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Dornoiüen

Tageskalender für Samstag.

DAF.: 20.30 Uhr Großkundgebung in der Volks­halle. NSG.Kraft durch Freude": 20.15 Uhr in der Neuen Aula der Universität koloniale Kund­gebung, es spricht Kurt Bütow. Gloria-Palast, Seltersweg:Variets". Lichtspielhaus, Bahn­hofstraße:Das Mädchen vom Moorhof".

Tageskalender für Sonntag.

Stadttheater: 19 bis 22 UhrPeer Gynt". Gloria-Palast, Seltersweg:Varietö". Licht­spielhaus, Bahnhofstraße:Das Mädchen vom Moorhof".

Das Gießener Stadttheater

vom 24. November bis 1. Dezember.

Aus dem Büro des Gießener Stadttheaters wird uns geschrieben:

Am Totensonntag, 24. November, Wiederholung der Neu-EinstudierungPeer Gynt" von Henrik Ibsen, mit der Musik von Edward Grieg. Hans von Spallart hat seiner Inszenierung und Bearbeitung die Übersetzung von Dietrich Eckart zugrunde gelegt. Die Leitung des städtischen Orche­sters liegt in den Händen von Kapellmeister Ernst Bräuer. Dauer von 19 bis 22 Uhr. Außer Abon­nement. Montag, 25. November, von 20 bis 22 Uhr als Vorstellung der NS.-Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne der große Erstaufführungs- erfolgKomödie der Irrungen" von Shakespeare. Spielleitung: Der Intendant. Freier Kartenverkauf an der Abendkasse zu Tagespreisen. Dienstag, 26. November, von 20 bis gegen 23 Uhr Wieder­holung des OpernerfolgesDer Waffenschmied" von Lortzing. Musikalische Leitung: Paul Walter. Spielleitung: Heinz Weiser. Diese Vorstellung gilt zugleich als 9. Vorstellung im Dienstag-Abon­nement. Mittwoch, 27. November, von 20 bis 22 Uhr 2. Symphonie-Konzert. Leitung: Prof. Dr.

Stefan Temesvary. Solist: Professor Alfred Hoehn (Klavier). Das verstärkte städtische Orche­ster. 3. Abonnements-Konzert des Gießener Konzert­vereins und 9. Mittwoch-Abonnement. Freier Ver­kauf nur in der Musikalienhandlung Challier. Freitag, 29. November, von 20 bis 23 Uhr das dramatische GedichtPeer Gynt" von Henrik Ibsen, mit der Musik von Edward Grieg. Deutsche Ueber- setzung von Dietrich Eckart. Spielleitung und Be­arbeitung: Hans von Spallart. Das städtische Orchester unter Leitung von Kapellmeister Ernst Bräuer. Samstag, 30. November, von 20 bis 22 Uhr, die heiter beschwingte, echt Shakespearische Komödie der Irrungen" von Shakespeare. Deut­sche Uebersetzung von Hans Rothe. Spielleitung: Der Intendant. Vorstellung der NS -Kulturgemeinde Ring Deutsche Bühne. Freier Kartenverkauf zu Tagespreisen an der Abendkasse. Sonntag, 1. Dezember, 15 Uhr bis 17.45 Uhr das Weihnachts­märchenDer kleine Muck" von M. Burggraf. Außer Abonnement. Ein bezauberndes Märchen für große und kleine Kinder..Die Spielleitung liegt in den Händen des bekanntenMärchenonkels" Karl V o l ck. Damit alle Kinder die Märchenvorstellung besuchen können, sind die Preise sehr niedrig gehal­ten. Von 19 bis gegen 22 Uhr die komische Over: ..Der Waffenschmied" von Lortzing. Musikalische Leitung: Vaul Walter. Spielleitung: Heinz Weiser. Außer Abonnement.

Gefellfchafl für Erd- und Völkerkunde.

Im heutigen Anzeigenteil kündigt die Gesellschaft für Erd- und Völkerkunde eine Programmänderung für den am Donnerstag, 28. November, stattfinden­den Vortrag an. Näheres ist aus der Anzeige er­sichtlich.

Gießener Wochenmarktpreffe.

