Ausgabe 
25.1.1935
 
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Ur. 21 Zweiter Blatt

Gießener Anzeiger (General-Anzeiger für (Vberhessen)

Aeitag, 25.Zanuar 1955

Die Kundgebung des Handwerks.

Dor den Vertretern des Handwerks verkündete Reichsbankpräsident und kommissarischer Reichswirt- ichaftsminister Dr. Schacht im Preußenhaus die wichtigen neuen Verordnungen für den vorläufigen Aufbau des deutschen Handwerks.

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»olonialsragen in einer AS.-?rauenversammIung

H L a u b a ch , 23. Ian. Im Saale desSchützen- of" fand gestern abend eine von der R S. rrauenschaft veranstaltete, zahlreich besuchte Zersammlung statt, an der sämtliche Formationen ter NSDAP, teilnahmen. Die Gaurednerin Frl. Schuhmacher, die selbst drei Jahre in dem ihemaligen Deutsch-Südwest-Afrika tätig gewesen Dar, sprach über Kolonisationsfragen :nb verstand es, sowohl durch ihre hochinteressanten Ausführungen, die wohl fast allen Versammlungs- Besuchern den Blick in ein unbekanntes Gebiet öff­neten, als auch durch die Lebendigkeit ihres Vor- irags ihre Zuhörer zu fesseln und zu gewinnen für tine Sache, die in den letzten 14 Jahren vom deut- chen Volke aufgegeben war.

Ausgehend von dem Gedanken, daß kraftvolles Volkstum stets nach Kolonisation drängt, sprach die Rednerin zunächst über die ungeheuren Leistungen kr Deutschen in den Kolonien in der Zeit von 1894 bis 1914. Trotzdem haben unserer Gegner 1919 erklärt, Deutschland sei nicht fähig, zu kolo- irisieren. Auf Grund dieser Lüge entriß man uns die Kolonien und stellte sie als sog.Mandats­gebiete" unter den Schutz des Völkerbundes. Nun wurden die Deutschen von dort ausgewiesen, und es wurde mit allen Mitteln versucht, das Deutsch­tum mit Stumpf und Stiel auszurotten.

Heute ist die Lage in den afrikanischen Kolonien folgende: In Deutsch-Ost-Afrika wird seit 1925 wieder die Einreise-Erlaubnis für Deutsche gewährt, weil man deren Arbeit einfach nicht ent­behren konnte, ein Beweis, daß Deutschland sehr wohl zu kolonisieren verstand. So leben dort heute wieder etwa 3000 Deutsche, die ihre alten Pflan­zungen zurückgekauft haben, auf denen hauptsäch­lich Kaffee gezogen wird, der aber leider in Deutsch­land noch nicht genug Absatz findet. Drei deutsche Schulen konnten in Ost-Afrika wieder gegründet werden. Auch in Kamerun gelang es den Deut­

schen, einen Teil ihrer Pflanzungen zurückzuerwer- den. Sie fanden das Land in urwaldähnlichem Zu­stand wieder und mußten mit dem Urbarmachen von neuem anfangen, da die Franzosen zehn Jahre lang nichts für das Land getan hatten. Doch heute schon sind die Pflanzungen wieder auf derselben Höhe wie 1914, ein Beweis, daß die Behauptung von der deutschen Unfähigkeit zu kolonisieren eine Lüge ist. Togo, das unter französischer Verwal­tung steht, ist den Deutschen noch verschlossen. In Deutsch - Südwest - Afrika leben wieder zahlreiche deutsche Farmer, auch deutsche Schulen bestehen wieder dort, doch wird das Deutschtum mit allen Mitteln unterdrückt. Dor allem siedelt die Mandatsregierung Buren in großen Scharen an und unterstützt sie mit Natural- und Geldmitteln. Infolge der großen Trockenheit kämpft der Farmer dort einen schweren Kampf, aber deutsche Tüchtig­keit findet immer wieder einen Weg, die Schwierig­keit zu überwinden.

