Nches geschieht aber täglich in Hunderttausenden von Küchen. Das große Ernährungsproblem heißt demnach nicht: „Wie kann man das Volk ausreichend ernähren?", sondern „Erhält es in seiner Nahrung die lebensnotwendigen Stoffe?" — Dazu ist vor allem notwendig, daß die vitaminhaltigen Rohstoffe Milch, Butter, Käse, Gemüse, Fische zweckmäßig behandelt werden. — In Dänemark hat man erfolgreich besonders vitaminhaltiges Futter in der Milchwirtschaft verwendet. Die Kühe, die damit gefüttert werden, geben auch im Winter „Sommerbutte r". Schon beim Viehfutter sollte also die Ernährungsreform beginnen.
„Das Beste, was es gibt/'
Vom Hering gibt es eine hübsche Geschichte: Thor kam einst an einen Fluß, an dessen anderem Ufer Wotan, als Fährmann verkleidet, wartete. Um von ihm übergesetzt zu werden, bot ihm der Donnergott ein „herrliches Gericht" an, Haferbrei und Heringe, „das Beste, was es gibt". In der Tat eine seltsame Vorausahnung der Erkenntnisse moderner Ernährungsforschung. — Die gesunde und zweckmäßige Ernährung befähigten die germanischen Dolksstämme nicht nur zu großen Leistungen, sie hielt sie auch frei von gewissen Krankheiten und es ist auffällig, wie glatt und ohne Entzündungen im Kriege die W u n d h e i l u n g von- statten ging.
Noch ein Rätsel konnte Dr. Gudjonsson lösen. Die Wikinger waren bei ihren Seefahrten, die sie bekanntlich bis nach Grönland und nach Vinland, dem heutigen Nordamerika, führten, oft monatelang unterwegs. Trotzdem wird nie davon berichtet, daß sie unter Skorbut litten. Den Grund dieser merkwürdigen Unempfindlichkeit gegen die unter Seefahrern lange Zeit so gefürchteten Mangelkrankheit fand Dr. Gudjonsson in dem Bericht
eines alten arabischen Schriftstellers. Die Wikinger führten nämlich außer Brot und Hülsenfrüchten vor allem Zwiebeln mit sich, und diese Frucht erhält nicht nur große Mengen Vitamine, sondern konserviert sie auch lange. Diese Tatsache rundet das eindrucksvolle Bild, das wir uns nun von den Lebensgewohnheiten unsrer Vorfahren machen können. Wir müssen gestehen, daß wir gut tun, von ihnen zu lernen und uns, auf dem Umweg über die wissenschaftliche Forschung, ihren vernünftigen Ernährungssitten wieder anzupassen. — Die Lehre von den Vitaminen aber birgt offenbar noch manche Ueberraschung.
Nahrung und Nasse.
Aufsehenerregend ist die Theorie, die Dr. Gudjonsson auf Grund seiner Experimente über den Einfluß der Ernährung auf die Bildung der Rassen aufgestellt hat. Er behauptet, daß die überlegene Körpergröße und die Leistungsfähigkeit der nordischen Rasse mit auf die hochwertige Nahrung zurückzuführen sei, die der nordische' Mensch in instinktiver Erkenntnis von altersher bevorzugt habe. Aus der Edda und aus andern Schriften und Quellen hat der dänische Forscher ein Bild der Ernährung unserer Vorfahren entworfen, das ungewöhnlich aufschlußreich ist. Der Apfel, von dem bekanntlich die Sage geht, daß er den Göttern die ewige Jugend verleihe, war sehr beliebt, denn was den Göttern recht war, konnte auch den Menschen billig sein. Ferner wurde viel Kohl gegessen, und zwar in Form von Suppe. Auch Erbsen und Kohlrabi waren beliebt, Wurzelgemüse dagegen weniger. Gekochtes Schweinefleisch spielte eine große Nolle. Eine noch größere aber der Herina, d^r fett- und vitaminreichste aller Fische.
