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OerSoldatenbund" -es neuen Heeres.

Kameradschaftliche Vereinigung aller seit 1921 ausgeschiedenen und künftig ausfcheidenden Soldaten. - Oer Reichstreubund im neuen Soldatenbund aufgegangen.

ftorrrm frrt Ott Stvnve. Me tah fetzt festlich begehen, gar nichts mehr mit Almosengesinnung und Wohltätigkeit zu tun. Sie ist für die Regierung und die Partei, die das Volk führt, nur die Ab­stattung einer selbstverständlichen Dankespflicht.

Die Kinder all der vielen Millionen Eltern, denen es die Gunst des Schicksals gestattet, ihnen ein persönliches und manchmal auch reiches Weihnachts­fest im Kreise einer glücklichen Familie zu bescheren, mögen niemals vergessen, daß es in Deutschland fast ebenso viele Millionen Kinder gibt, für die diese Weihnachtsstunde hier die ein­zige Festesfreude ist, daß diese Kinder dar­um nicht weniger wert sind, sondern daß sie wie wir alle unserem deutschen Volke a n ge­hör e n und wir sie deshalb mit um so größerer Liebe und Fürsorge umgeben müssen, weil das Schicksal es nicht übermäßig gut mit ihnen gemeint hat. Denn auch diese Kinder werden einmal er» wachsen sein und an den schweren und verantwor­tungsvollen Pflichten der Nation teilnehmen müssen, und sie werden das um so williger und freudiger tun, je mehr sie das Gefühl haben dürfen, daß sie auch bei den Festen des Volkes nicht unbedacht bleiben, sondern wie wir alle gastlich daran teilnehmen können.

Dann wird sich schon in jungen Jahren um alle deutschen Kinder, ob reich oder arm, ob hoch oder niedrig, ein festes Band der Liebe und Zusammengehörigkeit schlingen. Sie werden schon in frühester Jugend lernen, daß es im Leben niemals darauf ankommt, was einer besitzt, sondern darauf, was einer leistet und bedeutet. Dann wird auch einmal in nicht allzu ferner Zukunft für immer, wie um diese Stunde, in ganz Deutschland der innere Streit haß, Neid und Mißgunst des einen gegen den anderen verstummen und alle sich zu edlem Wettstreit im Dienste an unserem ganzen Volke vereinigen. Das soll der tiefste Sinn und die innerste Aufforderung dieser schönen und fest­lichen Stunde sein.

In dem Dankgefühl, das uns alle erfüllt, schwingt mit unsere inniAte Bitte an das Schicksal, daß es Führer, Volk und Reich weiterhin in seine gnädige Obhut nehme; daß es dem deutschen Volke aber vor allem das köstlichste Gut bewahren möge, das den Menschen schon in der Weihnachtsbotschaft ver­kündet wurde: den Frieden auf Erden!

Das Siegheil auf den Führer, vom stellvertreten­den Gauleiter Görlitzer ausgebracht, und die Na­tionalhymne schlossen den ersten Teil der Feier ab. Die Veranstaltung, zu der auch die Gattin des Mi­nisters mit der kleinen Helga erschienen war, brachte im weiteren Verlauf ein lustiges Weihnachts­spiel. Anschließend erfolgte die Bescherung, die der Minister, unterstützt von seiner Gattin und den Helfern, zum größten Teil eigenhändig vor­nahm, nicht ohne manches ernste oder scherzende Wort mit den Betreuten zu wechseln und seine eigenen besten Wünsche für das Fest auszusprechen.

Frühere Gegner bei Streicher zu Gast.

Nürnberg, 21. Dez. (DNB.) (Sauleiter Julius Streicher hatte fünfzehn auf seinen Wunsch aus dem Konzentrationslager in Dachau entlassene ehemalige politische Geg­ner mit ihren Angehörigen als seine Gäste zu einem bescheidenen Mittagessen gebeten. In ein­dringlichen Worten sprach der Frankenführer zu den Entlassenen und legte ihnen dar, warum er ge­wünscht habe, in dieser Weise mit ihnen zusammen­zukommen. Er wisse genau äu unterscheiden zwi­schen solchen Gegnern, die ehrliche Kämpfer waren und zwischen solchen, die um des ma­teriellen Vorteils willen sich politisch be­tätigten. Der Gauleiter ermahnte die Entlassenen, sich jeder Betätigung gegen den heutigen Staat, der für alle Volksgenossen das Beste wolle, zu enthalten. Wer von den Entlqssenen in Zukunft hilfesuchend zu ihm komme, dem werde er stets, so­fern der Betreffende anständig geblieben, seine Unterstützung angedeihen lassen. Wer aber absolut nach Rußland wolle, dem werde er gern die Fahrt bis zur Grenze bezahlen, damit er in das erträumte Paradies kommen könne. Wer dies wolle, solle sich binnen zehn Tagen melden. Der Frankenführer ließ sich von jedem der Entlassenen über die persönlichen Verhältnisse un­terrichten. Sodann wurde das gemeinsame Mittag­essen eingenommen. Nach dem Essen erhielt jeder von der NSV., die die Entlassenen auch vorerst be­treuen wird, ein Weihnachtspaket und ein kleines Handgeld.

