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Lden als Aachfolger Hoares zum britischen Außenminister ernannt

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Aus aller Welt

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Anthony Eden wurde 1897 geboren, ist also !8 Jahre alt. Er studierte in Eton und Oxford, wo nr seine Schlußprüfung in orientalischen Sprachen mit Auszeichnung ablegte. Seine Studienzeit wurde (liird) den Weltkrieg unterbrochen. Mit 18 Jahren pg er ins Feld und kämpfte in Flandern und im der französischen Front mit Auszeichnung. 1923 mürbe Eden als konservativer Abgeordneter i n llas Unterhaus gewählt. Von 1926 bis 1929 mar er parlamentarischer Unterstaatssekretär des lumaligen Außenministers Sir Austen Chamber- jain. Der ersten nationalen Konzentrationsregie- rimg im August 1931 gehörte er als Unterstaats- i^kretär im Äußenamt an, als solcher vertrat er den ioamaligen Außenminister Sir John Simon rnehr- ach i n G e n f beim Völkerbund. Um ihm die Mög- chkeit zu geben, seine gesamte Tätigkeit auf Völ- ^rbunbsfragen zu konzentrieren, wurde er 1934 ^orbsiegelbewahrer. Im Juni 1935 erhielt er Ka- liinettsrang und den Titel eines Völkerbunds- Tiinifters. Eden beschäftigte sich besonders mit Ab- Lstungsfragen und unternahm im Auftrag der englischen Regierung mehrfach Reisen nach den nichtigsten europäischen Hauptstädten. Im März 1935 besuchte er gemeinsam mit Simon Berlin. In leer letzten Zeit trat Eden besonders bei den Ver­handlungen über den italienisch-abessinischen Kon- 'ikt hervor und vertrat in Genf die britische Völker- j hunbspolitif.

lich schwer-" n dieser 2"' Sauckel M icnften Büt" sche über Ivertreter senamtes M ke.

Lorbfiegelbewahrer unb als Völkerbunbsminister sei Eben ein unermüdlicher Anhänger des Völkerbundes gewesen. Jetzt, wo er Außen­minister geworden fei, dürfe man erwarten, daß er sich ebenso um bas Interesse Großbri­tanniens kümmern werbe.

Das ArbeiterblattDaily Heralb" hofft, baß die britische Politik jetzt nach Edens Ernennung auf ein einziges Ziel hinarbeiten werde, Mussolini durch gemeinsame Schritte zu zwingen, seinen Angriff einzustellen und einen Frieden zu schließen, der die durch die Völkerbunbssatzung gewährleistete territo­riale Unverletzlichkeit Abessiniens wahre. Das liberaleNews Chronicle" ist der Ansicht, daß Baldwin den einzigen Schritt getan, der im Jn- unb Auslände die Uebergeugung schaffen werde, daß Großbritannien wieder zur Politik der vollen Unterstützung des Völkerbundes und der Sühne­maßnahmen' zurückgekehrt sei. Der rechtskonser­vativeDaily Expreß" erklärt, die Ernennung wäre schlimm, da Eden an einer fixen Idee, der

London, 22. Dez. (DJIB.) Amtlich wird be- kmntgegeben, daß der bisherige Völkerbunbs- minifter Anthony Eden als Nachfolger Sir Samuel Hoares zum Außenminister et« rannt worben ist. Der Poften eines Völker- tundsministers wird nicht neu beseht ererben.

Kunst und Wissenschaft.

Generalintendant Everth in Darmstadt neu verpflichtet.

Der Reichsstatthalter in Hessen Landesregie, rung hat bem Leiter der Hessischen Landes- theaters in Darmstadt, Generalintendanten Franz Everth, auf weitere drei Jahre, bis Ende der Spielzeit 1938/39, verpflichtet. Der Reichspropa, ganöaminifter hat diese Verpflichtung bestätigt. Oe« neraüntenbant Everth wurde zu Beginn der Spiel- zeit 1934/35 an die Spitze des Hessischen Landes­theaters berufen; er war zuvor Oberspielleiter und Schauspielleiter der Städtischen Bühnen in Köln gewesen. Darmstadt verdankt seinem bisherigen Wirken einen merklichen, auch im Reich stark beach­teten künstlerischen Aufschwung seiner traditions. reichen Bühnen.

