Ausgabe 
23.7.1935
 
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gebracht, daß für schwere Fälle Zucht- Haus st rasen festgesetzt wurden. Gerade als Geistliche und kraft ihrer besonderen Bildung hätten sie sich von derartigen Geschäften zurückhalten müs­sen. Sie können sich auch nicht darauf berufen, im Auftrage anderer gehandelt zu haben, denn es gibt keinen Befehl, der einen Menschen veranlassen könnte, gegen sein Vaterland zu handeln.

Der Verteidiger kam zu dem Ergebnis, daß man aus tatsächlichen und rechtlichen Gründen zur Verneinung einer Schuld gelangen müsse. Die An­geklagten haben das Gelübde der Armut abgelegt; sie können daher nach dem Kirchenrecht kein Eigen­tum haben und damit entfällt auch jedes gewinn­süchtige, verbrecherische Motiv. Ebenfalls nach dem kanonischen Recht müssen sie den Anweisungen ihrer Oberen folgen, selbst dann, wenn sie innerlich von diesen abweichen. Der Ordensmann ist zum Gehor­sam verpflichtet, weil eine unbeschränkte Vermu­tung für die Lauterkeit der von seinen Oberen er­teilten Anordnungen besteht. Der Verteidiger bat um Freisprechung seiner beiden Mandaten.

ttmsormverbot für konfessionelleFuaendverbände

Berlin, 22. 3uli. (DRV.) 3n der letzten Zeil Hai in steigendem Maße beobachtet werden müssen, daß die konsessionelten Verbände, ins­besondere die katholische 3ugendver- bände, die Grenzen, die ihrer Betätigung durch die politische Entwicklung gezogen worden sind, überschreiten und auf Gebieten eine rege Tätigkeit entfalten, die heute allein der Hitler- 3 u g e n d als der vom Staat anerkannten 3ugend- organifation Vorbehalten find. Die Staatsführung kann diesem Treiben, welches nachgerade eine all­gemeine Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung herbeigeführt hat, nicht länger zusehen. Der Reichs- und preußische Minister des 3nnern hat deshalb mit Erlaß vom 20. 3u(i die Landesregierungen angewiesen, den konfessionellen 3ugendverbänden das Tragen von Uniformen oder uniformähn­licher Kleidung sowie das geschlossene, öf­fentliche Auftreten mit Wimpeln und Fahnen, ferner das Tragen von Abzei­chen und das Tragen einer einheitlichen Kluft als Erfaß der Uniformierung sowie jede geländesportliche Betätigung zu ver­bieten.

Beflaggung der Kirchen und kirch­lichen Gebäude.

Osnabrück, 22. Juli. (DNB.) Der Regie- gierungspräsident von Osnabrück gibt bekannt:

Der selbstverständlichen Pflicht der Beflaggung der Kirchen und kirchlichen Gebäude an den Feier- und Gedenktagen des national- sozialistischen Staates glaubt sich immer noch ein Teil der Geistlichen entziehen zu können. Sogar die Aufforderung der Regierung zum Hissen der Trauerfahnen am Tage der Beisetzung der Opfer des Reinsdorfer Unglücks ist von zahlreichen Pfarrern nicht befolgt worden. Sie haben sich damit offenkundig außerhalb der Volks­gemeinschaft gestellt. Ihr Verhalten ist außer­dem geeignet, Ruhe und Ordnung zu gefährden. Nachdem ich wiederholt auf die maßgeblichen kirch­lichen Stellen dahin gewirkt habe, für eine ordnungs­mäßige Beflaggung der Kirchen und kirchlichen Ge­bäude zu sorgen, diese Stellen sich aber zur Durch­führung des Flaggengebotes außerstande gezeigt haben, werde ich nunmehr in Zukunft gegen je­den einzelnen Pfarrer, der den entspre­chenden Anordnungen zuwiderhandelt, die Macht­mittel des Staates zur Anwendung bringen."

Das Verkehrsgewerbe tritt der Leipziger Vereinbarung bei.

Ein Abkommen zwischen dem Reichs- verkehrsminister und dem Reichsorgani­sationsleiter Dr. Leh.

