Wirtschaft.
Oie deutsche Industrieproduktion im Jahre 1934.
Fwd. Im Durchschnitt des Jahres 1934 hat die Warenerzeugung der deutschen Industrie um rund ein Viertel zugenommen: die Indexziffer der jährlichen Industrieproduktion (192K - 100) ist, nach den vorläufigen Berechnungen des Instituts für Konjunkturforschung, von 60,2 im Jahre 1932 auf 67,8 im Jahre 1933 und auf 85,2 im Jahre 1934 gestiegen. Besonders stark hat sich die Erzeugung von Produktionsgütern vergrößert. Aber auch die 23er» brauchsgüterindustrien konnten, trotz den im zweiten Halbjahr auf Teilgebieten einsetzenden Rohstoffschwierigkeiten, mehr Waren erzeugen, als 1933. Während der Zeit der tiefsten Krise, um 1932, nur ungefähr ebensoviel Waren hergestellt wurden, wie um die Jahrhundertwende, hält sich die Produktion (auf das gegenwärtige Reichsgebiet bezogen) im Jahre 1934 bereits wieder auf dem Stand von 1911. Der Wert der 1934 hergestellten Waren beträgt brutto 53 Milliarden Mark, das sind 12 Milliarden mehr, als 1933 und 15 Milliarden mehr, als 1932. Diese Zunahme der Erlöse hängt überwiegend mit dem Anwachsen des Mengenabsatzes zusammen. Die Industriepreise sind nämlich von 1933 auf 1934 nur um rund 3 v. H. gestiegen.
* Größerer Auftrag für d i e Siegener Maschinenbau AG. Siegen. Die Siegener Maschinenbau AG. hat von der Sowjetunion einen Auftrag zum Bau einer Walzenstraße erhalten. Die Walzenstrahe soll in dem Eisenhüttenwerk Magnitogorsk am Ostabhange des Urals gebaut werden. Der Auftrag soll sich auf eine Million Reichsmark belaufen.
* Der Zementabsatz im Jahre 1934. Im Dezember 1934 ist der Zementabsatz auf 385 000 Tonnen gesunken, gegenüber 524 000 Tonnen im vorhergehenden Monat und 96 000 Tonnen im Dezember 1933. Für das ganze Jahr 1934 ergibt sich ein Zementversand von 5 989 000 Tonnen, gegenüber 3 480 000 Tonnen im Jahre 1933.
* Versorgung mit Erntebindegarnen für das Jahr 1935. Der Reichsbeauftragte für Bastfasern hat eine Anordnung Rr. 6 erlassen, die im DRA. demnächst erscheinen wird. Danach haben alle Besitzer von Erntebindegarnen nach einem vorgeschriebenen Muster, das im RA. veröffentlicht wird, zu melden, welche Mengen an Bindegarnen sie am 1. Januar 1935 (Stichtag) im Besitz hatten. Zuwiderhandlungen gegen diese Anordnung sind unter Strafe gestellt.
Am Rentenmarkt eröffneten bei kleinem Umsatz Altbesitz mit 110,75 unverändert, Stahlverein- Bonds mit 95,90 v.H. (95,50), andererseits gaben Kommunal-Umschuldung um 0,20 v. H., Zinsvergütungsscheine auf 89,70 (89,80) und späte Schuldbuchforderungen auf 100 (100,13) nach.
Im Verlaufe hielt das kleine Geschäft an, lediglich einige Montanwerte, wie Gelsenkirchen, Stahlverein und Buderus sowie Deutsche Erdöl, Gesfürel und Norddeutscher Lloyd (30,25) waren etwas gefragt und bis 0,50 v. H. höher. JG.-Farben lagen bei 142 v. H. unverändert. Sonst ergaben sich nur geringfügige Veränderungen, auch in den erst später notierten Werten. Der Kassamarkt lag still und ohne Besonderheiten. Bankaktien bröckelten aber eher weiter ab.
