185. Jahrgang
Gießener Anzeiger
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Allerdings ist im ganzen Volke auch n o ch v i e l Not und Sorge übrig geblieben. Wir, die wir die Ehre haben, dem Führer bei der Gestaltung unseres deutschen Schicksals in seiner nächsten Nähe helfen und dienen zu dürfen, wissen das sehr wohl und vergessen es in keiner Stunde des ganzen Jahres. All unsere Mühe und Arbeit zielt ja darauf hin, Not und Elend, soweit das überhaupt in Menschenkraft gelegen ist, zu lindern und nach und nach ganz zu überwinden. Bis dahin aber müssen wir alle bestrebt sein, das Unglück, das noch so viele unserer deutschen Volksgenossen quält und bedrückt, gemeinsam zu tragen und es damit auch leichter zu machen. In dieser Gesinnung haben wir die vielen Millionen deutscher Kinder am heutigen Abend zusammengerufen. Sie sollen nicht beim Weihnachtsfest, wo alle anderen sich freuen, einsam sein und dabei vielleicht das bittere Gefühl haben, daß sie innerhalb der deutschen Volksgemeinschaft zwar teilnehmen dürfen an der gemeinsamen Sorge und Entbehrung, daß sie aber alleine stehen, wenn die anderen ihre Feste feiern.
Weihnachten 1933 haben wir a u f den Straßen der deutschen A r b e i t e r v i e r t e l Gabentische aufgebaut: wir haben alle armen Kinder beschert ohne Rücksicht auf ehemalige Parteizugehörigkeit und politische Ueberzeugung ihrer Eltern.
Zu diesen eindrucksvollen und hocherfreulichen Ereignissen traten freilich auch Ereignisse, die den Lebensweg deutschen Volkstums jenseits der Grenzen schwer überschatten. Wir wollen so wenig klagen und jammern, wie es die verbannten und in Gefängnissen sitzenden auslandsdeutschen Volksgenossen tun. Mit dem gleichen Stolz, mit dem unsere Volksgenossen im Ausland die Festigung des Reiches und seinen volkstumsgebundenen Aufbau miterleben, haben wir im Innern des Reiches auf die Deutschen im Auslande, ihre Kämpfe und ihre Siege zu erblicken. Alle ihre Taten, ihre Opfer und ihre Bewährung sind Zeugnisse unseres gesamtdeutschen Willens zur völkischen Gemeinschaft der Deutschen.
Wenn wir auf der Brücke zwischen dem Kernstaat und dem deutschen Außenvolkstum einer Gesinnung dienen, wie sie uns der Führer in Wort und Wirken darstellt, so tun wir es in der höchsten Verantwortung für unsere Art, unsere Ehre und unsere Kulturgüter. Wir sind uns bewußt, daß wir in dieser Liebe zu unserem Volke und in der Achtung auch vor fremdem Volkstum im höchsten Sinne einer friedlichen Neuordnung der Döl» k e r den Weg bereiten.
Es ist einer der ergreifendsten Augenblicke meines Lebens gewesen, als damals in Berlin- Moabit eben durch die Weihnachtsamnestie aus den Konzentrationslagern entlassene Kommuni st en zu mir kamen und mit Tränen in den Augen ihre innere Einkehr zur nationalsozialistischen Volksgemeinschaft vollzogen. Zehntausende von Menschen, die uns damals vielleicht noch ablehnend oder mit innerem Vorbehalt gegenüberstanden, haben in dieser Stunde gelernt, wie wunderbar es ist, sich aus vollstem Herzen und tiefster Seele einem Volke und feinem Schicksal im Guten und im Bösen zu verpflichten, wieviele Wunden sind seitdem vernarbt! Aus einem schon in seine Bestandteile aufgelösten Volkskörper ist seitdem eine wirkliche Schicksalsgemeinschaft, eine Kation im besten Sinne des Wortes geworden. Wir haben es alle gewollt, und darum wurde es Wirklichkeit: Der Frieden unseres Landes, der auf der Einigkeit des ganzen Volkes beruht, kann seht durch «niemanden und nichts mehr gestört werden.
nisch-Ostafrika ausgeführten Petroleums ist von 120 000 Dollar im November 1934 auf 451000 Dollar im November 1935 gestiegen. Bei Kraftwagen ist der Ausfuhrwert von 7000 Dollar im November 1934 auf 71 000 im November 1935 gestiegen. Demgegenüber sticht der Gesamtwert der Novemberausfuhr nach Abessinien außerordent-
Abessinien meldet die Wiedererobemng von Makalle.