Eigene Eindrücke.

Der Präsident des spanischen Olympia-Aus­schusses berichtet über das neue Deutschland.

Madrid, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Der Präsident des spanischen Olympia-Ausschusses, Graf V a l l e l l a n o , hielt vor zahlreichen Zuhörern einen Vortrag über das neue Deutschland. Der Red­ner betonte, daß der Nationalsozialismus keine Ausfuhrware, sondern rein deutsch sei. Wenn er über den Nationalsozialismus spreche, bann tue er es, um der Wahrheit z u ihrem Recht zu verhelfen gegen die Verleumdungen der Feinde von Autorität und Ordnung, der Juden, Marxisten und Freimaurer.

Der Vortragende berichtet dann von dem großen Eindruck, den auf ihn die Organisation der deutschen Handelsluftfahrt gemacht habe, von Fabrikbesuchen, beie denen er die Z u - friedenheit der Arbeiterschaft und die Erlogenheit von Hungerlöhnen habe feststellen kön­nen: es folgten Schilderungen über den Partei- ta g, über München und Stuttgart, über die Auto st raßen und die großartige Arbeit, die in Garmisch für die Winterolympiade geleistet werde. Zur Judenfrage erklärte der Redner, die neuen deutschen Gesetze wollten nicht die Vernichtung der Juden, sondern ihre Einmischung in das öffent­liche Leben unmöglich machen. Der Dorttagende schloß mit dem Hinweis darauf, daß das Riesenwerk Hitlers durch dessen Selbstverleugnung und Opfer geschaffen worden sei, daß Hitlers Arbeit aber auch durch das ganze deutsche Volk unter­stützt würde. Daß das auch einmal in Spanien so sein möge, wenn ein wahrer Führer kommt, sei sein heißer Wunsch.

Sowjelzvg in die Cuff gesprengt?

Die Charbiner weißrussische Presse meldet, daß die Weißrussen Ende November auf der Strecke der Amurbahn in der Nähe von Semenowskaya einen Sowjetzug in die Lust sprengten. An- geblich wurden dabei 200 Personen getötet ober oermunbet Der Anschlag sei gegen mehrere sehr hohe Beamte ber Sowjeträte, die nach Chabarowsk unterwegs waren, gerichtet gewesen.

Berlin, 21.Dez. (DNB.) Mit Einverständnis des Führers und Reichskanzlers hat ber Reichs­kriegsminister ben Oberbefehlshaber bes Heeres be­auftragt, einen©olbatenbunb" des neuen Heeres zu bilden. In diesem Bunde sollen alle seit dem 1. Januar 1921 aus dem Reichs­heer oder neuen Heer ausgeschiede­nen und die in Zukunft ausscheidenden Soldaten, die sich ihm freiwillig anschließen wollen, zusammengefaßt werden.

Damit ist neben den N S. Deutschen Ma­rinebund, in dessen Kameradschaften die aus der Kriegsmarine entlassenen Soldaten auch weiter­hin ihren Zusammenschluß finden, und neben die Luftwaffen-Reserve, in die die aus der Luftwaffe ausfcheidenden Soldaten überführt wer­den, die entsprechende, bisher noch fehlende Organi­sation für das Heer getreten. Zugleich ist durch Schließung dieser Lücke auch die im Interesse rei­bungsloser Zusammenarbeit liegende klare Ab­grenzung der Arbeitsgebiete festgelegt worden: Im neuenS o l d a t e n b u n d" werden in Zukunft die Belange ber Reservisten des neuen Heeres ihre Vertretung finben, imKyffhäuser- b u n b" und den übrigen Soldatenbün­den diejenigen der ehemaligen Angehörigen der alten Wehrmacht. Zum Bundesführer hat der Reichskriegsminister den General der Infanterie a. D. Freiherrn Seutter von Lotzen, zu dessen Stellvertreter den Gauleiter, Oberpräsidenten und Staatsrat Schwede- Koburg, Bundespräsi­denten desReichstreubundes", ernannt.

