einer dreimal größeren Dohle einließ. Die Dohle hatte eine bedenkliche Neugier für den Inhalt des Drosselnestes bewiesen und daraufhin ging ihr das Drosselweibchen mit aufgesperrtem Schnabel und flatternden Flügeln entgegen. Offenbar war die Dohle auf diesen Angriff nicht gefaßt gemefen, denn, sie ergriff eilig den Rückzug. Bei diesem Vorfall ist zu beachten, daß die Drosseln im allgemeinen zu den schüchternsten und scheuesten Vögeln gezählt werden; während der Zeit jedoch, in der sie die Jungen aufziehen, entfalten sie einen wahren Löwenmut bei der Verteidiaung ihrer Brut. Ebenso verhält es sich mit der Amsel, die auch zum Schutz ihrer Jungen den Kampf mit sehr viel größeren Tieren aufnimmt. Als eine junge Amsel, die eben ihre ersten Flugversuche machte, von einer Äuge gepackt wurde, schossen die beiden Eltern herunter und flatterten über dem Kopf der Katze, indem sie beständig auf ihre Augen zustießen. Die Katze ließ erschreckt ihre Beute fallen und floh vor dem wüten
den Paar. Bei einem Paar Singdrosseln konnte ein ähnlicher Kampfesmut beobachtet werden. Die Katze hatte sich auf einem Zweig an das Nest herangeschlichten, als das Männchen ihr plötzlich mit voller Wucht ins Gesicht flog. Darauf verlor das Raubtier sein Gleichgewicht und stürzte vorn Baurn herunter, worauf es lief, was es konnte. Merkwürdiger ist die Tatsache, daß Schwalben bei mehr als einer Gelegenheit Katzen und Wiesel angegriffen haben. Einmal beobachtete ein Naturforscher eine große Anzahl Schwalben, die zusammen nisteten; sie spürten ein heranschleichendes Wiesel auf und begannen sofort zum großen Erstaunen des Beobachters das Tier zu umfliegen und mit ihren Flügeln zu umflattern, das Wiesel wurde ganz verwirrt, suchte sich zu wehren, fiel dann auf den Rücken, und da immer mehr Schwalben schreiend sich um es versammelten, floh es erschreckt von dannen.
Wirtschaft.
Oie Zndustrie- und Handelskammer Gießen gibt Auskunft:
1202: Vergebung von Lizenzrechten an Devisenausländer.
1203: Verfügung des eidg. Dolkswirtschaftsdeparte- rnents über den schweizerischen Reiseverkehr mit Deutschland.
1204: Bekanntmachung KP 46 der Ueberwachungs- stelle für unedle Metalle, betr. Kurspreise.
1205: Nachnahmeoerkehr nach Litauen und Memelgebiet.
preise der Kartoffeln für das Winterhilfswerk.
Fwd. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: Zur Regelung der Preise für Winterkartoffeln, die für das Winterhilfswerk bestimmt sind, erläßt der Kartoffelwirtschaftsverband Hessen-Nassau eine Anordnung. Diese betont, daß im Gegensatz zu den Speisekartoffelpreisen, die frachtfrei Empfangsstation festgesetzt sind, die für das Winterhilfswerk bestimmten Kartoffeln nach Erzeugerpreisen eingekauft werden, und zwar nach einem Erzeugerpreis von 2,10 RM. je Zentner weiße und rote Speisekartoffeln (ausschl. Lotos und Pamasfia) und 2,40 RM. je Zentner für gelbe Speisekartoffeln (ausschl. Odenwälder blaue und mittelfrühe Sorten). Für den Ankauf gelten die bekannten Gütevorschriften für Speisekartoffeln. Die angeführten Erzeugerfestpreise gelten ab Voll- ober Kleinbahnverladestation des Erzeugers.
Anmeldung von Schlachtvieh vor dem Versand.
