Nr.M Drittes Blatt
Gießener Anzeiger (General-Lnzeiger für Vberyetzen,
Montag, 24. Juni 1935
3000 Gießener Jugendliche kämpfen um den Sieg.
Dos tautfdye 1935. Werbekundgebung der Hitlerjugend. — Die (Siegerehrung.
Für die Jugend unserer Stadt stand das Wochenende im Zeichen des Deutschen Jugendfestes 1935. Mit diesem Jugendfest war eine großzügige Austragung von Wettkämpfen verbunden, die den Samstag und den Sonntagvormittag in Anspruch nahmen, lieber den Verlauf der Kämpfe, wie er sich am Samstagoormittag darbot, berichteten wir bereits. In der gleichen Form wurden die Wettkämpfe am Samstagnachmittag und am Sonntagvormittag fortgeführt und abgeschlossen. Die Kämpfe vollzogen sich dank der ausgezeichneten Vorbereitung sehr rasch, trotzdem sich über 3000 Jugendliche beteiligten. Den Höhepunkt des Festes in Gießen bildete die Veranstaltung, die am Sonntagnachmittag auf dem Universitätssportplatz nicht nur alle teilnehmenden Kinder, sondern auch die Elternschaft vereinigte.
Den frühen Nachmittag füllte die hitter-Iugend mit einer Werbekundgebung aus, die das rege Leben zeigte, das im Jungvolk, im BdM. und in der Hitler-Jugend auf dem Gebiete der Leibesübungen gepflegt wird.
Einen schönen Auftakt bildete der Aufmarsch aller Formationen. Prächtigster Sonnenschein lag über dem schönen Sportplatz, so daß der glücklichste Rahmen für die Werbekundgebung gegeben war.
Die Hitlerjugend wartete' zunächst 'mit Freiübungen auf, die nur kurz vorbereitet werden konnten, aber sehr gut klappten; Mädchen des VdM. zeigten dann, aufgeteilt in mehrere Gruppen, eine Fülle von lustigen Spielen und Bodenübungen. Die Jungmädels führten schöne Freiübungen und Volkstänze vor, die gut gefielen. Die Mädchen machten mit -Ziehharmonikas ihre Musik selbst, für eine andere Dolkstanzaufführung stellte die Hitlerjugend die Musik. Das Jungvolk zeigte auch seinerseits ausgelassene Bodenübungen und fand viel Beifall. Die Darbietungen wurden von der Elternschaft mit sichtlichem Interesse verfolgt. Den Abschluß bildete eine 50 mal 100-Meter-Staffel der vier Gefolgschaften der Hitler-Jugend, die die Gefolgschaft I in der Zeit von 11.35 Min. für sich entscheiden konnte.
Sodann schritt man zur Siegerehrung, die von
Dr. Möckelmann
vorgenommen wurde. Er wies darauf hin, daß in den Wettkämpfen sehr gute Leistungen erzielt wurden. Von den über 3000 Teilnehmern könnten 2000 als Sieger bezeichnet werden. In kurzen Worten sprach Dr. Möckelmann allen Mitgliedern des
DfL. herzlichen Dank aus, die als Riegenführer oder Kampfrichter die Durchführung des'Kampfes ermöglichten. Ferner dankte er dem Berechnungs- ausfchuß für seine umfangreiche und anstrengende Arbeit. Er forderte die Jugend auf, allen den Mithelfern dadurch zu danken, daß sich im nächsten Jahre noch mehr zu den Wettkämpfen melden, alle noch pünktlicher erscheinen und noch disziplinierter auftreten, wie es in diesem Jahre geschah. Im Anschluß daran verlas Dr. Möckelmann jeweils die ersten zehn Sieger jeder Altersklasse und die Besten aus den Mannschaftswettbewerben.
