Ausgabe 
23.9.1935
 
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England und das Mllelmeer

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Ein deutscher Afrikaforscher.

In den politischen Erörterungen, die sich um den abessinischen Streitfall und um die Möglichkeit einer Befriedigung der italienischen Wünsche be­wegen, ist auch, und zwar interessanterweise, zuerst

Presse in den letzten Wochen durchgefuhrten Feldzuges gegen dasenglische König­reich geschaffen'worden sei.

S u v i ch machte eine entsprechende Mitteilung und sagte, er sei berechtigt, dem Botschafter zu er­klären, daß die militärischen Vorbereitungen Ita­liens im Mittelmeerbecken von rein d o r beu­gender Natur seien und keine aggressiven Ziele verfolgten."

Der Beschluß des Aiinislerrals.

Die italienische Presse kündigt weitere Ver­handlungsbereitschaft an.

Rom. 21. Sept (DNB.) Der italienische Minister- rat hat die Vorschläge des Fünfecausschusses zum italienisch-abessinischen Streitfall abgelehnt. Der Beschluß hat folgenden Wortlaut:

Der INinisterrat hat von den in dem Bericht des Aünferausschusses enthaltenen Vorschlägen Kenntnis genommen. Er hat sie zum Gegenstand einer auf­merksamen Prüfung gemacht. Bei aller Achtung des von dem Fünferausschuh unternommenen Versuches ist der INinisterrat zu dem Entschluß gekommen, diese Vorschläge als unannehmbar zu betrachten, da sie keine ausreichende INindestgrundlage für etwaige Ab­machungen bieten, mit denen endlich und in wirksamer Weise den lebenswichtigen Rechten und Interessen Italiens Rechnung getragen würde.

*

Italien lehnt ab, scheint aber zu weiteren Verhandlungen mit dem Mnfer-Ausschuß geneigt.

unden. Jahre nach dem Aufstieg derLatham" anden Fischer eine zertrümmerte Trag- l ä ch e, die wahrscheinlich zur Maschine Amundsens gehörte. Im Frühjahr 1933 wurde ein Benzin­tank angeschwemmt. Der Tank trug die Aufschrift Latham" ...

Auf welche Weise Amundsen zugrunde ging, ist auch heute noch in Dunkel gehüllt. Man nahm an, daß er sich im Nebel verflogen habe, und daß seine überlastete Maschine bei der Notlandung durch den ungeheuren Aufprall auf das Eis zertrümmert

Genf, 22. Sept (DRV.) Baron Aloisi Sonntag nachmittag dem Vorsitzenden des Fünfer- Ausschusses de Wadariaga im Auftrage seiner Regierung gewisse kritische Bemerkungen zu dem Bericht des Ausschusses übermittelt. Die Unterredung zwischen de INadariaga und Aloisi hat keine Klärung der Lage erbracht. Der

und die Mannschafts- und Ma t e r i a l - Verstärkungen der britischen Gar nij o- nen im Mittelmeer mitzuteilen. Er fugte hinzu, daß sie nicht bezweckten, t r g e n bei ne aggressive Absicht von selten der englischen Regierung anzudeuten. Er erklärte, daß solche Maßnahmen als eine natürliche Folge des Ein­drucks ergriffen worden feien, der d u r ch dleHes- tigkeit des von der italienischen

Heue Kangflufenleiier für hie Role Armee

Marschall der Sowjetunion".

Ostafrika sei.

Der Fünfer-Ausschuß will sich heute entscheiden.

In Paris sieht man die Niöglichkeit zu weiteren Verhandlungen.

Die Flaschenpost aus her Intel Slarikodamski

Ein letztes Lebenszeichen von Roald Amundsen.

Ein Nachruf des Stabschefs Luhe.

