Ausgabe 
24.4.1935
 
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Oie Brücke über -en Pazifik.

Mit dem amerikanischen Echnellflugzeug von Kalifornien nach Honolulu und zurück.

fang angenommen, daß die zahlreichen freiwilligen Helfer dem Vordringen der Erdmassen machtlos gegenüberftanden. Der Bach wurde bis zu einer Tiefe von 5 Meter mit Gestein, Felsblöcken und Bäumen angefüllt. Brücken sowie die oberen Teile der Straße sind spurlos verschwunden. Der Berg­rutsch ist auch am Dienstag nicht zum Stillstand gekommen. Die Erdmassen bewegten sich vielmehr mit einer Geschwindigkeit von etwa vier Meter in der Stunde abwärts. Schätzungsweise sind etwa eine Million cbm Erdmassen in Bewegung geraten.

Schwere Erdbeben im Iran.

In der Provinz Mazanderan in Iran (Persien) sind in den letzten Tagen mehrere Bezirke durch Erdstöße verwüstet worden. Zahlreiche Häu­ser stürzten ein und begruben die Bewohner unter sich. Bisher sind über 2 8 0 Leichen gebor­gen worden. Die Nachforschungen werden unter den Ruinen der zusammengestürzten und vielfach in Brand geratenen Häuser fortgesetzt. Der Direktor des Gesundheitsamtes in Teheran hat eine Reise durch die am schlimmsten heimgesuchten Bezirke angetreten. Zur Unterstützung der betroffenen Be­völkerung ist ein nationaler Hilfsausschuß gebildet worden.

Graf Zeppelin^ in pernambuco.

Das LuftschiffGraf Zeppelin" ist am Dienstag um 18.35 Uhr MEZ. in Pernambuco an­gekommen.

Stark zur Marokko-Fahrt.

Am 23. April 1935 8.34 früh starteten an der Nordschleife der Berliner Avus die an der Race International Maroc teilnehmenden Adler-Fahrer, und zwar: Paul von Guil­leaume und Frau Lotte Bahr auf Diplomat, Hasse mit Beifahrer Hoffmann auf 1,7 Liter Trumpf, Schwedermit seiner Gattin auf 1-Liter- Trumpf-Junior. Ferner nimmt Sauerwein- Mainz als Einzelfahrer auf 1,7-Liter-Trumpf an dieser Fahrt teil.

Schweres Autounglück. Zwei Tote, fünf verletzte.

In Hermsdorf (Kreis Waldenburg, Schlesien) ge­riet ein Personenkraftwagen infolge Reifenschadens ins Schleudern und fuhr auf den Bürgersteig. Hier­bei wurden eine Frau und ihr Kind sowie fünf Schulknaben überfahren und zum Teil schwer verletzt. Das kleine Kind starb bereits während des Transportes ins Krankenhaus. Auch die Frau erlag bald darauf ihren schweren Verletzungen. Für die übrigen Verletzten besteht keine Lebens­gefahr.

Drei Motorradfahrer tödlich verunglückt.

Am Kümmelbacher Hof zwischen Heidelberg und Neckargemünd fuhren zwei Motorradfahrer aus Heddesheim bei Mannheim auf einen von Heidel­berg kommenden Straßenbahnzug auf. Der Stra- ßenbahnführer hatte noch gebremst, doch war der Anprall so stark, daß beide Motorradfahrer auf der Stelle getötet wurden. Sie hatten entweder den Straßenbahnzug überhaupt nicht bemerkt oder infolge außerordentlich schneller Fahrt die Herr­schaft über das Motorrad verloren.

Ein schwerer Unglücksfall, dem ein blühen­des Menschenleben zum Opfer siel, ereignete sich in der Nähe von Hemfurth (Waldeck). Der 24 Jahre alte Schmied Friedrich H u t w e l k e r aus Edersee wollte nachts mit seinem Motorrad nach Bad Wil­dungen fahren. Auf der Ederbrücke verlor er die Gewalt über die Maschine und rannte mit großer Wucht gegen das Brückengeländer. Durch den Anprall entstand eine Explosion, und im Nu standen Fahrer und Maschine in hellen Flammen. Als Einwohner aus Hemfurth an der Unglücksstelle eintrafen, war jeg­liche Hilfe vergebens. Der Unglückliche war bis zur Unkenntlichkeit zugerichtet und hatte feinen Geist bereits aufgegeben.

