Ausgabe 
24.10.1935
 
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des Kabinetts

Lloyd George bemängelt die

daß

General G r a z i a n i stehenden italienischen Trup-

kannt ist, daß sie mit den Rechtsbünden enge Tuch­fühlung unterhalten. Tatsächlich soll auch der Ab­geordnete Marin, der als Vertreter der Rechten der Regierung Laval als Staatsmimster angehört, wiederholt verhindert haben, daß Laval sich aus eigenem Antrieb oder auf Drängen cherriots sich gegen die Bünde wandte. Die Regierung hat noch unmittelbar vor Beginn des Parteitages der Radi­kalsozialen Maßnahmen gegen die Bünde beschlie­ßen wollen, um Herriot in den Stand zu setzen, vor dem Parteitag unter Hinweis auf die Maß­nahmen der Regierung ein Verbleiben der Radikal­sozialisten in der Regierung zu erreichen. Aber die Kabinettssitzung am 23. Oktober hat trotz ihrer lan­gen Dauer nicht zu diesem Ergebnis geführt, so daß alles einstweilen noch in der Schwede bleibt..

Auf dem Landesparteitag der Radikalsozialisten wird es sich auch entscheiden müssen, ob die Radi­kalsozialisten dem Kabinett Laval weiterhin die Ausnahmevollmachten zubilligen werden, die sie Doumergue, Flandin und Bouisson entzogen oder verweigert hatten. Laval scheint auch in dieser

konischen Regierungsform Abbruch tut, null und nichtig. In diesem Falle wird die A u f l ö s u n g der Vereinigung auf Antrag eines jeden Inter­essierten oder des Staatsanwalts ausgesprochen. Das Gericht kann einstweilen die Schließung der Lokale der Vereinigungen beantragen und das Ver­bot der Zusammenkunft der Mitglieder anordnen.

sinien und der Völkerbund, müßten die Re­gelung annehmen. Zweitens die Rege­lung mühte mit der Vülkerbunds- fahung überein stimmen. Lin Kuhhan­del komme nicht in Frage, geschweige denn ein imperialistischer Handel.

Lloyd George fragte hierauf, ob man Italien in den letzten Tagen eine Zusicherung gegeben habe, daß die britische Flotte nicht den Suez-Ka­nal blockieren werde, oder irgendein ähnliches Versprechen.

Eden erwiderte, die einzige Zusicherung, die man Italien gegeben habe, sei, daß Großbritannien nicht selbständig vorgehen werde. Wenn die Hoffnungen auf einen Erfolg des Völkerbundes enttäuscht wurden, könne man nicht sagen, was das für Folgen haben werde. Wenn aber der Völker­bund sich als fähig erweise, die Schwierigkeiten zu überwinden, dann werde die Welt den kommenden Schwierigkeiten in gestärktem Glauben entgegen­sehen.

Zum ersten Male in der Geschichte der Welt werde versucht, ein internationales System anzuwen­den, das nicht auf Gewalt, sondern auf gewissen Grundsätzen der Gleichberechtigung beruhe. Dies sei ein Abenteuer, bei dem alle stolz sein dürften, ihr Teil mitzuspielen. (Stürmischer, lang anhal­tender Beifall.)

Waffen, die öffentlichen

Englands Bedingungen für eine Regelung des Abessinienkonsiikls.

Paris, 23 Okt. (DNB.) Ein Ministerrat unter dem Vorsitz des Präsidenten der Republik hat auf Vorschlag des Justizministers und des In­nenministers drei Verordnungen angenommen, die die Einfuhr, die Beförderung und den Besitz von

Aufrechterhaltung der Ordnung und das Vereint-

Kannte England die Abmachungen von Rom zwischen Frankreich und Italien?Wurde in Gtresa über Abessinien gesprochen? Hat England jetzt neue Zusicherungen gegeben.

IreiVerordnungenzurAusrechierhaiiungderRuhe

Eine erste Abschlagszahlung an die Kadikalsoz-.aiisten.

