasmehlerzeugung. Exporterfolge haben ferner einige Industrien zu verzeichnen, die nicht unmittelbar von der Arbeitsbeschaffung im Inlande befruchtet worden sind, wie die Spielwarenindustrie, die Musikinstrumentenindustrie und die Uhrenindustrie. ist der Exportzwang wahrscheinlich größer als bei den „Arbeitsbeschaffungsindustrien", deren Kapizi- täten ohnehin in höherem Grade ausgenutzt sind. Dementsprechend ist in der Maschinenindustrie, soweit sich ihr günstige Absatzmöglichkeiten im Inlande bieten, der Exportdruck geringer geworden. Allerdings steht die Maschinenausfuhr auch infolge des Umbaues der deutschen Handelspolitik vor besonderen Schwierigkeiten. Fast 70 v. H. der deutschen Maschinenausfuhr gingen 1934 nach europäischen Ländern, kamen also nur für Kompensationsgeschäft nur wenig in Frage. Stark zurückgegangen ist besonders der Export derjenigen Zweige des Maschinenbaues, deren Produktionskapizität stark ausgenützt ist. Die Groheisenindustrie bildet hiervon nur eine scheinbare Ausnahme, denn ihre^Iusfuhrerfolge sind im wesentlichen dadurch, daß jie seit dem Bestehen der internationalen Rohstahl-Export-Gemeinschaft bessere Erlöse auf dem Weltmarkt erzielt als früher möglich.
Schließlich spielt für die Entwicklung des Ausfuhrgeschäfts im ersten Halbjahr 1935 noch immer die Nutzbarmachung von Auslandssperrguthaben eine gewisse Rolle.
Die erhebliche Steigerung des Exports von Wasserfahrzeugen — im ersten Halbjahr 1935 war die Ausfuhr um 378 v. H. größer als im Vorjahr — hängt beispielsweise mit der Mobilisierung von Sperrguthaben zusammen.
Kurszettel -er Berliner un- Frankfurter Börse
$ranffurt a.371.
Berlin
23. Juli
24. Juli
24.7.
112)13
112
112,25
112,13
100,75
100,7
100,65
100,65
17,5
17,4
97,25
97,5
97,25
97,4
96,4
96,4
101
100,8
156,13
156,25
93
93
129
129
115,5
115,5
115,65
115,9
93
96,5
96,5
101,75
101,9
Vanknoteu.
62,75
101,75
102
701,9
101,9
97
97
97
107,3
o
30,5
33,5
o
35
IH 101,5
- Ü 91,5
1934
Die hinter den Papieren
Dividende an. —
Lombardzlnsfuß 5 o. H.
114,25
103,75
106,75
112,75
18,5
87,5
115,5
90,25
106,5
112,5
93,4
160
92
120
135
110
119,5
116,65
Schluß- hirt
10,13
10,2
10,25
11,9
100,75
98,13
103,13
91,5
91,5
188,75
91,25
91,25
188
106,5
112,5
91,5
91,5
187,25
91,13
91,13
188
17,5
28,4
19,13
87,65
116
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156
236,5
110
119
116,5
178
155,5
94
160
33,25
295
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156
119,5
88,5
7
7
113,5
104
161
131
41,5
140
116
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109 127,5 139,5
131
127
181
134
71 9
0
93,25 120 135
19 87,5 115.5 90,4
97 107,3
114,25
103,5
162
130,75
101
91,5
113,75
104,5
166
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91,65
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236
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119
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97
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1,65
10,13
10
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11,7
127,25
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139,75
116
132,4
109,75
127,75
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131
101,25
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63,5
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88,9
41,4
140
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127
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140
132
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107
112,65
17,9
27,25
19
87,65
115
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110
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62,75
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89
134,75
93,5
159,25
88
33
294,5
180
156,4
113
63,13
116,75 119
88,5
135
93,75
160,5
89
33,4 296 177
155,25
Gritzner
SDlaintrafttoetie Höchst Süddeutsch« Zuck«
Philipp Holzmann .... Zementwerk Heidelberg Eementwerk Karlstadt..
Sueno» etrei Brüssel.....
Rio de 3an. . Sofia......
Kopenhagen. Danzig.....
London Heljingsor».. Paris ......
Holland .... Italien.....
Japan Fngoslawiea. Oslo : Men Lissabon .... Stockholm... Schweiz .... Spanien.... Prag.......
Budapest ...
Neuyork ...
29 1,65 10,25 9,9
10 12,13
30,5
1,6 '0,05
9,8
10
11,9
0 ......................... 10 Elektr. Lieserungsgesellschaft... 5 Licht und Kraft ey. sielten & Guilleaume o Gesellsch.s.Elektr.Unternehmung. 5 Rheinische Elektrizität ....... 5 Rhein. Wests. Elektr. g Schuckert L Eo.
Siemens & Halske. Lahmeoer L Eo. .
34,75 1 36,13 I
183,51 1941
Ham burg-A m erika-P aket 0
Hamburg-Südam. Dampfschiff. 0
Norddeutscher Lloyd .........0
QL®, für Verkehrswesen Akt. .. 0
Berliner Handelsgesellschaft ... 5
Commerz- und Privat-Bank ... 0
Deutsche Bank und Dis conto»
Gesestschaft
Dresdner Bank 0
12
Schultheis Patzenhofer 4
Qlfu (Allgemeine Kunstseide) .. 0
Bemberg 0
Zellstoff Waldhof 0
Zellstoff Aschaffenburg ...... 0
Dessauer GaS 7
Daimler Motoren 0 Deutsche Linoleum.......... g
vrenstetn & Koppel .. n
Westdeutsche Kaufhof 0
Cbade................... 0
Accumuiatoren-siabrS
Conti^Summi ..... 8
4% Vesterretchische Goldrenre.... 4,80% Oefterreichtsche Silberrente 4% Ungarische Soldrente.......
