legen sollte, so wie es gegenüber Deutschland in Genf geschehen ist? Wird sich das stolze Ungarn auch so kurzerhand auf die Seite schieben lassen wie der unbequeme abessinische Bittsteller? Es sieht jedenfalls nicht so aus, als ob in Rom die gleiche „Einmütigkeit" wie in Stresa und Genf hergestellt werden könnte. Die Kleine Entente hat ihre Unterschrift unter das Genfer Dokument bekanntlich von der Zusage abhängig gemacht, daß sie über Ungarn zu entscheiden habe. Das verträgt sich schlecht mit dem Willen Mussolinis, und man muß daher damit rechnen, daß sich Herr Titulescu ein wenig verhört hat. Es wäre ein Akrobatenstück, Oesterreich die Wehrhoheit zu gewähren und im gleichen Augenblick Ungarn zu verweigern. Selbst Genfer Juristen könnten darüber in Verlegenheit geraten.
So weit war man nach der ersten Begeisterung über Stresa auch in Rom gelangt, als statt der angeblich schon erfolaten Konferenzzusage Hitlers die Ablehnung des Genfer Verdammungsspruches eintraf. Da schlug das herrliche Osterwetter gründlich um. Launen hat diese Natur, Launen! Daß am ersten Tag in Stresa alles in Nebel gehüllt war, am zweiten ein böser Sturm herrschte und am dritten plötzlich strahlend die Sonne durchbrach, das haben alle Sonderberichterstatter getreulich und beziehungsreich gemeldet; weniger bekannt ist, daß in Stresa an dem Tage, wo sich Genf aussprach, die Temperatur auf den Gefrierpunkt sank. Und jetzt ist es recht wolkig und trüb in Rom.
Das Regierungsjubiläum König Georgs.
Umfassende Vorbereitungen für die Feierlichkeiten.
London, 24. April. (DNB.) In England werden fieberhafte Vorbereitungen für das 25jährige Regierungsjubiläum des Königs getroffen. Biele Straßen und Plätze Londons sind schon jetzt mitFlaggen undGirlanden geschmückt. Riesige Scheinwerferanlagen werden die wichtigsten Gebäude während der Feierlichkeiten in ein Meer von Licht tauchen. Ueberall sind gr o ß e Zuschauertribünen errichtet worden. Die Preise der Sitzplätze belaufen sich auf 50 bis 300 Mark. Für Wohnungen und Büros, die an der Strecke der großen Prachtumzüge liegen, werden für ein oder zwei Nachmittage Mietpreise bis zu 5000 Mark bezahlt. Der König hat per»
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Scherl-Bildmatemdienst f ö n l i ch eine Iubiläumsbriefmarke ausgewählt, von der zunächst eine Milliarde Exemplare zu einem halben Penny, einem Penny und eineinhalb Penny und zwei Pence herausgebracht werden. Die Marken werden in der Zeit vorn 7. Mai bis 7. Juni in ganz England verkauft werden. Für den unter der Obhut des Kronprinzen stehenden Iubiläurnsfonds zur Förderung der englischen Jugend sind bis jetzt 32000 Pfund gestiftet worden. Eine große Straßensammlung für den Fonds wird am 3. Juni im ganzen Königreich veranstaltet werden.
In der Nacht zum 6. Mai werden in England, Schottland und Irland insgesamt 2 0 0 0 Leuchtfeuer entfacht werden. In London allein werden 39 Leuchtfeuer entzündet werden, von denen das größte in der Mitte des Hydeparkes von König Georg persönlich mittels eines elektrischen Knopfes in Brand gesetzt werden wird. Die englische Polizei hat weitgehende Vorsichtsmaßnahmen für die Jubiläumsfeiertage getroffen. Das Ueberfliegen Londons ist während des 6. Mai verboten. Die U e b e r w a ch u n g der nach England einreisenden Fremden wird während der Jubiläumsfeiertage besonders streng gehandhabt werden. Bemerkenswert ist auch, daß sämtliche Personen, die sich den Jubiläumsumzug des englischen Königspaares von Tribünenplätzen oder von öffentlichen oder privaten Gebäuden aus ansehen, bei der Polizei namentlich angemeldet werden müssen. An dem Jubiläumsumzug am 6. Mai werden außer den Mitgliedern der königlichen Familie sämtliche englischen Minister sowie die Ministerpräsidenten der Dominions, indische Fürsten und Würdenträger und viele andere bedeutende Persönlichkeiten des englischen Weltreiches teilnehmen.