lich ab. Der Bericht weist gegenüber 670 Dollar November 1934 die Summe von 1000 Dollar
Mchsmimster Goebbels
führte in seiner Ansprache u. a. folgendes aus: Meine lieben deutschen Volksgenossen und Volksgenossinnen! Wir haben am heutigen Abend in ganz Deutschland 5200000 Kinder mit ihren Eltern zu 30 000 Weihnachtsfeiern zusammenberufen, um ihnen eine Festesfreude zum Heiligenabend zu bereiten. Alle diese Feiern sind in diesem Augenblick durch die Aetherwellen miteinander verbunden, und ich habe jetzt das glückliche Gefühl, zu einer ungezählten Millionenschar von deutschen Kindern zu sprechen. Diese Feier, ihr deutschen Jungen und Mädel, will euch d a s d e u t sch e W i n t e r h i l f s- w e r k bereiten. Die Nationalsozialistische Frauen- chaft, der Bund Deutscher Mädel und die Hitler- Jugend haben sich im Verein mit den Helfern der Nationalsozialistischen Volkswohlfahrt seit Wochen mit innerster Anteilnahme an den Vorbereitungen zu dieser festlichen Stunde beteiligt, mit einem Wort: Das ganze deutsche Volk hat euch zu Gast geladen. Für uns seid ihr, meine deutschen Kinder, und eure Eltern die Menschen, die uns mn nächsten stehen und denen zu helfen und die zu betreuen uns nicht nur ein Gebot des Herzens, sondern auch eine liebe und freudig erfüllte Pflicht des Gewissens ist. Es ist nicht an dem, wie unsere übelwollenden Gegner außerhalb unserer Grenzen das gerne wahr haben möchten, daß um diese Stunde die Barbaren des Nordens ihre Urwälder verlassen, um sich um den heidnischen Weihnachtsbaum zu versammeln. Gewiß, wir feiern ein deutsches Fest mit der ganzen Innerlichkeit, deren unsere große Volksseele fähig ist. Wir bescheiden uns nicht mit billigen Redensarten und sentimentalen Gefühlsanwandlungen.
Wir legen Hand an, lindern Kof und helfen Sorgen überwinden im Sinne eines praktischen Christentums, das mit dem von uns geprägten Begriff eines Sozialismus der Tal vollkommen übereinsiimmt. Das könnt auch ihr Kinder in euren jungen und kleinen Herzen schon empfinden und fühlen: denn was in diese jungen und kleinen herzen heute hineingelegt wird, das soll ja, wenn ihr einmal erwachsene deutsche Männer und Frauen seid, für unser ganzes Volk wunderbarste Wirklichkeit werden.
Von tiefem Dank sind wir alle in dieser Stunde an das Schicksal erfüllt. Es hat uns mit Glück und Erfolgen im vergangenen Jahr reich bedacht. Wir wollen uns Glück und Erfolge nicht selbst vergrämen und verbittern, sondern uns ihrer ehrlich und aus vollstem herzen freuen.
November 1935 aus.
Die Unterstützung der Mittelmeer-Mächte.
Berlin, 22. Dez. (DNB.) Am Goldenen Sonntag konnten in den in Stadt und Land von der Bewegung veranstalteten 30 0 0 0 Weihnachtseiern annähernd zehn Millionen Volksgenossen als Zeichen sürsorgenden Gedenkens große oder kleine Päckchen in Empfang nehmen. Weihnachtsfroher Glanz ist in die Augen von Kindern gekommen, die sonst nicht viel Freude in ihrem ungen Leben haben.
Noch einmal stellte sich am Schlüsse ihrer mehrtägigen Sammelaktion die gesamte Hitlerjugend im Reich in den Dienst des Winterhilfswerks. In Berlin brachte der E i n s a tz von 25 000 Jungvolkpimpfen und hitler- jung e n und von 18 0 0 0 Angehörigen der Jungmädelschaft und des BDM. den Höhepunkt der Sammeltätigkeit. Ein Massenkonzert von 300 HJ.-Musikern vor dem Zeughaus bildete den Abschluß dieses letzten großen Sammeltages. Damit aber hatte die Berliner HI. noch längst nicht alles getan, was sie sich vorgenommen hatte. Jetzt kam noch die Hauptsache: Die Ausgestaltung der 3300 gemeinschaftlichen Weihnachtsfeiern der Kreispropagandaleitung der NSDAP. Es waren nicht weniger als 760 000 Pakete allein in Berlin fertigzumachen, darunter 160 000 für Kinder. Ehe aber die Feiern begannen, ertönten auf 180 Plätzen Berlins die alten lieben Weihnachtslieder, gespielt von den Musikkapellen, die die sämtlichen Gliederungen der Partei gestellt hatten.
