Ausgabe 
25.3.1935
 
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Montag, 25. März

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für Gberhesien)

M.71 Dritter Blatt

I stete starke Verpflichtung für jeden einzelnen Hitler- | jungen bedeute. Er kam dann auch auf die Wie­

der

Aus der Provinzialhauptstadt

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Arn gestrigen Sonntagabend hatte der Bann 116 der Hitlerjugend einen seltenen und denkwürdigen Besuch. Im Auftrage des Reichs­jugendführers besuchte dessen Stabsführer Har t - mann-Lauterbacher, in Begleitung des mit der kommissarischen Führung des Gebiets beauf­tragten Oberbannführers Pottho ff, die Kame­raden des Bannes 116 der HI., dessen Formationen in Gießen und in der näheren Umgebung ihre

Zu sehen.

Wir stehen zutiefst ergriffen auf der Götterburg der Akropolis, überwältigt vom Anblick des Parthe­non, und wissen in einem Augenblick mehr als nach dem Lesen vieler dicker Bücher vom perikleischen Zeitalter, in dem ein kleines geniales Volk die Schönheitsideale schuf, die bis heute der Welt Maßstab höchster Vollendung geblieben sind.

Nach wenigen Tagen umgeben uns die Zeugen einer Macht, die einstmals drohend vor den Toren Europas stand und wir begreifen jetzt erst, was es hieß, daß die TürkenKonstantinopolis" zu Stam- bul machten. Wir bestaunen die Marmorkuppeln der Moscheen, die der Stolz gewaltiger Sultane

wölbte, und den Wald der spitzen Minaretts, von denen sie den Namen ihres Siegeshelfers Allah rufen ließen. r .

Jerusalem! Ort der Passion unseres Heilandes, Heiligtum der Christenheit und des Islam, der den unvergleichlichen Tempelplatz des in allen Farben gleißenden Felsendomes schuf, um den sich die alters­graue, arabische Bergstadt aufbaut, in der sich durch das Gewimmel der orientalischen engen Markt­straßen und überwölbten Basare die Angehörigen aller christlichen Konfessionen zu den Heiligtümern drängen. Nie gesehene Ordenstrachten und Priester- qewänder tauchen zwischen malerischen Beduinen- ünd Fellachentypen auf Fülle der Anschauung, tausendfache Anregung zu nachdenklicher Betrach- ^Äeqypten! Pyramiden und Obelisken, die riesigen, über und über beschrifteten und bebilderten Tem­pelmauern und Säulenkolosse blicken uns als un­durchdringliche Rätsel an, wenn sie in aller ihrer Ungeheuerlichkeit vor uns stehen, palmenuberfachert, zwischen unendlicher Wüste und dem lebenspenden­den Strom des Vaters Nil.

Zurück nach Italien. Neapel mit seinem lachen­den Golf und seinem ewig dräuenden Vesuv, Capri und die sorrentinischen Küsten des Vergil und des Tasio! Wer wüßte nicht von Sizilien, der Aetnabe- herrschten Landschaft von Taormina, von Palermo mit seinen Zeugen der Normannenpracht, und jener Stätte, an der die deutschen Staufer von ihren weltumspannenden Taten und Plänen aus­ruhen.

Weiter nach Tunis, nach Algier, ms bewegte Leben jener Hafenstädte, in denen sich der bunte Orient neben dem ausgleichenden Europäertum in all seinen Schattierungen trotz moderner Firnis

Gelock, das der Reiterin etwas Sagenhaftes verlieh, etwas Balladeskes, und das schienen alle Menschen im Raum zu spüren, denn die Blicke der Tausend eilten den gleichen Weg: vom Pferd zur Frau, von der Reiterin zum Haar, und hier blieben sie haften wie an einem Phantom.

Die letzte Ansichtskarte von Jsabell, der Berliner Kaufmannstochter, kam aus Madrid, wo die Blon­dinen selten sind und mit Leichtigkeit Triumphe er­leben.

