Sonderzug zu dem Motorradrennen nach Schollen am 21. Juli.
Unter der Voraussetzung, daß eine Gesamtteilnehmerzahl von 800 zusammenkommt, fährt die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" einen Sonderzug zu dem bekannten Motorradrennen nach Schotten. Die Fahrt geht gegen 7.30 Uhr in Gießen ab. Der Fahrtpreis beträgt einschließlich Eintrittspreis zum Rennen 2,35 Mark. Wir fordern die Betriebswarte auf, in allen Betrieben eine Rundfrage aufzustellen, damit in kurzer Zeit die nötige Anzahl Teilnehmer zusammenkommt.
Am 28. Juli findet auf dem Nürburgring das Entscheidungsrennen um den großen Preis von DeutMland statt. Die NS.-Gemeinschaft „Kraft durch Freude" beabsichtigt, einen Sonderzug laufen zu lassen. Die Fahrtkosten belaufen sich auf etwa 5,50 bis 6 Mark. Wir bitten Interessenten, sich umgehend bei den KdF.-Warten zu melden, damit wir einen Ueberblick bekommen.
Urlauberzug in die Schwäbische Alb (Lichtenstein).
Vom» 27. Juli bis 2. August. Fahrtkosten 24,50 Mark. Die Fahrt geht über Pforzheim, Tübingen, Reutlingen in einen Teil des Schwarzwaldes, der in seiner landschaftlichen Art kaum schöner geschildert werden kann, wie es Hauff in seinem geschichtlichen Roman „Lichtenstein" getan hat. Auch hier werden die Urlauber in herzlicher Gastfreundschaft ausgenommen und können in den Wäldern des Schwarzwaldes die wunderbare Luft genießen, bis sie über Stuttgart die Heimreise am 2. August antreten.
Oie arische Abstammung der Dienstpflichtigen.
Reichserlah über den Nachweis.
Der Reichs- und preußische Minister des Innern hat verfügt:
Nach § 40 der Verordnung über die Musterung und Aushebung 1935 vom 29. Mai 1935 soll der Dienstpflichtige zur Musterung u. a. „Nachweise über Abstammung" mitbringen. Es ist davon abgesehen worden, diese Nachweise näher zu bezeichnen, insbesondere ist nicht die Vorlegung bestimmter Standesurkunden verlangt worden. Denn diese Forderung hätte angesichts der Tatsache, daß auch heute noch die wenigsten Volksgenossen im Besitze der standesamtlichen Urkunden über ihre Abstammung sind, innerhalb der nächsten zwei bis drei Monate zu einer untragbaren Belastung der Standesämter führen müssen. Es ist daher auch nicht angängig, wie dies vereinzelt geschehen ist, daß örtliche Stellen von sich aus die Art der Nachweise über die Abstammung näher bezeichnen. Da es sich bei der Vorschrift über die Beibringung der Nachweise nicht um eine Mußvorschrift, sondern um eine Sollvorschrift handelt, werden in der Regel nur solche Nachweise in Frage kommen, die bereits im Besitze des Dienstpflichtigen oder seiner Angehörigen sind. Insbesondere wird die Vorlage eines Familien st arnrn- b u ch e s in der Regel genügen. Auf strengere Anforderung kann mit Rücksicht darauf verzichtet werden, daß der Dienstpflichtige bei der Musterung nach § 19 der Verordnung vom 29. Mai 1935 eine Erklärung über seine arische Abstam- m u n g abzugeben hat, überdies ein voller Nachweis erst bei der ersten Beförderung erforderlich wird.
In § 40 der Verordnung vom 29. Mai 1935 ist lediglich die Vorlage eines Geburtsscheins, nicht einer Geburtsurkunde verlangt. Die Gebühr für die Ausstellung eines Geburtsscheins beträgt nach dem Gebührentarif zum Personenstandsgesetz 20 Pf. Sie kann, wenn dies im Einzelfall angebracht erscheint, auf 10 Pf. herabgesetzt werden und ist bei Unvermögen überhaupt zu erlassen.
Das Briefgeheimnis, die post und dein Nachbar.
