Dienstag, 26. Mrz 1935
Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Oberhefsen)
llr.72 Drittes Blatt
Aus der Provinzialhaupistadt
Verschönerung des Gießener Ehrensriedhoss
Gräber mit den neuen Steinen auf dem Ehrenfriedhof unserer gefallenen Helden.
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Der neugestaltete Friedhof der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen.
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Dr. H.
nung auf den Herrn.
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strenger Gemessenheit fuaiert der Chor in tiefer Lage den Gedanken des Sterbenmüssens im Sinne des Alten Testamentes; da ruft eine Helle Sopranstimme die neutestamentliche Tröstung aus der Offenbarung Johannis hinein; die Instrumente intonieren zur Weiterführung des Soprans die Me- lo-die: „Ich hab mein Sach' Gott heimgestellt". Wenn auch die andern Stimmen am Sterbegedanken noch festhalten, sie müssen verstummen, selbst die Instrumente klingen in schwebender Bewegung aus; nur noch der Sopran läßt in erregter Koloratur den Gedanken der Hingabe an Jesus ausklingen. Es ist erstaunlich, mit welcher Eindringlichkeit Bach hier strenge Gesetzlichkeit, Ergebenheit in den Willen Gottes un* die erlösende Kraft Jesu in ihrer Symbolik miteinander bindet.
Man hat die Annahme aufgestellt, daß an dieser Stelle dann der Geistliche seine Gedächtnisrede mit der Einsegnung des Toten hielt, denn die Worte des folgenden Duetts knüpfen mit dem beginnenden Altsolo „In deine Hände befehle ich meinen Geist" daran an. Der Baß antwortet „Heute wirst du mit mir im Paradiese sein". Der Erlösungsgewch- heit gibt der Alt nun Ausdruck, indem er sich mit dem Choral „Mit Fried' und Freud' fahr ich dahin" zugesellt; in Ruhe ausklingend zu begleitenden Gamben mit den Worten „Der Tod ist mein Schlaf worden". Das Bewußtsein der Ueberwin- dung der Macht des Todes spricht der Chor in einem choralartigen Satze aus, von Ritornellen der Instrumente durchbrochen; dann aber erhebt er sich in bewegter Fuge zu freudigem Bekenntnis.
Weist Bachs Kantate in eine verhältnismäßig frühe Schaffenszeit des Meisters, so zeigt das D e t- tinger Tedeum Händel in der Periode höchster Reife. Der Sieg der kaiserlichen und englischen Armeen unter Georg II. von England über die Franzosen bei Dettingen im österreichischen Erbfolgekrieg (27. Juni 1743) wurde die Veranlassung für dieses größte und klangprächtigste unter den fünf Werken dieser Gattung.
Mit dem Largo von Händel, gespielt von dem stellv. Musikzugführer der Standarte 116, Krengel, wurde die Feier eingeleitet. Pfarrer Knodt schilderte in seiner Trauerrede die Wesenszüge und die lobenswerten Eigenschaften sowie die treue Pflichterfüllung des Verstorbenen. Dann setzte sich der Trauerzug unter Vorantritt der Gruppenkapelle des Arbeitsdienstes, Gruppe 2, Marburg, zum Grabe in Bewegung. Der mit geschultertem Spaten mar- schierenden Arbeitsdienstkolonne folgte der Pionier- sturm Gießen, anschließend die große Trauergemeinde. Am Grabe sprach bei der Niederlegung eines Kranzes zunächst der Führer der Arbeitsdienstabteilung Nidda, Oberfeldmeister Wettläufer, der nicht nur auf die vorzüglichen Eigenschaften des Arbeitsdienstkameraden B r u s i u s hinwies, sondern auch besonders zum Ausdruck brachte, daß der Verstorbene einer der Besten gewesen sei, die sich frer» willig zum Dienste für das Vaterland zur Verfügung gestellt hätten. Ebenso herzliche Abschieds- worte widmete bepi Toten ein Kamerad vom Pioniersturm. Dann folgten Ansprachen und Kranz- niederlgungen des Betriebsführers der Brühl schen Druckerei, der der Verstorbene früher als Gefolgschaftsmitglied angehört hatte, des Kreisbetriebs- gemeinschaftswalters der Gruppe 8 (Druck) der Deutschen Arbeitsfront, des Kommandanten der Niddaer Feuerwehr, eines Vertreters des Himrnel- bachfchen Sägewerks in Nidda und der Gefolgschaftsmitglieder sowie eines Vertreters der Stadt Nidda.
