Ausgabe 
25.3.1935
 
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stäirdigrmg mit Japan wünsche. Sachalin seit mit seinen Oelvorkommen wichtig für die japanische Landesverteidigung. .

Die sowjetrussische Regierung hat im Zusammen­hang mit dem Besitzwechsel an der nord- mandschurischen Eisenbahn sämtliche Schulen, darunter eine Technische Hochschule, geschlossen. Das gleiche geschah mit einigen Klubs und auch mit einer Anzahl russischer Zei­tungen in Mandschukuo. Don den 7000 im Dienst der Bahn stehenden russischen Beamten haben sich nur 1450 bereit erklärt, nach Sowjetrußland zurückzukehren.

Die neue polnische Verfassung angenommen.

Warschau, 24. März. (DNB.) Der polnische Sejm hat die neue polnische Verfassung mit 260 gegen 139 Stimmen der Opposition angenom­men. Die nationalen Minderheiten nahmen an der Abstimmung nicht teil. Bis zum letzten Augen­blick hatte die Opposition gehofft, das Pilsudski- Lager werde an der juristischen Schwierigkeit schei­tern, daß die neue Verfassung mit einer Zweidrittelmehrheit angenommen werden müsse, über die das Pilsudski-Lager nicht verfügt. Im Pilsudski-Lager vertrat man jedoch den Stand­punkt, daß zur endgültigen Verabschiedung der Ver­fassung auch die einfache Mehrheit aus­reiche; die Durchführung der neuen Verfassung dürfe nicht von einigen Abgeordnetenstimmen ab­hängig gemacht werden. Die Redner der Opposi­tionsparteien, Nationaldemokraten, Bau­ernpartei und S o z i a l i st e n, brachten ihren Unmut darüber zum Ausdruck, daß das Pilsudski- Lager Polen eine neue Verfassung gebe, die den Zustand in feste Rechtsformen bringt, der als Aera Pilsudski" seit 1926 sich entwickelt hat. Vor allem wurde die Rechtsgültigkeit der ersten An­nahme des Verfassungsentwurfs am 26. Januar 1934 bestritten, da damals weder die Zahl der Abgeordneten, noch die qualifizierte Mehrheit fest- gestellt worden sei. Bis zu welcher Schärfe sich die Debatte steigerte, zeigt die Rede des Abgeordneten Trompczynski, der nicht nur bemängelte, daß das WortPolnische Nation" in der ganzen Ver­fassung nicht vorkomme, sondern der von einer Ver­ewigung der Cliquenherrschaft und von einer Strei­chung der Bürgerrechte sprach, um schließlich zu behaupten, die neue Verfassung trage den Stempel der Unehrlichkeit an der Stirne.

Nach der Verkündung des Abstimmungsergeb­nisses setzte bei den Abgeordneten des Regierungs­blockes starker Beifall ein, während die Opposition rief, die Verfassung sei ungültig, es sei keine Zwei­drittelmehrheit erreicht worden usw. Die Sozialisten stimmten schließlich die Internationale an, was die Abgeordneten des Regierungsblockes mit dem Ge­sang des Legionärliedes beantworteten, bis die Opposition den Saal geräumt hatte. In den Stra­ßen Warschaus zeigten sich in den späteren Abend­stunden kleinere Demonstrationen, die mit Hoch­rufen auf Pilsudski umherzogen.

Ein Konzentrationskabinett m Belgien.

Brüssel, 23. März. (DNB.) Der Vizegouver­neur der Nationalbank van Zeeland ist vom König mit der Neubildung der Regie- r u n g beauftragt worden. Die neue Regierung wird sich aus Persönlichkeiten der drei großen Par­teien, aus Katholiken, Liberalen und Sozialisten, zusammensetzen. Sie wird den Charakter eines Konzentrationskabine tts haben, das seine Aufgaben ausschließlich in der Erfüllung b e - stimmter wirtschaftlicher Aufgaben sieht