Bei ihrem Zustellpostamt beschwerte sich kürzlich eine Volksgenossin darüber, daß eine Postkarte ohne ihr Einverständnis an die Flurnachbarin abgegeben worden war, so daß die Nachbarin die Karte lesen konnte. Aus diesem Anlaß gibt Postrat W e i h r i ch in der berufsamtlichen „Deutschen Postzeitung" einen interessanten Ueberblick über die zur Frage der Postzustellung und des Postgeheimnisses ergangenen Vorschriften. Danach sind die Postsendungen grundsätzlich entweder dem in der Aufschrift genannten Empfänger oder seinem Bevollmächtigten auszuhändigen. In der Praxis kommt es aber nicht selten vor, daß der Zusteller keinen von beiden antrifft. Um auch dann keine Verzögerung eintreten zu lassen, hat die Deutsche Reichspost in Sondervorschriften u. a. für gewöhnliche Briefsendungen, gewöhnliche Pakete, unversiegelte Wertpakete und Paketkarten die sogenannte Ersatzzustellung geschaffen. Als Ersatzempfänger kommen in Betracht:
1. ein Haus- (Geschäfts-) Beamter, ein erwachsenes Familienmitglied, ein anderer Angehöriger oder ein Hausangestellter des Empfängers ober feines ' Bevollmächtigten,
2. der Hauswirt, der Wohnungsgeber, der Hausverwalter ober bereu Ehefrauen unb
3. ber Pförtner bes Hauses.
Gelingt bie Zustellung auch an eine bieser Personen nicht, so bürfen bie in Betracht kommenben Postsenbungen auch sonstigen erwachsenen Hausbewohnern, ja sogar Hausnachbarn bes Abressaten ausgehänbigt werben, wenn beren Zuverlässigkeit dem Zusteller bekannt ist.
Als man ber genannten Beschwerbeführerin biese Vorschriften zur Kenntnis brachte, erwiderte sie, das feien ja nette Vorschriften zur Wahrung des Briefgeheimnisses, wert, von ihren Urhebern einmal gründlich nachgeprüft zu werden. Dazu erklärt nun der Referent, daß allerdings in den Vorschriften über die Ersatzzustellung das Briefgeheimnis weniger gewährleistet fei. Man könne aber ber Post baraus keinen Vorwurf machen, benn hier handele es sich ja nur um eine Notmaßnahme, ohne die allerdings die glatte Abwicklung des zugunsten ber Allgemeinheit eingerichteten Postzustellbienstes gar nicht benfbar fei. Entweber muffe ber einzelne bas hinnehmen, ober burch erlaubte Gegenmaßnahmen ausschließen, z. B. Anbringen eines Haus- ober Wohnungsbriefkastens, Erteilung von Postvollmachten, Abholen ber Senbungen von ber Post usw. Auch sollte man eben vertrauliche Nachrichten nicht auf Postkarten verbreiten. Aber auch bann könne man burch ben Vermerk „Einschreiben" ober „Eigenhänbig" sich noch helfen.
Uebrtgens seien bie Zustellvorschriften Bestand- teil bes Vertrages, ben bie Post von Fall zu Fall mit bem Absenber schließe, ber burch Aufgabe ber Sendung stillschweigenb ben Beförderungsvertrag anerkennt.
vornolizen.
— Tageskalenber für Mittwoch. NSLB. Kreis Gießen: 15 Uhr in ber Goetheschule Besprechung der Bezirks- und Schulgruppenobleute. —
Oberheffen
Kommunalpolitische Tagung in Alsfeld
besondere dazu auf, daß heute, wo das deutsche Volk irn schwersten Kampf um seine Gleichberechtigung steht, wir uns auch derer erinnern, die seit Jahren und Jahrzehnten, umbrandet vom fremden Volkstum, draußen für die deutsche Gleichberechtigung in der Welt kämpfen und ihnen im Geiste der nationalen Solidarität die Hand reichen. Für das Auslanddeutschtum sei die nationale Gemeinschaft mit dem Reichsdeutschtum immer lebendig gewesen. Sie müsse deshalb auch für uns lebendig werden. Das Auslanddeutschtum brauche diese lebendige innere Gemeinschaft mit uns, wenn es nicht zugrunde gehen solle. Mit einem warmherzigen Appell an alle Anwesenden zum Eintritt in den Volksbund für das Auslanddeutschtum schloß der Redner seine mit Beifall aufgenommenen Worte. Zur Gründung einer Ortsgruppe des VDA. meldeten sich noch am gleichen Abend 45 Volksgenossen unserer Stadt. Zum vorläufigen Leiter wurde Pg. Wilh. Schäfer ernannt.