Bach und Händel.
Zum Kirchenkonzert des Gietzener Konzertvereins.
Eine würdige Neugestaltung hat auch der Friedhof der in der Gefangenschaft verstorbenen Russen erfahren. Die kleinen Holzkreuze waren unansehnlich geworden und wurden jetzt durch kleine Steine ersetzt, auf denen die Namen dieser Kriegsopfer eingegraben sind. Auch hier wird gegenwärtig eine gärtnerische Verbesserung durchgeführt, so daß auch dieser Teil des Neuen Friedhofs sich in würdiger Form darbietet.
Diese Neugestaltung der Kriegergräber verdient die dankbare Anerkennung der Bevölkerung.
„Hochzeit am Wolfgangsee."
Das Beste an diesem Lustspiel, dessen Buch von Dr. Werner Buh re stammt und das im übrigen mit dem berühmten „Weißen Rößl" am Wolfgang» see nichts zu tun hat, sind die hübschen und male» rischen Naturaufnahmen einer idyllischen Sommerfrischenlandschaft. Die Handlung, mit ein paar Schlagern des bekannten Operettenkomponisten Robert Stolz verziert, ist auch für ein Lustspiel reichlich unwahrscheinlich und überdies sehr in die Länge gezogen. Die Regieführung — Hans Behrendt — hätte an Stelle der breiten Schilderung idyllischer Details und komischer Episoden die Er- eignisse energisch zusammenfassen und den Ablauf beschleunigen sollen. Im Ensemble hebt sich die vor einiger Zeit verstorbene, beliebte Wiener Schauspielerin Hansi Niese durch ihre volkstümliche Ur« wüchsigkeit heraus; von den übrigen seien Rose Stradner, Else Elster, Oskar Sima, Hugo Schrader, Junker mann lind Gülstorfs genannt. — Der Film läuft seit gestern im Licht- spielhaus; im Beiprogramm sieht man die neue Wochenschau, einen Bildbericht von den ostfriesischen Inseln und einen Vorspann zu dem großen historischen Film „Der alte und der junge König" mit Emil Iannings. —
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Es ist reich an individuellen Zügen in der musikalischen Durchleuchtung des alten Tedeum-Textes. Ganz besonders aber intensiviert Händel die Ausdruckskraft der Musik durch eine charakterisierende Ausnützung der verschiedenen Tonarten. Leuchtendes D-Dur mit dem Glanz der Trompeten und Pauken gibt die Grundstimmung der Lobchöre an; im Eingangssatze mit harmonisch-wuchtigen Akzenten bei d"n Worten „Wir bekennen dich, du bist der Herr." Als Gegensatz dazu in ^st-Moll mit indivi-
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von dem Musikzug der Standorte das Horft-Wessel- Lied gespielt worden war, erfolgten u. a. die Ansprachen und Kranzniederlagen des Landesbauernrates, der Landesbauernschaft, der SA.-Standarte 116, der SS.-Standarte 83, der Kreisbauernschaft Oberhessen-West und der Dolksbank Gießen, deren Aufsichtsratsvorsitzender der Verstorbene war. Mit herzlichen Worten des Gedenkens und der Treue über das Grab hinaus verabschiedeten sich alle Sprecher von dem Toten, der vielen ein treuer Freund, ein unermüdlicher Kämpfer für das deutsche Bauerntum und der Kreisbauernschaft Ober- hessen-West ein schwer zu ersetzender Führer war.
Abschied von Karl BrusiuS.
Auf dem Neuen Friedhof in Gießen wurde gestern nachmittag die sterbliche Hülle des Arbeitsdienstmannes Karl B r u s i u s von hier dem Schoß der Erde übergeben. Der bedauernswerte junge Mann war im blühenden Alter von 24 Jahren beim Dienst für Volk und Vaterland, mit Rettungsarbeiten bei dem Großfeuer in Nidda beschäftigt, durch tödlichen Unglücksfall aus dem Kreise seiner Angehörigen, seiner Kameraden und Freunde gerissen worden. An
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Mit Choralmusik wurde die Trauerfeier in der Kapelle eingeleitet. Auf Grund des Bibelwortes „Es ist nur ein Schritt zu mir und dem Tode, ist doch der Mensch gleich nichts, seine Zeit fegt dahin wie ein Schatten sprach Pfarrer Gußmann- Kirchberg bei Lollar, von dem Leben und Schaffen des Verstorbenen, der in der Blüte seines Lebens von einem harten Schicksal aus seiner Arbeit für Volk und Heimat gerissen worden sei.