Ein Beweis für die Kolonisationsfähigkeit der Deutschen ist auch die Treue der Eingeborenen, die sich immer und immer wieder offenbart. Durch die Treue der Askaris hat Deutsch-Ost-Afrika unter Lettow-Vorbeck vier Jahre lang den Eng­ländern standgehalten, und zahlreich sind die Be­weise der Freude der Schwarzen über den Wieder­einzug einzelner Deutscher in Afrika. Unübertroffen ist auch der Erfolg des deutschen Chemikers und seiner Heilmittel gegen die Tropenkrankheiten.

Vierzehn Jahre lang hat die deutsche Regierung sich in keiner Weise um die Kolonien gekümmert. Die Deutschen dort draußen, die in schwerem Kampf um ihre Existenz und um das Deutschtum in bei­spielloser Treue gerungen haben, fühlten sich ver­lassen von der Heimat und begrüßten die national­sozialistische Revolution mit Jubel und fühlen sich heute wieder getragen und unterstützt von dem deutschen Volk. Heute treibt die deutsche Regierung

wieder Kolonialpropaganda, denn der Führer weiß, daß Deutschland Kolonien braucht als Siedlungs­land für die Landwirtschaft, wie als Absatz- und Rohstoffgebiet für die Industrie.

Die Rednerin schilderte noch einige Erlebnisse aus ihrer Tätigkeit in Südwest-Afrika und zeigte

eine Reihe selbst aufgenommener Lichtbilder, die einen Eindruck des Landes gaben.

Nach einem Schlußwort von Ortsgruppenlelter Henze wurde die Versammlung mit dem Gesang des Deutschland- und des Horst-Wessel-Liedes ge­schlossen.

Preußen.

Kreis Wehlar.

(D Wetzlar, 24. Ian. In diesem Jahre wird der Kreis Wetzlar nicht nur Landjahrpflich­tige aufnehmen, denen in verschiedenen Orten Ge­bäude als Landjahrheime zur Verfügung gestellt werden sollen, sondern 100 Jungen und 50 Mäd­chen werden im neunten Erziehungsjahr in andere Gaue Deutschlands entsandt, um dort die ländlichen Verhältnisse kennenzulernen und in sportlicher Schu­lung Körper und Charakter zu stählen. Neben der Stadt Wetzlar gelten als Entsendeorte: Vetzberg, Krofdorf-Gleiberg, Launsbach. Wißmar, Nauborn, Hermannstein, Burgsolms, Naunheim, Steindorf, Rodheim - Bieber und Frankenbach. Die Auswahl der Jugendlichen geschieht im Benehmen mit den Lehrern der Klassen durch einen Vertreter des Ar­beitsamtes, dem Kreisarzt, einem Vertreter der NS.-Volkswohlfahrt und einem Vertreter des Jung­volkes bzw. Vertreterin des BDM. Der Aufenthalt im Landjahrheim ist unentgeltlich: auch sind die Teilnehmer gegen Unfälle versichert.

* Odenhausen, 24. Ian. Dieser Tage ver­anstaltete der Stützpunkt der NSDAP. Odenhausen in Gemeinschaft mit der NSDAP. Salzböden im Saale Klinke! einenDeut­schen Abend". Eine ähnliche Veranstaltung war am Tage zuvor in Salzböden abgehalten worden. Neven den Spielscharen der SA. von Odenhausen und Salzböden wirkten Iungmädels, HI. und eine Schülergruppe unter der Leitung von Lehrer Schneider mit. Die Kapelle G o r s ch l Ü t e r (Lollar) bestritt den musikalischen Teil des Abends.

Nach einem Vorspruch eröffnete Stützpunktleiter Fritz die Veranstaltung. Nach einer musikalischen Darbietung gelangte bann ein Theaterstück durch die Spielschar Odenhausen zur Aufführung, das im Geiste in die Kampfjahre der Partei zurückführte. Die Aufführung fand dankbaren Beifall. Im weite­ren Verlauf des Abends hielt der Bezirksschulungs­leiter Pg. Roth eine Ansprach, in der er sich mit dem Gegensatz zwischen Theorie und Praxis des Weimarer Systems beschäftigte, ferner über die Juden als Volksverhetzer und über den Standes­dünkel. Dem allen stellte er die umfassende Ge­dankenwelt des Nationalsozialismus gegenüber und betonte, daß in gemeinsamer Front stets Großes zu erreichen sei. Dem Redner dankte anhaltender Bei­fall. Hitler-Jugend und Schulkinder brachten dann verschiedene Gedichte zum Vortrag und die Spiel­schar Salzböden löste mit der Aufführung eines Lustspiels aus der Soldatenzeit große Heiterkeit aus. Der Abend, der in seiner Gesamtheit einen sehr anregenden Verlauf nahm, wurde mit einem dreifachenSieg-Heil!", vom Stützpunktleiter auf den Führer ausgebracht, und mit dem Deutschland­lied beschlossen.