O Steinheim, 25. Juni. Unter Leitung von Bürgermeister Schmidt wurde heute morgen das Heugras der Gemeindewiesen, insgesamt über 80 Parzellen von durchschnittlich 2000 Quadratmetern, versteigert. Da infolge der vorjährigen knappen Dörrfutterernte die Heuböden leer sind, hatte sich eine stattliche Zahl Interessenten eingefunden. Das Futter war wohl hoch gewachsen, doch fehlten teilweise die süßen Untergräser. Die Preise bewegten sich in normalen Bahnen. Es kostete das Stück besten Futters, für Kuhfutter geeignet, 20 bis 30 RM., während geringere Stücke, deren Futter hauptsächlich als Pferdefutter aufbereitet wird, wesentlich billiger zugeschlagen wurden. Seitens der Gemeindeverwaltung ist die Durchführung einer planmäßigen Düngung beab- sichtiat. die im Laufe mehrerer Jahre getätigt werden soll. — Die Feldkulturen zeigen einen überaus prächtigen Stand. Vereinzelt neigt nur die stark in den Halm geschossene Sommergerste bei dichtem Stand etwas zur Lagerung. Die Kartoffeläcker berechtigen zu den besten Hoffnungen, die Frühkartoffeln beginnen zu blühen. — Die Obstaussichten sind recht verschieden. Von
NSLB. Gießen, ArbeUsgemeinschaft Deutsch: 16 Uhr Sitzung im Lehrerzimmer der Schillerschule. — NSG. „Kraft durch Freude": 20 bis 21 und 21 bis 22 Uhr Schwimmen im Vvlksbad, 20 bis 21 Uhr Reiten, Reitschule Schömbs, Brandplatz. — Lichtspielhaus, Bahnhofstraße: „Die Sünde der Madelon Claudet". — Hubertus: 20 Uhr im Schützenhaus: Zimmerdressur des Gebrauchshundes.
— Gießener Soldatentag 1935. Der Soldatenbund Gießen (Arbeitsgemeinschaft der Gießener Soldatenkameradschaften) veranstaltet am kommenden Samstag und Sonntag den ,Gießener Soldatentag 1935" in der Waldeslust. Für ben Samstagabend ist ein Kameradschaftsabend vorgesehen. Der Sonntag bringt das Antreten auf dem Brandplatz, den Abmarsch zur Waldeslust, eine Aufstellung und ein Abschreiten der Front und die Weihe der Fahnen der 118er. Auf die heutige Anzeige sei aufmerksam gemacht.
germeifter und Beigeordneten; Berufung und Abberufung der Gemeinderäte; Erlaß der Hauptsatzung; Verleihung und Aberkennung der Ehrenbürgerrechte sowie der Ehrenbezeichnungen. Es müsse ein völliges Mißverstehen der Parteibeauftragten bedeuten, wenn man annehmen würde, daß dieser ein dauerndes Kontrollorgan für die Gemeindeverwaltung sein sollte, seine Rechte sind genau umschrieben. Es müsse Aufgabe der Gemeindeleiter und der Aufsichtsbehörden fein, in verständnisvoller Weise mit dem Parteibeauftragten zusammenzuarbeiten, und in ihm nicht etwa eine Einrichtung zur Minderung der eigenen Recht zu sehen, sondern eine solche, die dem hohen Ziel dient, den Einklang von Gemeinde und Partei immer sicherzustellen. Außerhalb der Tagesordnung sprach Feldmeister H a n ß , der Bezirksobmann Gießen des Arbeitsdanks im Arbeitsgau 22, über
die Zwecke unb Ziele des Arbeitsdanks.
Der Organisation des Arbeitsdankes erwachse künftig große Aufgaben, es gelte die Existenz der Arbeitsdienstmänner sicherzustellen. Deren 'Berufsbetreuung mache eine Schulung und Umschulung der jungen Leute erforderlich, um sie als vollwertige Arbeitskräfte einsetzen zu können. Hierzu seien erhebliche Mittel notwendig. Der Referent erbat hierzu die finanzielle Unterstützung der Gemeinden.
Unter Mitteilungen gab der Vorsitzende verschiedene Ausschreiben des deutschen Gemeindetages bekannt. Aus den von den Beamten des Kreisamts vorgetragenen allgemeinen Verfügungen war die Mitteilung von allgemeinem Interesse, daß demnächst zur Erledigung von Meliorationsarbeiten in großem Umfange in verschiedenen Gemeinden des Kreises Erwerbslose aus Großstädten untergebracht werden sollen. Die anregend verlaufene Tagung wurde in der üblichen Weise geschlossen.
