Kür den Büchertisch.
Deutsche Kunst.
— Kunst und Rasse. Don Prof. Dr. Paul Schultze-Naumburg, Leiter der staatlichen Schule für Baukunst in Weimar. Zweite vermehrte Auflage mit 168 Abb. Geh. 5,50 Mk., Lwd. 7,— Mark. 3. F. Lehmanns Verlag, München. — (87) — Schultze-Naumburg weist an Hand zahlreicher Bildgegenüberstellungen die rassische Bedingtheit jeglichen künstlerischen Schaffens überzeugend nach. Die wesentlich veränderte und bis zu den neuen Problemen künstlerischer Gestaltung fortgesetzte zweite Auflage des 1928 zuerst erschienenen Buches zeigt den Weg zur Erfassung des wahren Wertes eines Kunstwerkes. Der Verfasser gibt gleichsam eine neue Art der Kunstbetrachtung. Seine Ausführungen sind für den Kunstfreund ebenso wichtig wie für den Kunstschaffenden. Er bringt beide wieder in jenes gegenseitige persönliche Verhältnis, das für eine schöpferische und volksgebundene Kunst immer Voraussetzung sein wird.
— Landschaften Deutscher Romantiker. 10 farbige Tafeln und 6 Textabbildungen. Eingeleitet von Prof. Dr. A. E. B r i n ck m a n n. „Die Silbernen Bücher", Band 4, RM. 2,80. Verlag Woldemar Klein, Berlin. — (94.) — Der gut ausgestattete, schlanke Band besticht durch die große Mannigfaltigkeit der Blätter, die ein beredtes Zeugnis für den künstlerischen Reichtum der Epoche ablegen. Da es sich hier durchweg um Aquarelle (u. a. von Caspar David Friedrich, Fohr, Blechen, Richter, I. A. Koch, Carus und Lessing) handelt, weisen die Blätter vielfach eine größere Frische und Unmittelbarkeit auf, als es im allgemeinen in den Gemälden dieser Meister der Fall ist. Hier wird dem Leser und Beschauer zum Bewußtsein gebracht, welche malerischen Fähigkeiten und welch tiefe Naturbeobachtung die Meister der Romantik besessen haben. Der Text des Berliner Kunsthistorikers Professor Dr. A. E. Brinckmann ist nicht ein allgemeines und unverbindliches Geplauder über Romantik, sondern eine knappe aber sehr konzentrierte, tief eindringende Studie in den Geist der Klassik und Romantik; die Probleme werden scharf formuliert und mit der geistigen Situation der Zeit in Verbindung gebracht.
Deutsche Erzähler.
— Karl Jmmermann: Der Karneval und die Somnambule. Aus den Memoiren eines Unbedeutenden. 84 Seiten. Weberschriftchen- Bücherei, Verlagsbuchhandlung I. I. Weber in Leipzig. — (79) — Die Neuausgabe dieser Novelle, die von Goethe und von der Romantik her beeinflußt wurde, ist nicht nur eine originelle Ausgrabung, sondern vermittelt auch eine spannende Lektüre, die den Leser schon stofflich fesseln dürfte, im übrigen aber nicht nur literarhistorisch, sondern auch kulturgeschichtlich interessante Aufschlüsse gibt.
— Paul Keller: D i e Heimat. Roman aus den schlesischen Bergen. Volksausgabe. 207. Tausend. Ganzleinen RM. 2,85. Bergstadtverlag, Breslau. — (133) — In höchster Dramatik entfaltet sich hier die Erzählungskunft Paul Kellers. Wie fast alle seine Romane, so spielt auch dieser in Schlesien und zwar in der Heimat des Dichters, im Waldenburger Bergland. Der Roman erzählt die Schicksale eines schlesische Bauernsohnes, der mit seiner Familie im Kampf um das väterliche Gut von schweren Prüfungen heimgesucht wird und schließlich zu der Erkenntnis kommt, daß, „Heimat Friede ist". Daß wir in der Erzählung etwas von den ewigen Kräften der deutschen Erde spüren, ist das Schönste an diesem Roman Paul Kellers.
