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30 Fortsetzung
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Der Spielplan der Berliner Opernhäuser mußte auch in diesem Winter auf wesentliche Blutzufuhr . durch neue Werke verzichten. Zwar ist die Zahl der Angebote für Uraufführungen nicht gering gewesen. Aber mit Ausnahme von Paul Graeners „Prinzen von Homburg" haben alle Partituren zeitgenössischer Komponisten wieder den Rückweg aus den dramaturgischen Büros zum Absender antreten müssen. Ist schon die Ausbeute an gehaltvollen Dramen für die Sprechbühne gering gewesen, so darf man von der Oper — trotz einiger Uraufführungen im Reich — getrost sagen, daß die neue Zeit noch kein Werk geboren hat, das der kritischen Sonde eines verantwortungsbewußten Dramaturgen standhalten und einer Berliner Aufführung gewürdigt werden könnte. Denn die Eigenart der beiden hauptstädtischen Opernbühnen - verträgt sich nur mit Neuerscheinungen, die sich durch absoluten künstlerischen Wert und eine Volksfaß- lichkeit ausweisen, die auch eine größere Anzahl von Aufführungen ermöglicht. Deshalb bleibt den Operndirektoren keine andere Möglichkeit, als erprobte Stücke des Repertoires wieder aufzufrischen und durch musikalischen Glanz und bühnenmäßige Ausstattung einen gewissen Reiz der Neuheit zu
Blick meines
Augen niederschlagen vor dem Kindes?
danken vor dem Wertvollsten verschlossen hatte, das in ihrem Leben gewesen. Hatte sie dis jetzt nur den Mann treffen wollen, der ihrem Willen nicht gefügig sein wollte, so fielen plötzlich alle rachsüchtigen Gedanken von ihr ab. Sie stand einige Augenblicke verwirrt und beschämt vor Gerda, fühlte das laute Klopfen ihres Herzens und dachte verwundert: Was habe ich nur? Muß ich die
Oper und Konzerte in Berlin
Musikbrief aus der Reichshauptstadt.
Schon glaubte sie, ihn zurück erwarten zu können, als sie sich auf den Weg machte. Irene hatte ihr einen Fingerzeig gegeben. Es war so leicht, zu erfahren, wo sich das Kind befand. Bei jener Tankstelle, die Fred schon einmal verraten, erfuhr sie das Ziel seiner Fahrten. Ein kleiner Ort bei Heidelberg! In diesem Ort gab es nur einmal den Namen Morland.
Sie erlebte einige Enttäuschung, als sie in dem Hause, das man ihr gewiesen, eine verschlossene Tür fand.
Im Nachbarhause aber war sie beobachtet worden. Ein frischer, großer Junge gab ihr bereitwillig Auskunft. Gerdas Spielkamerad wußte sogar den Ort und die nähere Adresse anzugeben, wo Frau Morland mit ihrer Enkelin die Ferien verbrachte. Sie würden übrigens sehr bald zurückkommen.
Kitty triumphierte innerlich. In dem Kurort würde eine Begegnung mit ihrem Kinde viel leichter und unauffälliger möglich sein als hier m dem kleinen Orte.
Sie fuhr sofort nach Wildbad, stieg im elegantesten Hotel ab und ging am nächsten Morgen mit dem harmlosesten Gesicht von der Welt die Kurpromenade auf und ab. Als es ihr nicht gelingen wollte, Großmutter und Enkelin, die sie leicht zu erkennen glaubte, ausfindig zu machen, suchte sie nach der Pension, die der Junge ihn gewiesen.
Gerda hatte den ganzen Vormittag trübselig in der Gartenlaube verbracht. Ihr war der Kurort verleidet, fast freute sie sich nun auf die Heimkehr. Die Großmutter schalt sie undankbar. Wie konnte sie der wildfremden Frau so nachtrauern, die ihr nicht einmal ihre Adresse angegeben hatte?
