Die Seelsorge in der Wehrmacht.
Verfügungen des Reichskriegsministcrs." In zwei grundsätzlichen Erlassen des Reichskrieg" Ministers wird u. a. bestimmt:
In der Heeresseelsorge sind zur Zeit vier Gattungen von Geistlichen zu unterscheiden: Heeresoberpfarrer, Heerespfarrer, Standortpfarrer i. H. (im Hauptamt) und Standortpfarrer i. N. (im Nebenamt). „H e e r e s o b e r p f a r r e r" und „Hee- respfarrer" sind die Amtsbezeichnungen für die planmäßigen Geistlichen der Heeresseelsorge. Sie sind Wehrmachtbeamte. „Standortpfarrer i. H." ist die Amtsbezeichnung für die Zivilgeist, lichen, die auf Grund eines Vertrages im Angestelltenverhältnis zur Wehrmacht stehen und das Militärseelsorgeamt als ihr Hauptamt ausüben. „St an dort Pfarrer i N." ist die Amtsbezeich- nung für die Zivilgeistlichen, die in einem Standort neben ihrem Hauptamt als Geistlicher der Ortskirchengemeinde mit der Ausübung der Militärseelsorge beauftragt sind, letztere also im Nebenamt versehen.
Nach der Verordnung des Führers und Reichskanzlers über Rang- und Dienstverhältnisse sowie Uniform der Wehrmachtsbeamten — Heer— gehören die Beamten der Heeresseelsorge (Feldbischöfe der Wehrmacht, Heeresoberpfarrer und Heeres- vfarrer) zu der Gruppe der Wehrmachtbeamten, deren Dienstkleidung besonders geregelt ist. Die Regelung ist dahin erfolgt, daß die Beamten der Heeresseelsorge den Dienstanzug tragen, der aus einem schwarztuchenen Ueberrock (Amts- rvck) mit stehendem Kragen und einer Reihe Knöpfen, schwarzen Beinkleidern, Handschuhen von schwarzem Glaceleder, schwarzem Zylinderhut bzw. rundem schwarzem Filzhut besteht. Auf der rechten Brustseite des schwarzen Amtsrocks dürfen d i e F e l d b i s ch ö f e der Wehrmacht das Hoheitsabzeichen aus Goldgespinst auf schwarzem Tuch handgestickt, die Heeresoberpfarrer und H.eerespfarrer aus Silberge- f p i n ft auf schwarzem Tuch handgestickt tragen. Der schwarze Dienstanzug (Amtsrock) ist bei allen dienstlichen Verrichtungen, die nicht das Anlegen des Talars erfordern, z. B. Meldungen, bei Antritt oder nach Beendigung von Urlaub, nach Wiederherstellung von einer Krankheit, nach Verleihung von Auszeichnungen, nach Beförderungen, bei Kasernenstunden, Lazarettbesuchen und gesellschaftlichen Gelegenheiten anzulegen.
sprechend qualifiziert sind, werden automatisch Anwärter des NS D.-Studentenbundes.
Zwecks Durchführung der weltanschaulich-politischen Erziehung der Korporationen währenddes Semesters ernennt der Hochschulgruppenführer im Benehmen mit dem aktiven Führer aus den in dem obigen Schulungskurse für geeignet befundenen Korporationsangehörigen einen Schulungs» leiter. Mit der Ernennung eines Schulungslei- ters einer Korporation durch den Hochschulgruppenführer untersteht die betreffende Verbindung weltanschaulich-politisch ausschließlich der Führung des Hochschulgruppe n f ü h r e r s oder der Dienst- stelle der Partei. Jede Einflußnahme von feiten der Altherrsnschaften und Verbandsführungen auf die weltanchpulich-politische Erziehung dieser Korporationen hat damit zu unterbleiben.
