cse.
Tetreidegroß, rlei Geschäfts, chend angebo- t Rücksicht auf nb auf Grund ne Ausnahme) 'düng mit der Mitteln abge- är wird kaum n. Don Müh- in Nachmehlen
Kleie weiter
'er 'n un», m o.rb"t, «MV* etwa i
fe*3 S?Ä S**1 di- *Mun.
yl bis Q? |en eine NM Iert 2,75 {$ ; an der 1 surfen aus- Mngen jeder Ochmann mit und Waft ent- unö ^erzdank 0,50 1 erneut 0,50 Ä W l83) Nachfrage für eunqe Ctädte- ^Me, waren e Neichsschuld.
erhöhen, agskurfe keine erten notierten bbahn mit 157
alles übrige je W IX 209, W X 169, R XIII »er Mühlen des sie G IX 171, II 169, H XIV
Bei Wasser- - mehr. Somme-/ W" XIII ’ XIII 23,70, »cht-Ausgkich. rmchi 13.15, IM, Roggen- sienfeftpreis ob Itonopoizufchiag rdnusikuchen m. t Fabrikftaiion. . 10,50, Weizenoder gebündelt
er Gegend 3,- 2,90 M. per
Tendenz: ruhig.
markt.
Vorbericht.) Um e- Dorauftrieb: Mer, 39 Schafe, 35 bis 60 Mark, >is 52Wt- hämmel, Schafe
dberg.
luf dem heutigen ende Preise be- 18 bis 20 Mark,
25 Markund
/bis 30 Mark- )er Handel war iminen geräumt.
2,483
kfvrt^Ul
tzeid^ 0,658
414J 0,201 3,047 tt,64 81,10 12-01 5,305 16,38 167-9 20.68 0,704 5,64 60,37 48,95 10,$ 61.97 80, 33,97 10>
—T662* 42,06 0,203 3,053 53.74 81,2 12,04 5,3 16, 168.27 20,72 0,706 s-ez 60,49 49.05
0,92 62,09 80.88 34,03 10,395
Hr.97 Erstes Blatt
185. Jahrgang
Zreitag, 26. April 1935
Erscheint täglich, außer Sonntags und Feiertags Beilagen: Die Illustrierte Siegener Familienblatter Heimat tm Bild • Die Scholle Monats-Bezugspreis:
Mit 4 Beilagen RM.1.95 Ohne Illusttierte , 1.80 Zustellgebühr.. „ -.25 Auch bei Nichterscheinen von einzelnen Nummern infolge höherer Gewalt
Fernsprechanschlüffe
enter Sammelnummer 2251 Anschrift für Drahtnach« richten: Anzeiger Gießen
Postscheckkonto:
Sranffurt am Main 11686
Eichener Anzeiger
General-Anzeiger für Oberhessen
Druck und Verlag: vrühl'sche Univerfitätr-Vuch- und Steinöruderei «.Lange in Sieben. Schriftleitung und Geschäftsstelle: Schulstrahe 7
Annahme von Anzeigen für die Mittagsnummer bis 8'/,Uhr des V ormittags
Grundpreise für 1 mm höhe für Anzeigen von 22 mm Breite 7 Rpf., für Text- anzeigen von 70mm Breite 60Rpf.,Platzvorschrift oder schwieriger Satz 25°/0 mehr
Ermäßigte Grundpreise:
Stellen-, Vereins», gemeinnützige Anzeigen sowie einspaltige Gelegenheitsanzeigen 5 Rpf., Familienanzeigen, Bäder-, Unterrichts- u. behördliche Anzeigen 6Rpf. Mengenabschlüsse Staffel B
Wohinaus steuert England?
Ein zwiespältiger Zeitungsaufsatz des britischen Premierministers.
„Friede,Deutschland und Stresa"
Was will Macdonald?
