Ausgabe 
23.5.1935
 
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Hr.UO vierter Blatt

GiehenerAnzeiger (General-Anzeiger für Dberhefsen)

Aus dem Reiche der Frau.

PRAKTISCHE VORSCHLÄGE UNSERES MODEZEICHNERS

Hitze bäckt die Pastete und wird in 50 Minuten völlig gut sein. Die Springform wird mit einer Serviette umhüllt, auf den Tisch gebracht, ihn In­halt heiß gereicht. Oder man läßt die Pastete kalt werden und reicht sie unter Begleitung von Schlag­sahne.

Rhabarber mit Kartoffeln: Ein Ge­richt, das besonders Kranken und Genesenden emp­fohlen werden kann. Da die Krankenkost Bekömm­lichkeit mit Nahrhaftigkeit zu verbinden hat, ist die Zusammenstellung von Rhabarber und Kartoffeln dafür sehr geeignet. Rhabarberkompott wird mit wenig Wasser als üblich und unter Weglassung von Vanille und Zimt bereitet. Kartoffeln werden ge­schält, gekocht, Brei unter Beifügung von gekochter Milch bereitet. Da Kranke bekanntlich lieber essen und mehr Appetit haben, wenn die Speisen hübsch aussehen, häufe in einer tiefen Schüssel einen klei­nen Kartoffelberg, umkränze ihn mit Rhabarber und gieße den Saft darüber. Der Geschmack ist an­regend.

Rhabarbertrunk: Auch als Getränk ist Rhabarber sehr zu empfehlen. Erfrischend und stär­kend, eignet sich dieser Trunk für Gesunde und Ge­nesende. 1 Pfund geschälter, klein geschnittener Rha­barber wird mit einem Liter Wasser weich gekocht und durch ein Sieb getrieben Jetzt gebe man Zucker einige Tropfen Zitrone daran, koche den Saft noch einmal auf und stelle ihn kalt. Er kann unverdünnt genossen werden, eignet sich aber auch sehr gut zum Verdünnen mit einem Sprudelwasser und be­kommt einen erhöhten Wohlgeschmack, wenn noch etwas Himbeersaft dazu gegeben wird.

Rhabarber als Reinigungsmittel: Daß man vom Rhabarber auch ein vorzügliches Rei- nigungsmittel gewinnen kann, wissen nur wenige Hausfrauen. Aus den Blättern kocht man eine Lauge, die sich zum Putzen von Blechgeräten, Kü­chenbestecks und Löffeln verwenden läßt. Die Blät­ter des Rhabarbers vertreiben, auf den Fingern zerrieben, den Geruch von Küchenkräutern und Zwiebeln. Schü.

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Unser Sauswirtschaflslehrling.

Wir waren zuerst dagegen. Man hatte uns gefragt, ob wir ein junges Mädchen, das zu Ostern die Schule beenden würde, in unserer Familie aufnehmen woll­ten, damit es bei uns seinhauswirtschaftliches Jahr" verbringen könnte. Beauftragte des Arbeits­amtes und der NS.-Frauenschaft wollten uns ein solches Mädelvermitteln". Sie sollte, bevor sie einen anderen Beruf ergreift, sich einmal darüber klar werden, ob nicht auch der Beruf der Hauswirtschaft ein verlockendes Ziel für sie sein könnte.

Run, wie gesagt, wir waren zuerst dagegen! Man zögert doch etwas, ob man jemandFremdes" in die Familie aufnehmen soll oder nicht. Wer weiß, ob so ein Mädel zu uns paßt? Ob es sich in unsere Umgebung und in unsere Gewohnheiten hineinfühlen kann? Und dann die Sache mit unseren drei Jun­gens! Run mit einem Mal mitten dadrin ein Mädel? Na und, was der Gründe und Uebertegungen noch mehr sind!