Am Rentenmarkt konnten sich Kommunal-Umschuldung wieder auf den Vortagsstand erholen, sonst lagen die Anfangskurse unverändert, nur Altbesitz bröckelten 0,13 v. H. ab. Stadtanleihen laaen etwas uneinheitlich. Goldpfandbriefe waren leicht gefragt und bis 0,25 v. H. höher, Kommunal-Obligationen blieben behauptet, wogegen Liquidationspfandbriefe vielfach bis 0,25 v. H. nachgaben. Von Auslandrenten waren 5-v. H.-Bosnier-Eifenbahn zu zirka 12,50 (11,70) gesucht. Tagesgeld blieb zu 3 v. H. unverändert.
Abendbörfe: Renten fest.
Die Abendbörse eröffnete zunächst in ruhiger und gegenüber dem Berliner Schluß in wenig veränderter Haltung. Die Tendenz war jedoch freundlich. Kurz vor Börsenschluß entwickelte sich auf das Bekanntwerden des vom Reichskabinett heute beschlossenen Gesetzes über eine organische Zinssenkung sehr lebhaftes Geschäft am Rentenmarkt. Altbesitzanleihe stiegen auf 110,50 dis 111 (110,25), Kommunal-Umschuldung um 0,40 v. H., Zinsvergütungsscheine auf 89,90 (89,70), auch Pfandbriefe wurden im Freiverkehr hoher genannt. Hierdurch wurde auch der Aktienmarkt angeregt und hatte eine feste Grundtendenz, was in den Kursen allerdings nicht mehr zum Ausdruck kam. Fest lagen Zellstoff Waldhof auf die Mitteilung der Verwaltung über Wiederaufnahme der Dividendenzahlung mit 52 bis 52,50 bis 52,25 (52), ferner entwickelte sich im Freiverkehr für Maschinenbau-Unternehmungen (Muag) in Nachwirkung des günstigen Berichtes der Maschinenbau-Industrie lebhafteres Geschäft. Die Börse schloß in fester Haltung. Am Kassamarkt
gaben Deuksche-Diskonio wettere 0,78 v. H. auf 76,75 v. H. nach, andererseits waren Hanauer Hofbrauhaus auf 129 (128) erhöht. Fremde Anleihen lagen still.
U. a. notierten: Altbesitzanleihe 110,50 bis 111, 4 v. H. Rumänen 4,40, Bank für Brauinduftrie 112, Commerzbank 76,25, Dresdner Bank 78,50, Buderus 90,50, Gelsenkirchen 68,50, Klöckner 81, Rheinstahl 91, Stahlverein 45,50, AKU. 51,50, Bekula 137, Conti Gummi 144,50, Scheideanstalt 206, Licht & Kraft 115,50, IG. Farben 142,25, Gesfürel 113, Goldschmidt 91, Hanfwerke Füssen 70, Holzmann 80,25, Lahmeyer 117, Moenus Maschinen 85,25, Rheag 110, Zellstoff Waldhof 52 bis 52,50 bis 52,25, Reichsbahn-Vorzugsaktien 118,40, Hapag 28,25.
Schweinemarkt in Butzbach.
pb. Butzbach, 24. Jan. Der heutige Schweinern a r f t war mit 182 Ferkeln und acht Läufern zum Verkauf beschickt. Es kosteten Fertel bis sechs Wochen bis 15 Mark, sechs bis neun Wochen 15 bis 19 Mark, für Läufer wurden 40 Mark bezahlt. Tendenz: mäßig, es verblieb Ueberftanb.
Frankfurter Schlachtvlehmarkt.
Frankfurt a. M., 24. Januar. Auftrieb: 53 Rinder (gegen 89 am letzten Donnerstagmarkt vom 17. 1.), darunter 27 Ochsen, 18 Kühe und acht Färsen, ferner wurden 21 Kühe dem Schlachthof direkt zugeführt. Kälber 954 (835), Schafe 135 (263), Schweine 350 (428). Notiert wurde pro ein Zentner Lebendgewicht in Mark: Kälber b) 36 dis 42, c) 29 bis 35, d) 20 bis 28; Lämmer und Hämmel b2) Weidemasthämmel 35 bis 36, c) mittlere 32 bis 34; Schafe g) mittlere 24 bis 30; Schweine b) 46 bis 52, c) 46 bis 52, d) 44 bis 51. Im Preisvergleich zum letzten Markt vom 17. Januar ergaben sich keine Veränderungen. Marktverlauf: Kälber ruhig, ausverkauft. Hämmel und Schafe ruhig, bei Schafen Ueberftand. Schweine ruhig, Ueberftanb. Ueberftanb: 12 Schafe unb 21 Schweine.