Fwd. Die Pressestelle der Landesbauernschaft Hessen-Nassau teilt mit: In den letzten Tagen hat der Schlachtviehverwertungsverband Hessen-Nassau eine sofort in Kraft tretende Anordnung erlassen, wonach sämtliche Viehverteiler (Handel- und Genossenschaften) und selbstverladenden Erzeuger das Schlachtvieh, das zur Verschickung gelangt, ihrer Kreisbauernschaft vor dem Versand zu melden haben. In dieserMeldung, die jeweils bis zum Donnerstag einer jeden Woche spätestens um 18 Uhr schriftlich oder fernmündlich zu erfolgen hat, muß Zahl und Gattung der Tiere, Abgangs- und Zielort, Zeitpunkt und Art des Versandes angegeben sein. Erhalten die zur Meldung Verpflichteten von feiten der Kreisbauernschaft keine gegenteiligen Verordnungen bis zum jeweiligen Freitag um 20 Uhr, so können die gemeldeten Verladungen vorgenommen werden. Alles Nähere, auch für den Fall der Zuwiderhandlung, geht aus der Anordnung, veröffentlicht im „Wochenblatt der Landesbauernschaft Hessen-Nassau" vom 26. Oktober hervor.
Wann beginnen die Eintragungen in das WareneinganaSbuch?
Fwd. In Einzelhandelskreisen bestehen noch häufig Unklarheiten darüber, von welchem Zeitpunkt ab die Eintragungen in das Wareneingangsbuch vorgenommen werden müssen. Wie die Wirtschaftsgruppe Einzelhandel dazu nochmals mitteilt, ist die Verordnung zur Führung des Wareneingangsbuches am 1. Oktober 1935 in Kraft getreten, d. h. Wareneingänge, die vor dem 1. Oktober in die Verfügungsmacht eines Einzelhändlers gelangten, sind nicht in das Wareneingangsbuch einzutragen. Auch Waren, die für den Monat Oktober oder November bestellt find, brauchen nicht eingetragen zu werden, wenn die Lieferung bereits im September erfolgte und der Einzelhändler den Besitz der Ware noch vor dem 1. Oktober erworben hat. Gleichzeitig ist darauf hinzuweisen, daß auch die Waren, die zum Eigenverbrauch bestimmt sind, in das Wareneingangsbuch eingetragen werden müssen. Bei einer
Lieferung, die sowohl zur gewerblichen Veräußerung, als auch zum Eigenverbrauch bestimmt ist, muß also der Gesamtpreis in das Wareneingangsbuch eingetragen werden. Der Einkaufspreis darf 'also nicht um den auf den Eigenverbrauch entfallenden Teil gekürzt werden, und zwar auch dann nicht, wenn der Preis des Eigenverbrauchs in der Bemerkungsspalte besonders angegeben wird.
Rhein-Mainische Börse.
Mittagsbörse schwächer.
Frankfurt a. M., 23. Oft. Das Fehlen jeglicher Aufträge der Kundschaft machte sich an der heutigen Börse wieder in starker Geschäftsstille fühlbar. Die berufsmäßigen Börsenkreise nahmen kleinste Abgaben vor, die bei der herrschenden Zurückhaltung kaum auf Aufnahmeneigung stießen. Infolgedessen setzten sich am Aktienmarkt die leichten Abschwächungen fort. Die in den letzten Tagen vorliegenden Wirtschaftsmeldungen gaben nur wenig Stütze. IG. Farben eröffneten mit 147,65 (148,25). Am Elektromarkt waren Bekula auf die Erörterungen über den bevorstehenden Abschluß gedrückt mit 141,50 bis 141 (142,40), ferner gaben AEG. 1 v. H. und Licht & Kraft 1,13 v. H. nach, während Lahmeyer 0,50 v. H. anzogen. Don Montanwerten ließen Stahlverein 0,65 v. H. und Harpener 0,25 v. H. nach, Hoesck; lagen mit 93,25 behauptet. Kunstseideaktien bröckelten weiter ab, besonders Bemberg auf 105,50 (107,50), AKU. 56 (56,50). Sonst eröffneten Deutscher Eisenhandel 1,50 d. H., Daimler Motoren 1 v. H., Norddeutscher Lloyd 0,25 v. H. niedriger, dagegen Reichsbank nach eintägiger Pause 0,50 v. H. höher. Nach den ersten Notierungen bröckelten die Kurse bei größter Geschäftslosigkeit meist weiter etwas ab.