0 Alsfeld, 25. Juni Gestern hielt die Kreis- abteilung Alsfeld im Deutschen Gemeindetag unter dem Vorsitz ihres Obmannes, Bürgermeister Dr. V öl- fing, im „Deutschen Hause" wieder eine Arbeitstagung ab. Zu der Tagung waren außer den Bürgermeistern des Kreises der stellvertretende Kreis- leiter, Kreisbauernführer Geiß, Kreisjägermeister R i ch t b e r g sowie die leitenden Beamten des Kreisamtes und des Hochbauamtes Alsfeld erschienen. Als erster Referent sprach Regierungsbaumeister O h a u 5 über die
Behandlung der Baugesuche und über die dabei zu beachtenden einzelnen Gesichtspunkte, soweit habet die Mitwirkung der Bürgermeistereien in Frage kommt. Hierauf folgte ein Referat von Bürgermeister Dr. V ö l s i n g über die Stellung des Beauftragten der NSDAP.
in der deutschen Gemeindeordnung.
Den recht interessanten Ausführungen des Referenten über diese, für die Gemeindeverwaltung neue Einrichtung, war folgendes zu entnehmen:
Der bestimmende Einfluß der Partei in der Gemeindeverwaltung werde repräsentiert durch den Beauftragten der Partei. Dieser diene zur Sicherung des Einklangs der Gemeindeverwaltung mit der Partei, nachdem die Einheit von Partei und Staat durch das Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 1. Dezember 1933 staatspolitisch und praktisch in vorbildlicher Weise gelöst worden sei. Durch die Schaffung des Parteibeaus- traaten sei die Verbindung zwischen staatlichem Führerprinzip und berechtigtem Parteieinfluß in richtiaer Weise hergestellt worden. Der Vortragende erläuterte sodann die einzelnen Gegenstände, auf welche sich die Einflußnahme des Parteibeauftragten erstreckt: Berufung und Abberufung der Bür-
nison statt. Für das Konzert ist nachstehende Dor- tragsfolge vorgesehen: 1. Viktoria-Marsch von Blon; 2. Ouvertüre zur Operette „Dichter und Bauer" von Supp6; 3. Berceuse von Godard; 4. Zwei Stücke aus „Sigurd Jorsolsar" von Grieg; 5. Deutsche Marschperlen von Blankenburg.
** Musterungsburschen ziehen durch die Stadt. In den letzten Tagen begegnete man in den Straßen unserer Stadt hin und wieder Gruppen junger Burschen, die untergehakt durch die Straßen zogen und dabei sangen, um damit ihrem gehobenen Lebensgefühl Ausdruck zu verleihen. Die lustigen Burschen hatten sich mit Bändern und mit Blumen geschmückt.
** Nachhaltig st e Beachtung öes Gurkeneinsäuerungsverbots! Das vom Vorsitzenden der Hauptvereinigung der Deutschen Gar- tenbauwirtschaft erlassene Verbot, vor dem 1. Juli 1935 Gurken einzusäuern oder zu sterilisieren, bezieht sich besonders auf die sogenannte „heißeingelegte" Ware. Eine nicht unerhebliche Reihe von Firmen sind nach den Strafbestimmungen der Verordnung des Vorsitzenden der Hauptvereinigung mit Geldbußen belegt worden.
** Nachsendung der Postsachen für Urlaubsreisende. Um die Nachsendung von Postsendungen usw. sicherzustellen, gebe man seinen Angehörigen, Bekannten usw. und vor allem dem heimischen Zustellpostamt seine neue Anschrift an. Die Post gibt unentgeltlich amtliche Vordrucke hierzu durch die Zusteller und Schalterbeamten ab.
**DiePostausweiskarte. Einschreib- und Wertsendungen, Post- und Zahlungsanweisungen dürfen die Zusteller an unbekannte Personen nur aushändigen, wenn sie sich gehörig ausweisen. Man tut gut, sich beim Postamt eine „Postausweiskarte" (Gebühr 50 Rpf.) ausstellen zu lassen. Sie gilt auch in vielen fremden Ländern im Verkehr mit den Postanstalten. Hat der Empfänger keine ausreichenden Ausweispapiere, so wähle man bei Wertsendungen usw. die Anschrift so, daß auch der Wohnunageber, Gasthofbesitzer usw. sie entgegennehmen darf, z. B. „An Herrn ... zu Händen des ..oder „An Herrn ..., abzugeben an ..