Großhandelspreise für Fleisch und für Fettwaren. Beschickung des Fleischgroßmarktes: 973 Viertel Rindfleisch, 235^ ganze Kälber, 23 ganze Hämmel, 612 Schweinehälften. Preise pro 50 Kilogramm in Mark: Ochsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56; Bullenfleisch b) 56 bis 58; Kuhfleisch b) 44 bis 50, c) 30 bis 40; Färsenfleisch b) 56 bis 60, c) 52 bis 56; Kalbfleisch b) 62 bis 70, c) 56 bis 62; Hammelfleisch b) 70 bis 75; Schweinefleisch b) 70 bis 75 Fettwaren. Roher Speck unter 7 Zentimeter aus hiesiger Schlachtung 68 bis 72, Flomen 80 bis 85. Marktverlauf sehr ruhig.
Schach-Ecke.
Bearbeitet von Otto Benkner.
Rhein-Mainische Mittagsbörse.
Widerstandsfähig.
Frankfurt a. M., 24. Jan. Obwohl aus der Wirtschaft eine Fülle von Anregungen Vorlagen — erwähnt feien die stark gestiegene Industrieproduktion mit ihrem 12 Milliarden Mark höheren Warenwert als im Jahre 1932, der von 3,5 auf fast 6 Millionen Tonnen erhöhte Zementabsab im vergangenen Jahre und ein größerer Russenauftrag nach Deutschland — vermochte sich das Geschäft an der Börse nicht zu beleben. Immerhin führen sie eine weiter freundliche und zuversichtliche Grundstim- mung herbei, und lediglich die ruhiger gewordene Kundschaftsbeteiligung hat auch die Kulisse zur Zurückhaltung veranlaßt. Die Nähe des Januar-Ultimos — obschon kaum mit größeren Anforderungen angesichts der zur Zeit leichten Geldmarktlage geregnet wird — blieb auf das Geschäft ebenfalls nicht ohne Einfluß. Mit Interesse erwartet man die angekündigten Ausführungen Dr. Schachts zur deutschen Wirtschaftspolitik. Die Kursentwicklung war sowohl am Aktien- als am Rentenmarkt etwas uneinheitlich, zu größeren Veränderungen kam es indes kaum. Die Tendenz konnte man als widerstandsfähig bezeichnen.
Am Aktienmarkt eröffneten von chemischen Werten JG.-Farben zunächst mit 141,75 (141,90), später zogen sie auf 142 v. H. an, außerdem lagen Metallgesellschaft 0,40 v. H. fester und Deutsche Erdöl gut behauptet. Montanwerte lagen ruhig. Für Stahlvereinswerte erhielt sich, wenn auch bei verteiltem Interesse, etwas Unternehmungslust. Gelsenkirchen und Phönix ließen je 0,25 v. H. nach, Stahlverein zogen 0,25 v. H. an, ferner waren Harpener auf 100,50 (100,25) erhöht, während Mannesmann und Klöckner behauptet blieben. Der Elektromarkt zeigte sehr kleines Geschäft, wobei Licht & Kraft 0,75 v. H., Schuckert 1 v. H. und Siemens 0,50 v. H. nachgaben, Lechwerke Augsburg jedoch 0,50 v. H. gewannen und AEG. mit 29,75 v. H. unverändert waren. Von Zellstoffaktien lagen Aschaffenburg mit 69,75 (71,25) erneut matt, auch Waldhof bröckelten auf 52 (52,25) ab. Schwächer waren ferner Conti Gummi mit 143,13 (145,50), Reichsbank mit 155,75 (156,50) und von Schifahrtswerten Norddeutscher Lloyd mit 29,75 (30,75). Etwas befestigen konnten sich Moenus Maschinen mit plus 0,50 auf 85,50 v. H.
Problem Nr. 383.
Von V. Holst, Kopenhagen.