Dann aber haben wir zugesagt? Und eines schönen Tages kamsie" denn auch bei uns an. Wir hatten geglaubt, sie würde etwas verlegen fein. Aber das war eie Irrtum. Mit einem fröhlichenHeil Hitler!" begrüßte sie uns, als wir ihr die Wohnungstür öffneten. Meine Frau und ich hatten sehr feierliche Gesichter aufgesetzt. Die Jungens hatten hinter Türen und Schränken Horchposten bezogen! Mitten in der Begrüßung tat Inge, so heißt unser Haus­wirtschaftslehrling. einen kleinen Schrei, stürzte in die Küche und drehte mit Behendigkeit den Gashahn aus. Hätte sie es nicht getan, wäre die Milchsuppe anqebrannt.

Meine Frau, obwohl ein bißchen ärgerlich, daß sie als erfahrene Hausfrau beim Klingeln an der Woh- nungstür nicht an die Milch gedacht hatte, nahm diesen ersten hauswirtschaftlichen Handgriff mit bei­fälligem Nicken auf Und wir anderen, bis auf den kleinen Eberhard, schlossen uns der Bewunderung über die Geistesgegenwart restlos an. Nur Eberhard nicht Doch kommt das daher, weil er keine Milch suppe mag.

Schneller als gedacht, war also der Bann ge­brochen. Inge zog in ihr Zimmer ein und begann ihres Amtes zu walten. Meine Frau hatte sich na­türlich vorgenommen, Inge zuerst etwas zuscho­nen" Aber es kam umgekehrt? Da sprang Inge schnell die Treppen hinunter, um die vergessene Petersilie zu holen. Da hatte sie abends schon die Linsen für den nächsten Tag eingeweicht. Da hatte sie Wasser heiß gemacht, nur weil sie gehört hatte, es sollte etwas gewaschen werden. Aber Inge war nicht nur immer sprungbereit, sie war auch gelehrig! Denn, wenn sie auch dies und das schon verstand, so gab's natürlich noch viel, viel zu lernen. Meine Frau wurde von Tag zu Tag vergnügter. Sie holte ihr altes Kochbuch hervor und studierte darin, nur um Inge neue Aufgaben zu geben. Ja, es kam jetzt auch vor, daß, wenn ich an Tagen des Großreine­machens nach Hause kam, ich schon auf der Treppe Singen und Lachen hörte. So sehr machte das Groß­reinemachen unseren beiden weiblichen Hausgeistern Spaß?

Aber noch eine Wandlung ging bei uns vor! Hatten die Jungens, besonders die beiden größeren, bis dahin oft trotz väterlicher Ermahnung recht un­manierlich bei Tisch gesessen, so brachte es Inges Gegenwart unversehens fertig, hier sichtlich Abhilfe zu schaffen. Der kleine Eberhard aber war ganz ver­narrt in sein neues Schwesterchen

Ja, und so leben wir denn alle höchst vergnügt zusammen, und von allen Bedenken und tieber- legungen ist nichts mehr geblieben. Es war doch ein guter Gedanke von uns, einen Hauswirtschaftslehr­ling aufzunehmen. Nur einen Kummer hat Inge. Sie hätte gar zu gern in ihrem Lehrlingsjahr auch Säuglingspflege gelernt! Damit konnten wir ja nun nicht dienen. Aber es ist ja nicht ausgeschlossen, meint meine Frau, daß Inge ihr Jahr etwas ver­längert.

"Rhabarber... Rhabarber!

Dem jungen Rhabarber ist nachzurühmen, daß er nach vitaminarmer Zeit eine Fülle von Vitaminen in die Nahrung bringt. Süße, mit Herbheit verbinde sich in dem bereiteten Rhabarber, und so lassen sich wohlschmeckende Speisen daraus Herstellen, deren Geschmack nicht zu unterschätzen ist.