Berlin, 22. Juli (DNB.) Zwischen dem Reichs- werkehrsminister von Eltz-Rübenach und dem Reichsorganisationsleiter Dr. Ley ist folgende Der- »einbarung getroffen worden:

1. Der Reichs- und Preußische Verkehrsminister ttritt für die ihm unter st ehenden Organisationen des D e r k e h r s g e w e r ° Kes der zwischen dem Reichs- und Preußischen Wirtschaftsminister, dem Reichs- und Preußischen Arbeitsminister und dem Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront unter dem 21. März 1935 getroffenen Vereinbarung (Leipziger Verein- öarung) bei.

2. Zu Den Sitzungen des R e i ch s a r b e i t s- und Reichswirtschaftsrates sind der Reichs- und Preußische Wirtschaftsminister, der Reichs- und Preußische Arbeitsminister und der Reichs- und Preußische DerkehrsminPer einzuladen.

3. Die G e s ch ö f t s st e l l e d e r R e i ch s w i r t - ichaftskammer ist auch in Angelegenheiten »es Verkehrsgewerbes zugleich das Wirt- I jchaftsamt für die Deutsche Arbeits- r o n t und insoweit dem Reichs- und Preußischen Lerkehrsminister unterstellt.

Dem Führer und Reichskanzler gab Dr. Ley tele- zraphisch von diesem Beitrag zur Gemeinschafts- irbeit Kenntnis. Ebenso hat Reichsorganisations- «iter Dr. Ley dem Reichswirtschaftsminister Dr. Schacht telegraphisch seine Freude über die zustande- :iefommene Vereinbarung zum Ausdruck gebracht. Damit ist wiederum ein Teil der vom Führer in i er Verordnung vom 24. Oktober 1934 Dr. Ley und ; i amit der Deutschen Arbeitsfront gesetzten Aufgabe n Erfüllung gegangen.

Klarheit

in der Landjugendarbeit.

Berlin, 23. Juli. Von der Reichshauptabtei- Lmg I des Reichsnährstandes und vom Sozialen Amt der Hitlerjugend ist eine An- trdnung vereinbart worden, die für die Hitlerjugend int) für den Reichsnährstand eine klare Scheidung der beiderseitigen Aufgabengebiete bringt. Die Auslösung der früher selbständigen Landjugendorganisationen ist beendet. Die Einglie- terung der Söhne und Töchter der Mitglieder des Reichsnährstandes in die HI. ist weitgehend erfolgt, inb die organisatorische Verbindung zwischen Hitler- jiagenb und Reichsnährstand kann im wesentlichen als abgeschlossen gelten.

Die Jugendwarte des Reichsnähr- st a n d e s sollen grundsätzlich geeignete HI.- Führer ober Parteigenossen fein. Auf­gaben der Jugendwarte (Abteilung ID) des Reichs­nährstandes:

Zusätzliche bäuerliche Erziehung und Schulung der Landjugend, insbesondere Berufsförderung der Landjugend, Schulung der jungen Dorfgemeinschaft über die Ziele der Agrar­politik und über das Odal, Unterricht der zukünf­tigen Bauern in den Fragen des Erbhofrechts, der Landjugendaustausch innerhalb der Reichsgrenzen, der zwischenvölkische Landjugendaustausch, Auswahl der Landjugend für wirtschaftliche, kulturelle, poli­tische oder körperliche Sonderausbildung im Reichs­nährstand.

In Gemeinschaft mit der HI. durch- zuführende Aufgaben der Jugendwarte des Reichs­nährstandes: Die Gemeinschaftsgestaltung im dörf­lichen Leben, insbesondere Fest- und Feiergestaltung der Jugend im Jahreslauf und im Lebenslauf, Errichtung und Einrichtung von Gemeinschafts­räumen, Sporthallen, Heimen, Dorfbüchereien usw., Durchführung des Feierabends des jungen Dorfes. Die nationalsozialistische Erziehung der Jugendwarte und Jugendwartinnen des Reichsnährstandes. Die Werbung für die Leibesübungen in der Landjugend. Die Werbung für die nationalsozialistischen For­mationen, insbesondere für die HI. Durchführung des Reichsberufswettkampfes bleibt im einzelnen einer besonderen Regelung vorbehalten.