Zweck desSokdatenbundes" ist es, an den ent­laßenen Soldaten die Aufgabe fortzuführen, die der Führer im Herbst d. I. in Nürnberg der aktiven Wehrmacht gestellt hat:Ihre Angehörigen z u z u- verlässigen und anständigen Volks­genossen zu erziehen, die sich in der Stunde der Not und Gefahr in Treue mit ber Nation ver­bunden fühlen, und die, wenn je das Schicksal sie vor die härteste Probe stellen sollte, tapfer die Freiheit ihres Volkes verteidigen". Daneben will derSoldatenbund" feine Mitglieder in leben­diger Kameradschaft mit ber aktiven Truppe halten unb unter ihnen Kameradschaft und die Erinnerung an die gemeinsam verbrachte Dienstzeit pflegen. Er will auch in die jungen Soldaten den Stolz auf die gro­ßen Traditionen unseres Heeres einpflan­zen und in ihnen die Erinnerung an die Taten ihrer Väter wach halten. Er will fer­ner feinen Mitgliedern praktische Hilfe ange­deihen lassen, indem er die nach ehrenvoller Dienst­zeit ausscheidenden Soldaten, insbesondere die Ver­sorgungsanwärter, beim Uebergang in einen bürgerlichen Beruf mit Rat und Tat unter-

Erfurt. 22. Dez. (DNB.) Die im Waffen­zentrum Deutschlands gelegenenBerlin - Suh - ter Waffen - und Fahrzeugwerke-, bis­her Simfon & Lo.» Suhl L Th., eines der wichtig­sten und größten Unternehmungen dieser Art, find bis zur endgültigen Durchführung der geplanten Maßnahmen durch notariellen Vertrag von dem Gauleiter und Reichsstatthalter in Thüringen, Sauckel, übernommen worden. Es ist vor­gesehen, daß die Werke im Rahmen einer gemeinnützigen Stiftung fortgeführt werden. Diese Stiftung wird der Reichsstatthalter gemeinsam mit dem Reichskriegsminifter dem Füh­rer und Reichskanzler zur Verfügung stellen. Der Führer hat diesen Plan bereits grundsätzlich geneh­migt und den Gauleiter und Reichsstatthalter mit dessen Ausarbeitung beauftragt

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Das Deutsche Nachrichtenbüro teilt dazu weiter mit: Damit ist nach langwierigen Ermittlungen ber beauftragten Stellen ber Schlußstrich unter einen Fall unerhörter Bereicherung von Juben an öffentlichen Gelbern gezogen worben, wie er nur in ber Novemberrepublik mög­lich gewesen ist. Inhaber ber früheren Firma Sim- son Co. war die ber internationalen Hochfinanz angehörige jüdische Familie S i m s o n. Sie konnte in ber Systemzeit in gerabezu unfaßbarer Weise Riesengewinne auf Kosten ber Steuerzahler mühe­los erzielen, nachdem sie von ber Entente auf Grunb bes Versailler Vertrages einen Monopol­vertrag für gewisse Reichsaufträge in ber Novemberrepublik erhalten hatte. Sie hat bieses Monopol in rücksichtsloser Weise ausgenutzt. Erst nach ber Machtergreifung ist es gelungen, biese Mißstände aufzubecken.

Staatliche Prüfungsstellen und insbesondere die vom wirlfchaflsbeaufttaglen des Führers, Keppler, eingesetzte Deutsche Revisions- und Treuhand -A. -G. Haden vertrags­widrige lledergewinne von vielen Millionen feslgestelll, obwohl man versucht halte, diese durch eine undurchsichtige Buchfüh­rung unb durch die Vernichtung von Kalkula­tionsunterlagen zu verschleiern. Obwohl auf der einen Seite unzulässige llebergewinne erzielt waren, wurden auf der anderen Seite bei der früheren Firma Simfon & Lo. die nie- drigften Löhne gezahlt. Auch war für die primitivsten sanitären Einrich­tungen und für eigentlich selbstverständliche soziale Zwecke nie Geld vorhanden.

