Aus -er Schule -es Arbeitsdienstes entlasten.
Vom Sinn des Arbeitsdienstes.
Ein halbes Jahr Arbeitsdienst istHe - endet. Secks Monate nur, aber doch eine Zeitspanne, bei Deren Ablauf sich ganz von selbst die Frage nach ihrer Wertung stellt. Ein halbes Jahr aus Beruf und gewohnten Lebensformen geriffen, in eine völlig andere Umgebung gestellt — hat das Sinn und Zweck gehabt, oder war dieses halbe Jahr nicht doch mehr oder weniger verloren, vertane Zeit?
Diese Frage stellt sich nicht erst jetzt bei Beendigung des Arbeitsdienst-Halbjahres. Wie oft haben wir auf unseren Truppstuben ober auf den Baustellen während einer kurzen Pause oder beim morgendlichen Marsch zur Arbeit darüber gesprochen. Immer wieder wurde übereinstimmend sestgestellt — am schwersten war für uns alle die fast völlige Aufgabe jeden Einzellebens zu ertragen. Gewiß, war hatten fast alle irgendeiner Formation der Bewegung angehört, kamen aus HI., SA., SS., waren zum Teil durch die frühere Jugendbewegung gegangen, waren also in dieser oder jener Form an das Lagerleben, an das Leben in der Gemeinschaft gewöhnt — aber auf ein volles halbes Jahr, da sah die Sache doch schon etwas anders an.
Don dieser Frage wurden wir alle berührt, ohne Unterschied der Herkunft, ganz gleich, ob Hand- oder Kopfarbeiter, ob Kaufmann, Student, Arbeiter ober Hanbwerker. Jeber von uns sah sich vor bie Not- wenbigkeit gestellt, einen ihm wesentlichen Teil seiner Lebensgewohnheiten plötzlich aufzugeben. Unb auch ba war es gleichgültig, ob ber eine nun den gewohnten allabendlichen Kino- ober Tanzsaalbummel vermißte, ber anbere seine Bücher, feine Studien, jener sein gewohntes sportliches Training. All biese Dinge waren plötzlich nicht mehr vorhanden, sielen weg, wurden ersetzt durch völlig andere Beschäftigungen. Wer etwa in den Abendstunden nach Dienstschluß Lust auf ein gutes Buch verspürte, mußte sich statt dessen zum Kartoffelschälen bequemen, hatte gerade Stubendienst ober Wache — kurz, er konnte sich einfach nicht mehr auf sich selbst zurückziehen, immer roieber trat bie Trupp-, b i e Lagergemeinschaft mit ihren Forberungen bes täglichen kleinen Dienstes an ihn heran.
So mußte benn auch unter benen, bie zunächst die Arbeitsdienst als ein zwangsmäßiges Muß aufgefaßt hatten, die Frage nach dem Sinn dieser Arbeit-, dieses Zusammenlebens laut werden. Am leichtesten wurde uns ihre Beantwortung nach dem Zweck unserer täglichen Arbeit. Gerade die, die noch nie richtig körperlich gearbeitet chatten, denen sie daher auch um so schwerer fiel, gerade diese bekannten sich zuerst zu der Ethik ihrer Arbeit. Ihnen ging ein neues Bewußtsein auf, sie ssahen, was es heißt, körperlich zu arbeiten, welcher Kraft- und Zeitaufwand, welche Mühe verwandt werden mußte auf jeden Meter Graben, jeden Fußbreit gerodeten Bodens. Ein Blick über die weiten nassen Wiesen, über die trockenen Heiden genügte Zur Erkenntnis: Hier können keine bezahlten Arbeitskräfte eingesetzt werden, hier hilft nur freiwilliger, selbstloser Einsatz.