** „Die Volksrate für den Volks emp- f ä n g e r". Am Freitag, 28. Juni, von 19.50 bis 20 Uhr, überträgt der Reichssender Frankfurt ein Zwiegespräch zwischen Gaufunkwart Cappel und Dr. Otte, Leiter der Abteilung Handel in der Reichsrundfunkkammer, über das Thema: „Die Dolksrate für den Volksempfänger".
** Schluß der Spargel st echzeit. Der Gartenbauwirtschaftsverband Hessen-Nassau ordnet an, daß die diesjährige Spargelstechzeit am Freitag, den 28. Juni 1935, als letztem Stechtag schließt.
:Reid)6innenminiffer Or. Frick bei derl 00-Iahrfeier vonBad-Nauheim
Vad-Nauhelm, 26. 3unL Die das Deutsche Nachrichten-Büro mitteitt, wird der Reichs- und preußische Minister des Innern Dr. Frick als Vertreter des Führers und Reichskanzlers am Montag, 1. Iuli, an der Hundertjahrfeier von Bad-Nauheim teilnehmen.
Landkreis Gießen.
§ Alten-Buseck, 25. Juni. Bei der für den Reichsverband Deutscher Jugendherbergen durchgeführten Sammlung wurden durch die NSV. in der Ortsgruppe Alten-Buseck 1'9,60 Mark gesammelt. — An schön gelegenen Plätzen unseres Gemeindewaldes wurden auf Anregung der hiesigen Bürgermeisterei einige Ruhebänke a u f g e ft e 111, von denen man eine herrliche Aussicht in die nähere Umgebung genießt.
§ Aus dem Buseckertal, 25. Juni. Aus Jmkerkreisen kommen allenthalben lebhafte Klagen über das bisherige geringe Ergebnis der diesjährigen Honigernte. Viele Imker konnten dis jetzt den Völkern überhaupt noch keinen Honia entnehmen. Die Ursache ist in der kalten, unfreundlichen Witterung, die sich über den ganzen Monat Mai bis weit in den Monat Juni hinein erstreckte, zu suchen. Da die Haupttrachtzeit nunmehr vorüber ist, besteht leider lehr wenig Hoffnung auf ein noch einigermaßen nennenswertes Ergebnis der diesjährigen Honigernte.
= Steinbach, 25. Juni. Die Heuernte ist in vollem Gang. Sie fällt nach Qualität und Quantität sehr gut aus. In dieser so arbeitsreichen Zeit wird von den beteiligten Eltern der Erntekindergarten sehr angenehm empfunden.
? Lich, 25.Juni. Der Ortsring Lich des Reichsbundes „Volkstum und Heimat" veranstaltete gestern abend in Verbindung mit der hiesigen Ortsgruppe der NSDAP, einen „Volksdeutschen Abend" in Steins Saalbau. Nach der Eröffnung durch den Ortsringleiter Rektor Erb (Lich) sprach der Reichsredner des VDA., Sudetendeutscher Pg. Rudolf Hans S ch r i ck e r (Brünn) in etwa eineinhalbstündigen Ausführungen über das Thema „Sudetendeutscher Kampf — VDA. und Nationalsozialismus". Ausgehend von dem unglücklichen Ausgang des Weltkrieges und den 14 Friedenspunkten des amerikanischen Präsidenten Wilson und deren Auswirkung erklärte der Redner zunächst die Entstehung des Begriffes „Sudetendeutschtum" und dessen heutige Bedeutung, die darin bestehe, daß unter demselben nicht mehr ein kleiner Stamm außerhalb der Reichsgrenzen lebender Deutscher, sondern die Zusammenfassung aller in der Tschechoslowakei lebenden Deutschen zu verstehen sei. In lebendiger, anschaulicher Weise gab Pg. Schricker dann ein Bild von der großen materiellen und geistigen Not, die große deutsche Dolksteile jenseits der Reichsgrenzen erdulden, schilderte den heroischen Kampf des Sudetendeutschtums um die Erhaltung der deutschen Sprache, deutscher Kultur und Sitte und berichtete hierbei über den ungeheuerlichen Terror, mit dem die Tschechen alles Deutsche zu unterdrücken und zu vernichten suchen. Seit das deutsche Volk durch die nationale Revolution erwacht ist, umbrandet unsere deutschen Volksgenossen jenseits der Grenze eine neue Flutwelle von Verfolgungen, Verleumdungen und