Sicherung der Einheit von Partei und Staat
Die Justizpressestelle Frankfurt a. M. teilt mit: In der „Deutschen Justiz" ist auf die Bedeutung der Verordnung zur Durchführung des Gesetzes zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat vom 29. März 1935 hingewiesen. Mit dieser Verordnung wird die rechtliche Umstellung der NSDAP, zur Körperschaft des öffentlichen Rechts, welches sie ja tatsächlich schon ist, vollzogen. Ferner wird festgelegt, welche Organisationen Gliederungen der Partei und welche ange - schlossene Verbände sind. Gliederungen sind demnach nur noch die SA., die SS., das Kraftfahrerkorps, die gesamte Hitlerjugend, der nationalsozialistische Studentenbund. Angeschlossene Verbände dagegen sind z. B. der Aerztebund, der Bund nationalsozialistischer Deutscher Juristen und die Deutsche Arbeitsfront. Eine Entscheidung über die endgültige Gestalt der Rechtspersönlichkeit der Arbeitsfront wird indes erst durch das neuzuerwartende Gesetz.über die Arbeitsfront erfolgen, in dem zugleich die Frage des Schicksals des beschlagnahmten Gewerkschaftsoermögens entschieden wird. In der Verordnung ist ausdrücklich bestimmt, daß die Gliederungen der NSDAP, keine eigene Rechtspersönlichkeit und daher auch kein eigenes Vermögen besitzen, sondern mit der NSDAP, selbst vermögensrechtlich eine Einheit bilden. Während bei den Gliederungen der Reichsschatzmeister der NSDAP. Generalbevollmächtigter ist, hat er bei den angeschlossenen Verbänden lediglich die Finanzaufsicht. Die Verordnung schafft somit für die zahlreichen rechtlichen Beziehungen, die sich durch den Einbau der Partei und ihrer Organisationen in den Staatsapparat ergeben haben, eine klare rechtliche Linie und zugleich eine sichere Rechtsgrundlage.
Auftakt $ii
Oie Auslese der Sieger i
Wenige Tage, bevor am 1. Mai die arbeitenden deutschen Volksgenossen gleichsam zu einem einzigen großen Betriebsappell antreten, halten 500 Jungarbeiter und Arbeiterinnen ihren Einzug in Saarbrücken, wo am 26. und 27. die Endwet t- kämpfe um die Auslese der 25 Reichssieger des diesjährigen Reichsberufswettkampfes ausgetragen werden. Als an die arbeitende deutsche Jugend in diesem Jahre die Aufforderung zur Meldung für den zweiten Reichsberufswettkampf erging, war das vorgesehene Kontingent der Teilnehmer bald um fast die Hälfte überschritten. Mit einer Million Bewerber war gerechnet worden und nahezu 1,5 Millionen waren dem Rufe gefolgt, so daß etwa 300 000 Berufswettkämpfer wieder heimgefchickt werden mußten. Aus rund 250 verschiedenen Berufen waren Jungen und Mädel zusammengeströmt, um jeder in seinem Fach und über die beruflichen Grenzen hinaus auf dem Gebiete der weltanschaulichen Schulung und sportlichen Ertüchtigung sein bestes Wissen und Können zu zeigen. In dem ersten Zwischenentscheid, den die Ortsbesten der Berufsgruppen bestritten, schmolz die Millionenzahl der Wettbewerber zunächst auf fast 120 000 zusammen, und aus dieser Auslese wurden in weiterer Ausscheidung die 5 0 0 Gaube st en herausgehoben, aus denen endlich in diesen Tagen im wiedergewonnenen Saargebiet die 25 Reichssieger ermittelt werden sollen.