Biel schwerer aber wurde die Beantwortung ber oanberen Frage — warum diese völlige Aufgabe tbes individuellen Lebens, warum dieses Ueber- roiegen des Gemeinschaftslebens, feine reftlofe Ueberorbnung über all unser Tun unb Handeln. Das Thema des ftaatspvlitifchen Unterrichts lautete einmal „Samerab ober Kolleg e". Noch wochenlang wurde darüber debattiert. Wir waren uns alle einig, daß der Sinn unseres Zusammenlebens in dieser Fragestellung auf das "tärffte berührt wurde. Waren wir nur Kollegen, nur zusammengefaßt durch die gemeinsame Arbeit unb bas tägliche Zusammenleben, ober einte uns Darüber hinaus noch etwas anberes, Größeres? Wir alle sprachen viel von unserer Kameradschaft, über waren wir tatsächlich Kameraden? Daß jeder von uns sich bemühte, die kleinen Pflichten der Stuben- und Lagerordnung einzuhalten. Streit und Zank nach Möglichkeit zu vermeiden, das alles ge- chah doch schon aus eigenem Interesse. Denn wer Hierin versagte, konnte auch auf keinen Gegendienst rechnen. Nein, dadurch, daß wir unsere Zigaretten untereinander teilten, unsere Feldflasche, unser Frühstück von Hand zu Hand gehen ließen, dadurch waren wir noch keine Kameraden geworden. Der Sinn unserer Kameradschaft mußte tiefer liegen.
Und aus all den Fragen und Auseinandersetzungen kam uns zum Bewußtsein, daß wir innerlich alle zusammen gehört en, daß in uns ■ üen etwas Gemeinsames, Unzertrennbares schwang, ! as mit Worten nicht auszudrücken war, das wir i.ber doch alle verspürten und empfanden. Manch- , mal gewann es äußeren Ausdruck, wenn wir :;benbs zusammensaßen und sangen, bei Aufmärchen, wenn der Rhythmus des Gleichschrittes uns jlies vergessen ließ, was an Müdigkeit und Stra- ;ia^en vorhanden war, auf der Baustelle, wenn für länen kurzen Augenblick der Blick sich von der Ar- beü hob und über bie weite, ewig in ihren Wirkungen wechselnde Landschaft schweifte. Dann genügte ein Wort, oft nur ein Blick zum NMbarn unb wir empfanden in uns, was es heißt, Kame- raben zu sein. „ , r .
Sa kamen wir zum Bewußtsein der Kameradschaft und mit ihr zu dem der G e - weinschaft. Und aus ihr erwuchs nun bas Erlebnis unserer Arbeitsbienstzeit. Dieses Erlebnis gehörte nicht zu ben großen, plötzlich alles mit» wißenden. Es entstand langsam, aber wurde des- ioalb auch um so stärker und aus ihm heraus tarnen wir zur Bejahung unserer 21 r = i e i t s b i e nft 3 e i t.
Der Reichsarbettsführer an die Meidenden Arbeilsdienstmanner
Berlin, 22. Sept. (DNB.) Anläßlich ber in ten einzelnen Abteilungen bes Arbeitsbienstes bie» sir Tage ftattfinbenben Entlassungsappelle hielt Reichsarbeitsführer Hier! über ben Deutsck- l inbfenber eine Ansprache. In wenigen Tagen, so führte er aus, werben 180 000 Arbeitsmänner nach cvgeleisteter Dienstzeit aus bem Arbeitsdienst entlassen. Ich sage euch, meine ausscheidenben Ar- kitsfameraben, Lebewohl unb wünsche euch für ‘ euren weiteren Lebensweg viel Gutes. Ihr könnt . cus eurer Dienstzeit bas stolze Bewußtsein mit» j nchmen, daß ihr für euer Volk wertvolle
Arbeit geleistet habt. Jnbem ihr im Ehrendienst eures Boltes gearbeitet habt, habt ihr euch selbst ben größten Dienst erwiesen.