Ein Lehrling vom Zuge überfahren und getötet.

Der erst feit einigen Tagen in der kaufmännischen Leb re stehende Werner Stein hatte in der Güter­abfertigungsstelle des Bahnhofs in Siegen zu tun. Plötzlich riß ihm ein Windstoß die Frachtbriefe aus der Hand und wehte sie auf die Gleise. Bei dem Versuch, diese wieder einzusammeln, wurde der junge Mann von einem Rangierzug erfaßt, über­fahren und auf der Stelle getötet. Der Verun­glückte war der einzige Sohn seiner Eltern.

vootsunglück auf der Elbe. Zwei Paddler ertrunken.

Am Ostersonntag ereianete sich auf der Elbe in der Nähe der Pillnitz-Klein-Zschachwitzer Dampf­fähre ein Bootsunglück, bei dem zwei Padd­ler den Tod fanden. Das Boot war durch die starke Strömung an den Bug des Fährbootes und sodann an einen eisernen Brückenponton gedrängt worden. Das Paddelboot kenterte und die beiden Insassen stürzten ins Wasser, wo sie in der Strömung er­tranken.

Furchtbare Bluttat eines Geisteskranken.

In Harburg-Wilhelmsburg geriet der 54jährige Jakob Pankau, der als Geisteskranker vor etwa acht Tagen aus einer Heil- und Pflegeanstalt auf Osterurlaub zurückgekehrt war, mit seiner Ehefrau in einen Streit. Als auf die Hilferufe der Frau die Tochter und deren Mann herbeieilten, griff Pankau zu einem Dolch und verletzte den Schwie­gersohn tödlich. Frau Pankau und ihre Tochter wurden lebensgefährlich verletzt. Der Täter brachte sich selbst mehrere Stiche in den Bauch bei und stürzte sich aus dem Fenster auf den Hof, wo er tot liegen blieb. Der Zustand der beiden Frauen ist hoffnungslos.

Streik amerikanischer Industriearbeiter.

Die Zweigstelle derChevrolet Motor Co." in Toledo (Ohio) entließ sämtliche 2340 Arbeiter und Angestellte und drohte, die Fabrik endgültig zu schließen. Den Anlaß zu dieser Maßnahme bil­dete der A u s st a n d von 600 organisierten Arbei­tern wegen der Ablehnung ihrer Forderung nach Anerkennung der Gewerkschaften. Der Vorsitzende des amerikanischen Gewerkschaftsbundes, William Green, befürchtet, daß sich der Ausstand auf andere Kraftwagenfabriken ausdehnen wird. In Brooklyn (Neuyork) find 7000 Färber und Arbeiter chemischer Reinigungsanstalten sowie Lastwagen­fahrer in den Ausstand getreten. Es kam zu Zu-

Das neue amerikanische Schnellflug- 3eug, das vor etwa einer Woche von Alameda bei San Franzisko in Kalifornien nach Honolulu geflogen war, hat jetzt in Honolulu den Rückflug nach Alameda angetreten. Das Flugzeug l a n o e t e um 17.58 Uhr Neuyorker Zeit auf dem Flugplatz in Alameda. Das Flugzeug hatte unterwegs mit starken Gegenpnnden zu kämpfen. Es wurde bei feiner Landung von 6000 Zuschauern begeistert begrüßt.

Still und fleißig bauen die Amerikaner an ihrem Flugverkehr von der westlichen Küste ihres Konti­nents nach der ostchinesischen Küste. Versuchsflüge aller Art wurden in den letzten Monaten durch­geführt, jedoch immer nur auf den einzelnen Etap­pen dieser riesigen Strecke. Von Wissenschaftlern sind die Witterungsverhältnisse eingehend studiert worden. Kostenooranschläge für die Errichtung von Flughäfen wurden ausgearbeitet, Piloten gesucht und Flugzeuge geprüft. Langsam sind die Pläne soweit herangereift, daß sie jetzt in die Wirk­lichkeit um gesetzt werden können. Der erste große Flug mit demPanamerican Clip- p e r", einer tüchtigen und schnellen Maschine, ist geglückt. Er hat zwar noch nicht über die ganze mehr als achttausend Seemeilen lange Strecke ge­führt, aber 3800 Kilometer von San Franzisko bis Honolulu genügten auch schon. Der Flug war insofern bemerkenswert, als er in weniger als achtzehn Stunden durchgeführt wurde.

