50 Lahre Ganitätsverein in Gießen
Hopfe n müller
Horst-Wesiel-Ge-enkfeier in Gießen
Nachdruck verboten!
15. Fortsetzung
der für
Er konnte nicht mehr so frei forschen und vorwärts gehen wie in anderen Fällen, in denen er nur mit dem Verstand, aber nicht mit dem Herzen beteiligt war. Und doch mußte er alles zu einem guten Ende bringen, schon um Helmas willen.
Aus dem Brief Dundees sah man ja schon, wohin sich die Gedanken der Kriminalisten verirren konnten. Es drohte also nicht nur Gefahr für Horst von Gernsheim. Es drohte auch eine Gefahr für Helmas Ruf und ihre Sicherheit. Zweifach also war die Aufgabe, die ihm hier gestellt war: Er mußte Horst von Gernsheim schützen vor dem Anschlag der Verbrecher, die den Heimgekehrten beinah schon getötet hätten, und er mußte Helma vor Verdächtigungen schützen. .. „
Würde sie offen zu ihm sein, dann wäre alles leichter. So aber? Er seufzte auf. Dann nß er sich zusammen. Ein Leuchten kam in seine Augen. Wie es auch war, Helma durfte ihm vertrauen.
Es war ein paar Tage später, als Helma in ihrem Schlafzimmer in Gernrode erwachte Um ruhige Träume hatten sie gequält. Sie suhlte sich eigentümlich zerschlagen und fiel immer wieder m einen Dämmerzustand zurück. Es war, als ob ihr Wille nicht ausreichte, um den Bann des Schimm mers und des Traumes abzuschütteln und zu sich
Deutschland. Die SA. wolle und werde immer an ich selbst arbeiten, damit sie vorbereitet sei für den Tag, an dem der Führer ihr neue Aufgaben stelle und sie diesen Aufgaben gewachsen wäre. Selbstlos und treu, wie früher, werde die SA. auch die kommenden neuen Aufgaben anpacken. Sie habe dabei nur den einen Wunsch und die eine Bitte: der
Volkes. Treue zum Führer und Treue zu sich selbst war bisher der Wahlspruch der SA. und werde es immer bleiben. In diesem Geiste gedenke die SA. ihres obersten Führers Adolf Hitler mit dreimaligem Sieg-Heil!
Im Anschluß an den dreimaligen Ruf der Treue zum Führer wurden die vier Verse des Horst-Wessel-Liedes gesungen. Darauf wurden unter den Klängen des Präsentiermarsches die Standarte und die Sturmfahnen feierlich nach dem Standartenge- bäude zurückgebracht. Hierauf traten die Sturme weg.
Es müsse dafür gesorgt werden, daß die Anlagen des Erbkranken nicht 'fortgepflanzt würden. Der Redner kam dann auf die rassenpolitischen Verhältnisse zu sprechen. Jedes Volk gehe unter, wenn es sich mit art- und wesensfremden Rassen vermische. Das deutsche Volk sei ein nordisch bedingtes Volk. Die nordische Rasse sei das Band, welches alle Deutschen nicht nur zur Volksgemeinschaft, sondern auch zu einer Blutsgemeinschaft zusammenschließe. Der Standpunkt, den der Nationalsozialismus in der Rassenfrage einnehme, trage zur Befriedung der Völker bei, und zwar besser als der Völkerbund, indem er zu gegenseitiger Achtung führe. Wir müßten den nordischen Gedanken vorwärts treiben, weil der nordische Rassebestandteil durch den Krieg und andere Umstände schwere Einbuße erlitten habe, die eingeholt werden müsse. Deutschland könne seine Kulturaufgaben nur erfüllen, wenn es nordisch bedingt bleibe und sich gegen fremde Rassenmischung wehre.