Es war doch auch eine sorglos fröhliche Zeit, an bie ihr später, wenn ber scharfe Wind des Lebens euch um die Ohren pfeift, gern zurückdenken werdet. Die meisten von euch haben im Arbeitsdienst zum ersten Male erfahren, was Gemeinschaft und Kameradschaft ist. Ihr seid im Arbeitsdienst für eure Arbeit nicht bezahlt worden. Euer Lohn war die Freude an der Arbeit und der Stolz auf eure Leistung. Bleibt euer ganze Leben lang dessen eingedenk, daß die in
nere Befriedigung doch der Höch st e Lohn ist, ben eine Arbeit gewähren kann. Laßt euch nie wieber von ber Mischen Auffassung vergiften, baß bie Arbeit nur ein notmenbiges Uebel sei. Die meisten von euch treten jetzt in bie Wehrmacht über, um bort ben Waffenbienst äu erlernen unb nach biefer letzten Ausbildung bes deutschen Mannes zum vollwertigen Reichsbürger zu werden. Ich erwarte von euch, daß ihr als Soldaten ber Schule bes Arbeitsbienstes Ehre macht. Soldaten unb Arbeitsmänner müssen gute Kame- raben fein. Sie stehen beibe im Ehrendienst ihres Volkes.
SasneiieSeimderMchslehrMeüllngdesArbM-ienstes.
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Die erweiterte Aufgabe bes Arbeitsbienstes burch die Einfühlung der Arbeitsdienstpflicht machte auch eine räumliche Ausdehnung ber Reichsführerschule notroenbig. So würbe jetzt in Golm bei P o t s b a m ein Gelänbe mit 22 Wohn- unb Lehrbaracken unb einer großen Sporthalle für bie Zwecke ber Reichslehrabteilung hergerichtet. Am Freitag fanb in Anwesenheit zahlreicher Führer bes Arbeitsbienstes unb Vertreter ber Bewegung, ber Wehrmacht unb ber Behörben burch Reichsarbeitsführer Staatssekretär H i e r l bie Weihe statt. Nach Begrüßungsworten bes Oberarbeitsführers Scharf, bes Inspekteurs ber Abteilung, sprach Gauarbeitsführer Dr. Decker über Ziele unb Aufgaben bes Deutschen Arbeitsbienstes Reichsarbeits
führer Staatssekretär H i e r I verwies auf bie Tatsache, baß bie Reichslehrabteilung in wenigen Tagen in ber Felbmeisterfchule eine neue Form erhalten werbe. Die Reichslehrabteilung habe erst auf bem Reichsparteitag eine Probe ihrer Leistungen abgelegt unb beim Vorbeimarsch unb bei ber kultischen Gestaltung eine befonbere Anerkennung bes Führers erhalten. „Ich übergebe", so schloß ber Reichsarbeitsführer, „bie neue Schule ihrer Bestimmung in ber Zuversicht, baß sie eine Pflege- ftätte Der Arbeitsbien st ibeale sein wirb. Alle, bie burch biese Schule gehen, sollen bas Gepräge bekommen, um wirkliche Führer unserer Arbeitssolbaten zu werden."
Aus aller Welt.
Iührertagung der Deutschen Studentenschaft
Berlin, 21. Sept. (DNB.) Die Reichsführung der Deutschen Studentenschaft teilt mit: Im Anschluß an den Reichsparteitag fand in Bayreuth eine Führertagung der Deutschen Studentenschaft statt, die im Hinblick auf die gegenwärtige hochschul- politische Lage einberufen worden war. In einmütiger Geschlossenheit wurde die durch den Parteitag geschaffene Entspannung auf den Hochschulen begrüßt, die es endlich ermöglicht, nationalsozialistische Erziehungsarbeit zu leisten. Anschließend wurden die Richtlinien und bie organisatorischen Maßnahmen bes Leistungswettkampfes besprochen, der ein revolutionärer Akt allergrößten Ausmaßes ist und wesentlich zu der Einigung an den Hochschulen und Vertiefung des nationalsozialistischen Gedankengutes beitragen kann.
44. Deutscher Wanderlac i Freiburg.
In Freiburg i. B. begann bie öffentliche Hauptversammlung bes 4 4. Deutschen Wanber- t a g e s. Beim vorausgegangenen Begrüßungsabenb verlas ber beutsche Wanberführer Professor Dr. Werner, Butzbach, ein Telegramm bes Führers, bas folgenben Wortlaut hatte: „Für Ihre mir übersandten Grüße, die ich freundlichst erwidere, sage ich Ihnen herzlichen Dank. Adolf Hitler."