Entrechtungen. Zu Tausenden werden die Deutschen in der Tschechoslowakei in die Gefängnisse geworfen, gänzlich unpolitische deutsche Vereine, wie die Turnvereine, werden verboten und aufgelöst. Hinzu kommt die geistige, kulturelle Not, der ständige Kampf um die Erhaltung der deutschen Sprache, die ständige Sorge um die deutsche Seele ihrer Äinber, die der fremde Staat in seine Schulen zwingt, um sie dadurch den Eltern und dem deutschen Volkstum zu entfremden. Unser großer Führer Adolf Hitler, der auch selbst Auslandsdeutscher ist, kennt diesen Kampf um die deutsche Sprache aus seiner eigenen Jugendzeit. In den weiteren Ausführungen forderte der Redner ins»
Aepfeln sind es einzelne Sorten, wie Wintergoldparmäne, Landsberger Renette und die Lokalsorte, Roter Herrnapfel, die teilweise starken Behang zeigen. Einzelne Zwetschenbäume haben auch angesetzt, während andere keinerlei Fruchtansatz zeigen. Bezüglich der Kirschen muß mit einer Mißernte gerechnet werden. Gute Ernteaussichten bestehen bet Mirabellen und bei sämtlichem Beerenobst. Sehr geklagt wird über das starke Auftreten von Schädlingen, besonders der Blattläuse. In den Gartenkulturen machen sich Drahtwürmer und Erdraupen unangenehm bemerkbar. Allgemein Klage geführt wird seitens der Bienenzüchter. Die Stärke der Völker läßt zu wünschen übrig, und der Honigertrag ist gleich null.
Kreis Friedberg.
= Aus ber mittleren Wetterau, 26. Juni. Wie alle Felbkulturen, so zeigen auch bie Zuckerrüben nach ben durchweichenden Niederschlä- gen ber vorigen Woche einen recht guten Staub. Wenn auch vereinzelt bas Auflaufen ungleichmäßig vor sich ging, so baß zur Nachsaat geschritten werben mußte, so versprechen jetzt bie Rübenschläge allerbeste Ernteaussichten. Der Zuckerrübenbau hat in biefem Jahr keine Vermehrung erfahren, um Anbauflächen für ben Oel- unb Gespinstfaser- bau zu gewinnen. In biefen Tagen würben bie Rübsenfelder geschnitten. Volle Schoten lassen eine gute Körnerernte erwarten, unb auch ber erstmalig seit über 50 Jahren zum Anbau gekommene Flachs ist bei ber feuchtwarmen Witterung ber letzten Tage stark gewachsen unb beginnt feine blauen Blüten zu öffnen. Blühenbe Flachsäcker leuchten gleich blauen Wolkenfetzen aus den Gemarkungen und erregen die Aufmerksamkeit von groß urtb klein. Die Zuckerfabrik „Wetterau" in Friedberg ist ben rübenbaüenben Bauern unb Landwirten in jeber Weise entgegengekommen. Die Rübenanbau, Verträge finb auf vorjähriger Grunblage abgeschlossen. Der zu zahlenbe Rübenpreis richtet sich nach ben Festsetzungen ber Hauptvereinigung ber beutschen Zuckerwirtschaft. Der Rübenbauer erhält 45 v. H. Naßschnitzel oder ein Zehntel dieser Menge als Trocken- oder Melasseschnitzel umsonst zurückgeliefert. Für Späternten wird noch ein Zuschlag von 0,10 RM. je Zentner roher Rüben gewährt, um die Arbeit in der Fabrik möglichst weit ins Winterhalbjahr auszudehnen. Um den Rübenbau recht intensiv zu gestalten, hat sich die Zuckerfabrik zur Gewährung'von Krediten zur Beschaffung von Handelsdüngern, wie Kali, Superphosphat und Salpeterdüngern entschlossen. Diese Düngemittel werden zu Syndikatspreisen geliefert und die Bezahlung dafür durch entsprechende Kürzungen des Rübengeldes vorgenommen. Zinsen werden nicht berechnet. Im Interesse der Förderung der Ardeits- und Erzeugungsschlacht sinh diese Maßncchmen nur zu dilliaen und werden von den Rübenbauem aufs freudigste begrüßt. Bei der Verwertung des anfallenden Scheideschlammes und der Melasse werden die Lieferanten der Zuckerrüben bevorzugt berücksichtigt.