Weiß 9 Steine: Kdl; Td5; Sg2; Lc6; Bb2, b3, b5, e5, f4.
Schwarz 5 Steine: Kd3, Bd2, d4, d6, f5. Weiß zieht und setzt in vier Zügen matt.
Problem Nr. 384.
Von R. Winter, Braunau.
Weiß 8 Steine: Ke7, Dg7, Ta4, Tc3, Sc5, Se5, Lf3, Lgl.
Schwarz 13 Steine: Kf4, Tel, Sb4, Sb8, Ta5, La3, Le4, Bc6, c7, d5, 15, 17, g3.
Weiß zieht und setzt in zwei Zügen matt.
Partie Nr. 265.
Eine hübsche Kombinationspartie aus dem Jahre 1894.
Weiß: Charrusek.
Schwarz: Engländer.
1. e2—e4, e7—e5. 2. Sgl—e2. (Dieser Zug wird in neueren Meisterturnieren nicht mehr gespielt, da er den modernen Aullassungen über Entwicklung und Aufbau nicht gerecht wird'. Cs liegt ja auch aul der Hand, daß dieser Zug, der Dame und Läufer verstellt, dem Schwarzen gar keine Schwierigkeiten bereiten kann.) 2. ..., Sg8—f6. 3. 12—f4, d7—d6. (Schlecht wäre die Zugfolge 3. ... e5X14. 4. Se2X14, Sf6Xe4. 5. Ddl—e2, Dd8—e7. 6. Sf4 —d5, De7—e5. 7. Sd5Xc7+. 8. De5Xc7, De2Xe4+ usw.) 4. Sbl—c3, Lc8—g4. (Dieser Zug ist zu tadeln. Nach h2—h3 bleibt Schwarz, wenn er nicht gerade zurückgehen will, nichts anderes als der Tausch auf e2 übrig. Dieser Tausch ist aber durchaus nicht erstrebenswert, denn Schwarz macht zwei Züge, um einen einmal gezogenen, schlecht stehenden Springer, der überdies noch die Entwicklung des Weißen hemmt, abzutauschen. Besser war 4. ...,Sb8—c6.) 5. h2—h3, Lg4Xe2. 6. LflXe2, Sb8—c6. 7. 0—0, Lf8—e7. 8. Le2—c4, Sc6—d4. 9. d2—d3, c7—c6. (Weiß ist nun durch den 4. Zug von Schwarz zu einem ganz guten Spiel gekommen.) 10. Lei—e3, Sd4—e6. 11. Sc3—e2, a7—a6. (Dies soll offenbar die Vorbereitung von d6—d5 sein. Schwarz verliert bei der von ihm gewählten Verteidigungsmethode einige sehr wichtige Tempi.)
12. Se2—g3, e5X14. 13. Le3Xf4. d6-d5. 14. e5Xd5, Sf6Xd5. 15. Lf4-e5, 0—0. 16. Ddl—h5, Le7-c5+. 17. Kgl—h2, g7—g6. 18. Dh5—g4!I, Sd5—e3. (Auf diesen Zug hin wird Schwarz zwangsläufig vernichtet. Es folgt ein großartiges Qualitäts- und Damenopfer, das schon beim vorigen Zug genau berechnet werden mußte. Ueberraschend ist die Länge und Genauigkeit der vorausberechneten Zugfolge.) 19. Dg4Xe6, Se3Xfl+. 20. TalXfl, f7Xe6. 21. Lc4Xe6+, Tf8—f7. 22. TflXf7. (Selbstverständlich nicht Le6Xf7+.) 22. ...» Dd8—e8! 23. Tf7—f6+, Kg8—g7. (Das Schlagen auf e6 ließ den Schwarzen mit einer Figur im Rückstand.) 24. Tf6—f4+, Kg7—h6. 25. Tf4—h4, Kh6—g5. 26. Th4—g4+, Kg5—h6. 27. Sg3—15+. (Die Pointe der Opferkombination.) 27. ..., g6Xf5. 28. Le5 —f4-h Kh6—h5. 29. Tg4—g5+, Kh^-h6. 30. Tg5 —g8+, Kh6—h5. 31. g2—g4+, f5Xg4. 32. Le6 Xg4+, Kh5—h4. 33. Lf4—g3+ und matt. Ein glänzender Sieg!