In denjenigen Korporationen, in denen ein Schu- lungsleiter ernannt ist, muß auch der Aktiven- f ü h r e r dieser Korporation Mitglied oder Anwärter des NSD - S tu d e n t e n b u n- des sein. Wo er es nicht ist, bedarf er der Bestätigung des örtlichen Hochschularuppenführers. Eine weitere Voraussetzung für die Zusammenarbeit des NSD.-Studentenbundes mit einer Korporation biem3ufammenfe6un9 ber ftubieren- b e n Mitglieder der Korporation nach den Grundsätzen der NSDAP. (Stichtag 1. Ion. 1800). Der NSD. - Studentenbund und seine örtlichen Dienststellen behalten sich vor, mit denjenigen Korporationen, die im weltanschaulich-politischen Kampf besonders aktiv sind, besonders eng zusammenzuarbeiten. Er begrüßt in diesem Sinne noch einmal ausdrücklich die vom Gauleiter Minister Wagner am 5. Mai 1935 in Eisenach proklamierte völkische Arbeitsgemein. Schaft.
Nicht Krüppelfürsorge, sondern Lebensgestaltung.
Einer Zuschrift des Reichsbundes für Körperbehinderte entnehmen wir u. a.: lieber die kraftstrotzende, gesunde Menschheit rollen Epidemien, Katastrophen, Krankheiten und Heimsuchungen dahin und lassen ihre Folgeerscheinungen zurück. Aus blühenden, unbehinderten Menschen werden durch Unfälle, hervorgerufen durch die Entwicklung der Technik, durch Tuberkulosekrankheiten oder Massenerkrankungen an Kinderlähmung oder andere Einflüsse der Umwelt, körperlich Behinderte. Darstellungen aus dem Mittelalter berichten, wie Krüppel vor den Türen der Kirchen in oft abstoßender Weise ihr Krüppeltum zur Schau trugen und um Almosen bettelten. Dies mag dazu bei getragen haben, daß sich mit der Bezeichnung „Krüppel" im Sprachgefühl der Begriff des „Minderwertigen", des Krankhaften verband, auch noch als es Dank der Entwicklung der medizinischen Wissenschaft gelang, diese vom Schicksal Betroffenen in die menschliche Gesellschaft einzugliedern. So ist es verständlich, daß die Körperbehinderten selbst für ihre Organisation, den Reichsbund der Körperbehinderten, nicht das Wort „Krüppel" verwandten, als sie sich zusamTyenschlos- sen. Die Körperbehinderten wollen die (Gestaltung ihres Lebens selbst in die Hand nehmen. Während in der Vergangenheit die Krüppelfürsorge ihre Aufgabe nur darin sehen konnte, den Körperbehinderten von einem unproduktiven Almosenempfänger zu einem produktiven Steuerzahler zu machen, hält der Reichsbund der Körperbehinderten die „seelische Entkrüppelung" für mindestens ebenso wichtig. Durch das Beispiel des Schicksalsgefährten soll der Wille zur ßeiftung gestrafft und das Persönlichkeitsbewußtsein ermutigt werden. Unter diesen Vorbedingungen ergeben sich die durchaus gleichwertigen Leistungen Der Körperbehinderten nut denen der Vollbewegungsfähigen vor allem dann, wenn die Behinderung bei der Tätigkeit selbst nicht stört. Wenn jetzt in dem Sportlager der Körperbehinderten in Hohenlychen Körperbehinderte mit nur einem Bein dem Sportgedanken zugeführt und nach scharfer Uebung zu ungeheuren Leistungen als Selbstverständlichkeiten befähigt werden, so ist dies als ein Sieg des Willens zu bezeichnen, zu dem der Durchschnittsmensch im gewöhnlichen Alltag kaum imstande sein dürfte.
3m spanischen Schmugglerparadies.
Zwischen Ronda und Gibraltar.
Kein Zweifel, hier ist schon Afrika! Die knap- pen 14 Kilometer, die den Südrand von Europa von Afnka trennen, spielen im Völker- und Kulturleben keine Rolle. Die Touristen pflegen im allgemeinen nur den Hafen von Gibraltar zu ehen. Sie staunen Über die seit Jahrhunderten hier lebenden Affen an den steilen Felsen, die Lieblinge der englischen Garnison. Sie versorgen sich mit hundert billigen Dingen im englischen Freihafenge- biet und bewundern mit leichtern Gruseln die deutlich sichtbaren Kasematten in dem 400 Meter hohen Felsen von Gibraltar. „Uneinnehmbar" flüstern die Reisenden. Seit 230 Jahren weht der Union Jack über dieser Trutzfeste Englands am Eingang des Mittelmeeres. Ein Gibraltar pflegen wir viele ähnliche Stützpunkte in der Welt zu nennen, wenn wir ihre Festigkeit und ihre unvergleichliche strategische Lage auf einen Nenner bringen wollen. Es ist wirklich unmöglich, bei der heutigen Entwicklung der Schießtechnik ein großes Schiff beim Passieren der Fellenenge zu verfehlen.
