Ausgabe 
25.3.1935
 
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Mussolini ordnet die Eint

Unser Wille z über etliche Milli

Rom, 23. März. (DNB.) Der italienisch gierungschef hat in seiner Eigenschaft als M der italienischen Wehrmacht die schriftliche E i rufung der ganzen Jahresklasse angeordnet. Die Einberufung wird in der am Mitteilung als Vorsichtsmaßregel t net. Anläßlich des 16. Jahrestages der ® der faschistischen Kampfbünde, der in ganz l seit Jahren als Feiertag begangen wird, hiel solini eine Ansprache, in der er ausführte: T Gründung der faschistischen Kampsbünde war eine verschwindende Minderheit, heute sind w unabsehbare Masse. In der undurchsichtige unsicheren politischen Gegenwart bietet Jtali Welt das Schauspiel wunderbarer Ruhe. He Italien' nach Gei st und R ü st unger st a r k t. Kein Ereignis wird uns unvorl finden. Diese Tatsache ermöglichtes uns, trotzi nach st en Aufgabe einer nicht gc fernliegenden Zukunft ins Au schauen. Die Zukunft wird unser sein. Ihr in euren Herzen diese völlige Sicherheit hab« sie zu einer Waffe unbeugsamen W i machen. Wir sind zu jeder Aufgabe be die uns das Schicksal stellt, auch, wenn e- sein muß, über alle Hindernisse hin die sich uns in den Weg stellen sollten. Wille zum Frieden und zur Zusan arbeit in Europa verfügt auch etliche Millionen Stahlbajoi Morgen schon sind wir bereit zu zeigen, Geist und welcher Mut das herrliche Jtali Faschismus unter dem Zeichen des Liktoren! beseelt."

In kurzen Kommentaren wird die Einbc der Jahresklasse in Zusammenhang gebracht Unsicherheit der gegenwärtigen i nationalen Lage, die, wie Giornale i schreibt, von der italienischen Regierung m kommener Ruhe und mit Gleichmut betrachtet

Neue Besti Schülerauslese a

Ein Erlaß des

Berlin, 23. März. (DNB.) Reichserzi Minister Rust hat einen Erlaß über die ( auslese an den höheren Schulen hernusgegc dem es heißt:

Bei der Auslese an den höheren Schulen liberalistische Grundhaltung der vergangen zu einer einseitigen Bevorzugun rein v e r st a n d e s m ä ß i g e n A n l a g führt und die für die volkführenden Bern minder wichtigen körperlichen und ch terlichen Kräfte sowie die r-a s s Werte vernachlässigt. Durch diese Auslese werde der einseitig intellektuelle ur reife Schüler im Uebermaß gefördert, r rassenbiologisch wertvollere und volksgesun! der deutschen Jugend oft zurückblieben. D> rer und Reichskanzler hat demgegenüber wieder eine Auslese nach kör perl charakterlichen und geistigen Ge punkten gefordert. Diesem Ziel tragen j Reichserziehungsminister Nust geschaffenen legenden Bestimmungen über die Schule an den höheren Schulen Rechnung.

In diesen Bestimmungen wird als Aufgal höheren Schule bezeichnet, den körperlich rakterlich und geistig besonders gut verc ten Teil der deutschen Jugend so zu erz daß er fähig wird, später in gehabt oder führenden Stellen unser litisches, kulturelles und tt fchaftllches Volksleben maßgel mit zu gestalten. Die höhere Schul daher die Pflicht, unter den zu ihr komm Jugendlichen (die männlichen Bezeichn gelten überall auch für die Schülerinnen eine Auslese zu treffen, welche die U eigneten und Unwürdigen f ch e i d e t, um die Geeigneten und IDüi um so mehr fördern zu können. Die st< Prüfung muh sich auf die körperliche, c terliche, geistige und völkische Gesamteig.,«,.^ erstrecksn.