London, 25. April. (DRV.) Ministerpräsident Ramsay Macdonald veröffentlicht in seiner Eigenschaft als Parlamentsmitglied im „News Letter", dem Wochenblatt der Nationalen Arbeiterpartei, einen Artikel, der die Ueberschrift trägt „Friede, Deutschland und Stresa". In dem Artikel heißt es u. a.: Heute ist das Los des Friedensstifters hart. Er sieht sich plötzlich einer schnellen Bewegung Deutschlands gegenüber, die neue Befürchtungen in den Gemütern der europäischen Nationen erregt Herr Hitlers Ankündigung war begleitet von der üblichen Erklärung friedfertiger Absichten, und wählend seiner Besprechungen mit Sir John Simon -und Eden hat er sich auf gewisse Vorschläge für Friedensgarantien festgelegt, von denen, obwohl sie, gemessen an den gegenwärtigen Erfordernissen, sehr wenig Bedeutung haben, zweifellos einiger Gebrauch gemacht werden kann, Iavenn Europa in der Gemütsverfassung ist, zu einer ruhigeren Prüfung der Sicherheitsprobleme zurückzukehren. Ich kann nicht beschuldigt werden, ■nid) Deutschland jemals in der „Versailler Geistesverfassung" oder der Geistesverfassung eines Mannes genähert zu haben, der von der Voraussetzung nusging, daß ein mächtiges und stolzes Volk durch Macht in Unterwürfigkeit gehalten werden konnte. Ich war immer überzeugt, daß es für den Völkerbund katastrophal sein würde, wenn er von Siegern zur Verewigung einer Macht st ellung und einer Geistesverfassung benutzt werden würde, in der sie sich am Tage ihres Sieges befanden. Als ich das letztemal in Genf sprach, sagte ich, daß Sieger und Besiegte besondere Friedensbemühungen zu unternehmen hätten. Die bewaffneten Mächte müßten einem niedrigeren R ü st u n,g s st a n d z u - Kimmen und die anderen einen Beitrag leisten, t»er die Ruhe und vertrauensvolle Stimmung in Europa erhöhen würde.
Wie ich soeben dargelegt habe, haben die Berliner Besprechungen einige Punkte aufgezeigt, die w e i - i e r untersucht werden sollten, um sestzustellen, 1 ob sie irgendwie zur kollektiven Sicherheit beitragen, aber welches auch das Ergebnis sein mag, Deutschland hat in einer Weise gehandelt, die das gegen- ieitige Vertrauen in Europa zerstört e. Es beansprucht ein Maß bewaffneter Macht, das die meisten Nationen Europas seiner Gnade preisgibt. Berlin behauptet, daß Deutschland miste, um seine Ehre und Selbstachtung zu befrie- liigen, und es behauptet ferner, daß der Umfang feiner Rüstungen nur zu seiner eigenen Sicherung c usreicht. Aber wie kann Berlin blind sein gegen- iber der Wirkung, die seine kolossale Rüstung ruf das Gefühl der Sicherheit anderer Nationen leben muß? „Ihr müßt mir vertrauen" lautet die I Antwort. ,Zch versichere euch, daß ich keine feind- j'lige Absicht gegen euch habe." Es fordert seine ladjbarn auf, eine mündliche Versicherung friedfertiger Absichten anzunehmen, die es selbst nicht um feinen Nachbarn annehmen würde. Die Natio- nen, die in ihren Beiträgen zur Abrüstung im Rückstand geblieben sind, beglückwünschen sich jetzt silbst, daß sie darauf gewartet haben, daß Deutschlind zuerst seinen Beitrag leiste.
Das deutsche Volk verlangt viel zu viel von denen, iäe es am besten verstehen und das größte Mit- ;°fühl mit ihm haben, wenn es fordert, daß sein -iel ebenso wie seine Methoden ohne Furcht und chne Verdacht hingenommen werden sollten. Kein europäisches Volk, nicht einmal ein Volk, das das orößte Vertrauen genießt, kann es sich leisten, sich s-Sbst von dem Friedenssystem Europas zu isolieren. An Land, das erklärt: „Hier sind meine Entscheidungen und ich werde sie mit niemandem erörtern", verlangt zu viel von seinen Nachbarn, wenn es hvfft, als Friedenshelfer angesehen zu werden.
