Ausgabe 
24.5.1935
 
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Zeigen, wird man die Bedeutung unverbindlicher Unterhaltungen nicht allzu hoch einschätzen dürfen. Von der Einberufung einer internationalen Wahrungskonferenz scheint sich insbeson­dere die englische Regierung wenig zu ver­sprechen. Sie hält es für gefährlich, auf diesem Ge­biete die Initiative zu ergreifen, solange die wirt­schaftlichen Voraussetzungen für eine Stabilisierung ihrer Meinung nach noch nicht ge­geben sind. Dagegen hat die französische Re­gierung den amerikanischen Appell mit großer Freude ausgenommen und tritt sehr entschieden f ü r d i e Einberufung einer Währunas- konferenz ein. Man sagt freilich, daß sie das nur deshalb tue, weil sie glaube, daß eine inter- nationale Vereinbarung über eine gemeinsame Wahrungsstabilisierung ihr gestatten würde, den französischen Franken abzuwerten, ohne damit die Gefahr einer n e u e n I n f l a t i o n heraufzubeschworen. In jedem Falle ist der D r u ck 9J d^",sr?"äösischen Franken in der letzten Woche bedeutend stärker geworden. Die großen französischen Wirtschaftsverbände haben sich Zwar in einer gemeinsamen Entschließung gegen die Frankenabwertung erklärt und von der Regierung Maßnahmen zur Wiederherstellung des Haushalt- gleichgewichts gefordert. Aber es gibt in Paris nicht wenige Leute, die glauben, daß Frankreich schon vor dem Zustandekommen der Stabilisierungskonfe­renz den Franken werde abwerten müssen. Dagegen wird die Schweiz den Angriff auf ihren Fr'an- ken offenbar mit Erfolg abwehren können. Sie fuhrt zur Zeit einen scharfen Kampf gegen die Spekulation und scheint diese bereits ausgeschaltet zu haben.

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, i"^r"°"onale Agrarmarkt, der fast 75 Jahre lang ein ruhiges Bild bot, hat in der Nachkriegszeit alle Zeichen einer Verwirrung auf­gewiesen. Für Weizen betrugen die Preissprünge nicht weniger als rund 400 v. H. des niedrigsten Preisstandes von 1933, für M a i s 520 v. H., wäh- rend in der Vorkriegszeit allerhöchstens Preis- fprunge von 30 p. $). zu verzeichnen waren. Diese ungeheuren Preisschwankungen ergeben sich auch für andere Gebiete der Agrarproduktion. So schwankte der Preis für Milch in Dänemark von 24 Pf. im Jahre 1924 auf 4,4 Pf. im Jahre 1934, für Butter pro Kilo von 5 auf 1,01 Mark. Da- bei bleiben gewaltige Mengen unabsetzbar, von den Abfallprodukten der Milchwirtschaft gar nicht zu reden. Stabilisierungsmaßnahmen, wie sie Nord­amerika für Getreide eingeführt hat, die Stützungs­maßnahmen für französischen Weizen sind im wesentlichen ohne Erfolg geblieben. Gegenüber diesem Verfall des Bauerntums zeigt sich erst recht deutlich, wie klar die deutsche Linie war, die seit 1933 das Preisgebäude für Agrarprodukte a u f stabile Grundmauern stellte, und so den Bauern und den Städter von diesen ungeheuerlichen Schwankungen befreite.

Ein einiges deutsches Volk!

Baldur von Schirach

über Methode und Ziele der HJ.-Arbeit.

Berlin, 24. Mai. (DNB.) Der Reichs- jugendführer besuchte, wie derVölkische Beobachter meldet, in Begleitung seines Stellver­treters Stabsführer Hartmann Lauterbacher und des Obergebietsführers Nabersberg die Führerschule Kühlenmühle, auf deren Gelände das D e u t f ch l a n d l a g e r der Hitler-Jugend vor sich gehen wird. An diesem Lager werden neben 1500 HJ.-Führern aus dem Reich etwa die gleiche Anzahl auslandsdeutscher Hitlerjungen, da­von zahlreiche von Uebersee, teilnehmen. Im An­schluß daran begab sich Baldur von Schirach mit seiner Begleitung nach Neustrelitz, wo er die dortige ehemalige Stabsschule, in der zur Zeit ein Ausbildungskursus der Jugenddezernenten der preußischen Oberpräsidien und Regierungspräsidien läuft, besichtigte. Neben den Jugenddezernenten nehmen an dem Kursus die Bezirks- und Kreis­jugendwarte teil.

