Aus aller Wett.
Offiziersaustausch zwischen der deutschen und englischen Armee.
Berlin, 25. April. (DNB.) In Durchführung eines zwischen der englischen und deutschen Armee verabredeten Offiziersaustausches werden drei englische Offiziere in den nächsten Tagen ein Kommando bei deutschen Truppenteilen antreten. Es handelt sich um je einen Dffi« gier der Infanterie, der Kavallerie und der Artillerie, die bei den entsprechenden deutschen Waffengattungen für die Zeit von etwa vier Wochen D i e n st tun werden. Die zum Austausch kommandierten deutschen Offiziere haben ihr Kommando in England bereits angetreten.
Der letzte militärische Chef der Gendarmerie 80 Jahre alt.
Der Befehlshaber der deutschen Polizei, Generalleutnant D a l u e g e, hat an den General der Artillerie Grafen von Pfeil und Klein- El l g u t h zu dessen 8 0. Geburtstag folgendes Glückwunschschreiben gerichtet: „Eure Exzellenz! Zu Ihrem 80. Geburtstag erlaube ich mir, Ihnen als dem letzten militärischen Chef der Gendarmerie meine herzlichen Glückwünsche gleichzeitig im Namen der deutschen Gendarmerie auszusprechen. Der soldatische Geist, den frühere Chefs in die Gendarmerie gepflanzt haben, wird heute wieder in ihr hochgehalten und soll für immer der beste Inhalt ihrer Tradition bleiben. Indem ich Ihnen, Exzellenz, einen langen und gesegneten Lebensabend wünsche, grüße ich Sie mit
Heil Hitler! Ihr sehr ergebener
q Daluege."
Die Ermordung des Münchener Bildhauers Vrampe vor Gericht. — Die Angeklagte zum Tode verurteilt.
Vor dem Schwurgericht München I gelangte die Mordtat an dem Bildhauer Wrampe, der, wie seinerzeit gemeldet, von seiner Geliebten im November vorigen Jahres in seiner Wohnung erschossen worden war, zur Verhandlung. Die 40 Jahre alte Angeklagte Anna B u r g h a r t gab bei ihrer Vernehmung die Tat auch zu, führte aber zu ihrer Entlastung an, aus Eifersucht zur Waffe gegriffen zu haben. Schon im Herbst 1933 fei ihr der Gedanke gekommen, sich und den Geliebten zu erschießen, nachdem sie sich von seiner Untreue habe überzeugen müssen. Die Angeklagte schilderte dann den Hergang der Tat, nach der sie einen Selbstmordversuch unternahm, der aber mißlang. Nach längerer Beratung wurde die Angeklagte zum Tode verurteilt. In der Begründung des Urteils heißt es u. a., daß das Gericht zu der Ueberzeugung gekommen sei, daß die Mordtat vorsätzlich geschehen sei und daß daher auch auf Mord erkannt werden müsse. Die Angeklagte nahm das Urteil gefaßt entgegen.
Amokläufer in einem schottischen Regiment.
Auf dem Truppenübungsplatz von Fort George bei Jnoerneß spielte sich ein seltsamer Vorfall ab. 70 Mann des Schottländer Regiments waren zu Schießübungen mit scharfer Munition angetreten. Einer von ihnen ging zwar richtig zum Schießstand, wandte sich dann aber um und feuerte einen Schuß auf die eigene Kompanie ab. Die Mannschaften stieben schleunigst auseinander und nahmen vorschriftsmäßig Deckung, so daß niemand verletzt wurde. Der Soldat feuerte noch zwei Schüsse und lief dann davon, verfolgt von der ganzen Kompanie. Erst nach halbstündigem Suchen wurde er in einem Versteck durch einen Schuß verletzt aufgefunden und ins Lazarett gebracht. Ob er sich die Wunde selbst zugefügt hat, ist nicht bekannt, da die Militärbehörde strengstes Stillschweigen über den Fall bewahrt.
Drillinge sterben am gleichen Tage.
Die italienische Oeffentlichkeit beschäftigt sich lebhaft mit dem Schicksal der drei Brüder B a r t i n i, die am gleichen Tage gestorben sind, zwei in Rom, der dritte in Mailand. Die Brüder waren Drillinge und haben überraschend ähnliche Eigenschaften und Lebensläufe gehabt. Der eine Bruder kam in Rom durch einen Autounfall ums Leben, eine Stunde darauf, ohne Kenntnis vom Tode seines Bruders, starb auch der zweite in Rom an einem Herzschlag. Der dritte Bruder ist am gleichen Abend einem Herzschlag erlegen.
