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gab Aufschlüsse über die Zusammensetzung Heereseinheiten bei unseren Nachbarstaaten und tonte, unser Heer müsse das Instrument sein,

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Dieses erste Lager der Mathematiker kann Erfolg verbucht werden.

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Arbeitslager der Gießener Mathematischen Fachschaft

auf der Herchenhainer Höhe.

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das sich das Vaterland verlassen könne. Reicher Beifall der alten Soldaten belohnte den Redner.

Oberst K ö t t s ch a u dankte dem Redner für seine allgemein verständlichen Ausführungen und sagte, es müsse jeden alten Soldaten freuen, daß die Jugend nun wieder eine so vorzüaliche Schule durchmachen dürfe, wie es das alte Heer gewesen, daß wir dies ganz allein nur unserem Führer und Volkskanzler verdanken dürften, und er brachte ein dreifachesSieg-Heil!" auf Führer und Vaterland aus. Ooerst K ö t t s ch a u warb dann nochmals für den Reichskriegertag in Kassel, sprach dem Kreisführer Bonhard zu seinem Geburtstag die besten Glückwünsche aus und forderte die Kame­raden auf, fest zum Soldatentum hinter Führer und Reich zu stehen.

Mit dem Gesang einiger alter Soldatenlieder schloß die sehr anregend verlaufene Tagung.

Oer Verkehrsunfall bei Butzbach.

* Butzbach, 23. Mai. Die behördliche Unter­suchung über den gestern berichteten Zusammen- stoß zwischen einem Auto und einem Motor­rad, bei dem bekanntlich die 20 Jahre alte Elise Richter aus Rieder-Weisel auf der Stelle getötet wurde, während der 27 Jahre alte Motorradführer Otto Häusner aus Pohl-Göns schwer verletzt dem Johanniter-Krankenhaus in Rieder-Weisel zu- aeführt werden mußte, ist noch in vollem Gange. Bei dem in Betracht kommenden Auto handelte es sich um den Kraftwagen des Arztes Dr. Baur aus Bad-Nauheim, der selbst am Steuer seines Wagens

nur noch aufs Pferd gesetzte Infanterie sei, gehörten zusammen, ferner über Kampfwagen (Tanks) und technische Waffen, Flammenwerfer, Gas und Ver­nebelung als Verschleierung der eigenen Kampf­handlung und zog Vergleiche über den Kampf aus der Urzeit'bis heute. Am Schlüsse seiner Aus- sührungen sprach er über aktive und passive Abwehr,

Zum ersten Male veranstaltete die F a ch a b t e i ° luna für Mathematik der Studenten­schaft an der Universität Gießen ein Arbeitslager. Ende April verbrachten Dozenten und Studenten auf der Herchenhainer Höhe Taae gemeinsamer Arbeit, Tage, die vor allem der Besinnung auf die Aufgabe als deutsche Mathe­matiker im neuen Reiche dienten. Der Gedanke des Arbeitslagers wurde geboren aus dem Wunsche, weitab von Katheder und dicken Wälzern draußen in der Natur dem Kameraden menschlich näherzu­kommen und eine Arbeitsgemeinschaft zu formen, wie man sie in den Hörsälen niemals erreichen konnte.

Alan ist sich darüber im klaren, daß der Lager- belrieb. der nun nach dem großen Erfolg dieses ersten Lagers zu einer ständigen Einrichtung der Aachfchaflsarbeil werden soll, niemals den Lehrbetrieb der Härsäle ersehen kann. Aber er soll und wird als Erlebnis der Kameradschaft und als Zeit der Besinnung auf die Aufgaben diesen Betrieb mit Leben durchfluten, eine Atmosphäre schaffen, in der nur menschlich voll­wertige Wissenschaftler gedeihen können. Und er wird durch die Auswahl der Arbeitsgebiete Brücken fchlagen zwischen den einzelnen, in der Vorlesung getrennt behandelten Disziplinen, wird die Ausbildung des Mathematikers er­gänzen und abrunden und so dem jungen Ma­thematiker ein geschlossenes Bild seiner Wissen­schaft geben, wie er es aus den einzelnen Vor­lesungen nicht zu gewinnen vermag.

