Ausgabe 
25.6.1935
 
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terzeichnung irgendeiner künftigen Vereinbarung mit Deutschland dem Abschluß eines allge­meinen Sicherheitsplanes unterzuord­nen. Auf diese Weise würde der Abschluß des west­lichen Luftpaktes nur möglich sein, wenn Deutsch­land auch an einem östlichen Nicht an - Lriffs- und Beratungspakt und an einem Donaupakt der Nichteinmischung teilnehme. Frankreich würde auch als vorbereiten­den Schritt für eine Annäherung gern eine all­gemeine Rüftungsbegrenzung beson­ders zu Lande und die Rückkehr Deutsch­lands in den Völkerbund sehen. Wie bei früheren Gelegenheiten werde Frankreich von Sowjetrußland kräftig unterstützt. In gut unterrichteten englischen Kreisen werde demgegenüber darauf hingewiesen, daß es bei vol­ler Anerkennung der Verbundenheit aller Probleme möglich und wünschenswert sei, geson­dert über sie zu verhandeln.

Palastrevolution im Kreml.

Berhastung des Kommandeurs der Kreml-Tchutzwache?

Moskau, 24. Juni. (DJIB.) Wie verlautet, soll auf Veranlassung des Bundeskommissariats des Innern der Kommandeur der Kreml- Schuhwache seines Postens enthoben und verhaftet worden sein. Außerdem sei gegen ihn und weitere Mitglieder der Schuhwache ein Parteiverfahren eingeleitet worden. Die Zahl der Verhaftungen soll insgesamt 20 über­steigen. Dem kommaneur der Schuhwache wird, wie weiter verlautet, gegenrevolutionäre Gesinnung vorgeworfen. Er habe mit sow­jetfeindlichen Kreisen Verbindung unterhalten und Leute in seine Truppe ein­gestellt, die dem feindlichen Lager angehörten. Die hauswache soll a b g e l ö st und durch eine neue von der OGPU. besonders ausgesuchte Vachttruppe erstrht worden sein. Bekannlich wohnen im Kreml Stslin, Molotow und die ganze bolsche­wistische Garde. Eine amtliche Meldung über die Verhaftung des Kommandeurs und weiterer Mit­glieder der Schuhwache des Kreml liegt bisher nicht vor.

Dom 10. bis 16. (September Deichsparteitag in Nürnberg.

Berlin, 24. Juni Sie Nationalsoziali­stische Parteikorrespondenz meldet:

In diesem Jahre wird die Partei in den Tagen vom 10. bis 16. September i h r gewaltiges Jahrestreffen inder Stadt der Reichs­parteitage abhalten. Die umfassenden Vor­bereitungen für die organisatorische Durchführung, die auch in diesem Jahre Hauptdienstleiter Schmeer leitet, sind bereits in Angriff genommen worden. Im Rahmen des Reichs­parteitages, dessen Programm sich noch im Sta­dium der Vorbereitung befindet, wird der Füh­rer den Grundstein zum Neubau der gigantischen neuen Kongreßhalle und damit für die gesamten großen Neugestaltungs­arbeiten des Reichsparteitagsgeländes in Nürnberg legen. Der traditionelle Aufmarschplatz der SA., die Luitpold-Arena, wird bis zum Reichsparteitag in ihrer neuen Gestaltung voraussichtlich bereits fertiggestellt sein. Das ge­waltige Ereignis des Reichsparteitages, das all­jährlich dem deutschen Volk und der Welt Zeugnis ablegt von der Kraft und Stärke der in der NSDAP, verankerten politischen Führung in Deutschland, wird auch diesmal Hunderttau­sende von Parteigenossen zu gewaltigen Feierstunden nach Nürnberg führen und wieder zum nationalen E r l e b n i s h ö h e p u n k t des Jahres werden.

Praktische Prüfung des Lustschuhes.

