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Die Berufungsklage im Kairoer Ludenprozeß abgewiesen.

Kairo, 25. April. (DNB.) Das Berufungs- aericht in Alexandrien hat heute das Urteil im Kairoer Judenprozeß verkündet. Das Urteil erster Instanz wurde bestätigt und die Klage des jüdischen Klägers für u n z u l ä ss i g erklärt. Das Urteil lautet:Das Gericht verurteilt in öffent­licher Sitzung und nach streitiger Verhandlung un­ter Abweisung aller weiteren oder entgegenstehen­den Anträge und erklärt die Berufung des Haupt- und Nebenklägers der Form nach für zulässig, aber der Sache nach für unbegründet. Das Gericht be­stätigt das erstinstanzliche Urteil, soweit es die Hauptklage für unzulässig und die Widerklage für unbegründet erklärt hat. Das Gericht verurteilt die Berufungskläger zu den Kosten der Berufungsinstanz, einschließlich des Honorars der Anwälte der Berufungsbeklagten, das auf 75 Pfund für jeden der beiden Anwälte festgesetzt wird."

Erinnern wir kurz daran, worum es bei diesem Prozeß ging: nicht so sehr um die 101 englischen Pfunde, mit denen der jüdische Wechselagent italie­nischer Staatsangehörigkeit, I a b e s , denmora­lischen" Schaden bewertet hatte, der ihm als Ju­den von Rasse und Religion und dem gesam­ten Judentum dadurch erwachsen fein sollte, daß der Deutsche Verein in Kairo im Juni 1933 zur Abwehr der maßlosen Boykottbewe­gung der Juden in Aegypten eine Bro­schüre herausgegeben hatte, in der in durchaus sachlicher Form der übermäßige Einfluß der Ju­den auf das öffentliche Leben in Deutschland dar­gelegt worden war. Worauf es eigentlich ankam, das war die Ehre der deutschen Nation. Wir waren mit der erwähnten Broschüre, die sich sach­lich gegen die Boykotthetze des Weltjudentums mit Argumenten verwahrte, die seit Jahrhunderten bei den Wissenschaftlern aller Länder zur Beweisfüh­rung für den Einfluß des Judentums auf das Le­ben seiner Gastoölker gebräuchlich sind, nicht die Angreifer, sondern befanden uns in dem Recht des Angegriffenen zur Verteidigung.

Italien und

Einschaltung polens als Gegengewicht

Par i s, 26. April (DNB.-Funkspruch.) lieber die Hintergründe der in Frankreich viel beachteten Un- terxedung des polnischen Außenministers Beck mit dem italienischen Unterstaatssekretär S u v i ch in Venedig, willOeuvre" mitteilen können, daß Po­len mit allen Mitteln versucht, den Abschluß des französisch-russischen Paktes zu ver- hindern, oder zum wenigsten in seinen Auswir­kungen abzuschwächen. Mussolini habe bereits in Stresa Laval zu verstehen gegeben, daß er P o - lens Teilnahme am mitteleuropäi­schen Pakt begrüßen würde. Der Duce habe dabei die kriegerische Tüchtigkeit und gleichzeitig die friedliche Einstellung Polens gelobt, was man von Rußland nicht sagen könne. Nach seiner Ansicht würde es jedenfalls für den europäischen Frieden besser sein, wenn Moskau sich weniger in die Angelegenheiten Europas einmischen wollte. In Genf habe Laval Litwinow bedeutet, daß Frankreich keine neuen Beistandsverpflichtungen über­nehmen könne, so daß Rußland mit den balti­schen Staaten auf eigene Rechnung und Gefahr paktieren müßte. Hier habe der polnische Außenminister Beck eingehakt. Zwischen ihm und Suvich sei ausgemacht worden, daß Ita­lien bei den baltischen Staaten, in erster Linie bei Litauen, unternehme, um sie zur Aussöhnung mit Polen zu veranlassen.