25 Menschen zum OpfergefaHcn. Unter den Verbrannten befinden sich fünf Frauen und vier Kinder. Außerdem haben neun Personen schwere Brandwunden erlitten, während 17 Einwohner mit leichten Verletzungen davongekommen sind. Eine Untersuchung hat ergeben, daß überhaupt feint Feuerschutzmaßnahmen ergriffen worden waren, und auch die Feuerwehr nichts unternommen hatte, um die Menschen aus den Flammen zu retten.

Schießerei in einer französischen Kaserne.

Aus einem Fenster einer Kaserne in Toul wurde dieser Tage plötzlich ein wildes Feuer auf zahlreiche im Kasernenhof versammelte Offiziere und Mannfchaften eröffnet. Ein Hauptmann unb ein Soldat würben schwer getroffen unb starben wenige Minuten später im Lazarett. Die Soldaten- auf dem Kasernenhof nahmen sofort Deckung. Nach­dem die erste Verblüffung überwunden war, stürm­ten ein Leutnant und zwei Unteroffiziere in die Kaserne, um den Schützen zu suchen. Zu ihrem Schutz hielten sie sich dicke Matratzen vor den Leib. In einem Korridor lag ein Soldat, der von einem Schuß durch eine verbarrikadierte Tür verwundet worden war. Von einem benachbarten Zimmer aus wurde daraufhin ein Loch durch die Wand geflo­gen, durch das man nunmehr unter einem Bett einen Soldaten sah, der das Gewehr anschlagsbe­reit hielt. Der Leutnant und der Unteroffizier schos- fen sofort. Von sieben Schüssen durchbohrt, wurde der Mörder getötet. Es handelt sich um einen marokkanischen Schützen. Ob er in einem Anfall geistiger Umnachtung ober aus Rache geschossen hat, weiß man noch nicht.

Verheerendes Erdbeben in Nordchina.

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Wetterbericht

des Reichswellerdienfles. Ausgabeorl Frankfurt.

Von England erstreckt sich über Westdeutschland nach der Schweiz hin ein Hochdruckrücken, der in einer ganzen Ausdehnung heiteres Wetter unb kräftige nächtliche Strahlungsfröste brachte. In unserem Gebiet wurden dabei Tiefgräben zwischen 5 und 12 Grad Celsius beobachtet. Im nördlichen Deutschland hielt zu gleicher Zeit bedecktes Wetter und eine Westströmung die Temperaturen dicht bei 0 Grad, während eine milde Südströmung in Süd- unb Mittelfrankreich heute früh verbreitete Regen­fälle verursachte. Voraussichtlich bleibt bei uns ber Einfluß des Hochdruckrückens bestimmend.

Aussichten für Dienstag: Vielfach dun- ftig, sonst bedeckt, bei Aufheiterung und im wesent- licken trocken, Fortdauer der Froste, überwiegend östliche Winde.

Aussichten für Mittwoch: Weitere Ent- wicklung schwer absehbar, doch voraussichtlich noch Fortdauer der Froste.

Lufttemperaturen am 22. Dezember: mittags 1,6 Grad Celsius, abends0,2 Grad; am 23. Dezem­ber: morgens6,8 Grad. Maximum 2 Grad, Mini­mum 7 Grad Celsius. Erdtemperaturen in 10 cm Tiefe am 22. Dezember: abends 0,2 Grad; am 23. Dezember: morgens 0,1 Grad Celsius.

Winlersport-Wetternachrichlen.

Vogelsberg, Hoherodskopf, heiter, 11 Grad, 65 Zentimeter Gesamschneehöhe, kein Neu- f nee, Pulverschnee, Ski und Nobel sehr gut. Herchenhainer Höhe: heiter,7 Grad, 50 Zenti­meter Gesamtschneehöhe, 5 Zentimeter Neuschnee, Pulverschnee, Ski und Rodel sehr gut.

Rhön, Wasserkuppe: bewölkt, 7 Grab, 50 Zentimeter Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pul­verschnee, Ski unb Rodel sehr gut.