Der neue Ministerpräsident van Zeeland ist im politischen Leben bisher nicht hervorgetreten. Er genießt in Wirtschafts- und Finanzkreisen großes Ansehen und erfreut sich besonderen Ver­trauens beim König. Auf Grund seiner langjährigen Tätigkeit beim belgischen Noteninsti­tut verfügt er über reiche Erfahrungen in Wirtschafts- und Finanzfragen, die augenblicklich ja in Belgien im Vordergrund stehen. Er hat mehrere Reisen ins Ausland gemacht und kennt auch sehr gut die Verhältnisse in Deutschland. Mit starken Eindrücken ist van Zeeland seinerzeit von einer Reise nach den Ver­einigten Staaten zurückgekehrt; man sagt ihm nach, daß er die Absicht habe, die Erfahrungen des R o o s e v e l t s ch e n Wirtschaftsexperiments auch für Belgien zur Anwendung zu bringen. Schon im Kabinett Broqueville hat er seine eigenen Ideen über den wirtschaftlichen und finanziellen Wieder­aufbau Belgiens vertreten; es ist ihm aber damals nicht gelungen, diese Idee durchzusetzen; er ist des­halb auch seinerzeit vorzeitig aus dem Kabinett Broqueville ausgeschieden. Mit besonderem Inter­esse sieht man der Währungspolitik des neuen Ministerpräsidenten entgegen.

Aenderung der Rangabzeichen in der HZ

Nach einer von der Reichsjugendführung ergan­genen Anordnung werden die bisher von den HJ- Führern vom Bannführer aufwärts getragenen brei­ten farbigen Mützenbesatzstreifen in Zukunft nicht

Das Wunder des Lebens."

Reichsinnenminister Dr. Krick eröffnet die Große Berliner Ausstellung.

Berlin, 23. März. (DNB.) In den Ausstel­lungshallen Am Kaiserdamm wurde am Samstag­nachmittag die große AusstellungDas Wunder des Lebens" feierlich eröffnet. Unter den weit über 1000 E h r e n g ä st e n, die an der Eröffnungsfeier teilnahmen, sah man u. a. die Minister Dr. F r i ck, Darre und S e l d t e, ferner die Staatssekretäre Dr. Meißner, Pfundtner, Dr. Freister, u. a. Reichsarbeitsführer H i e r l, den Präsidenten des Deutschen Luftsportverbandes L o e r z e r, Mini­sterialdirektor Dr. G ü t t, General von Rei­chenau, Staatssekretär a. D. L e w a l d, zahlreiche ausländische Diplomaten, darunter den französischen und den sowjetrussischen Botschafter. Nach den Prä­ludien von Liszt, vom Philharmonischen Orchester gespielt, dankte Bürgermeister Dr. Maretzky dem Reichsinnenminister für seine Bereitschaft, die Ausstellung zu eröffnen, und gab eine kurze Dar­stellung über den Inhalt der großen Schau. Das Jubilate" von Händel, gesungen vom Chor der Berliner Singakademie, leitete über zu der Er­öffnungsansprache, in der

der Reichs- und preußische Mnister des Innern, Dr. Frick,

u. a. ausführte: Der Sinn, des Lebens als eine Aufgabe, die jedes irdische Wesen zu erfüllen hat, und der auch der Mensch alsKrone der Schöp­fung" sich nicht ungestraft entziehen kann und darf, das ist es, was in dieser Ausstellung sich aus dem Gesetz des Lebens entwickeln soll. Der Mensch muß wieder lernen, daß er ja auch nur ein Teil der Natur s e l b st ist. Er soll seine Ueberheblichkeit ablegen und sich als ein Glied der großen Volksgemeinschaft fühlen, die ihn dazu verpflichtet, verantwortlich an der Erfüllung seiner eigenen Lebensaufgabe mitzuwir­ken, nämlich das gesunde Erbgut der Vor­fahren zu erhalten und es in der ununterbroche­nen Kette der Geschlechter rein weiterzugeben, um auf diese Weise gewissermaßen selbst un- sterlich zu sein! Eine solche Auffassung vom Le­ben ist der Kern nationalsozialistischer Weltanschauung, die es auf allen Gebieten des Staates, der Wirtschaft und des Lebens durch­zusetzen gilt.

Der nationalsozialistische Staat sieht den Einzel­menschen als einen unlösbaren Bestandteil der Fa­milie und der zu einem einheitlichen Organismus zusammengeschweißten Volksgemeinschaft an, in der einer dem andern und alle der Allgemein­heit und dem Staate dienen müssen. Denn der Staat ist die Zusammenfassung aller zu ihm sich bekennenden, ihre Arbeitskraft für ihn einsetzenden Familien und Volksgenossen. Wenn so dem ein­zelnen dem Staat gegenüber erhöhte Pflich- t e n erwachsen, so vermag er hieraus aber auch wieder größere Rechte abzuleiten, Rechte an den Staat, der den einzelnen zu schützen und für sein menschenwürdiges Dasein zu sorgen hat. Dies ist die Auffassung vom Sozialismus des nationalsozialistischen Staates.