Nach einer eingehenden Besichtigung sämtlicher Anlagen der Führerschule sprach der Reichsjugend­führer zu den versammelten Jugenddezernenten. Er wies darauf hin, daß ihre Arbeit ebenfalls ein Bestandteil der Gesamtarbeit der deutschen Jugend­bewegung sei. Um diese Arbeit sinnvoll einzufüaen in die Arbeit der Staatsjugend, müsse er die Ge­legenheit benutzen, um über Methode und Ziel der HI.- Arbeit einiges auszuführen. Was die HI. ist, fei wohl allen bekannt. Dennoch aber wolle er eine Frage Herausstellen, die für den Bestand des neuen Deutschland von ungeheurer Wichtigkeit sei: Die Hitler-Jugend nimmt für sich den Grundsatz der Totalität in Anspruch. Sie selbst kennt nur eine Bindung, und das ist die Bindung an Volk und Staat. Neben dieser Bin­dung kennt sie keine andere. Wer das Prinzip der Totalität auf die Erziehung der Jugend durch die HI. ablehnt, lehnt damit die nationalsozialistische Bewegung und damit das neue Deutschland ab. Die Hitler-Jugend Marschiert heute in einer ein­heitlichen Richtung. Ihr Führerkorps denkt ein­mütig, und wenn auch die Jugenddezernenten, die Bezirks- und Kreisjugendwarte in dieser Richtung mit der HI. marschieren, wird das Ziel erreicht werden, das von der HI. gesteckt wurde: Ein eini­ges deutsches Volk und einen einigen deutschen Staat.

Die Ooppelmitgliedschast zur DAI. und Reichskulturkammer.

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Auf Anordnung des Schatzamtes der DAF. werden den Mitgliedern der Reichskulturkammer und Reichs­musikkammer die für die Zeit der Doppel­mitgliedschaft an die DAF. gezahlten Beiträge zurückvergütet. Alle diese Mitglieder haben bis zum 1. Juni 1935 unter Vorlage beider Mitgliedskarten (DAF. und Kammer) an die zu­ständige Dienststelle der DAF. Gesuche um Rück­zahlung des DAF.-Beitrages zu stellen. Nach dem 1. Juni 1935 erfolgt keine Rückzahlung mehr.

Zn Schanghai unter dem Verdacht der Beteiligung am Marseiller Königsmord verhaftet.

Schanghai, 24. Mai. (DNB. Funkspruch.) Unter dem Verdacht, an dem Anschlag gegen König Alexander von Südslawien in Marseille beteiligt zu jein, ließ der Gerichtshof der internationalen Nie­derlassung in Schanghai den angeblichen Südslawen Michael Abranowitsch alias Mischkos verhaf­ten. Abranowitsch war aus Kobe, wohin er mit dem zum Abwracken bestimmten DampferKalkutta" ge­fahren war, nach Schanghai gekommen. Ein pol­nisches und zwei griechische Besatzungsmitglieder desselben Dampfers sollen der hiesigen französischen Polizei mitgeteilt haben, Abranowitsch habe auf

Der Tag der deutschen Seefahrt.

Deutscher Seesahrergeist.

DerTag der deutschen Seefahrt", der am 25. Mai in Hamburg und in allen Häfen der Welt, wo deutsche Schiffe vor Anker gehen, gefeiert wird, soll dem deutschen Volke, besonders aber den Stän­den, Berufen und Stämmen unseres Vaterlandes, die gewöhnlich mit der Seefahrt nichts zu tun haben oder nichts von ihr wissen, sowie den schiffahrt­treibenden Mächten des Auslandes zeigen, daß der alte Seefahrergeist, von dem schon die Wickinger beherrscht waren, auch heute noch im nationalsozia­listischen Seemann lebendig ist. Die Regierung des neuen Reiches ist von der Ueberzeugung durchdrun­gen, daß die deutsche Seefahrt ein überaus wichti­ges Mittel in dem politischen und wirtschaftlichen Daseinskampf unserer Nation ist und daß alles ge­tan werden muß, um die deutsche Weltgeltung zur See zu behaupten und womöglich noch zu verstär­ken. Wenn die deutsche Handelsflagge überall aus den Weltmeeren weht, so ist das nicht nur als ein Erfolg in rein materieller Hinsicht zu werten, son­dern fast noch mehr hängt davon das in Ziffern gar nicht ausdrückbare internationale Ansehen des Reiches ab, um dessen Wiederherstellung sich der Nationalsozialismus seit zwei Jahren unablässig be­müht.

