Einzelbild herunterladen

Freitag, 2b.)uli 1935

1tid)ffeftfeier der Baugenossenschaft 1894.

Die Gießener Baugenossenschaft veranstaltete am Mittwoch wir berichteten gestern darüber ein Richtfest. Für ein stattliches Wohnhaus an der Ecke Aulweg und Am Riegelpfad war der Dachstuhl fertiggestellt worden. Mitglieder der Bauaenossen» schäft, Bauunternehmer, Architekt und alle Arbeiter, die am Bau beschäftigt waren, nahmen an der Feier teil. Unser Bild zeigt den Abmarsch zum Festlokal, im Hintergrund der Neubau. (Aufnahme: Neuner, Gießener Anzeiger.)

Ur. 172 Zweiter Matt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberheffen)

Oer Reichswettkampf -er GA.

ist der gewaltige Auftakt zu einer neuen Mission.

Start zum 100-Meter-Lauf. Links Standartenführer Lutter, Gießen.

W

IgteÄ W WW

< W - '

X ... ;z * ,</; z

C<X- ÄvWW®ck

*

V,V' ------

Von der SA.-Brigade 147/Oberhessen wird uns geschrieben:

Nicht nur bei der SA. in ihrer Gesamtheit, son­dern auch bei dem größten Teil der Volksgenossen steht zurzeit der Reichswettkampf der SA. im Brennpunkt des Interesses; denn der SA.-Mann weiß es, und der Volksgenossen fühlt es:

Der Reichswellkampf der SA. ist der gewaltige Auftakt zu einer neuen Mission!

Schon sehe ich beim Lesen dieser Zeilen manchen Spieler erstaunt den Kopf schütteln und ich höre im Geiste seine angsterfüllte Frage:Was haben die denn nun wieder vor?" Er fürchtet wieder einmal, aus seiner satten Beschaulichkeit aufge­rüttelt zu werden, schon denkt er mit Schrecken an den dröhnenden Schritt marschierender Ko­lonnen, die ihm, womöglich noch morgens um 5 Uhr, aus seinem, nach des Tages Lasten und Mühen wohlverdienten, Schlummer hochfahren

lassen. Und dann denkt er auch an das Ge­klapper von Sammelbüchsen und schon schimpft er innerlich: Schon wieder einmal, wo ich doch schon so viel geopfert habe.

So stellt der Spießer seine Betrachtungen an und ist auf das Schlimmste gefaßt; denn so sieht er die neue Mission der SA. Wir nehmen ihm solche Gedanken nicht übel; denn wir wissen, er kann uns, die wie alle in einer ganz anderen Welt leben, doch nicht verstehen. Was weiß er denn von der Hingabe und Opferfreudigkeit jener Männer, die unter ständigem Einsatz ihres Lebens für das Dritte Reich kämpfen, die bereit waren und stets bereit sind, wenn es die Pflicht erfordert, das Höchste der menschlichen Güler, das Leben, für eine Idee hinzugeben.

Zn früheren Jahren nannte man uns Fanatiker und glaubte uns damit zu beschimpfen. Wir aber waren stolz auf diese Bezeichnung und sind es auch

heute noch. Es ist schon lange her, daß wir das heilige Tuch der roten Fahne mit dem schwarzen Kreuz im weißen Feld berührten und die Eides­formel nachsprachen, aber wir werden diese Stunde nie vergessen. Wir haben mit diesem Schwur schon in jungen Jahren das Leben der sorglos-fröhlichen Jugend und der persönlichen Freiheit aufgegeben, um uns einem Manne und der von ihm geschaffe­nen Idee zu verschreiben. Und heute wissen wir, daß es für einen Menschen nichts schöneres geben kann, als das Ergriffensein von einer großen heiligen Sache und ihr zu die­nen mit der Aufopferung und Hingabe des gan­zen Seins; denn wir alle, die wir damals in jahre­langem, zähem Ringen den Kampf gegen Verrat, Lüge und Dummheit führten, haben erst in dieser Zeit die Idee in ihren tiefsten Tiefen kennen und lieben gelernt. Und jeden Tag hatten wir damals Gelegenheit, uns für diese Idee einzusetzen. So marschierten wir ins Dritte Reich mit der Ge­wißheit, daß mit der Stunde des Sieges für uns der schwerste Kampf beginnen würde, und wir SA.-Männer erneuerten in jener feierlichen Stunde des 30. Januar vor uns selbst den ewigen von uns geleisteten Schwur, der da lautet:

Ich diene und opfere; denn wir alle wollten nur Diener der Idee sein und bleiben und sonst nichts.

Wie jeder Sturmabend, jeder Ausmarsch, wie jede sportliche und weltanschauliche Ausbildung, so ist auch der vom Führer befohlene R e i ch s wett- k a m p f der S A. einDienen", das mit dazu beitragen soll, aus den Dielzuoielen einen Kern herauszuschälen, von dem dann aber jeder einzelne willens ist, immer ein selbstloser Diener der großen Idee Baumeister der Zukunft zu sein!

Baumei st er der Zukunft? Jawohl; denn der Führer ist nicht gewillt, bei dem Erreichten lange zu verweilen, sondern er wird immer und immer weiter schaffen und arbeiten zu Deutschlands Ehre und Freiheit. Wohl ist schon Ungeheures ge­schaffen worden, aber noch große Aufgaben harren der Lösung durch den Führer, und wir, seine SA.- Männer, stehen bereit und harren der Befehle.

3m Reichswettkampf sollen die abgestumpften Waffen wieder geschärft und neu geschmiedet werden. Die seelischen, körperlichen und geistigen Kräfte sollen wachgehallen werden, um dann eines Tages zum Einsatz zu kommen.

Schon die Teilung dieses Wettkampfes in die sieben großen Leistungsgruppen: weltanschauliche Prüfung, Leibesübungen, Querfeldeinlauf, 10-Kilo- meter-Marsch, Propagandafahrt, Einsatzübung und KK.-Schießen, läßt erkennen, daß der Führer durch diese Vereinigung des Kämpferischen mit der Pflege der Idee in noch stärkerem Maße als wie seither

die SA. zu einer Truppe erziehen will, auf die er sich in aller Zukunft am meisten verlassen kann.

Gerade die im Reichswettkampf befohlenen Prü­fungen auf körperlich geiftig feelifchem Gebiet zeigen, wie sehr die sittliche Ertüchtigung und Erziehung des Eharakters und der Persönlich­keit in den Vordergrund gestellt wird, durch die im Laufe der Zeiten in der 52L jener neue deutsche Mensch geformt wird, der dann die Er­füllung feiner geschichtlichen Mission beginnt, der das Schicksal seines Volkes mit gestalten hilft, der als politfcher Soldat feine Sendung auf dieser Erde restlos erfüllt.

D

II!

V

Massenstart zum 3000-Meter-Lauf. (Aufnahmen |2): Photo-Pfaff, Gießen.)

Japanische Pralinen.

Wirtschaftspolitik einer Konfektschachtel.

Mandschurischer Brief von Hans Tröbst.

Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten!

D a i r e n, im Juli 1935.

Andere Leute essen auch gern Konfekt ... also habe auch ich mir heute Morgen im japani­schen Warenhaus Ki-Ku-Pa Bitte 1. Stock! 2 Gang rechts! 3. Abteilung! einen Kasten Likörkonfekt gekauft. Diese Kästen frisch aus Japan via Dairen in Mandschukuo angekommen waren in der Lebensmittelabteilung zu einem Berg, genauer zu einer ArtBlock" von etwa 2 mal 2 mal 1,50 Meter ackfgestapelt, dessen Likörmasse ich auf 100 Liter oder mehr schätze.

Ich wählte den Kasten am weitesten rechts-hinten- oben: ein hübsches Kistchen, auf dessen buntem Deckel sich reizende Rokoko-Damen mit ihren Kava­lieren beim Mondschein am Ufer eines Flusses er­gingen und sich die Zeit mit Konfektessen vertrieben. Natürlich: Marke Ki-Ku-Pa ... Pralinen mit Likör­füllung.