Im Mittelpunkt der vielen Feiern stand eine vom Gaupropagandaamt veranstaltete Feier im Saal- bau Friedrichshain. Ihr besonderes Gepräge erhielt sie durch die Anwesenheit des Gauleiters Reichsministers Dr. G o e b b e l s , dessen Weihnachtsansprache an die deutschen Kinder und ihre Eltern von hier aus über alle Sender ins Land hinausgetragen wurde. Prächtige Ausschmük- kung hatte der Saal erhalten. Große Scheinwerfer strahlten von der Galerie aus die Christbäume an, die auf der Bühne eine wirkungsvolle Umrahmung der Hakenkreuzfahne boten. In der vorderen Hälfte des breiten Raumes hatten an langen Tischen mehr als 1200 Volksgenossen Platz genommen, und mit erwartungsfrohen Augen harrten besonders die Kinder des Beginns der Bescherung. Nachdem ein Weihnachtskonzert die Stunde vor der Feier ausgefüllt hatte, betrat der Gauleiter Reichsminister Dr. Goebbels, mit herzlichen Heil!-Rufen empfangen, die Stätte der Feier. Ein Fanfarenmarsch leitete die Feierstunde ein. Nachdem dann Orchester und Chor gemeinsam das Lied vom Tannenbaum zum Vortrag gebracht hatten, nahm Dr. Goebbels das Wort zu feiner Ansprache, die selbst von den Kindern in lautloser Stille angehört wurde.
terung durch Einigung unter Konrad hen- lein. Zu Beginn des herbstes verzeichnen wir den glänzenden Erfolg deutscher Selb st b e - hauptung im Memelgebiet, der vor allem deswegen so gewichtig ist, weil die Volksabstimmung unter den allerhärtesten Umständen stattfand. Und aus den letzten Wochen haben wir die tapfere Abstimmung über den deutschen Sprachunterricht in Südtirol zu verzeichnen: für 88 o. h. der Schulkinder in Südtirol forderten die Eltern deutschen Sprachunterricht und gaben damit nach 15jährigem Ringen ein Zeugnis unauslöschlichen deutschen Volkstums ab.
Das Volksiumsjahr 1935.
Vorwärts auf dem Wege einer friedlichen Neuordnung der Völker.
Von Or. Hans Steinacher, Äundesleiter des VOA.
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... jene, die von dir gegangen sind, draußen liegen in Regen und Wind,^ doch brennt die Tanne im Kerzenschein, dann treten sie alle leise herein und reden zu dir mildfröhlichen Blicks mit Stimmen der Jugend, mit Stimmen des Glucks und leben die heilige Stunde lang im Schimmer der Kerzen, im Glockenklang ...
So holt Weihnacht sie schließlich doch ein, auch S»ie, die ihr entfliehen zu müssen glauben.
Und auch mancher andere, der die „Sentimentali- ttät" nicht liebt und auch zur Weihnacht um keinen -Preis „weich" erscheinen will, muß es erleben, daß «es anders kommt, als er denkt.
Wir haben einen gekannt, der sonst im Leben innb Verkehr mit seinen Mitmenschen als hartherzig lunb geizig galt und sich diesen Vorwurf fast zur «Ehre anrechnete. Aber zur Weihnachtszeit ging eine !Wandlung mit ihm vor. Da ging er heimlich und imöglichst unerkannt zu den Aermsten der Armen tunb legte ihnen mit kurzen, unbeholfenen Worten «eine reichliche Gabe auf den leeren Tisch und ver- sschwand wieder, ehe sie noch ein Wort des Dankes ssagen konnten. Den hatte Weihnacht mit seiner !Liebe doch eingeholt, wenn er es auch nicht wollte.
Es ist eine seltsame Sache um Weihnachten. Der !Dichter hat recht, wenn er sagt:
... Menschenfeele, nimm dich in acht, es kommen seltsame Tage!
heut' naht sich ein Abend, da bricht es heraus, da kannst du nicht mehr entrinnen.
Da ist ein Jauchzen von Haus zu Haus, ein Leuchten draußen und drinnen
Und der Schrei der schluchzenden Sehnsucht bricht dir heiß von zuckender Lippe:
Zünde auch mir dein himmelslicht, heiliges Kind in der Krippe!