In dem Abschnitt über die körperliche Auslese wird bestimmt, daß Jugendliche mit schweren Leiden, durch die die Lebens­kraft stark herabgesetzt ist und deren Behebung nicht zu erwarten ist, sowie Träger von Erb­krankheiten nicht geeignet sind und daher nicht in die höhere Schule ausgenom­men werden. Jugendliche, die eine dauernde Scheu vor Körperpflege zeigen, werden von der höheren Schule verwiesen. Ebenso führt ein dauerndes Versagen bei den Leibesübungen, das sich vor allem im Mangel an Willen zu körperlicher Härte und Einsatzbereitschaft äußert, zur Verweisung.

Hinsichtlich der charakterlichen Auslese wird be­stimmt, daß von der Schule zu verweisen ist,

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Bei allen aussondernden Maßnahmen auf Grund mangelhafter geistiger Leistungen sind die körper­lichen und charakterlichen Fähigkeiten voll mitzu­werten. Wenn der Schüler hervorragende Führereigenschaften besitzt und bestätigt hat, ist besonders wohlwollend zu ver­fahren.

Diese Bestimmungen wurden vom Reichserzie­hungsminister Rust in Zusammenarbeit mit dem Rassenpolitischen Amt der NSDAP, geschaffen. Sie stellen eine sorgfältig abgewogene grundlegende Maßnahme dar, die geistig Unzulänglichen oder charakterlich Wertlosen von der höheren Schule fernzuhalten und gleich­zeitig den rassisch und ch a r a k t e r l i ch Wert­vollen, langsamer Reifenden den Zu- | gang zu den volkführenden Berufen zu ermöglichen.

Große Kundgebung des Mein-Mainischen Einzelhandels.

LPD. Frankfurt a. M., 24. März. Die große Kundgebung des rhein-mainischen Einzelhandels im Frankfurter Hippodrom war aus den Kreisen des Einzelhandels und seiner Gefolgschaftsmitglieder stark besucht. Zunächst erklärte

der Leiter der Wirtschaflsgruppe Einzelhandel Pg. Dr. hayler (München)

in einer programmatischen Rede: Kaum ein Stand hat mehr an sich selbst erkennen gelernt, als der Einzelhandel, wie notwendig ein enger Zu­sammenschluß ist. Wir wollen das Alte nicht vollkommen zerschlagen, aber was schlecht war am Alten, das muß restlos beseitigt werden. Es ist n i ch t a l l e s s ch l e ch t g e w e s e n, was uns a u 5 der Vergangenheit übernommen ist, ge­nau wie nicht jeder ein Liberaler sein muß, der nicht schon vor der Zeit der Machtübernahme zu uns stieß. Aber auch das Beste muß mit dem Geist

der neuen Zeit durchdrungen werden, wenn es nicht unbrauchbar werden soll. Der beste Mensch ist ungeeignet für unsere Zeit, wenn er nicht gewillt ist, sich in die nationalsozialistische Ideenwelt einzuleben. Durch die Gleichschaltung ist dies nicht zu erreichen, der innere Aufbau muß von jedem einzelnen ausgehen.

Pg. Cornelius Berenls-Jena, Leiter der Wirt­schaftsgruppe Mitteldeutschland der Wirtschafts­gruppe Einzelhandel

gab eine eindringliche Schilderung der Not der klei­neren selbständigen Wirtschaftsexistenzen. In den letzten zwei Jahren habe sich vielfach ihre Stellung gebessert, aber noch immer leben Tausende von klei­nen Unternehmern aus Einzelhandel, Handwerk und Gewerbe unter dem Existenzminimum. Nach der nationalsozialistischen Machtübernahme glaubten einige, jetzt würde mit einem Schlage der Staat