Lloyd George bezeichnete die Bemerkung Baldwins, daß in der Außenpolitik eine Ruhepause l

|Cr2.eDfieie@eie6e5Derorbnung über Die Verstärkung 1MOMO Mann einem italienischen Kontingent von der Aufrechterhaltung der Orünuna ji Vertrauen schaffen, um die wirtschaji erhebung des Landes, zu ermöglichen

Visionen bewerte, was etwa die Hälfte der deutschen Armee darstelle. Der diplomatischen Rede­wendung, daß Frankreich sich in Abessinien wirt­schaftlich desinteressiert habe, müsse daher eine be­sondere Bedeutung zugrunde liegen. Er frage daher die englische Regierung, ob sie etwa ein ähn­liches Versprechen wie das Frankreichs an Italien gegeben habe. Außenminister Sir Samuel Hoare antwortete: Rein.

Lloyd George fragte weiter, wer auf englischer und italienischer Seite in S t r e s a die abessinische Frage besprochen hätte. Damals habe Abessinien bereits zum zweiten Male sich an den Völkerbund gewendet, während die italienischen 2Tuppenentfen= düngen bereits in vollem Gange gewesen seien. Frankreich habe große Mengen von Chemikalien, die für die Kriegsindustrie benötigt wurden, nach Italien ausgeführt. Lloyd George fragte ferner, ob England versprochen habe, die ganze oder einen Teil der britischen Mittelmeerflotte zurück­zuziehen. Im Sanktionssystem seien erhebliche Lücken vorhanden, was auf das Fehlen Deutsch­lands, Brasiliens und der Vereinigten Staaten

I zurückzuführen sei.

wird gemeldet, daß mit größeren italie­nisch-ab essiniscken Gefechten in naher ~ ' i sei. Rach unbestätigten Gerüch-

Frage psychologisch gewandt vorzugehen, indem er dem Finanzausschuß der Kammer die Versicherung gab, daß die Verabschiedung des Haushaltsplanes für 1936 von der Regierung nicht als stillschwei­gende Billigung der Notverordnungen ausgelegt werden, sondern daß die Regierung die lange Reche der auf Grund der Sonderermächtigung beschlosse­nen Gesetzeserlasse zu gegebener Zeit d e m P ä r l a- ment zur Begutachtung vorlegen wird.

Nachdem Laval in außenpolitischer Hm-, sicht seine Linie in den Genfer Verhandlungen nach den Wünschen der Radikalsozia- listen ausgerichtet hat, strebt er augenscheinlich nach einer Verständigung auch in der Innen­politik mit dieser Partei, da ja ihr Hinüber­schwenken zur Opposition das Ende seines Kabinetts bedeuten würde. Die Haltung Lavals ist denn auch geeignet, den rechten Flügel der Radikalsozialisten zu stärken, der die Verbrüderung mit den Jüngern von Marx und Lenin nicht mit freudigem Auge sieht. Aber der l i n k e Flügel ist nach wie vor sehr aktiv. Herriot wird nach seiner bisherigen Ge­pflogenheit versuchen, eine Mittellinie einzu- chlagen, um die Einheit der Partei zu wahren. Er hat, wie gesagt, schon eine Reihe von Zugeständ­nissen an die Forderungen seiner Partei erreicht, weil seine Gegenspieler im Regierungslager wissen, daß die Radikalsozialisten bereits eine Ausnahme­stellung für eine Opposition vorbereitet haben. Die Frage ist nur die, ob die Mehrheit der Partei sich mit diesen Erfolgen begnügt oder ob sie durch einen Regierungswechsel größere Aussichten für die nächsten Wahlen zu haben glaubt. Die Stimmung der radikalsozialistischen Ortsgruppen ist unein­heitlich, und daher kann man das Verhältnis zwischen den oppositionellen und den bürgerlichen Radikalsozialisten nicht übersehen. Aber es ist anzu­nehmen, daß das Beharrungsvermögen auch hier eine entscheidende Rolle spielen wird. Praktisch wäre diese Partei durchaus in der Lage, die Regie­rung zu stürzen und ihre Nachfolge zu übernehmen. Namhafte radikalsozialistische Führer haben jedoch erklärt, daß davon keine Rede sein könne, solange kein bindendes Programm so­wohl über die künftige Gesamtpolitik, als auch über die Verteilung der Regierungsverantwortung zwi­schen den einzelnen Linksgruppen ausgearbeitet worden fei. Dieses trifft aber noch nicht zu, obwohl zahlreiche Ausschüsse und Unterausschüsse seit lan­gem an diesem Programm arbeiten.