lieber das furchtbare Erdbeben auf der Insel Formosa liegt inzwischen ein neuer Be­richt vor. Danach fanden 3152 Menschen den Tod, während die Zahl der Verwundeten rund 10600 beträgt. Rund 36 000 Häuser sind ganz oder teilweise zerstört worden. Der Kaiser von Japan hat einen besonderen Vertreter nach For­mosa entsandt, der die Hilfs- und Wiederausbau­maßnahmen wieder in die Wege leiten soll. Nach Blättermeldungen aus Tokio ist außer dem Vulkan Asama auch der Hakusan wieder in Tätig­keit getreten. Da letzterer bereits feit 350 Jahren ruhte, nahm man an, daß er erloschen sei. Aus dem Krater des Hakusan, der etwa 40 Kilometer östlich von Fukui liegt, steigen dichte Rauchwolken auf. Aus dem Inneren hört man starkes Grollen. Der Bevölkerung in den umliegenden Dörfern hat sich steigende Unruhe bemächtigt.

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Als die portugiesischen Seefahrer vor mehr als 300 Jahren die große Insel vor der Südküste Chi­nas entdeckten, da nannten sie sie Formosa, d. h. die Schöne. Die manigfaltige geographische Ge­staltung der Insel, der Wechsel von höchausragenden Gebirgszügen und weiten fruchtbaren Ebenen, die damals noch mit einer reichen tropischen Vegeta­tion bestanden waren, mögen den Anlaß zu dieser Bezeichnung gegeben haben. Aber unter der pran­genden Schönheit dieser von der Natur so ver­schwenderisch ausgestatteten Insel lauerten G e - fahren, die nun in den Dftertagen dieses Jahres so überraschend und schrecklich zum Ausbruch gekom­men sind. Heiße Quellen deuteten schon vorher darauf hin, daß hier die Erde noch nicht zur Ruhe gekommen war.

Die Insel hat eine wechselvolle politische Vergan­genheit hinter sich. Im 17. Jahrhundert gehörte sie nacheinander den Niederländern und Spa­niern, aber schon seit 1683 war sie im ununter­brochenen Besih der Chinesen, bis sie 1895 nach dem chinesisch-japanischen Kriege Im Frieden von Schimonoseki endgültig von den Japanern annektiert wurde. Der politischen Eroberung durch das Reich des Mikado war die wirtschaft­liche Erschließung durch den aufblühenden japanischen Handel vorangegangen. Vor allem der

sammenstößen mit der Polizei; dabei wurde eine Person durch einen Schuß verwundet. Drei Ausständische wurden verhaftet.

Deutsch-griechifche Ehrentage in Missolunghi.

In der in der Landschaft Aetolien gelegenen Hafenstadt Miffolunghi fanden zu Ostern zum Gedenken an den heldenhaftenAusfall von Misso- lunghi" im Jahre 1826 große Feierlichkeiten statt, die alljährlich wiederholt werden. In diesem Jahre erhielt die Feier ein besonderes Gepräge. Sie stand ganz im Zeichen der deutsch-griechischen Freundschaft und Waffenbrüderschaft, die bekanntlich während des griechischen Befreiungs­kampfes vor mehr als einem Jahrhundert ihren höchsten Ausdruck fand. Zum ewigen Gedenken an die deutschen Blutopfer für die Befreiung Griechen­lands hat die griechische Regierung in Missolunghi für die bei demAusfall von Missolunghi" gefalle­nen deutschen Mitkämpfer sowie für die während des Freiheitskrieges 1821/1826 dort verstorbenen deutschen Philhellenen, darunter General Nor­man-Ehrenfels, ein würdiges Ehrenmal setzen lassen, das am Ostersonntag enthüllt wurde.