Berlin, 24.. Juni. (DNB.) Die im Be­fehlsbereich der Luftstreitkomman­dos II (Berlin) und III (Dresden) veran­staltete mehrtägige Luftschutzübung fand am 22. Juni in Stettin mit einer großen kritischen B e- sprechudg durch den Befehlshaber im.Luft­kreis Berlin, Generalleutnant Kauplsch, ihren Abschluß. Nach der Wiedergewinnung der deutschen Wehrfreiheit und dem Wiedererstehen der Luft­waffe ist mit der Möglichkeit zugleich die Notwen­digkeit gegeben, das vorwiegend in der Theorie aufgebaute System des Luftschutzes, das bisher nur gelegentlich unter sehr behelfsmäßigen Annahmen und nur in den Teilgebieten erprobt werden konnte, einer zusammenfassenden prak­tischen Prüfung zu unterwerfen. So wirkten erstmalig bei der Hebung an der Oper auf Grund einer angenommenen Lage und in einem größeren Raum alle militärischen und zivilen Elemente des Luftschutzes zusammen. Der gleichzeitige Einsatz des Flug­melde- und Luftschutzwarndienstes mit örtlichen Stellen des zivilen Luftschutzes und mit den für die militärische Abwehr zur Verfügung stehenden Luftstreitkräften und Flakbatterien stellten die Leistungsfähigkeit des gesamten Melde- und Abwehrverfahrens unter Beweis und vermittelte allen beteiligten Dienstellen eine Fülle wertvoller Erfahrungen.

Protest gegen ausländische Aerzte in Frankreich.

Paris, 25. Juni. (DNB. Funtspruch.) Eine große Versammlung von Aerzten, Zahnärzten und Medizinstudenten wandte sich gegen die unge­nügende Wirkung des Gesetzentwurfes über die Ausübung d e s Arztberufes durch Aus­länder in Frankreich. Man erklärte, den ausländischen Studenten keine Schwierigkeiten machen zu wollen, wenn sie nach Beendigung ihrer Studien wieder in ihr Heimatland zu- r ü ck k e h r t e n. Würden sie sich aber in Frank- reich ansiedeln, so müßten sie den glei­chen Verpflichtungen wie die französischen Studenten unterliegen, d. h. sie müßten vor allem Militärdienst für Frankreich leisten. Der amerikanische Botschafter in Paris hat die Aufmerksamkeit des französischen Außen­ministeriums auf die schwierige Lage gelenkt, in die etwa 35 amerikanische Aerzte und Zahnärzte, die in Paris bereits praktizieren, durch das dem Senat vorliegende Gesetz geraten würden. Auch der britische Botschafter und der Schweizer Gesandte sollen ähnliche Vor­stellungen zugunsten der in Paris lebenden briti­schen und schweizerischen Aerzte unternommen haben.

Oer neue Kurs in Südslawien

Etojadinowitsch bildet ein Kabinett der Konzentration.

Belgrad, 24. Juni. (DNB.) Das neue süd­slawische Kabinett ist gebildet. Die Ministerliste lautet: Ministerpräsident und Außenminister: Sto- j ad ino witsch (ehemals Serbisch-Radikaler); Kriegsminister: General Sifko witsch: Innen­minister: Koroschetz (ehemals Slowenische Volks­partei): Verkehrsminister: Spaho (ehemals Par­tei der Bosnischen Muselmanen); Minister für öf­fentliche Arbeiten: Popitsch (Radikaler); Finanz­minister: L e t i tz a (früher Gehilfe des Finanz-

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ministers); Sozialpolitik: Preka (Kroate); Land­wirtschaftsminister: Stankowitsch; Justiz­minister: Auer (Kroate); Handelsminister: Wro- b a n i t s ch (Kroate); Minister für die Ertüchtigung der Jugend: Komnenowitsch; Kultusminister: Stoschewitsch; Minister ohne Geschäftsbereich: I a n k o w i t s ch und B e h m e n (letzterer Bosni­scher Muselmann).