Wo>uns das Leben entgegentritt, regt es uns zu Fragen an, und wir versuchen, das Geheimnis­volle in der Natur zu ergründen. Seit Jahrtausen­den sind die größten Gelehrten aller Völker be­müht gewesen, die Natur ihres letzten Schleiers zu entkleiden. Infolgedessen finden wir aus dieser Aus­stellung zunächst alles das verständlich dargestellt, was Forschergeist unserem Verständnis näherge­bracht hat. Sie werden in einem Mikrovivarium, einer Schau der Kleinlebewesen, das Ge­heimnisvolle derKleinheit der Natur" bewundern können, um über die Lehre vom Leben zu den T r ä g er' n des Lebens und zur Erhaltung des Lebens zu kommen. So sollen sie einen Einblick in die Daseinsform der kleinsten Organismen er­halten, um am durchsichtigen Menschen die Zweckmäßigkeit seines Baues und das Geheim­nisvolle unseres eigenen Daseins besser verstehen zu können.

Während gewiß so mancher Besucher mit der

MW

Unser Bild zeigt den Reichsminister Dr. Frick mit den Festgästen beim ersten Durchgang durch die Ausstellung Als Zweiter von links sieht man SA.-Obergruppenführer von Jagow, neben ihm Staatssekretär Dr. Meißner, ferner Ministerialrat Dr. G ü t t, Frau Frick, Reichsinnenminister Dr. Frick und Oberarbeitsführer Müller-Brandenburg.

vorgefaßten Meinung in die Ausstellung kommen wird, hier etwas Medizinisches und dabei denkt er naturgemäß an Krankheiten und Krankheits­behandlung kennenzulernen, so waren die Be­arbeiter der Ausstellung im Gegenteil bemüht, das frische, kerngesunde, pulsierende Le­ben in allen seinen Erscheinungen fest­zuhalten. Wir haben uns bemüht, dafür Sorge zu tragen, daß die Fortpflanzung erbkran­ker und asozialer Elemente eingeschränkt wird, wir haben der bedenkenlosen Rassen- Mischung Einhalt geboten und die Bevölkerung über die Gefahr der Erbkrankheiten und der R a s s e n m i s ch u n g aufzuklären versucht. So begrüße ich auch diese Ausstellung als ein Mittel der Aufklärung und der Erziehung, E r b g e s u n d h e i t und R a s s e n r e i n h e i t zum selbstverständlichen Allgemeingut des Volkes zu machen. Wir werden die Maßnahmen zur Ver­hütung erbkranken Nachwuchses ausbauen und er­gänzen.

Wir werden vor allen Dingen aber dafür sorgen müssen, daß in Zukunft nur erbge- sunde und rassisch wertvolle Men­schen einander heiraten. Wir werden also die Vorlage und den Austausch von E h e- gesundheitszeugnisen vor der Ehe­schließung in Aussicht nehmen müssen. Dies war bisher nicht möglich; denn erst die Ver­einheitlichung des Gesundheitswesens und die zum 1. April 1935 vorbereitete Einrichtung der Gesundheitsämter im ganzen Reich ermöglichen es uns, die Eheberatung in Deutschland einzu­führen. Es werden in jedem Stadt- und Landkreis Beratungsstellen für Erb- und Rassenpflege erstehen und nach

Möglichkeit mit wissenschaftlich und weltanschau­lich geeigneten A e r z l e n beseht werden, die von jedem zunächst freiwillig in Anspruch ge­nommen werden können. Wir werden aber eine gesetzliche Regelung des Austausches von Ehe­erzeugnissen folgen lassen, damit Personen, die an Geistesschwäche, schweren Lrbleiden oder an­steckenden Krankheiten leiden, auch tatsächlich von der heirat abgehalten werden können. Damit glauben wir dem Leben des deutschen Menschen und dem Glück der Familie mehr zu nützen als mit der Befolgung naturfeindlicher Lehren, die aus einer Zeit stammen, in der die Schäden der Zivilisation und die Ursachen des drohenden Unterganges der Kulturvölker noch nicht in Erscheinung traten.