Der doppelte Zweck dieses friedlichen Berufswettstreites ist der, neben der Feststellung der Bestleistungen überhaupt einen Querschnitt durch die Berufsleistung unserer Juaend zu gewinnen, aber auch die Lücken des beruflichen Wissens und Könnens aufzuzeigen. Und weil nur eine an Geist und Körper gesunde Jugend zu guten und besten beruflichen Leistungen befähigt fein kann, ist es unerläßlich, den Fragen der weltanschaulichen Schulung und körperlichen Ertüchtigung eine besondere Bedeutung im Rahmen dieses Berufswettkampfes beizumesfen. Die Begeisterung, mit der die Jugend dem an sie ergangenen Rufe gefolgt ist, ist ein Beweis dafür, daß sie bereits von dem Streben nach höchster Berufsleistung und von einem neuen Berufswillen beseelt ist, der unser Volk ausgezeichnet hat, bevor es vorübergehend von marxistischem Ungeist angekränkelt wurde und den wir wieder zu Ehren bringen müssen, wenn wir wirtschaftlich und als Nation weiterbestehen sollen. Der deutschen Jugend die Verbundenheit zur Arbeit, nicht um des Profits, sondern um ihrer ethischen Werte willen, wiederzugewinnen, das ist die vornehmste Aufgabe und das höchste Ziel dieses zum zweiten Male durchgeführten und vor dem Abschluß stehenden Berufswettkampfes.
Daß die Durchführung dieses Leistungswettstreites in vermutlich nicht geringer Zahl auch Lei - ftungsmängel hat zutage treten lassen, tut dem Gedanken des Berufswettkampfes nicht nur feinen Abbruch, sondern rechtfertigt ihn erst recht; denn gerade dadurch geben die festgestellten Bestleistungen erst einen Maßstab ab, und zwar nicht nur für die leistungsmäßig noch weiter zurück-
Auf die Leistuu Zur Eröffnung der 2. Reichs Von Hermann-Heinrich Freudenberger, Abteili. „Stillstand ist Rückschritt", lautet ein altes Volkswort. So konservativ und bedächtig der Bauer in seiner Grundhaltung ist, so treffend ist gerade dieses Wort für seine Berufsarbeit. In langsamer, aber stetiger Entwicklung hat der Bauer die Bearbeitung seines Bodens in jahrtausendelanger Erfahrung bis zu dem heutigen Stande der Agrartechnik heraus entwickelt, immer Schritt für Schritt, immer prüfend und abwägend, immer festhaltend an dem bewährten Alten und doch zugleich aufnahmefähig für den Fortschritt der Zeit. Denn jede Zeit stellt neue Aufgaben! Jede Zeit erfordert den Einsatz neuer Energien und neuer Kenntnisse.
Wenn am 28. Mai auf dem Heiligengeistfeld- inmitten unserer größten Außenhandelsmetropole Hamburg die 2. Reichsnährstandsschau ihre Tore öffnet, so wird damit auf allen Gebieten des bäuerlichen Lebens eine Leistungsschau der Öffentlichkeit übergeben, die jeder kritischen Beurteilung standhält. Gerade diese Ausstellung bietet nicht nur einen Ausschnitt der Gegenwart und jüngsten Vergangenheit des Standes unserer Landwirtschaft, sondern zeigt in großem Rahmen, zurückgreifend bis in die Frühgeschichte, gleichsam am Bande einer Lebenskurve Kampf und Arbeit eines Bauernstandes, der schlechthin der Kern des deutschen Lebens war und bleiben wird.