Es ist zu erwarten, daß der Landesparteitag der Radikalsozialisten in besonderem Maße auch den Versuch unternehmen wird, die sich immer stärker bemerkbar machende Gärung innerhalb der landwirtschaftlichen Kreise einzufangen, um ein Abgleiten der Bauernbewegung nach Rechts

oder ganz Links zu verhindern und sie für die kom­menden Wahlen zu gewinnen. Sicherlich wird auch die alte Forderung nach Auflösung der Kampfbünde und nach einer aktiveren russisch-französischen Politick auftau­chen. Aber darüber wird sich reden lassen. Die weitere Entwicklung der Vermittlungsverhandlun­gen zwischen Rom und London oder rich­tiger gesagt: zwischen Rom und Genf wird nicht ohne Einfluß auf die Entschlüsse der Radikalsoziali­sten bleiben. Alles in allem ist die Lage also noch offen, wobei vor allem noch gar nichts über die Haltung der Rechten gesagt werden kann.

Mimische Propaganda im besetzten Gebiet.

Asmara, 23. Okt. (DNB.) Unter der Bevöl- gerung des besetzten Gebietes hat eine starke Filmpropaganda eingesetzt, um ihr die Be­deutung Italiens vor Augen zu führen. Auf italienischer Seite unterstreicht man die große poli­tische Bedeutung, die die Untermerfer kopti­scher und muselmanischer Kirchenver­treter besitzt. Auch von der Abschaffung der Sklaverei versprechen sich die Italiener günstige Wirkungen. Die nunmehr befreiten Skla­ven können zwar auf Wunsch bei ihren Herren bleiben, doch müssen sie zu ihnen in einem Angestelltenverhältnis stehen. Die früheren Sklaven, die nicht bei ihrem Herrn blei­ben wollen, werden von den italienischen Behörden zu öffentlichen Arbeiten herangezogen oder in der durch die kriegerischen Ereignisse auf« geblühten Industrie untergebracht. Der italienische Propagandaminister Graf C i a n o , der als Ge­schwaderchef in Ostafrika weilt, bezeichnete die Be­hauptungen, die italienischen Flugzeuge hätten offene Ortschaften beschossen oder Gift­gase angewendet, als unwahr. Es sei stets das Bestreben der italienischen Truppen gewe­sen, die Bevölkerung nicht unnütz zu erregen. Im übrigen sei es für die italienischen Flugzeuge leicht, die abessinischen Streitkräfte,die außerhalb der Ortschaften zu kampieren pflegten, zu erkennen. General de Bono hat Halle Selassie, den Sohn Ras Gugfas,wm Gouverneur der Gebiete Allawa und Takaffe ernannt.

Abessinien meldet neue Kümpfe an der Südsrom

London, 23. Okt. (DNB.) Aus Addis Abeba

(Nachdruck, auch mit Quellenangabe, verboten.) .

Paris, 23.Oktober 1935. '

Die fällige Erneuerung eines Senats- , b r i 11 e l 5 bildete gewissermaßen den Auftakt der innerpolitischen Herbstereignisse in Frankreich. Die ; Wahl von 107 Senatoren hat eine leichte Wen- ; düng nach links sowohl innerhalb der Linken roib innerhalb der Rechten gezeitigt. Diese Verschie­bung entspricht jedoch der langsamen Entwicklung, die der Senat seit seinem Bestehen durchmacht. Von der Tatsache abgesehen daß Laval einen Ver - trauensbeweüs durch feinen Erfolg in zwei Departements buchen konnte, ist lediglich hervorzu­heben, daß zum ersten Male ein Vertre­ter der Moskauer Internationale Sitz und Stimme im Senat erhält. Eine allgemeine Ent­scheidung zwischen der sogenannten Volksfront und dem bürgerlichen Lager ist nicht ge­fallen: das Beharrungsvermögen der Wähler hat sich wieder einmal bewährt. Allerdings ist nicht zu vergessen, daß die Senatswahl mittelbar und nur einem Bruchteil des französischen Volkes Vorbehal­ten ist. Selbst im Seine-Departement, in dem die Volksfront zahlenmäßig weit überlegen war, hat ein Teil der linken Wahlmänner nicht nach partei­politischen Gesichtspunkten gestimmt, sonst hätten von den zehn Sitzen nicht zwei den Bürgerlichen zufallen können.