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Mit der Neubildung des Kabinetts Stojadino- witfch hat Südslawien jenen Weg verlassen, den die Königsdiktatur Alexanders bis zu jenem verhängnisvollen Oktobertage des vorigen Jahres gegangen war, an dem das südslawische Staatsoberhaupt in Marseille den Kugeln haß­erfüllter Terroristen zum Opfer fiel. Dabei ist die Wiedereinschaltung der Parteien in die Regierungsgeschäfte nicht notwendigerweise als ein nachträgliches Mißtrauensvotum gegen die Persönlichkeit des ermordeten Königs aufzufassen. Gewiß, die Opposition blieb auch zu Zeiten Alexan­ders nicht nur auf einige kroatische und mazedo­nische Heißsporne beschränkt, aber sie zollte der starken und uneigennützigen Aufbauarbeit des Herrschers doch jene innere Hochachtung, auf Grund deren das autoritäre Regiment fortgeführt werden

konnte. Unzweifelhaft haben die Männer, denen nach Alexanders Tod die Führung der südslawi­schen Politik in die Hände gegeben wurde, ihr Bestes getan, um das königliche Vermächtnis zu erfüllen. Aber sie haben vergessen, daß der zum Revieren bestellte Führer einer Partei nicht dieselben Mittel gebrauchen kann, wie der autori­täre Führer eines Volkes zumal in einem Lande, das von so starken konfessionellen und ras­sischen Trennungslinien durchzogen ist wie Süd­slawien. Wenn das Vertrauen im Volke fehlt, bleibt jede Autorität ein Phantom. Deshalb schei­terte Usunowitsch, deshalb mußte auch Jes titsch das Feld räumen.

Die Schwäche der Regierung Jeftitsch zeigte sich zuerst darin, daß sie glaubte durch Parla­mentswahlen einen Ausweg aus den Schwie­rigkeiten zu finden. Zum ersten Mal seit sechs Jahren wurde wieder eine Liste der Opposition zugelassen, und es trat gerade das ein, was die Regierung verhindern wollte: das Volk sprach der Regierung fein Mißtrauen aus, indem es zu 40 v. H. der Liste M a t s ch e k zustimmte. Die Bedeutung dieser Wahl aber ging über den rein zahlenmäßigen Mißerfolg weit hinaus, denn es ist klar, daß bei einem direkten, freien und geheimen Wahlverfahren die Opposition die absolute Stim­menmehrheit erhalten hätte. Dieser Schlußfolge­rung hat sich auch die Regierung Jeftitsch nicht entzogen und nun bei der ersten sich bieten­den Gelegenheit ihren Rücktritt erklärt, um einen neuen Kurs der Versöhnung und Verständi­gung zwischen Belgrad und Agram zu ermöglichen. So rücken die bisher verbotenen Parteien wieder in ihre alte Stellungen ein. Dr. Koroschetz ist der Führer der s l o w e n is ch e n Volkspartei und Dr. Spaho der Führer der bosnischen Muselmanen. Ebenso sind die Kroaten durch mehrere Fachminister vertreten.

Die starke Hand König Alexanders hat den Boden vorbereitet, auf dem jetzt mit anderen, demo­kratischen Mitteln bas Ziel verwirklicht werden kann, das dem Schöpfer des neuen Staates vor- gefchwebt hat: das einzige unteilbare Südslawien. Denn der Separatismus dürfte durch das Wirken der genialen Staatskunst Alexanders in Südsla­wien endgültig ausgespielt haben. Auch die setzt wieder zur Verantwortung berufenen Parteien, ebenso wie die kroatische Opvosition unter Dr. Matschek haben sich jeglicher Loslösungsbestrebun­gen entledigt und wollendie Lösung der kroa­tischen Frage in den Grenzen des gemein­samen Staate s". Es ist daher zu hoffen, daß Südslawien unter einer neuen geläuterten Demokratie jene innere Ruhe wiederfindet, die es zur Lösung seiner innenpolitischen und außenpoli­tischen Aufgabe so dringend gebraucht.

Der Besuch deutscher Frontkämpfer in England.