Am Rentenmarkt war die Haltung dagegen freundlich. Etwas fester lagen späte Reichsschuld- buchforderungen mit 97,25 (97), Zinsoergütungsscheine waren zu unverändert 90,50 gefragt, 2ut= besitz lagen mit 112,60 behauptet, während Kom- munal-Umschuldung etwas nachließen. Industrie- Obligationen bröckelten ab, 6 v. H. Hoesch 101,90 (102,50), 6 v. H. Krupp 102,25 (120,75), 6 v. H. Stahlverein 102,25 (102,40), dagegen 5 v. H. Stahlverein 96,90 (96,75). <
In der zweiten Börsenstunde blieb der Geschäftsverkehr sehr gering, doch war die Haltung etwas gebessert. und teilweise ergaben sich geringfügige Erhöhungen. So bei IG. Farben auf 148, Stahl- verein auf' 81,40 und Harpener auf 110,25. Don später notierten Werten lagen Scheideanstalt bei kleinem Angebot sehr schwach mit 230 (23ö,50), da seit zwei Tagen die kursregulierende Stelle vermißt wird; seit Wochenbeginn beträgt der Gesamtverlust 7 v. H. Etwas höher lagen Eßlingen Maschinen mit 80,25 Geld (79,50), während sonst die Rückgänge überwogen.
Am Rentenmarkt traten kaum Veränderungen ein. Nur 6 v. H. zertifizierte Dollar-Preußen gaben auf 59,25 nach, nachdem sie anfangs zu 59,75 gesucht waren. Pfandbriefe und die Mehrzahl der Stadtanlethen lagen unverändert, etwas hoher 4,50 v. H. Darmstadt von 1928 mit 91,50 (91). Auslandsrenten lagen geschäftslos. — Tagesgeld mit 2,75 (3) v. H. leichter.
Abendbörse still.
Die Abendbörse war ohne Anregung und nahm infolgedessen einen sehr ruhigen Verlauf. Trotz der starken Geschäftslosigkeit vermochten sich die Kurse verhältnismäßig gut zu behaupten. Soweit Veränderungen gegen den Berliner Schluß eintraten, waren sie nur geringprozentig. Schwächer lagen allerdings im Einklang mit Amsterdam Kunstseide AKU., die auf 55,25 bis 55 (56) nachgaben, während Bemberg zu 106 v. H. voll behauptet blieben. Am Rentenmarkt lagen die Kurse bei kleinsten Umsätzen unverändert. Etwas schwächer waren von zertif. Dollar-Bonds 6prozentige Preußen mit 59,25
(59,50). Ferner kamen Rheinprovinz Auslosung nach Pause mit 109,25 (am 18. 10. 111,50) zur Notiz. Don Auslandrenten blieben Ungarn gut gehalten.
U. a. notierten: Altbesitz 112,65, 6proz. Stahlverein 102,40, Reichsbahn-VA. 122,50, 4^proz. 1913er und 1914er Ungarn je 9,13, 4proz. Rumänen 4,90, Commerzbank 86, DD-Bank 85,75, Harpener 110,25, Rheinstahl 105,50, Stahlverein 81,50, AKU. 55,25 bis 55, Bekula 140,75, Bemberg 106, dement Heidelberg 115,50, IG.-Chemie volle 170,50, do. leere 146, Conti Gummi 156, Scheideanstalt 230, Deutsche Linoleum 143,75, Dürrwerke Ratingen 36, Licht und Kraft 130,50, JG.-Farben 148, Feinmechanik Jetter 82, Gesfürel 122,50, Goldschmidt 105,25, RWE. 122, Schlickert 117,75, Junghans 84.
Frankfurter Getreidebörse.