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dereinführung der allgemeinen Wehr­pflicht zu sprechen, die er als Sprecher der HI. mit freudigen Worten begrüßte, dabei betonend,

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der sich die Fahrzeuge -ter Straße in Stadt und Land bewegen, wird es von Tag zu Tag immer dringender, daß die 15 Millionen Radfahrer ihre eigene Bahn erhalten. Es ist heilige Pflicht des Staates und der Gemeinden, dafür zu sorgen, daß das Leben des vierten Teiles des Volkes genau so geschützt wird, wie das der übrigen Volksgenossen, die ihre Fahrbahn und ihren Gehsteig haben.

Unsere Jugend, die den alten Radwanderern eif­rig nachstrebt, an freien Tagen und in den Ferien hinaus zu radeln, um die Heimat, ihr Deutschland kennenzulernen, hat ein Recht darauf, daß man ihnen Wanderlust und Freude an Unbekanntem erleichtert. Auf vielen Radwanderungen durch Deutschland und auch im Ausland haben wir Füh­rer von Jungradlern mehr als einmal mit dein Fuße im Gefängnis gestanden, wenn im gebirgi­gen Gelände an unübersichtlichen Straßenkurven, Kreuzungen usw. ein Zusammenstoß des Jungen mit einem Auto und dgl. möglich werden konnte. Der Führer haftet für alles, auch für das Leben der ihm Anvertrauten. Alle Vorsichtsmaßregeln können einen Unfall nicht ausschalten. Wenn ich auf meiner letzten Fahrt mit sechs Jungen im Alter von 12 bis 14 Jahren eine Ferienfahrt von Berlin über Köln, Frankfurt, zurück nach Berlin ohne Unfall ausfüh­ren konnte, so dankte ich dies meiner Erfahrung, die ich mir in zwölf Jahren auf Wanderfahrten mit über 60 000 Kilometer erwarb. Viel Sorge aber wäre erspart worden, hätten Radfahrwege zur Verfügung gestanden.

Deshalb gehört zur restlosen Freude, zur rest­losen Sicherheit aller radfahrenden Volksgenossen, die restlose Anlage von Radfahrwegen in ganz Deutschland. Deutschland muß und soll auch hier Bahnbrecher sein, denn Deutschland wartet darauf, daß die Jugend Vermittler der Kameradschaft von Gau zu Gau wird und sich das Wort erfüllt:

Auf Radfahrwegen die Heimat lernen, kann keinen gesunden Jungen verderben!"

Otto Schoos.

Dem Frühling entgegen.

Von Hermann Ebers.

Wie schwarze Schwäne umkreisen die Gondeln das weiße Schiff, das rank und schlank vor dem er­lesensten Landungsplatz der Welt, vor Venedigs Piazzetta, liegt. Eine Stunde später rattert die Ankerkette, ein leises Vibrieren durchzittert den Schiffskörper, er beginnt zu gleiten, und die Bord­kapelle spielt:Muß i denn, muß i denn ..." Was hat Venedig mit einem deutschenStädte" zu tun? Und doch, wir sind fast ergriffen, als Venedigs Pa­läste, Kuppeln und Türme kleiner und kleiner wer­den, bis sie dem Blick entschwinden.

Unvergeßlich jene erste Stunde, die man in die Adria hi'naussteuert, bis kein Land mehr zu sehen ist. Ein unbeschreibliches Gefühl des Losgelöstseins von Alltäglichem überkommt einen, und ein Fieber der Erwartung auf jene Wunder, die jenseits die Meeresfernen sich aufschließen werden ... Dann erst das Auspacken und Sicheinrichten in der freund­lich Hellen Käbine, die für drei Monate Heimat fein l°Wenn wir an diese Monate zurückdenken, so liegt Sonne, warme, goldene Sonne auf uns, wir atmen frische Salzluft. Himmels- und Meeresfarbe ver­schmilzt zu dem beglückenden Blau göttlicher Un­endlichkeit. Küsten gleiten an uns vorbei, deren Berge klassische Linien zeichnen, Inseln, die Spitzen und Grate versunkener Berge sind, tauchen aus und verschwinden, farbige Barken mit bunten Segeln kreuzen den Weg, Delphine tanzen im strudelnden Kielwasser ihren Reigen, und das weiße Volk der Möven kreist tagaus, tagein über dem Schiff.