London, 25. Juni. (DNB. F-nkspr.) Die A b - orbnung ehemaliger deutscher Kriegs­gefangener, die in Brighton weift, reifte am Montagnachmittag im Kraftomnibus nach Lang­don. Mitglieder der britischen Abordnung und andere bereiteten ihnen einen herzlichen Abschied. In London wurden die Deutschen von Angehörigen der deutschen Botschaft und des Hauptquar­tiers der British Legion empfangen. Um 11 Uhr wird heute ein Kranz am Ehrenmal für die ge­fallenen britischen Soldaten niedergelegt werden. Am Abend werden die deutschen Gäste die Heim­reise antreten.

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Nun sind die schönen Tage von Brighton, dem bekannten englischen Seebad, vorüber. Die Deutschen sind Gäste derBritischen^Le- g i o n " gewesen und eben diese britische Legion wird anschließend an diesen Besuch eine Abordnung englischer Frontsoldaten nach Deutschland entsenden. Britische Legion was ist das? Das englische Weltreich besitzt die größte Frontkämpferorga- nisation der Welt, die sogenannteBritish Empire Service League". Sie umfaßt fast sämtliche noch lebenden Soldaten, die unter britischen Fahnen im Weltkrieg gekämpft haben, ganz gleich, ob es sich nun um Engländer, Australier, Kanadier ober Süd- afrikaner hanbelt. Ihre Unterabteilung ist bie Bri­tische Legion, bie ihrerseits roieber sämtliche auf ben Inseln jenfeits bes Kanals beheimatete Front­kämpfer umfaßt. Ihre Zahl ist so groß, baß man selbst im Hauptquartier ber Legion zu Lonbon bie genaue Ziffer nicht einroanbfrei anzugeben vermag; immerhin steht fest, baß biese Legion sich roieber in viertausenb Ortsgruppen gliebert. Niemanb kann ber Legion angehören, ber nicht wirklich währenb des Weltkrieges an ber Front ftanb.

Englanbs Oberftfommanbierenber an ber West­front, ber Marschall Haig, hat biese Bri­tische Legion gegrünbet. Sie wuchs schnell. Gar halb nahm sich ber König ihrer an, gab ihr wich­tige Sonberrechte unb veranlaßte seinen ältesten Sohn, ben Prinzen von Wales, als Ehren- vorsitzenber bie Organisation unter seinen Schutz zu nehmen, zumal ber Prinz von Wales selbst mehrere Fronten währenb bes Krieges besucht hat unb auch nach Alter unb Einstellung zu biesen Kämpfern gehört. Haig unb ber Prinz von Wales haben bann gemeinsam unablässig für bie Rechte ber Frontkämpfer unb vor allem ber Schwer- kriegsbeschäbigten sich eingesetzt, haben für Anstellung, Unterkunft, für Hinterbliebenen-Für- forge gesorgt unb mit aller Macht ihrer Organisa­tion noch immer ihre Wünsche bei ben Parlamen­ten burchgebrückt. Heute haben immer noch alle Behörden, öffentliche Institute, Fabriken, Firmen, Kinos, Gaststätten Englands Schwerkriegsbeschä­digte als Pförtner dank des Einsatzes der Britischen Legion, deren Wahlspruch lautet:Einer für alle unb alle für einen!"

Die Britische Legion hat eigene Hospitäler, so das schöne Haus bei Maidstone, eine richtige kleine Stadt, in ber viele Tausenbe von Kämpfern leben, die, schwer zerschossen unb unheilbar von ber Gei­ßel bes Krieges getroffen, ben Ansprüchen bes mo­dernen Erwerbslebens nicht mehr gewachsen sein würden.