Kreis Biedenkopf.

Fellingshausen, 24. Ian. Die älteste Ein­wohnerin unseres Ortes, Frau Margarete H ö r r geb. Bender, konnte dieser Tage in geistiger und körperlicher Frische ihren 8 0. Geburtstag feiern.

Lapan überschreitet die Große Mauer.

Ueberraschend haben japanische und mandschurische Streitkräfte einen militärischen Vorstoß in die nordchinesische Provinz Tschachar unternommen.

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Wintermärchen.

Von Johann Sebastian Dang.

Eine Decke sollte ich nicht mitbringen, aber viel» sseicht ein Buddelchen Cognac, so für die innere Rocktasche ... Doch ich muß schnell erst eine Vorbe­merkung machen: Ich glaube, es ist kaum ein seß­hafter Mensch so arm, daß er nicht eine und wenn auch noch so kleine Verbindung hätte, die ihm da Lind dort einmal einen Vorteil oder wenigstens eine kleine Freude bringen könnte. Zwar kann nicht ßeder wie man sagt den Papst zum Detter haben und auf diese Weise Kardinal werden, aber vielleicht hat er eine Tante, die ausgezeichnetes Kon­fekt backt, oder einen Onkel, der angelt, einen Be­kannten, der zerbrochene Tassen kittet, eine Schwie- Kermutter, die Mützen und Pulswärmer strickt, und iroas dergleichen angenehme Menschen mehr sind. And ich habe einen ganz, ganz entfernt verwandten Vetter, der deshalb doch ein recht brauchbarer Mensch ist, und die Hauptsache! der einen richtiggehenden Pferdeschlitten hat. Und dieser Vet­ter hatte mich seht ihr wohl, das ist meine Der- bindung! zu einer ausgedehnten Spazierfahrt eingeladen.

Eine Decke also sollte ich nicht mitbringen, nein, er verstaute mich in höchsteigener Person, umwickelte meine Füße, hüllte mich in ein Fell aus poeti­schen Gründen hielt ich es für ein Wolfsfell ftüdpte mir eine Pelzmütze über den Kopf und schwang die Peitsche. Das tat er aber wohl nur na ja, eben auch aus poetischen Totalitätsgründen. Denn die beiden Braunen, die zur Zeit wohl keine ausreichende Beschäftigung haben, griffen sofort mächtig aus, schüttelten die Mähnen, ließen die Schellen klingen und entführten uns klingelinge- ling über Berg und Tal.

Ich habe schon in manchem Auto gesessen, auch in manchem Eisenbahnzug schneller und schnellster Tendenz, aber in einem Pferdeschlitten ... Die Welt schweigt, nein, nicht ganz, sie klingt in kleinsten Tönen, in verlorenen Tönen. Sie spricht zu dir im Schrei einer Krähe, im Läuten der Schellen, im dumpfen Takt der Hufe, im Knirschen der Kufen, im Wiehern eines Pferdes. Du lauschst in deine Decke gehüllt, lauschst und schweigst, und lautlos rieselt der Schnee über dich, den ein leichter Wind aus den Bäumen schüttelt. Durch den Wald geht es, der stumm und verzaubert steht, und Dampf und Atem hüllen die Pferde in eine leichte Wolke. Fast wünschtest du, es möchten aus der düsteren Kahlheit der Büsche grüne Augen funkeln und ein keuchender Wolfsrachen seine spitzen Zähne zeigen. Rur. um es einmal zu sehen, versteht sich, nur, um

das Märchen der Schlittenfahrt vollkommen zu ma­chen. Denn in einem richtigen Märchen wird dich ja der Wolf zuerst fragen, wohin die Fahrt gehe, damit er vorauslaufen und auf dich Ahnungslosen warten kann. Ich würde dann natürlich ganz wo anders hinfahren, weil ich den hinterlistigen Kerl kenne, und weil ich ja auch weder Kuchen noch Wein zu einer kranken Goßmutter zu bringen habe.