Die Nähe der Kammerwahlen hatte eine große Zahl von Abgeordneten veranlaßt, für den Senat zu kandidieren. 17 hatten Erfolg, über 50 wurden jedoch geschlagen. Die Wahl der 17 Ab­geordneten zu Senatoren bringt aber keine Ver­schiebung in der gegenwärtigen Kammer, weil die freiwerdenden Sitze vor der allgemeinen Kammer­wahl wegen der kurzen Zwischenzeit nicht neu besetzt werden Im allgemeinen kann man über die Senatswahlen also zur Tagesordnung über­gehen. Daß die Deutschland stets feindlich gesinnten Senatoren Bourgeois und E c c a r t nicht kan­didiert haben bzw. geschlagen worden sind, wird man ohne Mitleid verzeichnen können, zumal sie bemüht waren, ihren Einfluß auf die Außenpolitik Frankreichs geltend zu machen.

Da die Wahlerfolge der Kommunisten und Sozia­listen, die einen bzw. vier Sitze gewonnen haben, auf Ko st en der Radikalsozialisten zu buchen sind, kann in einzelnen Gegenden Frank­reichs eine Enttäuschung der Radikalsozialisten über dieSegnungen der Volksfront" platzgreifen, was gewiß auch Einfluß auf die jetzt in Paris stattfin­dende Landestagung der Partei Herriots haben dürfte. Hier muß es sich zeigen, ob die Ra­dikalsozialisten sich zur Zusammenarbeit mit den Marxisten und Kommunist en bekennen, oder ob sie noch einmal versuchen wol­len, eine selbständige Linie zu verfolgen. Der Ausgang der Beratungen hängt u. a. davon ab, wie weit es der Regierung inzwischen gelingt, den oppositionell eingestellten Radikalsozialisten den Wind aus den Segeln zu nehmen. In unter­richteten Kreisen erwartet man, daß der nächste Ministerrat Gesetze zur Regelung der öffentlichen

Innerpolitische Klippen für Laval

Die Landestagung der Radikalsozialisten.

Dvn unserem v.G -Berichterstatter.

Völkerbundsminister Eden

erklärte, daß Lloyd George anscheinend bemüht sei, eine Atmosphäre der Verdächtigung zu schaffen. Die Kritiker, die verlangten, daß die wirtschaftlichen Sühnemahnahmen eher hätten angewendet wer­den sollen, sollten erst einmal die Völkerbunds­satzung lesen. Wirtschaftliche Sühnemaßnahmen dürften nämlich erst angewendet werden, nach­dem eine Nation zum Kriege geschrit- t e n sei. Es sei närrisch, von England zu verlangen, daß es seinen vollen Anteil an Kollektivmaßnahmen auf sich nehme, wenn die Welt schwer bewaffnet sei, und gleichzeitig zu verlangen, daß England a b r ü ft e. Die englische Abrüstung bis zur Grenze des Risikos habe ein Element der Un­sicherheit in dem gegenwärtigen Streit geschaf­fen. Wenn jedes Völkerbundsmitglied die Einfuhr von Gütern des kriegführenden Staates verweigere, würde das eine Form der Sühnemaßnahmen fein, die jede große handeltreibende Nation zum Nach­denken veranlassen sollte.

Lr hoffe jedoch, daß, bevor noch die Rationen wieder zusammentreten würden, um den Zeit­punkt für die Inkraftsetzung der Sühnemaß- nahmen festzulegen, eine Regelung er­reicht sein würde. Die Bedingungen seien erstens: die drei Parteien, Italien, Abes­

pen bewege sich nordwärts.

Oer Führer vor den Keichsrednern der NSDAP

Berlin, 23. Okt. (DNB.) Der Führer sprach im Thronsaal des Reichsministeriums für Volks­aufklärung und Propaganda auf einer Ver­anstaltung der Reichspropaganda­leitung der NSDAP, vor Gauleitern und Reichsrednern und gab die Richtlinien für die pro­pagandistische Arbeit des kommenden Winters, dis insbesondere auch im Hinblick auf die Durch' führung des WHW. gestellt sind. Vorher ge« dachte Reichsminister Dr. Goebbels in tief empfundenen Worten des verstorbenen Gauleiters von Magdeburg-Anhalt Reichsstatthalter Wilhelm Löper, der nun schon der zweite Gauletter fet der im Laufe dieses Jahres durch den Tod aus den Reihen der alten Mitstreiter des Führers gerissen worden ist.