Wir sind entschlossen, jene wankende Gestalt des vom Leben losgelösten Gehirnakrobaten, die einst als Blüte unsrer Hörsäle und Seminare sich Gel­tung zu verschaffen vermochte, der wir aber zugleich jenes Bild des Wissenschaftlers und insbesondere des Mathematikers zu verdanken haben, an dessen berechtigter Verspottung wir heute noch tragen, von unseren Hochschulen restlos zu entfernen. Dem Hoch­schullehrer geben wir die Möglichkeit, in einem bis­her nicht zu erreichenden Maße seine Schüler cha­rakterlich zu beurteilen, und wir erwarten von ihm, daß er unser Streben nach Auslese in jeder Weise unterstützt. Anderseits hat sich der Hochschullehrer selbst in unserer Gemeinschaft zu bewähren, er muß ein ganzer Kerl und Kamerad sein, der jener Ver­antwortung würdig ist, die er vor der Gemeinschaft zu tragen hat.

Die studentische Jugend will in ihrem Lehrer nicht nur den bewährten Forscher sehen, sondern auch den vorbildlichen Führer und Kameraden, zu dem sie in einem Verhältnis persönlichen Vertrauens steht. Gerade dies ist für sie eines der stärksten Erlebnisse des Lagerlebens.

Neben den bereits gekenntzeichneten wichtigen Aufgaben des Arbeitslagers, die der Arbeit aller Fachschaften gestellt sind, haben die Mathematiker insbesondere weitere Ziele verfolgt. So mancher Nicht-Mathematiker, dem man den Plan des La­gers vortrug, schüttelte zunächst verwundert den Kopf, oder sah sich veranlaßt, über diesen Gedan­ken zu spotten.Was wollen ausgerechnet die Ma­thematiker in der Landschaft?"Ihr wollt euch wohl gleich in eueren Heimatboden verquadratwur- zeln?" Man versteht diesen Spott, wenn er jenen

guten Gesundheit. Der Ehemann, schon in frühen Jahren durch Krankheit invalide geworden, versieht seit langer Zeit den Dienst des hiesigen Friedhof­aufsehers.

Kreis Büdingen.

]) Nidda, 22. Mai. Die Niddaer Bank hielt unter Leitung des stellv. Vorsitzenden, Kauf­mann Schmoll, im GasthausZur Krone" die diesjährige erste Hauptversammlung ab. Aus dem Geschäftsbericht konnte entnommen werden: Die schon im Jahre 1933 in allen Betrieben des öffent­lichen Lebens bemerkbare Besserung der wirtschaft­lichen Lage hat im Jahre 1934 zu einer weiteren Festigung geführt, die auch auf den Geschäftsbetrieb der Niddaer Bank von günstigem Einfluß war. Die Bilanzsumme ist gestiegen, die Spareinlagen haben sich vermehrt. Der Eingang der Zinsrückstände in 1934 hat sich wesentlich gebessert. Während diese in den vorhergehenden Jahren ständig wuchsen, war am Ende des vorigen Jahres erstmals eine Senkung der Zinsrückstände festzustellen. Nach dem Stand vom 31. Dezember 1934 setzt sich die Summe der Aktiva in Höhe von 1 242196,86 RM. zusam­men aus: Rückständige Einlagen auf das Grund­kapital 11 088,30 RM., Anlagevermögen 32 890,52 RM., Beteiligungen 6000 RM., Umlaufvermögen 1 159 357,93 RM., Posten, die der Rechnungsbegren­zung dienen 32 860,11 RM. Die Summe der 1 237 768,44 RM. betragenden Passiva gliedert sich in: Grundkapital 55 000 RM., Reservefonds 65 000 RM., Delkrederefonds 19 643,55 RM., Ver­bindlichkeiten 1096 804,77 RM., Polten, die der Rechnungsabgrenzung dienen 1320,12 RM. Der Reingewinn beträgt 4 428,28 RM., wovon auf das Aktienkapital 5 v. H. Zinsen vergütet und der Rest für Abschreibungen, soziale Zwecke u. a. ver­wandt wurde. Ab 1. Januar 1935 tritt eine Sen­kung der Soll- und Habenzinsen ein.

Kreis Schotten.

V Schotten, 22. Mai. Der landschaftlich schön gelegene Fischteich in der Launsbach wurde dieser Tage von der Stadt zum Preis von 95, Mark verpachtet.