Wirtschaft.
Die Indusirie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
683: Ergänzende Vorschriften über die Verpackung von Warenproben in der Tschechoslowakei.
684: Erweiterung der ungarischen Einfuhrverbotsliste.
Wochenbericht vom Frankfurter Echtachtviehmarkt. Das Schlachtviehgeschäft nahm auch nach Ostern einen verhältnismäßig lebhaften Verlauf. Jnsbe- fondere am Großoiehmarkt bekundeten die Metzger wieder starke Nachfrage. Die Preise haben sich für mittlere und geringe Qualitäten erneut um 1—3 RM. erhöht, auch Bullen und Kühe sind nunmehr an den Richtpreis von 42 Reichsmark pro Zentner Lebendgewicht herangekommen. Der Auftrieb war mit nur 530 Tieren sehr knapp. Nach lebhaftem Geschäft wurde der Markt geräumt.
Das Kälbergeschäft ist nach den Feiertagen ruhiger geworden, die Beschickung war mit ins-' gesamt 1115 Stück (2124) wieder ziemlich normal. Bei unveränderten Preisen wurde ausverkauft.
Der Schweineauftrieb entsprach mit 3043 (5222) der Nachfrage, so daß bei um 1—2 RM. höheren Preisen, insbesondere für mittlere Schweine, ausverkauft wurde. Schwere Tiere waren vernachlässigt und ging"n am Donnerstagmarkt um 1 NM. auf 51 RM. zurück. Hümmel und Schafe hatten nur geringe Nachfrage zu verzeichnen, die Zufuhr von 45 (166) Stück wurde bei gleichbleibenden Preisen geräumt.
Wochenbericht
vom Frankfurter Produktenmarkt.
Am Frankfurter Getreidegroßmarkt zeigte sich auch nach den Osterfoiertagen keine Belebung des Geschäfts. In Brotgetreide waren die Angebotsverhältnisse unterschiedlich. Während Weizen nur in kleinen Mengen an den Markt kam, war Roggen nach wie vor sehr reichlich angeboten. Indessen zeigte sich für keine der beiden Brotfrüchte größere Nachfrage der Mühlen, einmal im Hinblick auf das nach wie vor sehr schwache Mehlgeschäkt und zum andern verfügen die Mühlen noch über große Lagerbestände. Für Roggen bekundeten lediglich die kleinen Landmühlen etwas Aufnahmeneigung.
An den Futtergetreidemärkten blieb die Lage weiter entspannt, da ausreichend Eosin- Roggen angeboten wurde und auch geringerer Weizen zu Futterzwecken vorlag. Hafer war nach wie vor nur in kleinen Mengen angeboten, wobei weiterhin die Gegenlieferung von ölhaltigen Futtermitteln verlangt wurde. Zu nennenswerten Abschlüssen ist es nicht gekommen. Futtergerste war nicht angeboten, die Nachfrage blieb trotz
der bekannten Ersatzfuttermittel verhältnismäßig dringend.
An den Futtermittelmärkten zeigte sich in dieser Woche etwas stärkeres Angebot in Nachmehlen, dagegen waren Kleie und ölhaltige Futtermittel weiter stark gefragt und ohne entsprechendes Angebot. Melasse-Mischfutter war sehr stark offeriert, fand aber kein Interesse.
Das M e h l g e s ch ä f t hält sich weiterhin in sehr engen Grenzen, nur Weizenbrotmehl wird laufend abgenommen. In Roggenmehl kommen nur sehr kleine Abschlüsse zustande.
Der Rauhfuttermittelmarkt liegt bei weiter unveränderten Preisen sehr ruhig. Auch für Speisekartoffeln hat noch keine lebhaftere Nachfrage eingesetzt. Die Preise blieben unverändert, und zwar notierten Industrie hiesiger Gegend 3 Mark und gelbfleischige hiesiger Gegend 2,90 Mk. per 50 Kilogramm bei Waggonbezug.