bevorstehe, als eine erstaunliche Erklärung. Er frage den Ministerpräsidenten, ob er sich eines Augenblickes seit dem Weltkriege erinnern könne, w o die Lage düsterer gewesen s et a l s jetzt. Wenn es eine Ruhepause gebe, dann deshalb, weil die Regierung Bürgschaften gegeben habe. Bei dieser Bemerkung schüttelte der Außen­minister verneinend den Kopf. Aber, so fuhr Lloyd George fort, wenn die Regierung Italien keine Garantien gegeben habe, bann verstehe er nicht die Ruhepause. Wirtschaftliche Suhne- maßnahmen könnten lange dauern und melletcht größere Meinungsverschiedenheiten zwischen den Boykotteuren als zwischen den Boykottierten aus­lösen. Lloyd George verlangte Einzelheiten über die zwischen Frankreich und Italien im Januar d. I. getroffenen Abmachungen. Frankreich habe sich in Abessinien wirtschaftlich desin­teressiert und habe dafür von Italien g e - wattige Zugeständnisse erhalten, deren Charakter man kennen müsse. Frankreich sei heute in der Lage, seine italienische Grenze praktisch ungeschützt zu lassen. Ihm sei gesagt worden, ' Frankreich dieses Zugeständnis mit 18 Di-

London, 23. Okt. (DNB.) Die politische Aus­sprache im Unterhaus wurde am Mittwoch mit einer Rede des Ministerpräsidenten Baldwin fortge­setzt. Baldwin sprach von den Kritikern, die der An­sicht seien, daß es eine Hintertür gäbe, die es Eng­land ermögliche, hinter dem Rücken des Völkerbun­des vorzugehen. Nichts derartiges sei beabsichtigt. Jede etwaige Regelung müsse eine für alle drei Parteien, Italien, Abessinien und den Völkerbund, gleich annehmbare Lösung darstellen. Wenn eine Regelung erzielt werden könnte, die die Dauer des Krieges beträchtlich ab» kürzt ober die Welt von der Furcht einer möglichen Ausbreitung des Krieges befreit, so mache dies jede Anstrengung wert, vorausgesetzt, daß der oben er­wähnte Grundsatz aufrechterhalten werden könne.

Der Völkerbund habe unter den bestehenden Ver­hältnissen Besseres geleistet, als angesichts der unge­heuren Schwierigkeiten der Lage erwartet worden fei. Man dürfe nicht vergessen, daß man es nicht mit einem so umfaßenden Völkerbund zu tun habe, wie er seinen Begründern vorgeschwebt habe, son­dern mit einem Völkerbund, den drei der mäch­tig st en Staaten der Welt liegen ge­lassen hätten und der sich vielleicht nur einer schwankenden Unter st ützung durch einige seiner Mitglieder erfreue. England gedenke nicht weiter zu gehen, als es der Völkerbund in seiner Gesamtheit tun werde. Niemals habe England an einen Krieg gedacht. (Peifall.)

Bei Englands Wiederaufrüstung handle es sich um eine Verstärkung der Verteidigungsdienste innerhalb des Genfer Rahmens für die Sache des internationalen Friedens und nicht für selbstsüchtige Zwecke. Aber er wolle nicht für die Amtsführung verantwortlich sein, wenn er nicht die Vollmacht erhalte, die Mängel zu beheben, die sich seit dem Kriege. in den englischen Wehr­diensten eingestellt hätten. Ohne diese Vollmachten könne er nicht einen Augenblick lang die jetzige Außenpolitik wetterführen.

Der Ministerpräsident vertrat die Ansicht, daß in der Außenpolitik eine Ruhepause bevorstehe, man könne nicht sagen, ob dies im Januar der Fall sein werde. Aus diesen Gründen habe er vom König eine sofortige Auflösung des Parla­ments erbeten.

Stimmen der Kritik.

Der konservative Abgeordnete A m e r y erklärte, nach seiner Meinung wäre es am richtigsten ge­wesen, wenn England gemeinsam mit Frankreich und Italien einen Plan ausgearbeitet hätte, der gewisse, wenn nicht alle, nichtamharische Provinzen von Abessinien unter italienische Herrschaft bringen würde. Das werde vielleicht auch eine Endlösung fein, nachdem die Politik der wirtschaftlichen Ver­ärgerung genügend ausprobiert sei.

Kundgebungen, des Handels mit Waffen und des Rechtes zum Waffentragen erlassen wird, um dem Widerstand der Linken gegen die sog. Kampf- bünde der Rechten Rechnung zu tragen.