Wir nähern uns den Ufern. Wir laufen Häfen an. Heute sind wir bei diesem Volk zu Gast, morgen bei jenem. Man führt uns zu den Denkmälern ihrer großen Vergangenheit. Wie vieles, was uns schon aus Bild und Wort vertraut zu fein schien, wird uns nun erst wirklich zu eigen, jetzt, wo es unseren Augen vergönnt ist, es leibhaftig vor uns

Der Stellvertreter des Reichsfugendführers, Obergebietsführer Ha r tm a n n-L a uterb a ch er (Zweiter von links), beim Abschreiten der Front. (Aufnahme: Photo-Pfaff.)

Ein denkwürdiger Tag der Gießener HZ.

Oer Stellvertreter des Reichsjugendführers besucht seine Gießener Kameraden.

Und nun steuern wir dem nordischen Meer ent­gegen, in den grauen Emst seiner bewegten Wo­gen, zurück zum Ernst des Alltags, nach der Heiter­keit jener homerischen Gestade und dem Zauber jener unendlichen Mannigfaltigkeiten, den Einst und Jetzt um die Küsten des Mittelmeers webten und weben.

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soll, dann muß der Radler auch die Sicherheit haben, unbeschadet seiner Gesundheit und seines Lebens aus der Stadt hinaus und draußen von Ort zu Ort zu gelangen und ebenso heimwärts. Bei dem immer stärker werdenden Straßenverkehr, bei immer höher strebenden Geschwindigkeit, mit

hannespassion mit obligater Flöte:Ich folge dir gleichfalls" gehört zu den schönsten Arien Bachscher Werke und verbindet in prächtiger Weise die Sing­stimmen mit der Flötenstimme.

Präludium und Fuge in k^-Moll für Orgel bildete den Höhepunkt der Veranstaltung. Herr Johannes Nebeling zeigte sich hierbei als ein Meister der Orgel, der das Fugenthema in klarer und verständ­nisvoller Registrierung gestaltete. Es sei hierbei fest- gestellt, daß die Orgel der Johanneskirche sich für die Wiedergabe Bachscher Orgelmusik besonders gut eignet. Auch die Orgelbegleitung zu den Gesangs­und Jnstrumentalstücken wurde von Herrn Nebe­ling in vornehmer Weise vielleicht manchmal zu zurückhaltend ausgeführt.

Eine Ansprache des Herrn Pfarrers Ausfeld und Gemeindegesang beschlossen die sehr eindrucks­volle Abendfeier.

Störend wirkte sehr das Zuspätkommen und Fort­gehen einiger Zuhörer während der Vor­träge. Etwas mehr Rücksicht auf Ausführende und Andächtige wäre angebracht. K.

Ein arbeitsreicher Tag

bei der Gießener Sanitätskolonne.

Am gestrigen Sonntag fand im Depot der Frei­willigen Sanitätskolonne vom Roten Kreuz in Gie­ßen, Sonnenstraße 2, eine Zug- und Gruppenfuh- rerprüfung der Sanitätskolonnen in der Provinz Oberhesien statt. An der Prüfung nahmen 12 Prüf­linge als Zugführer und 22 als Gruppenführer teil. Die Prüfung wurde abgehalten von dem Landes- Kolonnenführer, Hauptmann a. D. Lothe'isen, Provinzialinspekteur für Oberhessen, Medizinalrat Dr. Kortüm und dem Kreis-Kolonnenführer für

standhaft erhält. w ,

Mallorca, die alte Hauptstadt der Balearen, ist der Auftakt zu Spaniens Herrlichkeiten. Orient und Okzident in ihrer schönsten Umschlingung erwarten uns dort: Granadas Märchenzauber, Sevillas unver­gleichliche Fülle. Ein letzter Gruß der Mittelmeerwelt gilt dem köstlich gelegenen Lissabon und feinerVille- giatur Cintra", in der wir noch einmal die ganze Fülle wundervollster Vegetation des Südens, die uns auf unseren Fahrten begleitete, genießen können.

Es geht heim. War es ein Traum? Wir waren doch in der deutschen Heimat geblieben, betreut, verpflegt, geführt und freundlich belehrt nach bester deutscher Art, wie es eben auf deutschen Schiffen ist und doch waren wir an vielen Stätten mensch­licher Hochkultur gewesen, hatten fremdartige Spra- chen um uns klingen hören und Trachten und selt­same Sitten in bunter Fülle gesehen. Bald Europa, bald ein wenig Asien, bald Afrika wie verzaubert tarnen wir uns vor.

