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Die Weihe der Heidelberger ThinMle auf dem Heiligenberg.

form fein, aber auch Wegweiser für das künftigeIlich geschloffenen Feierdichtungen dichterische Schaffen. Das Ziel muß sein: Für alle und die dazugehörende Musik zu haben, großen Feieranlässe des Jahres solche inner-!Volk als seelisches Erlebnis nahezubringen.

Reichsminister Dr. Goebbels übergibt die neue Thingställe ihrer Bestimmung.

eine Wirtschaft, die auf der Grenze liegt, so daß der Wirt hinter der Theke auf belgischem Boden steht, die Gäste dagegen in Deutschland sitzen, das sind nur einige hervorstechende Beispiele für eine Grenz- ziehung, die ohne Rücksicht auf sachliche Erfordernisse fast ausschließlich im strategischen Interesse Belgiens durchgeführt worden ist.

So brachten uns die Lagertage in Monschau eine außerordentliche Fülle an Eindrücken und Erleb­nissen. Wir haben Land und Leute, Geschichte und gegenwärtige Not des Grenzgebietes kennenge­lernt. Wir haben das reizende Städtchen Mon­schau und die eigenartige Eifellandschaft lieb ge­wonnen und uns gefreut über die unerschütterliche Treue zum Deutschtum und den Willen zum Auf­bau im neuen Deutschland trotz aller Schwierig­keiten. Mit um so größerer Genugtuung erfüllt es uns, datz wir gleichsam als Dank für all das, was dies Lager uns gegeben hat, bei den bedrängten Volksgenossen im Grenzland die Ueberzeugung verstärken konnten, daß sie nicht auf verlo­renen Posten stehen, sondern daß ihr Kampf auch im Binnenland Verständnis und An­teilnahme findet. Das Lager schloß mit einem Kameradschaftsabend, auf dem wir den Landrat, den Bürgermeister und den Heimatdichter Mathar begrüßen konnten, und mit einer Stadt- und Burgbeleuchtung, die die Stadt für uns veranstaltete.

Wir wollen jetzt hoffen, daß dieses so glänzend gelungene und erfolgreiche Lager vorbildlich wirkt für die Grenzlandarbeit und die studentische Arbeit überhaupt und vor allem an den andern westdeutschen Hochschulen möglichst bald Nachahmung findet. Das wissenschaftliche Lager, das wissenschaft­liche Arbeit und Gemeinschaftsleben miteinander verbindet, hat sich jetzt erneut bewährt, nachdem Prof. Bechtel im Sommersemester 1934 zum er­sten Male an unserer Universität mit einem Lager in Lauterbach erprobte und mehrere Fachschafts­lager weitere Erfahrungen sammelten Es kann und soll Vorlesungen, Seminare und die Arbeit in der Studierstube nicht verdrängen, aber wir dürfen zu­versichtlich behaupten, daß das Wissenschaftslager dem Schaffen an der Hochschule eine wesentliche Be­reicherung zu geben vermag und daß es wert ist, immer fester in den akademischen Betrieb einge­baut zu werden. Wenn es uns gelungen ist, mit diesem Lager eine neue Gemeinschafts­form wissenschaftlichen Arbeitens zu festigen und auszubauen und anregend auf andere Hochschulen zu wirken, dann darf die Gießener Stu- dentenschaft, die es durchführte und finanziell er­möglichte, mit Recht stolz auf ihren Erfolg fein.

Tag der deutschen Kavallerie in Hamburg.