Lösung des Problems Nr. 381.
Von K. L i e w e r s.
1. Se6—d4, Db3—h6. 2. Sd4—e6, beliebig. 3. Sf5 Xe3+ oder SIS—d6+ und matt.
Eine witzige Verstellung!
Lösung des Problems Nr. 382.
Von Dr. H. von Gottschalk.
1. Le4—f5, e6Xf5. 2. g7—g8S+ und matt.
1. ..., Kf6Xf5. 2. Db3—f3+ und matt.
1. .. „ Kf6Xf7 oder Kf6—e7 oder e6—e5, 2. Db3 Xe6+ und matt.
Aus der Schachwelt.
Das Weihnachtsturnier zu Hastings, über das wir bereits berichtet haben, brachte für die Schachwelt eine Riesenüberraschung. Es endete in folgender Reihenfolge: 1.—3. Dr. Euwe, Flohr, Thomas. 4. Capablanca. 5—6. Milner-Barry. Der Exweltmeister Capablanca wird nur 4. Preisträger. Ein deutlicher Formrückgang war festzustellen. Es bleibt allerdings abzuwarten, ob dieser Formrückgang durch die lange Spielpause bedingt und nur vorübergehend ist. Glänzend hat sich der englische Meister Thomas geschlagen, der um ein Haar alleiniger
Erster geworden wäre, wenn er nicht fn der letzten Runde von seinem Landsmann Micheli geschlagen worden wäre. Der russische Meister Botwinnik ist ein guter Meister, aber an die Stärke der internationalen Großmeister kommt er nicht heran.
Oie Narrenkappe.
„hätten Sie nicht ..."
„Dem Gesetz muß Genüge geschehen. Sie werden wegen Trunkenheit zu zwölf Kronen Strafe verurteilt."
„Ich habe nicht einen Pfennig Geld", stellte der Angeklagte fett.
„Dann müssen Sie drei Tage ins Gefängnis, erwiderte der Richter streng und fügte mahnend hinzu: „Hätten Sie nicht Ihr Geld vertrunken, fo konnten Sie jetzt die ©träfe bezahlen!"
Der zornige Theaterdirektor.
Als der Theaterdirektor Heinrich Laube eines Jahres zur Kur in Karlsbad weilte, machte sich an ihn ein Dichterling heran, der dem allen Herrn so lange zusetzte, bis dieser nicht mehr ausweichen konnte und ein fünfaktiges Drama über sich ergehen lassen mußte.
Der Dichter war dick und furdatmig, die Sonne brannte, also daß sich der Vorlesende in einem fort das Haupt wischte. Wie zur Entschuldigung meinte er beiläufig:
„Es ist heute heiß. Es find mindestens zwanzig Grad Rsaumur im Schatten." .
„Röaumur?", knurrteLaube. „Rvaumur? Bei Ihrem Stück kann nur von Fahrenheit die Rede fein!"
„Don Fahrenheit?"
„Von U n e r fahrenhsit!", brüllte Laube, ftano auf, lief davon und ward*nicht mehr gesehen.
Laube befand sich mit dem Inspizienten, Herrn Koller, bei der Probe zu einem neuen Stück.
„Koller", rief Laube, „wie ist das Stichwort?
„Das kümmert Sie nichts!"
Laube stutzte und wiederholte die Frage. Darauf Koller mit stärkerer Stimme: „Das kümmert Sie nichts!"
Da wurde Laube zornig und fchme den Inspizienten an: „Herr, sind Sie verrückt geworden, daß Sie sich unterstehen, in einem solchen Tone mit mir zu sprechen? Vergessen Sie nicht, daß ich Ihr Direktor bin!" m , .
Aber Koller ließ sich nicht aus der Ruhe bringen. Lächelnd hielt er Laube das Textbuch hin: „I bitt, Herr Direktor, da steht das Stichwort, es heißt wirklich: ,Das kümmert Sie nichts!'".
Die Zunge.