Bereits Anfang 1934 hatte die Familie Simfon in Erkenntnis ber Unmöglichkeit, ben Betrieb in ber bisherigen Weife fortzufuhren, sich entschlossen, b i e Werksleitung einem nationalsoziali­stischen Treuhänber, Dr. Herbert Hoffmann, durch notariellen Vertrag zu übertragen. Durch biese Maßnahme würbe im Einvernehmen mit ben staat­lichen unb politischen Stellen ber nichtarische Einfluß auf bie Gejchäftsleituug dieses

stützt. Zu biesem Zweck wirb d e rR e i ch s tr e u - bunb" in ben6 o I b a t e n b u n b" einge- g I i e b e r t.

Wie bas Heer unb bie übrigen Wehrmachtsteile, so steht auch berSoldatenbunb" auf bem B o - ben nationalsoziali ft i scher Weltan­schauung, Treue zum Führer, bem Schöpfer und Obersten Befehlshaber der neuen Wehrmacht, und soldatischer Gehorsam bestimmen seine Grund­haltung. Seinem Wesen unb Zweck entsprechend unb dem Willen bes Führers folgend, ist berSolbaten- bund" eine unpolitische Vereinigung. Daher gilt für bie Betätigung ber Mitglieder im Bunde der gleiche Grundsatz wie im Heer: daß der Soldat seinem Vaterland zu dienen, aber keine Politik z u treiben hat. Außer­halb des Bundes ist jedes Mitglied in feiner staats­bürgerlichen Betätigung frei. Mitglieder des Bun­des, die sich aktiv politisch oder weltanschaulich be­tätigen wollen, können und sollen daher außerdem den Gliederungen der Partei, z. B. SA. oder SS., beitreten. Doppelmitgliedschaft zu ihnen und dem Soldatenbund" ist also zulässig.

Mitglied des Bundes kann jeder Soldat (Offi- zier, Unteroffizier oder Mann) werden, der seit dem 1. Januar 1921 im Reichsheer ober neuen Heer gedient ober geübt hat und in Ehren ausge­schieden ist. Die Mitglieder desSoldatenbun­des" werden inKameradschaften" zu­sammen gefaßt, deren Bildung im Laufe bes Monats Januar erfolgen wirb. Gleichzeitig werden durch die örtliche Presse bie Anschriften der Kameradschaftsführer bekanntgegeben wer­den, an die der Aufnahmeantrag schriftlich zu richten ist. Mitglieder des Bundes, bie der alten Wehrmacht angehört haben oder vor Gründung desSoldatenbundes" bereits einem ber Bünde der alten Wehrmacht beigetreten waren, können neben ber Bundesmitgliedschaft ihre bisherige Zugehörigkeit zu ben alten Soldaten- Vereinigungen unb - Bünben beibe­halten. Die Mitglieder desSoldatenbundes" erhalten ein besonderes Abzeichen, das ihre enge Zugehörigkeit zur neuen Wehrmacht kenn­zeichnet. Der monatliche Mitgliedsbei- t r a g beträgt 0,50 Mark. In diesem Betrag sind alle Beiträge für Bund und Kameradschaft sowie das Bezugsgeld für die zweimal im Monat er­scheinende Bundeszeitung enthalten. Die­jenigen Mitglieder, die als Versoraungsanwärter die Hilfe besR e i ch s t r e u b u nd e s" in An­spruch nehmen wollen, haben für die Mitgliedschaft bei diesem einen Sonderzuschlag von 0,50 Mark zu entrichten. Mitglieder, die sich in wirt­schaftlicher Notlage befinden ober durch Beitragszahlungen an SA. oder SS. besonders belastet sind, werden auf Antrag Beitragserleichterungen gewährt werden.

reichswichtigen ^Betriebes völlig ausgeschal­tet, während der Familie die kapitalmäßige Nutzung des Betriebserttages weiter verblieb. Spätere Versuche der Familie Simson, diesen ver­loren gegangenen Einfluß auf bie Werksleitung mit allen möglichen Mitteln wiederzuerlangen, scheiter­ten an ber Wachsamkeit ber Thüringer Stellen. Nachbem bie erzielten llebergewinne der Familie in bem jetzt abgeschlossenen Vertrag durch die Abtretung des Werkes und bie Rückzah­lung eines ansehnlichen Millionenbetrages abge­golten würben, sind nunmehr die Juden Simson auch kapitalmäßig aus bem Unterneh­men restlos ausgeschieden.