Und doch ift Gibraltar vom modernen Stande der Kriegstechnik aus überholt. Nicht daß die Flugzeuge ihm besonders viel anhaben könnten. Sie würden eine schwierige Lage gegenüber Abweh rbatterien in 400 Meter Höhe über dem verwundbaren Hafen haben! Aber es- wäre bei der heutigen Entwicklung der schweren Geschütze ein leichtes, auf den fast 800 Meter hohen Bergen der Sierra de la Luna westlich von Gibraltar Batterien aufzustellen, die alle Batterien von Gibraltar zudecken könnten. Aber niemand denkt heute in Spanien an solche Möglichkeiten, weil man sich mit Gibraltar und der englischen Flottenherrschaft ab- gefunden hat.
Es gibt in ganz Europa nicht viele Punkte, die sich mit der Fernsicht von jenem südöstlichen Zipfel Spaniens vergleichen können. Der Felsen von Gibraltar liegt unter uns zum Greifen nahe wie ein kahler, spitzer Felsklotz ins glühende Farbenspiel des Meeres versenkt. Und drüben brennt die Sonne mit der gleichen Unbarmherzigkeit über den schneeweißen Mauern von Tanger, in dessen Hafen die Schornsteine der fremden Flotten nie aufhören zu rauchen. Geheimnisvoll ziehen sich die hohen Bergketten des „R i f" an der Küste entlang. Sie sahen den letzten Freiheitskampf der Berber unter Abd el Krim. Und noch heute ist es nicht ganz ungefährlich, sich weit von den spanischen Postenketten zu entfernen...
Englische Seeoffiziere sind immer der Ueberzeu- gung gewesen, daß hier bei Gibraltar und niemals bei Messina sich jene Meerenge befunden haben müsse, die einst Odysseus besungen hat. In der Tat haben die reihenden Strömungen im Meere in dieser Enge Wirbel und Nebel erzeugt, die schon manchem spanischen Fischer das Leben gekostet haben. In der Nähe von Gibraltar gibt es gerade
zu einen Malstrom, der sich bei Eintritt der Flut bildet, wenn sich die Massen vom Atlantischen Ozean ins Mittelmeer ergießen. Ein kalter Strom flutet unterirdisch ins Mittelmeer und ein warmer zieht oben nach dem Atlantischen Ozean. Es gehört gar nicht viel Phantasie dazu, sich die Schrecken des Odysseus inmitten solcher Gefahren vorzustellen. . .
Eine kleine Zweigbahn führt von Malaga unfern von Gibraltar hinauf nach Ronda, dem Hort ungebrochenen Maurentums, versprengter Räuber und Schmuggler! In einer phanastisch malerischen Lage an die steilen Felsen der 1200 Meter hohen Sierra de Mijas geklebt, umgeben von alten Burgen und Wachttürmen aus der Zeit, da die letzten Mauren sich hier zum verzweifelten Widerstand gegen die siegreichen Spanier einnisteten, hat dieses Felsennest nicht nur landschaftlich, sondern auch volklich einen unendlichen Reiz. In den unzähligen Klüften des wilden Gebirges fanden von alters her Räuber und Schmuggler Unterschlupf und erst in jüngster Zeit vermochte die tüchtige Guardia Eivil einen der bekanntesten Mörder und Räuber nach jahrelanger Hatz zu erschießen.