Im Verlaufe der Prüfung stellt der Herr Schulrat Fragen nach den fünf Sinnen und ihrem Wirkungsgebiet. „Das Ohr ist das Organ zum —?" — „Horen!", tönt es aus der kleinen Schar zurück. — „Und wozu ist das Auge da?" — „Zum Sehen!" — „Und die Nase?" — „Zum Riechen!" — „Und die Zunge?" Keine Antwort; tiefes Schweigen breitet sich in dem Schulzimmer aus. „Nun", sagt ermutigend und freundlich der Herr Schulrat, „denkt doch mal nach. Was tut man mit der Zunge, wozu wird die Zunge wohl da fein?" Da meldet sich ein kleines Bürschlein und erklärt voll Stolz: „Z u m Raus- strecken!"
Der Rambus und der Vadefrog.
Zwei chinesische Reisende unterhielten sich, und jeder lobte seine Heimat. Der eine sagte: „In meiner Provinz gibt es einen Bade trog, der so groß ist, daß mehr als tausend Menschen darin baden können." — Der andere sagte: „Das ist noch gar nichts. ' In meiner Provinz gibt es einen Bambus, der steil zum Himmel enHrorwächst. Dort, wo er den Himmel berührt, biegt er sich wieder nach unten und wächst zur Erde zurück." — Der erste Reisende schimpfte: „Du wirst doch nicht verlangen, daß ich das glauben soll' Was macht ihr denn mit diesem Bambus?" — „Ach, den schicken wir zu euch, damit ihr Faßreifen für euren Badetrog daraus machen könnt!", antwortete der zweite Reifende.
Rundfunkprogramm
Samstag, 26. Januar.
6 Uhr: Bauern funk. 6.15: Gymnastik I. 6.30: Gymnastik II. 6.45: Frühmeldungen. 6.55: Mor- genfprud) — Choral. 7: Frühkonzert. 8.15 bis 8.35: Gymnastik. 9: Nachrichten. 9.15: Konzert. 10: Nachrichten. 11.45: Sozialdienft. 12: Mittagskonzert I. 13: Saardienst, Nachrichten. 13.10: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 13.15: Mittagskonzert II. 14.15: Nachrichten. 14.30: Quer durch die Wirtschaft. Berichte und Gespräche. 15: Nachrichten. 15.15: Jugend-Funk. „Geschichten um Nettelbeck". Hörspiel. 16: Der frohe Samstag-Nachmittag. 18: Feierabend. Eine besinnliche Funkfolge. 18.35: Das Mikrophon unterwegs. 18.50: Unterhaltungskonzert. 19.45: Tagesspiegel. 20: Nachrichten. 20.10: I. Heimat unb Volkstum an Rhein, Mosel und Saar. 22: Nachrichten. 22.15: Nachrichten aus dem Sendebezirk. 22.20: „Wintersportecho aus Garmisch-Partenkirchen".
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dividende an. — Reichsbankdiskont 4 v. H., Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a. M.
ZJeritn
Frankfurt a. M.
Berlin
Gchluß- kurs
Schloßt. Abendbörse
Schlußkurs
Schloßt. Mittag- börse
Schlußkurs
Gchiußr. Abend- börse
Schluß- kurs
Schluß!. Mittag- börse
-Datum
23.1.
24-1-
23.1.
24-1.
Datum
23 1-
24-1-
23.1.
24-1-
6% Deutsche Reich sanleihe v. 1927 6% ehem.7°/<» Dt. Reichsanl. v. 1929 6Vi% Doung-Anlethe von 1930 .. Deutsche AnI^Ablös.»Schuld mit
Auslos.-Rechten ..
98-8
110.75
99-5
96.75
96.75
111.5
112
97
97.5
97-9
98-5
98-25
104-5
28-25
1-2
8.25
8.13
8.25
10-25
8
98-75
99-9
111
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96.75
97
112
97,25
97-25
97-9
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104.5
28
1.25 8-25
8
8
10.5
i :
98.9
100.25
110.65
99.5
96-75
111.75
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98.75
104.5
28-25
1.35
8.35
10-5
98.9
100.4
110.2
99.6
96.75
110.75
98.75
98-25
104-5
1.25 8-25
8
8
11
4% desgl. Serie 11.............