Meine ersten ernsten Zweifel an der deutschen Diplomatie entstanden, als Deuts chlandd en 2 ölkerbund verließ aus Gründen, die ich nemals als gewichtig einschätzen konnte, außer, ich avllte annehmen, daß der deutschen Regierung die iefriebung Europas gleichgültig sei. Zwei Wege stunden ihr offen, der eine war, ihre Forderungen dd r einer Konferenz in Genf vorzu- bringen. Hierauf erwiderte sie: Ich würde nicht fair behandelt werden. Aber kein Lund hat das Recht, es abzulehnen, mit anderen ; sammenzukommen auf Grund einer bloßen Mut- irußung. Deutschland hat sich nicht das Ansehen Md die Anteilnahme erworben, die es suchte; es 'M das Mißtrauen so gut wie jeder Nation in Europa erregt. Die britische Regierung glaubt, daß bi e Hilfe Deutschlands bei allen Frie° b?ns - und Abrüstungsverhandlungen Die f e n Hi d) ist. Wenn es diese Hilfe nicht leistet, so macht Deutschland sich selbst zu dem Problem bis Friedens, anstatt sich mit uns zu vereinigen in iur Voraussetzung, daß der Friede auch für Deutschland so wie für Großbritannien und alle anderen B-nfer Nationen das Problem ist.
Ich weiß, daß, wenn die unruhige Geschichte diele- Zeiten in kaltem und gerechtem Licht der Wahr- w.t studiert und ausgezeichnet werden wird, nicht de ganze Schuld vor Deutschlands I! Eli re abgelaöen werden wird. Dies wird aber ) utschland von dem Tadel nicht befreien, die Aus
sichten auf Erfolg der Friedensbemühung zerstört zu haben, auch nicht von dem Tadel, Europa plötzlich besorgt gemacht und sich wieder den verhängnisvollen Weg des Militarismus zugekehrt und somit die Nationen Europas gezwungen zu haben, sich wieder mit erhöhter militärischer Rüstung zu versehen. Dies habe ich mit Bedauern und nicht nur in selbstgerechter Verurteilung geschrieben. Die Tür für eine ehrenvolle Vereinbarung, die Deutschland nicht nur sicher machen, son
dern ihm auch das Vertrauen seiner Nachbarn geben und es zu einem geschätzten Gefährten beim Friedenswerk, anstatt zu einem ungewissen und verdächtigen Beobachter machen wird, ist nach wie vor offen und niemand anders als Deutschland wird sie schließen. Stresa hat dies klargemacht. Wird die deutsche Regierung ihre friedfertigen Absichten beweisen durch die sofortige Erklärung, daß sie bereit ist, ihre Rolle bei der praktischen Durchführung der Entschließungen von Stresa zu spielen?
3fl das die englische Meinung?
Oie presse überrascht und beunruhigt.
London, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Der Aufsatz Macdonalds findet erst in wenigen Blättern eine Würdigung. Die Organe der Liberalen und der Arbeiterpartei drücken Ueberraschung und Unruhe aus. „News Chronicle" erklärt sich außerstande, den eigentlichen Sinn des Aufsatzes zu entdecken. Wir alle wissen bereits, so schreibt das Blatt, daß unser jetziger Premierminister unklar und unberechenbar ist. Aber sogar er hat uns mit seinem erstaunlichen Aufsatz über Deutschland überrascht. Das englische Volk hat ein Recht darauf zu wissen, w o - rauf sein Premiermini st er eigentlich hinaus will. Wenn die Erklärung in dem Sinne gemeint ist, das sie das volle Gewicht einer Erklärung der Regierungspolitik besitzt, dann ist ein verworrener Artikel in einem Parteiorgan nicht die geeignete Form. Auf jeden Fall ist es außerordentlich unangebracht, einen so kritischen Gesichtspunkt in einem kritischen und möglicherweise entscheidenden Augenblick von Verhandlungen, die für die Sache des Friedens von höchster Wichtigkeit sind, amtlich Ausdruck zu geben.