— Oskar Gluth: Dieter und Yvonne. Roman aus den Vogesen. 269 Seiten. Leinen 4 Mk. Im Verlag Ullstein, Berlin. — (194) — Das ist eine Liebesgeschichte, die mitten im Kriege, spielt. Es handelt sich um die schicksalhafte Begegnung eines jungen deutschen Offiziers und einer jungen Lothringerin in einem Vogesendorf, nahe bei der Front. Das Ganze ist in die Form einer Rahmenerzählung gekleidet, was u. E. nicht notwendig war und nur vom Kern der Fabel ablenkt; diese Fabel selbst wirkt ohne Zweifel romanhaft und romantisch auf den unbefangenen Leser und besonders auf den Frontsoldaten, der sich natürlich das alles zunächst in seiner eigenen Stellung oder seinem eigenen Ruhequartier vorstellt und wahrscheinlich erst mal den Kopf schüttelt; aber es soll durchaus nicht bestritten werden, daß dergleichen hier und da vorgekommen seien, und überdies geht es ja hier nicht um einen Tatsachenbericht, sondern eben um einen Roman. Und man muß hinzufugen, daß er sauber und gepflegt geschrieben ist, daß er einen menschlich echten Konflikt behandelt, und daß er den Leser zur wirklichen Anteilnahme an der reinen Leidenschaft und dem traurigen Schicksal des jungen Liebespaares im Kriege zu bewegen versteht. —y—
— Werner Beumelburg: Erlebnis am Meer. Mit 14 Federzeichnungen und farbigem Einband von Ilse S ch ü l e. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg i. O./ Berlin. Gebunden RM. 2,10. —(155)— Es ist eine einfache Erzählung, ihr Ende ist ernst. Es sind Vorgänge eines ganz jungen Lebens dargestellt, und in der Verhaltenheit ihres Ablaufs entwickeln sich Ahnung und fast schon Erkenntnis von tieferen Dingen, die das Leben der Erwachsenen erfüllen, also daß sie miteinander in die Verstrickungen und Verwirrungen des Schicksals geraten. Dem jungen Menschen aber ist geboten, sich mit ihnen auseinanderzusetzen und die Bestimmung zu erfüllen, die ihm selbst später jene Härte und Haltung schenken wird, deren er zur Bildung des Charakters und zur Meisterung des Lebens bedarf. Beumelburg zeigt hier jene Form der Darstellung, die aus dem Innern heraus die äußeren Vorgänge entwickelt, so daß beides, Innerliches und Aeußerliches, zu einer Einheit eingeschmolzen wird.
— Martin Beheim-Schwarzbach: Die Todestrommel. Novelle. Reclams Unioerfal- Bibliothek Nr. 7306. Geheftet 35 Pf., gebunden 75 Pf., Ganzleinen 1 Mark. — (169) — Martin Beheim-Schwarzbach wählt fich 3um Schauplatz seiner Novelle die bunte Welt des Hamburger „Dow". Das Erregende dieser großen Budenstadt mit ihren echten und falschen Sensationen aller Art teilt sich dem fieberhaften Gange dieser Erzählung mit. Ein Spiel zwischen Artisten, hart am Rande des Todes, jagt in huschenden Bildern dahin. Mit großer Eindringlichkeit und Bildkraft ist diese unwirkliche, täuschende Atmosphäre eingefangen.
— Heinrich Zillich: Die Reinerbach- mühle. Eine Erzählung aus Siebenbürgen. Mit einem autobiographischen Nachwort. Reclams Uni- verfal-Bibliothek Nr. 7304. Geheftet 35 Pf., gebun- den 75 Pf., Ganzleinen 1 Mark. — (167) — Der Siebenbürger Dichter Heinrich Zillick hat schon mehrfach durch seine kraftvollen und booenwüchsigen
Erzählungen auch im Reich Aufmerksamkeit erregt. Eine besonders gelungene Leistung ist seine Erzählung „Die Reinerbachmühle". Auf altem Siebenbürger Grund lebt ein wunderlicher Hagestolz, der Erbe vieler Geschlechter von Stadtrichtern und Bürgermeistern. Siebenbürgen ist nach dem Weltkrieg an Rumänien gefallen, die neuen Besitzer suchen durch eine sogenannte „Agrarreform" den Boden ihrer einstigen Herren, der Siebenbürger Sachsen, an sich zu bringen, und unter den Opfern befindet sich auch der alte Sonderling. Wie nun trotz dieser Bedrückung auf dem alten Grunde neues deutsches Leben aufbricht, wie die Reinerbachmühle von jungen Armen wieder in Gang gebracht wird, das ist in einer naturechten Sprache erzählt, die uns Siebenbürgern mit seiner ganzen Atmosphäre und seinem reizvollen Völkergemisch nahebringt.