Taunus. Kleiner Felbberg: heiter,6 Grab, 26 cm Gesamtschneehohe, kein Neuschnee, Pulver­schnee, Ski unb Nobel gut. Großer Felbberg: heiter,5 Grab, 29 em Gesamtschneehöhe, fein Neuschnee, Pulverschnee, Ski unb Nobel gut.

Schwarzwal b. Felbberg: bewölkt, 5 Grab, 145 cm Gesamtschneehöhe, kein Neuschnee, Pulver­schnee, Ski unb Nobel sehr gut.

Die vier ausgewiesenen Heimat­treuen in Deutschland.

Aachen, 21. Dez. (DNB.) Die vier am Don­nerstag aus Belgien ausgewiesenen Heimattreuen aus Eupen-Malmeby Josef Dehottay, Peter De- hottay, Heinrich Dehottay unb Paul Foxius hatten ben Wunsch geäußert, zusammen bei ber Grenz­übergangsstelle Koepfchen bei Aachen über bie Grenze gebracht zu werben. Diesem Wunsche würbe aber von ber belgischen ©enbarmerie nicht ent­sprochen, weil man Kunbgebungen ber deutschen Grenzbevölkerung befürchtete, und so mußten die Ausgewiesenen bei vier räumlich weit aus­einander liegenden Punkten die Grenze überschreiten. Nach dem Grenzübertritt wurden die Ausgewiesenen mit Kraftwagen nach Aachen geholt. Am Freitagvormittag wurden die Aus- gewiesenen von der Regierung empfangen. Dem Empfang wohnten als Vertreter des in Berlin wei­lenden Regierungspräsidenten Reeder, Geheimrat von Einern, bei. Die Beamten begrüßten die Ausgewiesenen auf deutschem Boden unb nahmen

Die Rhönstrahe ist fertig.

Die Rhön st raße von Geisa über Tann, Hil- bers unb Wüstensachsen nach ber Wasserkuppe ist nunmehr fertig ausgebaut worden. Die Ar­beiten, die im Sommer begonnen hatten, sind bis auf Kleinigkeiten, bie erst nach der Schneeschmelze im Frühjahr erledigt werden können, beendet. Die Wasserkuppe hat einen großen Parkplatz erhalten, der besonders anläßlich der im nächsten Jahre durchzuführenden Olympia-Segelflüge von ben zahl­reich zu erroartenben Besuchern stark benutzt wer­den dürfte.

Vom LuftschiffLZ 129.

Mährend der letzten Tage war man in ber Wasserstoffgasfabrik auf bem Zeppelingelande m Friebrichshafen mit ber Fabrikation bes Wasser­stoffgases als Traggas für bas neue Luftsch i f f LZ 12 9" tätig. Der große Gaskessel mit 20000 Kubikmeter Inhalt ist gefüllt, und auch in ber Speicheranlage sind 20 000 Kubikmeter Wasser- ftoffqas für LZ. 129" aufgespeichert also insgesamt 40 000 Kubikmeter Wasserstoffgas. Diese betragen aber nur ein Fünftel ber Gas­menge die das neue Luftschiff benötigt. Mit der ftüttuna der Gaszellen kann erst in einigen Wochen begonnen werden. Im LuftschiffGraf Zeppelin" wird als Betriebsstoff für die Maybach-Motoren an Stelle von Benzin Blaugas verwendet.LZ 129 erhält keine Blaugaszellen mehr, weil dieses Schiff keine Benzin-Motoren, sondern Rohölmotoren er-

ersahren.

Betreuung deutscher und britischer Kriegergrcbrr.

Berlin, 21. Dez. (DNB.) Im Auswärtigen Amt ist von dem Staatssekretär des Auswärtigen Amtes dem britischen Botschafter, bem französischen Botschafter unb bem Gesandten ber Sübasrikani- schen Union ein Abkommen unterzeichnet worben, in dem bie Einsetzung eines gemischten Aus­schusses für bie Betreuung ber beutschen Kriegergräber auf britischem Gebiet unb auf britischen Friedhöfen in Frankreich so­wie der britischen Kriegergräber in Deutschland vorgesehen ist. Damit wird eine Einrichtung geschaffen, wie sie zwischen Großbritan­nien, Frankreich, Belgien und Italien schon seit dem Ende des Weltkrieges besteht. Die Vereinbarun­gen werden dazu dienen, die Zusammenarbeit ber Regierungen auf bem Gebiete ber Ehrung ber Toten bes Weltkrieges zu fördern.