Der „Daily Herald" führt u. a. aus, manches spreche dafür, daß Deutschland sich die Frage der „noch immer offenen Tür" überleg:. Unter solchen Umständen wäre es ein Gebot der Klugheit gewesen, vorläufig Stillschwei- g e n zu bewahren. Abgesehen hiervon müsse man entschieden gegen den Satz Einspruch erheben, daß Deutschlands militärische Rüstungen unvermeidlicherweise den gesunden friedfertigen Gedanken allgemeiner Sicherheit in die gefährliche Form militärischer Bündnisse bringen müsse. Dies sei eine sonderbare und g e - sährliche Lehre. Sie bedeute, falls sie überhaupt irgend etwas bedeute, daß ein System kollektiver Sicherheit in bester Ordnung sei, solange es keine Bedrohung des Friedens geben, daß aber in dem Augenblick, wo eine Gefahr drohe, dieses System „unvermeidlicherweise" zugunsten
eines Systems von Bündnissen aufge- g e b en werden müsse. Man habe das Recht zu fragen, ob dies wirklich die wohlerwogene Ansicht des Premierministers und des britischen Kabinetts sei, mit anderen Worten, ob nach Macdonald und seiner Kollegen Ansicht Großbritannien „unvermeidlicherweise" in ein Sy st em militärischer Bündnisse hineingezwungen werde. Wenn dies der Fall sei, so sollte dem Lande offen und deutlich erklärt werden, was die neue Politik bedeute und wohin sie führe. Wenn dies nicht die Meinung sei und es sich nur um einen Fall rhetorischer Nachlässigkeit handele, dann müsse die Angelegenheit auch sofort aufgeklärt werden. Inzwischen würden die Worte des Premierministers unbedingt „Furcht und Unruhe" erregen.
Im Gegensatz zu diesen Aeußerungen schreibt der rechtskonservative „Daily Telegraph", der Sache des Friedens werde zuweilen am besten durch größte Offenheit gedient. In diesem Sinne habe der Premierminister seine Gedanken nach Abschluß der Stresa-Konferenz zu Papier gebracht. Worte wie die von den Folgen der deutschen Handlungsweise seien bemerkenswert, da sie von einem Manne kämen, der immer der Sache des Friedens leidenschaftlich ergeben gewesen fei. Sie entsprächen aber auch der wahren Stimmung nicht nur der britischen, sondern auch jeder anderen Regierung in Europa. Der eindrucksvolle Satz, daß die neueste deutsche Politik militärischer Aufrüstung unvermeidlich den Gedanken kollektiver Sicherheit in die gefährliche Form militärischer Bündnisse verwandele, wirkt hier sich natürlich nur auf den Fall aus, daß Deutschland nicht begreife, wie wirklich die allgemeine Furcht fei, die es hervorgerufen habe, und daß es nicht feiner feldftgewählten Isolierung durch Rückkehr zum Völkerbund und Zusammenarbeit mit anderen Nationen ein Ende mache.
Das berliner Echo.