Bei strahlendem Wetter feierte das geschichtlich denkwürdige Städtchen Missolunghi den 109. Jah­restag des heldenhaften Ausfalles von Missolunghi während des griechischen Unabhängigkeitskrieges. Die Feier begann mit der Einweihung des Denk­mals für die bei der Verteidigung von Missolunghi gefallenen deutschen Philhellenen. Der deutsche Ge­sandte in Athen, Dr. Eisenlohr, der zum Ehrenbürger von Miffolunghi ernannt wurde, nahm die Taufe der neuen Deutschland- Straße vor. Der Direktor des Deutschen Ar-

Ganz Amerika hat dieser Leistung begeisterten Beifall gespendet. Aber an den Passagierdienst den­ken die Amerikaner im Augenblick doch noch nicht. Sie wollen zunächst einen Schnellverkehr schaffen, der die amerikanische Post in kür­zester Zeit quer über den Stillen Ozean hinweg nach Asien bringt. Auf chinesischem Boden roitb eine Zusammenarbeit mit den Engländern und den Chinesen wegen der Landehäsen und der Besliegung bestimmter Strecken nötig sein. Auf eine Einschaltung der Japaner in irgend­einer Form haben die Amerikaner verzichtet, obwohl die japanische Mitwirkung äußerst wertvoll wäre. Aber die Pazifik-Strecke soll eine rein amerikanische Angelegenheit bleiben das verlangt der Nationalstolz der Pankees. Schon in diesem Sommer sollen die ersten planmäßigen Flüge einsetzen. Das würde bedeuten, daß bis dahin namentlich auf den kleinen Inseln im Stillen Ozean alle technischen Vorbereitungen getroffen sind. Soweit man jedoch Hört, ist das technische Personal noch nicht restlos beisammen und vor allem noch gar nicht dort, wo es hinge­hört. Außerdem fehlen die Anlagen auf der Insel Wilkes, und auf den anderen schon mit Lande­plätzen ausgerüsteten Inseln sind Unterkunftsmög­lichkeiten für die neuen Flugplatzbedienungen nötig. Es dürften wohl noch einige Monate vergehen, bis die Bodenorganisation soweit ist, daß der ameri­kanische Postflugbetrieb regelrecht einsetzen kann.

bekannte Jndustriekönig Mitsui hatte die in dem formosanischen Boden schlummernden Wirtschafts­möglichkeiten erkannt und als erster eine großzügige Steigerung der Tee- und Zuckerpro­duktion begonnen. Der Anbau von weiteren Roh­produkten, die für die Ernährung des japanischen Volkes wichtig sind, wurde in die Wege geleitet, und heute bedecken riesige Reisfelder, Bananen- und Ananaspflanzungen, Tabak- und Kaffeeplan- tagen das Land. Erwähnenswert ist ferner die im großen Maßstabe betriebene Kampfergewin­nung, die unter dem Monopol des japanischen Staates steht, und eine geringe Goldausbeute. Die Erzeugnisse Formosas dienen vor allem zur Deckung des Bedarfs in den japanischen Ländern selbst, in Korea und in Mandschukuo. Die Ausfuhr nach nicht­japanischen Gebieten ist geringer. Auf dem Welt­markt aber bildet besonders der formosanische Zucker eine ernste Konkurrenz für die holländi­schen Plantagenbesitzer auf Java.

Gingen so die wirtschaftlichen Hoffnungen, die Japan an die Besetzung Formosas vor vierzig Iah- ren knüpfte, in Erfüllung, so wurde anderseits die Erwartung, daß die 36 000 Quadratkilometer große Insel zu einem wesentlichen Teil den japani­schen Auswanderungsstrom auffangen könnte, schwer enttäuscht. Formosa hat sich nicht als geeignetes Siedlungsland für die Japaner er­wiesen. So ist es auch zu erklären, daß Formosa trotz 40jähriger japanischer Herrschaft bei einer Gesamtbevölkerung von etwa 4,9 Millionen Ein­wohnern nur etwa 200000 Japaner zählt, die als Polizisten und Zivilbeamte das Land ver­walten und in Ordnung halten, aber keinerlei pro­duktive wirtschaftliche Tätigkeit ausüben. Der Rest der Bevölkerung besteht, abgesehen von den 140 000 wilden Eingeborenen, aus Chinesen. Es ist an­zunehmen, daß von der Erdbebenkatastrophe vor allem auch die chinesischen Bauern betroffen worden sind, denn die Berichte der Augenzeugen melden, daß gerade im Innern des Landes ganze Wohn- fieolungen dem Erdboden gleichgemacht wurden. Die Japaner halten sich aber hauptsächlich in der Hauptstadt T a i h o k u und in den Hafenstädten auf, während auf dem Lande nur die Polizei­stationen mit Japanern besetzt sind.

chäologischen Institutes legte nach der Enthüllungs­feier an dem Denkmal einen Lorbeerkranz nieder. Ein weiterer Kranz wurde von dem Vertreter der NSDAP, gestiftet. Kriegsminister Rodopulos legte im Namen der griechischen Regierung als Zeichen der Dankbarkeit gegen die tapferen deut­schen Freiwilligen ebenfalls einen Kranz nieder.