Eine schöne Sitte hat sich bank ber Britischen Legion für ben alljährlichen Waffen st ill st anbstag eingebürgert: an diesem Tage wird in England eine rote Feldblume, bie sogenanntePoppy", öffentlich verkauft, unb jeder Engländer fetzt feine Ehre barem, bies Abzeichen zu erwerben. Der Erlös dafür fließt demEarl Haig Fonds" zu, der für

die Kriegsteilnehmer unb ihre Hinterbliebenen feine Verwendung findet aber bie Abzeichen werden auch von schwerverletzten Frontkämpfern selbst in eigener Fabrik her gestellt, wodurch Hunderte von Angehörigen der Brittschen Legion Brot und Lohn finden.

Am Waffenftillstandstag marschiert dann auch die Legion in ganz England durch die Straßen mit wehenden Bannern, die Schwerverletzten in Kran­kenstühlen und Autos voraus. Sonst tritt sie öffent­lich nicht sehr in Erscheinung, vor allem in die Po­litik mischt sie sich nie ein; sie ist eine völlig neutrale Kameradschaftseinheit.

Nachdem der Schöpfer der Legion, der Marschall Haig, gestorben, ging bie Führerschaft auf ben Oberbefehlshaber ber englischen Flotte in ber Skagerrak-Schlacht, auf Earl Jellicoe, über. Heute ist Präsident ber Generalmajor Maurice. Vorsitzenber unter ihm ist Major Fetherston - G o b l e y unb biefer Mann wirb bie Kommis­sion ber Britischen Legion führen, bie bemnächst bie deutsche Reichshauptstabt besuchen wirb, um eine enge Verbinbung mit unfern beutschen Frontkämp­fern herzustellen . . .

Willkommen, Brüber!" so lautete ber Gruß, ber ben ehemaligen beutschen Kriegsgefangenen so­eben in Brighton entgegenbonnerte . . . unb so wirb ber Gruß lauten, mit bem wir bie englischen Ka- meraben empfangen! zumal wir ber Britischen Legion nimmer vergessen wollen, mit welch treuer Liebe sie seit Jahren schon bie Gräber ber in Eng- lanb bestatteten beutschen Toten gepflegt hat.

Französische Kriegsbeschädigte in (Stuttgart

Als Gäste von Robert Bosch.

Stuttgart, 24.Juni. (DNB.) Als erste grö- ßere Frontkämpfergruppe aus Frankreich tarnen 44 französische Kriegsbeschädigte nach Stuttgart, wo sie für eine Woche G ä st e v o n D r. h. c. R o b e r t Bosch sind. Es handelt sich um Mitglieder der Na­tionalen Vereinigung der lungenöerletzten Front­kämpfer. Den französischen Frontkämpfern wurde im Stadtgarten ein herzlicher Empfang zuteil. Dr. Robert Bosch dankte dem Präsidenten der franzö­sischen Frontkämpfervereinigung, Unterstaatssekretär D e l s u c, der im vorigen Jahre 25 Kinder von Ar­beitern unb Angestellten ber Firma Robert Bosch nach Frankreich eingelaben hat, für seine glückliche wie mutige Geste.

Ser Führer ber französischen Frontkämpferab- orbnung, Kapitain Pivete an, bankte Robert Bosch für feine Gastfteunbschaft unb überreichte ifjm bas Ehrenzeichen ber französischen Front­kämpferoereinigung. Reichskriegsopferführer O b e r- linbober hieß bie französischen Frontkämpfer herzlich willkommen. Sie französischen unb bie beutschen Frontkämpfer oerbinbet bie gemein­same Liebe zu ihrem Vaterlanbe, bas Bekenntnis, baß sie auf beiben Seiten für ihr Lanb im Kriege nur ihre Pflicht erfüllt haben, bie Bemühung, bie Wunben bes Krieges zu heilen, ber Wunsch nach einem bauerhaften, ehrenhaften unb ehrlichen Frie­den unb bie gegenseitige Achtung, die ge­boren wurde in ben Tagen, in benen wir uns anftänbig geschlagen haben. Ser Rebner sprach den besonberen Wunsch aus, baß es möglich sein werbe, weitere Brücken ber Freunb- schäft unb bes Friebens zwischen ben fran­zösischen unb beutschen Frontkämpfern, aber auch Zwischen ben beutschen unb englischen Front­kämpfern und denen der anderen Staaten zu fchla.