Line Schlafwandlerin tödlich verunglückt.
Ein seltsamer Unfall stieß einer 29jährigen Krankenschwester, die Schlafwandlerin war, in Toulouse zu. Sie bestieg in der Nacht das Dach einer Krankenbaracke, das unter ihrem Gewicht zusammenbrach. Die Krankenschwester stürzte zu Boden und trug eine schwere Kopfverletzung davon, an der sie bald darauf st a r b.
Große Daldbrände in der Umgebung von Reuyork.
Mehrere Waldbrände haben in der Um- aebung von Neuyork großen Schaden angerichtet. Auf Long Island brannten bereits an 65 Quadratkilometer Wald nieder. An verschiedenen Stellen sind Wohnhäuser, Villen und Fabriken in großer Gefahr, da der Wind und die Trockenheit die Ausdehnung des Feuers begünstigen. Bei Hammonton in Neu-Jersey war der Waldbrand so stark, daß er den dortigen Fluß, der eine Breite von dreißig Metern hat, überspringen konnte und die Sommerwohnungen bedrohte. Bei Atlantik City droht ein Waldbrand mit einer Breite von 16 Kilometern. Zeitweise war das Dorf Steelmanstown sehr gefährdet.
Baler und Sohn bei der Arbeit ums Leben gekommen.
In Leipzig waren dieser Tage der 66 Jahre alte Brunnenbauer W i e ch e r t und sein 31 Jahre alter Sohn mit dem Bohren von Wasserlöchern beschäftigt. Dabei kam der Vater mit der Bohrstange der Starkstromleitung zu nahe und wurde durch den elektrischen Strom auf der Stelle getötet. Der Sohn, der den Vater retten wollte, wurde ebenfalls durch den Starkstrom getötet. Beide Leichen sind vollständig verkohlt aufgefunden worden.
Schweres Flugzeugunglück bei präg. — Vier Todesopfer.
In der Nähe von Prag stießen beim Einfliegen zwei neue Flugzeuge aus bisher noch ungeklärter Ursache zusammen und stürzten ab. Das eine Flugzeug stürzte unmittelbar nach dem Zusammenstoß zur Erde und ging in Flammen auf. Das andere Flugzeug konnte noch 8 Kilometer weiterfliegen, bevor es ebenfalls abstürzte. Die beiden Flugzeugführer K o c i und Novotny und ihre Gehilfen F i a l a und Schmid fanden hierbei den Tod. Augenzeugen und Gendarmen bestätigten den Zusammenstoß der Flugzeuge, der in einer Höhe von einigen hundert Metern erfolgte.
Ehemaliger Fremdenlegionär als internationaler holeldieb.
In einem Berliner Hotel konnte ein gemeingefährlicher internationaler Hoteldieb und Hochstapler fe st genommen werden. Der Mann war dem Hotelpersonal durch sein sonderbares Verhalten aufgefallen. Man alarmierte die Polizei, die den Verdächtigen verhaftete. Es handelt sich um den 38jährigen russischen Staatsangehörigen Apollo K., dem im Laufe eines eingehenden Kreuzverhörs bisher etwa 5 0 Hotel- d i e b st ä h l e nachgewiesen werden konnten, die er in Deutschland, in der Schweiz, in Warschau und Paris aufgeführt hat. K., der früher russischer Offizier war und dann mehrere Jahre in der französischen Fremdenlegion abgedient hat, verfügt über
ein außerordentlich gewandtes Auftreten. Da er zudem sehr elegant gekleidet ist, war es ihm unschwer möglich, sich in großen Luxushotels einzu- ouartieren. Dort nahm er dann alle Hotelgäste aufs Korn, deren Ausgaben auf eine gute Vermögenslage schließen ließen. Nach getaner „Arbeit" verschwand er umgehend aus dem Hotel. Die von ihm im Laufe der Jahre auf diese Weise gemachte Beute ist außerordentlich hoch und gestattete'dem Hochstapler einen luxuriösen Lebenswandel.
Kunst und Wissenschast.
Oer Internationale Iilmkongreß in Berlin.