Kreis Bübingen.
3) Nidda, 24. Juni. Am Sonntag fand im Gambrinussaale dahier eine kameradschaftliche Zu, fammenfunft der Mitglieder des K y f f Häuserbundes von Nidda und der näheren Umgebung statt, in der Major a. D. Rietsch, Beauftragter für wehrpolitische Vorträge des Landesverbandes und Bezirksführer des Bezirksverbandes Hanau, einen interessanten Vortrag über „Wehrwille und Wehrpolitik" hielt. Der Redner erörterte die Notwendigkeit eines einheitlichen Wehrwillens in dem Volke und die Notwendigkeit einer guten Wehrpolitik. Er schloß den sehr spannenden Vortrag mit dem Worte: „Kein Deutscher für einen neuen Krieg, aber für die Verteidigung des Vaterlandes das ganze Volk". Dem Redner wurde für die klaren Ausführungen lebhafter Dank gespendet.
§ Nidda, 25. Juni. Unser Schwimmbad, im Frühjahr 1933 neben der geräumigen Turnhalle auf der bequem zu erreichenden Gänswiese erbaut, übt in diesen Tagen eine mächtige Anziehungskraft auf viele Volksgenossen dahier aus. Aber auch zahlreiche Kurgäste aus dem nahen Bald Salzhausen und andere Gäste aus der näheren Umgebung lassen die Gelegenheit zum Genuß eines Freibades in dem 50 mal 20 Meter großen Schwimmbecken nicht vorübergehen. Für Nichtschwimmer schließt sich ein kleineres Becken von 22 mal 11 Meter an.
Kreis Schöffen.
LPD. Schotten, 25. Juni. Das frühere Lehrerheim und spätere Haus Luginsland, das in landschaftlich reizvoller Gegend bei Schotten liegt und in Wandererkreisen weithin bekannt ist, wurde gestern in der Zwangsversteigerung verkauft. Das Haus wurde zum Preise von 8000 Mark von der Bezirkssparkasse Schotten übernommen.
Kreis Lauterbach.
LPD. Lauterbach, 25. Juni. Zur Aufklärung des furchtbaren Verbrechens, das sich am vergange-
* * 7 00 Kinder vonder NSD. erfrischt. Am Dienstag gegen 15.30 Uhr passierte ein Zug der Kinderlandverschickung der NSÄ., von Gelnhausen kommend, den hiesigen Bahnhof. Es befanden sich 700 Kinder in dem Zuge, die trotz der Hitze in bester Stimmung waren. Nach vierwöchigem Landaufenthalt ging es wieder in die Heimat nach Duisburg. Die hiesige Kreisamtsleitung der NSV., unterstützt durch die Ortsgruppen der NS.-Frauen- schaft, ließ es sich nicht nehmen, die Kinder während ihres kurzen Aufenthaltes in Gießen mit kühlem Tee zu versorgen, der von den Kindern dankbar in Empfang genommen wurde.
* * Freie L e h r e r st e l l e n. An der Volksschule in Treis a. d. Lumda (Kreis Gießen) ist eine Leyrerstelle für einen evangelischen Lehrer frei geworden. Mit der Stelle ist der Organistendienst verbunden. Eine ausreichende Dienstwohnung ist vorhanden und frei. Ferner ist an der Volksschule in Dirlammen (Kreis Lauterbach) eine Lehrerstelle frei geworden.
* * Obftmärfte in Gießen. Mit dem Einbruch der warmen sommerlichen Witterung, mit der im allgemeinen auch die erste Obst- und Beerenernte (Kirschen, Erdbeeren usw.) zusammenfällt, beginnen nun in unserer Stadt die Obstmärkte wieder. Wie bereits in früheren Jahren, jo bieten auch jetzt wieder Obstbauern aus dem Taunus, insbesondere aus Ober-Rosbach, in den Morgenstunden unter den Marktlauben ihre Ernte an.
* * Platzkonzert. Am heutigen Mittwoch findet von 17 bis 18 Uhr auf dem Landgraf-Philipp- Platz ein Platzkonzert des Musikkorps unserer Gar-