Weiter erläuterte der Redner die Maßnahmen, die der nationalsozialistische Staat in bevölkerungs- und rassepolitischer Hinsicht getroffen habe. Er erwähnte dabei insbesondere die Steuererleichterungen für kinderreiche Familien, das Erbhofgesetz, die Ehestandsbeihilfen, das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums und das Siedlungsgesetz. Das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses sei eine bittere Notwendigkeit. Es müsse dafür gesorgt werden, daß erbkranke Anlagen nicht weiterverpflanzt würden. Leider werde
leise, fast unhörbar. , r , ,
„Alos nicht", sagte Hopman ebenso leise zu sich selbst und fuhr dann wieder fort, ihr etwas Technisches wegen der Reparatur zu erklären.
In seinem Herzen war Trauer. Helma wollte ihm also nicht sagen, daß sie in Hamburg gewesen war. Es war so, wie er vermutet. Sie wollte ihn schonen. Und er mußte sich ihrem Wunsche fügen.
18. Kapitel.
Helma kehrte gedankenvoll ins Schloß zurück. Was war das nun wieder? Warum gab sich Hop- man als Monteur aus und zeigte ein so merkwürdiges Interesse für das Treibhaus und die Heizungen? Die Angelegenheit wurde immer verwirrter — und sie hatte das Gefühl, das sie als Kind so oft gekannt, wenn sie im Dunkel in ein Zimmer kam und von einem Gefühl der unerklärlichen Angst erfüllt wurde. .
Im Schloß angelangt, ging sie sofort in die Räume, die für die Rückkehr des Schloßherrn zurechtgemacht wurden. Es waren drei Zimmer,
ziemlich nahe denen gelegen, die der alte Baron als eine Privatgemächer benützt hatte.
Schon von weitem hörte Helma das Singen des Staubsaugers und sah Fanny mit Charles eifrig beschäftigt, Möbel herausschaffen und die Teppiche zusammenrollen. Man konnte sich auf die Arbeit von Charles und Fanny verlassen!, dachte sie be- riedigt. Alles, was die beider? im Hause anfaßten, glänzte vor Sauberkeit.
„Machen Sie nur alles recht wohnlich", sagte Helma, „und sorgen Sie dafür, daß es bald fertig ist!"
„Gewiß, gnädiges Fräulein", versetzte Charles, „ich werde auch das Zimmer schön mit Blumen dekorieren, wenn der Herr kommt. Wir haben im Teibhaus einige wunderbare Fliederbüsche, die eben aufgeblüht sind."
„Richtig, da fällt mir ein", versetzte Helma, „der junge Monteur, der sich wegen Arbeit gemeldet hat, ist von mir beauftragt, die Heizungen im Treibhause gründlich durchzusehen, damit im Winter keine Stockung eintritt."
Als die Glocke vom Kirchturm des Dorfes Gernrode den Mittag einläutete, meldete sich der Monteur Schmidt beim Verwalter in der Kanzlei. Er war, wie er sagte, mit der ihm aufgetragenen Arbeit fast fertig. Für einige Reparaturen wollte er sich noch Material in der nahegelegenen Kreisstadt besorgen, wohin er mit seinem Motorrad zu fahren gedachte. —
Bald darauf fuhr Hopman in rasender Fahrt auf der Chaussee der Kreisstadt entgegen. Nach einer halben Stunde war er angelangt. Er hielt beim Gasthaus „Zum Stern". Im gleichen Augenblick kam von der anderen Seite her ein Kraftwagen, dem Martins und ein Kriminalkommissar entstiegen.
Bald saßen alle drei in einem Hotelzimmer, und . Hopman hörte den genauen Bericht über das, was sich inzwischen in Hamburg und Berlin herausgestellt.
„Die Nachricht, daß diese beiden Ausländer bald abreisen wollen, stimmt genau mit dem überein, was ich unter der Hand gehört habe", sagte Hopman. „Offenbar will man den Hauptschlag der Unternehmung auf den Tag nach der Rückkehr des jungen Barons legen."
„Aber was will man eigentlich?" fragte Martins. „Will man die andern Smaragde stehlen —- oder was ist beabsichtigt?"
„Um die Smaragde scheint es nicht allein zu : gehen", war Hopmans Antwort. „Sie scheinen nur . als Betriebskapital dienen zu sollen. Es steckt noch > etwas anderes dahinter — und das werden wir . noch herausbringen. Du, Martins, bleib mit dem t Herrn Kommissar hier, im Fall ich eine dringende Nachricht zu senden habe! Ich muß eiligst in die , Hauptstadt und habe dort einige Wege, die mir - hoffentlich zur Aufklärung verhelfen."