— Walter Vollmer: Die Schenke zur ewigen Liebe. Roman. Broschiert 3 Mark, Ganzleinen 4 Mark. Propyläen-Verlag, Berlin. — (202) — Mit dem vorliegenden Roman „Die Schenke zur ewigen Liebe" von Walter Vollmer,
stellt der Propyleän-Derlag, Berlin, einen der wesentlichsten Dichter der jungen Generation vor, auf den wir unsere Leser mit Nachdruck Hinweisen möchten. In diesem Roman ist die eigenartige Welt des westfälischen Kohlengrubengebiets dargestellt worden. Wilm, ein Kumpel auf einer Zeche bei Dortmund, wird von seinem Vater, den eine Vision erschreckt hat, aus der Grube genommen und aufs Dorf geschickt, damit er dem geahnten Unheil entgeht. Wilm heiratet die Kastellanstochter Dörte und kauft von der Mitgift ein Dorfgasthaus, dem er den Namen „Schenke zur ewigen Liebe" gibt. Mit Hilfe seiner früheren Arbeitskameraden, die prachtvolle Kerle sind, bringt er die Schenke in die Höhe. Das Leben packt die beiden, Mann und Frau, hart an, aber ihre Liebe überwindet alle Schicksalsschläge. — Das Buch ist tfiit einem so starken Wohlwollen für das Geschick auch der nebensächlichsten Figuren geschrieben, daß es im Leser das Gefühl der Wärme und der Verbundenheit mit diesem kleinen Kreise einfacher und gradherziger Menschen hinterläßt.
Gesundheitspflege und Heilkunde.
— Die Kneippkur — d i e Kur der Erol g e. 3. erweiterte Auflage. 35. Tausend. Mit 32 Bildtafeln. Verlag Knorr & Hirth, München. Geh. 5,90 RM., in Leinen 7,50 RM. — (195) — Durch die Mannigfaltigkeit und Milde seiner Anwendungen teilt die Kneippkur ein so universelles Heilmittel )ar, wie es in der Geschichte der Heilverfahren kaum ein zweites gibt. Dabei sucht die Kneippkur nur mit einfachen, unschädlichen und natürlichen Mitteln auf den ganzen Körper einzuwirken. Die Neuauflage ist erweitert und ergänzt. Neu eingefügt wurden z. B. die Kapitel „Gesundheitspflege des täglichen Lebens", „Massage und Gymnastik", „Wasserkur und Schönheitspflege". Dem für die häusliche Krankenpflege so wichtigen Kapitel „Bis der Arzt kommt" ist ein ausführliches alphabetisches Sachregister angefügt. Dadurch ist das Buch ein Ratgeber für die Familie in gesunden und kranken Tagen!
— Die Frau. Ein neuzeitliches Gesundheitsbuch von Dr. Hermann Paull, Stadtobermedizinalrat in Karlsruhe. Mit zahlreichen Abbildungen. 224 Seiten. Kartoniert 3,60 RM., Halbleinen 4,50 RM., Ganzleinen 5,40 RM. 162. bis 166. Tausend. Verlag von Strecker und Schröder, Stuttgart. — (197) — Das Buch liegt in ganz neuer Bearbeitung vor. Die Vererbungslehre ist auf den gegenwärtigen Stand der Forschung gebracht. Ein neu hinzugefügter Abschnitt bespricht in anschaulicher Weise die Gattenwahl unter Klarlegung der neuzeitlichen Begriffe Erbgesundheit und Erbkrankheit. Ein anderes ebenfalls neues Kapitel „Der geheiligte Mutterschoß" läßt erkennen, welch hohe Meinung der Verfasser vom weiblichen Geschlecht und von der biologischen Aufgabe der Frau hat. Das Buch führt die Frau nicht nur zu ihrem Beruf als Mutter, sondern es begleitet sie durch alle ihr gestellten Lebensaufgaben als Jungfrau, Gattin, Hausfrau, Erzieherin. Auch die Sportbetätigung findet neuzeitliche Berücksichtigung.