Aufgaben b e-r Hitlerjugend: Der Landdienst der HI. Die Umschulung. Betreuung der Landhelfer in der HI. Verbindung mit dem Landjahr.

©er Tag der deutschen Kolonisten in Brasilien.

Lange Jahre war es der Wunsch der deutschbe­wußten Kreise in Brasilien, die teils zerstreut, teils wie in Rio Grande do Sul in Huns­rücker-, Westfalen- und Pommern-Siedlungen zu­sammenwohnen, die große innere Zerstreu­ung des bodenständigen Deutschtums in Südbrasi­lien zu überwinden und durch die Einheit in Volks- und Kulturfragen stark zu wer­den. Die Anregung hierzu ging innerlich von der großen völkischen Einheitsbewegung im deutschen Mutterlande aus, bann in Brasilien selbst von Rio Granbe b o Sul, aus betn alten deutschen Koloniegebiet um Sao Leopolbo. Dort hat sich eine Kommission pro 25. Juli" gebilbet, bereu Anre­gung und Bemühung es zu banken ist, baß b e r 25. Juli, ber Ankunftstag ber ersten deutschen Einwanderer im Staate Rio Grande bo Sul, seit einigen Jahren gefeiert würbe unb im Vorjahre sogar durch einen großherzigen Entschluß ber Staatsregierung zum Staats- f e i e r t a g erklärt würbe. Die Kommission wirbt nun bafür, baß auch anbere Staaten Brasi­liens folgen unb bas bte Bunbesregierung biefen 25. Juli zum Nationalfeiertag für ganz Brasilien erkläre.

Jahr für Jahr ist ber 25. Juli ber Tag ber Be­sinnung ber Deutschbrasilianer auf ihr beutsches Volkstum, bes Bewußtseins, baß bie Wurzeln ber Kraft, aber auch bes Erfolges ber Kolonisten im Volkstum bearünbet liegen, baß auch ber Staats­bürger nur sein Bestes leisten kann aus seiner burck bas Blut bestimmten Wesensart. Unb beshalb wird in Kirchen, Schulen unb Vereinen mit Zustimmung bes Staates bas Volkstum als heiligstes Out gepflegt unb gerabe ber Kolonistentag be- sonbers begangen. Das Erlebnis biefes Tages wirb vor allem in ben Herzen ber Jugenb in ben beutsch- brasilianischen Schulen vorbereitet.

Wir im Mutterlanbe aber gebenden an biefem Tage unserer Brüber jenseits bes Ozeans mit be­sonderem Stolze, eingebenk ihrer täglichen Leistun­gen, eingebenk ihrer historischen Tätigkeit, burch bie Sieblungen, Dörfer unb Stäbte, Straßen unb Brücken, Schulen, Kirchen unb Jnbustrien entstau­ben, bie unseren Stammesbrübern Heimatrecht im fernen Laube sicherten. Wir freuen uns zugleich mit herzlicher Anteilnahme über ihre völkische Zusam- menschlußbeweguug, als bereu leuchtenbster Aus- bruck ber 25. Juli auch von uns als Ehrentag mit» begangen wirb. Mögen biefe Stammesgeuosseu aus unserem Bewußtsein, aus bem Gefühl unserer An­teilnahme weitere Stärkung für ihr Wollen emp­fangen!

Gummiknüppel gegen Gudetendeutfche.

Prag, 23. Juli. (DNB. Funkspruch.) Gegen­über anders lautenben Nachrichten, bie im Zu­sammenhang mit ber Auflösung einer fubeten» deutschen Kundgebung in Brüx durch tschechoslowa­kische Polizei von mehreren Todesopfern sprechen, sieht das tschechoslowakische Pressebüro folgende Darstellung dieser Vorfälle.