Berlin, 26. April (DNB.) Zu den Ausführungen des britischen Ministerpräsidenten Macdonald schreibt der „ V ö l k i s ch e Beobachter": Es wird niemand in Deutschland geben, der nicht die immer wiederholten Bemühungen Macdonalds für die Sicherung des Friedens in Europa anerkennen wird. Um so mehr wird die Haltung, die aus dem Artikel in „News Letter" hervorgeht, bedauert werden müssen. Sie zeigt klar, daß Macdonald anscheinend niemals die politische Lage in Europa in den 16 Jahren seit Versailles in ihrer Wirklichkeit erkannt hat. Von der Tatsache, daß die anderen Unterzeichnermächte des Versailler Diktates bis heute nicht daran gedacht haben, ihren Verpflichtungen aus dem bekannten Teil V nachzukommen, und daß Frankreich sie heute sogar feierlich be st reitet, weiß Macdonald nichts au berichten. Dafür aber macht er Deutschland den Vorwurf, wieder den „Weg des Militarismus" beschritten und das gegenseitige Vertrauen in Europa zerstört zu haben. Auch diese Vorwürfe von englischer Seite, die leider ebensogut aus einer französischen Redaktion stammen könnten, machen Deutschland nicht in seiner Überzeugung irre, das moralische Recht auf seiner Seite gehabt zu haben, als es den Schritt vom 16. März tat.
In der „Deutschen Allgemeinen Zeitung" wird die Begründung Macdonals, der deutschen Regierung sei die Befriedung Europas gleichgültig, als reichlich oberflächlich bezeichnet. Wie denke er sich das weitere Verhalten Deutschlands, wenn er der Ansicht sei, Deutschland hätte feine Forderungen in Genf vorbringen sollen, gewissermaßen, als ob in der Zwischenzeit nichts geschehen wäre? Wieso Mißtrauen gegenüber Deutschland Platz greifen konnte, fei ebenfalls unerfindlich. Es habe wohl keine Regierung bisher so mit offenem Visier gekämpft wie Deutschland, als es feinen Entschluß vom 16. März in aller Offenheit der Welt unterbreitete.
Das „Berliner Tageblatt" spricht von einem „falschen W e g" und meint, wir gehen in diesem Augenblick besser nicht daraus ein, daß uns die berühmte offene Tür vorgestellt wird in der Form unseres Beitritts zu den Stresa-Befchlüsfen, die in unserer Abwesenheit gefaßt worden sind. Sie sind durchweg, und dies bekräftigt eben der Artikel, geschmiedet mit (Spifoe gegen uns, in glühendem Mißtrauen, in Furcht. Ob sie sich
umschmieden lassen, das hängt nicht ab von unserem guten Willen, der immer da ist, wo er immer da war. Es hängt davon ab, daß bie Angstpsy - chose a u f der anderen Seite verschwindet, der verhängnisvolle psychologische Irrtum über Deutschlands innere Haltung, der dort obwaltet. Der Frieden will eine friedliche Luft um sich, um zu gedeihen. Er erträgt nicht Erregung und aus Angstpsychose geborene Unterstellungen, gegen die kein Kraut bisher gewachsen ist, weil sie nur aus dem Affekt sich herleiten und alle Grundlagen verständiger und würdiger Aussprache zerstören.
Die Darifer presse mit Macdonald zufrieden.
Paris, 26. April. (DNB. Funkspruch.) Die Presse macht viel Aufhebens von dem Artikel des Ministerpräsidenten Macdonald. Seine Ausführungen werden als Beweis für den Umschwung angesehen, der sich in der englischen Oeffentlichkeit anbahne. Man fragt, ob nun die englische Regierung auch die notwendigen Schlußfolgerungen aus den Erklärungen Macdonalds ziehen werde. „Logischerweise müßte", so meint L'Ordre, „das englische Kabinett bereits jetzt Englands Bereitschaft erklären, an die Seite Frank- reichs, Italiens und aller anderen Nationen zu treten. Aber ist das englische Volk in feiner Gesamtheit zu einer derartigen Handlung bereit? Vielleicht noch nicht g a n z." „Le Jour" schreibt, Macdonald erweise dem Frieden einen neuen Dienst. Trotz aller Kritik halte er an feiner und an der Politik von Stresa fest. Am Vorabend der Donau-Konferenz rufe er Deutschland warnend zu, daß die Beschlüsse von Stresa mit oder ohne Deutschland' verwirklicht werden würden. Diese Festigkeit komme sehr gelegen. Heros meint u. a., ganz Europa habe den Eindruck, daß das neue Deutschland „bie Stiefel bes alten Deutfchlanb anziehen wolle", daß es wieder anfange, feine Nachbarn zu bedrohen. Sicherlich aber wolle Hitler das nicht. Der außenpolitische Anfang Hitlers fei gut gewesen. Seine Friedenserklärungen an Frankreich hätten einen ausgezeichneten Eindruck gemacht. Die Atmosphäre gegenüber Deutschland begann sich zu ändern. Aus diesen Weg müsse Deutschland zurück.