— Nicht mehr herzkrank! Verhütung und Naturheilbehandlung von Herz- und Gefäßkrankheiten. Von Chefarzt Dr. meb. Keller- Hoerschelmann. Mit vielen Abbildungen. RM. 2,40. Falken-Verlag, Berlin-Lichterfelde. —(153) —
Der Verfasser schildert Bau und Arbeitsleistung des gesunden Herzens, unterstützt durch gute Bilder, anschließend die zahlreichen Erscheinungsformen der Herzkrankheiten. Besonders interessant ist die Darstellung der Heilbehandlung, die der Verfasser empfiehlt und wobei er aus langer spezialärztlicher Erfahrung eigene Wege geht. Chemische Arzneien lehnt er fast ganz ab; an deren Stelle setzt er erprobte, natürliche Heilmittel, die er genau schildert und die eine Dauerheilung versprechen, wenn sie sinnvolle Anwendung finden.
— Heinrich Nelson: „Werde alt — bleibe jung". Mit einer Tafel zu den Uebun- gen des Nelson-Systems. Geheftet 2,40 RM. Verlag Scherl, Berlin. — (121) — Bringe Körper und Seele in den nötigen Gleichklang, behandle beide gut, damit sie frisch bleiben und dir Freude im Dasein geben. Professor Nelson, der dieses Buch geschrieben hat, ist kein Gesundheitsfex, er predigt nicht mit erhobenem Zeigefinger. Aber er versteht, amüsant darzustellen. Es ist zum Teil uralte Weisheit, neu durchdacht, zum Teil Ergebnis der modernen ärztlichen Forschungen, was er dir zu sagen hat. Schaffe dir gute Gewohnheiten, lebe vernünftig, ohne ein Asket zu sein. Nelson hat auch ein eigenes Turnsystem ausgearbeitet. Eine Tafel zeigt die Hebungen.
— Gesunde Mütter — schöne Kinder. Frohe Mutterschaft durch natürliche Lebens- und Heilweise. Von Dr. med. Hans Graaz. Mit vielen Abbildungen kartoniert 1,80 -,M. Falken-Verlag, Berlin-Lichterfelde. — (160) — In schlichter Sprache wird alles gesagt, was die werdende Mutter wissen muß, um sich einer lebenstüchtigen Nachkommenschaft zu erfreuen. Ein reicher Schatz ärztlicher Erfahrungen und praktischer Ratschläge zur naturgemäßen Leitung von Schwangerschaft, Geburt und Wochenbett, Pflege, Ernährung und Erziehung des Kindes wird geboten und das Gesagte durch eine Fülle lebensroarmet Bilder ergänzt. Das Büchlein ist ein rechter Führer zu froher Mutterschaft. Da es von warmer Menschlichkeit und Herzensgüte erfüllt ist, nimmt es der jungen Frau jede unnötige Angst, stimmt sie vielmehr froh und zuversichtlich.
Neue deutsche Rechtsliteratur.
— Fritz Markull: „Der deutsche und der römische Rechtsgedanke". Preis kart. 2,60 RM., Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (190) — Ausgehend davon, daß der Unterschied zwischen deutschem und römischem Recht nicht allein durch eine rechtssystematische Gegenüberstellung dar- zustellen ist, versucht der Verfasser durch eine totale Betrachtungsweise des germanischen und römischen Wesens und der Kultur, die Grundlagen bloßzulegen, auf denen das Reckt entstand und die für die Rechtsformen von ausschlaggebender Bedeutung waren. Bei der ständigen Gegenüberstellung von römischen und deutsch-germanischen Rechtsformen tritt der unterschiedliche Charakter treffend hervor. Dabei sieht der Verfasser keinesfalls in einer billigen Vereinfachung nur alles Gute beim deutschen und alles Schlechte beim römischen Recht. Heute, da wir eine Wiedergeburt des deutschen Rechts erleben, ist es für jeden, der am öffentlichen Leben teilnimmt, von Bedeutung, den Gang der Rechtsentwicklung zu erkennen und eine klare Begriffs- und Formunterscheidung des Rechts zu beherrschen.
— Ernst Rudolf Huber: „Vom Sinn der Verfassun g." (Kieler Universitätsreden, neue Folge, Heft 4.) Kart. 1 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (116) — Professor Huber zeigt die verschiedenen Elemente in der 23er- fassungsgeschichte und legt die Grundprinzipien der sich langsam bildenden neuen Verfassung klar. Seinen Ausführungen kommt eine grundsätzliche Bedeutung zu.