Als im Frühjahr unter erheblichem Lärm die sogenannte Volksfront gegründet wurde, also die Vereinigung der sogenannten bürgerlichen Linksparteien mit Sozialisten und Kommunisten, geschah dies ausdrücklich unter Hinweis auf die bedrohte Sicherheit der Republik. Diese Sicherheit war angeblich durch die Rechtsverbände bedroht, insbesondere durch die Feuer kreuz­te r, aber auch durch diet ö n i g s t r e u e" Jugend, die einzeln und zusammen es vorzüg­lich verstanden haben, die Straße gegen die herr­schenden Parteien unsicher und unruhig zu machen. Aber diese Bünde einfach aufzulösen, wie das viel­leicht noch vor Jahr und Tag möglich gewesen wäre, kann auch die Regierung Laval nicht wagen, denn einmal ist der innerpolitische Einfluß der Nechtsbünde schon viel zu stark, sodann gehören der Regierung Laval Politiker an, von denen be-

aungsrecht betreffen. Auf Vorschlag des Kriegsministers und des Innenministers wurde außerdem die Heraufsetzung der Garde mobile von 15 0 0 0 auf 20 000 beschlossen. Die Verordnungen wurden in erster Linie im Hin­blick auf den bevorstehenden radikalsoziali- stischen Kongreß verabschiedet. Auch scheint cs, als ob die Regierung den in der Volksfront zu­sammengefaßten Linksparteien eine gewisse Genugtuung hinsichtlich ihrer Forderungen auf Entwaffnung der faschistischen Bünde habe geben wollen. Wie weit die vorgesehenen Maßnahmen die Volksfront befriedigen werden, bleibt jedoch abzuwarten.

Die Gesetzesverordnung über die Einfuhr, Her­stellung, den Handel, Verkauf und Besitz von Waffen verbietet zunächst die Einfuhr aller Offensiv- und Defensiv-Waffen und Munition und belegt Verstöße gegen dieses Ver­bot mit Freiheits- und Geldstrafen. Sie sieht ferner für Waffenhersteller und Waffenhändler die Füh­rung eines Kontrollbuches vor. Der Ver­kauf von Waffen Jagdgewehre ausgenommen wird mit einer Sonder st euer von 10 v. H. des Verkaufspreises belegt. Nur zuge­lassene Waffenhändler dürfen bei Auktionen Waf­fen ersteigern. Wer eine Schußwaffe besitzt, muß

melden. Ist die Polizeibehörde der Ansicht, daß die geplante Kundgebung geeignet sein könnte, die öffentliche Ordnung zu stören, kann sie die Kund­gebung verbieten. Waffen dürfen bei einer Kundgebung nicht mitgeführt werden.

3. Die Gesetzesoerordnung zur Abänderung der Bestimmungen über das Vereinigungsrecht betont, daß sie den Grundsatz der 1901 festgelegten Ver­einsfreiheit nicht antasten, sondern nur- die Bestim- mungen über die Auflösung unerlaubter Vereinigungen wirksamer gestalten wolle. Nach dem Gesetz von 1901 ist jede Vereinigung, die einen gesetzwidrigen Zweck ober einen Zweck, der den Sitten widerspricht, verfolgt, oder die dem Bestand des nationalen Gebiets und der republi-

ber Departementbehörde Meldung erstatten. _ -m m ..,

Ausnahmen sind zugelassen, namentlich zugunsten Zukunft zu rechnen sei. Nach unbestätigten Geruch- der Personen, die infolge ihrer Stellung ermächtigt ken soll im Süden Abessiniens bereits e ine oder verpflichtet sind, Schußwaffen zu besitzen (Re- \ ® e r * e a?e^

- - 1 u IJ simsche Befehlshaber Ras Desta stehe mit etwa

q 300 000 Mann einem italienischen Kontingent von oll Rude und! 140 000 Mann gegenüber, und zwar auf einer 'fliehe Wieder- * Front, die sich von Webbi Schedeli nord- Ou Kundge. wiirts erstrecke. Der rechte Flügel der abessinischen

bungen und Aufmärsche sind 3 bis 15. Truppen, der feinen Stutzpunkt am Schebeli habe, Tage vorher bei den städtischen Behörden anzu« tn ® e t e tienJJ? *ln9j1reten.

melden. Ist die Polizeibehörde der Ansicht, daß 5er ll]fe: fjlugel her unter dem Oberbefehl von