Segen der Arbeit.
Deutschland rüstet zum 1. Ma i. Als im Vorjahre der Führer die Arbeitsschlacht eröffnete, waren bie Schäden eines liberaliftisch-marxistischen Systems noch deutlich, die Zerrissenheit, die jahrzehntelange Vergeudung aller materiellen und geistigen Kräfte in sinnlosem Kampf gegeneinander, und damit war auch verbunden die gewaltige Arbeitslosigkeit und die Hoffnungslosigkeit der Massen. Wir sind im vergangenen Jahre weiter gekommen, bie Arbeitsschlacht hat ihre volle Wirkung erzielt, bie Arbeitslust ist neu geweckt worben unb ein schaffendes Volk feiert in diesem Jahre den Tag des 1. Mai als Symbol unb Inbegriff feines Wesens.
Das Wesen aber ber beutschen Nation ist Arbeit. Der Deutsche ist von jeher gewöhnt, wie Richarb Wagner es ausbrückte, ein Ding um seiner felbft willen zu tun. Er schafft also nicht allein nach bem Lohn, nach bem Ertrag ber Arbeit, sondern aus Lust an seinem Können, unb das pielleicht war gerade das Niederziehende, baß viele, viele Hänbe unter bem alten System unfreiwillig feiern mußten unb ber Staat ihnen keine Möglichkeit gab, bie erlernte Geschicklichkeit zu beweisen. Wir machen bafür mit Fug unb Recht das alte System verantwortlich. Es beruhte auf dem Eigennutz, es ging rücksichtslos über die gemeinsamen Interessen hinweg, zerstampfte sie, um einigen Wenigen auf Kosten der Gesamtheit zu einem Reichtum zu verhelfen, der, wie die Inflation und die nachfolgenden Jahre bemiefen, doch schnell dahinschwand. Wir waren unter diesem System wirtschaftlich abgemagert bis auf bie Knochen, wir trugen in uns bie Brustseuche, unb alle Flickmittel halsen nur zur Beschleunigung bes Verfalls.
Dazu kam bie ungezügelte Probuktions- und Preispolitik. Es ist ein Naturgesetz, daß bei einer solchen Wirtschaftspolitik nach und nach das Elend alle schaffenden Kreise erfaßt. Die landwirtschaftliche Produktion wurde stoßweise und zu verschiedenen Preisen abgesetzt, wobei der Bauer unter dem Zwang ber Verhältnisse seine Ware verschleubern mußte. Die Jnbustriear- b e i t e r s ch a s t unterftanb bem Gesetz, wonach bas Angebot von Arbeitslosen größer war als die Nachfrage. Die Gewerkschaften schauten ausschließlich auf ihre Kreise unb vermochten nicht, ben Zustrom von Arbeitskräften in bie Stäbte abzubämmen. Und schließlich herrschte wie in Gewerkschaftskreisen ber Gewerkschaftssekretär, so in ben Unternehmerver- bänben ber Syndikus, beide als schroffe Vertreter einer Jntereffenpolitik, die im zerreibenden Kampf bie Kräfte weiter teilte unb in Feindschaft fetzte.