* D r. Fritz Opel sechzig Jahre alt. Am 30. April feiert Dr.-Jng. e. h. Fritz Opel, stellvertretender Aufsichtsratsvorsitzender der Adam Opel AG., Rüsselsheim, seinen 60. Geburtstag. Dr.-Jng. e. h. Fritz Opel hat die Entwicklung der Opelwerke zur größten deutschen Automobilfabrik und zum größten Fahrradwerk der Welt als Leiter der technischen Abteilungen in Gemeinschaft mit seinen Brüdern entscheidend beeinflußt. Seine erfolgreiche Tätigkeit beschränkte sich jedoch nicht nur auf die Opelwerke. Auch in vielen anderen Zweigen der deutschen Wirtschaft wirkte er in der gleichen Weise.
* Gesellschaft für elektrische Unternehmungen — Ludwig Loewe & C o. A G., Berlin. Bei den eigenen Betrieben und fast allen Tochtergesellschaften der Geffürel hat sich die Belebung der deutschen Wirtschaft im Jahre 1934 günstig ausgewirkt, so daß aus den laufenden Ergebnissen des Geschäftsjahres, die wie immer die bis zum Jahresende eingegangenen Dividenden enthalten, die Verteilung einer Dividende von 6 v. H. gegen 5 v. H. im Vorjahre vorgeschlagen werden kann.
Nhein-Mainische Mittagsbörse.
Schwächer.
Frankfurt a. M., 25. April. Die Börse hatte wieder außerordentlich kleines Geschäft und überwiegend schwächere Kurse. Bei der Kulisse bestand weitere Neigung zur Abwicklung bestehender Engagements, während Kauforders aus der Kundschaft vollkommen fehlten. Infolge der herrschenden Geschäftsstille blieben einige günstige Nachrichten aus der Wirtschaft ohne Einfluß.
Im Durchschnitt gingen die Kurse am Aktienmarkt bis zu 1 v. H. zurück. Mehr unter Druck standen Elektroaktien, von denen besonders Licht und Kraft mit minus 1,75 und Schuckert mit minus 1,50 v. H. schwach waren. Auch Bekula büßten 1,25 und Gesfürel trotz der günstigeren Entwicklung des Geschäftsganges 1 v. H. ein. AEG. verloren 0,50 und
Siemens 0,75 v. H. Durchweg schwächer lagen auch Montanaktien, wobei Buderus 0,40, Klöckner 1, Rheinstahl 0,90, Stahlverein 0,75, Marisfelder und Harpener bis 0,50 v. H. nachgaben. Von Chemieaktien setzten IG.-Farben 0,90, Metallgesellschaft 1, Scheideanstalt 0,25 und Deutsche Erdöl 0,50 v. H. niedriger ein. Motoren und Maschinenwerte gaben trotz der Belebung im Maschinenbau bis zu 1 v. H. nach. Von sonstigen Werten lagen Reichsbank 0,50, AG. für Verkehrswesen 0,75, Hapag 0,40 und Gebr. Junghans 1,13 v. H. schwächer. Im Freiverkehr waren Weilwerke weiter gefragt und auf 108,50 (107) erhöht.
Der Rentenmarkt konnte sich etwas besser behaupten. Die Umsätze waren aber gleichfalls sehr gering. Altbesitzanleihe konnten sich noch um 0,13 vom Hundert bessern, Zinsvergütungsscheine blieben mit 89,60 und späte Reichsschuldbuchforderun- aen mit 97 behauptet, während Kornrnunal-Um- schuldung um 0,10 v. H. nachgaben. Von fremden Werten blieben Ungarische Goldanleihe mit 7,60 behauptet.