So wollen auch mir uns einholen lassen von 'Weihnacht und der Liebe, von der dieses Fest redet. :Denn mir können ihr doch nicht entfliehen. Auch «nicht, wenn wir es möchten. So wollen wir es erst war nicht versuchen, sondern uns mit ganzer Seele «und mit ganzer Liebe hingeben an die große Goties- Iliebe, die uns alle umfängt und trägt. Dann wird .es Weihnacht auch in unserer Seele. Fröhliche, I selige gnadenbringende Weihnachtszeit! Dann hat «uns Weihnacht eingeholt! Vielleicht noch in dieser -Stunde!
Addis Abeba, 21. Dez. (DNB.) Nach abessinischen Meldungen von der Nordfront sollen Teile der Heeresgruppe Ras Seyoums mit größeren Truppenabteilungen d i e Stadt Makalle und die umliegenden Gebiete zurückerobert haben. Die Abessinier berichten, daß es ihnen gelungen fei, die italienischen Stellungen bei Degaschah zu nehmen. Sodann hätten sie zu einen zweiten Angriff gegen die stark befestigten und von den Italienern erbittert verteidigten Stellungen b e i Endasilasi (50 Kilometer westlich von Aksum) angesetzt. Auf italienischer Seite sollen ungefähr 150 Mann und einige zwanzig Offiziere von den weißen Truppen und über 200 eingeborene Askans gefallen fein. Die Abessinier behaupten, 27 Tanks und 78 Maschinengewehre sowie eine große Anzahl von Gewehren und einige tausend Schuß Munition erbeutet zu haben. Die Verlustziffer der abessinischen Truppen soll erheblich unter der Zahl der auf italienischer Seite Gefallenen liegen. Dies sei darauf zurückzuführen., daß die Abessinier ihre Kamvftätigkeit meistens im Nachtangriff entwickeln.
Starke Delebung des amerikanischen Handels mit Italien.
Washington, 21. Dez. (DNB.) Der neueste Bericht des Handelsamtes über die Ausfuhr im November weist eine erhebliche Zunahme des amerikanischen Handels mit Italien und Jtalienisch-Ostafrika auf. Der Gesamtwert der November-Ausfuhr nach Italien selbst ist mit 9 055 000 Dollar gegenüber 8 519 000 Dollar im November des Vorjahres ausgewiesen. Don einzelnen Posten sind besonders interessant: Petroleum 1 252 000 Dollar gegenüber 447 000 Dollar im November 1934; Kupfer 1 054 000 gegenüber 457 000; Eisenstahlschrott 323 000 gegenüber 250 000; Traktoren 192000 gegenüber 79000 Dollar Ihn November 1934. Die Ausfuhr des nach Jtalie-
London, 23. Dez. (DNB. Funkspruch.) „Daily herald" will wissen, daß die in Frage kommenden Völkerbundsstaaten befriedigende Erklärungen hinsichtlich eines etwa erforderlichen Beistandes zu Wasser und zu Lande im Mittel« m e e r abgegeben hätten. Griechenland sei er« Ucht worden, im Notfälle nicht nur Kriegsschiffe zu lenden, sondern auch der britischen Flotte die Benutzung des Hafens Navarino und des Hafens von Kreta zu ermöglichen. Der grie» chische Ministerpräsident habe erklärt, er fei entschlossen, sich genau an die Völkerbundsverpflichtungen zu halten. Die Türkei und Jugoslawien seien bereit, ihre Versprechungen durch Entsendung von Kriegsschiffen und Soldaten zu erfüllen. Die Tschechoslowa- k e i habe zugesagt, sich bereit zu halten, ebenso R u- mänien. Die Türkei habe die Frage der entmilitarisierten Zone an den Dardanellen aufgeworfen, aber keine Vorbehalte hinsichtlich ihrer Hilfeleistung gemacht. Zwischen dem britischen und dem französischen Admiralstab seien bereits Besprechungen über französische Hilfe im Mittelmeer und Benutzung französischer Flottenstützpunkte durch britische Kriegsschiffe geführt worden.
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„Weihnachten holt dich ein!"
Von B. Marquardt.
„Ostern ist traurig, wenn du dich ihm versagst, Pfingsten wundert sich, wenn es dich nicht zu Ge- 1 sicht bekommt. Aber Weihnachten sieht nicht so ge- laffen zu, es eilt dir nach, es holt dich ein!" So ssagt Hermann Oeser, der Dichter. Und bann srzählt er, wie einmal Weihnacht einen eingeholt i hat, der ihm entfliehen wollte.