Der 5. Tag der deutschen Kavallerie in Hamburg wurde mit einer Kranzniederlegung am Ehrenmal eingeleitet. Dor dem Denkmal hatten je eine Abteilung Reiter der Garde du Corps und der Gardekürassiere in ihren Friedensuniformen Auf­stellung genommen. Ferner hatten sich zahlreiche Vertreter der alten Wehrmacht zu dieser Feier­stunde eingefunden. Als Generalfeldmarschall von Mackensen, begleitet von dem kommandierenden General des 10. Armeekorps, Generalleutnant Kno­chenhauer erschien, wurde er von der zahlreichen Menschenmenge mit stürmischen Heilrufen begrüßt. Nach einem Einleitungschoral legte der General­feldmarschall am Fuße des Ehrenmals einen Kranz nieder, während die SA.-Kapelle das Lied vom guten Kameraden intonierte. Mit den Worten des Führers des Waffenringes in Hamburg, Theodor Schröder,Den Gefallenen zum Gedächtnis, den Lebenden zur Nacheiferung" fand die Heldenehrung ihren Abschluß.

Der Hamburgische Senat veranstaltete aus An­laß des 5. Waffentages der deutschen Kavallerie im Rathaus einen Empfang, zu dem Reichsstatt­halter Gauleiter Kaufmann erschienen war. Seine besondere Bedeutung erhielt der Empfang durch die Anwesenheit des Generalfeldmarschalls von Mackensen. Bürgermeister Krogmann feierte den Generalfeldmarschall als den ehrwürdi­gen Reitergeneral und großen Feldherrn des Weltkrieges. Zu Ehren des großen Feldherrn habe der Senat eine Straße Mackensen - Straße benannt. Generalfeldmarschall von Mackensen dankte für die Ehrung. Der Führer, so hob er wei­ter hervor, habe die mutvollste Tat vollbracht, die ein Staatsmann habe tun können. Nun komme es darauf an, den Weg des Aufstieges unter seiner Führung weiterzuschreiten. Der Ehrenführer des Waffenringes General der Kavallerie von P o f e ck sprach sodann Hamburg den Dank des Waffen­ringes für die gastfreundliche Aufnahme aus.

Oie Krise in der kommunistischen Partei der Sowjetunion.

Moskau. 24. Juni. (DNB.) Die Auseinander­setzungen innerhalb der Kommunistischen Partei der Sowjetunion nehmen ihren Fortgang. In großer Aufmachung verbreitete die Telegraphen-Agentur der Sowjetunion eine Verordnung des Hauptaus­schusses der Partei, in der der Gau Sarat o w an der Wolga wegen groben Miß brau ch s des Vertrauens der Partei und Schä­digung des Parteiansehens scharf ge­rügt und seine Verwaltung gemaßregelt wird. Das Verhalten der Saratower Parteileitung habe zur Folge gehabt, daß die Flucht der BauernausdenKollektivwirtschaften im ganzen Gau unvermindert anhalte. Der Aus­schuß hat deshalb beschlossen, den Leningrader Par­teiführer und besonderen Vertrauensmann St e i n- Schdanow nach Saratow zu entsenden, um in der dortigen Partei Ordnung zu schassen.

Wetterbericht

des Relchswetlerdienstes. Ausgabeort Jrantfurt

Deutschland liegt an der Südseite eines mächtig entwickelten Hochdruckgebietes, so daß sich ^auch am Sonntag heiteres und sehr warmes Wetter sort- setzte. Ueber dem Festland beginnt sich fedoch eine gleichförmige Luftoerteilung herzustellen, welche Oie Ausbildung flacher und damit gewittriger Tätigkeit begünstigt.

Aussichten für Dienstag: Leiter bis wolkig, warm und schwül, Auftreten von Gewittern, meist östliche und südliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Fortdauer der warmen und schwülen zu Gewittern neigende Witte-

Lufttemperaturen am 23. Juni: mittags 27,4 Grad Celsius, abends 20,2 Grad: am 24. Juni: morgens 19,5 Grad. Maximum 28,6 Grad, Minimum 13,2 Grad. Sonnenscheindauer 13 Stunden.

Die ThingsMe auf dem Heiligenberg.