Die Ortsgruppe des Bundes ber Deutschen in Brüx ersuchte gemeinsam mit bem beutschen Turnverein in Brüx um bie Be­willigung eines Umzuges zu bem neu eröffneten Arbeitslager. Der Umzug wurde für ben 23. biefes Monats bewilligt, wurde jedoch um einen Tag früher, das ist am 22. biefes Monats veranstaltet. Die Polizei machte bie Teilnehmer auf biefen Um­stand aufmerksam und forderte sie zum Ausein- andergehen auf. Als sie nicht Folge leisteten, mür­ben sie yiit Einsatz von Gummiknüppeln zerstreut. Bei ber Polizei melbete sich nur ein Veranstalter, Dr. Otto Füssel, ber ein Zeugnis eines Privatarztes barüber ovrlegte, baß er ver­letzt wurde. Sonst meldete sich niemand." polnischer Vorstoß gegen die

Danziger Zollverwaltung.

Danzig, 22. Juli. (DNB.) Die Polnische Tele- graphenagentur hatte die beabsichtigte Aus sch al- tu n g ber Danziger Zollverwaltung für bie polnische Einfuhr angekündigt. Die Meldung ist burch eine Verorbnung bes polnischen Finanzministeriums bestätig worben. Der Inhalt ber Verorbnung, bie bereits in Kraft getre­ten ist, ist kurz folgender:

Die Zollämter auf bem Gebiete ber Freien Stadt Danzig bürfen bie enbgültige Zollabfertigung ober auch bie bebingte Zollabfertigung nur für solche Waren vornehmen, bie für ben Bebarf bes Gebietes ber Freien Stabt Danzig be­stimmt finb. Waren, bie ben Danziger Zollämtern vorgelegt werden, aber für bas Gebiet ber RepublikPolen bestimmt finb, müssen zur enbgüüigen Abfertigung, ober auch zur bebingten Einfuhrabfertigung an Zollämter verwie- s e n werben, bie auf bem Gebiet ber Repu­blik Polen liegen. Auch bie Waren, bie b e - reite geprüft wurden, aber deren Gebühren

am Tage bes Jnkrastretens der Verordnung nicht bezahlt waren, müssen an Zollämter auf bem Gebiete ber Republik Polen Überwiesen werben. Bei Abfertigung von Zollwaren in Danzig hat berjenige, ber bie Waren zu verzollen hat, eine Erklärung ab- Augeben, daß bie Waren nur für ben ört­lichen Konsum bestimmt finb. Ausgenommen von biefen Bestimmungen finb Waren im Reise­verkehr.

Gleichzeitig hat bie Warschauer Jnbustrie- unb Hanbelskammer bie polnische Kaufmannschaft in einem Runbschreiben barauf hingewiesen, baß Ver­stöße gegen biefe Verordnung bie Beschlag­nahme ber betreffenden Waren, Geldstrafen oder hohe Stand- und Lagerkosten nach sich ziehen können. Die zuständigen Stellen in Danzig sind noch mit ber Prüfung ber polnischen Verordnung beschäftigt.

Kleine politische Nachrichten.

Reichsminister K e r r I hat einen breiwöchigen Urlaub angetreten. Dieser Urlaub bient bem Reichsminister bazu, sich auf bte Bewältigung ber ihm vom Führer gestellten neuen Aufgabe vorzu­bereiten.

*

Reichskriegsmini st er Generaloberst von Blomberg kam auf feiner Fahrt burch bas Wefer-Berglanb nach Horn bei Detmold unb fuhr mit Reichsstatthalter Dr. Meyer zu ben Extern­ste i n e n. Anschließenb würben bie germanischen Heiligtümer in ber Osningmark besichtigt.

Präsibent Roosevelt hat die Vorlage unter­zeichnet, auf Grund deren die Zahl der Ma­rineoffiziere in Verbindung mit bem Ausbau ber Flotte bis zur vertraglich vorgesehenen Stärke um 10 3 2 erhöht wirb. Die amerikanische Ma­rine zählt gegenwärtig 4467 Offiziere.

Kunst und Wistenschast.

Preisträger des Hausmusikwettbewerbs der Akademie der Künste.