Neue Zeiten, neue Aufgaben: wieder schlägt das Bauerntum mit der Erzeugungsschlacht eine Schlacht von entscheidender Bedeutung. Es gilt, auf allen lebensnotwendigen Gebieten dem deutschen Volke die ernährungswirtschaftliche Unabhängigkeit zu sichern, denn nur der Staat ist frei, dessen eigene Scholle Grundlage der Volksernährung ist. So kommt gerade der Erzeugungsschlacht im Rahmen der 2. Reichsnährstands-Ausstellung besondere Bedeutung zu. Einmal für den städtischen Besucher, der hier erkennen soll, daß die Erzeugungsschlacht ihn selbst an feinem Lebensnerv aufs Engste berührt, zum anderen für den Bauern, dem hier neue Anregungen und Richtlinien mit in die Praxis des Hofes gegeben werden.
Nicht lange Statistiken ober tote Tabellen werden da gezeigt, nein, plastisch und lebendig wird der Besucher in die Wirklichkeit der Landarbeit hineingestellt. Es sind nicht einmal neue Lehrsätze, die aufgestellt werden. Im Gegenteil, gerade auf die Anwendung des Erprobten wird entscheidender Wert gelegt. Denn Erzeugungsschlacht heißt nicht experimentieren, sondern zielsicher die Erträge des Bodens und der Diehwirt- schaft steigern. Vor allem gilt es, eine zeitgemäße Anbauverteilung der Feldfrüchte zu finden, also den Anbau von Eiweiß-, Oel-, Faserpflanzen ufw. zu steigern. Kurz gesagt: Erzeugungssteigerung bei d e n Nahrungsgruppen, die heute noch unsere Devisenbilanz belasten und damit dem Ausland politisch eine Einflußsphäre ermöglichen.
Wenn im Zusammenhang mit der nationalsozialistischen Agrarpolitik von unseren Gegnern gern das Wort .Maschinenstürmer" gebraucht wurde, so wird man auf dieser Leistungsschau eines Besse-
ml. Mai.
n Reichsberufswettkampf.
liegenden Jungarbeiter, sondern in besonderem Maße auch für deren Lehrherren. Noch nie mar vielleicht bas Problem ber Berufsausbll- bung so schwierig wie in unserer Zeit, bie auf ber einen Seite immer häufiger ein Spezialisten- tum mit in bie Tiefe gehenben Kenntnissen auf einem verhältnismäßig eng begrenzten Gebiete verlangt unb bie andererseits ebenso oft vielseitige Kenntnisse auf in bie Breite gehenben Arbeitsgebieten erforbert. Wir brauchen nur baran zu benfen, baß wir heute bereits auf manchen Gebieten einen fühlbaren Mangel an Facharbeitern unb auf ber anberen Seite noch einige Hunberttaufenb Arbeitslose haben, baß «jedoch diese Arbeitslosen durchaus nicht nur ungelernte Arbeiter sind, sondern gerade zu einem erheblichen Teil gelernte Kräfte, die aber aus Gründen wirtschaftlicher Strukturwandlungen ihre vielleicht tiefgründigen aber allzu spezialisierten Kenntnisse nicht verwerten können. Ein großer Teil der arbeitenden Jugend muß heute feine Ausbildung m großen und größten Betrieben mit unzähligen Spezialabteilungen genießen, und gerade hier muß nicht nur auf eine Ausbildung im engeren Sinne, sondern auf eine umfassende berufliche Durchbildung von der Seite des Lehrherrn besondere Sorgfalt verwendet werden. Das erfordert nicht nur die Rücksicht auf das spätere berufliche Fortkommen des heutigen Jungarbeiters, sondern steigert bei diesem gerade in seinem empfänglichsten Alter die Freude am Lernen.
Vorbereitungensürdenl.Mai.