— Prof. Reinhard Höhn, Heidelberg: „Rechtsgemeinschaft und Volksgemeinschaf t". Heft 14 der Sammlung „Der deutsche Staat der Gegenwart". Preis 3 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (191) — Höhn weist nach, wie die Rechtsgemeinschaft im souveränen Fürstenstaat hervortritt und wie die Nachkriegsliteratur bemüht ist, sich wieder zu dieser Rechtsgemeinschaft zurückzufinden. Diese Rechtsgemeinschaft hat nichts zu tun mit der Volksgemeinschaft, die wir heute als Prinzip unserem gesamten juristischen Denken zugrunde zu legen haben. Höhn fordert, daß man an Stelle der Rechtsgemeinschaft von konkreten Gemeinschaften auszugehen habe und weist an der neuen Gesetzgebung, vor allem am Erbhofrecht nach, zu welch anderen Ergebnissen man mit einer solchen Betrachtungsweise kommt. Er zeigt die Ansatzpunkte auf, die sich in dieser Beziehung auf dem Gebiete des Strafrechts finden und legt dar, wie eng das gesamte individualistische Persönlichkeitsdenken zusammenhängt mit der Rechtsgemeinschaft als Wertgemeinschaft.
— Hans Dolle: Bürgerliches Recht und Erbhofgesetz. Kart. 1,20 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (117) — Dem Verfasser geht es darum, die weltanschauungsmäßige und rechtspolitische Verschiedenheit von bürgerlichem Recht und Reichserbhofrecht aufzuzeigen. Er erhebt die Forderung nach einer Emanzipation des Reichserbhofgesetzes vom BGB., damit der rechte Wille des Gesetzgebers zum Wohle des Volks- ganzen durchgeführt werden kann.
— Heckel, Henkel, Walz und L a r e n z: Bericht über hie Lage und das Studium des öffentlichen Rechts. (Heft 12 der Sammlung „Der deutsche Staat der Gegenwart", herausgegeben von Staatsrat Prof. Dr. Carl Schmitt.) Kart. 2 Mark. Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (114) — Prof. D. Dr. Johannes Heckel behandelt „Staats-, Verwaltungsund Kirchenrecht im Dritten Reich". Nirgends läßt sich der Wandel des völkischen Gemeinschaftslebens so deutlich feststellen, wie gerade hier, da jeder Begriff, jede Norm in eine neue Sinnordnung eingereiht werden muß. Alle rechtswissenschaftlichen Begriffe richten sich heute auf das völkische Reich aus, das von der mit dem Staat unlöslich verbundenen Bewegung getragen wird. Prof. Dr. Heinrich Henkel erstattet Bericht über die „Neugestaltung des Rechtsstudiums auf dem Gebiete des Strafrechts.". Eine ausführliche Begründung der Verteilung der einzelnen strafrechtlichen Teilgebiete in der Studienordnung lassen die für die Erziehung des juristtschen Nachwuchses bezweckte Absicht des Gesetzgebers klar erkennen. Zugleich stellt aber Prof. Henkel auch eine neue Strafrechtslehrmethode, auf. Dabei handelt es sich vor dem Inkrafttreten des neuen Strafgesetzbuches weniger um die Wandlung im dargestellten Stoff, als hauptsächlich um die Wandlung in der Darstellung selbst. Prof. Dr. Gustav Adolf Walz tritt in seinem Bericht „Völkerrecht und Reichsjustizausbildung" dafür ein, daß das Völkerrecht wieder als volles Pflichtfach eingeführt wird. Prof. Dr. Karl Larenz wendet sich in seinem Bericht der Rechtsphilosophie zu. Ihr roirt) es zukommen, auf Fragen des Verhältnisses von völkischem Rechtsgeist und dem geschriebenen Gesetz, der Sitte und des Gewohnheitsrechts Antwort zu geben.