Nürnberg, 21. Sept. (DNB.) Der Chef des Stabes Lutze veröffentlicht folgenden Nachruf: Am Donnerstag, 19. September 1935, wurden die am 15. September bei Kirchheim in Württem­berg in treuer Pflichterfüllung jäh aus dem Leben gerissenen fünf SA.-Männer aus Göppin - gen zu Grabe getragen. Es sind: Rottenführer Julius Falk, SA.-Mann Karl B u l l i n g, SA.- Mann August Musch, SA.-Mann Georg Hauser und SA.-Mann Otto Widmann. Auf der Heimfahrt vom SA.-Dienst ereilte sie das Schicksal des Soldaten. Sie gaben ihr Leben als politische Soldaten Adolf Hitlers für Deutschland. Auch sie werden mit uns weiter marschieren, denn ihr Geist lebt in uns. Gez.: Lutze.

London, 23. Sept. (DNB. Funkspruch.) Die Nachricht aus Genf, daß der italienische Vertreter, Baron Aloisi, dem Vorsitzenden des Funfer-Aus- fchulles, Madariaga, die italienischen Emwendun- gen~roegen dem neuesten Vermittlungsplan ausem- andergesetzt habe, wird von der Londoner Mor- aenpresse als ein nicht ungünstiges Zei­chen angesehen, weil Mussolini jetzt zum ersten­mal nicht sein ewiges Nein wiederhole, sondern Neigung zu Verhandlungen zeige. In­dessen wird gemeldet, daß die italienischen Forde­rungen soweit gingen, daß der Fünfer-Ausschuß sie schwerlich als Verhandlungsgrund­lage annehmen könne. Abessinien soll nach den neuesten italienischen Forderungen künftig nur noch aus Öenbeiden amharischen B e- zirken" bestehen. Alle Gebiete mit nicht am« harischer Bevölkerung sollen italienischer Kontrolle unter st eilt werden.Times" be­merkt dazu, in Genf sei man der Ansicht, daß die italienischen Gegenvorschläge weit über alles hinausgingen, was der Negus freiwillig an­nehmen würde, und was sich mit den Grundsätzen der Völkerbundssatzungen und den Rechten Abes­siniens als Bundesmitglied vereinbaren lasse. Es handelt sich um die ursprünglichen For­derungen Italiens und es sei nicht anzu­nehmen, daß der Völkerbundsrat bei der starken Stellung, die er in letzter Zeit erhalten habe, jetzt mehr Neigung zu Entgegenkommen zeigen werde als früher. England habe volles Verständnis für Italiens Verlangen nach Ausdehnung und nach einem Anteil an dem Rohstoff Afrikas. Es handle sich dabei um die Ungleichheit zwischen denBe­sitzenden" und denBesitzlosen", die auch an­dere Länder als Italien betreffe. Indessen sei Italien ebenso wie Großbritannien Unterzeichner der Völkerbundssatzung, die eine Neuordnung der internationalen Beziehungen bedeute. In britischen Augen seien Völkerbund und Völkerbundssatzung

ReichSverbandstag der deutschen Eisenbahnervereine.

Der Reichsverband der deutschen Eisenbahnerver» eine hält seine diesjährige Tagung in Saar­brücken ab. Arn Freitag legte Generaldirektor Kleinmann am Saarbrücker Ehrenmal und am Grabe des von den Franzosen erschossenen Eisen­bahners Jakob Johannes Kränze nieder. Dann nahm die Tagung ihren Anfang. Pg. Kleinmann begrüßte den Ehrenpräsidenten des Reichsoerbandes Martin- Kassel, die Vertreter aus dem Danziger Gebiet, ferner den Regierungspräsidenten Jung und erstattete dann einen umfassenden Geschäfts­bericht. Die Zukunft der Eisenbahnervereine ei für absehbare Zeit gesichert. Allerdings müßten ie sich auf die Fürsorgearbeit und die P lege der Kameradschaft beschränken. Die weltan­schauliche Erziehung sei Aufgabe der politischen Or­ganisationen. Die Mitgliederzahl des Verbandes sei von 455 000 (1933) auf 498 000 (1934) gestiegen. Der Redner kündigte an, daß er demnächst d i e Frauenabteilung auflösen werde, da diese ein heute nicht mehr in Frage kommendes Eigenleben führten. An Hand eindrucksvoller Zahlen konnte Pg. Kleinmann bartun, welche beachtlichen Leistungen bie Eisenbahnervereine auf bem Ge­biete ber Fürsorge gebracht haben. Reichsbahnbirek­tor Nebelung- Berlin sprach über bie Kamerad­schaft in den Eifenbahnvereinen als Ausdruck der Betriebsgemeinschaft. Er wies darauf hin, baß erst die neue Zeit die Voraussetzungen für eine wahr« Betriebsgemeinschast geschaffen habe. Die Eisem bahner besichtigten die Burbacher und Dölklingek Hütte und unternahmen noch eine Rundfahrt durch den Warndt.