Dann wurde der Sara ins Freie geleitet und durch ein Spalier von PO. und SA. zum Grabe getragen. Unter Vorantritt des Musikzuges der SA.- Standarte 116 setzte sich der Trauerzug in Bewegung. Es folgten die Gliederungen der PO., der SA., der SS., des Arbeitsdienstes und des BdM. mit ihren Fahnen und Wimpeln, während am offenen Grabe sich bereits eine große Trauergemeinde eingefunden hatte. Nach kurzen Worten von Pfarrer Gußmann legte Pg. Klostermann im Namen des Gauleiters und Reichsstatthalters Sprenger einen Kranz am Grabe nieder. Mit bewegten Worten würdigte er die Arbeit des Menschen Dörrschuck, dessen Verlust ein harter Schlag sei. Sein Andenken wolle man stets in Ehren halten und in seinem Sinne Weiterarbeiten. Dann senkten sich die Fahnen, der Musikzug spielte das Lied vom guten Kameraden, während die Trauergemeinde mit zum Deutschen Gruß erhobenen Armen ergriffen stand. Landesbauernführer Dr. Wagner schilderte dann das Leben des Dahin- gegangenen als das Leben eines echten Bauern, der nichts anderes gekannt habe als seine Arbeit für den Bauernstand und der sich in seiner frischfröhlichen Art nie habe unterkriegen lassen; ihm wolle man immer die Treue bewahren. Nachdem
lauter Chor", der in den Sopranpartien entgegen der sonstigen Auslegung des Textes in fast mystischem Piano geführt wird. In heiliger Würde sind die Apostel gekennzeichnet (G-Dur); zu höchstem Ausdruck erhebt sich der Preis des „Vaters unermeßlicher Herrlichkeit"; die Gestalt Jesu wird hier im weiteren Verlauf mit B-Dur beleuchtet. Sobald aber die thronende Göttlichkeit Jesu in Erscheinung tritt, gewinnt v-Dur sein Recht; so das Baßsolo, begleitet von der Trompete „Du bist der Ehrenkönig." Das Liebesopfer Jesu verkündet der Solobaß in pastoralem A-Dur. Das Erlösungswert Christi beherrscht den weiteren Fortgang; dem Q-Moll („Als du siegreich zerbrachst den Stachel des Todes") stellt sich leuchtendes D-Dur entgegen („Tatst du auf des Himmels Reiche."). Der anbetenden Menschheit ist B-Dur eigen. Bei der Erwähnung des Jüngsten Gerichts klingen mit erschreckender Macht die Fanfaren der Trompeten hinein. Den Lobgedanken nimmt der Chor wieder auf, „Tag für Tag fei Dank dir", gipfelnd in der Fuge. Noch einmal schlägt das Baßsolo gebetbafte, arioss Töne an (d-Moll), dann aber entwickelt sich breit der Schlußchor als Ausdruck zuversichtlicher Hoff-
Die Ehrenstätte der gefallenen Helden auf dem Reuen Friedhof erfährt gegenwärtig eine durchreisende Verbesserung und Erneuerung. Für die einzelnen Gräber wurden neue Grabsteine beschafft, lie in einer einfachen Grundform gehalten sind und aif vertieften Schrifttafeln Namen, Geburts- und Todestag der gefallenen Helden eingemeißelt und mit schwarzer Farbe ausgemalt tragen. Die neuen Steine machen einen sehr guten und würdigen Ein- liruck. Die Gräber haben auch in gärtnerischer Hin- f cht eine Ueberholung erfahren.