, (Fortsetzung folgt!)
Vereidigung der politischen Leiter und Amtswalter in Gießen.
Am Samstagabend beging die SA. des Standorts Gießen in würdiger und eindrucksvoller Weife eine Feier zum ehrenden Gedächtnis Horst Wessels, des Heros der nationalsozialistischen Bewegung. Die Stürme versammelten sich gegen 19.30 Uhr aus Oswaldsgarten und marschierten von dort unter Vorantritt des Spielmannszugs und des Musikzugs der Standarte 116 und unter Mitführung des Feldzeichens der Standarte und der Sturmfahnen über den Horft-Wefsel-Wall, Seltersweg, Kreuzplatz, Sonnenstraße zum Landgraf-Philipp-Platz. Während des Marsches schritten die Kolonnen, auch die entfernt von der Musik marschierenden, ohne den sonst üblichen Gesang der Kampflieder in ernstem Schweigen ihre Straße.
Auf dem Landgraf-Philipp-Platz wurden die Standarte und die Sturmfahnen rund um das Gefallenendenkmal herum aufgestellt, dahinter stand ein Kranz von Fackelträgern, wodurch der Denkmalsplatz ein außerordentlich stimmungsvolles Bild für diese Heldenehrung erhielt. Der Musikzug der Standarte 116 leitete die Gedenkfeier mit dem Choral „Wie sie so sanft ruhen" ein. Hierauf hielt
Standartenführer Lutter
die Gedenkrede, in der er auf die fünfte Wiederkehr des Todestages des SA.-Kameraden Horst W e f - f e l hinwies, der fein Leben hingab, damit Deutschland lebe. Die alten Kämpfer, die den Kampf um die Erneuerung des deutschen Volkes mitgemacht hätten, aber auch die jungen Kameraden, die später zur SA. kamen, sie alle sollten niemals vergessen, was Horst Wessel und die übrigen 400 für Deutschland gefallenen SA.-Kameraden bedeuten. Leider werde in unserer schnellebigen Zeit vielfach zu rasch vergessen, was die SA. und vor allem die im
Führer möge ihr diese Aufgaben möglichst schwer teilen, damit die SA. zu ihrer Lösung genau so alle Kräfte anspannen müsse, wie früher. Das solle Dank der SA. an ihren obersten Führer sein die Arbeit zur Erneuerung unseres deutschen
Am Samstag und Sonntag fand die Feier des ünfzigjährigen Bestehens des Sanitätsvereins Gie- ;en statt.
Am Samstagabend versammelten sich die Mitglieder und Gäste'in dem bis auf den letzten Platz be- etzten Saale des Cafe Leib. Nach einigen Mustk- vorträgen, ausgeführt von Mitgliedern des Stadttheaterorchesters, dem Einzug der Jubilare und einem Vorspruch von Frl. Alma M a n k, begrüßte der Vorsitzende E. Simon
die Besucher. Er schilderte dann in eingehender Weise den Werdegang des Vereins bis zum heutigen Tage. (Wir haben bereits am 28. Januar über die 'Geschichte des Vereins berichtet.) Weiter führte der Redner aus, daß das Verhältnis zwischen dem Verein einerseits und der Aerzteschast anderseits stets ein harmonisches gewesen sei. Der Redner gedachte dann der im Weltkriege gefallenen Mitglieder, deren Andenken in üblicher Weise geehrt wurde. Der Redner wandte sich dann an die Jubilare, die 25 Jahre und länger dem Verein angehören, dankte ihnen für ihre Treue und überreichte jedem ein geschmackvoll ausgeführtes Diplom. Es wurden geehrt: Konrad O e h l e r für 44jährige Mitgliedschaft, Christian Schmidt 43, Albert Franke, Anton Lehr und Wilhelm Ziegler 39, Louis Zutt 38, Heinrich Stimmer und Gustav Trinkaus 37, Wilhelm Hahn, Conrad Bender, Karl 23 o I f 36, Mathilde Grckninger, Wilhelm G e l s e n l e u ch t e r 35, Karl Becker 34, Heinrich Weber 32, Wilh. Höß, Karl G ü m b e l, Maria W e l l h a u s e n 31, Georg Hanauer, Wilh. Karnbach, Ludwig Müller 30, Gustav Müller, Karl Schön, Louis Löb 28, August Köhler, Ernst Fleck 27, Otto Von - Eiff, Gustav Wittmann 26, Hermann Hofmann, Jakob Leonhard 25 Jahre.