Nach ber Uebernahme ber Werke durch den Reichsstatthalter Sauckel hat dieser den Ge­schäftsführern Dr. h o f f m a n n und Beckurts, bie burch bie jüdischen Bestrebungen in ihrer Tätigkeit schwer bebrängt worben waren, fein vollstes Vertrauen ausgesprochen unb sie er­sucht, bas Unternehmen in bem bisherigen

Suhl i. Th., 22. Dez. (DNB.) Aus Anlaß der Uebernahme der Berlin-Suhler Waffen- und Fahr­zeugwerke, der früheren Simson - Werke, durch Reichsstatthalter Sauckel besuchte dieser das Werk. Feiertagsstimmuna herrschte im ganzen Betrieb. Der glänzende Lichtbaum inmitten des weiten Hofes leuchtete hell. Der Gauleiter sprach zunächst zu den leitenden Beamten und Werkmeistern, dann zum Vertrauensrat und bei Besichtigung der vor­bildlichen Lehrlingsabteilung spontan auch zum jungen Nachwuchs der Belegschaft über die hohe Aufgabe, bie allen Mitarbeitern biefes Werkes aus ber Tatsache erwächst, baß hier ber erste nationalsoziali st ische Volksgemein­schaftsbetrieb entstanden ist.

Am gemeinsamen Mittagessen im neuen Gemein- schaftshaus nahm der (Bauleiter unb Reichsstatt­halter mitten unter ber Belegschaft teil. Nach der Mittagspause versammelte sich die Belegschaft im großen Saal. Als Ehrengäste waren die Forma­tionsführer und führenden Persönlichkeiten ber Partei und des Staates erschienen, die bie feierliche Inbesitznahme bes Werkes miterleben wollten. Mit ungeheurem Jubel nahm bie Belegschaft bie Kunbe von Gauleiter Sauckel auf, baß ber ehemals jü­dische Betrieb dem profitkapitalistischen Ueber- geminnftreben einer jüdischen Familie entzogen unb der nationalsozialistischen Volksgemeinschaft dienst­bar gemacht wurde. Atemlos lauschten sie den auf- klärenden Worten bes (Bauleiters, der schonungs­los den Hergang dieser Angelegenheit offenlegte und die jüdische Lüge zerriß, daß das Werk ein Geschenk der Juden an die Arbeiter bedeute. Er hob dabei hervor, wie schwer der Kampf gewesen sei, bis das

Die Zamilien-Anlerstützung der Wehr- u. Arbeiisdienstpftichligen

Berlin, 21. Dezember. (DNB. Amtlich.) Die Unterstützung der Angehörigen der zur Erfüllung der aktiven Dienstpflicht einberu­fenen Wehrpflichtigen und der einberufenen Ar» beitsdien ft pflichtigen hat nicht den Cha­rakter der öffentlichen Fürsorge unb ist daher nicht zurückzu er statten. Sie wird von den Stadt- unb Landkreisen auf Kosten des Reiches als Staatsaufgabe durchgeführt Unterstützungs­berechtigt sind die nach bürgerlichem Recht un­ter h a l t u n g s b e r e ch t i g t e n Angehöri­gen des Einberufenen: Ehefrau, eheliche und für ehelich erklärte Kinder, Verwandte der aufsteigenden Linie, Stief- und Pflegekinder, wenn der Einbe­rufene bis zur Einberufung ganz- ober überwiegend der Ernährer gewesen ist, ferner uneheliche Kinder, wenn der Einberufene seine Vaterschaft anerkannt hat, obr wenn feine Unterhaltspflicht gerichtlich fest­gestellt ist.

Die Unterstützung wirb burch ben Stabt- unb Landkreis gezahlt, in dessen Gebiet bxer unterstützungsberechtigte Angehörige wohnt oder sich nicht nur vorübergehend aufhält. Der An­trag kann bei diesem Stadt- oder Landkreis oder bei dem Bürgermeister der Aufent­haltsgemeinde gestellt werden. Beizufügen ist eine Bescheinigung bes Truppen- (Marine-) Teils, ober oer Arbeitsbienst­abteilung über die erfolgte Einstellung, der Mietvertrag und ein Nachweis, daß ber Antragsteller zu ben genannten Angehörigen des Einberufenen gehört.