Nein, ein Wolf begegnet uns nicht leider kein Märchenwolf und Gottseidank kein richtiger aber die Bäume öffnen die Gasse und treten zurück, sind wie gute schwarze Riesen in weißem Haar und halten die Arme über uns ausgebreitet. Klingelin- geling läuten die Schellen über den Köpfen der Pferde. Auf dem Schnee tanzen die Sonnenkringel, tanzen und flimmern in weißem Staub ... Und jetzt tritt ein Einhorn zwischen den dunkeln Stäm­men hervor, sieht uns groß und fragend an, und feine Augen sind wie matte Lichter ... Wie? Nein, du schwindelst, alter Freund! Ein Einhorn? Du denkst, du müßtest ein Märchen erzählen? Du Kind, du großes Kind du. Du läufst durch die Stadt und 'gehst zwischen Häusern und Steinen, und nun du in den Wald kommst, dünkt dich, du müßtest Wunder zu allen den tausend Wundern er- finden. Begnüge dich mit einem Reh, sage, du ha­best ein Reh zwischen den Stämmen gesehen, zier- lich und braun, starr vor Verwunderung und un­fähig zur Flucht. Ein Märchen bleibt es so ober so. Deine Backen glühen unb bu lauschst unb schaust, hörst das Schweigen und schweigst deine Wünsche, und lange noch wird die Musik dieses schweigenden Waldes dir im Schlafe klingen, und lange noch werden die Wunder dieses Wintertages in deinen Träumen fein.

Sradquita*

Lehär dirigiert feine Operette in der Verfil­mung des Neuen Deutschen Lichtspiel-Syndikats persönlich. Der Regisseur Lamac, der bisher die Filme der Anny Ondra betreute, hat das Stück mit verschwenderischer Großzügigkeit ausgestattet, er läßt den Wiener Staatsopernchor und die Wiener Sängerknaben mitwirken und hat für eine Reihe von Außenaufnahmen eine malerisch anziehende Mittelmeerlandschaft als natürliche Kulisse gefun­den. Jarmila N o v o t n a wandelt sich überraschend vom wandernden Zigeunermädel zum strahlenden Revuestar und singt die Titelrolle mit einem be­stechenden Einsatz ihres noch in der höchsten ßaae überaus weichen unb tragfähigen Soprans; die Texte, die sie zu fingen hat, sind allerdings nicht S vorragend, und die ganze Handlung ist, wie

eretiea meistens find: unwahrscheinlich und ro«

mantisch; am ungezwungensten in den heiteren Par­tien, die sehr geschickt besetzt sind. Heinz Rüh - mann in seiner trockenen Komik wird immer gerne gesehen und gehört. Der Wiener Komiker Hans Moser nuschelt ein unnachahmliches Kauder­welsch und hat in Rudolf Carl einen nahezu eben­bürtigen Partner gefunden. Der Tenor Hans Heinz Vollmann singt recht tüchtig, wirkt aber dar­stellerisch so nüchtern, daß man das Doppelspiel, auf dem die Handlung sich aufbaut, vollkommen begreift. Sehr nett die blonde Charlott D a u d e r t als Gegenspielerin der Novotna; G ü I ft o r f f und Schafheitlin ergänzen das kleine Ensemble. Die Musik von Lehar: mit Geschmack und ziemlich anspruchsvoll instrumentiert, aber nicht so unmittel­bar zündend und nachklingend wie manche seiner früheren Melodien, die schnell eine volkstümliche Verbreitung fanden. Alles tn allem: zwei angenehm unterhaltsame Stunden im Lichtspielhaus.

Schlafkrankheit und Nagana.