Zum Schluß gedachte der Redner des Führers und Reichskanzlers Adolf Hitler. Er habe uns die Hoffnung gegeben, daß es durch die Mitarbeit aller wieder vorwärts gehe. So werden auch wir weiter arbeiten mit dem Motto: „Einer für alle,
Helma lächelt.
Kriminalroman von Klothilde von Stegmann.
Urheberrochtsfchutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
Bald darauf schritt Helma durch den Park den Treibhäusern zu. Sie hüllte sich fester in ihre kleine Pelzjacke. Charles hatte recht, es war wirklich gegen gestern empfindlich kühl geworden. Die Sonne ver- uchte vergeblich gegen die schweren Wolken zu kämpfen, die mit dem Nordostwinde über den Fluß herüberkamen. Die ganze Natur, die gestern noch in goldener Herbstschönheit gelächelt, war verändert. Grau und düster hing der Himmel, und die Bäume standen in einem wirbelnden Reigen von herunterfallenden Blättern. Die Heizung in den Treibhäusern mußte unverzüglich instand ge- etzt werden.
Helma trat in das Treibhaus I, von dem der Diener gesprochen. Ein großgewachsener Monteur mit tief in die Stirn gezogener Mütze arbeitete dort bereits.
Als Helma hereintrat, wandte er sich im Knien um und legte warnend einen Finger auf den Mund, als Helma aufschreien wollte.
„Ruhig, gnädiges Fräulein! Ich bin Monteur Schmidt. Sie bauftragen mich, hier alle Heizungen zu untersuchen — nicht wahr?"
Helma nickte, keines Wortes mächtig, indessen Hopman sich mit seinem Werkzeug wieder an den Heizungsröhren zu schaffen machte und sich dann einer eingehenden Betrachtung des Fußbodens unter dem Feuerungsofen widmete.
Helma beugte sich herunter, als wollte sie die schadhaften Stellen mit begutachten. . „
Da muß repariert werden, gnädiges Fräulein , sagte Hopman in dem Ton des Monteurs, „und da — aber ich denk', ich schaff' es bald.--„Gnä
diges Fräulein", flüsterte er plötzlich fast lautlos, „waren Sie in Hamburg? Haben Sie Ihren Adoptivbruder abgeholt?"
Helma sah Hopman vollkommen verständnislos an Sie schüttelte den Kopf. Ihr „Nein!" war ganz
selbst zu kommen. , _ , .
Erst als das Mädchen zur gewohnten Zeit bei ihr klopfte, riß sie sich gewaltsam aus der bleiernen Müdigkeit, die sie umfangen hielt.
Unter der kalten Dusche wurde sie frischer unv saß alsbald bei einem Frühstück im Eßzimmer. Aus ihre Frage nach Doktor de Sanzo sagte Charles:
„Herr Doktor ist gestern zurückgekommen und ruht sich aus. Herr Doktor will dann packen, weil er in den nächsten Tagen äbreisen will. Außerdem muß ich dem gnädigen Fräulein melden, daß eine Heizung in dem ersten Treibhaus nicht funktioniert — und da gerade ein wandernder Monteur vorhin im Schloß um Arbeit nachgefragt hat, wollte ich das gnädige Fräulein fragen, ob der Mann wohl einmal die Heizungsröhre nachsehen darf. -Denn es ist heute nacht schon kalt gewesen. Und wenn ich nicht heizen kann, ist für die Pflanzen Gefahr.
„Wo ist der Mann?" frage Helma.