Frankfurt a. M., 26. Okt. Weizen und Roggen finden trotz des kleinen Angebots bei den Mühlen nur wenig Aufnahme, da sie durch die Zuteilungen der Reichsstelle gut versorgt sind. Futtergetreide bleibt stark gefragt, während Angebot in Futtergerste völlig fehlt und auch Hafer nur in kleinem Umfange aus Ostdeutschland zur Verfügung stand. Futtermittel, insbesondere ölhaltige sowie Kleie sind nicht angeboten, dagegen besteht für Nachmehle nur wenig Interesse. Der Mehlmarkt liegt
still, das Geschäft beschränkt sich auf den laufenden Bedarf.
Es notierten (Getreide je Tonne, alles übrige je 100 Kilo) in RM.: Weizen W 13 201, W 16 204, W 19 208, W 20 210. Roggen R 12 164, R 15 167, R 18 171, R 19 173; Großhandelspreise der Mühlen der genannten Preisgebiete. Sommergerste für Brauzwecke 200 bis 210. Weizenmehl W 13 27,85, W 16 28,10, W 19 28,10, W 20 28,45; Roggenmehl R 12 22,65, R 15 23,00, R 18 23,45, R19 23,70, plus 0,50 RM. Frachtausgleich. Weizennachmehl 17,10 bis 17,25, Weizenfuttermehl 13,50, Weizenkleie W 13 10,65, W16 10,80, W 19 11,00, W 20 11,10; Roggenkleie R 12 9,95, R15 10,15, R18 10.40, R19 10,50, Mühlenfeftpreife ab Mühlenstation. Sojaschrot mit Monopolzuschlag 16,20, Palmkuchen m. M. 16,80, Erdnußkuchen m. M. 18,30. Heu 8,00, Weizen- und Roggenstroh, drahtgepreßt, 3,20 bis 3,40, dasselbe gebündelt 2,60 bis 2,80.
Frankfurter Schtachtviehmarkt.
Frankfurt a. M., 24. Okt. (Vorbericht.) Um 10 Uhr war folgende Marktlage: Vorauftrieb: 108 Rinder (31 Ochsen, 6 Bullen, 49 Kühe, 22 Färsen), 654 Kälber, 221 Schafe, 142 Schweine. Es kosteten: Kälber 50 bis 75 Mark, Hümmel 42 bis 46, Schafe 35 bis 43, Schweine 51 bis 57 Mark. — Marktverlauf: Kälber lebhaft, Hämmel und Schafe mittelmäßig, Schweine wurden zugeteilt.
Mehr Ginkaufsdisziplin!
„Werden wir im Winter genug zu essen haben?", fragt manche Hausfrau. Aengstliche Gemüter sehen sich in Gedanken schon in die entbehrungsreichen Kriegsjahre versetzt, in denen es an den lebenswichtigsten Nahrungsmitteln fehlte. Es ist leider so, daß viele Hausfrauen von unserer Ernährungslage keine rechte Vorstellung haben. Eine Preiserhöhung um wenige Pfennige, eine an sich bedeutungslose Verknappung einer Gemüse- oder Fleischsorte genügen, um sie unsicher zu machen. Horen sie gar noch etwas von schlechter Devisenlage, die uns nur eine beschränkte Einfuhr erlaube, so sehen sie uns schon einer Hungerkatastrophe entgegengehen. Wie sieht es denn in Wirklichkeit aus? Um es vorweg zu nehmen:
Unsere Ernährung ist durchaus gesichert. Wir sind heule dank einer weitschauenden Ernäh- rungspolilik weiter als im Kriege, als wir in lebenswichtigen Nahrungsmitteln abhängig vom Auslande waren und darben mußten, als die Einfuhr gesperrt wurde. Aus diesen bitteren Erfahrungen haben wir gelernt und die notwendigen Folgerungen gezogen. Systematisch arbeiten Führung und Bauerntum zusammen, die Ernährung aus eigener Scholle zu sichern.