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Standorte haben.

Der Bann versammelte sich zunächst auf dem Landgraf-Philipp-Platz und marschierte von dort aus unter Vorantritt des Spielmanns- und des Musikzuges der HI. geschlossen zum Trieb, wobei sich auch die Formationen des Jungvolks an dem Aufmarsch beteiligten. Es war ein schöner An­blick, die frischen Jungens in straffem Schritt und in guter Marschdisziplin ihre Straße ziehen zu sehen und anschließend den exakten Aufmarsch in einem großen Viereck vor der Polkshalle zu beobach­ten. Es bedurfte nur weniger Kommandos, um die Formationen in einer Gesamtstärke von etwa 1000 Jungens zur Aufstellung zu bringen.

Kurz vor dem Eintreffen des Besuchs von der obersten Führung der HI. kam u. a. Pg. Kloster- m a n n bei der aufmarschierten Jugend der Bewe­gung an, außerdem hatte sich eine stattliche Men­schenmenge als interessierte Zuschauer eingefunden.

Gegen 18.45 Uhr traf der Stabsführer in der Reichsjugendführung, Obergebietsführer Hart­mann-Lauterbacher, mit feinen Begleitern ein. Nach der Meldung durch den Führer des Ban­nes 116, Bannführer Heim, schritt Stabsführer Hartmann - Lauterbacher

daß

bei dem Dienst in der HI. und in der besten Schule der jungen deutschen Menschen, in der Wehrmacht, das starke Fundament des natio- natfozialistifchen Staates für alle Zukunft ge­legt werde.

In diesem Zusammenhang wies er das vom Aus­land verbreitete Märchen des angeblich kriegerischen Geistes der HI. entschieden zurück und betonte dem­gegenüber, daß die Aufgabe der HI. vielmehr auf dem Gebiete der Erziehung des einzelnen jungen Volksgenossen zur größtmöglichsten Leistungsfähig­keit im Beruf und damit für den Aufbau des Vol­kes liege. Er wies dabei auf den Reichsberufswett­kampf hin, der ein Mittel zur Erreichung der besten Leistungen auf allen Gebieten des Berufs­lebens und des deutschen Wiederaufbaues fei.

Als Dreiklang für die Lrziehungsaufgabe der HI. bezeichnete der Redner die weltanschauliche Erziehung der jungen deutschen Menschen in der Idee Adolf Hitlers, die körperliche Ertüch­tigung jedes einzelnen Heranwachsenden Volks­genossen bis zur bestmöglichsten Vollendung und die Steigerung der beruflichen Leistungen bis an die äußerste Grenze des Könnens des einzelnen.

Kirchenmusikalische Abendfeier in der Johanneskirche.

In der Johanneskirche fand am Sonntag die 6. musikalische Abendfeier" statt, die ausschließlich Werke von Johann Sebastian Bach brachte. lieber das Wesen Bachscher Musik ist in letzter Zeit anläßlich seines 250. Geburtsjahres von be­rufenster Seite soviel geschrieben worden, daß sich ein Eingehen auf die Bedeutung Bachs in der deutschen Musik erübrigen dürfte. In erster Lime ist es die evangelische Kirche, die immer wieder feine Werke sei es im Gottesdienst oder im Kirchenkonzertdem Hörer in Erinnerung brachte. Und so hat es sich auch der Organist der Johannes­kirche nicht nehmen lassen, Johann Sebastian Bachs besonders zu gedenken.

Der Orgelchoral:O Mensch, bewein dein Sun­den groß" leitete die Abendfeier ftintmungsDolI ein und brachte wohl manchem Zuhörer zum Bewußt­sein, daß die Passionszeit begonnen hat.

Ein Duett für Sopran und Alt aus der Kantate: Jesu, der du meine Seele", gesungen von Else Zimmer (Sopran) und Tilly Wernecke (Alt), ließ zwei gut geschulte Stimmen erkennen, wenn auch kleine Jntonationsschwankungen den sonst schönen Eindruck etwas beeinträchtigten.