Moskau, 23. Sept. (DNB.) Die sowjetamt­liche Telegraphenagentur verbreitet drei Verord­nungen des Rates ber Volkskommissare, die eine Neuordnung ber militärischen Rangbezeichnungen in berRoten Arbeiter- und Bauernarmee", die Schaffung einesG eneralstabes der Roten Armee" und schließlich das Verbot des Tragens militärischer Uniformen für alle Organisationen und onstigen Sowjeteinrichtungen bringen.

Zur Begründung wird ausgeführt, ber technische Umbau, die Motorisierung und die Ausbildung der Roten Armee zu einer erstklassigen militärischen Macht seien soweit fortgeschritten, daß auch die Rolle der Kommandeure der einzelnen Verbände eine Bedeutung gewinne. Bei ber Man­nigfaltigkeit des Wissens, über das sie verfügten, und der Aufgaben, die sie 3U lösen hätten, seien Vorschriften, nach denen ihre Macht und ihre Autorität, ihr Dienstalter und ihr Aufgabenbereich geregelt würden, nicht mehr zu umgehen.

Die neuen Bezeichnungen lehnen sich an die Armeen der westeuropäischen Länder, insbesondere Frankreichs, an. Während es bisher in der Roten Armee im Dienstwesen nur denGenos -

verbunden ist, die in der englisch-italiemschen Ri­valität in Ostafrika eine große Rolle spielten. Schweinfurth ist es gewesen, der mb en Jahren 1868 bis 1871, ber großen Zeit ber Afrikaforschung, das Innere des Landes z w i s ch e n d e m N i l u n b dem Kongo bereiste, die damals fast noch un­bekannten Quellgebiete des Weißen Nils erforsch^ und als erster Europäer aus dem Nilraum nach Westen in das Quellgebiet des Kongo vordrang« Auf feinen Spuren ist es später Stanley gelun­gen, den oberen Lauf des Kongo zu finden und zu erschließen, auf dessen nördlichsten Zufluß Schweinfurth gestoßen war. England hat bet seiner späteren Erschließung des Sudans und ber Quellengebiete bes Nils burch seine Kampfe mit bem Mahbi unb ben dieses Gebiet beherrschenden großen arabischen Sklavenhändlern aus den For­schungsberichten Schwemfurths den größten Nutzen gezogen und kann sich der Pflicht nicht entziehen, diesen deutschen Forscher mit in bie Ehrenreihe der Männer zu stelken, die ihm das große afrikanische Kolonialreich mitschaffen halfen.

Der englische Außenminister Hoare hat m sei­ner letzten Genfer Rede auch bie koloniale Seite des gegenwärtigen internationalen Reinigungs­problems berührt, sich aber auf den Standpunkt gestellt, daß dies weniger eine politische und terri­toriale als eine wirtschaftliche Frage sei. Wir glauben demgegenüber, daß die Kolonialfrage diese Seiten gleicher Weise hat und daß noch eine Dritte, nicht zu übersehende, dazu kommt, nämlich die der großen deutschen Verdienste um die Ausschlie­ßung der Gebiete, zu deren Nutznießern sich aus­schließlich andere gemacht haben. Für diesen deut­schen Anspruch ist der Name Georg Schwein- f u r t h s neben vielen anderen ein Beleg, an ben zu erinnern wir uns erlauben.