§ Ulrichstein, 22. Mai. Gestern wurde hier der weit über die engeren Grenzen seiner Heimat hinaus bekannte Gastwirt Ferdinand P f a n n st i e l beerdigt. Die hohe Wertschätzung, die der Verstor­bene in der Bevölkerung und besonders in Krieger­vereinskreisen der ganzen Umgebung genoß, zeigte sich in dem großen Trauergeleite, zu dem Abord­nungen der Kriegervereine aus allen umliegenden Orten mit ihren Fahnen erschienen waren. Auch der Vogelsberger Höhen-Club ließ durch seinen Ver­einsführer Dr. Bruchhäuser dem verstorbenen treuen Vogelsberger die letzte Ehre erweisen, war doch in seinem Gasthaus einst der VHC. gearündet worden. Als Mitglied öffentlicher Körperschaften und als Erforscher und guter Kenner der Heimat- aeschichte Ulrichsteins war er stets um das Wohl seiner Heimatgemeinde besorgt. Vier Tage vor seinem Tode war Ferdinand Pfannstiel 76 Jahre alt geworden.

Karikaturen einer vergangenen Zeit gilt, von denen bereits gesprochen wurde, und gerade deswegen ließ man sich nicht irremachen, weil der Beweis erbracht werden sollte, daß jene Zeiten endgültig vorbei sind. Jenen Spöttern wollte man zeigen, daß der Mathe­matiker nicht ein weltabgewandter, in blassen Sym­bolen lebender Phantast ist, dem die- Frage seiner Daseinsberechtigung innerhalb der Volksgemein­schaft gleichgültig ist. Man wollte ihnen eindeutig beweisen, daß die Erziehung zum Mathematiker Dienst an der Volksgemeinschaft ist.

Nicht allein in einer zweckbetonten Ausrichtung unserer Arbeit (Wehrfragen, Geländevermessung) wollte man dieser Forderung an unsere wissen­schaftliche Arbeit gerecht werden. Es ist eine Ver­kennung dieser Forderung, zu behaupten, nur die Wissenschaft im Dienste praktischer Forderung habe Daseinsberechtigung. Heute wie immer stellen die erzieherischen Werte der Wissenschaft und insbeson­dere der Mathematik, Wissenschaft als Streben nach Erkenntnis, Dienst an der Volksgemeinschaft dar.

Wenn sich die Mathematiker mit Stolz darauf berufen, daß ihre Wissenschaft den jungen Menschen zu selbständigem Denken und For­schen, zu klarem Sichten und zu eindeutigen Antworten erzieht, so ist das Dienst an der Volksgemeinschaft.

In diesem Sinne faßten sie ihre Arbeit auf, und ihr Lagerleben möge immer wieder der Besinnung auf diese Aufgaben dienen. Dann wird eine junge Mathematikergeneration herangebildet werden, die dort, wo- auch immer sie ihren Auftrag von der Gemeinschaft erhält, ihrer Verantwortung ihrem Volke gegenüber würdig sein wird.

Bei der Ausgestaltung des Lagers half besonders Professor Geppert durch vielseitige Anregung und tatkräftige Hilfe und Förderung mit. Das Lagerleben zeigte das gewohnte frohe und diszi­plinierte Bild. Die Gruppe von 20 Mann wurde in zwei Scharen unterteilt, die dem Lagerleiter Gürtler verantwortlich waren, lieber den Ver­lauf des Lagers, über die geleistete wissenschaftliche Arbeit kann an dieser Stelle nicht berichtet werden. Es sei hier nur kurz ein Ueberblick über die be­handelte Materie gegeben. Professor Geppert legte ausführlich die Beziehungen zwischen Mathe­matik und Volkskunde (Entstehung unserer Zahl­sprache und Rechenverfahren) dar. lieber die Be­ziehungen zwischen Mathematik und Musik berich­tete Herr Schultheiß. Der Schulung der geo­metrischen Anschauung dienten die Vorträge von Herrn Seibert über Kreislagerungen und Kugel­packungen und von Herrn Gärtler über die Theorie der Artinschen Zöpfe. An die letzten Aus­führungen schloß sich eine kurze Darlegung des Kleinschen Erlanger Programms durch Dr. G r ö tz s ch. Mathematisch-wehrsportliche Aufgaben führten unter Leitung der Herren Jüngst und Hofmann ins Gelände. Dr. Fuhr leitete zu einfacheren Vermessungsaufgaben an. Ausführun­gen über Schallmeßverfahren, Photogrammetrie, Kartenkunde ergänzten die Hebungen. Für Humor bot die Mathematik-Wissenschaft bei den abend­lichen Unterhaltungen reichen Stoff. Ein Kamerad­schaftsabend in Hartmannshain zeigte die Teilneh-

kreis Alsfeld.