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Nachbern schon vorher in ben Stäbten Tschöngtu unb Tschunking in der Provinz Szetschuan leichtere Erdstöße verspürt worben waren, würbe am 18. De­zember Mapien unb Umgebung in Süb-Szetschuan von einem schweren, fünfstünbigen Erb- beben heimgesucht. Die Stoße folgten unter bon­nerähnlichem Getöse in rascher Folge. Die Der- luste anMenschenleben und Sachwerten sind sehr groß. Einzelheiten sind jedoch noch nicht fest­stellbar. Nach den bisher vorliegenden Berichten zeigte die Erde an vielen Stellen Risse. Zahlreiche Gebäude st ü r z t e n ein. Auch viele Bäume wur­den entwurzelt. Die Behörden entsandten eine Hilfs­expedition in das heimgesuchte Gebiet. Die Aus­läufer bes Erbbebens erstreckten sich bis in bie Pro­vinz Norb-Hopei.

Grohfeuer im Washingtoner Postgebäube.

Im Washingtoner Postgedäube, bas mit einem Kostenaufwand von 10 Millionen Dollar in letzter Zeit errichtet worden war, brach Feuer aus, das zahlreiche Räume, darunter die Arbeitszimmer des Generalpostmeisters F a r l e y , schwer beschädigte. Viele Regierungsakten fielen den Flammen zum Opfer. Bei ben Löscharbeiten, bie über 7 Stunden dauerten, erlitten fast 50 Feuerwehrleute z. T. schwere Rauchvergiftungen.

bes Volkerbunbes, leibe.Daily Mail" brückt ben Wunsch aus, baß ber neue Außen­minister jetzt seine Begeisterung für ben Völkerbunb mäßige.

Englands Vertretung in Senf

L o n b o n , 23. Dez. (DNB. (Funkspr.) Da ber Posten bes Dölkerbunbsministers nach der Ernen­nung Edens zum Außenminister nicht wieder besetzt werden wird, dürfte England in Genf von dem Unterstaatssekretär des Aeußern und Unterhaus- Mitglied Lord Granborne vertreten werden. Man erwartet, daß Eden nur bei außerordentlichen Ge­legenheiten in Genf erscheinen wird. Lord Cran- borne war früher parlamentarischer Pri - vatsekretär Edens und kennt die Völker­bundsfragen gut. Im Oberhaus wird nach wie vor Unterstaatssekretär Lord Stanhope der Wort­führer der Regierung in außenpolitischen Fragen sein.

Paris, 23. Dez. (DNB.-Funkspruch.) Die Er­nennung Edens zum Außenminister hat in Paris ziemlich überrascht, da man mit Sicherheit damit rechnete, daß dieser gerade im Augenblick so ver­antwortliche Posten Chamberlain oder Lord Hali- ax übertragen werden würde. Die französische Bresse widmet aber nichtsdestoweniger Eden reundliche Zeilen, aus denen allerdings hinsichtlich der zukünftigen Entwicklung der augenblicklichen Krise eine gewisse Zurückhaltung spricht.Journal" bedauert, daß Chamberlain sich auch weiterhin hinter der Rolle eines unabhängigen Beraters ver- chanze. Die englische Politik werde nun auf die Wiederaufnahme und weitere Entwicklung der Sühnemahnahmen gerichtet sein. Die Ernennung Edens sei in dieser Richtung bezeich­nend. Sie werde aber in keiner Weise d i e Haltung Frankreichs ändern. Der fran­zösische Außenminister habe einen Standpunkt an­genommen, der absolut folgerichtig und nicht wie derjenige Englands Schwankungen unterworfen sei. Jedoch sei Eden, selbst wenn er gegen den franzö- ischen Standpunkt Stellung nehme, ein Freund Frankreichs, der nur den einzigen Wunsch habe, an einer fruchtbringenden Entwicklung ber og.Entente C o r d i a 1 e mitzuarbeiten. ,Homme Libre" schreibt:Wir Franzosen werben morgen nicht bas weiß finben, was uns bisher chwarz erschienen ist, weil ber Aufstanb ber Pastoren, Pazifisten unb alten Jung­fern in (Englanb zur Ersetzung Sir Samuel Hoares burch Eben geführt hat. Wenn ber Krieg mit Italien von Englanb als eine Art Kolonial- felbzug betrachtet wirb, so ist bas noch lange kein Grunb, baß Frankreich ebenso benkt. Englanb hat nur ein Söldnerheer, aber Frankreich würde in ein derartiges Abenteuer das beste einer Generation werfen, die schon an sich sehr stark zusammen­geschmolzen ist."