„Ich hab' ihn einstweilen hinten in die Gewächshäuser geschickt, damit er sich den Schaden ansehen kann; vielleicht daß das gnädige gramem einmal hören, was er für die Reparatur haben muL
„Es ist gut, ich werde bann hinuntergehen , erwiderte Helma und frühstückte, von Charles be
dient. . (vj r r .
„Haben das gnädige Fräulein besondere Befehle für mich?" fragte dann der Diener. „Ich wurde sonst mit Fanny zusammen die Zimmer des jungen Herrn Baron zurechtmachen."
„Ja, tun Sie das, Charles! Ich gehe inzwischen hinunter zu den Treibhäusern und werde mit dem
1 Handwerker verhandeln."
Der Eilbrief, den der englische Detektiv an Martins geschickt hatte, erreichte Hopman sehr bald.
Hopman las ihn und wurde vollkommen verwirrt. Was für einen.Unsinn schrieb Dundee da? Helma hatte Herrn von Gernsheim in Hamburg erwartet? Aber warum hatte sie ihm denn davon nichts erzählt? Allerdings, er hatte sie ja seitdem noch gar nicht gesprochen
Was hatte sie denn m Hamburg zu tun gehabt? Nun er würde sie bald darüber fragen. Die Schlußfolgerungen aber, die Dundee aus dieser Hamburger Reise zog, waren geradezu lächerlich
Hekma eine Erbschleicherin? Helma im Komplott mit den Verbrechern, die hier auf Schloß Gernrode ihr Spiel trieben, die ihre Netze bis nach Hamburg ausgeworfen hatten, um Horst von Gernsheim womöglich schon vor seiner Rückkehr ms Vaterhaus unschädlich zu machen? Nein, das war denn doch zu toll! Wenn Helma in Hamburg gewesen war, so hatte sie sicherlich nichts anderes gewollt, als den Advptivbruder beim Betreten des deutschen Bodens 3Umiten6in diese kühlen Ueberlegungen hopmans kam plötzlich etwas, was zu diesem disziplinierten Kriminalmann gar nicht paßte.
Er fühlte nämlich plötzlich einen heftigen Schmerz, einen ganz privaten und sehr unangenehmen Schmerz. Er hatte ja überhaupt noch niemals daran gedacht, wie Helma von Bodenberg Zu dem Adop^ tivbruder stand. Jetzt, da er die Mogl^keck^ihrer Reise nach Hamburg erwog, kam es.ihm.zum B - wußtsein: Vielleicht war Horst von Gernsheim viel mehr für Helma von Bodenberg als nur em Adop-
alle für einen". Er schloß feine Ausführungen mit einem dreifachen Sieg-Heil auf unser deutsches Vaterland und unseren Führer Adolf Hitler, worauf das Deutschlandlied und bas Horst-Wessel- Lieb folgten.
Nach weiteren Musikvorträgen brachten Hebwig Dippel, Luise Fleischmann unb Karl Wehrmann einen Vorspruch zur 25jäf>rigen Tätigkeit des Kassenwarts
Hch. Stimmer.
Der Vorsitzenbe feierte ben Jubilar, inbem er u. a. folgenbes ausführte: 25 Jahre Mitglieb fein, heißt fchon Treue zum Verein, aber 25 Jahre bie Finanzen bes Vereins zu verwalten, ist eine ganz be- sonbere Tätigkeit unb hebt sich weit über ben Rahmen ber Mitgliedschaft hinaus. 25 Jahre Rechner bes Sanitätsvereins ist Dienst am Verein, ist Verantwortung, ist Pflichterfüllung. Die Arbeit bes Jubilars habe bem Verein viel Gutes gebracht. Der Rebner bankte bem Jubilar für feine pflichttreue selbstlose Arbeit unb gab bem Wunsche Ausbruck, baß es bem Rechner vergönnt sein möge, noch viele Jahre mitzuarbeiten.
freilich seit ihrer Kinbheit beinah hatte sie ihn nicht gesehen. Aber was besagte bas? Gerabe eine solche Trennung konnte für solch ein iung°s romantisches Madchengemut den Keim der Liebe I tragen Bielleicht batte st- es nicht mehl' et““ten können, den Gespielen ihrer Jugend w-ederrusehen. Wenn es aber so war, so hatte er gleichfall - Motiv zu tz-lmas Schweigsamkeit. AmEndehatt er sich selbst verraten. Helma ahnte m-l-ncht mit dem sicheren Instinkt, den Frauen haben, wie H-x man zu ihr stand. Und sie wollte ihn nicht betrüben, indem sie ihm ihre Sehnsucht nach dem Aboptivbruber zeigte.