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Beide erweisen in ihrer Schaffenseigenart das typische Merkmal des deutschen Künstlers, der, auf- Dewachsen in der Tradition seines Mutterlandes, liie Anregungen, die vom Auslande auf ihn zusammen, nicht verschmäht, sondern sie sich so zu rägen macht, daß sie in persönlicher Umformung [u einem neuen Eigenwert werden. Sinnenfroher Äktivisrnus ließ Händel die Oper zu neuer Höhe iühren und in weiterer Folge das Oratorium seiner Prägung erwachsen. Bach vertieft jedes Gebiet •amaliger instrumentaler Musikübung und gewinnt Höchste Gestaltungskraft auf dem unerschöpflichen Arunde tiefster Religiosität. So werden beide zu I
seinem Sarge in der Friedhofskapelle hatten em Doppelposten des Arbeitsdienstes Nidda, die Fahnenabordnung des Pioniersturmes Gießen, dem der Verstorbene angehörte, ferner zwei Abordnungen des Arbeitsdienstes mit ihren Fahnen und geschultertem Spaten Aufstellung genommen. Dicht gedrängt stand in der Kapelle eine große Trauergemeinde, die dem beliebten und immer fröhlichen jungen Menschen die letzte Ehre erweisen wollten.
War es Zufall, oder war es ein Akt der Vor- l^hung, daß die beiden Großmeister des Hochbarock bei örtlicher und zeitlicher Nähe in dem Wirkungs- lireis der sächsisch-thüringischen Kantoreien erwuchsen? Erscheint es nicht ebenso verwunderlich, daß tiiase beiden sich in ihrem Leben niemals persönlich
Bachs mystisch religiöses Erleben prägt sich charakteristisch ab in seiner Kantate „Gottes Zeit ist die allerbeste Zeit (actus tragicus). Aller Wahrscheinlichkeit nach wurde sie zum Begräbnis des Weimarischen Rektors Philipp Großge- bauer, der im Jahre 1711 starb, zuerst aufgeführt. Die einleitende Sonatina stellt dunklen Gambenklängen Flöten gegenüber, die Klage einer idealen Trauergemeinde. Fast möchte man in dem sich anschließenden Chor Lebensbejahung und Lebenswillen erkennen, die sich zur Fugierung erheben. Aber als Gegensatz stellen sich Sterbegedanken gegenüber, die die Unterordnung unter den Willen Gottes betonen. Die Worte aus dem 90. Psalm, dem Tenor zugeteilt, werden eindrucksvoll verstärkt durch die begleitende Flöte und die beiden Gamben. Das „Bedenken" des Textes wird hier durch Schweigen der Instrumente besonders hervorgehoben. Fast rauh, mit harter Unerbittlichkeit trägt der Bvk Bestelle dein Haus" vor, in der melodischen
durchdringenden Gestaltern religiöser Werte. Händel läßt sich dabei mehr durch die plastische Wucht der religiösen Tatsachen als Handlung leiten und erstrebt eine unmittelbare Wirkung. Sein Quell, aus dem er sich nährt, ist ein auf stärkster Religiosität fundiertes Menschentum. Dem steht bet Bach eine tiefe Gläubigkeit unter dem Eindruck der Autorität des Dogmas gegenüber; mit mystischer Kraft durchdringt er das religiöse Erleben und stößt mit Empftndungstiefe auf jenseitige Hintergründe vor.
Die Bindung an das Bekenntnis leitet Bach bei der Wahl seiner künstlerischen Mittel; so wird der evangelische Choral zu einem bestimmenden Faktor in seinen Kantaten und Passionen. Die Kraft mystisch durchdringender Schau läßt feine Melodiebildungen nicht auf sinnlicher Wirksamkeit beruhen, sondern zu verinnerlichter, bildhafter Ausprägung der Textesworte werden.
Händels Melos ist stark affektbetont; es stürmt in breiter unmittelbarer Linie. Seine harmonische und kontrapunktische Durchgestaltung ist mehr zu großzügiger Wirkung abgestellt, während Bachs Satzart mit vielen Einzelzügen in die Tiefe bohrt. Händels Chöre tragen wirkungsgewisse Klangpracht und Monumentalität; während bei Bach die Chöre dem letzten Ausdruck religiöser Ergriffenheit zustreben.
So werden beide in wechselseitiger Ergänzung zum Inbegriff des Gipfels im musikalischen Barock, indem sie über die Elemente des Zeitstils hinaus das Plus ihrer künstlerisch-machtvollen Persönlichkeit ins Gewicht legen.
Oie Beisetzung
-es Kreisbouernführers Oörrschuck.