* Gießen, 23. Nov. Auf dem heutigen Wochen­markt kosteten: Molkereibutter, das Pfund 1,55 Mk., Landbutter 1,42 Mk., Matte 20 bis 25 Pf., Käse,

Schlag wird der BohrkeU in seiner Stellung ge­ändert, so daß im Endeffekt ein kreisrundes Loch im Stein entsteht, das jo tief getrieben werden muß, bis der _ Stein entweder durch eine andere Schicht (Kies, Lehm und dergleichen) besser aber durch die wasserführende Schicht abgelöst wird.

Don Zeit zu Zeit wird der Bohrkeil herausge­hoben und dann eine starke eiserne Hülse auf den Bohr­grund hinabgestoßen, die unten mit einem Klapp­deckel versehen ist, der sich immer öffnet, sobald er Widerstand findet. Mit dieser Hülse wird das durch den Bohrkeil ganz fein zermahlene Gestein herauf­geholt. Die Hülse stößt bis zum festen Gestein vor, die abgeschlagene Masse dringt automatisch durch den sich öffnenden Deckel in die Hülse ein, die sich beim Anheben sofort schließt. Der Bohrkeil schlägt dann wieder unmittelbar auf den Stein auf und beginnt seine harte Arbeit von neuem. Um das Nachfallen von Erdreich oder Steinen aus der Muttererdschicht, oder einer Geröllschicht zu verhindern, wird das Bohrloch über dem Stein mit Hülsen befestigt.

Wie der Bohrmeister, der die Arbeit im Auf­trage einer Firma aus dem Kreise Marburg leitet (dabei selbst kräftig zupackt), erzählt, können gegen­wärtig bei einer neunstündigen täglichen Arbeits­zeit oft nicht mehr als 30 Zentimeter Tiefe geschafft werden. Und dazu muß der Bohrkeil täglich tausende Male aufschlagen. Für die Arbeiter bedeutet diese Beschäftigung eine nicht unerhebliche körperliche Leistung.

Bis jetzt ist die Bohrung auf eine Tiefe von etwa sieben Meter angelangt. Wie lange noch ge- bohren werden muß, ist noch eine große Frage. Vielleicht stößt man schon morgen oder über­morgen auf die wasserführende Schicht, vielleicht aber erst in Wochen! Wer weiß es? Hier ist der Mensch in seinen Wünschen ganz und gar von der Natur abhängig!

Es könnte im Zusammenhang mit dieser Boh­rung die Frage auftauchen, ob es nicht Möglich­keiten gibt eine Bohrung rascher durchzuführen. Theoretisch lautet die Antwort:Ja"! Praktisch je­dochNein"! Selbstverständlich gibt es modernste Bohrungsanlagen, wie sie für den Bergbau (für Bohrungen nach Kohle, Oel, Erze usw.) Verwen­dung finden. Die Bohranlagen setzen aber umfang­reiche maschinelle Anlagen voraus, deren Trans-, port und Montage in den meisten Fällen teurer zu stehen kommt, als eine Bohrung auf die hier geschilderte altväterlich anmutende Art. Diese mo­dernen Bohrvorrichtungen wären also für die Was- serbohrung einer ländlichen Gemeinde niemals trag­bar.

Man kann nur wünschen, daß die Männer, die da im Schweiße ihre Angesichts abseits im Walde ihrer Arbeit nachgehen, bald den Erfolg sehen, der der Gemeinde Fellingshausen zu wünschen ist.

Aus der Provinzialhauptstadt.

Rechtes Leben und Sterben.

Von Reinhold Braun

Es schildert einer, wie er beim Pflügen oft an die Heimgegangene Mutter denken muß und beson­ders an ihre letzten Worte auf dem Sterbebette: Ja, so ist's!" Wie das hauchfein und doch voller Festigkeit von ihren Lippen kam! Nimmer kann er den Klang vergessen. Es ist seit dem Sterben der Mutter immeretwas Feines und Stilles und Schönes in seinem Herzen, das vorher nicht da mar".

Kann es eine schönere Gemeinschaft mit einem Entschlafenen geben? Bei dieser Schilderung muß ich an eine wunderbare Greisin denken, in deren Hause ich zuweilen Gast war. Als der Pfarrer zum letzten Abendmahle zu ihr kam, empfing ihn die Sterbende mit den Worten:So, nun ist es so weit!"