Im Verlaufe entwickelte sich in Zusammenhang mit der Steigerung des Silberpreises ziemlich lebhaftes Geschäft für Mexikanische Anleihen. So zogen 5proz. Gold auf 13,25 bis 13,75 (12,90), 4proz. Gold auf 8,55 bis 8,90 (8,50), 4,5proz. Irrigation auf 8,75 bis 8,90 (8,40), 5proz. Silber auf 5,40 bis 5,65 (5,25) und 3proz. Silber auf 5 (4,65) vom Hundert an. Außerdem waren ungarische Anleihen bis 0,13 v. H. befestigt. Deutsche Anleihen lagen vernachlässigt, aber behauptet. Am Pfandbriefmarkt blieben Goldpfandbriefe meist unverändert, während Liquidationspfandbriefe und Kom- munal-Obligationen bis 0,25 v. H. zurückgingen. Stadtanleihen und Jnduftrieobligationen lagen ruhig und wenig verändert.
An den Aktienmärkten hielt die Geschäftsstille auch späterhin in vollem Umfange an, die Kurse blieben gegen den Anfang ziemlich behauptet, nur IG.-Farben bröckelten noch 0,25 v. H. ab. Die später zur Notiz gekommenen Papiere lagen meist schwächer, stärker gedrückt waren Rhein. Braunkohlen mit minus 2,50, südd. Zucker mit minus 2,75 und Eßlingen Maschinen mit minus 1,50 v. H. Am Kassamarkt blieben Annawerk Schamotte weiter gesucht, ferner zeigte sich Nachfrage für Klein- Schanzlin, Taxe 98 bis 99 (letzter Kurs 91) und für Motoren Darmstadt, Taxe 98 (letzter Kurs 95,50). Tagesgeld blieb unverändert 2,75 v. H.
Abendbörse: knapp behauptet.
Bei anhaltender Geschäftsstille lagen die Kurse an der Abendbörse bei Eröffnung im Vergleich gegen den Berliner Schluß meist noch gut behauptet. Im Verlaufe erfolgten von der Kulisse und teilweise auch von der Kundschaft kleine Abgaben, so daß die Haltung etwas schwächer wurde und die Kurse schließlich nur knapp behauptet lagen. Siemens, Hanfwerke Füssen, Goldschmidt gaben je 0,75 v. H.
nach. Auch einige Montanpapiere gingen bis 0,50 v. H. zurück. Bankaktien waren erneut etwas angeboten und schwächer. Badische Bank verloren 1 v. H. (122). Am Rentenmarkt erhielt sich das Interesse für mexikanische Anleihen bei bis 0,25 v. H. höheren Kursen. Von deutschen Anleihen blieben Altbesitz nur knapp behauptet, Kommunal-Um- schuldung waren etwas gesucht und 5 Pf. höher.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 113,13, 5,5 v. H. Franks. Hyp. Liquidation 100,75, 5 v. H. innere Mexikaner 5,90, 4 v. H. Gold 9, 3 v. H. Silber 5, 4,5 Irrigation 9,13, Commerzbank 92,75, Deutsche Bank 94,50, Effektenbank 83,13, Dresdner Bank 94,50, Reichsbank 159, Harpener 103,50, Klöckner 80,50, Mannesmann 77,25, Otavi Minen 16,50, Stahlverein 77,65 bis 77,50, Aku 53,13, AEG. 37,90, Conti Gummi 146, Daimler 92,25, Deutsche Erdöl 105,50, Scheideanstalt 214, Licht & Kraft 121,50, IG. Farben 147,13 (Nachbörse 146,50), Goldschmidt 102,25, Hanfwerke Füssen 85,75, Schuckert 103,13, Siemens 148, Reichsbahn-DA. 122,65, Nordd. Lloyd 35,50, Anatolier I und II 33,75.