Wunderschön erklang das Allegro aus der C= Moll-Sonate für Flöte und Orgel, in welchem die Soloflöte (Rudolf Meyer) mit der Orgelflöte wetteiferte. , n r , ,

Nach der Schriftlefung: Epheser 5, 1 bis 9 folgte ein Andante aus der O-Dur-Sonate für Cello und Orgel. Albert Krämer spielte mit schönem, sonorem Ton dies prächtige Stück und wirkte auch bei den Gesangssachen in dezenter Weise mit.

Die nicht leichte Arie für Sopran aus der Jo-

ber nationalsozialistischen Bewegung, des deutschen Volkes und der Größe unseres ewigen Deutschland. Seine dreimaligen Sieg-Heil-Rufe als Gelöbnis der Treue zu Führer, Volk und Vaterland fanden bei den Kameraden der HI. und den vielen übrigen Volksgenossen ein begeistertes Echo. Mit dem Ge­sang des Liedes der Hitlerjugend fand der Abend­appell des Bannes 116 feinen Abschluß.

Nach der Verabschiedung des Besuches von den Gießener Kameraden marschierten die Formationen geschlossen vom Appellplatz ab.

Anlage von Radfahrwegen zur Förderung des Wanderns.

Don ber NSV. Abt.Schabenverhütung", Gau Hessen-Nassau, wirb uns geschrieben:

Das Fahrrad ist ein billiges Verkehrsmittel im Vergleich zu anderen. Es gibt keine andere Mög­lichkeit, billiger und unbehinderter an jeden Ort zu gelangen. Das Fahrrad ist jederzeit bereit zu helfen, fei es für kurze ober lange Strecken. Es gibt kein Warten, es benötigt kein Fahrgeld, es ermöglicht bei Dringlichkeit den kürzesten Weg, es ist Tag und Nacht zur Stelle. Dies sollten sich ge­rade unsere ärmeren Volksgenossen überlegen. Wenn ber radelnde Städter Sonntags ober zum Wochenende weiter hinaus will, dann braucht er kein Fahrgeld, das der Nichtradler nun einmal her­geben muß, und er spart sich außerdem noch die Unannehmlichkeiten der überfüllten Eisenbahn- abteile, das Eilen zum Zuge und die Wege zum und vom Bahnhof. Jede Fahrt klingt schöner aus und der Gewinn der Erholung ist dauernder. Wenn aber der Gewinn einer Radfahrt restlos fein

Bei der Erfüllung dieser Forderungen müsse sich jeder einzelne Hitlerjunge immer den Führer selbst zum Vorbild nehmen. Weiterhin gedachte der Redner in ehrenden Worten der Gefallenen des Krieges und der Blutopfer der nationalsozia­listischen Bewegung im innerdeutschen Freiheits­kamps, und er ermahnte dabei die Jungens, allezeit in dem borbildlichen Opfergeiste der Gefallenen alles einzufetzen und zu leisten für Deutschlands ~ >. Am Schlüsse feiner eindrucksvollen An-

Reiterin.

Von Hermann Linden.

Wenn die Manegentür sich öffnete, feierlich-lang­sam, und Jsabell, die Kunstreiterin auf dem schwar­zen HengstAladdin" herauskam, um Nr. 6 des Programms vorzuführen, so war das ein Anblick, der Jebermanns Augen in eine zur Ratlosigkeit ge­steigerte Entzückung versetzte. Da war ein Pferd, ein Prachtexemplar, Sproß echt arabischen Ge­schlechts, ein Pferd, das nicht nur herrlich gewachsen war und seidig glänzte, sondern das sogar em Tier war mit Talent, ein Pferd, das tanzte, em Pferd, das die langen, eleganten Beine mit einer Grazie in den Sand setzte, daß man sah, Musik bedarf nicht des Tons, Musik kann auch fein in stummer Bewe­gung. Daß zu dieser stummen Musik des tanzenden Pferdes die Zirkuskapelle glücklicherweise gedampft obligatorische Begleitmusik machte, blieb ohne Belang. Es gab soviel zu sehen, daß man vergaß zu hören: denn auf diesem Pferd saß Jsabell, ein großes, vollschlankes, zu junonischen Formen nei­gendes vierundzwanzigjähriges Mädchen, eine Kunstreiterin von Ruf. Jsabell trug einen schwar­zen Reitanzug. Schwarz das Pferd und schwarz die Reiterin, aber dies war das Bezauberndste: Jsabells Haar. Es war blond, lang, weich ge­lockt und spielte hinab bis zu den Schultern. Nie­mals hatte ich schöneres Haar gesehen, niemals em oldies edles Blond. Es war jenes Blond, mit dem die Natur geizt, das sie nur in Augenblicken der Gnade verschenkt, jenes Blond, das die großen Ve- netianer und Rubens in unersättlichen Malrausch versetzte, jenes Blond, mit dem das Zauberbild der Loreley' die Rheinschiffer zu nächtlichen Todesfah- ten lockt, jenes Blond, das Liebeskriege entfesselt, wo es sich zeigt, das die Lyriker in allen Sprachen der Welt besingen, jenes Blond, das den Liebhaber von Kultur abhält, im Haar der Geliebten launisch w wühlen, das ihn scheu macht und schüchtern, so daß er jede einzelne Locke zart und voller Bewun­derung berührt, wie es Wundern der Natur ge- ziemt Solches Blondhaar hatte Jsabell. Schwarz war das Pferd, schwarz war das Reitkleid, aber da war das Blondhaar, das wie Gold funkelt, wenn das Scheinwerferlicht es mit vollster Schärfe traf, und biefes Haar mar es, biefes lange, schimmernde