Für die Begehung des nationalen Feiertages des deutschen Volkes hat der Reichs- und preußische Innenminister Dr. Frick im Einvernehmen mit dem Reichspropagandaminister Dr. Goebbels eine Reihe von Anordnungen für die öffentliche Verwaltung erlassen. Danach flaggen am 1. Mai sämtliche Dienstgebäude. Die Dienstgebäude sind mit frischem Birken grün oder sonstigem Grün zu schmücken, dessen Besorgung die Behörden-eines Ortes zweckmäßig gemeinsam vornehmen sollen. Die Ausschmückungsarbeiten sollen möglichst durch das Gärtnereigewerbe ausgeführt werden. Es wird als dringend erwünscht bezeichnet, daß die Gemeinden an geeigneten großen Plätzen Lautsprecher aufstellen, um der gesamten Bevölkerung die Teilnahme an den Feiern des nationalen Feiertages zu ermöglichen. In kleineren leistungsschwachen Gemeinden wird der Gastwirt ober eine anbere Persönlichkeit bereit sein, feine Rundfunkanlage zur Verfügung zu stellen. Die Musik- und T r o m p e t e r k o r p s der Reichswehr sind angewiesen, an den Feiern mitzuwirken, ebenso werden sich die Musikkapellen der Polizei, ber Technischen Nothilfe unb sonstiger Organisationen zur Verfügung* stellen. Für ausreichenben polizeilichen Schutz aller Veranstaltungen zur Feier bes 1. Mai ist Sorge zu tragen. In einem weiteren Erlaß ersucht ber Reichsinnenminister bie Landes- regierungen unb in Preußen bie Polizeibehörden, bie Polizei st unbe für Gast- unb Schankstätten am 1. Mai aufzuheben.
g kommt es an! lährstandsschau in Hamburg.
ren belehrt. 350 Firmen ber Landmaschinen- I n b u ft r i e haben hier auf bem Heiligengeistselb eine Fläche von runb 60 000 Quabratmeter belegt unb lassen insgesamt 5000 verschiedene landwirt- schaftliche Maschinen unb Geräte aufmarschieren. Das widerlegt nicht nur bas Schlagwort von ber „Maschinenstürmerei", sonbern zeigt zugleich ben gesunden Fortschritt des Bauerntums, die Vervollkommnung seiner Arbeit. Allerdings ein Unterschied: nicht Mechanisierung der Bauernarbeit um jeden Preis, also Maschinenvergötterung, heißt bie Parole, sonbern sinnvolle Anwendung ber Maschine bort, wo sie, ohne ben Charakter bes Bauernhofes zu stören, ein wahrer Helfer ist. Denn Land- wirtschaft ist nicht ein Gewerbe, wie bas Albrecht Thaer im Zeitalter bes auffeimenben Liberalismus einst prebigte, sondern Landwirtschaft ist, wie es Seedorf (Göttingen) aus dem Grundgedanken einer neuen Betriebslehre heraus formulierte, „eine Art zu leben". Zum erstenmal wirb auf ber Zweiten Reichsnährftanbs-Ausstellung auch eine M a - schinen-Gruppenschau durchgeführt. Hier wirb also mit bem bisherigen Brauch gebrochen, baß einzelne Firmen ber Lanbmafchinen-Jnbuftrie mit mehr ober weniger guter Reklame ihre eigenen Maschinen ausstellen unb anpreisen, sonbern es tritt sozusagen als neutrale Aussteller ber Maschinen verschiedenster Firmen derReichsnähr- ft a n b selbst auf ben Plan. Da stehen sie ohne laute Reklame unb Herausstellung ber Fabrikmarke, die Getreidereinigungsmaschinen, Beizgeräte usw.' neutral zur kritischen Beurteilung für jeben Mann ber Praxis. Die fachliche Beratung unb Unterrichtung liegt in ben Hänben eines vom Reichsnähr- ftanb befonbers beauftragten Fachmannes. Man wirb mit biefer Methobe ohne Zweifel gute Erfahrungen machen. Die wahre Leistung wirb sich von bem Reklame-Objekt schnell abheben.