Die Staatsangehörigkeit der Fran. Eine Ent­schließung des Internationalen Frauenkongreffes.

Auf dem Internationalen Frauen- Kongreß in Istanbul wurde nach lebhafter Aus­sprache mit dreizehn gegen elf Stimmen eine Ent­schließung angenommen, die die Staatsange­hörigkeit der verheirateten Frauen betrifft. Danach wird durch Vermittlung des Völ­kerbundes ein internationales Abkommen verlangt, das jeder Frau das Recht gibt, ihre Staatsange­hörigkeit zu wählen ober zu ändern, ohne Rücksicht auf den Ehegatten, und daß sie auch bei Verhei­ratung mit einem Ausländer ihre Staatsangehörig­keit beibehalten darf. Die Vertreterinnen Syriens und Aegyptens enthielten sich der Stimme mit der Begründung, daß es im Interesse des häuslichen Friedens richtiger fei, den alten Brauch beizubehalten, wonach die Staatsangehörigkeit des Familienober­hauptes für die Familie maßgebend sei. Eine poli­tische Note versuchte die rumänische Vertreterin, Prinzessin Cantacuzinu, dadurch in den Kon­greß zu bringen, daß sie vorschlug, den Staats­männern, die sich zuletzt in Strefa und Gens für die Erhaltung des europäischen Friedens eingesetzt hätten, Begrüßungstelegramme zu senden, um sie in der Fortführung ihres Friedenswerkes zu er­mutigen. Dieser Antrag wurde vom Vorstand jedoch

abgelehnt, weil er eine politische Kundgebung dar­stelle und dadurch gegen die Aufgaben der inter­nationalen Union verstoßen würde.

Französischer Rennwagen raff in die Zuschauer- menge. Fünf Tote, zahlreiche verletzte.

Ein bei CHLfeau Thierry ausgetragenes Auto- mobilbergrennen nahm einen unglücklichen Verlauf. Der von dem Fahrer C a 11 a n e o gesteuerte Wagen kam infolge zu starken Bremsens kurz vor dem Zielbande ins Schleudern und fuhr in die dichte Z u s ch a u e r m e n g e. Fünf Personen wurden getötet, zahlreiche weitere verletzt. Der Fahrer blieb unversehrt. Das Rennen wurde zeit­weilig unterbrochen. Ums Leben gekommen sind eine Frau, ihr zweijähriges Töchterchen und drei junge Leute im Alter von 14 bis 17 Jahren.

Der verkannte Ornithologe.

Der japanische Senator Marquis Hatschisuka, der ein bekannter Gelehrter auf dem Gebiete der Ornithologie ist, verweilte auf seiner Reise nach Japan für 24 Stunden in der bulgarischen Haupt­stadt Sofia. An diesen kurzen Aufenthalt des japa­nischen Senators knüpften sich die verschiedensten Gerüchte, die namentlich in der ungarischen Presse Verbreitung fanden. Diese Gerüchte werden nun- mehr von zuständiger bulgarischer Stelle mit dem Hinweis darauf dementiert, daß Marquis Hatschi- suka in Sofia nur ausgeftiegen sei, um die reichen ornithologischen Sammlungen hier zu besichtigen. Auch ein anderes Gerücht, daß im Zusammenhang mit dem Senatorbesuch aus Japan aufgetaucht ist und wonach Kriegsmaterial im bulgarischen Hafen Burgas im Schwarzen Meer ausgeladen worden fei, wird als ebenso tendenziös wie haltlos be­zeichnet.

Schwere Bluttat in Oberschlesien. Zwei Tote, zwei verletzte.