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Handel durch die Beschränkung der Einfuhr nichtlebensnotwendiger Güter erwach­sen, die Aufgaben der Umlenkung des Ver­brauchs auf solche Waren, die die deutsche Volkswirtschaft in genügender Menge und Preis­würdigkeit aus eigener Kraft zu erzeugen vermag, an den Schutz und die Förderung der Volksgesundheit durch die Propagie­rung besonders wertvoller Verbrauchsgüter und an anderes mehr. So hat die dem Handel eingepflanzte Tradition eine ganz spezifische Geistesgestaltung geformt, die, das darf hier offen zum Ausdruck gebracht werden, mit jüdischem Krämergeist auch nicht das geringste zu tun hat. Der Handel steht heute als fast alleinige Gruppe, die grundsätzlich am Konkurrenzprinzip fe st gehalten hat, ja festhalten muß, inmitten einer Volkswirt­schaft, die sich bedauerlicherweise in den letzten Jahren immer mehr von dem Grundsatz eines echten Leistungswettbewerbs entfernt hat. Wir begrüßen es darum aufrichtig, daß nun­mehr diese Grundlagen in einem gesunden Um­fange wieder hergestellt werden. In letzter Zeit wird nun verschiedentlich Klage geführt über die uneinheitliche Erhebung der Beiträge. Ich habe alle Untergliederungen der Reichsgruppe Handel zu sorgfältigster und sparsam st er Haushaltsführung ver­pflichtet, und ich werde ferner dafür Sorge tragen, daß der Uneinheitlichkeit im Beitragswesen abgeholfen wird. Im Einzelhandel ist das Schaffen von zwei Millionen deut­schen Volksgenossen zusammenge­schlossen. Daß sie alle ihre tägliche Arbeit in Liebe zu ihrem Beruf erfüllen, wird die Sorge der Industrie- und Handelskammern und der privat­rechtlichen Vertretungen des deutschen Handels sein. Mit einem dreifachen Siegheil auf den Einzel­handel, das deutsche Vaterland und den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler schloß die Kund­gebung.

menschlössen, könnten die europäischen Probleme im Osten dieses Erdteiles ohne kriegerische Ak­tionen gelöst werden. Mosley verlangte leiden­schaftlich, dem Feinde von gestern (Deutsch­land) die Hand zu reichen und auf den Grä­bern der Vergangenheit eine neue Zukunft aufzubauen.

Wahlen in Kanton Basel-Stadt.

Basel, 24. März. (DNB.) Die R e g i e r u n g s - und Großratswahlen haben statt der er­warteten Festigung der bürgerlichen Parteien eine Verschiebung nach links ergeben. Von den sechs bürgerlichen Regierungskandidaten, auf die fick sämtliche bürgerlichen Parteien geeinigt hatten, ist nur einer, nämlich der zuletzt aufgenommene Re­gierungsrat Zweifel, fest gewählt. Dagegen dürften die bisherigen sozialdemokratischen Vertre­ter Regierungsrat Wenk und Regierungsrat Hau­ser wiedergewählt worden sein.

Bei den Neuwahlen zum G r o ß r a t ist die bür­gerliche Mehrheit auch unsicher geworden, indem nicht nur die Sozialdemokraten einige Sitze gewannen, so daß Sozialdemokraten und Kommunisten letztere verloren einige Mandate von den insgesamt 130 Sitzen in Zukunft über 61 bzw. 62 Sitze verfügen statt 57. Auch die Fre v wirtschaftliche Bewegung konnte drei Sitze erobern, ferner hat die Evangelische Volkspartef ihre drei Sitze behalten. Beim bürgerlichen Block ging die Majorität von bisher 70 Sitzen auf etwa 62 bis 63 herunter.

Japan will Nord-Sachalin kaufen.

Tokio, 24. März. (DNB.) Außenminister H t * r o t a erklärte im Reichstag, daß Japan den Nord­teil von Sachalin zu kaufen wünsche, lieber diese Angelegenheit sei schon früher mit der Sowjetregierung gesprochen worden. Hirota äußerte sich zuversichtlich über die Aussich­ten einer Verständigung mit der Sowjetunion über die Grenzfragen. Politische Kreise messen den Er» klärungen größte Bedeutung bei, da sie erkennen ließen, daß Sowsetrußland eine weitgehende Der»