Ihr Krückstock, ohne den man sich diese Frau in dem letzten Jahrzehnt ihres Lebens nicht denken konnte, lag neben ihr auf dem Bette, und die Rechte hielt den Griff des Stockes umspannt. Es war wirk­lich, bildhaft, ein Heimgehen.Ja, so ist's!" Und: Nun ist es so weit!" Kann es ein Größeres geben denn dieses: Mit solcher Klarheit und Festigkeit den Schlußpunkt auf die letzte Seite des Lebens­buches setzen? Also still und stark in die letzte Not­wendigkeit eingehen?

Alle Tiefe und Höhe unserer Lebensweisheit offenbart sich darin, wie wir uns im Angesichte des Unabwendbaren verhalten, welche Tapferkeit, Güte und Gläubigkeit in unseren letzten Tagen und Stunden von uns ausgehen, sofern wir Bewußt­sein haben. Unser letzter Augenblick kann zum schönsten, alles Dunkle überleuchtenden Trost für die werden, aus deren Kreis wir scheiden. Es gab Menschen, deren Todesstunde für ihre Lieben zur segensvollsten Begegnung mit dem Leben wurde.

Ist das nicht die Krone alles Schenkens, wenn ein sterbender Mensch uns durch die Art, wie er über die letzte Schwelle tritt, innerlich reich macht, derart, daß ein Stilles und Schönes, Großes und Starkes in unserem Herzen ist,das vorher nicht da war"?

Die Gießener Polizei im Oktober.

lieber die Tätigkeit der Polizeidirek­tion Gießen im Monat Oktober wird uns folgendes mitgeteilt:

Im Monat Oktober 1935 gelangten 2 7 6 An­zeigen zur Bearbeitung, die sich auf folgende Straftaten erstreckten: Abtreibung 1, Be­drohung 2, Beleidigung 4, Betrug 38, Blutschande 2, Brand 9, Brandstiftung 3, Diebstahl 60, Ein­bruchdiebstahl 9, Erpressung 4, Explosion 1, Fahr­lässige Tötung 1, Falsche Anschuldigung 1, Jagd­vergehen 1, Kindestötung 1, Körperverletzung 19, Kuppelei 1, Landstreicherei 1, Meineid 3, miß­bräuchliche Benutzung von Kraftwagen 2, Mord­verdacht 1, Raubversuch 1, Sachbeschädigung 9, Selbstmordversuch 2, Sittlichkeitsverbrechen 10, Tier­quälerei 1, tragisches Ableben 3, unerlaubter Waf­fenbesitz 2, Unterschlagung 20, Urkundenfälschung 1, Pfandverschleppung 1, Verausgabung von Falsch­geld 8, Verdacht der Rassenschande 1, Verbreitung unzüchtiger Bilder 1, Vornahme unzüchtiger Hand­lungen 1, Widerstand 2, Wildern 1, Wucher 1. Fer­ner wurden 6 Vermißte zur Nachforschung auf- gegeben; 7 Fahrräder wurden polizeilich sicher- gestellt.

Wegen Uebertretungen, insbesondere der Reichsstraßenverkehrsordnung, wurden 640 (496) Personen zur Anzeige gebracht.

Im Berichtsmonat ereigneten sich 2 8 Ver­kehrsunfälle. Es waren daran beteiligt: Per­

sonenkraftwagen 20, Lastkraftwagen 6, Krafträder 7, Straßenbahn 3, Fahrräder 15, Fußgänger 4. Es kamen dabei zu Schaden 20 Personen. Der ent­standene Sachschaden war erheblich.

Das weitere Fortschreiten der Motori­sierung zeigt sich darin, daß im Berichtsmonat allein für den Stadtbezirk Gießen 4 2 neue Führerscheine für Kraftfahrzeuge ausgegeben wurden.

Die Gewerbebetriebe wurden kontrolliert, und zwar: Metzgereibetriebe 28, Durchführung der Verordnung über Obsterzeugnisse 77, Erzeugnisse der Margarinefabriken und Oelmühlen 19, Milch- Händler und Milchausträger 36, Frühkontrollen der Milchkannen auf Sauberkeit 30, Erhebung von Milchproben 20, von denen 3 beanstandet werden mußten, Milchkontrollen, Fettgehalt 28, Brot­gewichtskontrollen 8, entnommene Lebensmittel­proben 30, Revisionen der Betriebe auf Einhaltung der Arbeitszeitordnung usw. 42. Wegen vorgekom­mener Verstöße gegen die gewerbepolizeilichen Ver­ordnungen mußten 10 Anzeigen erhoben werden.