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 25. April. Auftrieb: Rinder 6 (am 18. April 51), darunter Bullen 2, Kühe 4, Kälber 657 (920), Schafe 39 (65), Schweine 458 (430). Es notierten pro 1 Zentner Lebendgewicht in RM.: Kälber a) 60 (60), b) 54 bis 59 (54 bis 59), c) 46 bis 53 (46 bis 53), d) 35 bis 45 (36 bis 45). Lämmer und Hämmel b2) Weidemaft- hämmel 39 bis 40 (37 bis 38), c) 36 bis 38 (33 bis 36). Schweine b) 47 bis 51 (46 bis 51), c) 47 bis 50 (45 bis 50), d) 44 bis 49 (44 bis 48). Marktverlauf: Kälber langsam, ausverkauft; Hämmel unti Schafe mittelmäßig, ausverkauft; Schweine langsam, ausverkauft.
Großhandelspreise für Fleisch und Dettmaren. Beschickung: 557 Viertel Rindfleisch, 199 ganze Tiere Kalbfleisch, 1 ganzes Tier Hammelfleisch, 388 halbe Schweine. Es notierten für 50 kg in RM.: Ochsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 72, Bullenfleisch b) 66 bis 70, Kuhfleisch b) 54 bis 60, c) 40 bis 54, Färsenfleisch b) 72 bis 76, c) 62 bis 72. Kalbfleisch b) 74 bis 84, c) 68 bis 72; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75. Fettwaren d) roher Speck 60 bis 65, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf: rege.
Anmerkung: Der am nächsten Donnerstag statt- findende Markt ist auf Freitag, 3. Mai, verlegt.
Schweinemarkl in Grünberg.
Grünberg, 25. April. Der heutige Schweinemarkt zeigte einen Auftrieb von 441 Ferkeln. Folgende Preise wurden erzielt: Ferkel bis 6 Wochen alt 20 bis 21 Mark, 6 bis 8 Wochen alt 26 bis 28 Mark, 8 bis 13 Wochen alt 28 bis 32 Mark. Bei lebhaftem Handel wurde der Markt geräumt.
Der Brandstifter Julius Kahn.
Er wollte die Versicherung um eine halbe Million prellen.
LPD. Frankfurt a. M., 25. April. Die Justizpressestelle in Frankfurt am Main teilt mit: Wie bereits gemeldet, hat der Julius Kahn, der frühere Mitinhaber der jüdischen Firma Veit Wohlfahrt, Frankfurt a. M., Zeil 41, am Samstag, 20. April 1935, in der Untersuchungshaft Selbstmord durch Erhängen begangen und sich damit seinen irdischen Richtern entzogen, nachdem er wegen der von ihm in seinen eigenen Geschäftsräumen begangenen vorsätzlichen Brand st iftung eine hohe Zuchthausstrafe zu erwarten hatte.
Im Laufe des Ermittlungsverfahrens war der Angeschuldigte nach anfänglichem hartnäckigem Leugnen der vorsätzlichen Brandstiftung überführt worden. Unter dem Druck des Beweismaterials hatte er zunächst nur zugegeben, daß er das Feuer aus Fahrlässigkeit verursacht habe. Später erweiterte er angesichts des weiterhin gegen ihn vvrgebrachten Belastungsmaterials sein Geständnis dahin, daß er
das Feuer vorsätzlich angelegt habe, um auf diese Weife in den Besitz der Versicherungssumme von 500 000 R21L zu kommen.