Vereidigung

des Bischofs von Mainz.

LPD. Darmstadt, 21. Sept. Am Samstag- morgen erschien der neuernannte Bischof von Mainz, Professor Dr. Stohr, im Amtsgebaude des Reichsstatthalters in Hessen zu Darmstadt, um dort in dessen Hand den vorgeschriebenen Treueid zu leisten. Der Bischof befand sich in Begleitung der Herren Generalvikar Prälat Mayer unb Dom­dekan May, währenddem auf feiten des Reichsstatt­halters die Herren Regierungsrat Pg. Reiner, Ministerialrat Pg. R i n g s h a u s e n, Adjutant Pg. I a n t h u r und der Pressereferent des Reichsstatt­halters Pg. Krug-Jahnke teilnahmen. Der R e i ch s st a t t h a l t e r ergriff das Wort zu folgen­den Ausführungen:

Herr Bischof! Seine Heiligkeit ber Papst Pius XI hat Sie zum Bischof der Diözese Mainz ernannt. Nach Artikel 16 des Konkordats zwischen dem Heiligen Stuhl und dem Deutschen Reich vom 12. September 1933 haben Sie ben Treueid in bie Hand bes Reichs st atthalters in Hessen zu leisten. Ich banke Ihnen, daß Sie zu diesem Zweck hierhergekommen sind, bitte Sie, die Hand zum Schwur zu erheben und mir den Treueid, dessen Form durch das Konkordat festgelegt ist, nach­zusprechen. Vor Gott und auf die heiligen Evangelien schwöre und verspreche ich, sowie es einem Bischof geziemt, dem Deutschen Reich und bem Lande Hessen Treue. Ich schwöre und verspreche, die ver- fassungsmäßig gebildete Regierung zu achten unb von meinem Klerus achten zu lassen. In ber pflicht­mäßigen Sorge um bas Wohl unb bas Interesse des deutschen Staatswesens werde ich in Ausübung des mir übertragenen geistlichen Amtes jeden Sch^- den zu verhüten trachten, der es bedrohen könnte!" Der Bischof bekräftigte seinen Eid darüber hinaus noch mit den Worten:So wahr mir Gott helfe!"

Darauf erklärte der Reichsstatthalter:Ich danke Ihnen, Herr Bischof, und versichere Ihnen meiner- seits, daß, was an mir liegt, alles getan wird, um bas Verhältnis zwischen Staat unb Kirche, wie es vertraglich festgelegt ist, unb wie insbesondere ber Führer und Reichskanzler zu wie­derholten Malen die Richtlinien öffentlich gegeben hat, gut z u erhalten. Nach der Vereidi­gung erfolgte eine zwanglose Unterhaltung ber Herren, in deren Verlauf der Bischof seinem Wunsche nicht nur auf ein gedeihliches, sondern auf ein herzliches Zusammenarbeiten zwischen Kirche und Staat zum Ausdruck gab.

ftets ein Werkzeug friedlicher Rege­ln n g von Ungleichheit gewesen und nicht die starre Verewigung Des augenblicklichen Standes Der Dinge. .

DieTimes" geht dann weiter auf die Flöt- tenoerftärfungen im Mitte l m e er ein und bemerkt dazu, die Schlachtschiffe seien nicht Da, um jeden Augenblick auf Neapel oder Venedig Granaten abzuschießen. Die phantastische Vorstel­lung eines europäischen Krieges als eine einem abessinischen Krieg vorzuziehende Möglichkeit habe niemals auch nur einen Augenblick im Kopfe eines nüchternen Engländers geherrscht. Die Schiffe seien da, um ben Frieben zwischen ben Nationen zu erhalten, für den der Völker­bund vorhanden sei, um die Sicherheit der Seewege und Verbindungen im Mit­telmeer zu gewährleisten, von denen Englands Schutz abhänge, und sofort und wirksam jeden Zwi­schenfall zu behandeln, der andernfalls Europa in Brand setzen könnte.