Eine eindrucksvolle Ansprache hielt ferner
Stadt- und Kreisschmrat Nebelina
an die Jugend. Er wies darauf hin, daß die Jugend zusammengekommen sei, um die Körper zu stählen. Wir alle müßten uns dessen bewußt sein, daß wir als Volk nur dann bestehen könnten, wenn wir ein Volk tüchtiger Menschen seien. Glück habe aus die Dauer immer nur der Tüchtige. Mädchen sollten heranwachsen, die nicht in Seidenkleider und Lippenstift ihre Schönheit suchen, sondern in der Kraft ihres Körpers; junge Männer sollen ihre Kraft nicht dadurch beweisen, indem sie möglichst viel Zigaretten und Alkohol vertilgen, sondern in dem Bemühen, auf dem Sportplatz die Besten zu sein. Die Jugend müsse so leben, daß sie eines Tages die Säulen bilde, die Deutschland tragen. Es bedeute nichts, von Freiheit und Ehre zu reden, wenn man nicht bereit sei, sie zu verteidigen. Die Jugend müsse zu den Garanten des Volkes und des Reiches heranwachsen.
Nach der Aufforderung an die Nichtorganisierte Jugend, sich einzureihen in die deutsche Staatsjugend, mit der Aufforderung an die HI., die Tore aufzumachen, für jene, die kommen wollten, und mit dem Aufruf, das Gelöbnis der Treue zum Führer zu erneuern, schloß der Redner seine Ansprache. Mit einem dreifachen „Sieg-Heil!" auf den Führer und mit dem gemeinsam von der Jugend gesungenen Lied „Vorwärts, vorwärts" fand die Werbekundgebung und die Siegeroerkündigung ihren Abschluß.
Oie Siegerlisti.
Knaben-Einzelkampf.
(F — Fähnlein, H — Gefolgschaft, IM = Jungmädelgruppe; P. = Punkte.)
10 Jahre: 1. Schneuker, Erwin, 300 P., F III; 2. Fischer, Paul, 271 P., F III; 3. Deeg, Willi, 269 P., Pestalozzischule; 4. Schräckhert, Fr., 268 P.,
F III; ; 5. von Bentheim, H., 261 P., F III; 6. Seelbach, Albert, 259 P., F II; 7. Hauser, Ernst, 257 P., g II; 8. Altensen, Bruno, 253 P., F IV; 9. Pflüger, Willi, 243 P., Pestalozzischule; 10. Ullrich, Fritz, 240 P., Realgymnasium.
11 b i s 12 Jahre: 1. Bauer, Otto, 286 P., F I; 2. Gilbert, Walter, 282 P., F III; 3. Schmidt- diel, H., 269 P., F II; 4. Hartmann, Walter, 267 P., F I; 5. Scheid, Willi, 266 P., F l; 6. Wolf, Hasso, 266 P., F II; 7. Schneuker, Helmut, 261 P., F HI; Dapper, Hans, 258 P., F II; 9. Rausch, Erwin, 255 P., FIV; 10. Jsheim, Erich, 254 P., FI.
13 bis 14 Jahre: 1. Jughard Fr.-K., 280 P., F II; 2. Merher, Hans, 278 P., F I; 3. Schwender, Heinz, 264 P., Spielmannszug; 4. Mootz, Hch., 264 P., F III; 5 Wiegand, Werner, 262 P., F I; 6. Adolph, Heinz, 258 P., F III; 7. Fischholz, Karl, 256 P., Spielmannszug; 8. Kraft, Hch., 254 P., F II; 9. Oswald, Hans, 253 P., Goethefchule; 10. Willaredt, Hch., 253 P., Kaufmännische Berufsschule.
1 5 b i s 1 6 I a h r e : 1. Kley, Egon, 308 P., G 1;
2. Forbach, Walter 275 P., Gewerbliche Berufsschule; 3. Emmel, Gerhard, 264 P., G 4; 4. Huppert, Heinz, 264 P., Vogtfche Handelsschule; 5. Stein, Rudolf, 262 P., G 4; 6. Eger, Otto, 262 P., G 4; 7. Kraft, Alfred, 260 P., Gewerbliche Berufsschule; 8. Platt, Wilhelm, 259 P., Kaufmännische Berufsschule; 9. Kessel, 257 P., G 4; 10. Volkert, Fritz, 257 P., G 4.