Fräulein Pfirsichbaum Abteilung Konfekt nahm mir dann das Kistchen milde lächelnd ab, wickelte die Schachtel in braunes, mit wunderhüb­schen Mustern bedecktes Packpapier ein und ver­

schnürte das Ganze mit einer breiten, dreifarbigen Schnur. Aber nicht, wie man das bei uns macht: so ... Strick aus der Rolle gerißen . . ruck-zuck ... einmal lang ... einmal quer gezogen, Schleife dran und ferttg nein! Das kleine Fräulein Pfirsich­baum. packte das Paketchen sorgfältig wie ein Ju­welenkästchen ein, zog die Bänder dekorativüber Eck" und verklebte den unvermeidlichen, aber un­ästhetischen Knoten mit einem bunten Etikett. Dann betrachtete sie das kleine Meisterwerk der Ver­packungskunst noch einmal von allen Seiten, machte mir eine tiefe Verbeugung, lächelte wie derMond in seiner Fülle" und verschwand lautlos wie sie auf­getaucht im Meer der Schokolade.

Zu Hause angekommen, öffnete ich trotz meiner Verfressenheit das Kistchen mit der gleichen behut­samen Liebe und Sorgfalt, wie es mit noch größe­rer Liebe vom kleinen Fräulein Pfirsichbaum ver­schlossen worden war: vorsichtig entfernte ich zu­nächst das leuchtende Siegel und verleibte es mei­ner Ettkettensammlung ein, die schon heute das Ent­zücken aller berufsmäßigen Graphiker bildet. Auch das bunte dreifarbene Band war zu schade, um in

London um Mitternacht.

Don Wilmont Haacke.

London wird früher müde und geht eher zu Bett als andere Weltstädte. Nach zwölf ist man auf den Londoner Sttaßen einsam, fast allein. Während auf dem Kontinent die breiten Dämme und die bunten Boulevards noch von allerlei Leuten er­füllt sind, die den Tag erst loben, wenn der nächste beginnt, ist man hier verlassen wie ein Schau­spieler, der zum Monolog auf einer rasch verdun­kelten Bühne ansetzt.

Der Wald der Lichtreklamen im Theaterviertel um den Leicester Square verlischt schon, ehe von der Themse herauf, von Westminster her, die Glocken den nächsten Kalendertag mit zwölf feier­lichen Glockenschlägen.einläuten. Die Portiers der ungezählten Kinos um Shaftsbury Avenue krem­peln natürlich nur bildlich gesprochen die Aermel mit den breiten Admiralsstreifen auf und lassen die Gitter vor die Prunkeingänge rollen. Ein wenig später wird das Licht ausgepustet, d. h. irgendwo im Haus dreht ein Mann am Schalt­brett, draußen flackern die Neonröhren noch ein paarmal schon vor zwölf zieht London den schwarzen Nachtmantel an.

Die Herren, die auch zum unwichtigsten Theater­stück im kleinsten Schauspielhaus wenigstens im Smoking erscheinen, um ihn dort aus Bequemlich­keit doch unterm Mantel zu halten wozu dann? fragt der Kontinentale, haben ihre Damen, die häufig in großer und recht kühler Abendtoilette über die Straße rauschen, längst wieder in die Untergrund, die Busse, die Taxen oder auch in den Rolls Royce verpackt.

Der Westen liegt im Dunkeln. Auf Piccadilly haben noch ein paar Hotels Licht am Eingang. In Regentstreet legen selbst die teuersten Läden keinen Wert mehr darauf, ihre Schätze im elektrischen Lichte zu zeigen. Am Oxford-Zirkus trotteln nach zwölf noch ein paar recht schlafmützige Omnibusse durch die Nacht. Die Tauben oom Trafalgar Square, richtige Großstädter mit sehr verwöhntem Geschmack übrigens, nisten in den Bauvorsprüngen und Säulen der 'Nationalgalerie und schlafen dort von 12 bis 6 Uhr recht ungestört.