Die rechts-konseroativeMorning Post" be­tont die Notwendigkeit, einen Krieg in Afrika ab­zuschwächen und nicht zuzulassen, daß er sich auf Europa ausdehnt. Kein Freund des Friedens könne wünschen, daß der Völkerbund eine Lage, die er nicht verhindern könne, noch schlimmer mache. Im übrigen habe die Krise die eine wahre Lehre gezeigt, daß eine Nation, die selbst entwaffnet habe, nicht einmal auf Frieden hin arbeiten könne, ohne Gefahr zu laufen, in einen Krieg verwickelt zu werden. DieDaily Mai l" hofft, daß ein neuer Versuch gemacht wird, Mussolinis Forderun­gen zu entsprechen, fügt indessen hinzu, bas einzig vaterländische Verhalten sei gegenwärtig, für jeden Engländer, seiner Regierung zu folgen. Auch dieses Blatt weist auf die Unzulänglichkeit der englischen Rüstungen hin, von der Schatzkanzler Neville Chamberlain in seiner Rede am Samstag gesprochen hat.

Deutschland feiner Kolonien beraubten und auch die beiden anderen, aus ihrer inneren Entwick­lung heraus nach kolonialer Ausdehnung strebenden Großmächte Japan und Italien nicht genü­gend berücksichtigten. Es hat sich in dieser inter­nationalen Debatte erfreulicherweise gezeigt, daß der unsinnige Vorwand, unter dem Deutschland sei­ner Kolonien beraubt wurde, nämlich seine Unwür­digkeit zu kolonisatorischer Betätigung, nirgends mehr ernst genommen wird, ja daß man sich heute schämt, ihn auch nur zu wiederholen. Dies darf uns jedoch nicht daran hindern, auf einer formellen Beseitigung jener Schmähung zu bestehen und das Ausland immer wieder daran zu erinnern, nicht nur in welch blühendem und geordnetem Zu­stand die deutschen Kolonien in fremden Besitz über­gingen, sondern auch daran, welche Verdienste sich Deutschland um die wissenschaftliche und geogra­phische Erforschung fremder Erdteile, besonders Afrikas erworben hat.

Einen solchen Anlaß bietet der sich jetzt zum zehnten­mal jährende Todestag des großen Afrikaforschers Georg Schweinfurth, dessen Name gerade mit der Erschließung der Gebiete auf das engste

Die Stellungnahme des Ministerrats wird in ber italienischen Öffentlichkeit mit der größten Ruhe ausgenommen. Uebereinstimmend wird in der Preße betont, daß der Fünfer-Ausschuß im ©runbe ge­nommen in seinen Vorschlägen bas Unvermögen Abessiniens, selbst georbnete Verhältnisse zu schaffen, zugegeben unb Damit im wesentlichen ben italieni­schen Stanbpunkt angenommen, sich aber gescheut habe, bie von Italien gezogene Schlußfolge­rung zu ziehen. Dementsprechend versucht dle Presse nachzuweisen, baß sich ber Fünfer-Ausschuß auf ben Stanbpunkt bes italienif ch e n Memoranbums vom 4. September stel­len müsse. Auf tiefer Grunblage sei eine Aussprache möglich unb vielleicht sogar nützlich. Italien sei auf feinen Fall aus vorsätzlicher Meinung gegen Erörterungen unb gegen Verhandlungen.