Die Bewegung der Einwohnerschaft unserer Stadt für den Monat Oktober 1935 drückt sich in folgenden Zahlen aus: Neu zugezogen sind 63 Familien mit 180 Personen, sowie 457 allein­stehende Personen, zusammen 637 Personen. Don Gießen fortgezogen sind: 47 Familien mit 115 Per­sonen, sowie 601 alleinstehende Personen.

Kolomal-Kimdgebmig der Staatsjugend.

Gemeinsam veranstalteten am gestrigen Abend die Hitler-Jugend und die Vereinigung für Koloniale Wiedergewinnung in der Neuen Aula der Universität eine koloniale Kund­gebung, an der die Hitler-Jugend (HI., BDM. und JV.) sowie der Arbeitsdienst Gießen geschlos­sen teilnahmen. Nach der Einbringung der Fahnen hielt der Führer der Vereinigung für Koloniale Wiedergewinnung, Herr Tetzner, eine kurze Be­grüßungsansprache und hieß besonders den Redner des Abends herzlich willkommen. Hitler-Jugend sang sodann das LiedHeia, Safari", ein Lied der Kolo­nialdeutschen, ferner noch das LiedHeilig Vater­land". Ein kurzer Sprechchor und außerdem die Wiedergabe einer interessanten Zusammenfassung derjenigen geschichtlichen Tatsachen, die zur Los­lösung der deutschen Kolonien führten, schufen die rechte vorbereitende geistige Situation für den Vor­trag des Abends.

Der Gründer der Deutschen Jugendbewegung in Südwestafrika,

pg. Kurt Bütow, der aus Swakoprnunb stammt, sprach sodann über das Land seiner Heimat, über die deutsche Jugend in Südwestafrika, und über den kolonialen Ge­danken und seine Bedeutung für das deutsche Mut­terland

Es bedarf, so sagte er u. a., in Deutschland noch vieler Aufklärung. Es ist notwendig, daß die deutsche Jungens auch einmal nach Afrika kommen. Wichtig ist darüber hinaus, daß die deutsche Jugend überhaupt einmal wieder in die Welt gehen kann.

Im Ausland kann man den Nationalsozialismus übrigens am besten deuten. Die Deutschen im Aus­land litten unter der Wehr- und Ehrlosigkeit der 14 Jahre vor der Machtergreifung durch Adolf Hitler. Nach dem Umschwung erlebten die Deut­schen den Haß der anderen. Die Völker stehen dem Nationalsozialismus wie sprachlos gegenüber. Die Ratlosigkeit aber paart sich mit Respekt und Ach- tung. England schickt seine Jugend hinaus in die Welt, damit sie den Blick für das Wesentliche ge­winnt. Für Deutschland muß es ähnlich werden. Die Reichsjugendführung verlangt für die Zukunft von jedem Bannführer den Nachweis eines Aus­ländsaufenthaltes.

In straffer Zusammenfassung schilderte der Redner dann das Land und die Leute Südwestafrikas. Er schilderte die von den Deutschen geschaffenen Kultur­einrichtungen und betonte, daß sich die deutschen Kolonien 1914 in einem vorbildlichen Kulturzustand befanden. Im Weltkrieg stand Südwestafrika ganz auf sich allein. 4V2 Jahren hörten die Deutschen in Südwest nur Lügennachrichten über ihr Vater­land. Nur der Glaube an einen Endsieg der deut­schen Heermacht hielt sie aufrecht. 1918 gab es dann Ausweisungen nach Tausenden unter fadenscheini­gen Begründungen. Das wehrlose Deutschland hat der Ausländsdeutsche schwer zu jpüren bekommen. Aber noch heute steht Südwest unter englischem

Einfluß, und einem deutschen Jungen kann es ge- scheyen, daß er in einem Kriegsfälle für England Kriegsdienst tun muß. Die heutige Wirtschafts­lage Südwestafrikas ist schlecht, und zwar allein deshalb, weil die wirtschaftliche Kraft Des Landes durch die Südafrikanische Union (der ja Südwest­afrika angehört) künstlich niedergehalten wird.