So schwer war es Hopman noch nie zu Sinn gewesen, seitbem er ben "^ull Gernsheim ' beitete. Zum ersten Male, baß ihm eine persönliche Neigung in eine berufliche Aufgabe h'^inkam. Und das eine wurde ihm klar: Leichter wurde diese Aufgabe dadurch nicht.
Kurz nach dieser feierlichen Handlung erschien überraschender Weise der
Gauleiter
und Reichsstatthalter Sprenger,
der auf einer Dienstreise durch Gießen kam und Gelegenheit nahm, ber Vereibigung beizuwohnen. Unmittelbar nach bem Erscheinen bes Gauleiters unb Reichsstatthalters, ber von ber Versammlung freubig begrüßt würbe, erfolgte bie Übertragung ber Rede bes Führers. Ergriffen lauschte man ben Ausführungen von ber historischen Stätte ber Par- teigrünbung, unb begeistert sang man zum Schluß ber Rebe bas Deutschlanblieb.
pg. Klostermann
nahm barauf Gelegenheit, bem Gauleiter unb Reichsstatthalter Sprenger zu banken für feinen überraschenben Besuch. Im Namen ber Versammlung gab er ihm bie Versicherung, baß man auch künftig treu zum Führer stehen wolle unb baß die Politischen Leiter und Amtswalter des Kreises Gießen vorbildlich fein würden. Sein Sieg-Heil auf ben Führer, auf ben Reichsftatthalter unb auf bie Zukunft bes Deutschen Reiches würbe freubig aufgenommen. Gemeinschaftlich würbe anschließenb bas Horft-Wesfel-Lieb gesungen.
Dann erhob sich bie Versammlung von ihren Plätzen, bie Arme reckten sich zum Deutschen Gruß, und' der Gauleiter unb Reichsstatthalter verließ, begleitet von bem Kreisleiter, bie Halle. Mit bem Auszug der Fahnen fand die Veranstaltung ihr Ende.
ihren toten Kameraden schwören, ihr Werk in treuen Händen zu halten und es zu vollenden. Als äußeres Zeichen für dieses Gelöbnis und zugleich als Zeichen der Dankbarkeit lege er am Ehrenmal der im Weltkrieg Gefallenen einen Kranz ber SA. bes Stanborts Gießen nieber.
Während auf das Kommando „Stillgestanden!" die Kolonnen stillstanden und der Musikzug die Melodie bes Siebes „Ich hott' einen Kameraben" spielte, bie Stanbarte unb bie Fahnen sich senkten, legte ber Stanbartensührer ben Kranz nieber.