Es gibt kein Nachtleben wäre zuviel gesagt. Zwar schließt jeder öffentliche Tanz spätestens um

zwölf, zwar geht man in den guten Klubs gegen elf schon ohne besonderen Lärm nach Hause aber, ein kleines Aber kann man schon einwerfen.

In Soho ist noch Betrieb. In kleinen Lokalen mit meist französischen oder italienischen Namen hockt man beieinander, rührt in den Tassen, zieht gelangweilt an der Zigarette (es ist nämlich wirk­lich langweilig!), spielt ein bißchen Kontinent. Aus dem Cafe royale kommt ein Teil der Boheme her­über, die hier ihren Klatsch und gelegentlich auch den schöpferischen Schlaf mit offenen Augen weiter­träumt. Nichts los in London nach Mitternacht!

Manchmal kann es einem allerdings passieren, daß man, wenn man aus Neugier einmal nicht über die leeren, breiten Straßen, über New Oxford Street nach Hause treibt, sondern seitlicher ins Dunkel der Gäßchen tappt, plötzlich in einem ver­gessenen Winkel hinter Long Acre und St. Mar­tins Lane zwischen hohen, schwarzen Speichern Tanzmusik vernimmt. Man schaut sich um, glaubt nicht recht an die Rhythmen, die da aus einepi un­bekannten Himmel kommen, und bemerkt schließ­lich unter dem Dach eines totgeglaubten Handels­hauses ein paar Fensterscheiben voll Licht. Irgend­wo lehnt eine offene Tür.Der kühne Detektiv, den wagehalsigen Reporter mit schußbereitem Re­volver hinter sich..." würde jetzt bei Wallace stehen,öffnete vorsichtig und erblickte..." Man erblickt ein harmloses Schild mit einem Pfeil:The Minerva Club. Man kann ganz beruhigt sein. Man darf auch neidisch sein, denn wäre man jetzt Klubmitglied, so bekäme man trotz des Morgen­grauens einen guten Schluck mit, wie Kenner sagen:was zu trinken drin!"

Im Bankenviertel ist alles ganz tot. Eine ver­lassene Stadt von Palästen mit dunklen Fenstern, in deren leeren Straßen das Echo der einsamen Schritte lange nachhallt. Sie erwartet keinen Be­such mehr, nicht einmal Einbrecher. Kassabücher, die leicht zu erbeuten wären, sind keine geeignete Ein­nahmequelle für die gentlemen, die diesem Beruf nachgehen. Die wahren Schätze des reichen Landes liegen im tiefen Keller und in den sichersten Tresors der Welt.

Im Osten, in Whitechapel, ist ein nächtlicher Spaziergang vielleicht nicht ganz gefahrlos. Die dreihundert Schutzmänner, gutmütige, zwei Meter lange Bobbies, denen man in einer Stunde be­

gegnet, laufen doch schließlich nicht umsonst durch das Gewirr der Gassen, das zu den Docks hin­unterleitet.

Die Stille ist unheimlich. Immer geht jemand hinter dir her, doch schaust du dich um, so ist es nur ein Bobby, der dich unauffällig nach Mög­lichkeit soll es der Fremde, als den sie dich rasch unter einer Laterne erkannt haben, gar nicht mer­ken in die Nähe seines nächsten Kameraden bringt. In den Toren der Höfe, schon nahe der Themse, stehen verspätete Liebespaare. Es ist so dunkel, daß man sie gar nicht bemerken würde; damit man aber ja nicht erschreckt, signalisieren sie. ihre Anwesenheit schon von weitem durch lautes Husten oder sie lassen ein Streichholz aufflammen, um eine Zigarette anzuzünden, während man weiterwandert.

Nur im Zeitungsviertel ist noch ein wenig Lärm...

Ehestreit".

Lichtspielhaus, Bahnhofstraße.