8
4.8
7.25
4.4
34
28.13
30-75
815
106
77
78.5
79-5
156.5
29-75
137.5 103-25
116
82-5
112-5 109-75
98 141-5
117
90
101
68.75 100.25
120-9 81
77-25
8 4-75
7
4.4
34
28-25
30-25
81
104.5 76-25
76.75
78.5 155-75
29-75
137 103.25 115.5
82.5
113
110
98
141
117
90.5
101.2
68.5 100-5
121-5 81
4-85
6-95
4-4 34-25
28-25
30-5
81-25
106
77
78-5
79-5
156.5
29-75
137-5
103-13
115-75
83
112.75
110
98
141-25 117-4
89-5 101-25
68-9
100-5
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77-4
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6-95 4-4
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30-13
81-5 104-5 76-25
77.5 78-5
156
29.65
136.65 103-5
115.25 82-65 113-4 110-5
97-5 141-25
117
90 102-25
68.75 100-25
83.9
150
121-25 81 77
5% Ruinän. vereinh. Rente v. 1903 414%Rumän.veretich.Rentev.1913 4% Rumänische vereinh. Rente .. 2%% Anatolier ...............
Desgl. ohne Auslos.-Rechte......
6% ehem.8°/o Hess. Bolksstaat 1929
trückzahlb. 102%)............
Hamburg»« m ertka-Paket .....o
Hamburg-Südam. Dampfschiff. O Hansa-Dampfschiff...........O
Norddeutscher Lloyd .........O
A.G. für Verkehrswesen Mt... O Berliner Handelsgesellschaft ... 4 Commerz» und Privat-Bank... O Deutsche Bank und Disconto-
Gesellschaft................O
Dresdner Bank.............. O Reichsbank ....... 12
A.E.G............ O
Bekula................... o
Elektr.Lieferungsgesellschaft... 6 Licht und Kraft ............ 6
Felten & Guilleaume......... O
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung. 6 Rheinische Elektttzitäl ........6
Schuckert L Co...............6
Siemens L Halske............7
Lahmeyer L Co............. 10
Buderus ........... o
Deutsche Erdöl...............
Gelsenkirchener..............O
Harpener...................o
Hoesch Eisen—Köln-Neuesseil .. O
Ilse Bergbau ...............6
Ilse Bergbau Genüsse........6
Klöcknerwerke ............. o
Mannesmann-Rohreu v
60/<, Hess. Landesbank Darmstadt
Gold R. 12..................
6y2% Hess. Landes-Hypotheken» bank Darmstadt Lioui.........
Oberhessen Provinz-Anleihe mit
Auslos.-Rechten .............
Deutsche Komm. Sammelabl. An> leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten 6% ehern. 8% grants. Hyp.-Banl Goldpse. 15 unkündbar bis 1935 6% ehem. 7% Franks. Hyp.-Bank
Goldpse. 16 unkündbar bis 1936 6*/,% ehem. 4%% Franks. Hyp^
6%% ehem. 4’/2% Rheinische Hyp.-Bank-Liqu.-Goldpse.....
t% ehem. 8% Pr. Landespsand- vriesanftalt, Psandbriese R. 19 t% ehem. 7% Pr. LandeSpsand- briefanstalt, Pfandbriefe R. 10 kteuergutsch. Verrechnungskurs
4% Oesterretchijche Goldrente.... 4,20% Oesterretchische Silberrente *% Ungarische Goldrente.......
*% Ungarische Staatsrente v. 1910 W/o desgl. von 1913..........
1% abgesl. Goldmexikaner von 99 *% Türkische Zollanleihe von 1911 <% Türkische Bagdadbahn-Anleihe
verte 1.....................
Frankfurt a. M.
Berlin
Schlußkurs
Gchlußk. Abendbörse
Schlußkurs
Gchlußk. Mittagbörse
Datum
23.1-
24-1-
23.1.
24.1.
Mansselber Bergbau.........
0
91-13
91
90-65
90-25
Kokswerke..................
0
—
——
99-13
99-25
Phönix Bergbau.............