17 bis 18 Jahre: 1. Roth, Max, 256 P., Höhere Prioatschule; 2. Möll, Helmut, 238 P., G 1; 3. Volk, Kurt, 237 P., G 4; 4. Nies, Kurt, 232 P., G 1; 5. Schäfer, Karl, 228 P.; G 1; 6. Bingel, Georg, 225 P., G 2; 7. Krollpfeiffer, Gustav, 222 P., G. 1; 8. Bierau, Ernst, 220 P., G 1; 9.
Schmidt, Hch., 214 P., Oberrealschule; 10. Hofmann, Robert, 209 P., G 2; Bornarius, H., 209 P., G 3.
Einzelkamps.
Mädchen: lOJ a hr e: 1. Keller, M., 337 P., Lyzeum; 2. Nagel, Edith, 316 P., Lyzeum; 3. Diegel, Erna, 280 P., IM IV; 4. Mellinger, L., 271 P., IM; 5. Vogler, Martha, 266 P., Goethefchule; 6. Herr, Erna, 262 P., IM IV; 7. Röhr, Marianne, 256 P., IM III; 8. Büttner, Lora, 255 P., Schillerschule; 9. Hock, Rosemarie, 253 P., Lyzeum; 10. Licher, Mariechen, 252 P., Schillerschule.
11 bis 12 Jahre: 1. Stein, Inge, 344 P., IM IV; 2. Buß, Hermine, 335 P., IM III; 3. Wurm, Ilse, 327 P., IM IV; 4. Knorr, Sieglinde, 320 P., IM III; 5. Pfeifer, Silo, 318 P., IM IV; 6. Heckmann, Ria, 318 P., IM IV; 7. Bender,
Antreten zu den Wettkämpfen.
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Die sechs Besten des Wettkampfes.
HeimfahrtamGonntagabend.
Äon Ernst Kreuder
Es war noch abendhell, als wir aufbrachen und das Wirtshaus „Zum grünen Baum" verließen. Wir hatten den Tag am See zugebracht, im Wasser und in der Sonne, und dann waren wir auf dem Rückweg noch einmal im Dorf eingekehrt, bevor wir zum Bahnhof gingen, lieber der krummen Dorfgasse flogen niedrig die Schwalben.
„Kinder, es gibt sicher Regen", sagte Ruth. Sie ging in der Mitte und hatte sich bei uns eingehakt.
„Nicht immer gesagt", sagte Balthasar. Ein Autobus sauste vorbei, er war dicht gedrängt voll von Ausflüglern und schwankte schwer.
„So schöne weiße Bäuche haben sie", sagte ich und zeigte nach den Schwalben. Mir brannte das Gesicht, als läge ich noch immer in der Sonne. Die Sonne war längst untergegangen.
„Du kommst doch noch mit, Ruth", sagte Baltha- sar.
„Mal sehen, ich bin erst gestern so spat nach Hause gekommen."
„Selbstverständlich", sagte Balthasar, „du kommst einfach gleich mit." Wir hatten jeder drei Glas Bier getrunken. Jetzt hatte ich einen Schleier vor den Augen. Wir schritten dem Ausgang des Dorfes zu. Es war sonntäglich friedlich und still. Mädchen in weißen Kleidern zogen Arm in Arm vorüber. Der Himmel war abendblau. Jetzt quaken schon sicher die Frösche am See, dachte ich, und das Gras wird feucht.
„Jetzt ist er also 'um, der Sonntag , sagte lch.
„Ja, Erne", sagte Balthasar, „aber wir bleiben doch noch zusammen."
„Habt ihr eure Karten?" fragte Ruth Wir suchten in den Taschen nach unseren Karten.
„Da ist der Zug!" Wir ließen uns los und he Jen. Die Ausflügler drängten in die Abteile, als mürbe dort etwas kostenlos verteilt. Als wir die Nucksacke im Gepäcknetz hatten, fuhr der Zug los. Ich machte die letzte Schachtel Zigaretten auf. Wir ftecnen uns Zigaretten an. Ruth erzählte von einem Bekannten, den sie kürzlich getroffen. Er hatte geheiratet und lebte von einer Hühnerfarm. Wir fanden das lustig. 'Es war gar kein Grund vorhanden, das lustig zu finden. ,, . f
„Ach ja", sagte ich, „man müßte wohl einmal heiraten. Was meist du, Balthasar?"