Wunderbare Wasserfälle zerstäuben, aus den Felsen brechend, in den Schluckten rings um das Städtchen. Die Burschen und Mädchen von Ronda haben einen Rus wegen ihrer Schönheit und — Wildheit im ganzen Süden von Spanien. Nicht umsonst sagt man den Burschen von Ronda besondere Fähigkeiten im Messerwerfen und Schießen nach. Irgendein wilder Berberstamm hat sich hier mit alten Ureinwohnern vermengt und einen Dolksschlag erzeugt, der in vieler Hinsicht von den viel lässigeren Andalusiern absticht. Von den grünen Tälern und Höhen rings um Ronda überblickt man vielleicht am besten den kahlen Strand mit den einsamen Wachtürmen, den weißen Dörfern und der ewigen Brandung bis hinunter gen Gibraltar.
Vieles hat sich geändert feit den Blütenzeiten des romantischen Schmugglerlebens. Heute fahnden die Aufsichtsbeamten (es gibt eine besondere Küstenwachttruppe in Spanien) ebenso sehr auf die Schmuggler, die von den Freihäfen Tanger und Gibraltar her ihre schnellsten Boote aussenden wie auf die Dynamitfischer auf der See. Ein barbarischer Unfug, diese Tötung von Fischen durch Dynamitpatronen. Er wird hart bestraft, aber immer wieder lockt diese heißblütigen, undisziplinierten Männer der Südküste die Lust am Verbotenen, am leichten Gewinn. Sie haben längst verlernt, die alten wunderbaren Bewässerungsanlagen instandzuhalten. Ein langes, nationales Erziehungswerk muß hier erst einsetzen. Aber lieber Himmel, vielleicht geht dann die Romantik zum Teufel, die heute noch diesen Südzipfel Europas umweht?...
Die langjährige Arbeit des Bundes ist durch den Nationalsozialismus eindeutig anerkannt worden. Der Reichswalter des Reichsbundes der Körperbehinderten, Pg. N e u b e r t, ist durch Hauptamtsleiter Pg. Hilgenfeld als Referent für Körperbehinderte in die Reichsleitung der NSDAP. — Hauptamt für Dolkswohlfahrt — berufen worden. Nun liegt es an den Körperbehinderten selbst und an den Eltern körperbehinderter Kinder zu zeigen, ob sie gewillt sind, durch eigene Leistung am Aufbau unseres Vaterlandes mitzuarbeiten. Auskunft erteilen: Ernst Erle, Klein-Linden, Frankfurter Straße 25, und Adolf Stumpf, Gießen, Kreuzplatz 11.
Arbeitsopfer beim Führer.
Be r l i n, 25. Juni. (DNB.) Der Führer und Reichskanzler empfing am 25.Juni eine Abordnung der Arbeitsopfer unter Führung des Reichs- walters K e l l e r m a n n. Die Abordnung überreichte dem Führer als Geschenk ein Buch, das einen Querschnitt durch das Leben der Arbeitsopfer darstellt und einen Einblick in die sie betreuende Organisation, die „Deutsche Arbeitsopferversorgung E. V." gibt. Das Buch, das in einem einzigen Exemplar hergestellt wurde, bedeutet eine bibliophile Seltenheit. Der Führer verweilte einige Zeit in herzlichem Gespräch mit den Arbeitsopfern, unter denen sich auch der älteste überlebende Stürmer der Düppeler Schanzen befand.
Kleine politische Nachrichten.
Der Führer besuchte gestern auf der Rückfahrt von Hamburg feinen Stellvertreter Reichsminister Rudolf Heß, der sich zur Erholung in Hohenlychen auft-ält. Bei dieser Gelegenheit besichtigte der Führer auch die klinische Abteilung für Sport- und Arbeitsschä. den, die auf Veranlassung des Reichssportführers in den dortigen Heilanstalten eingerichtet wurde, so- wie die vom Gau Groß-Berlin der NSDAP, erstellten Häuser „Mutter und Kind" der Natio- nalsozialistischen Dolkswohlfahrt.
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Auf ein Grußtelegramm der in Stuttgart zusam- mengetommenen französischen und deutschen Frontkämpfer antwortete der Füh- rer und Reichskanzler mit herzlichen Worten und sprach die Hoffnung aus, daß weitere kameradschaftliche Zusammenkünfte alter Kriegsgegner folgen mögen und so der Gedanke der Verständigung gefördert werde.