Die AgenturHavas" nennt Edens Ernennung ein Zugeständnis an jene MassenPsy­chologie, deren heftige Stellungnahme gegen den Pariser Friedensplan den Angriff der englischen Linksopposition und eines großen Teiles der kon­servativen Mehrheit ausgelöft habe. DerJour" meint, die erste Arbeit Edens werde wahrscheinlich darin bestehen, die übrigen Mächte noch weiter in das Räderwerk'der Sanktionen hin­

einzuziehen, und seine Hauptanstrengung werde sich dabei auf Paris richten. DerFigaro" betont, daß Eden sein Ansehen nicht seiner Geschicklichkeit, sondern seiner Ueberzeuaung und seiner Aufrichtig­keit verdanke. Er habe sehr tiefgreifende Kenntnisse von ber geistigen Einstellung der europäischen Völ­ker. Man müsse ihn als ben europäischsten aller englischen Minister bezeichnen. Das Blatt sieht als erste Folge ber Ernennung Ebens bas Enbe ber Ministerreisen in alle euro­päischen Hauptstäbte voraus.

Fine grundsätzliche iFrage der Gerechtigkeit."

Die Türkei für militärische Sanktionen.

Istandul, 22. Dez. (DNB.) Die englische Um­frage wegen der Beteiligung der Mittelmeerstaaten an etwaigen militärischen Sühnemaßnahmen gegen Italien und die bejahende Antwort der Türkei haben hier größtes Aufsehen erregt, zumal gleich­zeitig die Absicht ber Regierung bekannt wurde, sich vom Parlament einen Sonderkredit von 22,5 Millionen türkischer Pfund zu beschaffen und Flugzeuge bewilligen zu lassen, lieber bie mutmaßliche türkische Haltung bei einem militäri­schen Vorgehen bes Völkerbunbes gegen Italien schreibt der Abgeordnete Punus Nadi in der Zei­tungCümhuryet" unter der Überschrift:Eine abessinische Frage? Nein, eine grundsätz­liche Frage der Gerechtigkei t." Er fragt, ob man es dulden könne, daß Großmächte ohne An­laß schwächere Staaten überfielen. Jetzt müsse es sich ein für alle Mal zeigen, ob sich ber Völkerbund Gehör verschaffen könne, wenn nötig auch mit militärischen Machtmitteln. Jetzt sei der Augenblick gekommen, wo GenfKrieg führen müsse, um die kollektive Sicherheit zu gewährleisten. Man könne nicht verlangen, daß England allein den Krieg erkläre. Der Konflikt beschränke sich nicht mehr auf Italien und Abessinien, sondern es han­dele sich nunmehr um die Aufrechterhaltung bes neuen Systems der kollektiven Sicherheit, und der Völkerbund könne nicht zögern, zu zeigen, baß er dieser Lage g e - wachsen sei.

Hauptschriftleiter: Dr. Friedrich Wilhelm Lange. Verantwortlich für Politik: Dr. Friedrich Wilhelm Lange; für Feuilleton: Dr. Hans Thyriot; für ben übrigen Teil: Ernst Blumschein. Anzeigenleiter: Hans Beck. Verantwortlich für ben Inhalt ber An­zeigen: Theobor Kümmel. 2).21. XI. 35: 11030. Druck unb Verlag: Brühl'sche Universitäts-Buch- unb Stein- bruderei R. Lange, K.-G., sämtlich in Gießen.