Führten wir z. B. 1930 noch rund 2,6 Millionen Stück Eier ein, brauchten wir 1934 nur noch die Hälfte, nämlich 1,3 Millionen Eier einzuführen. Die Buttereinfuhr konnte von 1,3 Millionen Doppelzentner im Jahre 1930 ebenfalls auf die Hälfte, auf 617 000 Doppelzentner gesenkt werden. Unser Bestand an Rindern, Schafen, Hühnern usw. steigt von Jahr zu Jahr. Dies find nur einige Beispiele für die unermüdlichen Fortschritte, die unsere Landwirtschaft macht. Lebensnotwendige Nahrungsmittel, wie Brotgetreide, Kartoffeln, Milch und Rindfleisch brauchen mir heute schon nicht mehr einzuführen. Solange wir aber Brot, Kartoffeln, Fleisch und Milch im eigenen Lande haben, brauchen wir keine Ernährungsschwierigkeiten zu befürchten.
Es ist also verantwortungslos und töricht, von drohender Hungersnot zu sprechen.
Das schließt nicht gelegentliche Spannungen in der Gesamtversorgung aus. So waren z. B. Frühobst und Frühgemüse knapp. Der Wettergott hatte kein Einsehen und ließ viel Obst und Gemüse erfrieren. Ausländisches Gemüse und Obst aber konnten mir nur in beschränktem Maße einführen. Es wird trotzdem niemand behaupten können, daß mir deswegen Not gelitten haben. Don Wetterscheiden abgesehen, fteigt die Gemüse- und Obsternte von Jahr zu Jahr. Allein die Anbaufläche für Gemüse ist seit 1927 um 22 000 Hektar gestiegen. In kommenden Jahren werden wir auch hierin vom Ausland unabhängig sein. Noch war die Angst um die Versorgung mit Gemüse und Obst nicht behoben, als die Eier knapp wurden. Die Hühner lassen sich leider nicht dazu bewegen, das ganze Jahr hindurch gleichmäßig Eier zu legen. Statt nun weniger Eier zu essen oder Kühlhauseier zu kaufen, wurden gleich wieder Gerüchte über unsere schlechte Ernährungslage ausgestreut. Auch das Schweinefleisch war in diesem Sommer knapper als im vorigen Jahr, als große Mengen wegen der geringen Futterernte abgeschlachtet wurden. Anstatt Rindfleisch und Hammelfleisch zu kaufen, oder das „Fleisch im eigenen Saft", verlangten die Hausfrauen unbedingt Schweinefleisch und trugen zu weiteren Lieferungsschwierigkeiten bei.
Wie die Landwirtschaft bemüht ist, den Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden, so muß umgekehrt unbedingt erwartet werden, daß die Verbraucher sich auch der Marktlage anpassen.
Besondere Aufregung verursachten die fehlenden Zitronen, als ob geradezu unser Lebensglück von einer Zitronenlimonade abhinge! Unsere Südfrüchteeinfuhr war 1934 sogar noch hoher, als 1929. Mehr als 140 Millionen wurden dafür verausgabt. Wir können uns aber augenblicklich nur die Einfuhr wirklich unentbehrlicher ausländischer Lebensrnittel leisten, wozu Südfrüchte und Zitronen jedenfalls nicht gehören. Devisen werden zur Bezahlung der Einfuhr industrieller Rohstoffe gebraucht. Geben wir sie für ausländisches Obst aus, so legen wir damit die Industrie brach. Wir tragen die Verantwortung für das Wohl vieler Arbeiter in den Fabriken, die nicht wieder stellungslos werden dürfen. Sollte es wirklich nicht möglich sein, auf E n t b e h r- liches zu verzichten, wenn so Lebenswichtiges auf dem Spiele steht? Auch die Butterknappheit ist jahreszeitlich bedingt. Immerhin wird auch hier von feiten der Regierung alles getan, um dem Bedarf in jeder Hinsicht gerecht zu werden.
Ein anderer Anlaß zur Beunruhigung mar eine gewisse Preissteigerung. Werden die Preise ins Unerschwingliche steigen? Diese Sorge, die Wochen hindurch die Gedanken der Hausfrau beherrschte, dürfte nun endgültig und mit Recht verschwunden sein.