In Wiegschietz im Kreise Ko sei (Oberschlesien) drang der 35 Jahre alte Franz Nognik in die Wohnung des Gasthauspächters Alfons Malercznk ein und tötete diesen durch zwei Bauchschüsse. Dann richtete Nognik die Waffe gegen die Frau des Malerczyk, die ebenfalls mit einem Bauchschuß schwer o e rletzt zusammenbrach. Der Mörder lief dann in die in unmittelbarer Nähe gelegene Gastwirtschaft des Urban Malerczyk. Nognik gab auf diesen ebenfalls zwei Schüsse ab, von denen einer den Ueberfallenen in den Oberschenkel traf. Schließlich richtete der Mörder die Waffe gegen sich selbst und tötete sich durch einen Schläfenschuß. Die Ermittlungen über das Motiv sind noch nicht abgeschlossen. Man vermutet jedoch, daß es sich um einen Racheakt handelt.

Kunst und Wissenschaft.

Stratford und Weimar im Zeichen Shakespeares.

Am 23. April, dem Todestage Shakespeares, wurden in Stratford on Avon die diesjährigen Shakespeare-Festspiele unter großer in­ternationaler Beteiligung eröffnet. In Anwesen­heit der diplomatischen Vertreter fast aller Staaten wurden die Flaggen von 81 Nationen aufgezogen. Nach den Eröffnungsfeierlichkeiten, an denen zum ersten Male auch em Vertreter Islands teilnahm, folgte ein Umzug zur Kirche, wo am Grabe Shakespeares zahlreiche Kränze niedergelegt wurden.

In Weimar fand die Jahreshauptversammlung der Deutschen Shakespeare-Gesell­schaft statt. Nach einer Begrüßungsansprache des Präsidenten Prof. Dr. Deetjen- Weimar hielt Professor Dr. Walter Schirmer- Berlin einen Festvortrag überShakespeare und die Rhetorik". Am Vorabend war von Prof. Max Deutsch- b e i n - Marburg ein Vortrag überMacbeth als Barock-Drama" gehalten worden, der als eine her­vorragende Einführung zu der als Festvorstellung vom Deutschen Nationaltheater herausgebrachten Macbeth"-Aufführung gewertet werden konnte.

Präsident Prof. Dr. Deetjen und der Gesamt« oorstand wurden für 1935 wiedergewählt. Zum 80. Geburtstag des früheren langjährigen Präsi­denten Geheimrat Prof. Aloys Brandl- Berlin wird eine dem Jubilar gewidmete Festschrift Don der Gesellschaft herausgegeben werden.

Wetterbericht

des Reichswetterdienstes Ansgabeort Frankfurt.

Im Bereiche flacher und gleichförmiger Luft» druckoerteilung kam es am Dienstag auch in unse­rem Gebiet Dieierorts zu gewittrigen Nieder­schlägen. Inzwischen hat sich bei Luftdruckfall über Mitteleuropa und Derbreitetem Luftdruckanstieg im übrigen Europa ein zentrales Tiefdruckgebiet ent- wickelt, das zunächst auch für uns eine Witterungs- oerfchlechterung bedingt. Anschließend wird sich jedoch rasch wieder fteundlicher Witterungscharakter durchsetzen und voraussichtlich auch längere Zeit an­halten.

Aussichten für Donnerstag: Nach an­fänglichen und teilweise noch gewitterhaften Nieder­schlägen neue Witterungsbesserung und wieder höher ansteigende Tagestemperaturen in Richtung ver­änderlicher Winde.

Aussichten für Freitag: Vielfach heiter, tagsüber ziemlich warmes Wetter.

Lufttemperaturen am 23. April: mittags 19,3 Grad Celsius, abends 11,9 Grad; am 24. April: morgens 10,6 Grad. Maximum 19,8 Grad, Minimum 6,1 Grad. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 23. April: abends 14,3 Grad; am 24. April: mor­gens 11,8 Grad Celsius. Niederschläge 1,2 mm. Sonnenscheindauer 10,1 Stunden.

Hauptschristleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich W. Lange, für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot für den übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck, verantwortlich für den Inhalt der Anzeigen: Theodor Kümmel. DA. III. 35: 11229. Druck und Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- und Steindruckerei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit der Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis: 10 Pf. und Samstags 15 Pf* mit der Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zett ist Preisliste Nr. 2 vom 2. Juli 1934 gültig.

Jm fernsten Land - auf weiten steifen, hört man die DUNLOP« preisen.

Lieber dreitausend Todesopfer der Erdbebenkatastrophe auf Formosa.

Ein weiterer Vulkan nach 350 Jahren Ruhe in Tätigkeit getreten.