Gerda konnte nicht glauben, daß Frau Scholz sie nicht von ganzem Herzen lieb gehabt hatte. Frau Scholz würde bestimmt schreiben, sie würde auch sicher ihre Einladung wiederholen, sie einmal zu besuchen.
Kitty konnte die Gartenlaube von der Straße aus nicht überblicken, sie sah nur ein helles Kleid durch die Spalten schimmern und trat kurz entschlossen in die Pension. War es ein untrügerisches Muttergefühl, das Kitty sagte: Das ist dein Kind? Sie ging auf die Laube zu, sah in die ernsten, klaren Augen des Mädchens, sah das hübsche, frische Gesicht, die schlanke, hoch aufgeschossene Gestalt und wußte: das ist dein Kind.
Ein seltsames Gefühl kam über die Frau. Stets war ihr die Erinnerung an dieses Kind lästig und peinlich gewesen, nun war ihr, gls ob sie ihre Ge-
ein. Die zweite Neigung Rodes gehört den Wag- nerschen Musikdramen. Sein Wort: „Wer Wagner liebt, ist deutsch" steht über einer vollständigen szenischen und musikalischen Erneuerung des Lebenswerkes Wagners. „Tannhäuser", „Tristan" und „Lohengrin" bildeten den Tribut dieser Spielzeit. Die „Meistersinger" und der „Ring des Nibelungen" folgen, wenn das Haus nach völligem Umbau am 15. November seine Pforten wieder öffnet.
Eine bemerkenswerte Betonung der bühnenmäßig-wirksamen Elemente kennzeichnete auch die Neuinszenierung des „R o s e n k a v a l i e r s", mit der die S t a a t s o p e r unter dem Szepter von Clemens Krauß die üppige Strauß-Pflege dieses Hauses fortsetzte. Richard Strauß betonte vor einiger Zeit bei einem Dirigentengastspiel stärker das seelische Drama zwischen der Feldmarschallin, Octavian und Sophie. Sein Jünger, Krauß, führte dagegen mit großer Deutlichkeit die burlesken und komödiantischen Züge der Oper zu durchschlagender Wirkung. Dazu hatte er sich den Wiener Bühnenbildner Professor Alfred Roller und den Dresdener Regisseur Josef Gielen als Helfer verpflichtet, die in einem großartigen szenischen Aufbau das Lever, den Schabernack im dritten Akt und die Auftritte des Lerchenauers zu Höhepunkten der Aufführung gestalteten. Bon den Sängern fügte sich dieser Jnszenierungsabsicht vor allem Jaro Prohaska ein, der neben seinem kraftvollen, großen Bariton ein Spieltemperament und eine Beherrschung des Wiener Dialekts einzusetzen hatte, die zusammen mit dem Geift der Aufführung aus dem „Rosenkavalier" einen „Ochs von Lerchenau" machten. Don dieser dramaturgischen Akzentverschiebung wurde jedoch die musikalische und darstellerische Qualität der übrigen Sänger nicht im geringsten beeinträchtigt. Ein Ensemble von einzigartigem Klang bot unter der mitreißenden Führung Clemens K r a u ß' Höchstes und Letztes. Tiana Lemnitz meisterte die Rolle des Octavian mit ihrem sammetweichen, auch in der Tiefe ergiebigen Sopran und bezauberndem Spiel vollendet. Für die Feldmarschallin der Diorica U r s u l e a c ist fein Wort des Lobes zu hoch. Nur Adele Kern, die zum ersten Male die Wiener mit der Berliner Staatsoper vertauscht hatte, konnte in der Rolle der Sophie, die ihr keine Koloraturen bot, nicht ganz befriedigen.