Abgesehen davon, daß eine große Anzahl von Preisen, z. V. für Butter, Brot, Milch und Fische unverändert geblieben sind, sind vor kurzem die Preise, soweit sie willkürlich für Fleisch. Schmalz usw. erhöht waren, wieder auf den Stand des Frühjahres gesenkt worden. Den Spekulanten, welche die vorübergehenden Verknappungen ausgenuht halten, wurde damit das Handwerk gelegt. Auch in Zukunft wird barü: er gewacht werden, daß die Preise nicht aus eigensüchtigen Gewinnzwecken in die höhe getrieben werden.
Jedenfalls ist es durchaus nicht angängig, von ge« legentlichen Preissteigerungen auf eine allgemeine Lebensmittelknappheit zu schließen und Unruhe zu verbreiten.
Wie gesagt, von allen lebenswichtigen Nahrungsmitteln haben mir genug im Inland, auch wenn einmal die Brotgetreideernte und Kartoffelernte schlechter als in diesem Jahre ausfallen sollten. Die Landwirtschaft ist in Zusammenarbeit mit der Regierung bemüht, allen Ansprüchen der Verbraucher gerecht zu werden. Von den Hausfrauen muß nur eins verlangt werden: mehr E i n« kaufsdisziplink •
Briefkasten der Redaktion.
(Rechtsgutachten sind ohne Verbindlichkeit der Schriftleitung.)
W. R. 10. Da Sie den seinerzeitigen Hauskauf gemeinsam mit Ihrer Frau abgeschlossen haben, kann heute insoweit kein Schadensersatzanspruch mehr geltend gemacht werden; insbesondere können Sie nicht das alleinige Verfügungsrecht an der Erbschaft Ihrer Frau beanspruchen.
Kurszettel der Berliner und Frankfurter Börse.
Die hinter den Papieren angeführten Ziffern geben die Hohe der zuletzt beschlossenen Dwidende an. — Reichsbankdiskont 4 o H.. Lombardzinsfuß 5 v. H.
Frankfurt a.M.
Berlin
Schluß« kurs
Schluß'. Abend- börse
Schlußkurs
Schlußk. Miltag« börse
Datum
22 10.
23-10
22-10
23 10.
6% Deutsche Reichsanleihe v. 1927
100,13
100,13
100,13
100,13
4% Deutsche Reichsanl. von 1934
97,75
98,13
98
98
6%% Doung-Anleihe von 1930 ..
Deutsche Anl.-Ablös.-Schuld mit
101,9
102
102,25
102,25
Auslos.-Rechten .............
<*/«% Deutsche Refchspostschatzan-
112,65
112,65
112,65
112,6
Weisungen von 1934, 1.......
6% ef)em.8% Hess. Bolksstaat 1929
100
100
100,13
100,2
(rückzahlb. 102%) ..........
ehern. Hessische Landesbank
96,5
96,5
96,5
—
Darmstadt Gold R. 12........
5V2% ehem. Hess. Landes-Hypo-
96
96
—
—
lhekenbank Darmstadt Liaui ,.. V/i% ehem. 8% Darm st. Komm.
100,25
100,4
—
—
Landesb.Goldschuldverschr. R.6
Obekhessen Provinz-Anleihe mit
91,25
91,4
—
—
Auslos.-Rechten ............
Deutsche Komm. Sammelabl. An-
—
—
—
—
leihe Serie 1 mit Auslos.-Rechten
*H% ehem.8% Franks. Hyp.-Bank
112,4
112,5
112,7
112,8
Goldpfe. 15 unkündbar bis 1935 i/i% ehem. 454% Franks. Hyp.-
96,25
96,25
—
—
Bank-Liqu.-Pfandbriefe.......