Die erste Veranstaltung des Internationalen F i l m k o n g r e s s e s in Berlin war ein Begrüßungsabend des Landesverbandes Berlin-Brandenburg - Grenzmark im Reichsverband deutscher Filmtheater e. V. im „Rheingold". Man sah fast alle Prominenten vom deutschen Film, darunter den Präsidenten der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann, zahlreiche Produktionsleiter, Regisseure, Darstellerinnen und Darsteller, die ausländischen Kongreßvertretungen, sowie zahlreiche ausländische Pressevertreter. Im Namen des Landesverbandes Berlin-Brandenburg-Grenzmark hieß der Vorsitzende Siegfried die Anwesenden willkommen. Der umfangreiche Beratungsstoff, der für die Arbeit des Kongresses zur Verfügung stehe, werde allen Teilnehmern den Beweis dafür erbringen, daß in Deutschland der Film seinem ganzen Wesen nach als Brücke von Nation zu Nation und als Instrument des Friedens betrachtet werde. Der Präsident der Reichsfilmkammer, Dr. Scheuermann, richtete Begrüßungsworte an die Mitkämpfer für den Film im Auslande und dankte den zum Kongreß so zahlreich Erschienenen, die gekommen seien, um an einer Verständigung auf dem Gebiete des Films mitzuarbeiten. Er sprach den Wunsch aus, daß der Film Deutsche und Gäste verbinden möge im Glauben an die Menschheit, an das hohe Kulturgut, dem der Film dienen solle und dienen werde. In dem dann folgenden unterhaltenden Teil wirkte eine große Anzahl deutscher Bühnen- und Filmkünstler mit.
Beethoven-Konzert Furtwänglers in der Berliner Philharmonie.
Staatsrat Dr. Wilhelm Furtwängler dirigierte in Berlin ein Konzert des Philharmonischen Orchesters. Das Programm umfaßte Beethovens „Egmont"-Ouvertüre, sowie die Pastoral- und C= Moll-Symphonie. Anwesend waren u. a. Reichsminister Dr. Frick, Reichsleiter Alfred Rosenberg, Staatssekretär Funk, Oberbürgermeister Dr. Sahm, sowie Mitglieder des Diplomatischen Korps. Das Publikum feierte Furtwängler und das Orchester durch anhaltenden Beifall.
Kleine politische Nachrichten.
Der von Gauleiter, Oberpräsident und Staatsrat Schwede- Coburg in Stettin geführte Reichstreuebund ehemaliger Berufssoldaten hält seine diesjährige Führertagung am 4. und 5. Mai in Saarbrücken ab. Nach einem Erlaß des Reichswehrministers kann den Soldaten, Beamten, Angestellten und Arbeitern der Wehrmacht, die Mitglieder des Reichstreuebundes sind, für die Teilnahme an der Tagung Dienstbefreiung gewährt werden.
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Der Kaiser von Japan hat dem Führer und Reichskanzler für seine Anteilnahme an der Erdbebenkatastrophe auf Formosa telegraphisch seinen aufrichtigen Dank übermittelt.
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Wie die Presse in Palästina meldet, will sich der bekannte jüdische Politiker und Zionist Dr. Chaim W e i z m a n n aus der Politik zurückziehen. Er übernimmt jetzt die Leitung eines neuen großen chemischen Unternehmens, das von der Imperial
Chemical Industries und der Palestine Chemical Industries ins Leben gerufen wird. Der Name des neuen Unternehmens ist Palestine Chemical Development Limited.
Büchertifch.
— Rudolf van Wehrt: „M o r r o Castl e". Die Sterbestunde eines Schiffes. Verlag Ullstein, Berlin. — (13) — Seit dem Untergang der „Titanic" im April 1912 hat keine Schiffskatastrophe die Welt so sehr erschüttert wie der Brand des amerikanischen Passagierdampfers „Morro Castle". Rudolf van Wehrt hat an Ort und Stelle allen Einzelheiten der Katastrophe nachgeforfcht, er hat der Verhandlung des Untersuchungsausschusses mit allen Aussagen von Beteiligten und Sachverständigen beigewohnt, er hat die volle Wahrheit Über die Sterbestunden der „Morro Castle" ergründet. Aus den Berichten der Geretteten, aus den Verhandlungen vor dem Untersuchungsausschuß ersteht die Tragödie des Riesendampfers „Morro Castle", die gleichzeitig eine laute Anklage ist gegen geradezu verbrecherischen Leichtsinn, gepaart mit hemmungsloser Profitgier. Das ungeheuer spannende Buch, ein Musterbeispiel für eine Reportage, wie sie sein soll, wirft bezeichnende Streiflichter auf die Welt des amerikanischen Kapitalismus in ihren schlimmsten Auswüchsen.