Monatsbezugspreis RM. 2,05 einschließlich 25 Pf. Zustellgebühr, mit ber Illustrierten 15 Pf. mehr. Einzelverkaufspreis 10 Pf. unb Samstags 15 Pf^ mit ber Illustrierten 5 Pf. mehr.

Zur Zeit ist Preisliste Nr. 3 vom 1. Juni 1935 gültig.

hält. Das ist ber wesentlichste Unterschieb zwischen beiben Luftschiffen.

Zwei deutsche Dampfer

auf ber Reede von Gdingen zusammengestoßen.

In einer ber letzten Nächte stieß auf ber Reebe von ©hingen ber beutsche DampferKarsten Mil­lers", der in ©dingen Baumwolle gelöscht hatte und sich auf dem Wege nach Schweben befanb, mit bem deutschen DampferOtto 2I(freb Müller", der nach ©dingen einfahren wollte, zusammen. Ein Teil der Besatzung desOtto Alfred Müller" hat das Schiff verlassen. Nur der Kapitän und die Offiziere sind an Bord geblieben. Zwei Danziger Bergungs­dampfer sind zur Hilfe ausgefahren. Der Zusam­menstoß erfolgte nach einer späteren Meldung mit einer derartigen Wucht, daß der DampferOtto Alfred Müller" leck wurde unb mit ber Spitze zu sinken begann. Das gerammte Schiff ist mit ber Spitze bis auf ben ©rund gestoßen unb steht bis zur Hälfte im Wasser, währenb ber Hintere Teil bes Schiffes in bie Luft ragt. Die Bergungsarbei­ten bauern an. Der DampferKarsten Millers" ge­hört ber Hanseatischen Reeberei AG. in Hamburg und steht unter Führung des Kapitäns Wagner. Der DampferOtto Alfred Müller ist ebenfalls in Hamburg beheimatet.

25 Menschen verbrannt.

Wie biePrawba" zu bem vor einigen Tagen gemelbeten 23 r an b eines A r b e i t e r w o h n - f) a u f e s in Irkutsk berichtet, finb bem verheerenben Feuer nicht neun, wie es ursprünglich hieß, fonbern

Erstes Echo der presse.

Lonbon, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) Die Er- i nennung Ebens zum Außenminister wirb von ber 1 bonboner Presse als bas wichtigste Ergebnis bes : Augenblicks bezeichnet. Obwohl Eben in seiner ; Ligenschaft als fteUoertretenber Außenminister zu . laen Anwärtern auf ben Posten gerechnet worben war, bebeutet feine Ernennung boch eine große [ eberrafdjung. Wahrscheinlich haben bie wei­f'en Anhänger ber Regierung im Unterhaus erwar­bt, baß die Wahl auf S i r Au st en Chamber- lia i n fallen werde. Bei den Oppositionsparteien laeftanb dagegen der Wunsch, daß Eden ber Aachfolger Hoares wirb. In ben Kreisen ber Ar­beiterpartei unb ber liberalen Partei herrscht in- nlgebeffen große Freube, bie von allen Anhängern laes Völkerbunbes geteilt wirb. Dieser Einstellung entsprechen bie Aeußerungen ber Morgenpresse. Alle Blätter geben bem verhältnismäßig jugendlichen neuen Leiter ber britischen Außenpolitik gute Wünsche auf ben Weg. Die Vertreter des rechten ftlügels der Konservativen verbinden ihre wohl- rollenden Bemerkungen mit Ermahnungen, bie m ber Hoffnung gipfeln, baß ber neue Außen­minister sich künftig mehr um bie briti- |kf) e n als um bie Volkerbunbsinter- issen bekümmern werde.