— Dr. Franz Wieacker : „W andlungen der Eigentumsverfassun g". Kartoniert 3 Mark. (Sammlung „Der deutsche Staat der Gegenwart" herausgegeben von Staatsrat Prof. Dr. Carl Schmitt, Heft 13) Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (137) — Es ist eine besonders wichtige Aufgabe der deutschen Rechtserneuerung, den Eigentumsbegriff, der durch das starre Pandektensystem sich am weitesten von den natürlichen Ordnungswerten der deutschen Lebenswirklichkeit entfernt hatte, einer neuen Inhalts- und Wesensbestimmung zu unterziehen. Der Eigentumsbegriff des BGB. ist bereits durch die Sozialversicherung der Kriegs- und Nachkriegsnotwirtfchaft einer wesentlichen Veränderung unterworfen gewesen. Der nationalsozialistische Staat hat ihm aber einen völlig veränderten Wertgehalt gegeben; es kommt deshalb darauf an, diese veränderten Denkformen klar herauszuarbeiten. Wieacker scheidet den Begriff des Eigentums in Grundeigentum und Fahrnis, wobei er von den verschiedenartigen Rechtswirklichkeiten, die dem Eigentumsbegriff innewohnen und die eine gerechte Lebensordnung verschieden werten und ordnen müssen, ausgeht. Dem Verfasser gelingt es, die Verwandlung, die der Gtgentumsbegriff erfahren t)at, sichtbar werden zu lassen und ihn mit dem Geiste eines neuen gemeinschaftgebundenen Rechtsdenkens zu durchdringen.
Landschast und ORetfe.
— Carl Oskar Jatho: Wanderer auf Gottes Strom. Mit zwölf Federzeichnungen von Kurt Jatho. (Die Kleine Bücherei Nr. 47.) (Albert Langen/Georg Müller, München 1935. — (98) — Ein Rheinbuch seltener Art ist dieses Tagebuch von einer Fahrt im Paddelboot hinab von Straßburg bis zur Mündung. Das lebendige Ncttur- und Landschaftsgefühl unserer Zeit spüren wir darin und ein starkes Wissen um das große rheinische Kulturerbe: Klöster und Kaiserpfalzen, die Spuren der edlen Gestalten deutscher Klassik und Romantik, die Verse Georges — und immer wieder deutsches Menschentum, sich offenbarend in der Pflege von Flur und Haus, in den Schöpfungen der Bürger- und Bauernhäuser, den Anlagen der Städte und Dörfer, den Kapellen, Kirchen und Domen den Strom hinauf und hinab. Die Schönheiten des Niederrheins, zuerst wiederentdeckt von den Düsseldorfern Malern, bekommen in diesem Büchlein ihr Denkmal nicht minder als die oberheinische Ebene und die Sagengaue des mittleren Rheintals. Kleine Zeichnungen von überraschender Anschauungskraft machen dies Büchlein zu einem rechten Geschenkbuch besonders für alle Freunde des Stromwanderns, dann aber für jeden, der die rheinischen Lande liebt.
— Herbert Cysarz: Berge über uns. Ein kleines Alpenbuch. Kart. 1,80 Mk., Leinen 2,75 Mark. Verlag Albert Langen/Georg Müller, München, 1935. — (163) — Dieses Buch, das den bekannten Prager Literarhistoriker zum Verfasser hat, erschließt eine dichterische Welt von ungewöhnlichem Charakter. Das Erlebnis der Berge, das hier feine Deutung findet, entspringt einem reifen Glauben an die schöpferischen Mächte der Welt. Freude an Mühsal und Kampf um die Bezwingung der erhabensten Gipfel, Erinnerungen an den unerhörten Krieg im Fels der Dolomiten, Dank an die Schönheit der Alpenwelt klingen aus diesem Buch. Schwer nur wird diese Schilderung der Landschaft zu übertreffen fein. In dieser Schilderung werden die Berge gleichsam zur „Waage des Schicksals". Si? verwehren dem Menschen eitlen Hochmut und vermessenen Ruhm und zwingen ihn unter ihr strenges Gesetz. Unter den Bergbüchern unserer Zeit behauptet das kleine Alpenbuch von Cysarz unzweifelhaft einen besonderen Rang.
— Bäume des deutschen Waldes. Verlagsbuchhandlung I. I. Weber, Leipzig. Preis 0,90 Mark — (80) — Aus dem 1767 erschienenen Werk des Nürnberger Waldamtmanns K. Chr. Oelhafen von und zu Schöllenbach: „Abbildung der wilden Bäume, Stauden und Buschgewächse" hat Hans Wegener in diesem neuesten Bändchen der Weberschiffchen Bücherei einige der entzückenden Stiche wieder ans Tageslicht befördert, mit denen der Kupferstecher A. W. Winterfchmidt das Werk Schöllenbachs geschmückt hatte. In ihrer farbigen, Frische und naturnahen Ursprünglichkeit sind sie kaum zu übertreffen. Kurze Erläuterungen zu den Bildern machen das Buch zu einem zuverlässigen Führer durch den deutschen Wald.