Die Abteilung für Musik ber Preußischen Aka- bemie ber Künste hat über ben von ihr ausge­schriebenen Wettbewerb zur Gewinnung von Wer­ken ber Hausmusik (Kammermusikwerke für Streich­instrumente ober Blasinstrumente mit ober ohne Klavier), für ben über 200 Einsenbungen eingegan­gen finb, beschlossen, aus ber zur Verfügung stehen- ben Preissumme von 2000 Mark vier Preise (800, 600, 300, 300 Mark) zu verleihen. Verliehen würbe ber Preis von 800 Mark an Hans Oskar Hiege, Gonsenheim bei Mainz für ein Bläser-Divertimento; ber Preis von 600 Mark an Lothar Witzke, Berlin-Charlottenburg, für eine Sonate für Violine unb Klavier; ein Preis von 300 Mark an Albert Barkhausen, Bremen, für eineNachtmusik" für Flöte, Bratsche unb Horn; ein weiterer Preis von 300 Mark an Paul Hoffmann, Köln, für eineKleine Deutsche Hausmusik" für Streich- ober Blasinstrumente. Noch sechs weitere Preise zu je 100 Mark würben vergeben

Aus aller

Welt.

Fanfarenbläser des 3ungvolks auf einer Briefmarke.

Am 25. Juli beginnen bie Pvstanstalten mit bem Verkauf eines neuen Postwertzeichens, bas bie Reichspost aus Anlaß bes Welttreffens ber Hitler-Jugenb herausgibt. Das Mar- kenbilb ber beiben Werte zu 6 unb 15 Reichspfennig stellt einen Fanfarenbläser bes Jung­volks bar, dessen Entwurf von bem Münchener Maler Diebitsch stammt, ber kürzlich bie vier Gebenkmarken zur Hunbertjahrfeier ber Reichsbahn schuf. Die Freimarken, bie in Rastertiefbruck auf Papier mit WasserzeichenHakenkreuze" hergestellt finb, können auch im Verkehr mit bem Auslanb be­nutzt werben.

Südwestafrikanifche 3ugend in Deutschland.

In Goslar war vom 20. bis 22. Juli zum erstenmal bie in Deutschland weilende junge Ge­neration Südwestafrikas zu einer Tagung versammelt. Das Treffen war außervrbentlich gut besucht. Von ben ungefähr 250 jungen Südwestern waren etwa 100 erschienen, die sich zu einer Landsmannschaft zusammenschlossen, getra­gen von der Idee, fern von aller Politik die tarne» rodschaftlichen Beziehungen aus einer gemeinsam verlebten Jugend in Südwestafrika und im Hin­blick auf ihre gemeinsame Zukunft zu festigen. Die Jugend freute sich besonders, alte Südwester in ihrer Mitte begrüßen zu können, deren Lebens­arbeit unb frühere Tätigkeit in Sübwest zu einem Stück Geschichte für bas Land geworden sind und mit denen sie sich daher kameradschaftlich verbunden fühlt.

Die Rordwand des Matterhorns zum zweiten Mal durchstiegen.

Die beiden Münchener Bergsteiger Josef Schrnid- bauer unb Lubwig Leiß haben in schwerer Felskletterei die Nordwand des 4482 Meter hohen Matterhorns zum zweiten Mal durchstiegen. Diese Leistung reiht sich würdig an die damals aussehen- erregende erste Durchkletterung der Wand, die im Jahre 1931 den beiden Münchener Brüdern Franz und Toni Schmid gelungen ist. In der Zwi- M wurde die Durchkletterung der Nordwand itterhorns wiederholt versucht. Das Gletschereis an ber Wanb ist in biefem Jahre stark abgetaut, boch ist die Wand mit Neuschnee be­deckt. Die Hauptgefahr besteht darin, daß fort­während S t e i n s ch l a g droht.

Tödlicher Absturz am Deut du Midi.

Eine Gruppe von vier jungen Leuten aus St. Maurice (Unterwallis) war zu einer Besteigung bes 3180 Meter hohen Ostgipfels bes Dent bu Mibi auf- gebrochen. 200 Meter unterhalb bes Gipfels glitt einer ber Bergsteiger aus unb stürzte 400 Bie­ter tief auf ben Gletscher ab. Die Leiche konnte noch nicht geborgen werben.