Zu der Ernennung Edens schreibt Reuter u. u: Eden wird im Unterhaus allgemein begrüßt werden. Er ist einer der sogenanntenjungen k e u t e", die bereits früh in ihrer Laufbahn eine l«wisse Bedeutung erreichten. Er erzielte seinen erften Erfolg in Genf vor einer Reihe von Jahren mit einigen sehr deutlichen Reden über die inter­nationale Lage zu einer Zeit, in ber es nicht Mobe war, ben Tatsachen ins Gesicht zu sehen. Seit bieser : 3,eit hat das Parlament ihm sein Interesse zuge- manbt. Der gute Eindruck, den er damals machte, hat sich bei den Aussprachen im Unterhaus über ifte auswärtige Lage weiter vermehrt. Edens neuer Bosten ist einer der wichtigsten und am meisten ge­schätzten im Kabinett. Wie verlautet, hat Baldwins Wahl zuletzt zwischen Neville Chamber- liain und Eden gelegen, aber Neville Chamber- nin habe selber abgelehnt. Baldwin habe im­mer wieder erklärt, daß die Zukunft des Landes ei denjungen Leuten" liege. Eden fe dis Minister noch jung. Er könne sicher sein, da nr vom gesamten Kabinett unb vom Unterhau i olle Unterstützung erhalten werbe. Pre Association berichtet ergänzenb, daß Eden ein Ver­wandter bes Lorb Edwarb Grey sei, ber eng- 1 scher Außenminister bei Ausbruch bes Weltkrieges roar.

DieTime s" bemerkt, Edens Ernennung ent- preche ben Wünschen ber Öffentlichen Meinung unb bes Volkes. Die Verschmelzung !ter Aemter bes Außenministers unb bes Völker- h unbsminifters lasse eine einheitliche Lei­tung ber Außenpolitik unter voller Kon­trolle unb Verantwortung bes Kabinetts erwarten. Die bies in der letzten Woche verlangt worden sei. Nit Edens Ernennung gehe die Regierung wieder daran, die Politik der entschlossenen Au'frecht- «rhaltung ber gemeinsamen Front tegen einen Angriff unb ber Bemühung um eine friedliche Regelung in Einklang mit den taemeinfamen Verpflichtungen zu betreiben.Daily Telegraph" erwartet, daß bie Ernennung alle Kreise beruhigen werbe, beren Vertrauen burch eine übri­gens nur scheinbare Aenberung in ber Haltung ber britischen Regierung gegenüber bem Völkerbunb «Ljchüttert worben sei.Morning Post" sagt, als

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bem Auftrag, bie f ommenbe Regelung vor-1 einen Bericht über bie Ausweisung entgegen. Nach bieser Zusammenkunft begaben sich bie Ausge- * miofonön mm CÄnioI llntnn in 9fm+ipn mn fip hiA

wiesenen zum Hotel Union in Aachen, wo sie bis nach ben Feiertagen zu bleiben beabsichtigen, lieber ihre weiteren Pläne ist noch nichts Bestimmtes zu

lic Firma, um ihre Verdunbenheit mit ber .rolksgemeinschaft zu beweisen, 10 00 Kinder­tagen. Der Reichsstatthalter beauftragte bie KSV. bamit, biefe Kinderwagen an roürbige unb ibürftige Familien zu vergeben, bie v o m 1. 2 a - u ar 1936 ab kinberreich werben.

Oie Neuregelung der evangelisch­kirchlichen Frauenarbeit.

Berlin, 21.Dez. (DNB.) Die firdjenamt- liche Pressestelle ber Deutschen Evangelischen Arche teilt mit: Der Reichskirchenausschuß und der Ultpreußische Landeskirchenausschuß haben schon seit (inigen Wochen die Verbindung mit dem Evange- Lschen Frauenwerk einschl. der Evangelischen Frauen- ilfe ausgenommen, um eine Ordnung zu schaffen, ie ber evangelischen Frauenarbeit eine klare Stellung im Aufbau von Kirche unb Semeinbe unb ein vertrauensvolles Verhältnis mm beutschen Frauenwerk sichern soll. Bis zur Verstellung bieser Orbnung bleibt ber b er­eil i g e Aufbau ber kirchlichen Frauen- rbeit b e ft eben. Der Reichskirchenausschuß :eruft bemnächst eine Kammer für bie Frauen-

r b e i t ber Deutschen Evangelischen Kirche mit