Als Gegenleistung biete Italien den drei Län­dern den gegenseitigen Bei st and durch ihre Einbeziehung in das System des mittel­europäischen Paktes an. Man habe besonders Litauen bedeutet, daß dadurch die drohende Ge­fahr, nämlich Sowjetrußland, ein für allemal ausgeschaltet würde.Oeuvre" versichert, daß die baltischen Staaten noch nicht geantwortet hätten. Aber der Versuch Italiens und Polens, Sowjet­rußland bei den baltischen Staaten den Rang ab-

Nach den mißglückten Versuchen des Judentums, in London einen sogenannten Gerichtshof wegen des Reichstagsbrandes aufzuziehen und in Paris durch gerichtsähnliche Massenversammlungen die deutsche Arier-Gesetzgebung zu verurteilen, sollte nun vor einem wirklichen Gericht, dem Gemisch­ten Gericht von Kairo, das neue Deutsch­land abgeurteilt werden. In er st er Instanz war der Prozeß von der Zivilkammer in Kairo unter dem Vorsitz eines Italieners und unter Mit­wirkung eines ägyptischen und eines englischen Richters dahin entschieden worden, daß d i e Klage abgewiesen wurde. Die hinter dem Kläger stehenden jüdischen Propagandisten gaben sich damit aber nicht zufrieden, sondern legten B e - r u f u n a ein, so daß der Prozeß noch einmal vor dem Obergericht von Alexandrien auf­gerollt wurde, das aber nur das Urteil der ersten Instanz b e st ä t i g t e und die Klage der Juden gegen den Deutschen Verein von Kairo als un­zulässig abwies.

Die für Deutschland besonders wichtige juristische und politische Bedeutung dieser Entscheidung liegt darin, daß in der zweiten Instanz ausdrücklich fest­gestellt wurde, daß es sich bei der Klageabweisung nicht nur um eine formaljuristiscke Zurückweisung aus prozeßrechtlichen Gründen handelte, sondern zualeich um eine Klageabweisung in der Hauptsache selbst. Damit ist auch die Frage verneint worden, ob überhaupt ein einzelnes Mitglied einer großen Gemeinschaft, wie sie das Weltjudentum mit rund 15 Millionen Mitgliedern darstellt, eine Klage wegen Beleidigung der Gemeinschaft erheben kann; mit diesem Problem hat sich schon die Recht­sprechung aller Völker und aller Zeiten beschäftigt, mit dem jedesmaligen Ergebnis, daß eine solche Jndividualklage nicht möglich sei. Da es gegen die Entscheidung des Obergerichts von Alexandrien ein anderes Rechtsmittel nicht mehr gibt, ist das Urteil nunmehr rechtskräftig geworden, das für das neue Deutschland ein ebenso großer mora­lischer Erfolg ist, wie es für die jüdischen Propa­gandisten, die diesen Streit heraufbeschworen haben, eine schwere Niederlage bedeutet.

der Ostpakt.

gegen Frankreich und Gowjetrußland? zulaufen, sei höchst interessant für die allgemeine Politik Europas. Rom hege im Grunde genommen Befürchtungen wegen der überragenden Stellung, die das französisch-russische Bündnis Frankreich im mitteleuropäischen Pakt verschaffen würde, der auch durch den zwischen Rußland und der Tschecho­slowakei abzuschließenden Pakt eng mit Sowjet- Rußland verknüpft sein würde. In Polen wolle Italien ein Gegengewicht gegen den franzö­sischen Einfluß in Mitteleuropa schaffen.

Wiederaufnahme der sowjetrussisch­französischen Paktverhandlungen.

Moskau, 26. April. (DNB. Funkbericht.) Die Telegraphenagentur der Sowjetunion bringt eine Meldung von Havas über die bevorstehende W i e- deraufnahme der vorgestern unterbrochenen französisch-sowjetrussischen Paktverhandlungen. Es sei zu erwarten, daß die Verhandlungen gleich zu Beginn in einen aktiveren Stand treten würden. Man rechnet damit, daß es nunmehr ge­lingen werde, die Besprechungen in ein norma­les Fahrwasser zu lenken und beiderseits a n- nehmbarere Paktbedingungen zu schaffen.

Die Befestigung der Meerengen.

Türkische Forderungen auf der Donau-Konferenz.

I st a n b u l, 26. April. (DNB.-Funkspruch.) Der türkische Außenminister Dr. Aras ist von feiner Auslandsreise zurückgekehrt. Er berichtete dem Staatsoberhaupt in Ankara seine Genfer Eindrücke. Dr. Aras äußerte sich sehr anerkennend über die Unterstützung, die die türkischen Forderungen auf Befestigung der Meerengen bei Sowjetrußland ge­funden habe. Am 10. Mai will Aras in B u k a r e st

an den Besprechungen der Balkan-En lenke teilnehmen. Nach kurzer Berichterstattung in An­kara fährt Aras zur Donau-Konferenz nach Rom. Man erwartet, daß auf der Konferenz auch die Rüstungslage Oe st erreich s, Un­garns und Bulgariens erörtert werde. Die Türkei macht ihre Zustimmung zu einer Aenderung der Militärbestimmungen für diese Länder von der Aufhebung der einseitigen Rüstungs- beschränkunaen für die Türkei in Thrazien und an den Meerengen abhän­gig. Sie vertritt die Auffassung, daß an der Meer- engenfrage nicht nur die westlichen Großmächte in­teressiert seien, sondern auch die Staaten des Do­naubeckens. Im Zusammenhang damit sind auch die mehrfachen türkisch-bulgarischen Freund­schaftsbekundungen der letzten Zeit bemer­kenswert.