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Das italienische Unterstaatssekretariat für Presse und Propaganda ist zum Ministerium erhoben worden. Unterstaatssekretär Graf Galeazzo Ciano, der Schwiegersohn Musso- linis, wurde zum Propagandaminister ernannt.
Bei der Eröffnung des Eucharistischen Kongresses in Edinburgh kam es zu schweren Unruhen, lieber 2000 Menschen demonstrierten gegen die römisch-katholische Kirche und versuchten, die Versammlung zu sprengen. Em ka- tholischer Priester wurde angegriffen und geschla- gen. Die Polizei zerstreute die Demonstranten.
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Die Volksabstimmung in Guatemala über die Amtsführung des jetzigen Präsidenten Ubico gestaltete sich zu einem gewaltigen Person- lichen Erfolg für diesen bewährten Staatsmann. Es wurden 834 168 Ja-Stirnmen und 1227 Nein-Stimmen abgegeben.
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Zielflugzeuge für die englischen Flottenübungen.
London, 26. Juni. (DNB. Funkspruch.) Wie die „Times" meldet, haben sich bei Hebungen von Kriegsschiffen und Küstenbatterien drahtlos g e • lenkte Zielflugzeuge außerordentlich gut bewährt. Bei den Versuchen hätten diese neuartigen Zielflugzeuge Entfernungen bis zu 16 Kilometer und Höhen bis zu 3000 Meter von ihrer Kontrollstation auf dem Festland bzw. an Bord eines Schlachtschiffes erreicht. Zwei der Flugzeuge seien bei Hebungen abgeschossen worden. Bei dem Schaufliegen der britischen Luftstreitkräfte in Hendon am Samstag werde eins dieser Fernlenkzielflugzeuge zur Besichtigung aufgestellt werden. Beim Fliegen werde es jedoch nicht gezeigt werden. Auch die Einrichtung und der Mechanismus dieser besatzungslosen Flugzeuge werde geheim gehalten.
Kunst und Wissenschaft.
Auflösung des Bundes Deutscher Architekten.
Der als Fachverband für Baukunst in die Reichskammer der bildenden Künste übernommene Bund Deutscher Architekten e. D. ist der „Bau- welt" zufolge bei dem jetzt bekanntgegebenen Umbau der Reichskammer ebenso wie die anderen früheren Verbände innerhalb der Kammer aufgelöst worden. Die Mitglieder des feit 1904 bestehenden BDA. sind jetzt unmittelbare Mitglieder der Kammer.
Zweite Reichstagung der Nordischen Gesellschaft in Lübeck.
Im Rahmen der zweiten Reichstagung der Nordischen Gesellschaft fand in Lübeck die zweite Sitzung statt. Im Mittelpunkt der Sitzung stand ein Vortrag des Reichssportführers von Tfchammer und Osten über die deutsch-nordischen Sportbeziehungen. Wir wollen gemeinsam versuchen, so schloß der Reichssportführer feine mit außerordentlichem Beifall aufgenommenen Aus- führungen, für unser Jahrhundert die Aufgabe zu lösen, im Adel des Geistes die Wiedergeburt der jungen Kraft zu vollziehen. Diese Aufgabe ist es wert, daß sie der ganze nordische Kulturkreis in Angriff nimmt.
Vorführungen einer Gruppe des schwedischen Gymnastikverbandes leiteten sodann über zu einem Vortrag von Professor Lutz Mackensen- Riga über „Germanische Volkskunde".
Ehrenvoller Auftrag
für den Bühnenbildner Benno von Arenl.
Der Führer und Reichskanzler hat Benno von A r e n t beauftragt, die Entwürfe für die Kostüme und Dekorationen aur Festaufführung der „Meistersinger" anläßlich des Reichsparteitages 1935 und des erfolgten Umbaues des Opernhauses Nürnberg zu entwerfen.
Die Hauptversammlung
der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft in Stuttgart.