In seinen weiteren Ausführungen wandte sich der Redner der Jugend in Südwestafrika zu. Die Jugend in Südwest kennt, so sagte er u. a., nur den Gehorsam gegen die Eltern. Es gibt keine Ein­engung. Jeder kann reiten, schießen, jagen so viel er will. Oft bis zu acht Monaten ist der Farmers­sohn dem Elternhause fern, wenn er die Schule besucht und in einem Schülerheim untergebracht ist. Die Jugend wird selbständig dabei. Die Freiheiten der Jugend sind allerdings politisch gefährlich. Es gibt kein völkisches Leben, wie man es in Deutsch­land kennt. Deutsches Denken vermittelt zu erhalten ist nur an deutschen Privatschulen möglich, niemals in der Regierungsschule. Südwestdeutsche Jugend leidet außerdem unter Vielsprachigkeit. Sie ist stets in der Gefahr, englischem oder burischem Denken anheimzufallen. Deshalb mußte die deutsche Jugend in Südwest zusammengefaßt werden. Es geschah unter dem Namen derPfadfinder". Selbstver­ständlich dürfen sie sich nicht politisch betätigen. Ihre Aufgabe, geht darauf hinaps, ihre kulturellen Rechte zu wahren. Eine Zusammenarbeit mit den burischen ober englischen Pfadfindern kann es nicht geben. Klassenunterschiede gibt es in der kolonialen Jugend nicht. Sie fühlt sich als Vorposten der HI. Eine Rassen frage gibt es in Südwest ebenfalls nicht, sondern nur eine Rassen - S e l b st v er­st ä n d l i ch k e i t. Wer gegen diese Selbstverständ­lichkeit verstößt, schließt sich aus der deutschen Ge­meinschaft aus. Die auslandsdeutsche Jugend weiß, was sie zu tun hat. Sie fühlt sich als Repräsentant des Paterlandes.

In kurzen Ausführungen beschäftigte sich der Red­ner ferner mit der Haltung der Juden in Afrika und geißelte sie in ihrer beispiellosen politischen Un­zuverlässigkeit. Er gab begeistert seiner Freude dar­über Ausdruck, daß der kolonialen Jugend die Mög­lichkeit gegeben ist, über den Richtstrahler Witzleben Nachrichten aus Deutschland zu hören, die ihnen Evangelium sind.

Abschließend betonte Bütow, daß wir nicht von einer kolonialen Frage reden dürfen, sondern nur von einer kolonialen Forderung. Nicht reden dürfen wir von den ehemaligen sondern nur von den deutschen Kolonien. Die Jugend muß für den kolonialen Gedanken erfaßt werden. Das ganze Volk muß mitgehen. In Südwest-Afrika ist der Wunsch aller Deutschen, daß dereinst das Haken­kreuzbanner von den Masten flattern möge!

Mit anhaltendem Beifall wurden die Ausfüh­rungen des jugendlichen Redners ausgenommen. Ein dreifachesSieg-Heil!" auf den Führer und das Lied der Jugend beschlossen die eindrucksvolle Kund­gebung.

In tausend Hochstunden unseres Daseins suchten wir unseres Wesens innerste Wahrheit zu schenken. Wir fühlten, es bliebe Bruchstück. Im Schweigen unterer tobesnahen Stunben rann es apfcheh^n bah unsere innerste Wahrheit unb Wirklichkeit sich bis zur Dollenbuna herrlich offenbart. Es gibt nicht nur ein Hinanleben; es gibt auch ein Hinansterben. Alles bas hilft mitbauen an ber großen, binbenben Gemeinschaft, bie uns mit benen eint, bie vor uns lebten und die nach uns leben werden. Alles ist ein Weiterreichen: Die Treue unseres Lebens und unser Bestehen vor dem Tode. Kern fettet sich an Kern im Wandern der Geschlechter. Aber leuchten muß Kern bei Kern unb Ruhe unb Sicherheit foenben im Auf unb Ab her Zeit. Wer segnende Gestalt im Dasein seiner Lieben bleiben will, muß Haltung zu bewahren suchen bis zuletzt. Haltung im Leben Haltung im Tobe, beibes schwingt zu einem Licht zusammen.