Wenn aber biefe Ausstellung unter bem Zeichen des Fortschrittes unb ber Leistung steht, so kann weber bie Agrartechnik an sich, noch bie Maschine der Kern sein, benn das alles ist ja erst das Ergebnis menschlicher Erfahrung, ber Geistesarbeit, ber hanbwerklichen Beherrschung, bes bäuerlichen Menschen schlechthin. Von ber Qualität ber M e n- s ch e n, ber Bauern also, hängt letzten Enbes jebe Leistung, jeder Fortschritt ab. Seine Lebenskraft, feine Lebensenergie, fein Behauptungswillen, kurz gesagt seine Erbanlage ist der Schlüssel zum Verständnis seiner Ausgaben. Damit ergibt sich die Bedeutung all dessen, was unter den Leitgedanken: „Vom Odalrecht zum Reichserbhofgesetz", „Brauchtum und Sitte", „Jugend am Pflug", „Deutschland von morgen", „Blutsfragen des Bauerntums", „Die Familie" und „Neubildung deutschen Bauerntums" zusammenfassend im Reichsnährstandshaus gezeigt wird. Um auf das Wichtigste, die Bluts- frage des Bauerntums, einzuaehen, nennen wir noch die Teilabschnitte: „Wen heirate ich", „Das rassische Erbgut des Bauern", .Zerstörtes Erbgut", „Gesundheitspflege auf dem Dorf", „Sippengeschichte", „Wappen- und Hausmarken — Sinnbilder des Geschlechts", die jedes für sich ein tiefes Arbeitsfeld einfchließen.
Besondere Beachtung verdient gerade im Spiegel des Fortschrittes die Abteilung „Brauchtum und Sitte". Da sehen wir die Entwicklung der Hausweberei, dargestellt durch fadentreu nachgewebte Kleidung ber Bronze- und Eisenzeit, am eisenzeitlichen Handwebstuhl zwei Mädchen in ben Kleibern jener Zeit, bie Brettchenweberei, Banbweberei usw. Da sehen wir bronzezeitliche Waffen und Geräte, bronze- und eisenzeitliche Holzgefäße, die Entwicklung des Bauerhauses, eine Zusammenstellung des bäuerlichen Schmuckes von der Bronzezeit bis zur Gegenwart, Heilszeichen aus alter Zeit, die noch heute im Bauerntum fortleben, wie Giebelzeichen, Erntekränze, Gebäck, Waffeleisen usw. Und schließlich erleben wir noch einmal den Kampf ber Bauern um bas alte Recht, bargestellt an ben Freiheitskämpfen ber Friesen, Stebinger und Dithmarscher. Hermann Löns, der unvergeßliche Soldat, Heidedichter und Bauernsohn. Dokumente aus seinem Leben, Bilder unb Gedichte schließen eine Schau ab, bie bas vieltausenbjährige Ringen bes Bauernvolks, bas Auf unb Ab in ber Geschichte, bis zur Gegenwart wiberspiegelt. So ist bie 2. Reichsnährstandsausstellung in ber Tat eine Leistungs- unb Lehrschau des Bauern und seiner Arbeit zugleich.
Einheitliche Gebühr für den Absiammungsnachweis.
Berlin, 24. April. (DNB.) Die NSK. mel- bet: Der Stabsleiter bes Stellvertreters bes Führers, Reichsleiter Bormann, teilt in einer Bekanntgabe u. a. mit: Nach ber Machtergreifung haben sich weite Kreise der Partei und der Beamtenschaft teils aus der Notwendigkeit heraus, den Nachweis ihrer arischen Abstam- m u n g zu erbringen, teils aus freien Stücken mit ber Familie unb ihren Ahnen beschäftigt. Die S t a n b e s - unb Pfarrämter haben sich nach Kräften bemüht, ber großen Zahl von Anfragen über Vorfahren möglichst gerecht zu werben. Da ber weitere Ausbau ber Sippenforschung nur burch bie materielle Sicher st ellung ermöglicht werben kann, hat ber Reichs- unb Preußische Minister bes Innern im Einverstänbnis mit bem Stellvertreter bes Führers unb ben Kirchenbehörben eine einheitliche Gebühr von 0,60 RM. für bie Ausfertigung einer Urkunde festgesetzt. Schreib-, Such- und Stempelkvsten werden nicht erhoben. Befreiung von ber Zahlung dieser Gebühr tritt nur im Falle des Unvermögens ein, insbesondere bei Erwerbslosen, Wohlfahrtsempfängern und Sozialrentnern. Die Mittellosigkeit ist auf dem Antrag durch die Dienststelle, welche den Nachweis verlangt, zu bescheinigen. Ebenso gebührenfrei sind die von Dienststellen ber Partei z u parteiamtlichen Zwecken angeforberten Urkunben. Entsprechenbe Anfragen sinb über bie (Bauleitung an bas zustän- bige Standes- ober Pfarramt zu leiten.