# Ober-Ohmen, 22. Mai. Nunmehr wurde mit den Straßenbauarbeiten an den Kurven der Ohm st raße begonnen. Ge­genwärtig ist man mit der Verbreiterung und Ueberhöhung der Kurven des Abschnitts Rupper­tenrod bis Unter-Seibertenrod beschäftigt. Da für die weiteren Straßenbauarbeiten bis nach Ulrich- stein noch größere Mengen Steine erforderlich sind, ist in dem hiesigen Basaltwerk eine zweite Schicht eingelegt worden, durch die weiteren Volksge­nossen Arbeit und Verdienst erhalten. In den drei gemeindeeigenen Backhäusern un­seres Ortes werden zwei Oefen durch neue ersetzt, wovon der eine Ofen dieser Tage schon seiner Be­stimmung übergeben werden konnte, während die Herrichtung des zweiten Ofens noch im Gange ist. Die Arbeit wird von einem Backofenbauer aus Amöneburg ausgeführt, die Steine wurden von einer Firma in Bayern geliefert.

st. Kirtorf, 20. Mai. Unter Leitung des Auf­sichtsratsvorsitzenden Otto F a u l d r a t h fand ge­stern die ordentliche Generalversammlung der Landwirtschaftlichen Bezugs- und Absatzgenossenschaft im GasthausZum offenen Helm" statt. Direktor Wilhelm Wolf er­stattete den Geschäftsbericht, der über die Entwick­lung der Genossenschaft im verflossenen Jahre ein­gehende Mitteilungen brachte und von der Ver­sammlung mit allgemeiner Zustimmung aufgenom- men wurde. Rechner Ludwig Maar gab die Bi­lanz bekannt, zu der vom Direktor noch aufschluß­reiche Erklärungen gegeben wurden. Der Geschäfts­bericht und die Bilanz wurden genehmigt, dem Vorstand und Aufsichtsrat wurde einstimmig Ent­lastung erteilt. Bei den Wahlen zum Vorstand und Aufsichtsrat wurden die turnusmäßig ausscheiden­den Mitglieder Ludwig Maar, Ludwig Häuf und Otto Fauldrath durch Zuruf einstimmig wieder- gewählt. Nach Erledigung einiger kleinerer Ange­legenheiten wurde die Versammlung mit dreimali­gem Sieg-Keil auf den Führer geschlossen.

ss Grebenau, 21. Mai. Am Samstag und Sonntag feierte der hiesige Turnverein Frohsinn" unter sehr starker Beteiligung der Gemeinde sein 2 5. S t i f t u n g s f e ft. Am Samstagabend fand in der Turnhalle ein Fest­kommers statt, der mit einem finnige Prolog, ver­faßt und vorgetragen von einem Mitglied des Turnvereins, eröffnet wurde. Krsisturnwart B a - st i a n, Alsfeld, überbrachte hierauf in einer An­sprache die Grüße des Turngaues XII und über­reichte dem seitherigen langjährigen Vorsitzenden und Mitbegründer des Vereins Heinrich Kalb­fleisch den Kreisehrenbrief. Der jetzige Ver­einsführer Adam S ch u ch a r d t begrüßte hierauf die zahlreichen Besucher mit einer herzlichen An« spräche und überreichte anschließend im Auftrage des Vereins den langjährigen treuen Mitgliedern Jakob Kalbfleisch, Heinrich Antz und Hein­rich Steuernagel Ehrenurkunden mit gleich­zeitiger Ernennung zu Ehrenmitgliedern. Im wei­teren Verlaufe des Abends wurden die Besucher durch ausgezeichnete turnerische Vorführungen er­freut, an denen sich auch eine Werberiege, die aus den Vereinen Schlitz, Maar, Alsfeld und Breitenbach zufammengeftellt war, beteiligte. Da­bei konnte man sich von dem hohen Stand der turnerischen Arbeit in unseren Vereinen überzeu­gen. Zur Verschönerung des Abends trua noch der GesangvereinEintracht" mit zwei passenden Chören bei. Am Sonntagmittag bewegte sich ein Festzug durch die Ortsstraßen nach dem Festplatz, wo Kreisturnwart B a st i a n , Alsfeld, die Fest­ansprache hielt. Dabei gedachte er besonders der Gründer des Vereins und richtete unter Hin­weis auf diese Turnervorbilder die Aufforderung an die Jugend, dem Turnverein beizutreten und auch in feinen Reihen zum eigenen Wohl, aber auch für den Wiederaufbau Deutschlands mitzu­arbeiten. Die Ansprache klang mit dreimaligem Sieg-Heil auf den Führer und Reichskanzler des