Rhabarberkompott mit Sahne: Die Zubereitung ist sehr einfach. Nur einige kleine Tricks bewirken, daß das Ergebnis gut ist. Sorg­fältig werden die Rhabarberstauden geschält, in fin­gerlange Stücke geschnitten. Mit ganz wenig Wasser aufgesetzt. Bevor die Stückchen weich sind, fügen wir einige Tropfen Zitrone bei, und dadurch braucht man, o Wunder, weit weniger Zucker. Der Zucker kommt zuletzt, und dann wird alles mit ein wenig Vanillezucker, der Schale einer halben Zitrone und einem Stückchen Zimt aufgekocht. Nun wird der Rhabarber vom Feuer genommen und kalt gestellt. Ein Kännchen saure oder süße Sahne macht mit der Schüssel die Runde. Das Mengenverhältnis ist: auf 1 Pfund Rhabarber 100 Gramm Zucker.

Rhabarber suppe: Wieder wird Rhabarber abgezogen, und zwar rechnet man 1 Pfund auf 1 Liter Wasser. In kleine Stücke geschnitten, mit Wasser und 2 Weißbrötchen, einer Prise Salz ge­kocht. Wenn'die Stückchen weich zu werden begin­nen, kommen 100 Gramm Zucker dazu. Das Ganze kocht noch einmal auf, wird bann durch ein Sieb gestrichen. 2 Eigelb dienen zum Binden der Suppe. Das Eiweiß wird zu Schnee geschlagen und in klei­nen Flocken auf die Suppe gegeben.

Rhabarbergelee: Die abgezogenen Rha- barberftücfchen werden unter Zusatz von einer Klei­nigkeit Wasser weichgekocht und durch ein Sieb ge­flogen. Hierzu nehmen wir 6 Blatt Gelatine, ge­waschen, klein geschnitten und gekocht. Ein halb Liter Wasser wird mit Zucker gesponnen, dem Rha­barbersaft und der Gelatine beigegeben. Sobald die Masse abkühlt, erstarrt sie zum Gelee, die möglichst kalt und am besten auf Eis gestellt ist.

Rhabarberpa st ete: ' Zuerst bereiten wir einen Mürbeteig aus 200 Gramm Butter, 200 Gramm Mehl, 50 Gramm Zucker, 50 Gramm süßen Mandeln. Nachdem er gemacht ist, wird er zum Ruhen gestellt. Die Hälfte dieses Teiges ist dazu bestimmt, Boden und Wände einer Springform auszufüllen. Alsdann kochen wir abgezogenen und in kleine Stückchen geschnittenen Rhabarber tnit Zucker an, legen eine Schicht in die Form, rollen den Rest des Teiges aus und geben ihn als Deckel darüber. Bei guter Ofen»

Von den Kinderkleidchen für die Som­me r t a g e ist das erste aus knitterfreiem rosa Leinen. Passe und Schulterteil sind aus einem Stück geschnitten, vorne ergeben zwei tiefein­gelegte Falten die nötige Weite. Alle Ränder sowie die schrägeingeschnittenen Taschen sind schmal mit schwarzen Schräg st reifen eingefaßt.

Das zweite Kleidchen ist aus blau-weiß tariertem Zephir, feine Vorderbahn ist an die Paffe angeschnitten. Das kleine H a l s b ü n d -

Längeres Leben für die Strümpfe!

Es gibt Dinge im Leben einer Frau, die schein­bar so unwichtig sind, daß man eigentlich gar nicht darüber reden sollte, die aber, wenn man sie näher betrachtet, doch ihre Wichtigkeit erhalten. Wer von uns Frauen hat es nicht schon erlebt, daß in einem Augenblick, wo es einem besonders darauf ankam, gut auszusehen, es einen leisen Knacks gab, und man merkte, wie sich am Strumpf eine Masche löste und pfeilgeschwind das Bein entlang rutschte, eine Spur zurücklassend, die nicht so leicht zu tilgen ist!