Italiens Absichten inOstafrika.

Verschleppt Rom absichtlich

die Verhandlungen mit Abessinien?

London, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Der Korrespondent desDaily Telegraph" in Addis Abeba meldet: Zuverlässige Nachrichten aus der italienischen Kolonie Erythräa geben Aufklärung über das Ausmaß der dort im Gange befindlichen militärischen Vorbereitungen. Bis­her sind bereits mehr als 60000 Soldaten und 1000 Flugzeuge aus Italien in Erythräa gelandet worden. Hierzu kommen noch umfang­reiche Mengen von Material und Trans­portmitteln verschiedener Art, von Automobil­kolonnen bis zu Maultieren. In vielen Bezirken der Kolonie werden unter der Leitung von Sach­verständigen mit großer Schnelligkeit Wege ge­baut. In Addis Abeba glaubt man, daß die Italiener beabsichtigen, die jetzigen Verhandlungen bis Ende Mai, also bis zum Anfang der Re­genzeit in die Länge zu ziehen. ' Während der dann folgenden 4 Monate würden irgendwelche Bewegungen' der Aethiopier auf der abessinischen Hochebene beinahe unmöglich fein. Erythräa da­gegen wird davon nicht in Mitleidenschaft gezogen, und bei Aufhören der Regenperiode im Oktober würde ein italienischer Angriff

die Abessinier unvorbereitet treffen.S t a r" schreibt unter der UeberschriftEin Verzögerungs­spiel" u. a.: Jedesmal, wenn ein Fortschritt auf dem Wege zu einer italienisch-abessinischen Re­gelung als unmittelbar bevor st ehend an­gekündigt wird, macht Italien den Vorwurf neuer Grenzzwischenfälle, die ihm das Recht gäben, wieder zu seiner alten Haltung zu- rückzukehren. Dieser Fall hat sich jetzt wiederholt, nachdem Abessinien sich mit einem Schlichtungs­verfahren einverstanden erklärt hat. Diese Me­thode ist jedoch zu häufig angewendet worden, um nicht den tiefen Argwohn zu erwecken, daß der italienischen Regierung eine Hinaus­zögerung der Regelung gelegen kommt. Man wird zu dem Schluß getrieben, daß diese Ver­zögerungen bis zum Ende der Regenzeit im Frühherbst, wenn die italienische Expeditions­streitmacht in Bewegung gesetzt werden kann, an­dauern sollen."

Geben bie indischen Fürsten nach?

S i m I a , 26 April. (DNB.-Funkspruch.) lieber 50 v. H. aller indischen Fürsten, vor allem die Herr­scher der größeren Fürstentümer, sollen bereit sein, dem Bundes st aat Indien beizutreten. Dieser überraschende Beschluß der indischen Fürsten soll unter dem Einfluß der ihnen bei­gegebenen politischen Berater erfolgt sein. Damit wäre tatsächlich das Zustandekommen des Bundesstaates sichergestellt und schon im Herbst 1936 könnte bie Provinzialautonomie verwirklicht werden. Früher, als zunächst er­wartet, würde dann wahrscheinlich im Herbst 1937 der Bundesstaat Indien gegründet werden. Wan rechnet allerdings damit, daß die Minderheit der kleineren Fürstentümer nur sehr zögernd dem Ent­schluß der übrigen Fürsten folgen werde.

Nach Meldungen aus Tokio soll Marschall Tschiangkaischek an einer Lungentuber­kulose ernstlich erkrankt sein. Diese Nachricht wird besonders in militärischen Kreisen nicht geglaubt, da von einem solchen Leiden des Marschalls nichts bekannt war.

Oie Tagung

-er Deutschen Gesellschafi für Chirurgie.