Unter sehr starker Beteiligung der Bevölkerung aus Stadt und dem Kreise Gießen fand gestern nachmittag auf dem Neuen Friedhof in Gießen die Beisetzung des auf tragische Weise durch ein Autounglück ums Leben gekommenen Kreisbauernfüh- rers D ö r r s ch u ck (Friedelhausen) statt. Zu der Trauerfeier hatten sich in der Friedhofskapelle mit den Angehörigen des Verstorbenen die Spitzen der Partei und der Behörden eingefunden, um dem unermüdlichen Kämpfer für das oberhessische Bauerntum die letzte Ehre zu erweisen. Mit den Vertretern des Landesbauernrates Hessen-Nassau waren u. a. erschienen der Landesbauernführer Dr. Wagner, die Kreisleitung Gießen mit Pg. K l o st e r m a n n an der Spitze, Kreisleiter Seipel (-Fauerbach), Gauarbeitsführer F a a tz , Standartenführer L u t - t e r und Obersturmbannführer M ü n k e r, der Führer der SS.-Standarte 83, I a f o b e r und Polizei-
Entfaltung bringen.
Den jungen Studenten Handel hat die erwachende Aufklärung in Halle sicherlich ebenso c rundlegend beeindruckt, wie ihn die Oper Hamburgs gefangen nimmt; die Anregungen des ita- üenischen Aufenthaltes fetzt er ebenso ins Schöpferische um, wie ihn die geistige Sphäre am Hofe .Hannovers und nicht zuletzt England mit seinem l*er breiten Oeffentlichkeit zugänglichen Musikleben und seiner großen Tradition der Musikübung seiner Reife entgegenführen. •
Fast um die gleiche Zeit lernt Bach das Ham- ifumer Musikleben kennen und treibt ernste Studien m Lübeck bei Dietrich Buxtehude, den ja auch Händel in fröhlicher Gesellschaft ausgesucht hatte. Dennoch aber blieb sein Weg ein anderer; er nimmt Me Bürde des Amtes auf sich, Händel wird zum Künder für die breite Welt; als einen Tatmenschen iirängt es ihn, zur Menge zu sprechen. Bach fmdet m der Pflicht des -ihm zugewiesenen Kreises seine Befriedigung; ein Schaffen ohne Aussicht auf die Möglichkeit der Aufführung wird ihm sogar Selbstzweck in der „Kunst der Fuge".
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begegneten? Ihre Wege mußten aber getrennt s.ehen; das war in der Gegensätzlichkeit ihres per- Lnlichen Typus begründet. Ein jeder von beiden pni) die seiner Eigenart entsprechende Umwelt, und tonnte so die in ihm ruhenden Anlagen zu letzter
Deutsche Arbeitsfront.
NS.-Gemeiuschaft „Kraft durch Freude".
Urlaub ?fahrt in den Harz am 18. April bis 26. April. Schlußtermin für die Anmeldung 29. März. Fahrtkosten 39 Mark. Ostern mit den ersten grünen Wäldern lockt. — Gerade der schöne grünende Harz mit seinen bunten Hängen und alten Städtchen wird unsere Osterurlauber aufnehmen. Wernigerode, Ilsenburg und Nachbarorte nehmen die Urlauber auf. Reiche Möglichkeit zum „Osterspaziergang" werden hier geboten, sei es durch die Täler mit ihren Bergwässern und Wasserfällen, ober über die mit Wald grünenden Hügel des Harzer Berglandes. Eine Tagesfahrt nach Goslar und Harzburg führt in die historischen Städte, so z. B. Goslar mit seiner alten Kaiserpfalz. Weist Wernigerode schon einen besonderen Reiz in seiner schönen Bauart auf, so werden gerade diese Fahrt und die Wanderungen den eigenartigen Charakter des Harzerwald-Landes schön umrahmen.
NSLB., Kreis Gießen.
Fachschaft „Körperliche Erziehung" Bezirk Gießen.
Der Turngang nach Leihgestern mit anschließender Turnlehrprobe findet voraussichtlich am Mittwoch, 3. April, statt. Näheres wird noch bekannt- gegeben.
Das Arbeitsbuch.
Vor einigen Tagen wurde durch Bekanntmachungen des Gau-Berufs-Bildrmgsamts des deutschen Gaststättengewerbes in Frankfurt a. M., Darmstadt, Mainz, Gießen, Wiesbaden und anderen Stäöten in Hessen-Nassau u. a. auch die Einführung eines Arbeitsbuches erwähnt, die in weiten Kreisen der Arbeitnehmerschaft auch aller anderen Berufe naturgemäß das größte Interesse wachrief.
Erkundigungen beim Landesarbeitsamt und der Deutschen Arbeitsfront haben darüber folgendes ergeben: Um die Verteilung der deutschen Arbeits