Warum haben unsere Strümpfe eine so kurze Lebensdauer? Ja, Strümpfe müssen liebevoll behandelt werden, man muß Verständnis für die Webart und die Maschenfestigkeit haben! Unse­rem Nadelgeld wird allerlei zugemutet, wenn man achtlos mit den Strümpfen umgeht. Besonders die neuen Strümpfe sind überempfindlich, denn wenn man sie gleich anzieht, wie man sie aus dem Laden kaufte, so wird man sich wundern, wie schnell sie kaputt gehen! Neue Seiden- und Kunstseiden­strümpfe müssen vor dem ersten Anziehen immer kurze Zeit in lauwarmem Wasser geweicht wer­den, um die Fäden elastischer au machen und die Appretur zu entfernen. Strümpfe, die nicht so vor- aeweicht wurden, bekommen im Regen häßliche Flecke, außerdem lassen sie sich nicht glatt über das Bein ziehen und werfen Falten. Gewebe, deren Fäden nicht elastisch gemacht wurden, reißen sehr leicht, und man darf sich nicht wundern, wenn der neue Strumpf schon nach wenigen Tagen Lauf­maschen zeigt.

Das Abgleiten der Maschen kann man verhindern, wenn man beim neuen Strumpf unter­halb des Knies mit der Maschine und sehr feinem Seidengarn in derselben Farbe des Strumpfes ein paarmal durchsteppt. Den Stich darf man nicht zu fest spannen, da sich sonst eine Falte bildet. Strümpfe, die so behandelt werden, können keine Laufmasche bekommen!

Wenn die Sommertage da sind, und der Fuß warm wird, dans, ist die Strpmpfpslege besonders

ch e n ist innen weiß abgefüttert. Aus ge 1 b - weiß gemusterter Waschseide ist das dritte Kleid, dessen weiteingelesener Rock und P u f f ä r m e l rund an die Passe gearbeitet sind.

Zeichnung vier zeigt ein hellblaues Lei - nenkleidchen mit Faltenrock, dessen Mie- derchen vorne durch Schnürverschluß geschlossen wird. Die Schnur ist weiß, die Schnürlöcher sind weiß ausgenäht. H.

wichtig, denn der Fußschweiß zerstört jedes Ge­webe, wenn man ihn eintrocknen läßt. Im Som­mer muß man seine Strümpfe jeden Abend leicht durchspülen in Essigwasser, ohne Reiben und Kne­ten, nur in klarem Wasser schwenken, dem man ein paar Seifenflocken zusetzte. Das tägliche Waschen schont das Gewebe, und die Strümpfe halten drei­mal so lange

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Lauwarmes Wasser ist zur Strumpfwäsche Vorbedingung, wenn sie Zweck haben soll. In hei­ßem Wasser wird jeder Seidenfaden zerstört, er reißt dann wie Zunder. Strümpfe brauchen auch nicht eingeseift zu werden, selbst Hacke und Spitze haben das nicht nötig. Sie werden sauber, wenn man sie im Wasser schwenkt. Verschiedenfarbige Strümpfe dürfen nicht zusammen gewaschen wer­den, da sie sonst streifig werden! Geschwindig­keit ist keine Hexerei, aber zur Strumpfwäsche unbedingt erforderlich. Wer seine Strümpfe lange Zeit im Waschwasser liegen läßt, der darf sich nicht wundern, wenn sie nicht halten.

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Das Aufhängen wird von vielen Hausfrauen noch falsch gehandhabt. Man muß die Strümpfe immer erst in ihre Form ziehen und dann an der Spitze aufhängen, nicht etwa am oberen Rand, denn dann verliert der Strumpf feine Fasson. Noch besser ist es, die Strümpfe in einerHängematte" zu trocknen, wie man' sie für feine Wollwäsche braucht

Gewaschene Strümpfe zu plätten, ist un­sinnig, wenn man dazu ein heißes Eisen benutzt, denn dann zerstört man die Seide. Nur lauwarm darf geplättet werden, wenn man die Strümpfe zwischen Frottiertüchern getrocknet hat, dann er­übrigt sich das Plätten! Glanz und Festigkeit er­halten die Strümpfe, wenn man dem Spülwasser einen Schuß Essig zusetzt!