Heidelberg, 22. Juyi. (DNB.) Als Kultur­stätte nationalsozialistischen Glaubens und Wollens wurde am Samstag vom Reichsminister Dr. Goeb­bels die Thinastätte auf dem Heiligen- berg bei Heidelberg ihrer Bestimmung über­geben. Durch seine Naturschönheit und historische Vergangenheit war dieser Berg geradezu als Thing­platz vorausbestimmt. Der Berg trug das Wotans­heiligtum der Germanen, den römischen Merkur­tempel und später Kirche und Kloster des hl. Michael und ist nun eine Weihestätte der nationalsozialisti­schen Deutschen. Die schöpferische Kraft des Er­bauers der Thingstätte, Professor Alker, schuf ein Werk, das eine wunderbare EinheitvonLand- schaft und architektonischer Form­gebung zeigt. Im Sattel der beiden Gipfel des Heiligenberges ist in etwa einjähriger Bauzeit vom Arbeitsdienst mit Unterstützung einer Anzahl von Facharbeitern eine Thing st ütte als Denk­mal der deutschen Jugend entstanden. Die neue Thingstätte hat mit alten Amphitheatern nur das eine gemeinsam, daß die aufsteigenden Stufen der Zuschauersitze für 10 000 Besucher ringförmig angeordnet sind.

9a» ThinMel.

Die Thingstätte des nationalsozialistischen Deutsch­lands ist die gegebene Form für die mit kulturellen Mitteln gestaltete Kundgebung. Aus diesem Grunde war auch die Einweihung der Thingstätte auf dem Heiligenberg bei Heidelberg mit einer Feier dieses Stiles verbunden. Die rein spielmäßige Gestaltung einer solchen Feier, also das, was wir unterThing­spiel" verstehen, stellt die letzte Stufe nationalsozia­listischer Feiergestaltung Überhaupt dar. Bei dieser zur schlichten, großen Feier gesteigerten Kundgebung auf dem Thing wurden die Elemente der Kund­gebungen aus der Kampfzeit zugrundegelegt, deshalb wird der Einmarsch der Fahnen und Standarten, das chorische Bekenntnis im gesprochenen Wort und im Lied immer Grundlage jeder Thinghandlung sein, gleich- aültig, ob es sich dabei um den Charakter einer feierlichen Kundgebung im engeren Sinne oder um die spielmäßige Gestaltung des Bekenntnisses zur nationalsozialistischen Idee handelt. Die Dichtung des Nationalsozialismus richtet sich ihrem ganzen Wesen nach an die große Kampfgemeinschaft und will durch sie dem ganzen Volke lebendig vermittelt werden. Sie entspringt demselben Bekenntniswillen, der im Rhythmus der marschierenden Kolonnen zu vernehmen ist. Und sie ist deshalb kulturell in jenem höchsten Sinne, der noch immer alle volkskulturellen Blütezeiten heranreifen ließ. Der musikalische Teil der Feier bestand im wesentlichen aus Chorsätzen der Volkskantate für Männerchor- und Knaben­stimmenHeiliges Vaterland" von Franz Philipp. In dieser Volkskantate wechseln ein­stimmige Kampfrufe mit mehrstimmigen Chören ab und steigern sich, einer inneren Erlebnislinie fol­gend, zum großen Bekenntnis, das in dem Chor Sonnenwende" seinen Höhepunkt erreicht. In die­sem Sinne sollte die Sonnwendfeier auf der Thing­stätte ein Beispiel für eine neue kulturelle Erlebnis-

Mrwollen keinenKulturkamps."

Zwei Reden des Reichserziehungsministers.

Koblenz, 24. Juni. (DNB.) In Koblenz fand das Treffen des Westmarkgaues Koblenz - Trier - Birkenfeld statt. Die Tagung wurde Samstagvormittag mit einer gro­ßen Kundgebung des Amtes für E r - z i e h e r eröffnet. Reichserziehungsminister Rust erklärte dabei u. a.: Die deutschen Menschen aber müßten gerade, weil das Schicksal Evangelische und Katholische in der Kirchenjrage getrennt habe, in ihrem politischen Auftreten zehnmal mehr Zusammenhalten als die Länder, denen das Schicksal eine konfessionelle Zerrissenheit nicht aufgebürdet habe.