Aus deutscher Vergangenheit.
— Das Pferd des Priesters Hrafnkel. Uebertragen und mit einer Einführung versehen von Walter Baetke. 51 Seiten mit zwei Karten. Preis fort. 1,80 RM. Heft 9 der Sammlung „Bauern und Helden". Geschichten aus Alt-Island". Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg 1934. — (15) — Die Bände der von Walter Baetke herausgegebenen Sammlung stellen, mit einem leicht verständlichen, wissenschaftlichen Apparat ausgestattet, der Zeittafeln,. Ortsnamen und Wvrterklärungen enthält, für jeden an der deutschen Vorzeit Interessierten eine reiche Sammlung altgermanischer Quellen dar, die uns ein genaues Bild von den Sitten, Gebräuchen und Lebensanschauungen der Nordländer vermittelt. Für unsere Gegenwart ist die Sage vom „Pferd des Priesters Hrafnkel" besonders bedeutsam, weil sie uns einen tiefen Einblick in die Glaubenswelt des Nordens gestattet. Diese Sage spielt im 10. Jahrhundert, zu einer Zeit, da das Aufkommen des christlichen Glaubens bereits spürbar wurde. So wird hier der Zusammenbruch der germanischen Religion geschildert, und wir erkennen Einzelheiten, die dies Ereignis in seiner ganzen Bedeutung aufhellt.
— Prof. Dr. Martin Linke!: „Karl der Große und Widukind." Kart. 1,50 Mk., Hanseatische Verlagsanstalt, Hamburg. — (175) — Der vorliegenden Schrift des Kieler Historikers liegt der auf der Trierer Philologentagung gehaltene Vortrag, der seinerzeit großes Interesse erregte. Die Schrift birgt wesentliche Erkenntnisse, die uns die beiden großen Gestalten der deutschen Geschichte in einer gerechten und wohlbegründeten Auffassung nahebringt. Ihr kommt deshalb in dem gegenwärtigen Kampf um die Erkenntnis des deutschen Charakters unserer Geschichte eine hohe Bedeutung zu. Eindringlich sei noch auf die aufschlußreichen Anmerkungen hingewiesen, mit denen der Verfasser seine Darstellungen belegt.
— Dr. Johann von ßeers: Der Weg des deutschen Bauern von der Frühzeit bis zur Gegenwart. Reclams Univ.- Bibliothek Nr. 7301/2. Geh. 70 Pf., geb. 1,10 RM. — (166) — Der Kampf um Blut und Boden von der frühgermanischen Ausbreitung über die dunklen Jahrhunderte deutscher Schwäche, bis zum Ringen gegen die vernichtende Macht des Geldes und das große Werk der Bauernbefreiung durch Adolf Hitler und Walter Darre und die Bedeutung des Reichserbhofgesetzes werden anschaulich dargestellt und gewürdigt.
— Der Ruf der Erde. Deutsche Siedlung in Vergangenheit und Gegenwart. Von Prof. Karl H. Schopke, Arbeitsführer. Mit 28 Abb. (VI und 170 S.) Kart. 2,80 RM. Verlag von B. G. Teubner in Leipzig und Berlin 1935. — (141) — Der bekannte Vorkämpfer für Arbeitsdienst und Siedlung zeigt, wie in gewissen Zeitrhythmen die Germanen und späteren Deutschen mächtige Siedlungsvorstöße unternahmen, denen jedesmal innere Spannungen, wie Bodenmangel, Uebervolkerung usw., vorangingen. In eindrucksvollen Darlegungen schildert der Verfasser, wie sich die Sehnsucht des deutschen Menschen nach dem Boden äußert Im Wiedererwachen des deutschen Bauerntums, in Arbeitsdienst und Landhilfe, die den Boden urbar und fruchtbar machen, in den Bestrebungen des Heimat- und Naturschutzes. Das Buch ist mit eindringlichen Zeichnungen versehen, die zum Teil in neuer Darstellungsweise die verheerenden Folgen der Bodenentfremdung und die segensreichen der Wiederverbindung mit dem Boden veranschaulichen.