Um das Ziel, das Deutschland als eine der ersten seefahrenden Nationen vor sich sieht, zu erreichen, bedarf es allerdings ungwöhnlicher Anstrengungen, denn die in der allgemeinen Lage der Weltwirt­schaft begründeten Voraussetzungen für eine Wie­derbelebung des deutschen Seeverkehrs sind denkbar schlecht. Die Schwierigkeiten sind sehr verschieden­artiger Natur, aber sie sind alle ein Erbe des Weltkrieges, dessen geistige Liquidation von den ehemaligen Feindbundmächten immer wieder hinausgezögert wurde. 1918 hatte auch die ehemals so mächtige deutsche Handelsflotte aufgehört zu be­stehen. Don den 5,5 Millionen Brutto-Register Ton­nen der Vorkriegszeit waren nur noch wenige Taufen Tonnen Übriggeblieben, denn die zur Durchführung des Versailler Diktats ein­gesetzte Reparationskommission hatte bestimmt, daß Deutschland als Ersatz für verlorenen Schiffsraum alle deutschen Handelsschiffe über 16 000 Tonnen und den größten Teil der Schiffe mit niedrigerem Tonnagegehalt abzuliefern hatte. Außerdem mußte sich Deutschland verpflichten, zwei Jahre lang 200 000 Tonnen jährlich ohne Gegenleistung für die Alliierten zu bauen. Der deutschen Wirtschaft ging damit eine Summe von fast 6 Mil- liarben verloren.

Der Flottenraub hatte aber auch eine für unsere Gegner unverhoffte Wirkung. Es wuchs bei den deutschem Reedern und Schiffsbauern der trotzige Wille, sich nicht unterkriegen zu lassen von der Der- nichtungspolitik der übrigen Seemächte. So ent­stand im Laufe eines guten Jahrzehnts trotz aller politischen und wirtschaftlichen Hindernisse eine neue Handelsflotte, die im Jahre 1930 mit rund 5 Millionen Tonnen f a ft den Vor- kriegsstand wieder erreicht hatte. Doch die Nachwirkungen des Tributwahnsinns, mit dem Deutschland in den Versailler Fesseln gehalten wer­den sollte, machten sich erst jetzt bemerkbar. Als unmittelbare Folge der rücksichtslosen internatio­nalen Finanzherrschaft über Deutschland, entstand

Scherl-Blldmaterndienst

die Krise der Weltwirtschaft, von der die internatio­nale Schiffahrt und deren empfindlichster Teil, die deutsche Handelsflotte, als Objekt und Mittel des zwischenstaatlichen Warenaustausches in aller­erster Linie betroffen wurde. In aller Welt vergrößerten sich die Schiffsfriedhöfe mit unheim­licher Geschwindigkeit, denn dem verringerten Wa­renverkehr stand eine Weltschiffahrtstvnnage gegen­über, die mehr als das doppelte dessen bewältigen konnte, was angeboten wurde. So sank auch die deutsche Handelsflotte in den Krisenjahren wieder auf weniger als 4 Millionen Tonnen, während gleichzeitig die wachsende Massenarbeitslosigkeit in den deutschen Hafenstädten der politischen Ver­hetzung durch die Kommunisten den weitesten Spiel­raum bot.

Vv dieser trostlosen Lage stand die national­sozialistische Bewegung, als sie zu Beginn des Jahres 1933 die Macht im Staate ergriff. Was war zu tun, um diesem einst so blühenden Wirt­schaftszweig zu neuem Leben zu verhelfen? Die neue Regierung hat es abgelehnt, etwa zur Beseiti­gung der Schiffahrtskrise diejenigen künstlichen Mittel anzuwenden, die andere Seestaaten, unter ihnen vor allem Großbritannien, gebrauchten und noch gebrauchen: Flaggendiskrimination, Subven­tion und Währungsentwertung. Das neue Reich hat vielmehr den Hebel dort angesetzt, wo es unab­hängig von fremden Einflüssen und ohne der Ent­wicklung des internationalen Schiffsverkehrs Hemm­nisse entgegenzusetzen eine Gesundung der deutschen Seeschiffahrt aus eigener Kraft erreichen konnte.

Diesem Zwecke diente die organisatorische Umwandlung der deutschen Schiffahrtsgesell­schaften, vor allem fies Hapag Lloyd-Konzerns, der vor der Machtergreifung v. H. des gesamten deutschen Schiffsraumes in Händen hatte. Die na­tionalsozialistische Regierung sah mit Recht in einer größeren Anzahl kleiner und mittlerer leistungs­fähiger Reedereien eine bessere Gewähr für die Ausnutzung geschäftlicher Möglichkeiten auf den Weltmeeren, als in dem unübersichtlich gewordenen Mammuetbetrieb des Hapag-Lloyd-Konzems. So erfolgte neben einer Aufgabenteilung zwi­schen der Hapag und dem Lloyd zugleich eine Ausgliederung der Linien wacy Afrika und Südamerika, sowie verschiede­ner europäischer Linien.