Uraufführung

im Frankfurter Schauspielhaus.

Im Frankfurter Schauspielhaus wurde das DramaZwei Sonnen über uns" von Her­bert Kranz uraufgeführt. Algier ist der Schau­platz der Handlung, und die Fremdenlegion mit all ihren Tücken und Fährnissen steht mitten in der Ereignisse spannenden und dramatischen Verlauf. Das alte Lied: Junge Deutsche, denen nach dem Weltkrieg der innere Halt verlorenging, die kein Ideal mehr fanden, für das es sich verlohnte zu leben und zu sterben, fristen ein erbärmliches Da­sein in der Legion. Nur wenige haben sich durch­gerungen, sind trotz aller Verführungen Menschen geblieben, Menschen, deren Sehnsucht nach der Hei­mat schließlich wieder wach wird und die den Tag der Heimkehr nicht erwarten können. So auch der Held der Handlung, der seine fünf Jahre jetzt her- untergeriffen hat, ein Mann geworden ist und sich nun zur Heimkehr rüstet. Da taucht ein neuer Landsmann in der Legion auf, ein blutjunger Mensch, dem er es ansieht, daß er sich nicht, wie einst er selbst, durchzuringen vermag, daß er unter« gehen, daß er dem Laster oder dem Siechtum ver­fallen muß. Und da ist sein Entschluß schnell gefaßt: er bleibt, obwohl die Mutter inzwischen angekom­men ist, um ihren geliebten Sohn mit in die Hei­mat zu nehmen. Verzweifelt ist die Mutter, die im Kriege ihre beiden anderen Sohne verloren, deren Gatte verstorben und deren einzige Hoffnung der Sohn in der Legion war. Aber sie fügt sich in ihr Schicksal, sie begreift, daß sie ihren Sohn nicht um­stimmen kann, und als einziger Trost bleibt ihr die Hoffnung, daß die Flucht, die ihr Sohn, der alte Legionär mit dem jungen, demblauen' plant, ge­lingen möge.

Ellen Daub als Mutter stand vor einer schwe- ren Aufgabe, die sie aber glaubhaft zu lösen ver- mochte. Joachim Gottschalk gab den Sohn nut viel Ueberzeugung, Wilfried S e y f e r t h den jun« gen, denBlauen". Gerhard Geisler und Wal- ter Kiesler stellten inBommel" undBöbe zwei charakteristische Typen von Fremdenlegionä« ren auf die Bühne. L-

die Front der Formationen ab, denen er zuvor kameradschaftlichen Gruß entboten hatte. Anschlie­ßend richtete er an die Kameraden der HI. eine Ansprache, in der er einleitend an die Opfer der HI. in der Kampfzeit erinnerte und dann Richt­linien für die Aufbauarbeit der Hit­lerjugend im Dritten Reich gab. Er er­mahnte feine jungen Kameraden, allezeit mit voller i aues Hingabe dem hohen Beispiel des Führers nachzu- Große. "ör \

streben, dessen Namen die HI. trage und der eine > spräche gedachte er des Führers Adolf Hit (e_r