6y,% ehem. 4Va% Rheinische
100,5
100,5
—
—
Hyp.-Bank-Liau.-Goldpfe. ... iy»°o ehem. 8% Pr.Landespsand-
oriefanstalt, Pfandbriefe R. 19
<y.% ehem. 7% Pr. Landespfand- briefanst., Gold Komm. Lbl.VI
100,65
100,75
100,75
100,75
97
97
97
97
97
97
97
97
Stenergutich Verrechnung-!. 35-39
107,3
107,3
107,3
107,3
4% Oesterretchtsche Goldrente....
26,5
26,5
27
27,5
4,20% Oesterreichische Silberrente
—
1,2
1,2
1,3
4% Ungarische Goldrente .......
9
9,15
9,2
4% Ungarische Staatsrente v. 1910
9
9
9
9,1
454% desgl. von 1913 .........
9
9,13
9,1
9,13
6% abgest. Goldmexikaner von 99 4% Türkische Bagdadbahn-Anlethe
10,5
10,25
10,7
10,4
Serie i.....................
ee»
•
Frankfurt a. M
Berlin
Schlußkurs
Schluß. Abendbörse
Schluß« iure
Schlußk. Mittagbörse
Datum
22-10.
23-10.
22-10
23 ."lO
4% veegl. Serie II .....,......
_
_
—-
—
5% Rumän. vereinh. Rente v. 1903
5,9
5,8
5,8
5,9
4H%Rumän.vereinb.Rentev.!913
8,4
8,4
8,45
8,3
4% Rumänische vereinh. Rente
4,9
4,9
4,95
4,95
2y<% Anatolier .............
38,65
38
38,9
38
Hamburg-Amerlka-Paket .....
O
16,4
16
16,25
16,25
Hamburg-Südam. Dampfschiff.
0
——
—-
29
——
Norddeutscher Lloyd .........
0
17,75
17,5
17,9
17,75
A.G. für Verkehrswesen Akt. ..
0
78
78,5
78,13
Berliner Handelsgesellschaft ...
5
111
111
111
111
Commerz, und Privat-Bank ...
0
86,75
86
86,75
86
Deutsche Bank und Dtsconto-
Gesellschaft................
0
86,5
85,75
86,5
85,75
Dresdner Bank..............
c
86,5
85,75
86,5
85,75
Reichsbank ................
12
174,5
173,5
174,75
A.E.G......................
37.75
36,75
37,5
37
Bekula....................
142.4
140.75
142
140,75
Elektr. Lieserungsgesellschaft...
*5
110'5
109,65
110,13
110
Licht und Kraft .........ßV.
131,5
130,5
131,13
130,25
Felten & Guilleaume.........
0
105
104
104,5
104
Gesellsch.f.Elektr.Unternehmung
5
123
122,5
123
122,5
Rheinische Elektrizität ......
5
129,25
129,5
129,75
Rhein. Wests. Elektr..........
6
123
122
123
122
Schuckert L Co..............
119
117 75
119,25
118
Siemens & Halske............
7
169
166
168,5
166
Lahmeyer & Co..............
131
Buderus ...................
O
102
102
102,75
102
Deutsche Erdül..............
4
105,5
104,5
105,13
104,25
Gelsenkirchener..............
o
_
Harpener...................
0
110,25
110,25
110,5
110,65
Hoesch Eisen—Köln-Nenessen ..
s
93,25
93
93
92,65
Ilse Bergbau ...............
e
158,5
Ilse Bergbau Genüsse........
6
125,25
125,25
125,25
124,75
Mannesmann-Röhre» ........
O
l 84
83^25
84
83,65
Frankfurt a. M.
Berlin
Schluß« kurs
Schlußk. Abendbörse
Schluß« kurs
Schlußk. Mittag» börse
'Datum
22-10-
23.10.
22-10-
23-10.
Mansfelder Bergbau ..
••••••■ fl
119
118
119
117-, 75
Kokswerke ..........
....... 6
—
—
115
114,5
Phönix Bergbau......
....... O
—
—
Rheinische Braunkohlen
..... 12
217,25
216
216,75
214,75
Rheinstabl ...........
.....8'/r
106,75
105,5
107,25
105,5
Bereinigte Stahlwerke.