Eine zweite wichtige Maßnahme, um dem inter­nationalen Wettbewerb standzuhalten, war die 1933 begonnene planmäßige Erneuerung des deutschen Schiffsmaterials. Seit Beginn des nationalsozialistischen Regimes hat sich der Auf­tragsbestand bei den deutschen Wersten verdop­pelt, wobei die Neubestellungen zur Hälfte deutscher Herkunft sind. Auch der Passa­gierverkehr, dessen Lage im allgemeinen schlechter ist als die des Frachtverkehrs, hat durch die zunehmenden Urlaubsreisen, von denen nur die KdF. -Fahrten erwähnt zu werden brauchen, einen neuen Aufschwung erfahren. So sieht das deutsche Volk mit neuer Hoffnung auf die­sen Zweig unserer Wirtschaft, der durch den.Tag der deutschen Seefahrt" einen neuen ideellen und materiellen Erfolg verzeichnen wird.

der Reise unter dem Einfluß von Alko­hol erzählt, er sei Terrorist und Mitglied der Bande, die König Alexander und Barthou er­mordet haben. Abranowitsch bestritt vor Gericht jede Mitschuld und bezeichnet die Beschuldigung als Racheakt früherer Schiffskameraden. Die Be­hörde der französischen Niederlassung hat Verhand­lungen zur Auslieferung Abranowitschs ein- geleitet

Eine Hindenburgbüste im Zeughaus.

Berlin, 23. Mai. (DNB.) Im Zeughaus wurde Donnerstag nachmittag unter ungeheurer Beteili­gung von Vertretern der alten Armee und Marine, des neuen Heeres, der Kriegsmarine und der Luft­waffe eine vom Reichsverband deutscher Offiziere gestiftete Büste seines ehema­ligen Schirmherrn des Generalfeldmarschalls

Scheri-Hiiämatemdienst

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von Hindenburg feierlich enthüllt. Unter den anwesenden Ehrengästen befanden sich General­major von Hindenburg und seine Gattin, so­wie andere Mitglieder der Familie Hindenburg, der Oberbefehlshaber der Armee, Ge­neral der Artillerie Freiherr von Fritsch als Vertreter desFührers, Reichsaußenmini­ster Freiherr von Neurath, Reichsarbeits­minister Seldte, Staatssekretär Dr. Meiß- n e r, Staatssekretär Milch als Vertreter des Reichsluftfahrtministers, Prinz August Wil- Helm von Preußen, Herzog Adolf Fried- rich zu Mecklenburg, die Generalität und Admiralität des alten und des neuen Heeres, sowie zahlreiche ausländische Militärattaches.

Auf den zur Herrscherhalle führenden Freitrep­

pen bildeten in bunter Reihenfolge Fahnenabord­nungen des Kyfhäuserbundes, des NSDFB. (Stahl­helm), des Reichskolonialbundes, der Flieger, des Marinebundes, der Vereinigung ehemaliger Kriegs­gefangener und der Teno Spalier. Unter den Klän­gen des Präfentiermarsches des 3. Garderegiments zu Fuß, gespielt von der Kapelle des Ringes der Flieger, zogen die Fahnen der Hinden­burg-Regimenter (3. Garde - Infanterie - Regiment, 91. Oldenburgisches Infanterie-Regiment und 147. Infanterie-Regiment) sowie des Panzer­kreuzersHindenburg" in die Halle ein.

Die Weiherede hielt Generalmajor a. D. Graf von der Goltz, im Weltkrieg Führer der deutschen Truppen im Baltikum. Unter den Klän­gen des Badenweiler Marsches verließen darauf die Teilnehmer an dem feierlichen Akt das Zeughaus, vor dem die Ehrenkompanie an dem Oberbefehls­haber des Heeres, General Frei Herrn von Fritsch, und den anderen Ehrengästen im Pa­radeschritt vorbeimarschierte. Die Büste, die über­lebensgroß ist, ist von dem Bildhauer Ludwig Manzel geschaffen. Am Fuße des Sockels lagen viele Kränze, darunter auch der des Führers und Reichskanzlers.