Daurch die Brandstiftung sind Warenwerte in Höhe von etwa 200 000 RM. vernichtet worden, ferner ist ein Gebäudeschaden von etwa 100 000 RM. entstanden. Gegen beide Schäden bestanden Versicherungen. Als Beweggrund für feine Tat hat der Angeschuldigte wirtschaftliche Bedrängnis angegeben. Diese Angaben konnten ihm einwandfrei widerlegt werden. Die Firma Veit Wohlfahrt war verhältnismäßig flüssig. Sie hatte im Jahre 1933 einen Reingewinn von 59 000 RM., im Jahre 1934 nahezu 200 000 RM. Sie hatte genügend Bankkredit und wäre auch durch die vorliegenden Abbestellungen keineswegs in Schwierigkeiten geraten. Die wirklichen Beweggründe zur Tat liegen
aber in ganz anderer Richtung. Julius Kahn, der, nachdem er aus einer anderen Firma wegen Unregelmäßigkeiten ausscheiden mußte, vor vielen Jahren als kleiner Angestellter in die Firma Veit Wohlfahrt eingetreten war, hat es im Laufe der Zeit fertig gebracht, mehr und mehr Einfluß auf die Firma Veith Wohlfahrt zu gewinnen, ja sogar als Teilhaber aufgenommen zu werden. Seit Jilli 1934 war er mit 662/.i v. H. und Friedrich W"'-*- fahrt nur noch mit 33^ v.H. an der Firma beteiligt.
Sein ganzes Bestreben ging dahin, Friedrich Wohlfahrt ganz aus der Firma hercwszu- drängen. Er hatte bereits feit Jahren feinen Gesellschafter betrogen. So hatte er, wie er selbst zugab, in vielen Fällen Ware ohne Bezahlung entnommen, Verkäufe getätigt, die nicht durch die Bücher liefen, und den Erlös eingesteckt. Ferner hatte er sich persönlich hinter dem Rücken feines Gesellschafters Sondervergünstigungen für Verkäufe und Lieferungen gewähren lassen.
Hieraus ergibt sich, daß das Verhältnis zwischen den beiden Gesellschaftern keineswegs ein gutes war und Kahns einziges Bestreben darauf hinaus- lief, sich des ihm lästigen Mitinhabers Friedrich Wohlfahrt zu entledigen. Eine Gelegenheit erblickte er in der von ihm begangenen Brandstiftung. Er hoffte, auf diese Weise mit Hilfe der zu erwartenden Versicherungssumme den auf Friedrich Wohlfahrt anfallenden geringen Kapitalanteil auszahlen und alsdann die Firma allein fortführen zu können.
Sprechstunden der Redaktion.
11.30 bis 12.30 Uhr, 16 bis 17 Uhr. Samstagnach- mittag geschlossen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Höhe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schlußkurs
Schluß!. Abendbörse
Schlußkurs
Schluß!. Mittag- börle
Datum
24-4-
25-4
24 4
25.4
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
100,65
100,25
100,25
100,25
4% Deutsche Retchsanl. von 1934
97,4
97,4
97,5
97,4
6‘/2% Doung-Anleihe von 1930 .. Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
102,75
103,13
103,25
102,75
Auslos.-Rechten .............
4l/i% Deutsche Reichspostschatzan-
113,25
113,13
112,75
113,13
Weisungen von 1934, 1.......
6% ehem.8% Hess. Volksstaat 1929
100,1
100,1
100
100,2
(rückzahlb. 102%)............
414% ehem. Hessische Landesbank
Darmstadt Gold R. 12........
5%% ehem. Hess. Landes-Hypo-
98
98
97.75
97,9
96,25
96,25
—
96,25
thekenbank Darmstadt Liaüt ... dy2% ehem. 8% Darmst. Komm.
100,5
100,5
—
—
Landesb.Goldschuldverschr. R.6
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
92,25
—
—
—
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
116,25
116
116,5
—
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 414% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
115,4
115,75
115,65
115,9
Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 614% ehem. 414% Franks. Hyp.-
Bank-Liqu.-Psandbriese.......
614% ehem. 4>/2% Rheinische
96,25
96,25
96,25
—
100,75
100,75
—
—
Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....
414% ehem. 8% Pr. Landespfand-
101
101,13
101,13
101,13
briefanstalt, Pfandbriefe R. 19 414% ehem. 7% Pr. Landespfand-
96,25
96,5
96,25
96,25
briesanst., Gold Komm. Lbl.VI
96,25
——
96,25
96,25
Steuergutsch.VerrechnungSk. 35-39
105,9
105,9
105,9
105,9
4% Oesterretchische Goldrente....