So wurden die letzten Neueinstudierungen älterer Werke sehr stark von einer auffallenden Betonung des theatralischen Elements bestimmt. Das Deutsche Opernhaus beendete seine Spielzeit mit einer Neuinszenierung von Richard Wagners „Lohengrin". Intendant Wilhelm Rode verlegte als Regisseur das Schwergewicht des Gralsritterdramas auf das dämonische Paar Ortrud- Telramund. Hier standen ihm in seiner eigenen Person und in der stimmgewaltigen Elsa L a r c d n zwei Sänger von größtem Ausmaß zur Verfügung, die stimmlich der Glanzpunkt der Aufführung waren und darstellerische Fähigkeiten einzusetzen hatten, mit denen sie die sehr zarte Elsa der Constance Nettesheim und den stimmlich nicht ausreichenden Lohengrin Willi Wortes an die Wand spielten. Es wäre dramaturgisch zu rechtfertigen gewesen, die Aufführung „Ortrud und Telramund" zu nennen. Die Lohengrin-Hälfte trieb man dagegen durch eine derartig prunkvolle Ausstattung hoch, daß der Schwerpunkt dieses auf der Grenzscheide zum eigentlichen Musikdrama stehenden Werkes auf das Stilprinzip der „großen Oper" verlegt wurde. Kennzeichnend war dafür vor allem der zweite Aufzug, für den Benno von Ar ent ein«! wunderbaren romanischen Burghof mit Laubengängen, Doppeltor, Zugbrücke und einer perspektivischen Durchsicht auf die Tallandschaft der Schelde geschaffen hatte. Auf Pferden wurden Hochzeitsgeschenke gebracht, unendliche Menschenmassen formierten sich zum Hochzeitszug, und ihre Gewänder boten dem Auge eine phantasievoll komponierte, berauschende Farbensymphonie. Regisseur und Bühnenbildner standen fast gleichberechtigt neben dem musikalischen Leiter Karl Dammer.
Mit diesem „Lohengrin" fand eine Jnszenierungs- reihe ihren Abschluß, die bestrebt war, mit volkstümlichen Werken breite Besucherschichten anzu- ziehen und ebenso stark an das Auge wie ans Ohr zu appellieren. Eine Aufführung des „Postillons von Lonjumeau" und des „B o c c a c - c i o" von farbenfunkelnder Pracht der Ausstattung und einer unendlichen Liebe zum naturalistischen Detail sowie eine szenisch stark experimentell an- mutende „T r a o i a t a" - Einstudierung im modischen und architektonischen Gewände von 1935 waren für den volkstümlich-theatralischen Geist des Deutschen Opernhauses die beredtesten Zeugen. Aus der gleichen leidenschaftlichen Liebe zum optisch betonten Theater ließ Intendant Rode dem Ballett breiten Spielraum innerhalb der Opern und räumte ihm einen besonderen Tanzabend im Repertoire
Sie bezwang sich, lächelte, fragte sehr frisch, sehr harmlos: „Kleines Fräulein, kann man hier Zimmer mieten?"
„Es ist alles vermietet!" antwortete Gerda. „Doch werde ich Sie zu der Besitzerin der Pension bringen!"
„Hübsch ist es hier!" suchte Kitty das Gespräch weiter fortzusetzen. „Ich verstehe gar nicht, warum Sie so traurig drein geschaut haben?! Fast wider Willen war ihr das „Sie" entschlüpft. Warum machte sie den Ton zwischen sich und der Tochter noch fremder?
Gerda errötete leicht. „Oh, ich habe nur an etwas gedacht!"
„Muß man dabei so ernste Augen machen?"
Gerda lachte ein wenig verlegen, stand auf und lenkte schnell ab: „Ich laufe ins Haus und bitte Frau Wagner zu kommen."
Sie kam nach einigen Minuten zurück, berichtete, daß die Vermieterin im Augenblick beschäftigt sei, baldigst aber kommen würde.
Kitty nahm in der Laube Platz. Wie gut es das Schicksal mit ihr meinte. Durch die Verzögerung konnte sie wenigstens das Gespräch mit Gerda fortführen. Es wurde ihr nicht schwer, Gerdas Kummer zu erfahren. Etwas stockend erzählte Gerda von der plötzlichen Abreife der Frau Scholz.
Kitty horchte auf bei dem Namen. Und aus Frankfurt kam die Dame?