„3a, Erne", sagte Balthasar, lächelnd, Nickend.
„Dann ist man verheiratet", sagte Ruth, „das ist auch nichts."
Der Zug rollte durch abendliche Felder, es war schön, müde und zufrieden in einem Zug zu sitzen und heimzufahren.
„Wieso nichts?" sagte ich.
„Nun ja", sagte Ruth.
„Und so ist es auch nichts", sagte ich. „Aber man mühte dann auch ein Haus haben und einen Garten und Sonnenblumen."
„Und bloß etwas Geld", spottete Ruth.
„Dann hatte es auch einen Sinn, nach Hause zu gehen", sagte ich. „Aber so ist man der ungeratene Sohn. Stell dir vor, man kommt nach Hause und an der Tür ist ein Schild, draußen, an der Gartentür. Mit dem eignen Namen. Hast du schon mal ein Schild gehabt, Balthasar?"
„Nein Erne, du hast recht", sagte Balthasar. Der Zug hielt. Der Schaffner rief die Station aus, als hätte er sie zu verkaufen. Aber es kaufte niemand. Der Zug fuhr weiter. Es blieben nur Milchkannen zurück.
„Warum heiratet ihr denn nicht?" sagte Ruth.
„Verdammt", dachte ich, „wieso sieht sie dabei auf einmal so verführerisch aus?"
„Es geht nicht, Ruth", sagte ich, „es reicht ja nicht einmal zu einem Schild."
„Du mit deinem Schild", sagte Ruth. Aber es klang, als hätte sie etwas ganz anderes gesagt. Balthasar war in der Fensterecke leicht eingeschlafen.
„Dann wäre der Tisch gedeckt", sagte ich, „und frische Blumen stünden in den Vasen. Die Fenster wären offen, draußen wäre Sommerabend, vom Garten käme der Duft der vielen Blumen herein. Und ganz still wäre es. Und vom Balkon, der in den Garten führt, käme jemand herein, im weißen Sommerkleid, groß und jung und mit sanftem braunem Gesicht und würde rufen: „Bist du's?" Und es wäre Wein kaltgestellt, und es gäbe eine wunderbare Pastete."
„Hör auf", sagte Ruth schwer, „du kannst einen ja richtig —"
„Was denn", sagte ich, „so ist es doch." Der Zug hielt. Ich holte die Rucksäcke aus dem Gepäcknetz.
„Sind wir schon da?" fragte Balthasar.
„Ich gehe doch noch mit euch", sagte Ruth.
„Schön, Ruth", sagte Balthasar.
Es war noch immer nicht richtig dunkel. Es wird eine helle Nacht werden, dachte ich. Wir gingen durch die stillen Straßen des kleinen Villenorts zu Balthasars Landhaus. Als Balthasar läutete, betrachtete er einen Augenblick seines Vaters Schild.
In der Diele stand Balthasars Vater. Er war ein großer, breiter Mann; wenn er sich freute, machte er ein grimmiges Gesicht. Er stand da unter den großen Hirschgeweihen an der Wand, als hätte er schon lange auf die Rückkehr dieser kleinen Gesellschaft gewartet.
„Guten Abend, Herr H.", sagte ich, „es war ein wunderbarer Tag."
„Guten Abend", sagte Ruth, „es geht uns gut, und Ihnen?"
„Soso", sagte Herr H., „das sehe ich. Danke, mir geht's so. Habt ihr denn schon gegessen?" Es war angenehm kühl in der Diele.
„Die haben dauernd gekocht", sagte Ruth, „und dann mußten wir Bier trinken."
„So ist's recht", sagte Herr H., „bei der Hitze Bier. Sehen Sie nur, wie er wieder aussieht." Er zeigte mit dem Kopf nach Balthasar.
„Wieso", sagte Balthasar, „ich sehe doch gut aus."
„Haben Sie ihn gehört, Ruth", sagte Herr H., „der Kindskopf." Wir begrüßten Frau H., die strahlend und mütterlich aus dem Eßzimmer kam. Wir blieben eine Stunde bei Balthasars Eltern und erzählten. Herr H. stand in der Tür des Herrenzimmers, unbeweglich, er nickte zuweilen, wenn man ihn ansah. Frau H. schenkte leichten Weißwein ein. Später gingen wir hinauf in Balthasars Zimmer.