Im Anschluß an den dieser Tage hier ge­spielten FilmN a g a n a" wird uns Folgen» des geschrieben:

Schlafkrankheit nicht Nagana! So müßte der Film heißen, der Ende vergangener Woche hier im Lichtspielhaus lief. Es entspricht einer weit verbreiteten aber falschen Auffassung, Nagana mit Schlafkrankheit gleichzufetzen. Schlaf­krankheit und Nagana sind Tropenkrankheiten und ausschließlich auf den Erdteil Afrika beschränkt. Die Ueberträger der Krankheit sind in beiden Fällen stechende Fliegen aus der Gattung Glossina, die unseren landläufig als Bremsen bezeichneten Flie­gen ähnlich sehen. Außerdem gelangen beim Stich der infizierten Fliege bei der Schlafkrankheit und bei der Nagana mikroskopisch kleine Parasiten, die eigentlichen Erreger, die Trypanosomen in das Blut des gestochenen Menschen bzw. Tieres. Das ist alles, was beiden Krankheiten gemein­sam ist; höchstens noch die Art der Bekämpfung mit Germanin, von einem deutschen Chemiker namens Bayer entdeckt, das Tier und Mensch eingespritzt wird.

Die Nagana, auch Dielfad) Naganaseuche ge­nannt, kommt nur bei Tieren, besonders bei Haus­tieren (Rindern, Pferden, Kamelen ufro.) vor und richtet unter den befallenen Viehherden Inner- afrifas ungeheuren Schaden an. In den nagana- verseuchten Gebieten ist jegliche Viehzucht unter- bunben. Die Nagana wird durch die eigentliche Tsetsefliege (Glossina morsitans) übertragen, die vorwiegend in den für bit Viehzucht günstigen, offe­

nen Graslandschaften Afrikas lebt. Beim Stich einer infizierten Glossina morsitans gelangen die schon oben erwähnten Parasiten, in unserem Fall Trypa­nosoma Brucei, ins Blut der Tiere.

Die Krankheitserreger der tropischen Schlaf­krankheit dagegen sind Tryp. gambiense und Tryp. rhodesiense, die von der Schlafkrank­heit s f l i e g e (Glossina palpalis) und vielleicht auch in manchen Gebieten von Glossina morsitans auf den Menschen übertragen werden. Bei Tieren wurde eine entsprechende Schlafkrankheit nur bei Antilopen und Wasserböcken festgestellt. Neuerdings hegt man zwar die Vermutung, daß auch Haustiere als WirteSchlafkrankheitstrypanosomen" beher­bergen, die Schlafkrankheit aber bei ihnen nicht zum Ausbruch gelangt.

Die nagana kranken Tiere zeigen im Anfang Anschwellungen unter der Haut, mit zunehmender Blutarmut und rasch einsetzender Abmagerung ster­ben die Tiere dahin. Die Schlafkrankheit äußert sich beim Menschen zuerst in Kopfschmerzen, dann folgt wechselndes Fieber, anfänglich alle drei bis vier Wochen mit einer Dauer von einem bis drei Tagen. Später tritt das Fieber, ähnlich wie bei bei Malaria, aber ohne Schüttelfrost, alle sechs bis zehn Tage auf. Hautrötungen und -fchwellungen, daneben Schwellungen der Lymphknoten stellen sich im weiteren Verlauf ein. Schließlich gelangen die Trypanosomen auf dem Blutwege ins Gehirn und verursachen, indem sie hier wichtige Zentren be­fallen, Geh- und Spechstörungen, Zittern des gan­zen Körpers und ständige Schlafsucht. Die Krank­heit endet mit Krampfanfällen und schließlich mit geistiger Umnachtung. Die Nagana tritt also nie beim Menschen auf.

Dr. des. rer. nat. Arno Schulz, Gießen.

Hochschuinocbnchten.

Der Privatdozent Dr. Walter Eiliger an der Universität Halle ist zum ordentlichen Professor der Kirchengeschichte an der Universität Kiel er­nannt worden.

Der Privatdozent Dr. Otto Höfler an der Uni­versität Wien ist zum ordentlichen Professor der Germanistik an der Universität Kiel ernannt worden.

Der Privadozent für Mineralogie an der Techni­schen Hochschule Aachen, Dr. Hans Ehren­berg, ist zum ordentlichen Professor ernannt worden.

Professor Dr. Friedrich M e tz, Ordinarius an der Universität Innsbruck, ist zum ordentlichen Professor für Erdkunde an der Universität Erian- gen ernannt wordtn.