Das Erscheinen der Pensionsbesitzerin unterbrach das Gespräch. Sie kam Kitty ganz wie gerufen. Und während sie mit scheinbar größter Aufmerksamkeit Zimmer besah, nach Preisen fragte, drehten sich ihre Gedanken immer wieder um das eben Gehörte.
Wer war diese Frau Scholz aus Frankfurt? Seltsam, daß die Dame den Mädchennamen Liane Morlands führte.
Kitty verspürte plötzlich eine heiße, eifersüchtige Regung: nach der Fremden sehnte sich das Mädchen und wußte nichts von der Mutter. Wußte nicht, daß diese noch lebte, daß sie verlangend die Arme nach ihrem Kinde ausstreckte.
Kitty fand Gerda noch in der Laube. Es hieß handeln, und wenn diese Frau Scholz auch wirklich nicht mit Liane Morland identisch war — es hieß klug zu fein.
„Du bist also Gerda Morland!" sagte Kitty, neben dem Mädchen Platz nehmend. „Deine Frau Scholz hat mir von dir erzählt. Ich hatte nur den
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Vornan von Charlotte prenzel. Urheberrechtsschutz: Fünf-Türme-Verlag, Halle (S.).
Das Konzertleben hat durch die Berliner Kun st wochen noch einmal vor dem Eintritt der Sommerpause einen starken Auftrieb erfahren. Der erste Teil dieses mehrwöchigen Kunstfestes war Johann Sebastian Bach gewidmet. Aus allen Schaffensgebieten des Meisters wurden repräsentative Werke in erstrangigen Aufführungen geboten. Fast alle Beteiligten bemühten sich um eine möglichst stilgetreue Interpretation. Den festlichen Auftakt der Bachwoche bildete ein Kantatenabend des Leipziger Thvmaner-Chors unter Leitung feines Kantors Karl Straube. Aus überlegener Kenntnis aller Einzelheiten der Bachschen Kunst legte er das vielstimmige Gewebe dreier Kantaten mit einer wundervollen Klarheit frei. Mit Unterstützung des Leipziger Gewandhausorchesters ergab sich ein Musizieren, das an Ausdrucksintensität und formaler Gewichtsverteilung schlechthin vollendet war und durch seine persönliche Prägung auch da überzeugte, wo der schmale Pfad stil- strenger Interpretation streckenweise verlassen wurde.
In der ausschließlichen Verwendung von Knabenstimmen für den Sopran und Alt berührte sich die Aufführung der Johannes-Passion durch den Staats- und D o m ch o r mit den Thomanern. Alfred Sittard gebührt das Verdienst, nun auch der Johannes-Passion Bachs eine Darbietung in Berlin gesichert zu haben, die den neueren
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„Warum warst du nicht beim Konzert?" fragte die Großmutter.
„Ach, Großmutter, denke nur, was ich erlebt habe!" sprudelte es aus Gerda hervor. „Eine Bekannte- von Frau Scholz ist hier, die noch heute mit dem Auto nach Frankfurt zurück fährt. Sie will mich mitnehmen. Frau Scholz hat mich ein» geladen, bei ihr Papa zu erwarten."
Frau Morland schüttelte mißbilligend den Kops. „Hat sie fein Wort für mich? Ich halte es für richtiger, wenn sie sich mit der Einladung an mich wendet."
„Du warst doch nicht hier. Die Dame wohnt im ,Quellenhost, dort kann ich sie sprechen."
„Du... du, glaubt Frau Scholz, daß du so selbständig bist und die Großmutter fein Wort mit» zureden hat?"
„Sie will dich gewiß nicht übergehen", entgegnete Gerda, glühend rot werdend.
„Dann warte ab, bis sie sich mit einigen Zeilen an mich wendet."
„Ach, Großmutter, laß mich doch mitfahren! Wir wollten doch sowieso morgen abreisen. Acht Tage habe ich noch Ferien, in diesen acht Tagen kommt Papa sicher zurück. Denk' nur, wie ich ihn überraschen könnte, wenn ich in Frankfurt wäre."