26
26,75
26,25
27
4,20% Österreichische Silberrente
1,13
1,13
1,13
1,13
4% Ungarische Goldrente.......
7,65
7,6
7,4
7,5
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
6,65
6,65
6,5
6,75
414% desgl. von 1913..........
7,1
7,15
7,2
7,3
5% abgesl. Goldmexikaner von 99
4% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
12,9
13,75
13,2
13,9
Serie l.....................
8,5
8,5
8,6
•—
Frankfurt a. M
Berlin
Schlußkurs
Schluß!. Abendbörse
Schluß« !uro
Schluß!. Mittagbörse
Datum
244
25-4
24-4
25.4.
4% deügl. Serie II .............
8,5
8,5
8,6
—
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
4,3
4,35
4,4
—
4y2%Rumän.vereinh.Rentev.l913
6,75
—
6,3
6,35
4% Rumänische vereinh. Rente ..
4,13
4,13
4,13
4,13
2 y4% Anatolier ............
33,75
33.4
33.65
Hamburg-Amerika-Paket ....
. 0
34,5
34,13
34,4
34,5
Hamburg-Südam. Dampfschiff
. 0
27,25
26,75
Norddeutscher Lloyd ........
. 0
35,75
35,5
35,9
35,4
A.G. für Verkehrswesen Akt. .
. 0
81,5
80,75
81,5
80,5
Berliner Handelsgesellschaft ..
. 5
109,75
110.4
110,25
110,65
Commerz, und Prival-Bank ..
. 0
94
92,75
94.25
93,25
Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft...............
. 0
95,75
94,5
96
95
Dresdner Bank.............
. 0
95,75
94,5
96
95
Reichsbank ................
12
160,5
159
160,75
159
A.E.G.....................
0
38,65
37,9
38,4
38
Bekula....................
10
134,25
132,65
134
132,75
Elektr. Lteferungsgesettschaft..
. 5
106,75
105
106
104,5
Licht und Kraft ...........
BK,
124
121,5
124
121
Felten & Guilleaume........
. 0
92
90
91,9
90,4
Gesettsch.f.Elektr.Unternehmung. 5
121,5
120,5
121,4
120
Rheinische Elektrizität .......
. 5
124
122,65
124
123,5
Rhein. Wests. Elektr.........
. 6
—
—
—
—
Schuckert L Co..............
. 4
105,5
103,13
105,25
103
Siemens L Halske...........
. 7
150
148
150,25
148,75
Lahmeyer LCo.............
. 7
124
—
124
—
Buderus ..................
. 0
97,75
96,9
98
96,5
Deutsche Erdöl .............
. 4
106,5
105’5
106,5
105,75
Gelsenkirchener.............
. 0
Harpener..................
. 0
104,75
103,5
104,75
104
Hoesch Eisen—Köln-Neuessen
. 0
—
—
95
93,5
Ilse Bergbau ..............
. 6
_
—
—
—
Ilse Bergbau Genüsse.......
. 6
121
120
121,25
120
Klücknerwerke .............
ey,
91
89,5
91
90
Mannesmann-Röhren.......
. 0
77,5
77,25
77,4
77,4
Frankfurt a. M.
Berkin
Schlußkurs
Schluß!. Abendbörse
Schluß« kurs
Schluß!. Mittag« börse
Datum
24 4
25 4
24-4
25-4.
Mansselder Bergbau.......
.. 8
102,25
101,75
102,25
102
Kokswerke................
.. 5
——
——
111,9
110,5
Phönix Bergbau...........
.. 0
—
—
Rheinische Braunkohlen ....
. 12
218,5
216
218,5
215
Nheinstahl ................
«y2
108
107
108,4
107,25
Vereinigte Stahlwerke......
.. 0
78,75
77,5
78,9
77,4
Otavi Minen .............
.. 0
15,65
16,5
15,75
16,5
Kaliwerke Aschersleben......