Japanisches Siedlungsprogramm für die Mandschurei.
Schanghai, 24. April. (DNB.) Nach ber Zeitung „Churnpao" sollen 10 Millionen Pen von ber Kwantung-Arrnee zur Förberung ber japanischen Auswanberung nach ber Manbschurei zur Verfügung gestellt worben fein. Die Kwantung-Arrnee plane bie Befchleum- gung ber japanischen Ansieblung in ber Manbschurei , burch Ankauf von großen ßänbe- r e i e n befonbers in ber Norbrnanbschurei an ber sowietrusfischen Grenze im Gebiet des Sunaari- Flusses. Die Kwantung-Arrnee habe für diese Zwecke bereits 200 000 Hektar Boden erworben. Die japanische Einwanderung soll in Etappen durchgeführt werden, In Kreisen der Kwantung-Arrnee hoffe man, die Ansiedlung von drei Millionen Japanern i m Rahmen eines Fünfjahresplanes zu ermöglichen, zu dessen Finanzierung später weitere Mittel in Japan flüssig gemacht werden sollen.
Meine politische Nachrichten
Bürgermeister unb Kreisleiter Thiele in Siebentopf wurde zum Reichstagsabgeord- n e t e n berufen.
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Auf die Geburtstagswünsche des Verbandes ber Vereinigten Baltikum- unb Frei- forpsfämpfer hat ber Führer und Reichskanzler dem Verbandsführer Major Bischoff feinen Dank und dabei den Kämpfern der letzten Front unb ben ersten Solbaten bes Dritten Reiches unter benen auch Albert Leo S ch l a g e t e r gefochten hat, feine Grüße übermittelt.
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Der Führer unb Reichskanzler hat bem Kaiser von Japan anläßlich ber Erdbebenkatastrophe auf der Insel Formosa telegraphisch seine unb bes deutschen Volkes aufrichtige Anteilnahme übermittelt.
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Zu der in Innsbruck verbreiteten Meldung von einer Freilassung bes verbannten ehemaligen Abgeordneten Dr. Paul Freiherr von Stern- bad), wird bekannt, daß Dr. Sternbach Ende ber Osterwoche von seinem Verbannungsort Petralia Soprana auf ber Insel Sizilien nach Frascati bei Rom gebracht worben ift Er würbe bisher jeboch nicht freigelassen.
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Die Generale Papulas unb Kommisls, bie wegen führenber Beteiligung an bem Veniselos-Aufstand vom Kriegsgericht in Athen zum Tobe verurteilt worben waren, sinb Mittwoch morgen um 6 Uhr burch Erschießen h i n g e r i ch t e t worden.
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Nach einer Meldung aus Asuncion sind auf ber ganzen über 200 Kilometer langen Chacofront allenthalben heftige Kämpfe entbrannt. Die paraguayischen Truppen haben dem feindlichen Druck nachgebend die Stadt Charagua wieder geräumt.
Kunst und Wissenschaft.
„Deutsches Theater hinter Skachetdraht."
Die Ausstellung „DeutschesTheater hin- ter Stacheldraht" wurde in Darmstadt in Gegenwart zahlreicher Vertreter ber Partei, bes Staates, ber Stabt und der kulturellen Verbände im Hessischen Landesmuseum eröffnet. Der Vertreter des Reichsstatthalters, Ministerialrat Rings- Haufen, betonte, daß sich trotz aller äußeren Beschränkungen und Vorschriften im Theater unserer Kriegsgefangenen das ewig Lebendige ber beutfchen Seele, ihr Heldentum in schwerster Bedrängnis, offenbart habe. Das Hauptreferat hielt dann der Leiter des Theaterwissenschafts-Institutes der Uni« verfität Köln, Professor N i e s s e n.