„Schlage dir diese Reise aus dem Kopfe. Es ist geradezu unglaublich, daß ein Mädchen in deinem Alter noch solch abenteuerliche Ideen haben kann, mit einem wildfremden Menschen in die Welt zu fahren. Was weißt du denn von dieser Fremden? Kennst du überhaupt Frau Scholz näher?"
„Ich habe sie lieb und sie mich. Das genügt. Sie kann nichts Unrechtes von mir wollen. Sie weiß auch, wie groß meine Sehnsucht nach Frankfurt ist. Es ist ganz natürlich, daß sie mich einlädt."
„Hast du denn mit der Reise hierher noch nicht genug? Du bist ein ganz undankbares Geschöpf, Gerda! Immer willst du noch mehr!"
Dem Mädchen stiegen Tränen in die Augen. „So war es doch nicht gemeint! Ist es denn so schlimm, wenn ich die Stadt kennenlernen will, in der Papa lebt? Immer mußt du mir gleich vorwerfen, daß ich vergnügungssüchtig bin! Ich will ganz gewiß im Winter nicht nach einer Abwechslung verlangen, wenn du mir erlaubst, jetzt mitzufahren!"
„Daß du es nur weißt: Ich will fein Wort mehr über die Reife hären!"
Gerda warf sich schluchzend über den Tisch der Laube, Frau Morland aber, erregt durch den plötzlichen Ausbruch Gerdas, sah mißbilligend auf die Enfelin. Plötzlich wurde ihr Blick groß und starr: sie faßte nach dem Kleid Gerdas und ent» deckte ßianes sauber zugenähten Riß.
„Was ist denn das: Wo hast du dir denn diesen Riß geholt?"
(Fortsetzung folgt 1)
Namen der Pension vergessen, sonst hätte ich mich sofort erinnert."
„Sie kennen Frau Scholz?"
„Sehr gut! Sie bat mich, dich mitzunehmen! Ich fahre wahrscheinlich heute mit dem Auto nach Frankfurt zurück. Du könntest mitfommen und deinen Vater bei deiner Freundin erwarten!"
„Sie kennen Frau Scholz? Sie sind auch aus Frankfurt?" entfuhr es Gerda, immer noch sprachlos vor Verwunderung.
„Natürlich! Woher sollte ich deinen Namen denn wissen?! Da wir durch Frau Scholz nun so gute Bekannte sind, kommt mir auch das ,Sie‘ nicht mehr über die Lippen."
„Sie fahren heute wieder weg? Warum haben Sie sich dann hier Zimmer angesehen?"
„Ich wählte ein Zimmer für später. Bin nur hier, um mir den Kurort, von dem Frau Scholz so geschwärmt hat, ein bißchen anzusehen. Spätestens morgen muß ich zurück. Komm mit, ich liefere dich heil und gesund bei Frau Scholz ab?!"
„Großmutter wird es nicht erlauben!"
„Großmutter braucht es nicht zu erfahren. Du kommst einfach zu mir, legst einen Zettel mit den nötigen Angaben auf den Tisch in eurem Zimmer."
Gerda schüttelte heftig den Kops. „Nein, das tue ich nicht!"
„Aber Frau Scholz würde sich sehr freuen, und erst dein Vater! Es wäre doch so nett, wenn du ihn in Frankfurt begrüßen könntest. Du sagst doch, er käme bald zurück."
Kitty fühlte deutlich das Zögern des Mädchens, schürte mit lächelnde^ Munde den Wunsch Gerdas, nach Frankfurt zu kommen, obwohl sie der ernst forschende Blick ihrer Tochter manchmal verwirrte. Solche Augen hatte nur einer: Fred. Warum, warum zwängen diese Augen sie immer wieder in ihren Bann?
Sie stand plötzlich auf, fuhr mit der Hand über die Stirn und sagte: „Also, Gerda, überlege es dir! Wenn du Frau Scholz sehr bald wiedersehen willst, kommt mit! Willst du mich sprechen, wirst du mich im ,Quellenhost finden!"