Es sei absurd, wenn man heute im Rheinland der Parole des Nationalsozialismus den RufHeil unserem Führer Jesus Christus" entgegenstelle. Man vergreife sich dadurch nicht nur an Deutschland sondern auch an Gott. Christus habe gesagt:Mein Reich ist nicht von dieser Welt." Der Führer aber habe auf seine Fahne geschrieben:Für Freiheit und Brot". Es könne doch niemand daran, zwei­feln, daß diese beiden Prinzipien in absolut ver- fchiedenen Ebenen lägen und nichts miteinander zu tun hätten. Wir wollen den Kulturkampf nicht, denn Deutschland hat dadurch nichts zu ge­winnen, sondern nur unendlich viel zu verlieren. Diejenigen, die ein Jnterejse am Kultur- kämpf haben, sind verbrüdert mit denen, die früher ein Interesse am Klassenkampf hatten. Wir sind für Frieden und Gleichbe- r e ch ti g u n g. Euch die Kirchen, uns die Sport­plätze und die Kolonnen und niemandem sonst. Ich wende mich an die Bischöfe, und frage sie noch einmal, ob sie mit mir Zusammenarbeiten wollen. Zum Schluß seiner Ausführungen richtete der Mi­nister an die Versammelten den Appell:Betet in Euren Kirchen, aber kämpft unter unseren Fahnen."

Auf der Kundgebung der Staatsjugend und des NSLB. führte Reichsminister R u st ferner u. a. aus:Unser Führer hat das deutsche Volk nicht m eine politische Konstruktion hineingezwängt, sondern zurückgesührt zu den ewigen Kräften und Quellen, auf denen in ungezählten Jahr­tausenden die Völker zu allen Zeiten ihr Leben begründet und gesichert haben. Es gilt für unser Volk wie für alle Völker nur der Blutstrom, der durch die Jahrtausende bis zu unserer Genera­tion sich herangewälzt hat und aus dem immer von neuem die Kraft zum Lebens- kampf gewonnen werden muß. Niemals hat unser Volk zu einer anderen Kraft sein Leben er­halten, als vom Blut und aus dem Boden einer heimatlichen Scholle, die vom deutschen Bauern geschaffen ist. Unsere deutsche Jugend ist herausgewandert aus den Grotz- städten und hat draußen nicht nur die Kraft der Natur wiedergefunden, sondern sie hat auch her- ausgefunden aus dem Labyrinth politischer Ver­zweiflung, in das man sie verstrickt hatte In der Erkenntnis dessen, daß das Bewußtsein der D o l k s- verbundenheit einer starken Untermauerung bedurfte, ging der Führer daran, eine f e st e Burg auf dem felsigen Grund blutmäßiger Der-

In der Thingstätte hatten sich Samstagabend über 20 000 Menschen in dem weiten Halbrund von den Spietterrasjen dicht gedrängt versammelt. Die Weihestätte bot unter dem klaren Abendhim- mel ein herrliches Bild. Gaubetriebsführer Hell sprach seinen Arbeitsmännern den Dank aus für das Werk, das aus dem Geist des Nationalsozia­lismus geboren und als Kunststätte des Volkes aus dem Stein gehauen wurde, um in Jahrhunderten noch sichtbaren Ausdruck zu geben vom national­sozialistischen Wollen und Wirken. Dann mar­schierten Die Arbeitsmänner an den Eingang, um dort die Thingstätte Reichsminister Dr. Goebbels zu übergeben.