Dabei rückt bie Verleihung eines Man­dates an Italien immer mehr in ben Dorder- grunb. Eine geschmeidigere Anwendung dieses Grundsatzes hätte, so führtMassagero" aus, das Problem einer Lösung erheblich näherbnngen kön­nen. Leider habe der Fünfer-Ausschuß eine Losung vorgezogen, die nur einen internationalen Beistand bei dem inneren Aufbau Abessiniens vorsehe. Der Fünfer-Ausschuß hätte die Italien im Dreier-Ver­trag von 1906 zuerkannten territorialen Rechte, die insbesondere auch eine Verbindung zwischen Eritrea und Somaliland vorsehen, berück­sichtigen müssen.

Voce d'Jtalia" behandelt besonders das Si ch e r- cherheitsproblem, das für die Stellung Ita­liens in Ostafrika ausschlaggebend sei. Einen sehr bedeutsamen Fehler sieht das Blatt darin, daß das abessinische Heer in keiner Weise unter fremde Kon- trolle kommen solle, während nur die Abrü- ftung Abessiniens den Frieden und die Sicherheit der Nachbarkolonien gewährleisten könne. So wie die Vorschläge des Fünfer-Ausschusses heute aussähen, habe Abessinien mit dem Zugang zum Meer sogar die Möglichkeit einer unkontrollier­baren Waffeneinfuhr. Das Sicherheitspro­blem sei für Italien von lebenswichtigem Interesse, da Abessinien unter den heutigen Verhältnissen eine dauernde Bedrohung der italienischen Kolonien

Auf der Insel Starikodamski, 60 Kilometer vom Kap Tscheljuskin entfernt, wurden, wie schon kurz gemeldet, in Gestalt einer Flaschenpost Aufzeich­nungen von Amundsen und von Mitglie­dern seiner Expedition aus dem Jahre 1918/19 ge­sunden. Durch diese sensationelle Entdeckung wird die Welt an das tragische Ende des nordischen Polarfahrers erinnert, der von feiner Rettungs­expedition nicht mehr zurückkehrte und in der Welt des ewigen Eises den Tod fand. Lebt Roald Amundsen noch? Das war die bange Frage, die lange Zeit die Gemüter der Welt bewegte, nachdem Amun^en als verschollen gemeldet wurde.

Dieser ewige Jüngling, Dem die Wissenschaft so viel zu verdanken hat, war am 18. Juni 1928 mit seinem zweimotorigen WasserflugzeugLatham" aufgestiegen, um die Expedition des italienischen Generals Nobile zu retten, die mit ihrem Luft­schiffItalia" im Polargebiet Schiffbruch erlitten hatte. Acht Stunden nach dem Start vernahmen die Küstenstationen die Rufzeichen derLatham". Amundsen, der Held aus vielen Nordpolschlachten, der unvergleichliche Bezwinger des ewigen Eises, war unterwegs, um seinen verunglückten Kame­raden Hilfe zu bringen. Die Rufzeichen derLa­tham" bedeuteten, daß alles in bester Ordnung war. Amundsen hatte schon schwierigere Expeditionen unternommen. Niemand hielt es für möglich, daß er gerade diesmal scheitern würde.

Aber plötzlich geschah das Unfaßbare, das Grauenvolle: dieLatham" rührte sich nicht mehr, die Rufzeichen verstummten. Und sie kamen nicht wieder. Die Welt konnte zunächst den Gedanken nicht fassen, sie war überzeugt, daß sich Amundsen wieder melden würde. Aber es blieb still um ihn. Woche um Woche verging, in qualvoller Ungewiß­heit warteten seine Freunde, aber von Amundsen kam keine Kunde. Er, der ausgezogen war, um (Bene» ralNobile aus der grausigen Umklammerung des Eises zu retten, war selbst in der endlosen Einsamkeit einen rätselhaften Tod gestorben. Wie auf die Er­füllung einer Legende wartete man auf seine Wie- Verkehr, bis es schließlich zur harten Gewißheit wurde: Amundsen hatte dort, wohin es ihn Zeit seines ruhmreichen Lebens, mit dämonischer Macht hingezogen hatte, ein tragisches Ende ge-

FünferAusschuß wird am lUontagoormittag eine Sitzung abhatten, um zu prüfen, ob die von Ihm eingeleifeten Vermiltlungsverhand- lungen als gescheitert anzusehen sind und er dem­gemäß seinen Auftrag dem Völkerbundsrat zurück­geben muh.