Jahresbericht und Kassenbericht wurden einstimmig genehmigt und ber Verwaltung Entlastung erteilt. Nach Ergänzung bes Führerrates durch den stellvertretenden Führer des Taunusbundes Röt- t i n g - Frankfurt a. M. wurden vier Mitglieder für ihre Tätigkeit in der deutschen Wanderbewegung mit der silbernen Ehrennadel des Verbandes ausgezeichnet.
Nach Schluß der Tagung formierten sich die Teilnehmer zu einem Zug auf den Münsterplatz, wo eine öffentliche Wanderkundgebung stattfand. Der Reichswanderführer Professor Werner sprach über die hohe Sendung des deutschen Wanderers. Auch die deutsche Wanderbewegung empfinde dankbar die Erfolge der nattonalsozialisti- schen Bewegung, bie den Schutz des deutschen. Bodens gewährleisten. Unter ben nun geschaffenen Gesetzen habe bas Naturschutzgesetz für ben Wanberer hohe Bebeutung. Die deutsche Wanber- beroegung baue auf ber beutschen Volksgemeinschaft auf unb fei in biefem Sinne mit Wegbereiter bes Dritten Reiches gewesen. Der Reichswan- berführer weihte bann bie Fahnen unb Wimpel unb schloß mit einem Sieg-Heil auf Führer, Volk unb Vaterlanb.
Dann hieß Ministerpräsibent Köhler bie Wanberer im Namen ber babischen Regierung willkommen unb gebuchte mit anerfennenben Worten ber hervorragenben Erziehungsarbeit, bie burch bie Wanberbewegung an ber Jugenb geleistet worben ist unb bie bewirkt habe, baß ber beutsche Mensch sich ber Natur mit Besinnlichkeit nähert. Zu biefer Arbeit wünschte ber Ministerpräsibent weiter guten Erfolg. ________________________________________
Profeffor Poetzsch-Heffter und Gattin tödlich verunglückt.
Der bekannte Staatsrechtler ber Universität Kiel, Professor Dr. P o e tz s ch - H e f f t e r ist mit seiner Gattin auf ber Chaussee zwischen Preetz unb Plön (Holstein) verunglückt. Beibe wurden schwerverletzt in die Chirurgische Klinik in Kiel eingeliefert, wo sie bald darauf st a r b e n. Poetzsch-Heffter war mit feinem Wagen, in dem sich auch noch drei Kinder befanden, auf der Fahrt nach Leipzig. Der Wagen fuhr aus bisher noch ungeklärter Ursache gegen einen Baum. Bei den Kindern, die ebenfalls verletzt wurden, besteht keine Gefahr. — Friedrich Poetzsch wurde 1881 in Skäßchen bei Großenhain geboren, studierte in Leipzig und Berlin. 1910 bestand er das Assessorexamen und war dann bei verschiedenen Amtshauptmannschaften tätig. 1914 heiratete er die Tochter des Berliner Universitätsprofessors Heffter. Am Kriege nahm er als Vatterieführer teil. Nach seiner Verwundung vor Ppern wurde er im Sächsischen Ministerium der auswärtigen Angelegenheiten beschäftigt. 1917 wurde er als Legationsrat an die Sächsische Gesandtschaft in Berlin berufen. Nach Annahme der Reichsverfassung wurde er Bevollmächtigter zum Reichsrat. Seit 1921 war er Ministerialdirektor der sächsischen Gesandtschaft in Berlin. Poetzsch-Heffter, der besonders auf dem Gebiete der Reichsreform einen bekannten Namen besitzt, nahm 1932 eine Berufung als ordentlicher Professor für Staatsrechte an der Universität Kiel an und war kurz vor seinem Tode nach Leipzig berufen worden.
Ottoverfestbegmn u München
Bei herrlichem, sonnigem und warmem Wetter wurde das 12 5. Oktoberfest in München am Samstag feierlich eröffnet. Schon in der Mittagsstunde waren Zehntausende zu Füßen der Bavaria versammelt. Bei der festlichen Auffahrt des Stadtrates sah man in blumengeschmückten Kraftwagen den Oberbürgermeister, die Stadträte und die ehrenamtlichen Mitglieder des Gemeinderates im Schmuck ihrer Amtsketten. Darauf fuhren Reichsstatthalter Ritter v. E p p und Ministerpräsident Siebert vor. Auch der Kommandierende General des VH. Armeekorps, General Adam hatte sich eingefunden.