Da war einer, der die „Sentimentalität" nicht liebte. Er fuhr deshalb am Heiligabend noch von ■ jhaufe, wo eine liebe Schwester manche kleine J Areude für ihn vorbereitet hatte, mit dem ersten , Ebeften Zuge fort, um „dem allen aus dem Wege ! gu gehend Aber der Heiligabend hatte Schnee gebracht, und so kam es, daß der Zug in einer Schienenkurve in einer starken Schneeverwehung hoffnungslos stecken blieb. Der Schnee fiel immer Lichter und deckte den Zug wie ein Kinderfpielzeug «mit weicher Watte immer mehr zu, und die Hoffnung auf ein Weiterkommen oder gar Zurzeit- lommen wurde unter den Passagieren immer geringer. Unserem „Flüchtling" vor Weihnachten konnte es so gerade recht sein, er hatte ja nichts zu versäumen.
Aber er hatte nicht mit Weihnacht gerechnet. Unter den Eingeschneiten war auch ein junges Ehepaar mit einem kleinen, etwa sechsjährigen Töchterchen. Dies nahm das kleine Unglück unendlich schwer. Und mie es so geht, allmählich wurde das Herzeleid Eber Kleinen zu einer allgemeinen Trauer. Alle fühlten mit einem Male mit dem Kind so lebhaft mit, als wäre es ihr eigener Schmerz um eine verlorene Weihnacht. Und merkwürdig, unseren „Flüchtling" ergriff es gerade am stärksten. Und plötzlich öffnete er die Wagentür, stürzte aus dem Zuge, seilte die Böschung hinab und wieder hinauf in den fftillen, tiefverschneiten Wald. Und während sich die aanberen noch bie Köpfe zerbrachen, was bies wohl Ibebeuten sollte, kam er wieber aus bem Walde Iheraus, schwang schon von weitem triumphierend «inen kleinen, wohlgewachsenen Tannenbaum, das schönste Weihnachtsbäumchen, das man je gesehen Ihatte. Er trug es den ganzen Zug entlang und gab «es schließlich der Kleinen, die leuchtenden Auges Shre Aermchen danach ausstreckte. So hatte Weihmacht sie doch alle eingeholt trotz der Schneever- mehungen. Und auch den Mann, der die Sentimentalität nicht liebte und der Weihnacht hatte entfliehen wollen. Und hermenn Oeser fügt dieser Erzählung noch die Worte hinzu: „Das Feinste daran öst, daß das Christkind den Menschen Stunde gibt hn bem, was sie am schwersten lernen, in b e r Lieb e."
Ob biefe kleine Geschichte, wenn auch In anberer Weise, nicht jebe Weihnacht — auch biesmal — müeber passiert? Ob es nicht auch biesmal solche Menschen gibt, bie vor Weihnachten flüchten möch- tten, aus irgendeinem Grunde? Sie fürchten sich roor dem Fest, auf das sich alle anderen freuen, weil |fie wissen, daß ihnen diesmal die Freude schwer «oder gar unmöglich wird. Vielleicht, weil ihnen das Liebste fehlt, weil das frohe Kinderlachen ver- fftummt ist und ihre Gedanken zur Weihnacht nach seinem kleinen, verschneiten Grab da draußen hinsaus wandern... Aber Weihnacht nimmt sie linde iund liebevoll an die Hand, gibt ihnen auch die Toten im Weihnachtsglanz wieder. Holt sie herein ...
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Deutsche Volksweihnacht im ganzen Reich.
Ein festes Band der Liebe schlingt sich um alle Kinder des nationalsozialistischen Deutschland
Das Jahr großer Entscheidungen und gewichtiger Aufstiegserfolge im Reich, das scheidende Jahr, das vor allem im Zeichen der Wiedergewinnung deutscher Wehrfreiheit stand, ist auch für unsere deutschen Volksgenossen jenseits der Reichsgrenzen voll schwerer Kämpfe und standhafter Behauptung gewesen. Am Eingang des Jahres steht der ewig denkwürdige deutsche Sieg an der Saar, der alles deutsche Volkstum der Welt sieghaft überstrahlt hat. Im Frühjahr erfolgte in der größten deutschen Außenvolksgruppe, in Sudetendeutfchla n d, die Ueberroinbung ber Generationen alten Zerfplit- :ch Einigung unter Äonrab H e n- Beginn bes Herbstes verzeichnen wir ben
Nr. 299 Erstes Blatt 185. Jahrgang Montag, 25. Dezember 1935
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