Liebigstraße, Aulweg und Rieaelpfad als ausge­baut anzusehen ist. Die Erd-, Maurer- und Beton­arbeiten kommen durch die hiesige Baufirma H. W. Rinn zur Ausführung.

** Behördenurlaub zur Freiburger K olonialtagung und zum Reichskrie­ge r t a g^ Die Zentralabteilung der hessischen Lan­desregierung teilt in einem Ausschreiben einen Er­laß des Herrn Reichs- und preußischen Ministers des Innern vom 8. Mai 1935 mit. Danach kann Beamten, Behördenangestellten und -arbeitern, die Mitglieder des Deutschen Kolonialkriegerbundes, der vom 14. bis 17. Juni in Freiburg i. Br. seine Kolonialtagung abhält, und des Deutschen Reichs­kriegerbundesKyffhäuser", der vom 6. bis 8. Juli in Kassel seinen Reichskriegertag veranstaltet, sind, zur Teilnahme an diesen Veranstaltungen auf An­trag der erforderliche Urlaub unter Fortzahlung der Gehalts- und Lohnbezüge und ohne Anrech­nung auf den Erholungsurlaub gewährt werden, soweit dienstliche Belange nicht entgegensetzen. Eine Erstattung von Kosten aus der Reichskasse kommt nicht in Frage.

saß und mit seiner Frau und einer anderen Frau als Insassen von Butzbach kam. Es ist nicht aus­geschlossen, daß die Frage des Verschuldens wo­möglich zu ungunften von Dr. Baur entschieden wird. Dem schwerverletzten Otto Häusner ging es heute morgen nach einer verhältnismäßig gut verbrachten Nacht erfreulicherweise etwas besser. Der Verunglückte liegt mit einem komplizierten Oberschenkelbruch darnieder und ist durch starken Blutverlust sehr geschwächt.

Oer Vorschußverein Grünberg im Lahre 1934.

+ Grünberg, 23. Mai. Der Vorschuß- verein Grünberg e. G. m. b. H. veröffent­licht soeben seinen Geschäftsbericht für das Jahr 1934, fein 72. Geschäftsjahr. Danach haben sich die Grundzahlen gegenüber dem Vorjahre in fast allen Geschäftszweigen erhöht. So stieg der Umsatz von 6,4 Millionen (1933) auf 7,7 Millionen (1934), während sich die Bilanzsumme von 707 733,69 Mark auf 728 413,81 Mark erhöhte.

Die Bilanz zeigt auf der Vermögensfeite in den wichtigsten Posten folgende Zahlen: Geschäftsgebäude und -einrichtung 12 001 Mark, Hypotheken 160 221 Mark, Aufwertungshypotheken 76 860,13 Mark, Dar­lehen gegen Schuldscheine und Wechsel 95 333,10 Mk., Forderungen in lausender Rechnung 234 167,85 Mark, Warenwechsel 25 684,05 Mark, Wertpapiere 60 462,50 Mark, Guthaben bei Banken 40 537,12 Mark, Kassenbestand einschließlich Postscheckkonto 12 778,45 Mark. Demgegenüber zeigt Die Schulden­seite folgende Zahlen: Geschäftsguthaben 78 046,01 Mark, Reserven 42 667,86 Mark, Wertberichtigungs­konto 35 522,91 Mark. Dieses Konto wurde im vori­gen Jahre eingeführt, um etwaige Ausfälle bei Schuldnern, bei denen das landwirtfchaftliche Ent­schuldungsverfahren schwebt, zu decken. Spareinlagen 405 497,57 Mark, aufgewertete Spareinlagen 105 710,94 Mark, Einlagen in laufender Rechnung 56 556,07 Mark. Reingewinn 3 683,56 Mark. Die Gewinn- und Lastenrechnung schließt mit 53 061,68 Mark ab.