gen. Mit allen wollen wir freundschaftliche Be­ziehungen pflegen, um so dem Frieden in der Welt zu bienen. Ser zweite Führer ber franzö­sischen Aborbnung, Raynaulb, bankte bem Reichskriegsopferführer für feine Worte. Sie fran- zösifchen Frontkämpfer freuten sich, in dem neuen Deutschland, dessen Lebensmut und Aufblühen sie bewundern, sich befinden zu können. Nach weiteren Ansprachen von Vertretern deutscher Verbände unb des Präsidenten der französischen Frontkämpferver­einigung, Unterstaatssekretär Delsuc, wurde a n den Führer und Reichskanzler ein Te­legramm gesandt.

400 deutsche Tiechtswahrer in Budapest.

Budapest, 24. Juni. (DNB.) In Budapest tra­fen 400 deutsche Rechtswahrer unter Führung des stellvertretenden Reichsjuristenführers, Reichsamts­leiter R a e k e, ein. Auf dem Bahnhof waren zur Begrüßung Staatssekretär T o m c s a n y i, die Lei­tung bes ungarischen Juristenbunbes, bie Deutsche Gesanbtschaft unb ber Ortsgruppenleiter der NSDAP. V o o ß, erschienen. Ser Zweck ber Ge­meinschaftsfahrt soll vor allem ein Bekenntnis ber kamerabschafttichen Verbundenheit des deutschen Rechtsstandes mit ben Rechtswahrem ber befreun- beten ungarischen Nation sein, bie währenb bes Weltkrieges Schultur an Schulter mit Seutschland gegen eine ungeheure Uebermacht gekämpft hat und jetzt unter Führung des Reichsverwesers Horthy, ähnlich wie Seutschland den Wiederaufstieg ihrer nationalen Größe erlebt. Sarüber hinaus wird den deutschen Rechtswahrem auf der Fahrt die Ge- leaenheit gegeben, das auf Jahrhunderte alter Tra­dition aufbauende Rechtswesen Ungarns kennenzu­lernen. Sie deutschen Rechtswahrer haben ihrerseits die Möglichkeit, die ungarischen Juristen über ben Aufbau bes nationalsozialistischen Rechtslebens zu unterrichten und dadurch aufklärend über das Seutschland Adolf Hitlers zu wirken.

!lngarnfahrt400deutsckerEisenbahner.

Budapest, 24. Juni. (SNB.) Vom Reichsbund deutscher Beamten, Fachschaft 1, Reichsbahnver­waltung, weilen gegenwärtig 4 0 0 deutsche Reichsbahnbeamte in Budapest. Als Gegenbesuch auf die Reise von 400 ungarischen Eisenbahnbeamten nach Seutschland. Sie deutschen Eisenbahner veranstalteten an dem Senkmal der im Weltkrieg gefallenen ungarischen Eisenbahnbeamten eine eindrucksvolle Feier. Ser Fachschaftsleiter Sr. Petmüller legte an dem Grabe des unbekann­ten Soldaten und auf dem deutschen Heldenfriedhof einen Kranz nieder. Ser Heldenehrung wohnte Staatssekretär von Barczi und der deutsche Ge­sandte von Mackensen bei. Beim Präsidenten' der Ungarischen Staatseisenbahnen Otto Senn fand ein Empfang statt.

Oie belgische Gtaats- angehörigkeit aberkannt.