Sie ging mit feiten schwerem, bewegtem Herzen, aber sie ahnte nicht, in welcher Erregung sie das Mädchen zurückließ. —
Sie weiß meinen Namen!; dachte Gerda. Sie muß mit Frau Scholz gesprochen haben, muß sie wirklich kennen! Warum hat mir nur Frau Scholz feine Zeile gesandt? Kann sie wollen, daß ich der Großmutter heimlich entwische? Nein! Unmöglich konnte Frau Scholz es so gemeint haben! Ohne Wissen der Großmutter ging sie bestimmt nicht! Aber vielleicht durfte sie doch mit der Fremden fahren, den Vater in Frankfurt erwarten — acht Tage waren ja noch Ferien!
Als Frau Morland zum Mittagessen in die Pension zurückkam, fand sie Gerda unruhig im Garten auf und ab gehend.
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Erkenntnissen über die Aufführungspraxis der Bachzeit weitgehend Rechnung trägt, ohne in puritanische Starrheit zu verfallen. Im Knabenklang und der dünnen Chorbesetzung, durch Verwendung stilgemäßer alter Instrumente und eine musikalische Ausdeutung, die allem Romantisieren aus dem Wege geht, ift ein Gegengewicht zu der Aufführungsweise geschaffen worden, in der Georg Schumann mit der Singakademie alljährlich die großen Passionsmusiken Bachs aus dem Geist des 19. Jahrhunderts darbietet.
Von den wenigen Motetten, die Bach geschrieben hat, bot die Berliner Solistenvereini- g u n g unter Leitung von Waldo Favre drei der anspruchsvollsten in einem Kirchenkonzert. Dieser dreißigköpfige gemischte Chor ist zu solch schwierigem Unternehmen durch stimmliche Pracht, instinkt- sichere Musikalität und beispielhafte Vortragskultur prädestiniert.
Zum Anwalt des instrumentalen Schaffens Bachs machte sich vor allem Edwin Fischer mit seinem Kammerorchester. In vier völlig aus-
Mus des Gauleiters
Das Gebiet Hessen-Nassau errichtet, wie im vergangenen Jahre, auch in diesem Sommer wieder eine Reihe Zeltlager, in denen an den schönsten Punkten des Gebietes die deutsche Jungmannschaft Tage der Kameradschaft, der gemeinsamen Arbeit und Schulung, aber auch Tage der Ausspannung und der Erholung verleben soll.
Es ist eine selbstverständliche Forderung nationalsozialistischer Jugenderziehung, daß diese Zeltlager sowohl die noch auf der Schule befindliche, als auch die berufstätige Jugend erfassen. Soll doch gerade das gemeinschaftliche Leben alle Unterschiede der Herkunft und des Standes verwischen und allen jungen Deutschen das Bewußtsein geben, gleichberechtigt und gleichverpflichlet im Leben der Ration zu sein.
verkauften Konzerten erklangen sämtliche Brandenburgische und einige Orche» ft e r f o n g e r t e. Die Leistung, die sie umspannen, ist mit kurzen Worten nicht zu würdigen. Fischer konzertiert am Flügel und leitet zugleich sein aus» gezeichnetes Orchester. Seine urrnusikantische, eigen» willige Natur versenkt sich aber so tief in den Geist Bachscher Musik, daß aus dem schöpferischen Schwung des Nachschaffenden und der Inspiration des Werkes eine völlig neue Einheit ersteht, die stilkritischer Analyse nicht zugänglich ist.
Der Orgelkomponist Bach war durch den Vortrag wichtiger Werke innerhalb der Chorabende durch Heinrich Boell (Köln) und Walter Drwenski vertreten. Ein Sondergenuß waren vier Orgelkonzerte in der Eosander-Kapelle des Charlottenburger Schlosses, wo im stilvollen Rokokorahmen Wolfgang Auler die Orgeloorsviele Bachs zu den Chorälen des Kirchenjahres auf der zeitgemäßen Schnitgerorgel vortrug („Orgelbüchlein"). Hermann Diener beschloß die Bachwoche mit einer Ausführung der „K unst der Fug e". Jacobi.
zum Zelllager der HZ.