Das ist ein echt oberbayrisches Gericht mit allen lustigen Zutaten, viel Bier, schlagfertigen Schnadahüpfeln und derbem Humor, nach einem Bühnenstück von I. Pohl von L i p p l und F o r st e r sehr ulkig für den Film angerichtet. Erika oon Thellmann als prüde Kromerswitwe und scheinheiliger Sittlichkeitsapostel spielt auch hier die Hauptrolle. Sie macht das ganze Weibervolk des Dorfes rebellisch gegen die neue blitzsaubere Kell­nerin, die alle Mannsleut wie ein Magnet ins Wirtshaus zieht. Die Weiber verschwören sich, die Herren der Schöpfung von der ehelichen Kammer auszusperren, wenn sie von langer Wirtshaussitzung heimkommen. Das glückt zwar in den meisten Fällen, aber unter Führung des resoluten Bürger- meisters wird der von der falschen Kramerswitwe organisierte Ehestreit schnell und gründlich gebro- chen, als man den Frauen vor Augen führen kann, daß die fromme Witwe zwar ihre Geschlechts­genossinnen zum Ehestreik aufgeputscht hat, selber aberSchwarzarbeit" geleistet hat. Da zudem die Kellnerin und der Wirt noch am gleichen Tage ein Paar werden, ist der Stein des Anstoßes be­seitigt und wieder Einigkeit und Frohsinn in das Dorf zurückgekehrt. Eine fesche Kellnerin ist Trude

Marlen, Paul Richter der eifersüchtige Wirt. Der mit allen Wassern gewaschene Wurzelhans, der allen Mädchen nachsteigt und schließlich wohl oder übel bei der Kramerswitwe hängen geblieben ist: Oskar Sima. Ein prächtiges Burgermeisterspaar wie aus bayerischem Holz geschnitzt Hermann Er- Hardt und Heli Finkenzeller. Eine Kabinett­figur macht Theodor Danegger aus dem alten Pantoffelhelden Bartl. Eine rechte Dorfkomödie, derb und behaglich. Wer herzhaft lachen will, muß sie sich ansehen. Im Beiprogramm hört man in einen lustigen Rahmen gespannte Ausschnitte aus Millöckers OperDer Bettelstudent" und sieht gut gelungene Aufnahmen aus dem Leben unseres heimischen Wildes. Zumal die sehr scheuen Trappen, ein großer Laufvogel der ostdeutschen Ebene, und die nicht minder scheuen Birkhühner bei Balz und Morgenandacht" sind neben Reh, Fasan, Fuchs und Dachs mit großem Geschick für die Leinwand eingefangen worden. e

Oie Tauben von Wallstreet.

Genau so, wie jede größere europäische Haupt­stadt ihreMarkusplatz"-Tauben hat, besitzt auch die Neue Welt ihre geflügelten Lieblinge, die sich ebenso zutraulich wie in Venedig, Berlin und München füttern lassen und zu neckischen Bildauf­nahmen Anlaß geben. Nur sind die Neuyorker Tauben viel vornehmer als die in den europäischen Hauptstädten. Sie wohnen meistens im dreißigsten, vierzigsten oder fünfzigsten Stockwerk und holen sich ihr Futter in schwindelnder Höhe von den zahl­losen jungen Mädchen, die in Wallstreet auf der Schreibmaschine klappern und Telegramme ihrer Chefs aufnehmen. Nun kamen aber den Eigen­tümern der Wolkenkratzer die Bedenken, daß die Tauben nicht gerade zur Sauberhaltung der Haus- wände beitragen, und es wurde kurzerhand jedes Füttern der Tauben verboten. Es fanden sich auch sofort Presseleute, die sich um das Schicksal der plötzlich außer Kost gesetzten Vögel kümmerten. Sie setzten aber keineswegs sentimentale Klageartikel in ihre Zeitungen, sondern berichteten trocken, daß die Tauben durch die gute Pflege so fett geworden seien, daß man ihnen ein paar magere Jahre zum Besten ihrer Gesundheit nur wünschen könne...