Unübersehbare Menschenmassen besetzten das weite Rund um den Rennplatz unb bie Anhöhen zu Seiten ber Bavaria. Der Festzug bot ein färben» freubiges symbolisches Bilb bes ehrbaren Münchener Gewerbefleißes. Dem Reichsstatthalter unb den anderen Ehrengästen wurde ein Trunk aus dem Ehrenfaß gereicht. Nun konnten bie ersten Wiesenrennen folgen. Nach ber Preisverteilung begab sich ber Reichsstatthalter in bie große Halle der Schützen, wo lebhafter Betrieb auf allen Ständen herrschte. Auf den General wurde ein begeistertes Siegheil von den Schützen ausgebracht. Er beteiligte sich bann auch an bem neueingeführten Wehrmannsgewehrschießen unb weilte längere Zeit im Schützenkreise.
Den weiten Festplan ber Theresienwiese erfüllte inzwischen bie braufenbe Melobie ber Oktoberfest
Gemütlichkeit, unb beim Einbruch ber Dunkelheit erstrahlte bie ganze Festwiese in einem Lichtermeer. Gleichzeitig mit bem Oktoberfest würbe auch eine Münchener Hanbwerksschau eröffnet, bei deren Eröffnung auch der Reichshandwerksmeister Schmidt das Wort nahm.
Tanks und Maschinengewehre gegen die polnische Minderheit in der Tschechoslowakei.
Warschau, 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die polnische Presse berichtet voller Empörung über neue Schikanen der tschechischen Behörden gegen die polnische Minderheit in Tschechisch-Schlesien. Am Todestag der beiden polnischen Flieger und Sieger im Europarundflug, Zwirko und W i g u r a , sollte an dem Ort ihres tödlichen Absturzes, auf tschechoslowakischem Gebiet, eine polnische Gedenkfeier stattfinden. Diese Feier ist von den Behörden v e r b o t en worden. Trotzdem zogen etwa tausend polnische Pilger zu dem Ort der Katastrophe, um in aller Stille der beiden Flieger zu gedenken. Sie fanden bie Gegenb burch eine bichte Kette von mehreren tausend Gendarmen gesperrt, gleichzeitig waren Truppen zusammengezogen unb Tanks aufgefahren worben. Alle Wege waren burch Stahltaue unb Ketten gesperrt. Als ein größerer polnischer Pilgerzug nahte, brachten Solbaten unb Genbarmen gegen sie Maschinengewehre in Stellung. An ben Ort ber Fliegerkatastrophe wurde lediglich ber polnische Konsul aus Mährisch-Ostrau zugelassen.
Drei Todesopfer bei dem Zugunglück in Dresden-Neustadt.
Bei bem bereits kurz gemelbeten Zugunglück auf bem Bahnhof Dresben-Neustabt, wo ein mit Schulkinbern besetzter Sonderzug von einer Rangierabteilung in Der Flanke angefahren wurde, stürzten vier Wagen um. Es sind drei Tote, eine Schwer- und 22 Leichtverletzte zu beklagen. Es handelt sich durchweg um Dresdner Schulkinder. Die Schuldfrage ist noch nicht geklärt. Die Feuerwehr und der Gerätezug der Reichsbahn waren schnellstens zur Stelle. Die Schulkinder befanden sich anläßlich des allgemeinen Schulwandertages auf einer Fahrt nach Bautzen. Ein Kind wurde t o t aus dem Wagen geborgen, ein zweites Klklb, ein Mädchen, ist auf dem Transport nach dem Krankenhaus gestorben. Im Krankenhaus ist auch ber schwerverletzt eingelieferte Lehrer Johannes Preisler gestorben.
Das Urteil
tm Aschaffenburger Vilderdiebstahlsprozeß.