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Die Pariser Presse weist auf die Spanne hin, die zwischen den italienischen Forderungen und den Angeboten des Fünfer-Ausschusses liegt. Sie sei z u g r o ß, als daß sie überbrückt werden könnte. Immerhin sei der Besuch Aloisis beim Vor­sitzenden des Fünfer-Ausschusses ein Zeichen der italienischen Verhandlungsbereitschaft. Man glaube in Völkerbundskreisen zwar nicht dar­an, daß England den italienischen Forderungen ftattgeben werde; immerhin werde der Schritt Aloisis eine Antwort des Fünfer-Ausschusses nach sich ziehen, so daß die Verhandlungen praktisch fortgesetzt würden. Nur in dieser Tatsache sehe man einen, wenn auch nur geringen Hoffnungsschimmer.

Echo de Paris" erklärt, es handele sich praktisch um italienische Gegenvorschläge, wenn dieses Wort auch von keiner Seite ausgesprochen worden sei. Das Blatt rechnet damit, daß die Ver­handlungen fortgesetzt werden, glaubt aber nicht daran, daß die italienischen Forderungen vom Fünfer-Ausschuß und vom Völkerbundsrat ange­nommen werden. Es sei vielmehr wahrscheinlich, daß man der italienischen Regierung G e g e n v v r - schlüge unterbreiten werde, die sich aber von den italienischen Forderungen weit entfernen würden. * DasJournal" warnt davon, die Bedeutung der neuen Lage zu überschätzen. Man müsse sich mit der Feststellung zufriedengeben, daß heute eine Aussprache mit Italien möglich sei, während man bisher selbst an dieser Möglichkeit gezweifelt habe.

Gegenseitige Fnedensversjcherungen.

Der britische Botschafter bei Suvich.

London, 22. Sept. (DNB.) Das Foreign Office gab am Sonntagabend folgende Verlautba­rung heraus:Der britische Botschafter in Rom besuchte am 20. September den Unter­staatssekretär für auswärtige Angelegenheiten Suvich, um im Namen der Königlichen Regierung die Bewegungen der britischen Flotte

sen Kommandeur" gab, wird das künftige Rote Offizierskorps nach einer Rangleiter einge­teilt, die zehn Sprossen hat. Bei der Landarmee und den Luftstreitkräften ist der erste Offiziersrang der Leutnant. Es folgen sodann Oberleutnant, Kapitänleutnant, Major, Oberst, Brigadekomman­deur, Divisionskommandeur, Korpskommandeur und Armeekommandeure I. und II. Ranges. Auch für die anderen Truppenteile sowie für Die politischen Kommissare in der Armee ist eine entsprechende Rangordnung geschaffen worden. Ebenso wurde eine Rangliste für das Unterosfizierskorps geschaf­fen. Der einfache Soldat heißtRotarmist". Die Anlehnung an das französische Beispiel tritt be­sonders stark in der Schaffung der Würde eines Marschalls der Sowjetunion" zutage, die an besonders verdienstvolle Personen des ehe­maligen Kommandeurstandes verliehen wird.

Die Verordnungen bedeuten eine endgültige Ab­sage an das kommunistische Gleichmachertum und eine Rangerhöhung der Angehörigen der Roten Armee gegenüber der großen Masst derSowjet­proletarier".

von englischer Seite die Forderung erhoben worden, - i e kolonialen Besti mm ungen des Versailler Vertrags zu revidieren, die

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