Die erste Frau, von ber gesprochen wurde wor eine Tagelöhnersfrau, die zweite eine Professoren­frau. Beide mit gleichem Werte beglückt der Adel der Seele. Beide Male aber war bie Seele voller Gottesalauben unb erfüllt von ber Gewißheit ewi­gen Lebens. Der Wert einer Lebensauffassung bcs einzelnen ober einer Familie wirb nicht zuletzt bestimmt von ber rechten Tobes-Erfassung in Ge­bauten unb Gefühl, Mesen unb Wirklichkeit.

Ja, so ist's!"Nun ist es so weit?" Das ist: bas Gesetz seines Lebens erfüllen und sich in Glau­ben und Hoheit beugen dem ehernen Ablauf. Möge man auch aus unserem Leben einmal so viel Kraft schöpfen! Dann dienen wir noch als die Gewesenen der Gemeinschaft.

bas Stück 4 bis 10, Eier, inländische vollfrischs, Klasse S 13^, frische, ungezeichnete 10 bis 11, bul­garische Kühlhauseier, Klasse B 11, Wirsing, bas Pfund 6 bis 10 Pf., ber Zentner 7 bis 8 Mk., Weiß­kraut, bas Pfunb 4 bis 8 Pf., ber Zentner 4 bis 8 Mk., Rotkraut, bas Pfunb 8 bis 12 Pf., ber Zentner 8 bis 12 Mk., Gelbe Rüben, das Pfund 8 bis 10 Pf., Rote Rüben 8 bis 10, Spinat 12 bis 15, Unterkohlrabi 6 bis 8, Grünkohl 15 bis 20, Rosenkohl 20 bis 30, Feldsalat 80 Pf. bis 1 Mk., Tomaten 25 bis 50 Pf., Zwiebeln 8 bis 10, Meer­rettich 30 bis 70, Schwarzwurzeln 25 bis 30, Kar­toffeln, bas Pfunb 4 Pf., der Zentner 3,20 bis 3,40 Mk., Aepfel, das Pfund 12 bis 30 Pf., der Zentner 12 bis 25 Mk., Birnen, bas Pfunb 15 bis 25 Pf., Nüsse 50 bis 60, Zwetschenhonig 40 bis 45, junge Hähne 90 Pf. bis 1 Mk., Suppenhühner 70 bis 80 Pf., Gänse 80 Pf. bis 1 Mk., Enten 90 Pf. bis 1 Mk., Tauben, bas Stück 50 bis 60 Pf., Blumenkohl 10 bis 60, Salat 8 bis 10, Enbivien 8 bis 10, Oberkohlrabi 8 bis 10, Lauch 5 bis 12, Rettich 5 bis 10, Sellerie 5 bis 25, Kürbis, das Pfund 5 bis 7 Pf.

Deutsche Arbeitsfront.

Abteilung für Arbeitsführung und Verufserziehung in der kreiswattung Gießen.

Da in den letzten Tagen eine große Anzahl An­meldungen zu den Lehrgängen im Winterhalbjahr 1935/36 eingelaufen sind, sehen wir uns veranlaßt, die'Anmeldefrist letztmalig bis zum 2 7. Novem­ber 1935 zu verlängern. Anmeldungen sind zu richten an:

Die Deutsche Arbeitsfront, Abteilung für Arbeitsführung und Berufs­erziehung in der Kreiswaltung Gießen, Schanzenstraße 18. 7

SportamtKrast durch Freude".

Heute findet folgender Kursus statt:

Waldlauf und All gern. Körperschule, für Frauen und Männer. Don 16 bis 17.30 Uhr, Universitätssportplatz.

Die Kurse für Hallentennis müssen einer Veranstaltung wegen heute und Sonntag aus­fallen!

Achtung! kurfusverlegung!

Der Kursus Fröhliche Gymnastik und Spiele, ber bisher Dienstags in ber alten Pestalozzischule stattgefunden hat, wird auf Wunsch vieler Teilnehmer in Zukunft Dienstags von 2 0.30 bis 21.30 in der Turnhalle des Lyzeums, Dammstraße 26, stattfinden. Wir bitten alle Teil­nehmer, die bisher an dem Kursus teilgenommen haben, diesen neuen Kursus zu besuchen.

kdF.-Skiausrüstung!