Nach bem Kommando „Standarten unb Fahnen hoch!" sprach Stanbartensührer Lutter weiter. Es habe früher einen Befehl vom Führer gegeben: Bindet den Helm fester, der Kampf geht weiter! Diese Parole gelte auch heute noch. Große Aufgaben werde die SA. noch zu lösen haben, die SA. als Wegbereiterin im Kampf um die Erneuerung ber Seele bes beutschen Menschen, als Bannerträgerin ber Revolution unb als Miterbauer bes neuen
Kampfe um Deutschland gefallenen SA.-Kameraden geleistet hätten. Im Weltkrieg hätten Kameraden seiner Kompanie in den Argonnen den gefallenen Kameraden eine -Ehrentafel errichtet mit der Inschrift, die voll und ganz auch heute noch für unsere Toten passe: „Wer kämpfend für sein Vaterland gefallen, baut sich selbst ein Monument im Herzen seiner Waffenbrüder und dies Gebäude reißt kein Sturmwind nieder." Die Männer der SA. brauchen kein Denkmal aus Stein und Erz. Horst Wessel selbst habe sich ein unvergängliches Denkmal in den Herzen der SA.-Männer geschaffen. Solange noch ein SA.-Sturm marschiere und noch ein SA.-Lied erklinge, solange werde auch Horst Wessels Lied gesungen: „Die Straße frei den braunen Bataillonen". Die SA. wolle auch heute
Glückwünsche
Anschließend übermittelte K. Zimmer die Glückwünsche bes Vereins für Sterbeunterstützung, ber feiner Zeit vom Sanitätsverein gegrünbet würbe. Dr. med. Kranz sprach namens bes Wirtschaftlichen Verbanbes ber Aerzte unb ber Kassenärztlichen Vereinigung Deutschlanbs, Provinz Ober- hessen. Er gab bem Wunsche Ausbruck, baß bas zwischen bem Sanitätsverein unb ber Aerzteschast bestehenbe harmonische Verhältnis auch für bie Zukunft basselbe bleibe, wie seither. Hierauf hielt
Or. med. Kranz
einen interessanten Vortrag über „V o l k s g e s u n b- heitspflege im neuen Deutschlanb". Er führte u. a. folgenbes aus: Volksgesunbheitspflege heißt Pflege bes Volksganzen. Die Volksgefunbheit ist abhängig von ber geistigen Grunbhaltung bes Volkes. Es kommt nicht nur darauf an, daß das einzelne Individuum gesund ist, sondern das Volksganze. Der Nationalsozialismus betreibt nicht nur Pflege der Umweltverhältnisse, sondern auch Pflege des Erbgutes. Er denkt vor allem an die Gesundheitsverhältnisse der Nachkommen. Der Redner entwickelte dann ein Bild über die bevölkerungs- und rassepolitischen Verhältnisse bei der Uebernahme der Macht durch Adolf Hitler, daß bei normalen bevölkerungspolitischen Verhältnissen heute in Deutschland acht bis zehn Millionen Kinder mehr vorhanden sein müßten, wenn wir ein wachsendes Volk sein wollten. Vor der Machtübernahme seien die erbkranken Menschen mehr gepflegt worden als bie erbgefunben, es habe sogar eine indirekte Förberung der erbkranken und asozialen Menschen stattgefunden.
pg. Klostermann
in kurzen, kernigen Worten über die Bedeutung der Vereidigung. Seine Ausführungen klangen aus in einem dringlichen Appell an alle, diese Stunde nie zu vergessen, da mit dem Schwur der Treue zum Führer und zur Bewegung jeder sich verschworen habe für sein ganzes Leben. Nach der Ansprache bes Kreisleiters erfolgte bie Uebertragung der Feierlichkeiten aus München. 1500 Arme erhoben sich zum Schwur, als ber Stellvertreter bes Führers, Rubolf Heß, bie Eibesformel vorsprach, 1500 Herzen schlugen in tiefer Ergriffenheit, als laut unb beutlich dieser Schwur der Treue nachgesprochen wurde.
Wie hn ganzen Deutschen Reich, so nahm auch die Vereidigung der Politischen Leiter und Amtswalter des Kreises Gießen am gestrigen Sonntagabend in der Dolkshalle zu Gießen einen würdigen Verlauf. Gegen 18 Uhr trafen die ersten Volksgenossen aus Gießen und dem Kreise vor der Volkshalle ein, um hier Aufstellung zu nehmen. Gegen 19.30 Uhr erfolgte der Einmarsch in die Halle, die mit den Bannern der Bewegung prächtig geschmückt
war und im hellsten Lichterglanz erstrahlte. Rund 1500 Politische Leiter und Amtswalter, Führer der HI. und des BDM. waren bei Beginn der feierlichen Handlung zugegen, um den Treueschwur ihres Lebens für den Führer und Reichskanzler Adolf Hitler abzulegen.
Nach einleitenden Musikvorträgen des Musikzuges erfolgte unter den Klängen des Badenweiler Marsches der Einzug der Fahnen, die von der Ver- fammfuitg geziemend geehrt wurden.
Der stellvertretende Kreisleiter Ho,' eröffnete bie Kunbgebung. Anschließenb sprach