.......O
81,75
81,5
81,75
81,65
Otavi Minen .......
.......c
19
18.9
18,75
19
Kaliwerke Aschersleben.
.......6
130,75
130,75
131
130
Kaliwerke Westeregeln .
.......6
124
125
124,75
Kaliwerke Salzdetfurth
..... IVx
182
182
I. G. Farben-Jndustri«.......
7
148,25
148
148,5
148
Scheideanstall...............
9
233,5
230
—
—
Goldschmidt ................
O
105
105,25
105
105
Rülgerswerke ...............
4
113,5
112,75
114,25
113,5
Metallgesellschaft.............
4
106
104,25
106,4
105,75
Philipp Holz mann ...........
O
91,5
89,25
91
89,5
Zementwerk Heidelberg ......
6
116
115,5
-
Cementwerk Karlstadt.........
4
130
130
-
Schultheis Patzenhoser .......
4
_
_
104,5
103,25
Aku < Allgemeine Kunstseide) ..
O
56,5
55
56,4
55,75
Bemberg...................
O
107,5
106
107
105,75
Zellstoff Waldbos ............
O
112
110,5
111,5
111
Zellstoff Aschaffenburg .......
O
78,13
79,75
78,65
Dessauer Kos ...............
7
—
—
127
127,25
Daimler Motoren............
O
95
94
94,5
93,9
Deutsche Linoleum ..........
Orenstein & Koppel ..........
6
143,5
143,75
143,65
143.9
O
80,5
79,75
Westdeutsche Kaufhof.........
0
25
24,25
24,65
24,13
Chade......................
0
287
287,5
—
289
Acrumulaioren-FabrS.......
12
—
—
Conti-Gummi ..............
8
155
156
155,25
156
Grttzner o| 29,75
Mainkraftwerke Höchst a...... 1 90
Süddeutscher Lucker .... .. »j 210,5
29,4 90
210,65
I 29,9 | I 210,5 I
29,9
210,5
Devisenmarkt Berlin — Frankfurt a M.
Banknoten.
22-Oktober
23 Oktober
Amtliche Notierung
Amtliche Notierung
Geld
Brief
Geld
Brief
Buenos Lire.
0,678
0,682
0,677
0,681
Brüssel.....
41,84
41,92
41.84
41,92
Rio de Jan.
0,141
0,143
0,141
0,143
3,047
3,053
3 047
Kopenhagen.
54,49
54,59
54*57
54,67
Danzig.....
46,83
46,93
46,83
46,93
London .....
12,205
12,235
12,22
12,25
HelnngsocS..
5,375
5,385
5,385
5,395
Paris ......
16,38
16 42
16 33
Holland ....
168,71
169,05
163'57
168^91
Italien.....
20,24
20,28
20,24
20,23
Japan......
0 7,3
Jugoslawien
5'674
5'636
5'664
5,676
Oslo..... :
61,28
61,40
61,35
61,47
Wien.......
48,95
49,05
48,95
49,05
Lissabon ....
11,07
11,09
11,08
11,10
Stockholm...
62,92
63,04
63,00
63,12
Schweiz ....
80,84
81,00
80,80
80,96
Spanien....
33,94
34,00
33,94
34,00
Prag .:.....
10,275
10,295
10,275
10,295
Budapest ...
—
—
-JteuQod ...
2,486
2,490
2,486
2,490
___________Berlin, 23.Oktober
Amerikanische Noten..... .....
Belgische Nölen..................
Dänische Noten . ........
Englische Noten ....
Französische Noten
Holländische Noten Italienische Noten Norwegische Noten Deutsch Oesterreich, i 100 Schilling Rumänische Noten...............
Schwedische Noten .
Schweizer Noten.........
Spanische Noten ............
Ungarische Rote» ...............
Geld
2,438
41,72
54,36
12,185
16,33
168,15
19,46
61,19
62,83
80,62
33,58
Brie'____
"27458
41,88
54,58
12,225
16,39
168,83
19,54
61,43
63,09
80,94
33,72