Unter großer Beteiligung hielt, wie schon gemeldet, die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften in Stuttgart ihre 24. ordentliche Hauptversammlung ab. Der Präsident der Gesellschaft, Geheimrat Professor Planck, begrüßte die Versammlung. Er legte dann den Jahresbericht vor. Im Mittelpunkt der Hauptversammlung standen zwei Vorträge. Den ersten Vortrag hielt der Direktor des neu eingeweihten Kai- ser-Wilhelm-Jnstituts für Metallforschung Dr. W. K ö st e r - Stuttgart über „Der metallische Werkstoff, seine Vervollkommnung durch Technik und Wissenschaft". Den zweiten Vortrag hielt der Direktor des Kaiser-Wilhelm-Jnstituts für Biologie in Berlin-Dahlem, Professor Dr. F. Wettstein, über die „Mutationsforschung und die Entstehung neuer Formen bei Pflanzen ynb Tieren." Die Mu
tationen würden verursacht durch Einwirkung von Röntgenstrahlen und radioaktiven Substanzen, Be- trahlung mit ultraviolettem Licht, plötzlicher Temperaturveränderung und Einwirkung extremer Temperaturen, Einwirkung von Chemikalien u. a. m. Durch solche Einflüsse werde der Anlagenbestand des Organismus abgeändert, und im Laufe der Zeit können von einem Ausgangsorganismus Hunderte von erblich abgeänderten entstehen. Die Frage, die heute im Brennpunkte des Interesses stehe, gehe dahin, ob diese Mutationen auch genügten, um das gesamte Artbild, wie man es bei Tieren und Pflanzen heute auf der Erde beobachte, mit allen charakteristischen und vor allem auch mit allen zweckmäßigen Eigenschaften zu erklären. — Im Anschluß an die Vorträge fand eine geschlossene Mitgliederversammlung statt.
Der Führer und Reichskanzler hat an die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften zu ihrer Hauptversammlung in Stuttgart folgendes Telegramm gerichtet: „Für Ihre freundliche Grüße bestens dankend, wünsche ich Ihrer Tagung wie Ihrer weiteren Arbeit reichen Erfolg, (gez.) Adolf H i 11 e r."
Aus aller Wett.
Bisher 600 000 Blark für die Opfer von Reinsdorf.
Am 24. Juni fand auf Einladung der „Stiftung für Opfer der Arbeit" in Wittenberg die konstituierende Sitzung des Verwaltungsausschusses für die zu dem Unglück in Reinsdorf eingegangenen Spenden statt. Aus dem Bericht über die eingegangenen Spenden ergab sich, daß eine Summe von 6 0 0 0 0 0 Mark bisher eingegangen ist. Durch die Bemühungen des Kreisleiters und der sonstigen örtlichen Stellen zur Linderung der unmittelbar eingetretenen Notlage sind davon bisher 85 000 Mark an die Hinterbliebenen der tödlich Verunglückten und an die Verletzten zur Auszahlung gelangt.
33 Grad in Berlin!
Nachdem das Thermometer in Berlin am Montag bereits 30 Grcck überschritten hatte, stieg es am Dienstagnachmittag bis auf 3 3 Grad. Voraussichtlich wird das heiße Wetter noch anhalten. Bemerkenswert hoch find auch die Temperaturen im deutschen Mittelgebirge. So wurden am Dienstag um 8 Uhr auf der Schneekoppe 15 Grad und auf dem Brocken 17 Grad gemessen. Interessant ist weiter die Tatsache, daß Flugzeuge in einer Höhe von 5000 Meter nur 7 Grad Kälte angetroffen haben, während sonst in diesen Höhen erheblich niedrigere Temperaturen herrschen.
Gewittersturm in Süd- und Mittelengland. — Ende der Hitzewelle.
Die seit mehreren Tagen in England herrschende Hitzewelle ist jetzt in Süd- und Mittelengland und in Wales infolge zahlreicher Gewitter- ft ü r m e und fast tropischer Regenfälle gebrochen worden. Durch Blitzschläge wurden in verschiedenen Teilen des Landes drei Personen getötet und zehn verletzt. In verschiedenen Gegenden gab es große Ueberschwemmungen. In einer Schule in Batheaston (Grafschaft Somerset) wurden 40 Schulkinder mit ihrem Lehrer in der Klasse vom Hochwasser überrascht. Der Lehrer ließ die Kinder auf die Schreibpulte steigen, bis Polizisten und andere Helfer kamen und die Kinder durch die Fenster ins Freie schafften.