Die Zahl der Mitglieder betrug am 1. Januar 1934 439, im Berichtsjahre fand ein Zugang von 18 und ein Abgang von 49 statt, so daß am 31. Dezember 1934 eine Mitgliederzahl von 408 verblieb. Die Haftsumme für jedes Mitglied be­trägt 300 Mark. Die Zusammensetzung der Mit­glieder ergibt folgendes Bild: Handwerker 104, Kaufleute und Fabrikanten 42, Landwirte und Pächter 132, freie Berufe, Staats- und Gemeinde­beamten 44, Angestellte und Arbeiter 78, andere 8.

Der Bericht erwähnt noch den großen Verlust, den der Vorfchußverein bald nach Abschluß des Geschäftsjahres durch den Tod des langjährigen Geschäftsführers Karl Möller erlitten hat. Ebenso wird auf die außerordentliche Hauptversammlung vom 27. April dieses Jahres hingewiesen, in wel­cher der jetzige Vorstand bestimmt wurde. Es wurde damals Herr Müller aus Schupbach bei Weil­burg zum Rechner gewählt, der am 1. Mai diesen Posten übernahm, als zweites Vorstandsmitglied wurde Karl S ch m a d e l gewählt, der schon vorher an der Kasse angestellt war.

Landkreis Gießen.

wg. Großen-Buseck, 22. Mai. Aus Ver­anlassung des Bürgermeisters R e b h o l z wurde der Anger im Verlaufe der letzten Wochen völlig neuhergerichtet, so daß er zu einer schönen, mit Bäumen und Blumen ausgestatteten Anlage wurde, die auch einen Springbrunnen aufweist und nun noch Bänke erhalten soll. Für die Kinder ist an dieser Stelle auch ein Spielplatz hergerichtet worden. Nach dem Abschluß der Feldbereini­gung wurde die Verlängerung der TaI - st r a ß e von der Adolf-Hitler-Straße bis zur Bahn­hofstraße in den letzten Wochen ausgebaut. Die erforderlichen Ent- und Bewässerungsanlagen wur­den bei dieser Gelegenheit geschaffen. Die Arbeiten erfuhren eine erhebliche Förderung dadurch, daß die Fuhrwerksbesitzer einen Teil der Fuhrleistungen gegen eine erheblich herabgesetzte Bezahlung lei­steten. Hier fand dieser Tage eine Bauern- versammlung unter Leitung des Ortsbauern­führers Wilhelm Schmidt statt, der zunächst über die Reichsnährstandsfchau in Hamburg sprach. Zum Besuche dieser Ausstellung meldeten sich be­reits 40 Bauern und Bäuerinnen. Im weiteren Verlaufe des Abends wurden Fragen der Unkraut­bekämpfung und des Ausbaues der Feldwege nach dem Abschluß der Feldbereinigung besprochen, wo­bei u. a. beschlossen wurde, daß zu diesem Wegebau jeder Grundbesitzer für einen Morgen Land einen Kubikmeter Steine kostenlos zu fahren hat. Am Schluffe der Versammlung sprach Bürgermeister R e b h o l z noch über die Bedeutung des Bauern­standes im Dritten Reich und über nationalsozia­listische Maßnahmen in unserer Gemeinde.

§ Lollar, 22. Mai. Im Wohlfahrtsgebäude der Buderusschen Eisenwerke fand ein D A F. - W al­te r a p p e l l der Ortsgruppen Mainzlar und Lol­lar statt, der sehr gut besucht war. Kreisorganisa­tionsleiter Reitz- Gießen gab zunächst eingehende organisatorische Aufklärungen. Sodann sprach der Kreiswalter der DAF., Wagner- Gießen, in außerordentlich fesselnder Weise über den Zweck und die Ziele der organisatorischen Arbeiten, wobei er auch auf die große Bedeutung des Blockwalter- amtes in der DAF. hinwies. Mit dreimaligem Sieg- Heil auf den Führer fand der Appell feinen Ab­schluß.

§ Mainzlar, 22. Mai. Heute begingen die Ehe­leute Reichsbahnassistent Balthasar Will und Frau das Fest der Silbernen Hochzeit.