Dr. Goebbels

führte dann in seiner Weiherede u. a. folgendes aus: Mit ganz besonderer Freude und mit tiefem Stolz ergreife ich am heutigen Abend von Ihnen das Wort, denn ich spreche an einer Stelle, die den Ideen unserer Bewegung entsprungen, die in ihrer heutigen Vollendung st em gewordener National­sozialismus ist. Mit diesem monumen­talen Bau haben wir unserem Stil und unserer Lebensauffassung einen lebendigen, plastischen und monumentalen Ausdruck gegeben. In Hunderten von Jahren noch werden die Menschen an diesen Steinen die Gestaltungskraft unserer Zeit lesen können und sie werden bewundernd stillstehen vor den Menschen, die das geschaffen haben. Denn man muß Unmögliches wagen, um Großes zu voll­bringen. Man muß sich der Kühnheit und der ver­wegenen Vermessenheit hingeben, um Werke zu vollenden, die Jahrhunderte überdauern. Von die­sen Steinen aus wird das neue kulturelle Leben Deutschlands entspringen. Denn die Kultur, die wir wollen, gehorcht keinem Kommando, sondern im ewigen Wachstum wird sie sich entwickeln müssen, und niemand darf glauben, sie dadurch zum Reifen zu bringen, daß er eine Lampe dar­unter hält. Es wird einmal der Tag kommen, wo das deutsche Volk zu diesen steinernen Stätten wan­delt, um sich auf ihnen in kultischem Spiel zu sei­nem unvergänglichen neuen Leben zu bekennen. Wir wissen, daß die großen Probleme der Zukunft nicht allein vom Verstand und nicht allein von der Intelligenz, sondern daß sie in der Hauptsache von Mut und vom Charakter gelöst werden müssen. Denn an Intelligenz hat es Deutschland noch nie gefehlt, was uns aber fehlte, und was wir in der Nation zu schaffen Der» juchen, das ist jene harte Entschlossen­heit, die unlösbare Aufgaben löst und jener blinde Glaube, der Berge versetzt. Darum haben wir diese Partei gegründet, und darum wird diese Partei bestehen bleiben, weil sie die Be­schützerin des Staates im Innern ist. So wie wir das Reich im Innern fußend auf der Kraft der Partei niemals mehr einer lebenbedrohen-

bundenheit zu bauen. Diese Burg ist die Ratio- nalsozialistische Deutsche Arbeiter­partei. So hat der Führer gegen die trennenden Kräfte des Lebenskampfes ein Unterpfand ge­schaffen für die Zukunft unseres Volkes. Darüber hinaus haben wir den Weg beschritten, den Men­schen wieder zum körperlichen Einsatz zu zwingen. Ich sehe meine Ausgabe darin, in diesem Geschlecht der Jugend die Feigheit vor dem körperlichen Einsatz endgültig auszurotten. Das ist der tieffte Sinn der Leibesübungen, der betonten Pflege des Sports und der Turnerei.

Dr. Goebbels spricht

Am Sonntagmorgen begann in der Rheinland­halle die Fesktagung der politischen Leiter und Führer aller Gliederungen der Partei. Reichspropagandaleiter Dr. Goebbels ging davon aus, daß die Völker immer das seien, was ihre Führung aus ihnen macht. Daher habe die Bewegung sich auch ein Recht auf die Macht errungen, denn sie habe aus den feige zusammen­gebrochenen Parteien von 1918 das stolze und fleißige Volk von heute gemacht. Wenn aber eine Bewegung auf Grund ihrer Tugenden die Macht errungen habe, bann werde sie auch die Macht be-

Es schliefen die hundert im Lager: der Feldhaupt­mann und die beiden Feldmeister in ihren kleinen Duden, dazu die drei Stuben im Hauptbau. Je dreißig Mann lagen da schwer auf den beiden Stock­werken ihrer Eisenbetten, die grobleinenen Decken von den nackten Körpern geschoben, so atmeten sie, röchelten, schnarchten und schnauften, heiß, feucht, braun, kräftig und erschöpft.

Nachtwache Kamerad- Dietze aus Celle bei der Heide gähnte, sog an seiner Pfeife, schnupperte in die Lust, äugte gegen das steigende Licht, streckte und bog die Arme, prüfte die Uhr und gähnte. Weiß und weit stand endlich der Himmel über ihm. Dietze pen­delte zum Küchenhäuschen und schlug mit einem rie­sigen Nagel zwölfmal gegen das freihängende Bruch­stück einer Gleitschiene. Metallisch ertönte und ver­hallte das Lagergvng. Es war fünf Uhr.