Schweres Unwetter über Seeland.
lieber einen Teil der Insel Seeland und einen Teil Jütlands ging ein schweres Unwetter nieder. Zahlreiche Höfe wurden durch Blitzschlag zerstört. Bei Aalborg wurde ein Landwirt vom Blitz erschlagen. Das Getreide, sowie Rüben und Obst wurden auf einem Gebiet von 75 Hektar völlig vernichtet. Auf der zwischen Seeland und Laaland liegenden Insel Femoe war das Unwetter von einem orkanartigen Sturm begleitet, der zahlreiche Wirtschaftsgebäude umlegte. Bei dem Unwetter, das nur zehn Minuten dauerte, wurden nicht weniger als 25 Zentimeter Niederschlag gemessen.
Schwere Wolkenbrüche in China fordern zahllose Opfer.
Schwere Wolkenbrüche, die zahllose Opfer forderten, gingen über weite Gebiete der chinesischen Provinzen Hupeh, Anhui, Kiangsu, Tsckekiang und Kwantuna nieder. Hankau hat besonders schwer gelitten. Zahlreiche Häuser stürzten ein. Ganze Stadtteile sind unter Wasser gesetzt. Die Zahl der Todesopfer, die sich noch nicht in voller Höhe übersehen läßt, wird bisher auf mehrere hundert geschätzt. Auch aus Nanking kommen Meldungen von schweren Regengüssen. Der Niederschlag beträgt hort nicht weniger als 30 Zentimeter. Die Flüsse sind streckenweise über die Ufer getreten und haben weite Gebiete, überschwemmt. Unterdessen hält die Dürre in der Provinz Schantung weiter an. Die Dürreschäden sind geradezu verheerend. Der wolkenbruchartige Regen in Südchina hält weiter an. Besonders schwer betroffen sind weite Gebiete längs des Hsikiang (Westfluh) in den Provinzen Kwangsi und Kwantung. Die Landbevölkerung flüchtet vor dem Wasser auf die Berge. Bei Wutschou sind über 100 Boote gekentert und dabei über 80 Personen ertrunken. Der Bahnverkehr zwischen Kanton und Sanschui (50 Kilometer westlich von Kanton) ift unterbrochen. Schwere Verkehrsstörungen werden auch aus den Provinzen Kiangsu und Tschekiang gemeldet.
1% Jahre Gefängnis für Dr.Otto pelher.
Dor der 2. Großen Strafkammer des Landgerichts Berlin wurde der 35 Jahre alte Dr. Otto P e l tz e r aus Berlin-Grunewald wegen widernatürlicher Unzucht an Jugendlichen zu einer Gefängnis strafe von V/t Jahren verurteilt. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Dr. Peltzer befindet sich seit dem 16. März dieses Jahres in Untersuchungshaft im Untersuchungsgefängnis Berlin-Moabit. Die in einem Teil der zlus- landspreffe verbreiteten Meldungen über einen Selbstmord bzw. über eine Erschießung Dr. Peltzers sind frei erfunden und entbehren jeder Grundlage.
Tödlicher Absturz im karwendel.
Beim Abstieg von der westlichen Karwen- d e l f p i tz e stürzte beim Ueberqueren eines Schnee, selbes die 42jährige Karoline Heidt aus Fürth in Bayern vor den Augen ihres Mannes 150 Meter tief ab. Der Ehemann erlitt bei dem Versuch, seine Frau zu halten, leichtere Verletzungen. Die Leiche der Frau konnte geborgen merben. Zwei Engländerinnen in Südtirol tödlich abgestürzt.
Im Valsertal, einem Seitental des Pustertals in Südtirol, ereignete sich ein schweres Bergsteigerunglück, das ^wei Menschenleben forderte. Zwei Engländerinnen namens Gibbs und Röpers stürzten bei der Besteigung bet wilden Kreuzfpitze etwa 100 Meter tief ab und fielen in den Dalferbach. Die Leichen der beiden Verunglückten wurden aus den reißenden Wasser geborgen und nach Mühlbach im Pustertal gebracht. , _ n .