Wir machen nochmals darauf aufmerksam, daß ber Schlußtermin für ben Verkauf ber KbF.-Ski- ausrüftung (Skier, Stiefel unb Stöcke) auf ben 10. Dezember festgesetzt ist! Die zum Perkauf zu- gelassenen Geschäfte finb burch entsprechenben Aus­hang kenntlich gemacht.

kbF.-Skifahrlenl

Termine können auf ber Kreisbienststelle, Schan­zenstraße 18, eingesehen werben.

Der Tag der deutschen Hausmusik.

Von jeher galt bie heilige Eäcilie als Schutz­herrin ber beutschen Musik. Viele Instrumental- unb Choroereinigungen tragen ihr zu Ehren ihren Namen. Der 21. November ist ihr geweiht. Er ist zum Tag ber beutschen Hausmusik geworben. Lanb- auf unb «ab, in Stabt unb Lanb werben ba in Schulen unb Musikerschasten Feierstunben gehalten, in beren Mittelpunkt bie Hausmusik steht.

Schon seit einer Reihe von Jahren hat bas in Erkenntnis ber großen Wichtigkeit bie Gießener Ortsmusikerschaft so getan. Mit Freube kann sie nun feststellen, baß ber eingeschlagene Weg ber rechte war. Zuerst in kleinem Kreise beginnenb, konnte man burch bie sich stets fteigernbe Anteil­nahme ben jetzigen Abend am Donnerstag in ber vollbesetzten Aula ber Universität abhalten. Es ist bies bie vorläufige Krönung biefer Zielgerichtetheit. Das betonte auch ber rührige Beauftragte ber Reichsmufikkammer, Herr ft <1 ft en, in feiner An­sprache, unb er wies barauf hin, baß bas erfreu­liche Anwachsen bes Verständnisses für eine gute Sache auch darauf zurückzuführen fei, daß man im Dritten Reich wohl die große Bedeutung, die der deutschen Musik als Bildungsfaktor zukomme, erkannt habe unb ihr jebe Unterstützung zuteil werben lasse. In mahnenben Worten richtete er einen warmen Appell an alle Eltern musikbegabter Kinber, beren Jugenb zu nutzen, ehe bas Tor. bas zum Erfolg führt, für immer geschlossen ist. Wenn irgenbroo, so gibt es hier einmal einZu spät!", unb manches Elternpaar wirb sich später ben Vor- rourf gefallen lassen müssen, hier etwas versäumt zu haben, was bem Gemütsleben bes Kinbes so unenblich Herrliches gegeben hätte. Es barf wahr­lich nicht bazu kommen, baß ber Runbfunk eines Tages nur noch bie einzige Musik im Hause ist.

Die Folge ber Veranstaltung enthielt 22 Num­mern, bas war etwas reichlich, unb so war es nicht zu üerrounbern, baß manche Besucher, besonbers bie von ben Zügen abhängig waren, vor bem Enbe weggingen unb so um bie Freube kamen, ein so äußerst selten unb so schon gespieltes Konzert für vier Piolinen von Vivalbi zu hören. In ben Fach­zeitungen liest man bie verschiedensten Vorschläge, wie eine solche Veranstaltung vorbildlich zu gestal­ten sei. Porbildlich ist sie, wenn die Ausführung einwandfrei ist, und das war diese ohne Zweifel. Stolz und Freude zugleich muß man empfinden, wenn man sieht, welch' reiche Zahl der köstlichsten Stücke der Hausmusik dienstbar gemacht werden können. Und alle, die der Abend auf die Bühne stellte, legten Zeugnis ob für all ben Fleiß unb die liebevolle Sorge, mit ber ihre Lehrer sie be­treuten unb sie mit sicherer Hanb ben gewiß nicht leichten Weg zum enblichen Ziel führen. 'Sie waren aber auch überzeugt, von ber kleinsten Kammer- musikspielerin bis zum fast vollenbeten Künstler, baß sie für unsere schönste Kunst, bie beutsche Musik, in vorberster Linie stritten. Welchen Dienst sie ihr taten, bas wirb zweifellos bie fommenbe Zeit gei­gen; benn wir finb ber Ueberzeugung, baß man« a>er burch biefe Veranstaltung neu gewonnen mürbe, unb wir hoffen bas besonbers im Hinblick auf bie männliche Jugend, bie sich nicht burch bie H BCÜO »Photo

Seltersweg 67 Telephon 3170

Be! Sodbrennen« Magenbesthwerden<ZiBu II richTa Neffen lorr».