0
54-4
54-25
54-25
54-4
Rheinische Braunkohlen.....
i0
214-5
215
215
215
Rheinstahl...................
0
91
91
91
91
Vereinigte Stahlwerke........
0
45
45-5
45-4
45-5
Otavi Minen ...............
0
12-13
12 107-5
12
12
Kaliwerke Aschersleben........
6
107-25
107
107.5
Kaliwerke Westeregeln........
6
——
108-5
108-25
108.5
Kaliwerke Salzdetfurth.....7%
150
150
150-5
I. G. Farben-Jndustrie.......
7
141-9
142-25
142
142
Scheideanstalt...............
9
206
206
—
——
Goldschmidt ................
0
91
91
91
91
RütgerSwerke...............
O
97-25
97-25
97-5
97-13
Metallgesellschaft.............
0
90
90-4
90-25
91
Pbiiipp Holzmann ...........
Zementwerk Heidelberg ......
Lementwerk Karlstadt.........
v
0
80-5 110
80-25
109-75
81.25
80-75
0
125
124
-
Schultheis Patzenhoser .......
0
—
.—
101.5
101.5
Slku (Allgemeine Kunstseide) ..
0
51-25
51.5
51-75
51-75
Bemberg...................
0
——
——
—
116-4
Zellstoff Waldhof ............
0
52-25
52.25
52-13
52
Zellstoff Aschaffenburg .......
0
71-25
69-75
71
70
Dessauer Gas ...............
7
—
—
125-75
125-9
Daimler Motoren .... ....
0
50-25
50
50
50-13
Deutsche Linoleum...........
0
65
64-75
64-75
64-25
Orenstein L Koppel..........
0
—
—
90.75
90
Leonhard Tietz..............
0
38-13
38-25
38-5
38
Chade......................
10
199
198-5
199
—
Aeeumul atoren-Fabrü........
0
—
156
157
155-5
Conti-Gummt...............
0
145-5
144-5
145-9
145
Grttzner....................
Matnkrastwerke Höchst a.M....
0
28-13
1 29.75
28.13
4
88
' 87-5
-
-
Süddeutscher Zucker
8
1 161
1162-75
16M
*3<i
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a. 21L
Banknoten.
23-Ianuar
24.Januar
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Arie?
Geld
Brief
Buenos Aires
0-628
0-632
0-628
0.632
Brüssel.....
58-17
58-29
58-17
58-29
Rio de Jan.
0-194
0-196
0.194
0-196
Sofia......
3-047
3-053
3-047
3.053
Kopenhagen.
54-46
54.56
54.73
54.83
Danzig.....
81.26
81-42
81-26
81.42
London .....
12-195
12-225
12.255
12-285
Helsingfors..
5.38
5,39
5-415
5-425
Paris ......
16-42
16-46
16.42
16.46
Holland ....
168-19
168-53
168-27
168-61
Italien.....
21-30
21-34
21-30
21-34
0-710
0-712
0-714
0-716
Jugoslawien
5-649
5.661
5-649
5-661
Lslo.....:
61-27
61-39
61-59
61-71
sTRtP11
48-95
49.05
48-95
49-05
Lissabon....
11.07
11-09
11 125
11-145
Stockholm...
62-88
63,00
63-20
63-32
Schwei- ....
80.72
80-88
80-72
80-88
Spanien....
34.04
34-10
34-00
34-06
10-40
10 4?
10.40
10-42
Budapest ...
Neuyork...
2-498
2-502
2-507
2-513
Äerltn, 24 .Januar Amerikanische Noten..............
Belgische Noten..................
Dänische Noten ............
Englische Noten.................
Französische Noten ...............
Holländische Roten...............
Italienische Noten................
Norwegische Noten ..............
Deutsch Oesterreich, 4 100 Schilling Rumänische Noten ...............
Schwedische Note« Schweizer Note».. Spanische Note«.. Ungarisch« Stotts »
Geld
2.46 57.96 54-52 12-22 16.38 167.85
21.11
61-43
62-98 80.44 33jß
Ms
2-48 58.20 54.74 12-26 16.44 168.53 21-19 61-67
63.24
80.76
33^