Ich richte daher die Bitte an alle Führer der Betriebe, an die Eltern und Erzieher, mitzuwirken, daß möglichst alle von der HI. für die Teilnahme an den Zeltlagern vorgesehenen Jungen und Mädchen leilnehmen können.
Haltung und Disziplin ist die Parole, unter der die Zeltlager in diesem Jahre stehen. Ich bin gewiß, daß die Jugend, die hier zu aufrechten, ehrbewußten und freiheitsliebenden Gliedern des Volkes erzogen werden soll, freudig nach diesen Tagen der Kameradschaft und mit innerer Begeisterung singen wird:
Führer, Dir gehören wir, wir Kameraden, Dir!
Sprenger.
Aus der Provinzialhauptstadt
KRFFEE HAB
jetzt in der luftleeren Dose
stets frisch wie am Tage der Röstung
Brücke bilden zur Unwahrheit und Unzuverlässigkeit. „Nächstens", „in einigen Tagen", „recht bald", kommende Woche", das sind so die Redensarten, die gar nichts bedeuten und die Zeit nach Belieben ausdehnen lassen. Was heißt denn: „in einigen Tagen"? Sind es zwei oder drei, oder sind es zwanzig oder mehr Tage? Was heißt „nächstens"? Ebenso gut , konnte man sagen „irgend einmal". Es sind die ungenauen Ausdrücke, mit denen einer jemand hinhält, mit denen lästige Besuche ober Briefe versprochen und nicht gehalten werden, ohne daß es als Wortbruch gilt. „Eigentlich" ist auch ein solches Hilfswort der Üngenauigfeit. „Alle Welt", „jedermann", „niemand", „man fagt". Mit allen solchen sollte sparsam umgegangen werden.
Achten wir aufmerksam auf unsere Redeweise, so werden wir erschrecken, wie viele und mancherlei Ungenauigkeiten mit unterlaufen, und, erst achtsam geworden, uns vor manchem Wort hüten.
Für Kinder ist es ein Schatz im Leben, wenn sie dazu erzogen sind, für jedes Ding den richtigen
Himmlisch süß — schrecklich schön!
Die Redeweise vieler Menschen ist voller lieber® treibungen und Ungenauigkeiten verschiedener Art. Wenn sich die Jugend darin gefällt, die äußerste Steigerung bei jedem Ding zu gebrauchen, dann lächelt man dazu.
„Abscheulich!", sagt das Backfischchen zu etwas Unschönem. „Entsetzlich!", stimmt ihr ein anderes bei. Während ein befreundetes Mädchen es gar nicht fo unschön findet, ja, bei längerem Betrachten gefällt es ihm sogar, und es findet es schließlich „reizend" und meint, es sei „entzückend", „hinreißend", „himmlisch süß!".
Aber es gibt Uebertreibungen, daß einem die Haare zu Berge stehen, wenn man sie anhören muß. „Schrecklich schön war diese Fahrt!", hörte ich einmal sagen. Was ist das für ein Blödsinn? Entweder es ist etwas schrecklich, und dann kann es nicht schön fein, oder es ist etwas schön, dann kann man es niemals schrecklich finden. Eines aber steht fest, und das ift, daß solche Persönchen die schöne deutsche Sprache „schrecklich" verstümmeln!
Maßvoll und genau im Ausdruck zu sein, gehört zu schöner Sprache beim Reden und beim Schreiben. Jede UeberfüUung und Uebertreibuna im Ausdruck verletzt das Ohr. Es ist zugleich eine Verschwendung, die sich straft, sobald das Schönste, das Schlimmste, das Häßlichste beschrieben werden soll, und alle Ausdrücke schon für Geringes gebraucht worden sind und nichts übrig bleibt.
Noch mehr zu beklagen sind die ungenauen Ausdrücke in Handel und Wandel, weil sie hier die