Es ist ber Fluch biefer Wirtschaftspolitik gewesen, baß sie rücksichtslos gegen bie Interessen ber Gesamtheit sich verging. Aber im Grunbe war bas aus einer rein materialistischen Einstellung heraus erklärlich. Der Marxismus war bie letzte Frucht eines Liberalismus, ber zwar eine Rolle von weltgeschichtlicher Bebeu- tung im Kamps gegen ben alten Privilegienstaat geführt hatte, ihn zertrümmerte unb burchaus mit Recht bie freie Entfaltung ber Wirtschaftspersön- lichkeit unb bamit auch bie Kulturtaten ber vergangenen Jahrzehnte hervorrief. Aber als herrschen- bes Prinzip würbe ber Liberalismus als Jbee Dem Kapitalismus in feiner roiberroärtigften Form bienftbar. Wenn in ben Vereinigten Staaten von Norbamerika z. B. einige Wenige ein Riefenvermögen errafften, babei nicht immer die saubersten Mittel anroanbten unb unzählige Existenzen vernichteten, so haben wir hier bie Verzerrung einer Jbee auf Kosten ber Allgemeinheit. Der Marxismus schließlich bekämpfte angeblich ben Kapitalismus, aber in Wirklichkeit war er beffen Ergänzung unb ist schlechthin nicht benkbar ohne bas kapitalistische Zeitalter. Abgesehen von seiner internationalen Phraseologie brückte er bie Massen in bas Proletariat hinab, er mußte als politische Macht bie Verelenbung ber Massen als Vorbebingung eines gesellschaftlichen Umsturzes bezwecken unb prebigte ben Arbeitern, baß ihre Arbeit schließlich nur nach bem Ertrage zu werten sei. Damit mürbe bie Freube an ber Arbeit unb am Ardeitsprobukt systematisch abgetötet, bie rein materialistische Auffassung fraß sictz immer tiefer ein unb führte zum wirtschgftlichen Kampf aller gegen alle.
Demgegenüber hat ber Nationalsozialismus ber Arbeit einen neuen Wert unb I n - halt gegeben. Er hat im Laufe bes letzten Jahres zielbewußt bieVerbunbenheit allerSchaf- f e n b e n geförbert unb bie Schöben ber alten Wirtschaft beseitigt. Der schaffenbe beutsche Mensch ist heute befreit von ben Schlingen, bie Marxismus unb Kapitalismus ihm anlegten, unb bamit hat sich eine qrunblegenbe Aenberung nicht nur ber wirtschaftlichen, fonbern auch ber geistigen Haltung bes beutschen Arbeiters angebahnt. Zunächst wirb im nationalsozialistischen Staat jebe Art Arbeit a 15 Dien ft an ber Gesamtheit gewertet unb berjenige, ber bie Arbeit verrichtet, erwirkt bamit auch einen Anteil am Gesamt- arbeitsprobukt. Er ist nicht mehr ausgeschlossen von ben Gütern unb Schönheiten, bie bie Arbeit in ihrer Gesamtheit erzeugte. Der Arbeiter ist im neuen Deutschland, ganz gleich, welche Funktionen er erfüllt, ob Betriebssichrer ober Mann ber Vetriebsgefolgschast, teilhaftig bes großen Kultur st romes, ber eben burch bie Arbeit erzeugt wirb. Er ist bamit nicht Objekt ber Wirtschaft geworden, wie er es bisher war, sondern bestimmt sie. Diese neue Wertung der Arbeit bat sich überraschend schnell Bahn gebrochen. Der Bauer, der Angestellte, der Arbeiter fühlen sich jetzt als gleichwertig eben aus der geistigen Erfassung ihrer Arbeit heraus. Und das ist ein Neues. Man arbeitet heute nicht nur, um das Leben zu fristen, sondern ist sich bewußt, Steine zu dem großen Bau der deutschen Volkswirtschaft und ber