Die Unterstützung ist so bemessen, daß sie zur Sicherung des notwendiger! Lebende- barfs ausreicht. Dabei wird auf die bisherigen Lebensverhältnisse Rücksicht genommen. Neben Der Unterstützung werden, soweit erforderlich, Miets- b e i h i l f e n gewährt. Eigenes Einkommen des Unterstützungsberechtigten wird grundsätzlich angerechnet. Außer Ansatz bleiben jedoch ein Teil des Arbeitsverdienstes, bestimmte Bezüge der Kriegsbeschädigten, Ehrensvlde und Ehrenunter­stützungen der NSDAP., Leistungen der Wochen­hilfe und andere. Die Unterhaltspflicht ber Ver- roanbten geht der Familienunterstützung vor. Don Mitgliedern einer Familiengemeinschaft (Haushältsgemeinschaft) wird darüber hinaus er­wartet, daß sie das Aufbauwerk des Führers an ber Wehrmacht unb dem Arbeitsdienst auch ihrer­seits dadurch fördern, daß sie im Rahmen des ihnen Zumutbaren unb nach Maßgabe der verfügbaren Mittel und Kräfte bie in ihrer Haus­haltsgemeinschaft lebenben Angehörigen ber Ein­berufenen unterstützen.

Geiste, wie es einem ehrbaren Kaufmann im nationalfozialistischen Staate geziemt, weiter- z u f ü h r e n. Die Erzeugung von Waffen. Fahrrädern, Kinderwagen und Maschinenteilen wird in der bisherigen Weise fortgesetzt und ausgebaut werden. Die Firma führt fortab den NamenBerlin-Suhler Waffen - und Fahrzeugwerke" (B. S. HL).

Jrn Zuge dieser Umbenennung wird auch ber Bahnhof bes Werkes in Heinrichs bei Suhl, ber bis­her den NamenSimson-Werk" trug, geändert werden. Dieser Bahnhof wird ben NamenSuhl- Heinrichswerk" erhalten.

Nach Abschluß ber außerorbentlich schweren Kämpfe und erfolgreichen Arbeiten in dieser An­gelegenheit sind dem Reichsstatthalter Sauckel unb seinen Mitarbeitern von den verschiedensten Seiten die herzlich st en Glückwünsche über­mittelt worden, so von dem Stellvertreter des Führers, dem Chef des Heereswaffenamtes unb von der Gefolgschaft der BSW.-Werke.

Ziel erreicht wurde, bie widerrechtlich aus ben Steuergroschen bes deutschen Volkes erzielten lieber- gewinne wieder zurückzuerobern.

In seiner Rede, die durch die Beifallszurufe der Belegschaft oft unterbrochen wurde, legte der Gau­leiter der Belegschaft dar, baß es mit ber Inbesitz­nahme des Werkes allein nicht getan sei. Er wolle überdies von ben ganzen Menschen, von ihrem Fleiß unb dem guten Willen im Namen bes Füh­rers Besitz ergreifen. So werde dieser Besitz vor­bildlich für alle werden; denn hier solle in Zukunft bas Leistungsprinzip entschei­den. Als Nationalsozialist wolle er keine leeren Versprechungen machen. Aber eines ver­spreche er: Im Werk solle sich jeder wohlfühlen und solle jeder erkennen, daß auch die Betriebs­leiter unb er selbst nichts anderes seien als A r - beiter am Dritten Reich. Sie alle sollten erkennen, daß der Nationalsozialismus es gut mit ihnen meine. Der Reichsstatthalter schloß seinen großen Appell an die Belegschaft mit der Feststellung, daß der Jude und der jübische Geist aus ben Mauern bes Werkes verschwunben sind und in Zukunft einzig und allein ber Geist Adolf Hitlers, des Führers ber deutschen Arbeiter aus Schmach und Schande zu neuer Ar­beit, zu wehrhaftem Gut und zur Freiheit, herrscht.

Aus der Belegschaft heraus wurden dem Gau­letter und Reichsstatthalter, nachdem bie Ehrung bes Führers verklungen war, spontan Hei!!' Rufe ausgebracht, die am beutlichsten zeig' ten, welche Freude die Arbeiterschaft über ben Wechsel empfindet. Aus Anlaß ber Uebernahme des Betriebes durch den Reichsstatthalter stiftets

Die Simson-Waffenwerke in Guhl werden eine gemeinnützige Stiftung.

Ltebernahme durch den thüringischen Reichsstatthalter Sauckel im Namen des Führers.

Der erste nationalsozialiMcheDolksgememschasts- betrieb in Thüringen entstanden.

Gauleiter Sauckel spricht zu den Arbeitern der Berlin-Suhler-Waffenwerse.