Lüttich, 24. Juni (SNB.) In dem Aus­bürgerungsprozeß gegen die vier Mit- glieder ber Heimattreuen Bewegung in Malmeby, Josef, Peter und Heinrich be Hotthay und Paul Foxius, wurde am Montagvormittag vor dem Appellationsgericht-in Lüttich, wie nicht anders zu erwarten, das Verfäumnisurteil ver­kündet. Sas Urteil lautet gegen sämtliche vier Be­schuldigten auf Aberkennung ber belgi­schen Staatsangehörigkeit. Sie Begrün­dung bes Urteils beschränkt sich auf bie bei Ver­säumnisurteilen üblichen Formalitäten. Gegen bas Versäumnisurteil wirb von ben Prozeßbeteiligten innerhalb ber gesetzlichen Frist Einspruch er­hoben werben. Sas Urteil wirb im belgischen Staatsanzeiger, imCourier be Soir" in Verviers unb in ber ZeitungLa Meuse" in Lüttich ver­öffentlicht werben. -

Es ist also nun doch so gekommen, wie bie bel­gische chauvinistische Presse vorausgesagt hat und wie nach ber Einleitung eines Ausbürgerungsver­fahrens gegen vier Heimattreue Männer Eupen- Malmedys vermutet werden mußte. Sas Lütticher Appellationsgericht aber hat mit feinem Ausbürge, rungsurteil ganz gewiß keine Ehre eingelegt. Es hat vielmehr in der Fachwelt ganz erheblich an Ansehen eingebüßt. Senn der Vertrag, ber Eupen- Ma lmedy zu Belgien schlug unb bie Verhältnisse der Neubelgier regelte, besteht nach wie vor, hat also gegenüber bem Ausbürgerungsgesetz, bas eigens gegen die Heimattreuen Seutschen Eupen- Malmedys geschmiedet wurde, den Vorrang. Sas Appellationsgericht durfte also schon aus rein juri- stischen Gründen nicht von einem Gesetz ausgehen, dem ein anderes älteres entgegen steht. Uns kommt es aber im Augenblick nicht darauf an, daß und ob das Lütticher Gericht ein Fehlurteil fällte, für uns steht vielmehr die Tatsache im Vor­dergrund, daß gegen Seutfdje überhaupt ein Ausbürgerungsgesetz Zustandekommen konnte und daß die Regierung in Brüssel dem deutsch- belgischen Verhältnis eine so geringe Bedeutung beimißt, daß sie die Anwendung dieses Gesetzes zuließ. Wir sehen somit in dem Vorgehen gegen die oier Bürger Eupen-Malmedys eine ausgesprochen deutschfeindliche Semonftration, bie uns um so un- verstänblicher ist, als aerobe Belgien vor wenigen Jahren ernsthafte Veryanblungen mit uns wegen ber Rückgabe bieses Gebietes führte, bas es als Belastung des eigenen Lanbes unb ber Be- Ziehungen zum deutschen Nachbarn empfindet. Wir möchten jedoch nicht verfehlen, hinzuzufügen, daß es ein Irrtum wäre, wenn man in Brussel an- nehmxn sollte, wir würden eines Tages diesen Aus­bürgerungsakt vergessen haben. Begangenes Un­recht vergißt kein Volk, am wenigsten eine Nation, die man immer wieder durch Verfolgung seiner Volksgenossen jenseits der Grenzen zu reizen und zu beleidigen sucht.

Kleine politische Nachrichten.

Wie das Gaupresseamt der NSDAP, mitteilt, hat sich Gauleiter Sprenger entsprechend ber Verorbnung bes Stellvertreters des Führers für nachfolgende Städte die Aufgaben des Be­auftragten ber NSDAP, selbst vorbehalten: Frank­furt a. M., Wiesbaben, Hanau, Gießen, Darm- ftabt, Mainz, Offenbach a. M. unb Worms.

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Der JntendantdesReichssendersKö- n i g s b e r g, Generalmajor a. D. H a e n i d c, fchei- bef auf feinen Antrag aus bem Rundfunk aus. Reichsminister Dr. G o e bb e l s hat ihm feinen Dank für die am Aufbau be s nationalsozialistischen Rund» funfs in Ostpreußen geleistete Arbeit ausgesprochen.

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Oberbürgermeister Dr. Sahm empfing bie Teil­nehmer ber Deutschlandfahrt der Deut­schen Studentenschaft Danzigs, die von Stettin nach Berlin gekommen waren. Die