Im Aschaffenburger Bilderbiedstahlsprozeß wurde das Urteil verkündet. Der Angeklagte Paul Falck wurde mangels hinreichenden Beweises von der Anklage des schweren Diebstahls im Rückfall unter Ueberbürbung ber auf ihn entfallenben Kosten bes Verfahrens auf die Staatskasse freigesprochen. Der Angeklagte Franke wurde wegen fortgesetzten Verbrechens ber Hehlerei zu einer Zuchthaus st rase von 8 Jahren verurteilt. Ferner wurden ihm auf bie Dauer von 5 Jahren die bürgerlichen Ehrenrechte aberkannt: 1 Jahr 10 Monate der erlittenen Untersuchungshaft wurden ihm angerechnet. Außerdem ordnete das Gericht gegen den Verurteilten Franke Sicherungsverwahrung an. Die oberstaatsanwaltschaft- lichen Anträge lauteten im Sinne ber gefällten Urteile. Franke wurde sofort in Haft genommen.
Trauergottesdienst für Generalkonsul Dr. von Hahn.
JnAmsterdam fand in ber evangelischen Kirche am Spui ein feierlicher Irauergottesbienft für ben verstorbenen beutschen Generalkonsul in Amsterbam Dr. von Hahn statt. Neben ber Gattin unb ben Kinbern bes Entschlafenen nahmen ber beutsche Ge- fanbte im Haag Graf Zech, der Gouverneur ber Provinz Nordhollanb Ihr. Roell, der Bürgermeister von Amsterdam befugt, zahlreiche Mit- güeber bes Amsterbamer Konsularkorps unb ber Deutschen Kolonie an bem (Sottesbienfteteil. Die irbischen lleberrefte Dr. von Hahns wurden in aller Stille nach seiner Heimatstadt D a r m st a d t übergeführt, wo am Montagnachmittag bie Beisetzung erfolgen wirb.
Schwere Ulassenvergiflung durch Pilzgenuß.
In Valence (Frankreich) mußten 16 Gäste zweier Restaurants nach bem Genuß von Pilzen mit schweren Vergiftungserscheinungen in ein Krankenhaus eingeliefert werben. Zwei von ihnen find bereits kurz nach ihrer Einlieferung gestorben, bei 10 anberen besteht Lebensgefahr.
Vier Tote bei einem Schiffszusammensioh auf dem Parana.
Ein schwerer Schiffszusammenstoß ereignete sich auf bem Paranä-Strom etwa 800 Kilometer norblich von Buenos Aires. Der große Schnelldampfer „Ciudad Momentes" fuhr gegen den Viehdampfer „Duke of Athol", der mit schweren Beschädigungen auf Grund gesetzt werden mußte. Vier Mann der Besatzung des „Duke of Anthol", die im Logis im Vorschiff geschlafen hatten, wurden getötet. Der Passagierdampfer konnte ohne größere Beschädigungen feine. Fahrt fortsetzen.
„3m Scherz" erschossen.
Der 25jährige Tagelöhner Hammer st ein aus Roxheim bei Bad Kreuznach wurde am 16. November 1931 am Nonnenbusch erschossen aufgefunden. Damals nahm man Selbstmord an. Eine neue Untersuchung hat jedoch ergeben, daß ein gewisser Kaiser aus Kreuznach den Tagelöhner erschossen hat. Kaiser gab jetzt an, der Schuß sei versehentlich losgegangen, als er im Scherz auf Hammerstein angelegt habe.
Reiche Beule amerikanischer Banditen.
In einem großen Juweliergeschäft in der Hauptverkehrsgegend von Neuyork wurden der Besitzer und bie beiben Angestellten von drei Banditen überfallen und gefesselt. Die Räuber entkamen in einem Auto mit einer Beute von zahlreichen Edelsteinen, deren Wert auf etwa 20 000 Dollar geschätzt wird. — Fast zur gleichen Zeit wurde die Neuyorker Effektenbörse von einer Maklerfirma in Chikago davon benachrichtigt, daß aus der Woh- nung eines gewissen George formet in Beoer- lyhills in Kalifornien Wertpapiere bekannter amerikanischer Konzerne im Wert von über 500 000 Dollar gestohlen worden sind, lieber die Einzel- beiten des Diebstahls liegen noch keine Mitteilungen vor.
Auch Deine Zähne brauchen jeden Abend Chlorodont /