Berlin, 25. April. (DNB.) Am Nachmittaa der ersten Sitzung der Chirurgentagung sprach Bauer (Breslau) über Fragen der Sterili­sation. Die Tatsache, daß 96 v. H. aller Steri­lisierten unter die Gruppe der schweren Gei­stesstörungen fielen, zeige, daß der Kreis der Erbkranken erfaßt werde, den der Gesetzgeber ge­wünscht habe. Das technische Problem der Gefahr­losigkeit und Sicherheit sei gelöst. Von Niku - licz-Radetzki (Königsberg) berichtete über feine Erfahrungen bei der Sterilisation erb­kranker Frauen. Wie für den Mann sei auch für die Frau das operative Risiko auf ein Mini­mum reduziert worden. An diese Ausführungen schloß sich eine eingehende Aussprache an. Zu Der Abendsitzuna wurden Lichtbilder vorgeführt. P a - schoud (Lausanne) zeigte einen Film, der in seiner Klinik hergestellt wurde, in welcher die Kran­ken nach Bauchoperationen bereits unmittelbar nach der Operation vom Operationstisch aufstehen und auch an allen folgenden lagen zum Aufstehen an­gehalten werden. Einen ähnlichen Film zeigte H a v l i c z e k (Schatzlar). Fischer (Münster) stellte auf Grund seiner Untersuchungen eine Hypo­these für die Entstehung lymphatischen Gewebes bei Entzündungen auf. Krückmann (Berlin) schilderte die optischen Grundlagen des Doppel- sehens bei Fehlstellungen des Auges und die Möglichkeit, derartige Sehbehinderungen durch be­sondere Kopfhaltung und eingeübte Augenstellung auszugleichen. Tönnis (Würzburg) berichtete über Operationen von Hirngefchwulsten an der Hirnhautbedeckung des Kleinhirns. A x h a u s e n (Berlin) berichtete von seinen Erfolgen bei der Operation von verzweifelten, schon mehrfach vor­operierten Fällen von Gaumenspalten. O e h l e ck e r (Hamburg) machte Ausführungen über die Bech­terewsche Erkrankung der Wirbelsäule. Brandes (Dortmund) gab Aufschlüsse über seine Operations­methode bei ungünstigen Schenkelhalsbrüchen nach den Vorschlägen Pauwels. Hintze (Berlin) be­sprach die Erfolgsaussichten der operativen und

Bestrahlungsbehandlung der bösartigen P i g- mentgefchwülste anhand zahlreicher von ihm behandelter Fälle.

Am zweiten Sitzungstag begann am Vormittag Stich (Göttingen) mit dem zweiten Hauptreferat der Taauna: Embolie. Nach einer Aufzählung der verschiedenen Ursachen der Embolie erklärte er, daß es feststehe, daß nicht etwa die Einspritzungen von Serum und Medikamenten in die Blutadern eine ursächliche Bedeutung haben sollten. Die von mancher Seite behauptete Zunahme der Throm­bosen und Embolien bestehe in Wirklichkeit nicht, so daß zu einem Pessimismus kein Anlaß gegeben sei. Es ständen heute viele Methoden zur Ver­fügung, die die Gefahr bei einer Operation auf ein Minimum reduzierten. Payr (Leipzig) hat bei ge­wissen Fällen von chronischen Thrombosen biswei­len von Bestrahlungen Gutes gesehen. Nehr­korn (Elberfeld) kann auf Grund seiner Erfah­rungen bestätigen, daß frühzeitige Bewegungen der Kranken vorteilhaft sind. Havliczek (Schatz­lar) sieht in dem Uebertritt von Blut, das dem Leberkreislauf abstammt, in den großen Kreislauf ein auslösendes Moment für die Bildung der Thrombose. R i e b l (Königsberg) trat für radikale Entfernung der feptifch-thrombosierten Blutadern in Fällen von schweren Infektionen, beispielsweise bei fortschreitenden Oberlippenfurunkeln ein.

In der Nachmittagssitzung sprach S ch l o e ß - mann (Bochum) überSie Bluterkrank­heit Hämophili e". Der Erbgang dieses Lei­dens fei geschlechtsgebunden, d. h. Träger der Krankheit seien nur die Männer, die das Leiden mit vererbten. Die Weitergabe der Krankheitsan­lage erfolge durch die selbst nicht erkrankten Müt­ter, und zwar auf die Hälfte ihrer Söhne. Die Hämophilie fei offenbar nur eine bet der weißen Raffe bekannte Krankheit. Frey (Düsseldorf) be­richtete, daß er vier Kinder mit schwerer Bluter­krankung mit dem Kreislaufhormon Padutin be­handelt und damit ein sofortiges Aufhören der Blutung erzielt habe.

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