.. 6
113,13
113,13
113
113,9
Kaliwerke Westeregeln......
.. 5
—
113,75
113,5
113,75
Kaliwerke Salzdetfurth.....
7%
159,5
159,5
159,5
159,9
3. G. Farben-Industrie.....
.. 7
147,9
147,13
148
147,13
Scheideanstalt.............
.. 9
214,25
214
——
Goldschmidt ..............
.. 0
105
102,25
105
103
Rütgerswerke.............
.. 4
112
111,5
113,5
111,9
Metallgesellschaft...........
.. 4
99,5
97,75
99,25
98
Philipp Holzmann.........
Zementwerk Heidelberg ....
Cementwerk Karlstadt.......
.. 0
92,75
91,25
93
91,25
121,25
-
.. 4
—
-
-
Schultheis Patzenhofer.....
.. 4
—
—
107,25
107,13
Aku (Allgemeine Kunstseide)
.. 0
53,25
53,13
53,5
53,4
Bemberg.................
.. 0
116,25
116
115,75
115,5
Zellstoff Waldhof..........
.. 0
114
113,25
114
113,5
Zellstoff Aschaffenburg .....
.. 0
80,13
80
79,75
79,5
Dessauer Gas.............
.. 7
——
—
123,25
123,5
Daimler Motoren..........
.. 0
92,75
92,25
92,65
92,25
Deutsche Linoleum.........
.. 6
153,5
153
153,25
153,5
Orenstein & Koppel........
.. 0
—
—
88,25
88,13
Westdeutsche Kaufhof.......
.. 0
35
34,75
35,13
34,9
Chade....................
.. 0
250
—
251,5
248
Accumulatoren-Fabrü......
. 12
—
——
161,75
161,5
Conti-Gummr.............
.. 8
148
146
146,5
Gritzner..................
.. 0
37,5
37,25
38
36,75
Mainkraftwerke Höchst a.M..
.. 4
93,5
93,5
-
Süddeutscher Zucker.......
.. 9
169,75
167
170
167
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. M.
24-April
25. April
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
Buenos Atre-.
0,658
0,662
0,658
0,662
Brüssel.....
41,98
42,06
41,98
42,06
Rio de Jan.
0,201
0,203
0,201
0,203
Sofia......
3,047
3,053
3,047
3,053
Kopenhagen.
53,64
53,74
53,52
53,62
Danzig.....
81,10
81,26
81,11
81,27
London .....
12,01
12,04
11,985
12,015
HelsingforS..
Paris ......
5,305
5,315
5,295
5,305
16,38
16,42
16,38
16,42
Holland ....
167,93
168,27
167,73
168,07
Italien.....
20,68
20,72
20,68
20,72
Japan ......
0,704
0,706
0,704
0,706
Jugoslawien.
5,649
5,661
5,649
5,661
Oslo..... :
60,37
60,49
60,24
60,36
Wien.......
48,95
49,05
43,95
49,05
Lissabon....
10,90
10,92
10,88
10,90
Stockholm...
61,97
62,09
61,81
61,93
Schweiz ....
80,72
80,88
80,72
80,88
Spanten....
33,97
34,03
33,93
34,99
Prag.......
10,375
10,395
10,375
10,395
Budapest ...
——
—
Neuvork ....
2,485
2,489
3,483
2,487
Banknoten.
Berlln,25-April
Geld
Brie'
Amerikanische Noten.......
2,435
2,455
41,82
41,98
53,31
53,53
Englische Noten ..........
11,95
11,99
16,32
16,38
Holländische Noten........
167,31
167,99
Italienische Noten.........
20,76
20,84
Norwegische Noten .......
60,03
60,27
Deutsch Oesterreich, ä 100 Schilling
Rumänische Noten........
—
Schwedische Noten........
61,60
61,84
Schweizer Noten..........
80,24
80,56
Spanische Noten..........
33,46
33,60
Ungarische Noten.........