„So", sagte Balthasar und stellte die Selterwasserflaschen hin. Wir setzten uns in die schwarzlackierten Korbsessel um den kleinen runden Tisch. Die Lampe an der Decke verbreitete mildes, rötliches Licht. Balthasar stellte drei Gläser hin und füllte sie zu einem Teil mit Kognak, zu zwei Teilen mit Selterwasser.
„Ach ja", sagte Ruth, „ich weiß gar nicht, was mit mir los ist."
„Prost", sagte Balthasar, „Ruth, Erne."
„Prost, Kinder", sagte Ruth.
„Prost", sagte ich, „auf das Haus mit dem Garten und den Sonnenblumen."
„Und dem Schild", sagte Ruth.
„Und der Frau", sagte ich. Unter dem Tisch berührte mich ein Fuß.
Was hat her ©fier gegen das rote Tuch?
Beim Stierkampf in der Arena wird das Tier durch den Anblick eines roten Tuches in Wut versetzt; wenn wir die cholerische Natur eines Menschen kennzeichnen wollen, sagen wir vergleichsweise von ihm, daß er sich durch bestimmte Vorkommnisse reizen lasse wie ein Stier durch ein rotes Tuch. Warum haßt aber der Stier so. sehr die rote Farbe? Diese seltsame Abneigung, die nicht bestritten werden kann, ist eines der Geheimnisse der Tierseele, das nicht völlig enträtselt worden ist. Man hat die Erregung beim Anblick der roten Farbe darauf zurückgeführt, daß Rot die Farbe des Blutes ist und daß das Rindvieh Blut nicht sehen kann. Aber
Mariechen, 318 P., Goethefchule; 8. Licher, Liese» lotte, 309 P., Pestalozzischule; 9. Krausch, Lieselotte, 307 P., Lyzeum; 10. V. d. Heyden, Margot, 291 P., IM IV.
13 bis 14 Jahre: 1. Keßler, L., 339 P., IM III; 2. Georg , Anneliese, 329 P., Schillerschule; 3. Baum, Ilse, 305 P., Lyzeum; 4. Schmidt, Gertrud, 300 P., Lyzeum; 5, Herrmann, Annemarie, 292 P., IM I; 6. Burkhardt, Lotte, 287 P., IM IV; 7. Heißler, Elisabeth, 287 P., IM II; 8. Wolf, Ortrud, 284 P., Oeffentl. Handelslehranstalt; 9.
Ein wagemutiger Pimpf zeigt seine Kletterkunst. (Aufnahmen [3]: Photo-Pfaff, Gießen.)
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Kröck, Annemarie, 282 P., Oeffentl. H-mdelslehr- anstatt; 10. Clarius, Hellwig, 282 P., IM IV.
15 bis 16 Jahre: 1. Diehl, Lieselotte, 329 P., Mädchen-Berufsschule; 2. Seim, Margarethe, 290 P., Lyzeum; 3. Engel, Wilma, 281 P., BdM; 4. Zillgen, Renate, 281 P., Lyzeum; 5. Scheidt, Gretel, 280 P., Mädchen-Berufsschule; 6. Zoll- mann, Anneliese, 277 P., Kaufm. Berufsschule, 7. Seibel, 275 P., BdM; 8. Schmidt, Elfriede, 269 P., BdM; 9. Edler, Hilde, 266 P., BdM; 10. Fink, Emmi, 264 P., Vogt'sche Handelsschule.
17 bis 18Jahre: 1. Weyel, Margret, 326P.; 2. Lösch, Margret, 305 P., (beide BdM.); 3. Karsten, Sabine, 254 P., Alice-Schule; 4. Schneider, Gertrud, 251 P.; 5. Heißler, Maria, 249 P.; 6. Wittich, Annemarie, 232 P., 7. v. Jaschke, Ruth, 224 P.; (sämtlich BdM.); 8. Huttel, Waldtraut, 207 P., Kaufm. Berufsschule; 9. Schünebohm, Irmgard, 207 P.; 10. Veith, 21., 202 Punkte.