4% Ungarische Staat-rente v. 1910 <¥»% deSgll von 1913..........
6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagüadbahn-Anlethe
Buderus
Deutsche Erd« ...........
Gelsenkirchener ......
Harpener Hoesck» Stsea—Köln-Neuesse» . Ilse Bergbau ..............
Ilie Bergbau Genüsse Klöcknerwerke .............
ManneSmann-Rbhre» ....
23 7
100,4
98
103,25
23 7
100,65
98,8
104
Schluß!. Abendbörse
24 7
100,65
98
103,75
I. G. Farben-Jndustri» Schetdeanstalt Goldschmidt .
Rütgerswerke........
Melallgeiellschaft
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 2IL
Datum
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1987 4% Deutsche ReichSanl. von 1934 b¥t% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
Auölos.-Rechten .............
4*/,% Deutsche ReichSpostschatzan» Weisungen von 1934, I.......
•% ehem.8% Hess. BolkSNaat 1929 (rückzahlb. 102%)............
4%% ehem. Hessische Landesbank Darmstadt Gold R. 12........
IH% ehem. Hess. LandeSHypo» thekenbank Darmstadt Lioui ...
4H% ehem. 8% Darmst. Komm.
Landetb.Goldschuldverlchr. R. 6 Oberhessen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten ...........
Deutsche Komm. Eammelabl. An.
leihe Serie 1 mit Aullos.-Rechten
4K% ehemH% Franks. Hyp.-Bank
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935
IH% ehem. 4y,% Yranks. Hyp.- Bmrk-Liqu.-Psandvriese.......
6%% ehem. 4yt% Rheinische
Hyp.-Bank-Ltqu.-Goldpfe
4%% ehem. 8% Pr. LandeSpsand- briesanstalt, Psandbriese 8t 19
4%% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briesanst., Gold Komm. Cbl.VI
Steuergutich. Verrechnung»!. 85-89
Frankfurt 0. M
Serlin
Schluß- kurö
Schluß!. Abendbörse
Schluß- lurS
Gchlußk. Mittag- börse
Datum
23 7
24-7
23.7
24 7
4% desgl. Serie II .........
_
5% Ruman. vereinh. Rente v. 1903
_
6,5
4/,%Rumän.vereinh.Nentev.i9i3
9,25
9,13
9 13
8,75
4% Rumänische vereinh. Rente ..
2 ¥*% Anatolier ..............
5,4 39,75
5J3
39,9
5'35
39,75
5,05
40
Frankfutt a. M.
-Berlin
Schluß- kurö
Schluß». Abend- börie
Schluß« turS
Schlußk. Mittag- börse
Datum
23.7
24 7
23 7
24-7
ManSselder Bergbau ..
....... 1
116,5
111,5
116,5
110,5
KokSwerke ...........
.......6
121,75
121,9
Phönix Bergbau......
.......0
--
Rheinische Braunkohle«
.....12
221,5
222
221,5
221,5
Rheinstabl ...........
.....8'/,
113.5
113,25
114,13
114
Bereinigte Stahlwerke.
.......0
86,9
87,13
87
87
Otavi Minen ........
.......Oi 18
18,25
18,4
18,25
Kaliwerke Aschersleben.
.......5
131
132,5
131,25
132
Kaliwerke Westeregeln . Kaliwerke Salzdetfurth
.......5
130
130,75
130
130,65
.....IV»
1 197
197
198
198
Amtliche Dotierung
Amtliche
Dotierung
Geld |
Dries
Geld
1 Dries
0,668
> 0,672
0,663
0,667
41,885
41,965
41,885
41,965
0,139
0,141
0,139
0,141
3,047
3,053
3,047
3,053
54,98
55,10
54,93
55,03
46,935
47,035
46,90
47,00
12,315
12,345
12,30
12,33
5,43
5,44
5,425
5,435
16,42
16,46
16,405
16,445
168,03
168,37
167,26
167,60
20,41
20,45
20,41
20,45
0,724
0,726
0,724
0,726
5,684
5,696
5,684
5,696
61,90
62,02
61,82
61,94
48,95
49,05
48,95
49,05
11,165
11,185
11,155
11,175
63,49
63,61
63,42
63,54
80,92
81,08
80,92
81,08
34,07
34,13
33,99
34,05
10,30
10,32
10,30
10,32
2,487
2,491
2,482
2,486
Reichsbank ................
A.E.G.....................
Bekula....................
Serlin, 24 Juli
Geld
BrM ,
Amerikanische Not«..............
2,434 41,72 54,87
12,265 16,355 166,85
18,96 61,61
63,20
80,69 33,63
2,454 41,88 55,09
12,305 16,415 167,51
19,04 6L85
63,46 87,01
33,77
Belgische Noten................”
Dänische Noten ................
Englische Noten .................
Französische Noten...............
Holländische Noten...............
Italienische Noten.............T11
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, * 100 Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Note»...............
Schweizer Noten.................
Spanische Noten ............,
Uoa-rilch- «otr» ................