10 Stunden im Schneesturm auf Rettung gewartet.

Beim Abstieg von ber Braunarlspitze (Vorarl­berg) gerieten am Sonntag ein Mann unb eine Frau aus Bieberach (Württemberg) in einen Schnee sturm unb stürzten ab. Während ber Mann mit leichten Verletzungen bavonkam, er­litt bie Frau schwere Rippenbrüche unb einen komplizierten Armbruch unb mußte zehn ©tunben im Schnee liegenbleiben, bis ihr ber Mann Hilfe geholt hatte.

Zwei llnglücksfälle in der englischen Fliegerei.

Der Montag war ein Unglückstag für bas britische Flugwesen. Bei zwei Unfällen fanben 5Personen denTob. Bei bem Absturz eines Militärflugzeuges an ber schottischen Dftfüfte kamen ein Offizier unb ein Solbat ums Leben. Ferner stürzte ein englisches Zivilflugzeug mit bem Führer unb zwei Fluggästen auf eine Sanbbank im Bristolkanal zwischen Wales unb Cornwall. Zwei Fischerboote eilten herbei, konnten aber bie brei Verunglückten nur noch als Leichen bergen. Das Unglück des holländischen Verkehrsflugzeuges

in der Schweiz.

Die folgenschweren Flugzeugunfälle, von denen die holländische Verkehrluftfahrt in der vergangenen Woche betroffen wurde, hat bie hollänbische Luftverkehrsgesellschaft (K.L.M.) ver­anlaßt, sich bis auf weiteres von ber feit Anfang Mai b. I. von ihr gemeinsam mit ber Deutschen Lufthansa betriebenen Strecke AmsterbamFrank­furt a. M.Mailanb zurückzuziehen. Die in ben Alpen in ber Nähe von San Bernarbino zerstörte GroßverkehrsmaschineGaai" (Geier) nicht Kraai, wie ursprünglich gemelbet würbe, ist nicht gegen eine Bergwanb geflogen, fonbern bei einem N o t l a n b u n g s v e r s u ch verunglückt. Die Maschine flog in bem engen Bergtal etwa 20 Minuten lang hin unb her. Wegen bes bichten Nebels unb bes Gewitterregens konnte ber Flieger den aus bem Tal hinausführenben nörblichen Paß nicht finben, währenb in ber Zwischen- zeit auch ber sübliche Paß, burch ben ber Flugzeugführer bas Tal erreicht hatte, burch G e - witterwolken abgeschlossen war. Da- burch befanb sich bas Flugzeug in einer Falle. Die darauf versuchte Notlandung muß bem Flugzeug­führer als ber einzig mögliche Ausweg erschienen sein. Der Pilot hatte alle Vorbereitungen zu die­

ser Notlanbung getroffen. Die Lanbung scheiterte jeboch an ben äußerst ungünstigen Gelänbeverhält- nissen. Das Flugzeug hatte nur eine Höhe von etwa 230 Meter erreicht, währenb es bis zu 4- bis 5000 Metter hätte steigen müssen. Man vermutet baher, baß bie Steigungsfähigkeit ber Maschine, eines Großflugzeuges vom amerikanischen Douglas» Typ, aus bisher unerklärlicher Ursache stark beein­trächtigt würbe. Daß ber Führer ber Maschine mit ben Schwierigkeiten ber Alpenflüge vertraut war, ergibt sich baraus, baß er biefe Strecke bereits zum zehnten Mal beflog. Wahrscheinlich hat baher eine technische Störung bie Katastrophe verursacht.

Das Voolsunglück auf dem Darelhener See.