Mannschafts-Mehrkämpfe der Hitler-Jugend.
Jungvolk: 1. Jungenschast 1, Jungzug 2,
F II, 240,6 P.; 2. Jungenschaft 3, Jungzug 2,
F III, 239,6 P'.; 3. Jungenschaft 2, Jungzug 3,
F I, 231,4 P.
Jungmädel: 1. Jungmädelschaft 1, Schar 3, Gruppe IV 216,9 P.; 2. Jungmädelschaft 1, Schar 1, Gruppe III, 212,0 P.; 3. Jungmädelschaft 3, Schar 1, Gruppe bV, 209,3 P.
Hitler-Jugend: 1. Kameradschaft 1, Schar 3, G 4, 211,1 P.; 2. Kameradschaft 6, G 1, 205,6 P.; 3. Kameradschaft 1, Schar 1, G 4, 195,5 P.
warum sind es bann nur die sonst so phlegmatischen Wiederkäuer, die die Blutfarbe zum Zorn reizt? Weder Pferde noch Schafe oder Schweine lassen sich durch die rote Farbs- im geringsten aus ihrer Ruhe bringen. Dagegen hat man beobachtet, daß Vögel sich vor der blauen Farbe ängstigen. Man stellte kest, daß Vogelscheuchen aus blauem Papier die Vögel am besten von den Feldern und Gärten fernhatten. Diese Abneigung gegen das Blau wird auch von verschiedenen Insekten geteilt. Legt man etwa ein .Stück blaues Glas über einen Teil eines Ameisennestes, so verlassen die Tierchen fluchtartig diese Stelle. Aber vielleicht ist es gar nicht das Blau des Glases, sondern irgendeine andere damit .zusammenhängende Eigenschaft des blauen Glases, was diese geheimnisvolle Wirkung hervorbringt. Wir wissen es jedenfalls nicht mit Bestimmtheir, und sehen nur den merkwürdigen Erfolg solcher Experimente. Eigenartig ist, daß manche Tiere unüberwindliche 2lbneigungen gegen andere Tiere haben. Der sprichwörtliche Haß zwischen Hund und Katze ist allerdings keine umumstößliche Tatsache, sondern Hunde und Katzen schließen nicht selten als Hausgenossen Freundschaft und spielen miteinander. Das Pferd hat sehr entschiedene Abneigungen, so meidet es das Kamel und noch heftiger den Esel. Ob der Geruchssinn oder der Gesichtssinn bei dieser Feindschaft ausschlaggebend ist, ist unentschieden. Zwei der unversöhnlichsten Feine in der Tierwelt sind der Dachs und der Fuchs. Der Jäger weiß, daß beide Tiere niemals in demselben Teil des Waldes hausen und daß der Dachs sofort feinen Bau verläßt, wenn ein Fuchs eindringt. Der Panther wird von den kleinen Wildschweinen, den Pekaris, gehaßt, obwohl er sie als Beute verschmäht und ihnen nichts zuleide tut. Wenn eine Herde dieser kleinen Schweine eines Panthers ansichtig wird, so stürzen sie sich auf ihn, und es soll ihnen zuweilen sogar gelungen sein, das mächtige Raubtter mit ihren scharfen Hauern zu zerreißen. In einer mittelamerikanischen Stadt soll einmal ein Neuankömmling einen Eingeborenen gefragt haben, ob er eine Stelle kenne, wo man ohne Furcht vor Alligatoren haben könne. Der Eingeborene zeigte ihm höflich eine Stelle am Fluß, unb als ber Europäer sich im Wasser erfrischt hatte unb ans Lanb stieg, fragte er feinen Führer, warum es benn bort feine Alligatoren gäbe. „Weil ba so viele Haifische finb, Sennor", entgegnete ber Eingeborene gelassen. Man kann sich benfen, mit welchen Gefühlen ber Europäer sich biefes Babes erinnerte. Aber ob biefe kleine Geschichte nun wahr ober erfunben ist, die Tatsache kommt darin zum Ausdruck, daß Alligatoren und Haifische jedes Zusammensein vermeiden. Die Forschung wird aber auch in diese Geheimnisse ber Tierwelt Licht bringen.