Vermählungsvorfeier im Stockholmer Köniqsschloß

Den Höhepunkt der Vorfeierlichkeiten anläßlich der am morgigen Freitag bevorstehenden Ver­mählung der Prinzessin Ingrid mit dem dänischen Kronprinz en Frederik bil­dete die musikalische Soiree im königlichen Schloß zu Stockholm. Anschließend daran fand ein Abend­essen statt. Mehr als 800 Gäste, hohe Würdenträger und Militärs, Vertreter der Diplomatie, Wissen­schaft, Kunst und Presse waren erschienen. Neben von Gold und Silber strotzenden Uniformen sah man ordenbehängte Fracks und kleidsame weiße Festgewänder der Hofdamen mit kleinen, an die Zeit des Mittelalters erinnernden Puffärmeln, die nach neuester Methode angefertigten Abendtoiletten der übrigen Damen.

Die musikalische Vorführung fand im weißen marmornen Krönungssaal statt, an dessen Stirn­seite die königliche Familie samt ihren fürstlichen Gästen, insgesamt etwa 60 Personen, Platz nahm. Unter den Fürstlichkeiten befand sich u. a. auch das deutsche Kronprinzenpaar mit seinen Kindern. Die männlichen Mitglieder der fürstlichen Gesellschaft waren fast sämtlich in großer Uniform erschienen. Beim Schein der kristallenen Kronleuch­ter bot die Versammlung ein buntes Bild von Glanz und Feierlichkeit.

Seit 1897 war dies das größte Zusammentreffen von Fürstlichkeiten im königlichen Schloß der Haupt­stadt Schwedens. Durch die königliche Hofkapelle, Hofsängerinnen und Hofsänger gelangten u. a. auch drei Stücke von Wagner zur Aufführung. Die Hofsängerin Nanny Larsen-Todsen fang u. a. die Begrüßungsarie ausTannhäuser" in deutscher Sprache. Nach dem musikalischen Teil versammelten sich die Gäste in den anschließenden Sälen an reich und kunstvoll gedeckten Tischen zum Essen. Kurz nach Mitternacht durchschritten die fürstlichen Herr- schäften mit den Verlobten an der Spitze die Säle und begaben sich in die Privatgemächer.

Während der Auf- und Abfahrt der Gäste ver­sammelte sich in den Zufahrtsstraßen und auf den Plätzen eine schaulustige Menschenmenge Im

Schlosse selbst taten Soldaten in den alten Uni­formen aus der schwedischen Großmachtzeit mit ge­zogenem Säbel Dienst.

Kleine politische Nachrichten.

Reichskriegsminister Generaloberst von Blom, berg und Reichsminister Rust trafen in Stutt­gart ein, wo sie in Begleitung des Reichsstatthalters Murr und des Wehrkreisbefehlshabers General Geyer ein Jndustriewerk besichtigten.

Der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung hat den Ministerialdirektor Pro­fessor Dr. Dahlen im Reichswirtschaftsministe­rium auf die Dauer von fünf Jahren zum Mitglied der Zentraldirektion des Archäologischen Instituts des Deutschen Reiches ernannt.

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Der Kampf um die Patman-Dorlage, die die Auszahlung der erst 1945 fälligen Kriegs­teilnehmerentschädigung schon jetzt und auf Grund neuzudruckender Papierdollars herbei­führen will, ist zugunsten Roosevelts ent­schieden, der persönlich im Kapitol sein V e - t o gegen die Vorlage begründet hatte und bei einer Abstimmung darüber im Repräsentan­tenhaus unterlegen war. Der Bundes» f e n a t hat sich mit der erforderlichen Mehrheit für das Veto ausgesprochen.

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In der öffentlichen Sitzung des V ö l k e r b u n d s- rotes wurde die Klage der Schweiz gegen Deutschland, Frankreich und Italien wegen der Schweizer Bürgern im Weltkrieg ^gefügten Schä­den endgültig abgewiesen. Für die Schweiz handelt es sich um ein relativ großes Objekt, da die Schadenersatzsumme 50 Millionen Franken beträgt. Der Appell an den Völkerbund war ein letzter Versuch, zu dem der Schweizer Bundesrat unter dem Druck der öffentlichen Meinung sich ent­schlossen hat, obschon die direkten Verhandlungen die Aussichtslosigkeit dieses Verfahrens erwiesen hatten.

Die chinesische Regierung hat ihren Lon- d o n e r Botschafter angewiesen, beim Völkerbund die Aufnahme Chinas als nichtständiges Mitglied im Völkerbundsrat zu bean­tragen.

Das.Militärgericht in Sofia fällte drei Todesurteile gegen drei mazedonische Revolutionäre aus der Stadt Newrokop, die sich wegen Fememordes an einem Anhänger der Protogeroff-Gruppe zu verantworten hatten. Das Urteil ist von dem Militärkassationshof bestätigt worden.

NESTLE

KINDER NAHRUNG ,f Deutsches Erzeugnis