Man kann die Lebensdauer der Strümpfe erheb­lich verlängern, wenn man sie richtig pflegt, und unserem Nadelgeld tun wir damit einen großen Gefallen, denn die Strümpfe fallen auch unter die Kleinigkeiten", die unser Leben so teuer machen!

I Lore.

Donnerstag, 23. MaNW

Inßschmerzen die Berufskrankheit der Frau.

Gewiße F u ß l e i d e n : Senkfuß, Spreizfuß, Bal­lenbildung usw kann man, ganz abgesehen davon, daß sie in allen Berufen auftreten, die em langes Stehen nötig machen (Verkäufer, Kellner u. a. Be­rufe) geradezu als Berufskrankheiten der Hausfrauen ansprechen Daß die Fußpflege noch viel zu wenig bei uns beachtet wird, zeigt schon die Tatsache, daß in ganz Deutschland mit seiner 65-Millionen-Bevolkerung nur verhältnismäßig we­nig orthopädische Aerzte tätig sind, während diese Fachärzte in Amerika so häufig sind, wie bei uns beispielsweise die Zahnärzte.

Als Ursache der vielen Fußerkrankungen, an denen Hausfrauen leiden, ist u. a. das viele un­nötige Stehen auf den harten Fußboden unserer Küchen anzusehen. Im Interesse ihrer Gesundheit sollte sich darum jede Hausfrau dazu erziehen, alle Hausarbeit, die im Sitzen erledigt werden kann, nicht im Stehen zu tun. Die ersten Anzeichen begin- nenber Fußleiden sind sog.schwache Füße", d. h. ein Schmerzgefühl, das von den Knöcheln aus- strahlt und eine vermehrte Ausdünstung. Neben dieser vermehrten Ausdünstung zeigt der schwache Fuß auch sonst allerlei Erscheinungen, die darauf Hinweisen, daß es höchste Zeit ist, den Fuß in pflegliche Behandlung zu nehmen. Da ist die Ver­hornung der Haut an der Unterseite des Vorder­fußes, die das Gehen und Stehen sehr schmerzhaft macht. Auch diese Krankheitserscheinung, denn das ist sie, sollte sofort in ihren ersten Anfängen beobach­tet werden. Während Hühneraugen meist durch den Druck zu enger Schuhe entstehen, ist die Ver­hornung des Unterfußes meist das erste Anzeichen des Senk- oder des Spreizfußes. Unser Fuß ist ein sehr kunstvolles Gebilde aus 26 Kno­chen, die in ihrer Verflechtung die Wölbungen bil­den, deren Federwirkung unser Körpergewicht aus- bolanziert und Gehen und Springen ermöglicht. Tritt nun eine Verlagerung eines dieser Knochen ein, beim Senkfuß die des Mittelfußknochens nach der Fußsohle, treten mehr oder minder heftige Schmerzen auf, die in ihrer Wirkung auf den gan­zen Körper das Allgemeinbefinden ungünstig beein­flussen. Der sogenannte Spreizfuß, bei dem alle feinen Fußknochen auseinandergetrieben werden, bildet ,Hammerzehen", die sich dann wieder als Hühneraugenträger unangenehm fühlbar machen. Alle Formen des Senkfußes, Spreizfuß, Plattfuß bilden den flachen Fuß, dessen Auftreten schmerz­haft ist, den Gang unschön macht und mit Ballen- und Hühneraugenbildung verbunden ist. Der sog. Hohlfuß, bei dem die natürliche Wölbung des Mittelfußes zum Rist erhöht ist, ergibt Beschwer­den beim Gehen durch Umknicken nach außen, Druck­empfindlichkeit und Schmerzen in Spann und Fuß­gewölbe.