Die bei bem furchtbaren Bvvtsunglück auf bem Darethener See bei Allenstein ums Leben gekomme­nen finb meist Insassen bes Marta-Heims in Allen­stein, eines Erziehungshauses für erziehungsbebürf- tige unb körperlich behinberte junge Mäbchen. Auch bie Leiterin der Anstalt ist ertrunken. Die Ausflügler, bie in großen Scharen die Hertha- Insel zu besuchen pflegten, wollten mit einem Ruderboot, bas mit einem Hilfsmotor ausgerüstet war, nach Darethen zurückfahren. Das Boot faßt nur 14 Personen. Trotzbem nahm es 21 an Borb. Auf bem See herrschte bei starkem Winbe erheblicher Wellengang. Das Boot hatte eine Strecke von 800 Meter zu überroinben. Aber schon halb nach ber Abfahrt nahm es Wasser über unb sank ziemlich schnell. Das Unglück wurde von der Insel aus beobachtet, unb man kam sofort ben Ertrinkenben mit bort liegenben kleinen Booten au Hilfe. So gelang es, wenigstens zehn Menschen vom Tobe zu retten. Die in Darethen eingetroffene Staatsanwaltschaft unter- banb bie immer noch trotz völliger Dunkelheit und starkem Wellengang fortgesetzten Rettungsversuche, die zu keinem Erfolge mehr führen konnten und nur bas Leben ber Retter auf bas Schwerste ge- fährbeten. Fest steht, baß minbeftens zwölf Menschen ums Leben gekommen finb, darunter auch zwei Allensteiner, die bei ihren mit selbstloser Hingabe durchgesührten Rettungsversuchen ben Tob fanben.

90 Todesopfer des Wochenendes in USA.

Am Wochenende haben zahlreiche Ver­kehrsunfälle sowie die große Hitze etwa 90 Todesopfer und zahlreiche Verletzte ge­fordert. Neun Tote werden aus Neuyork gemeldet.

Jleun Tote

bei einem Vootsunglück in Riederländifch-3ndien.

Bei ber Insel Baly kenterte ein mit 24 Personen besetztes Eingeborenenfahrzeug. Don ben Insassen finb neun Personen ertrunken.

Schweres Verkehrsunglück auf der Landstraße KölnBonn.

Am Sonntag ereignete sich auf der Landstraße zwischen Köln unb Bonn an einer Kurve ein fol­genschweres Derkehrsunglück. Als ein mit fünf Per­sonen besetzter Kraftwagen einem entgegentommen« ben Lastwagenzug ausweichen mußte, fuhr er gegen einen Baum. Von ben Insassen wurden zwei Männer auf ber Stelle getötet, während ber Fahrer unb eine Frau mit schweren Verletzun­gen einem Bonner Krankenhaus zugeführt werben mußten.

Schwere Brände in Ungarn.

Die anbauernbe Hitze unb ber Wassermangel ver­ursachten in Ungarn oerschiebene katastrophale Brände. Die Ortschaft Mezö Lak würbe in zwei aufeinanberfolgenben Nächten von Großseuern heimgesucht, benen fast die gesamte Ort­schaft 3um Opfer fiel. Im Matra-Gebirge ver­nichtete ein schwerer Waldbranb trotz so­fortiger militärischer Hilfe 40 Joch Waldungen. Auf einem aroßen Gut in ber Nähe von Baja sielen bem Element fünf Bauernhöfe mit Wohnhäusern, Scheunen und Ställen zum Opfer.

Motorrad fährt gegen einen fahrenden Zug.

Ein Motorrad mit Beiwagen ist auf bem schrankenlosen schienengleichen Heber- gang ber Staatsstraße OberlenningenKirchheim über bie Bahn KirchheimWeilheim in Württem­berg von ber Lokomotive eines nach Weilheim fahrenden Sonderzuges erfaßt und zur Seite geschleudert worden. Der Beifahrer war sofort tot, ber Führer bes Motorrades ist bald daraus im Krankenhaus in Kirchheim g e ft o r b e n. Das Unglück ist vermutlich darauf zurückzuführen, daß ber Führer bes mit etwa 80 Kilometer Stunden- gefchwindigkeit fahrenden Motorrades bie orb- nungsmäßig gegebenen Läute- und Pfeif­signale nicht beachtet hat.

Raubmord an einem Viehhändler.

Aus ber fianbftrafje LeschnitzDeschowitz bei Oppeln wurde eine große Blutlache entdeckt. Man sand im Kornfeld ben Viehhändler Theodor Ringel aus Leschnitz tot auf. Die Untersuchung ergab, daß Ringel durch einen Schuß in den Kopf tödlich verletzt, in bas Kornfeld geschleppt unb hier seiner Barschaft in Höhe von 3000 Mart beraubt worden fein muß. Ferner