Es kann niemand bestreiten, daß wir Nationalsozia­listen in der kurzen Zeit unserer Regierung d i e Familie als die Wurzel jedes Menschen und die Urzelle des Staates wieder zu neuem Leben gebracht und in den Mittelpunkt der Staatspo­litik gerückt haben. Diesem ist die Ausstellung ge­recht geworden, indem die Familie als die Trägerin des Lebens, als die Keimzelle des menschlichen Da­seins den Höhepunkt der Ausstellung bildet und sich die Gedanken von der gesunden kinderreichen Fa­milie wie ein roter Faden durch jeden Raum, jede Halle hinziehen. Möge die Ausstellung zahllosen deutschen Volksgenossen lehrreiche Erkenntnisse brin­gen und möge das, was Sie hier sehen und was im Innern des beschauenden Menschen anklingt, ihm selbst und dem Leben unseres ganzen Volkes zum Segen gereichen und verständnisvolle Auf­nahme finden. Mit diesem aufrichtigen Wunsch er­kläre ich die Ausstellung für eröffnet!"

mehr Dienstränge, sondern Dienststellungen kennzeichnen. .Sämtliche Führer von Bannen sind von jetzt ab an dem weißen Mützenbesatz­streifen erkenntlich, während die Führer von Ge­bieten einen hochroten Besatzstreifen an der Mütze tragen. Ebenso tragen der Stabsführer und die Abteilungsleiter der Reichsjugend­führung sowie der Adjutant des Reichsjugend­führers den hochroten Besatzstreifen. Bei den Mitgliedern der Stäbe fallen unabhängig vom Dienstrang die farbigen Besatzstreifen an der Mütze fort. Statt dessen erhalten die Mitglieder des Sta­bes der Reichsjugendführung goldene und die Mitglieder der übrigen Stäbe silberne Bie­se n an Mütze und Schulterklappe.

Eine Aenderung erfahren auch die auf den Schulterklappen getragenen Rangabzeichen. Sämt­liche Mitglieder des Stabes der Reichsjugendfüh­rung vom Bannführer auswärts tragen jetzt g o l °

bene Eichenblätter, während diese bei den Dienststellen außerhalb der Reichsjugendführung in Silber ausgeführt sind.

Neue große

Spende der Deutschen Beamtenschaft für die StiftungOpfer der Arbeit".

Auf Anordnung des Reichsstatthalters Jacob Sprenger war im Jahre 1933 durch die dama­lige nationalsozialistische Beamten- a b t e i l u n g eine Sammlung für die Opfer der Arbeit in die Wege geleitet worden. Nachdem die nationalsozialistische Beamtenabteilung in der letz­ten Hälfte des Jahres 1933 750 00 RM. für die Opfer der Arbeit und im Jahre 1934 156 000 RM. gespendet hat, hat das Hauptamt für Be­amte der Reichsleitung der NSDAP, als Spende der Deutschen Beamtenschaft am

22. März der Reichskreditgesellschaft AG. einen weiteren Betrag von 118000 RM. überwiesen. Insgesamt sind derStiftung für Opfer der Arbeit" bisher 1 024 000 RM. an größeren Spenden zugegangen. Nicht einbe­griffen sind in diesem Betrag die allmonat­lichen Ueberweisungen der Beamtenschaft, die allein im vergangenen Jahre einen Betrag von 210 000 RM. ausgemacht haben.

Göring ehrt einen verdienten alten Beamten.

In Treptow an der Tollense (Pommern) feierte der Ruhestandsbeamte August Käding seinen 95. Geburtstag. Der Jubilar hat über 50 Jahre dem preußischen Staat treue Dienste geleistet. Als Veteran hat er die drei deutschen Einigungs­kriege mitgemacht. In besonderer Anerkennung der treuen Dienste des Jubilars hat Ministerpräsident

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Unaufhaltsam geht sie voran immer weiter voran!

Wie sehr man bei der Herstellung dieser Zigarette darauf be­dacht ist, etwas Besonderes zu bieten, zeigt auch der Weg, der mit der neuen Beilage beschritten wurde. Das großangelegte SammelwerkDie Nachkriegszeit ISIS bis 1934", Wird als Chronik einer bewegten Epoche überall lebhaft begehrt.

Der große Erfolg einer großen Leistung!

Von sämtl.deutschen Zigaretten hat nachweislich den allergrößten Umsatz (Jahresbedarf mehrere Milliarden!)