K Steinbach, 23. Mai. Unser Dorf hat durch die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer viele Unannehmlichkeiten. Auch kamen schon einigemal im Dorfe und in der Nähe tödliche Un­fälle vor. Die Kurven und bas Gefälle im Zug der Straße GießenLich durch das Dorf bedeuten an und für sich schon eine Gefahrenquelle. Eine Rücksichtslosikeit, die schon mehr ein grober Unfug ist und öffentliches Aergernis erregt, wurde dieser Tage, wie auch früher schon, bei einer Beerdigung beobachtet. Als der Leichenzug sich durch die Hauptstraße bewegte, kam von hinten her ein Auto mit vielem Hupen, und der Autofahrer besaß die Unverschämtheit, an dem ca. 200 Meter langen Leichenzug vorbeizufahren. Solche Rück­sichtslosigkeit verdient öffentlich gebranbmarft zu werben.

Watzenborn-Steinberg, 22. Mai. Hier fanb ein Schachturnier zwischen ber hiesigen Schachoereinigung" unb benSchachfreunben" Rob- heim a. b. Bieber statt. Ueberraschenb würben bie Gäste mit 4:2 Punkten von bem Neuling besiegt, der dadurch einen großen Erfolg für sich buchen konnte.

3 Leihgestern, 23. Mai. Am Samstag, 25. Mai, begehen der Ziegeleiarbeiter i. R. Ludwig Haas II. und feine Ehefrau Sophie, geb. Jung, dahier, im Kreise ihrer sechs Kinder das Fest der Goldenen Hochzeit. Beide Ehegatten stehen im 73. Lebensjahre und erfreuen sich noch einer

bleiben müssen. Aus diesem Grunde hat der iieichsjustizminister angeordnet, daß Akten der er­wähnten Art, die im einzelnen näher bezeichnet werden, nicht zu vernichten sind.

** Viehmärkte in Gießen. Am nächsten Dienstag findet in Gießen Rindvieh-(Nutzvieh-) Narkt statt, am Mittwoch folgt Schweinemar^. Nä­heres in der heutigen Bekanntmachung der Bürger­meisterei.

Wochenmarkt-Verlegung. Die Bür­germeisterei gibt heute bekannt, daß der auf Don­nerstag, 30. Mai (Himmelfahrt), fallende Wochen­markt bereits am Mittwoch, 29. Mai, stattfindet.

** Neuer Bau der Baugenossenschaft 1894. Ecke Aulweg und Hinterer Riegelpfad hat die Baugenossenschaft 1894 mit den Ausschachtungs­arbeiten für ein dreistöckiges Wohnhaus, in dem dreimal Dreizimmerwohnungen eingerichtet werden sollen, beginnen lassen. Das Gebäude kommt als Massivbau zur Ausführung und wird die dort feit Jahren bestehende Baulücke schließen. Gleichzeitig wird dort eine Regulierung der davorliegenden Straßen und Fußsteige durchgeführt, so daß nach der Vollendung der Bauarbeiten das Bauquartier

Eine Tagung alter Soldaten.

)( Watzenborn-Steinberg, 21. Mai. Am Sonntagmittag fand in Steinberg in derKrone" eine Zusammenkunft ber im Kyffhäuser- Unterfreisoerbanb Leihgestern zu­sammengefaßten Kamerabschaften von Garbenteich, Großen-Linben, Haufen, Leihgestern unb Watzen­born-Steinberg statt. Hieran nahmen teil: ber Be­zirksführer, Oberst a. D. Kott sch au, unb Major a.D. Kindl (Bab-Nauheim), Major a. D. R i t s ch (Hanau) unb Oberleutnant a. D. Bonhard (Gie­ßen).

Nach kurzen Begrüßungsworten bes Kreisführers B o n h a r b begrüßte ber Bezirksführer, Oberst Köttfchau, bie zahlreiche Versammlung, sprach über bie großen Ereignisse in unserem Vaterland, bie Wehrhoheit unb bie Einführung ber allgemeinen Wehrpflicht unb betonte, es gelte jetzt für jeben alten Solbaten als höchstes, ben Wehrgebanken zu förbern.

Hierauf sprach Major Ritsch in eineinhalb- ftünbigen Ausführungen überWehrpolitik, moberne Kampfmethoben unb Kampfmittel" unter Berücksich­tigung ber einzelnen Waffengattungen unb ihre Bewaffnung. Weiter sprach er über bie Fortbewe­gung ber Truppen, wobei Auto, Motorrab mit Beiwagen unb Lastkraftwagen eine große Rolle spielen; motorisierte Truppen unb Kavallerie, die

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