Die Schläfer fuhren entsetzt auf; war es denn wirklich schon wieder vorbei? Die Beherztesten sprangen von den Strohsäcken und brüllten:Auf- stehen!" Der eine und andere suchte vergeblich einen geringen Schlafzuschuß zu retten. Es erhob sich all­gemeiner, lärmender Trubel. Man riß einander die Decken herunter und stieß sich in die Seiten. Alles wirbelte in den engen Nischen und Gängen durch­einander, in zorniger Jagd auf Strümpfe, Schaft­stiefel und Hosen, Waschbecken, Handtuch und Seife; jeden Morgen von neuem dieses irre Getümmel.

Die Schnellsten, laut Vorschrift aber die Inhaber der oberen Betten, stürmten aus den drei Stuben zum Brunnen, in einen neuen Tumult und Kampf um die Plätze. Wer Wasser hatte, suchte hastig den

den Gefahr aussetzen können und wollen, ebenso wollen wir und können wir die Nation nicht mehr der Willkür der Welt preisgeben. Deshalb haben wir eine Armee aufgebaut, die die Aufgabe hat, die Nation nach außen zu beschützen. Im Kamps um das Leben können nur die Völker be­stehen, die die eigene Sicherheit auch der eigenen Kraft anoertrauen und das haben wir getan. Wir haben die Armee nicht aufgebaut, um nach außen hin Konflikte zu suchen, sondern um es der Welt nicht allzu leicht zu machen, Deutschland in einen Konflikt hineinzuziehen. So, wie die B e ro e g u n g die Trägerin unseres politischen, so ist die Armee heute die Trägerin unseres soldati­schen Lebens. Auf diesen beiden Säulen ruht der deutsche Staat und ruht das ewige Reich.

Man wirst uns in der Welt manchmal vor, daß wir eine Vergottung unseres Staates trieben. Nichts ist uns ferner, als das. Uns geht es nicht um den Staat, uns geht es um das Volk. Die Sicherung unseres Volkstums war und ist und bleibt unsere Aufgabe. Wenn die heutigen Männer die Verantwortung tragen konnten, so gab ihnen die Kraft dazu das Volk selbst, dem sie sich ver­schworen hatten. Heute sehen wir über Deutschland die Sonne wieder aufgehen, und feiern heute mit tiefer Inbrunst und starker Freude das Fest einer Sonnenwende in dem Bewußtsein, daß sich in der Tat die Sonne gewendet hat und oaß sie die Verkünderiü einer neuen Zeit über Deutschland ist. Wir brauchen uns dieser Zeit nicht mehr zu schä­men. Wir haben zwar nicht so viel Kanonen wie die anderen, aber was uns den anderen überlegen macht, ist dieser konzentrierte nationale Lebenswille, der heute in Deutschland durch einen Mann verkör­pert wird. Diese zu einer einzigen Mannesstimme vereinigten 66 Millionen ist die Stimme unseres Volkes, mit der wir unsereBereitschaftzum Frieden zum Ausdruck bringen. Das ist vielleicht auch der tiefste Sinn der heutigen feierlichen Stunde, daß die Herzen aller Männer und Frauen, die heute zu Zehntausenden an dieser steinernen Stätte ver­sammelt sind, in dieser Stunde mit einem großen unbändigen Stolz erfüllt sind. Wir haben ein Recht, mit offenen Augen wieder vor biejes Volk hinzu- treten. Denn soweit es menschlicher Kraft überhaupt zu erfüllen vergönnt ist, haben wir unseren Auftrag erfüllt. Wir haben, als wir be­gannen, den Entschluß gefaßt, für ein freies und souveränes Deutjchland zu kämp- f e n. Wir haben diesen Entschluß wahrgemacht und wir wollen uns ihm auch in dieser feierlichen Nacht­stunde aufs neue verpflichten. Ueber uns das Reich, vor uns der Führer und wir nur seine gehorsamen Gefolgsleute in guten und bösen Tagen. Auch in dieser feierlichen Nachtstunde erheben wir uns und rufen: Die Nation, das Reich und der jFührer Sieg-Heil!