— WilhelmJensen: Karin von Schweden. Leipzig 1935. Koehler & Amelang. Volksausgabe. Ganzl. 2,85 Mark. — (26) — Dies ist die Geschichte eines nordischen Mädchens, das nach schweren inneren Kämpfen die Liebe zum vertrauten Gespielen der Jugend, zu ihrem Verlobten, der Liebe zum Vaterlande opfert, das über sich selbst hinauswächst und entscheidend in den Befreiungskampf seines Volkes eingreift, das in feiner Begeisterung die Bauern gegen den Landesfeind aufwiegelt und schließlich Gustav Wasa, dem Retter des Vaterlandes, die Hand reicht. Hätte Wilhelm Jensen nicht schon vor Jahren dieses Lebensschicksal in seiner volkstümlichen Dichtung aus dem Dunkel der Vergangenheit gehoben, in unserer Zeit hätte es notwendig seine Neugestaltung finden müssen.
Wetterbericht
des Reichswetterdienstes Ausgabeork Frankfurt.
Der über Deutschland liegende Tiefdruckwirbel hat sich etwas verlagert und beginnt sich aufzufüllen. Dabei wird sich über dem europäischen Kontinent wieder eine gleichförmige Luftdruckverteilung Herstellen. Der dabei an uns für sich freundlichere Witterungscharakter wird das Auftreten örtlicher Wärmegewitter begünstigen.
Aussichten für Samstag: Vielfach dunstig, sonst stellenweise heiter und tagsüber wieder etwas wärmer, Neigung zu vereinzelten, teilweise aber gewittrigen Störungen, veränderliche Winde.
Aussichten für Sonntag: Im ganzen freundlich und tagsüber ziemlich warm, aber noch nicht ganz störungsfreies Wetter.
Lufttemperaturen am 25. April: mittags 14,2 Grad Celsius, abends 9,2 Grad; am 26. April: morgens 8,4 Grad. Maximum 14,9 Grad, Minimum 6,4 Grad. — Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 25. April: abends 11,9 Grad; am 26. April: morgens 9,4 Grad. — Niederschläge 1,3 mm. — Sonnenscheindauer 0,1 Stunde.
Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot, für den übrigen Teil: Ernst Vlumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.
Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzeloerkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.
Zur Zeit ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.
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ßinlaöung zur oröentllflen (Benetaloerfammlung am Sonntag, dem 5. Mai 1935, 9 Uhr, im Saale des „Hotels H 0 v f e l d ", Gießen, Ecke Friedrichstraße und Wetzlarer Weg.
Tagesordnung:
1. Geschäftsbericht
2. Revisionsbericht
3. Vorlage der Jahresrechn. 1934
4. Beschlußfassung über die Verteilung des Reingewinnes
5. Entlastung des Vorstandes
6. Wahlen in den Aufsichtsrat
7. Anträge
8. Aenderung der Satzung 820(1) und § 38 (2)
9. Kapitalbewilligung 10. Verschiedenes.
Nach §29 der Satzung sind Anträge - Punkt 7 d. Tagesordnung - bis zum 30.4.35 beim Unterzeichneten, Wilhelmitraße 55, schriftlich einzuretchen. Die Jahresrechnung hegt beim 1. Rechner, Münster, IHeringstraße 10, vorn 27. 4. bis 4.5. 35 zur Einsicht für die Genossen offen.
Der Vorsitzende des Aufsichtsrats: _________Hedderich.______2477D Graue ttaare
Wlederhersteilel^'U Fl3 Drog. Eines, Seltersweg 68a 2471v Drog. WinterhoH, Krenzplatz 10,
Bergedung oonBauaröelten.
Für den Neubau von 9 Woh« nungen am Aulweg sollen ver» geben werden:
die (Entwässerungsanlagen, die Wasser-und Gasleitungen.
Altgebote, nur von Mitgliedera unserer Genossenschaft, sind ver« schlossen und mit entsprechender Aufschrift versehen, bis Donners« tag, den 2. Mai d. xL, nachm.
5 Nhr, bei dem Architekten BDA. Hamann, Bergstraße 11, einw reichen. Angebotsformulare und Näheres dortselbsi. 2475D
Gießen, den 26. April 1935.
Baugenossenschaft 1894 e.G. m. b.H.» Gießen.
Hch. Schneider. R. Hahr.