Alle diese nur allzu häufigen Erscheinungen darf man nicht unbeachtet lassen und die damit verbun­denen Schmerzen und Unbequemlichkeiten resigniert in Kauf nehmen. Der gegebene Berater bei den ersten Anzeichen solcher Fußbeschwerden, die sich zu ernsten Leiden für den gesamten Organismus aus- weiten können, ist der Orthopäde. Er kann durch Fußabdruck, Röntgenbild und Meßinstrumente dis Art des Leidens ermitteln und die Hilfe zur Be­seitigung des Uebels bringen.

Aber die Hausfrau kann auch von sich aus schon allerlei tun, es überhaupt nicht zu solchen Leiden kommen zu lassen. So ist z. B. das stundenlange Herumgehen in den so beliebtenNiedertretern" eine große Gefahr für den Fuß. Ein ihn bequem aber fest umschließender Hausschuh mit flachem Ab­satz ist entschieden besser angebracht. Beim Schuhkauf achte man darauf, daß der Ab­satz im richtigen Verhältnis zum Körpergewicht steht: eine sehr füllige Erscheinung kann nicht, ohne Fußkrankheiten heraufzubeschwören, spitze, hohe Ab­sätze tragen.

Den Müttern aber sei vor allem gesagt, daß sie das Kleinkind nicht zu früh aufeigene Füße stellen" sollen, da durch ein zu frühes Gehen auf den noch weichen Knochen oft der Grund für spätere Fußleiden gelegt wird.

Kleine Tricks beim Gparaeikochen.

Auch tüchtige und erfahrene Hausfrauen sind ge­neigt, die Schuld dem Spargel zu geben, wenn er nicht ganz fo schmeckt, wie sie es sich oorgeftellt haben. Doch oft ist er völlig unschuldig, und allein die Kochart hat ihm manchen Wohlgeschmack ge­raubt. Es gibt einige Tricks beim Kochen! Sie be­ginnen bereits beim Schälen. Nie zu dünn schälen, aber auch nicht etwa zu dick. Von jeder Stange soll mindestens ein Zentimeter abgeschnitten wer­den, bevor der Spargel in den Kochtopf gelangt. Dann ist das untere Ende nicht holzig und bitter. Nie soll Salz sofort in das Wasser kommen. Sonst übernimmt der Spargel einen Teil des (Salzes und läßt seine eigenen mineralischen Salze bescheiden in den Hintergrund treten. Kein Zweifel, daß er so weniger gut schmeckt. Das Salz gelange nie vor Ablauf einer Kochzeit von fünfzehn Minuten in das Kochgut. Auch Zucker werde ihm beigefügt. Damit braucht man nicht zu sparsam umzugehen, obzwar der Spargel keinesfalls gesüßt werden soll. Seine Beschaffenheit verlangt nach einer Zucker- würze.Dorschmecken" dagegen darf Zucker nie- mals. Besitzt man keinen Spargelkocher, so nehme man den Fischkessel zum Bereiten von Spargel. Er soll lang ausgestreckt im Topf liegen, damit er sich nicht zu krümmen braucht, wenn das Wasser zu sprudeln beginnt. 5)at man in feiner Wirtschaft jedoch auch kein solches Gerät, so binden wir die Stangen gut zusammen. Der Faden schneide nicht ein, er halte die losen Stangen fest. In den Scha­len, die wir leichtsinnigerweise gern fortwerfen, sind eine erhebliche Menge von aromatischen (Stof­fen. Wir waschen die Schalen kalt ab und machen gleichfalls ein kleines Bündel daraus, das wir genau wie die abgeschnittenen Spargelenden dem Kochwasser enwerleiben. Nie zuviel Wasser! Ist er vom Wasser nur bedeckt, dann schmeckt das Gemüse besser, außerdem eignet sich das Wasser gut zur Bereitung der beliebten und gesunden Spargel- suppe. ' Schü.

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