halten, so lange sie ihren alten Tugenden treu bleibe.Wenn heute kleine Cliquen, die uns einst nicht hindern konnten, den alten Staat zu stürzen, versuchen, sich uns entgegenzustellen, so können wir nur verächtlich sagen:Anfänger". Was hatten unsere Vorgänger an positiven Leistungen auch nur versucht, um die Not zu lindern? Taten, wie der Bau der Reichsautobahn, wären früher vom Parla­mentarismus von vornherein zerredet worden. Sie haben es falsch gemacht und sind daher g e ft ü r 31 worden. Wir machen es richtig und verbitten uns, daß sie uns heute dreinreden und uns dauernd zwischen den Beinen Herumlaufen." (Brausender Beifall!) Es sei nicht so, daß die Re­gierung die vielen Probleme, die heute noch ungelöst seien, nicht sehe. Aber es sei falsch, viele Probleme gleichzeitig losen zu wollen. Sie würden eines nach dem anderen angepackt Es sei unser Ziel, die volle Souveränität für Deutschland wieder zu gewinnen, und wir wüßten, daß keine Macht der Welt uns daran hindern könne. Der Träger dieses Glaubens sei die Partei, wer sich daher gegen d i e Partei wende, der wende sich gegen Deutschland. Die Partei aber dürfe sich nicht nur auf die Macht stützen, sondern vor allem auf die Herzen des Volkes. Dann könne sie vor das Schicksal hintreten und ihm zurufen:Wir lassen dich nicht, du segnest uns denn".

erstbesten Fleck auf dem Boden und beugte sich nun pruschend, spuckend und fluchend in fein Morgen­bad. Klirrkalt war es, unmöglich, etwa die Zähne zu putzen, aber auch wohltuend und heilsam für die übernächtigen Leiber.

Man schrie einander die ersten Begrüßungen xu, spritzte sich voll, gröhlte idiotische Kehrreime, pfiff Signale, sprang in Riesensätzen hinten zur Toilette, wo aber der Sitzbalken wie immer bereits überfüllt war. Wer etwas auf sich hielt, schielte in einen Hand­spiegel und zerrte die Strähnen vom Scheitel zur Seite oder hintüber. Die wenigen Stillen im Lande verrichteten schweigsam und schläfrig ihr Morgen­werk.

Die Strohsäcke wurden aufgeschüttelt, verbrauchte Spreu stob auf. Die grauen Loken wurden geknifft und gestrafft, das schmale Kissen aufgeschlagen. Dann kam das Problem. Die Wolldecke in gewürfeltem Bezug mußte vor der Kontrolle glatt wie:Still ruht der See" und ebenmäßig wie ein Schachbrett ausqebreitet fein. In den Knick vor dem Keilkissen gehörte ein Saum, genau zwei Karos breit. Bei Unverbesserlichen wandte man die peinliche Zähl- probe an, nämlich zwanzig Reihen von oben bis zum Saum und dreißig in die Breite. Manche stopften die unvermeidlichen Täler und Senkungen mit Zeitungen oder Leibwäsche aus.

Nun erklang abermals das Gong, diesmal von Feldhauptmann Balke geschlagen, zum Frühappell.

Die Stubenältesten gliederten ihre Rotten in drei Reihen auf dem Hof. Die Gruppen nahmen Tuch­fühlung und Richtung. Die ewig Unfertigen zupften

Koblenzer Gautreffen -er Westmark.

Inmitten -er jungen Mannschaft.

Ein Morgen im Arbeitslager.

von Otto Karsten.